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schon zu Schaden gekommen, weil die Spione die Stellung der Geschütze bis aus Meterentsernung angeben konnten. Die auf- sallenc Präzision der überhaupt nicht schlecht schießenden fran­zösischen Festungsartillerie und das unerwartet rasche Ausfin- oe» der doch immer verdeckt stehenden deutschen Batterien war ja nun erklärt, und gar bald fand man auch in anderen Orten Kcllcrtelephone.

Von ihren Fliegern haben die Franzosen im Festungskriege viel Stutzen. Es lasten sich Erdwcrke trotz Laubverdeck nicht verstecken, und wenn ein Flieger in 2000 Meter in für unsere Geschütze nicht mehr erreichbare» Höhe einige Zeit gekreist hat und. uns unsichtbare, Zeichen gegeben hat, manchmal auch Lcuchikugeltt hat fallen lassen, dann kan» man sich im Zeitraum weniger Minuten auf einerasale" (Windstoß, Sturm), das sranzöstschc höllcnftncr, gefaßt machen, das in der Distanz und Richtung vorzüglich dirigiert ist."

(frrtiitforDmmg im prenMtn Landtag.

Berlin, 20. Olt. (SB. V. Nichtamtlich). Dem preußi­sch.» Landtage wird ein Gesetzentwurf vorgclegt werden, durch den die Staatsregierung'einen vorläufigen Kredit zur Deckung teils der naturgemäß durch den Krieg hervorgcrufcnen ilu:fälle bei den Staatseinnahmen teils der besondere» Kriegs­ousgaben im Interesse der Bevölkerung erbittet. Der Text des Gesetzes schließt an das Etatsgcsctz für 1914 an, durch welches der Finanzminister zur vorübergehenden Berstärkung des Be­triebsfonds der Eencralstaatskoffe durch die Ausgabe von -chatzonweisungen bis 100 Millionen Mark ermächtigt wird, und sieht eine Erhöhung dieser Summe bis zur Höhe von 1500 Millionen vor. Zn der Begründung wird ousgesiihrt, daß sich gewistc Stockungen in den Staatseinnahmen, namentlich bei der Staatsciscnbahncn, aber auch bei den Steuern usw. bemerk­bar machen. Die endgültige Deckung sei erst nach Abschluß des 'tatsjahrcs möglich, und zur vorläufigen Deckung müßten als- oald die Mittel der Ecncralstaatskasfe verstärkt werden. Eine solche Verstärkung sei ferner notwendig mit Rücksicht aus die neu hcrvortretendcn Kricgsausgaben, unter denen die Aufwen­dungen für die Hilfsaktion zu Gunsten Ostpreußens und einzel­ner geschädigter Teile Westprcußens im Vordergründe stehen. Für diese Hilfsaktion allein sollen Geldmittel bis 400 Millio­nen Mark bereitgehalten werden. Der größte Teil der Kriegs- ausgnben wird zunächst nur in Vorschüßen geleistet und später durch Rllckeinnahmen wieder ausgeglichen, sodaß cs auch in tiefer Hinsicht nur eines vorläufigen Kredites bedarf.

Drr WMiiitgprojtl! in Sdrnjfino.

Sarajewo, 20. Olt. (SB. B. Nichtamtlich). Hochver - rareprozcß. Das Beweisvcrfahrcn wird Heute fortgesetzt. Es wird eine große Anzahl Zeugen, meist Bekannte der Ange­klagten, zum Teil Zeugen des Attentats, vernommen. Einige davon sind verleitet. Kennzeichnend für die Tätigkeit der Ra- rodna Obrana find die Aussagen von Trisko Krstanovia, wel­cher unter Eid aussagte: Er sei auf der Suche nach Arbeit in Belgrad vor der Annexion von serbischen Gendarmen angehal- tcn und mit dem Hauptmann Tankosic bekannt gemacht wor­den, Dieser nahm ihn sofort als Komitatschi an. 140 solcher Komitatschie wurde» im Minenlegen, im Sprengen von Tun­nels und in der Zerstörung der Bahnkörper unterwiesen. Die Rarodna Obrana befaßte sich mit Spionage und hatte einen llcinen Wafsenvorrat im Kriegsministerium. Zu den Mitglie­dern gehörten Staatsbeamte und Ofsizicre. Rach siebenmonat- lichcr Verwendung erhielt der Zeuge eine Mitgliedskarte der brarodna Obrana, die in der Vifttenkarte des Bozo Milanooic bestand, auf der sich die Worte Rarodna Obrana, sowie das Siegel (über zwei Händen ein Totenkops) befanden. In Serbien hörte er überall immer nur Worte des Hasses gegen Oesterreich-llngarn. Er erklärte weiter, daß alle Vorbereitun­gen zum Kriege gegen Oesterreich-Ungarn getrosten gewesen seien

Zu der Zeugin Talanga äußerte Cabrinovic am Tage vor dem Mordanschlag: Franz Ferdinand wird nicht regieren. Im nächsten Jahr wird König Peter Bosnien regieren. Zur Zeit

Annexionslrise war die Tätigkeit der Rarodna Obrana,

. :rcn Werkzeuge die Komitatschis waren, gegen Oesterreich- Ungar» gerichtet, gegen welches ein Krieg auf Leben und Tod gepredigt wurde. Die Rarodna Obrana wurde von der serbi­schen Regierung unterstützt und mit Wasscn versehen. Cabri- novre bestötigie diese Aussagen. Aus gelegentlich des Krieges in ini Äleinzworni! Vorgefundenen Akte» über die in

Bosnien betriebene Spionage ist fcstgcstellt worden, daß Ser­bien >n der Losnicaer Kundschaftsftelle allein über hundert Spione in Bosnien verzeichnet hatte. Aus den Akten ging klar hcrvcr, daß die bosnische» Sokal- und Antiallohol-Vercine nur ein Deckniantc! für die Tätigkeit der Rarodna Obrana zur Vorbereitung des Krieges und von Ausständen in Bosnien wa­ren. Zn einem mit dem Landcschcf Potiorck ausgcnommenen Protokoll schildert dieser ausführlich di- bekannten Vorgänge beim Anschläge.

Ein anderer Zeuge, der als serbischer Soldat in Valjewo gedient hat, sagt dahin aus, daß die Bildung von Komitatschi- bandtn 1000 ins Leben gerufen worden ist. Sie wurden von eer serbischen Regierung bcwassnct. Ihre Führer waren aktive serbische Offiziere und Unteroffiziere. Ihre Tätigkeit bestand darin, in den türkischen Provinzen Ausstandsbewegungen her- vorzurufcn.

(*itt Lchnrkc.

Unter der Anklage des Landesverrats, Raubes, Er- Weisung und der Plünderung hatte sich der Besitzer LudNug vienkowski ans Alt-Ukia (Kreis Sensbnrg) vor dem Kriegsgericht zu verantworten. Rach der Anklage ist der Angeklagte ein großer Rnssensreund, der den Einmarsch der russischen Truppen in Ostpreußen mit Freuden begrüßte. Die Anklage behauptet vom Angeklagten, daß er die Russen nachdem sie am 29. August d. I. in Alt-Ukia einmal- schirrten, dort zu reichen Leuten umherführte, mit ihnen die Geschäfte aufliichte, sich von den Geschäftsleuten traktie- re» ließ, m,d wo er nichts erhielt, drohte, den Russen Anzeige

»tue Tageszeitung. Mittwoch, den 21. Oktober 1»l«

zu erstatten, und sich an den von vielen diesen begangenen

Plünderungen beteiligt habe. Ferner wurde ihm zur Last gelegt, die Russen mitunsere Truppen" bezeichnet zu haben, und mit den Russen auf die uniliegenden Gehöfte gefahren zu sein, um Pferdebillig zu kaufen." Ferner werden den, Angeklagten mehrere Erpressungen zur Last gelegt. Der Angeklagte leugnet jede Schuld. Auf Grund der Beweis­aufnahme wurde er aber zu drei Jahren und drei Monaten Zuchthaus und zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt.

Der erste österreich'ilcht WEN in Serlin.

Am Sonnabend mittag traf auf dem Militärbahnhof in Moabit der erste österreichische Sanitätszug mit 150 meist schwer verwundeten Kriegern deutscher Regimenter, dar­unter 30 Offiziere, von Radom nach 50stündiger Fahrt ein. Es war ein Malteser-Sanitätszug, der unter der Leitung des Fürsten Franz Liechtenstein stand. Zum Empfang des Zuges hatte sich der stellvertretende Militär-Jnspektor der freiwilligen Krankenpflege Fürst Hatzfeld eingefunden. Der Zug bestand aus 15 Krankenwagen, einem Komman­dantenwagen, einem Speisewagen, einem Personenwagen, einem Küchenwagen, einem Vorratswagen, einem Magazin wagi^i und einem Rüstzengwagen. Mit' -dem Fürstev. Licchtcnstein begleitete der Generalrezeptor Graf Franz Hardegg den Zng. Den ärztlichen Dienst versah der Chef­arzt Dr. Ritter von Bielka mit zwei weiteren Aerzten und vier Krankenschwestern. Das Personal bestand aus zwei Rechnungsführern, zwei Köchen, einem Küchenjungen, 1fr Wärtern und einem Schlosser. Alle Einrichtungen des Zuges wurden von den anwesenden deutschen Sanitätsoffi­zieren und den Vertretern der freiwilligen Krankenpflege eingehend besichtigt und fanden uneingeschränkte Anerkenn­ung. Die Verwundeten, die sämtlich aus den letzten Ge­fechten in Polen stammten, wurden in Krankenkrastwagen verschiedenen Lazaretten in Groß-Berlin zugeführt.

Ans England.

Weitere Angriffe gegen Minister Churchill. London, 18. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) DieMorning Post" komnit in ihrer Nummer vom 15. ds. auf ihre früheren An­griffe auf Churchill zurück und bemerkt zu dem Artikel der Times" folgendes: Eine große Stadt in die Schrecken einer furchtbaren unnötigen Beschießung hineinzuziehen ist der Ausdruck einer Sympathie, auf die das belgische Volk sicher verzichtet haben dürfte. Die Zeitung führt weiter aus:Wir erfahren, daß die Behörden von Antwerpen ent­schieden hatten, daß die Uebergabe der Stadt unvermeidlich wäre, und daß der Besuch Churchills eine Aenderung der Ansicht herbeiführte. Dieser konnte die Behörden nur ver- anlassen, auszuhalten, indem er ihnen mitteilte, daß er zur Verteidigung der Stadt eine angemessene Macht bringen würde. Die Truppen, die er organisierte und absandte, be­standen zum Teil aus Freiwilligen mit einwöchiger Alls­bildung. Was die Verantwortung anbetrifft, braucht man uns nicht zu sagen, daß die Expedition nicht ohne Zustimm­ung der Kollegen Churchills abgesandt werden konnte. Aber wir glauben, daß die Zussimmung, soweit fachmännische Kollegen in Betracht kamen, dringend gefordert und bereit­willig erteilt wurde. Wir schreiben die Verantwortung hierfür Churchill zu, weil wir im Kriege mit Tatsachen rind nicht mit Formen zu tun haben und wissen, daß Chur­chill mit Leib und Seele für die Expedition war. Wenn es der Plan des Kabinetts oder des Kriegsamtes und nicht der Adniiralität war, wie kommt es, daß das Korps ausschließ, lich aus Seesoldateu und Freiwilligen der Flotte bestand, während einige 100,000 Mann an Territorialtruppen vor­handen sind? Wir bedauern, diese Kritik machen zu müssen, weil wir Churchills Mut und korrekte Haltung zu Beginn beS Krieges bewunderten, aber die in unseren Händen be­findlichen Tatsachen zwingen uns, zu betonen, daß gewisse Charaktereigenslhaften Churchills ihn in der jetzigen Stell­ung zu einer Gefahr und Sorge der Nation machen.'

Ter Krieg kostet England 220 Mark pro Sekunde. Lon­don, 18. Okt. Der bekannte englische Sozialpolitiker Sidney Webb hat einen Vortrag über die ökonomischen Folgen des Krieges für England gehalten. Er sagt darin, daß der persönliche Unternehmungsgeist durch den Krieg gebrochen war, da es des Vertrauens des Kapitals der Sicherheit, der Schnelligkeit und der Organisation entbehrte. So hatte beispielsweise die englische Regierung für 18 Mill. Pfund Stetling Zucker aufgekauft, obwohl sie 6 Monate vorher nicht 100,000 Pfund zur Errichtung einer Rüben- zvckerfabrik bergeben wollte. Der Krieg kostet England Tag und Nacht 11 Psund Sterling pro Sekunde. Ein Krieg, wie der jetzige, kommt wirklich einem ökonomischen Erd­beben gleich. Niemand kann voraussehen, bis zu welchem Grad von Gutem oder Schlechtem sich die Welt als Resultat des Krieges verändern wird, aber die Veränderung wird zweifellos kolossal sein.

Englische Verluste. Mailand, 20. Okt. DerCor- riere della Sera" meldet aus London: Nach aintlicheu Be­richten beträgt der Verlust des englischen Heeres während der Känipfe an der Aisne von, 12. Septeniber bis 18.Okt. an Toten, Verwundeten und Vermißten 651 Offiziere und 12,980 Soldaten.

Aus brr UlfII bro Islams.

Wien. 20. Okt. (SB. B. Nichtamtlich.) DieSüdslli- wische Korrespondenz" meldet aus Koustantinopel: Di-

ganze türkische Presse beschäftigt sich mit der in alle» musel­manischen Ländern beginnenden islamitischen Bewegung. Tcrdscknmian-i Hakikat" bemerkt, die allgemein» Bewegung

des Islams stamme nicht etwa aus dem Hasse der Moham­medaner gegen die Regierungen der Triple-Entente, son­dern aus dem Streben, sich bei der große» Abrechnung nach dem Kriege die Eristenz zu sichern.Taswir-i-Efkiar" er­klärt, die ägyptische Frage stehe in engstem Znsammenhang nüt der ganzen Orientsrage. Türkische Blätter veröffent- I'chen den Artikel des sin Odessa erscheinendenOdesskij Li- stok", der wegen des Falles von Antwerpen in scharfen' Ausdrücken gegen England schrieb, Englands Vorgehen ei wecke den Glauben, als wolle es sich von den anderen die Kastanien aus dem Feuer holen lassen.

Organisation der islamitischen Bewegung. Berlin 20. Okt. DieB. Z. am Mittag" meldet ans Köln: Nack einer AthenerTimes".Meldung beabsichtigt, glaubwürdi­gen Konstantinopeler Mitteilungen zufolge, Enver Paschc einen Ausschuß zu bilden, der eine islamitische Dewegunc ins Werk setzen soll.

Aus Acgvptcn und Indien. Berlin, 19. Okt. Derr Lokalanzeiger" wird aus Koustantinopel gemeldet, daß a»- Kairo telegraphische Nachrichten vorliegen, wonach sich di< Eingeborenen deni Versuch der Engländer, die ägyptischen Truppen zu entwaffnen, widersetzten. Es kam z» einem Gefecht, in dessen Verlaus von beiden Seiten 150 Mann sielen. Auch in Alexandrien haben sich ähnliche Kämpfe abgespielt. Die Engländer mußten den Truppen vorerst die Waffen belassen. Unter den indischen Soldaten gkeife eine Massenflucht um sich) an einem einzigen Tage seien 30 Mann gehenkt worden. Auch die Pest breite sich in In­dien aus: täglich sterben 25 Mann.

(fin Zcliiit über fljriftoifnin und ßrirg.

In denStimmen ans Maria-Laach" (Freiburg i. Br., Her- dersche Verlagsbuchhandlung) schreibt der Jesuit Lippert über die Frage, ob der Ehristenglaube mit dem Kriegsgeistc verein­bar sei, u. a. folgendes:

Die Erhebung des deutschen Volkes ist wahrhaftig zum Gottesdienst geworden. Wir haben die großen Plätze in Kir­chen verwandelt, wo die Tausende deutscher Männer entblößten Hauptes standen und beteten und sangen. Wir sahen die Kir­chen überfüllt, und in manchen Familien ward in diesen Tagen zum erstenmal wieder ein aufrichtiges, inbrünstiges Tischgebet gesprochen. Ehe das deutsche Volk aufbrach zur Slbrechnung mit seinen Feinden, hat cs die Knie gebeugt und das Haupt ge­neigt, so wie die Engel des Herrn es wohl tun mögen, wenn sie zu einem Gottesgericht ausziehen. Zwar ' haben wir gebetet um den Sieg unserer Waffen, und damit um Niederlage, um Ruin und Tod für unsere Feinde: und wir haben es aufrichtig getan und von Herzen, ja mit einer furchtbaren Berufung aus das Ehristentum und das heilige Evangelium. Aber wir durf­ten cs auch tun. Denn wir hatten vorher unser Kriegsgcbet geprüft an den Geboten des Evangeliums, hatten unsere natio­nale Begeisterung den Satzungen des Christentums untcrwgr. fsn und uns nach strenger und ehrlicher Erforschung sagen dür­fen, daß unsere Sache gerecht und sittlich sei.

Nicht zur Eroberung wollten wir ausziehen, nicht In gewal­tigem llebermut, nicht in blindem Haß gegen friedliche und harmlose Völker jenseits der Grenzen und jenseits des Meeres. Kaum daß wir in Deutschland eine Schmähung gegen die Feinde hörten, die aus gemeiner und niedriger Rachsucht gekom­men wäre. Wir läuterten unser» Zorn zur gerechten Entrüst- l iig eines Menschen, der sich gegen Unrecht und Heuchelei zur Wehr setzt. Wir ziehen nicht aus gegen wehrlose Ausländer und nicht gegen verwundete Krieger, wir speisen und tränken vielmehr auch die hitslos gewordene» Feinde und begraben ihre Toten unter Gebeten. Und wo einzelne unreife Dotksgcnosicn sich zu unwürdigem Tun hinreißcn ließen, da wurden sie vom Votkswillen selbst rasch und energisch zur Ruhe verwiesen. Das deutsche Volk hat seines nationalen Sinnes Ritterlichkeit be­wiese», und damit sein Recht, zum Gott des Evangeliums zv beten, sein Recht, den christlichen Namen zu tragen. Denn de: christliche Gott ist ein Liebhaber des vornehmen und seinen Gei­stes, ein Gott der Ncrnunst und des Rechtes, so gut wie er ein Gott der Menschenliebe und des Erbarmens ist. So ist auck der scutschnationalc Geist der deutschen Katholiken im Ein klang geblieben mit dem Bekenntnis ihrer völkcrumspannendei Kirche: denn auch dieses Bekenntnis bedeutet vor allem Seelen große und Treue, Gerechtigkeit und Liebe."

JUtffidj prlmlfe jr. in Pfiitidjlnnb aiiffiiljrl

Der Leutnant Delcassck, der Sohn des berüchtigten französischen Ministers und Deutschenhetzers Dclcassü, isi bekanntlich gefangen genommen und nach Deutschland ge- bracht worden, wo er in Merseburg neben anderen franzö­sischen Offizieren imGasthaus zur Resource" unterge­bracht ist. Dieses Gasthaus ist nämlich jetzt zu einem Laza­rett umgewandelt worden, in dem die französischen Offiziere die verwundet gefangen genommen wurden, untergebracht sind- Nun hat auch der Leutnant Delcassck zwei leichte Schnßverletzungen aufzuweisen, Io daß auch er im Lazarett Aufnahme finden mußte. Er benimmt sich hier aber so un­leidlich, daß sogar die französischen Offiziere baten, von sei- ner Anwesenheit befreit zu werden- Er mußte darum in ein besonderes Zimmer gebracht werden. Aber auch hier hat er sein Wesen noch nicht abgelegt. Er renommiert in gerade­zu unerträglicher Weise über die große Bedeutung seines Herrn Papa, der augenblicklich in der Welt der bedeutendste Mann sei. Wie dieHallesche Zeitung" erzählt, hat er auch bereits mehrfach seiner Meinung dahin Ausdruck gegeben, daß er als Sohn eines so großen Mannes nicht in einem Gasthaus untergebracht werden dürste. Er hatte bestimmt erwartet, daß man für ihn ein Schloß bereitstellen würde. Er war^arum lehr erstaunt, daß er nicht mit der Bedeut­ung aufgcnoinmcn wurde, die ihm gebührt. Das Beste koiuiut aber noch. Er bat nämlich sich es auch nicht nehmen lassen, selbst in der Gefangenschaft vonRevanche" zu spre- chcn. Jedes- 'weite Wort lwißt bei ibm -Revcuube." LllL,