Ausgabe 
24.12.1915
 
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erhessische

olkszeitung

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 302

Gießen, Freitag, den 24. Dezember 1915

10. Jahrgang

Die schweizerische Friedensinterpellation.

Das Fest des Friedens.

Wieder ist Weihnachten und immer noch ist Krieg. Wohl tönt

wenigstens bei uns daheim im Lande die Heilsbotschaft von den und auch gut schweizerisch zu handeln überzeugt seben.

Kanzeln, aber ihr sanfter Klang wird zerrissen von rellen Fanfaren der Generalstabsberichte, durch den euch e die Blitze des Mündungsseuers und die Feuerstrahlen der platzen⸗ den Geschosse; wir glauben in der Ferne ein Singen zu hören aber es ist nicht der holde Ton, der dem lebenssiberdrüssigen Faust den Giftbecher vom Munde zieht es ist das tooͤbringende Sausen der Spitzkugeln. Und jedes Kirchenfest ist Alerseelen.

Vor einigen Tagen hielt die österreichische Kolonie in Berlin ihre Weihnachtsbescherung ab. Der k. u. k. Botschafter Prinz Hohen⸗ lohe erinnerte daran, daß er zu Weihnachten 1914 damals als der Russensturm gegen die eisstarrenden Karpathen brandete die Hoffnung ausgesprochen hatte, in die Osterglocken werde sich der Gesang der Friedensglocken mischen. Diesmal könne er eine solche Hoffnung nicht aussprechen, sagte der Diplomat, und es werde seinen Landsleuten wohl klar sein, daß sie noch manche Zeit nicht nur charitative Werke der Nächstenliebe würden betreiben können

Ein amerikanischer Millionär, der statt Munition zu erzeugen und aus dem Tod ein Geschäft zu machen, der Welt den Frieden wiedergeben wollte, kam in diesen Weihnachtstagen über das Welt⸗ meer dahergefahren. Zuvörderst mußte sich der Friedensbringer ge fallen lassen, daß ein englischer Kreuzer sein Schiff miit allem, was darauf und drin, nach Kirkwall, der Polizeistube sür den Atlantic,

brachte. Und als Mr. Ford mit seinen Begleitern unter dem keifenden Chor des Hohnes der Kriegshetzerpresse Englands und

Frankreichs in Christiania eintraf, hatte er bereits eingesehen, daß ihm ein ersprießliches Wirken nicht beschieden war. Da legte er sich krank zu Bette.

Der ungarische Ministerpräsident Graf Tisza hat im ungari⸗ schen Magnatenhause eine Rede gehalten nicht nur zum Fenster

hinaus, sondern über die Fronten hinweg. Er hat den feindlichen

Staaten zugerufen, daß seder Tropfen Blut, der nun noch auf den Schlachtfeldern fließt, verbrecherisch vergossenes Blut sei. Graf Tisza hat sich nicht mit diesem allgemeinen Vorwurf begnügt, der ihm schließlich von seinen Kollegen auf der anderen Seite zurück⸗ gegeben worden wäre; er hat darüber hinaus wirklich etwas für den Frieden getan, indem er verkündete, daß der Sieg der Zentral⸗ mächte keine Bedrohung der Stellung der anderen Großmächte sein wolle noch folle. In einer offiziösen Budapester Meldung über die Presseäußerungen zu dieser Tisza⸗Rede wird diese ihre Absicht noch unterstrichen. Leider hat man von Asquith, Briand. Sassanow und auch von Salandra eine ähnliche Erklärung noch nicht gehört.

Sie konnten sich noch nicht zu der Versicherung aufschwingen, daß auch sie die Großmachtstellung der Zentralmächte nicht mindern

wollen, wenn ihnen der endliche Sieg zufallen würde. Im Gegen⸗ teil, alles, was diese Regierungen bisher über ihre darlegten, mußte bei uns als schwerste Bedrohung unseres Seins und unserer Zukunft empfunden werden. Würden sich die Asquith, Briand, Sasfanow zu dem gleichen Ziel bekennen wie Tisga, das Ende, das von allen Völkern so heiß ersehnte Ende des Weltkrieges wäre zwar noch nicht da(denn dieser Krieg ging an seinem Anfang nicht um Großmächte, sondern um Kleinstaaten, und diese sind aus seinen Beweggründen auch heute noch keineswegs ausgeschaltet), aber wir wären dem Ende näher. 5 Statt dessen scheint gerade in diesen Tagen der Krieg neuem Atem zu schöpfen; der Vierverband hat einen großen Teil des be⸗ setzten Gallipoli⸗Gebiets vor den Türken geräumt und führt immer neue Massen nach Saloniki. England versammelt eine Riesenarmee am Suezkanal. Von Valona her bereitet Italien angenscheinlich eine Aktion vor, zu der ihm nur die Heldenwacht am Isonzo nicht die Entsendung größerer Truppenmassen gestattet und, 5 nach den deutschen und österreich⸗ungarischen Generalstabsberichten zu schließen, versucht auch Rußland, vom General Pau dazu verleitet zum wer weiß wievielten Mal gegen die Front von Libau bis Konstantinopel vorzustoßen.. 8 Aber alle diese Versuche sehen doch stark danach aus, die Aus⸗ sichten für die Friedensverhandlungen noch in später Sinne 1915 bessern zu wollen. Gelingen dürfte das kaum, denn die Zen tral⸗ mächte werden mit der rascheren Entschlußkraft und der e e Schlagsertiakeit, die sie fast von Anfang an bewiesen 2 7 125 auch ihre Maßnahmen getroffen haben. Und so dürften 1 h denn an der militärischen Lage kaum noch entscheidende Aenderungen ugunsten des Vierverbandes vollziehen. 1 1 0 Aber wie oft sollen die Anstrengungen der Entente 0 in Blut und Graus zersplittern, ehe man e 8 05 Krieg sich ausgelebt habe, daß er in sich erschördt se, dal Wotans noch einen Zweck vor sich haben kann, den rie 55 1 00 0 8 Götterherrlichkeit schließlich zustrebt: dem En de, 1 soweit! Soll es denn noch 1 90 hen ken sind noch nich J Soll das der Menschheit Festbotschaft sein nes si 5 en manchen Stellen in der Welt des Welte ge 19 e diejenigen, die sonst am lautesten, vom Eh rüst en e und deren Macht auf der Kirche Christi aufe bent n 9 1 Friedensbestrebungen am schärfften widerstreben Giandige solch bie Ahnung, was auf dem Spiele steht, 1 1 85 geschrieben steht: Botschaft hören müssen in den Tagen, ven blgefallen 5 Friede auf Erden und den Menschen ein Wolf gef** *

Die Friedens interpellation im schweizerischen Nationalrat.

5 et Ji einde

Aus Bern wird der Frankf, Ztg. Acne die 5 1 voller Rede begründete Greulich im Na 1 e demokratische In terpenla tet Reet 7 en anderer neu⸗ Bundesrat fraßt, ob er allein oder mit Regie vn zur baldigen tigler Länder den Kriegführerden f von

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Solidarität aller Völker aufrecht erhalten wolle. Immer noch gelte Goethes Wort, daß die Menschheit zusammen erst der wahre Mensch sei. Das Mitgefühl mit allen vom Kriege betroffenen Völlern habe die Interpellanten zu ihrer Anfrage bewogen, mit der sie gut neutral Sie wollten nicht fragen, wer der Schuldige sei; welches aber würden die Folgen der Fortfetzung des Krieges sein? Die allgemeine Verarmung der Staaten und Völker, eine Erschöpfung, die uns Jahrhunderte zurück⸗ werfe. Der Redner fuhr dann fort: Begreiflich ist es ja, daß man auf der Seite, wo große Strecken des Landes von einer gegnerischen Macht besetzt sind, den Glauben aufrecht zu erhalten sucht, der Krieg werde mit der Besiegung des Gegners enden, aber wir glauben, im Innern müssen nun doch vernünftig denleude Staatsmänner nach siebzehn Monaten des entsetzlichen Krieges sich sagen, daß an eine Niederwerfung des Gegners kaum zu denken ist, daß vielleicht noch mit unzähligen Opfern einzelne Ersolge errungen werden können, die aber nicht zum Siege führen werden und doch täuscht man sich die Kriegsbegeisterung noch weiter vor! Für die Neutralen, meinte der Redner, sei es villeicht ein Glück, wenn keine Mächtegruppe völlig niedergerungen werde; auch die Neutralen würden der Er⸗ schöpfung erliegen und nicht mehr wissen, wie die Opfer aufzu⸗ bringen sind; das müsse sie zwingen, den Ruf mach Frieden und nach Achtung ihrer wirtschaftlichen Existenzbedingungen zu erheben. Solch ein Ruf, im schweizerischen Parlamente und im Lande der interngtionalen Verträge und der internationalen Liebestätigkeit erhoben, wird ein Echo in anderen neutralen Staaten wecken, deren öffentliche Meinung sich im gleichen Ruse nach Frieden mit uns be⸗ finden wird. Dadurch gewännen die Neutralen auch das Recht, an den Friedensverhandlungen teilzunehmen und dort die Rechte der kleinen Nationen zu vertreten sowie den Schutz der Volkswirr⸗ schaft der neutralen Staaten im Kriege zu verlangen. Der Redner schloß: Die Anbahnung von Friedensverhandlungen ist eine Pflicht 1 Menschlichleit und nur die neutralen Staaten können sie er⸗ füllen! a 5 Auf die Interpellation antwortete im Namen des Bundesrates der Vorsteher des politischen Departements, Bundes⸗ rat Hoffmann mit folgender Erklärung:Wir verstehen s tiefe Friedensbedürfnis, das in unserem Volke empfunden wird und teilen die Sehnsucht nach einer baldigen Be⸗ endigung des schrecklichen Krieges, den die Geschichte kennt. Unser Land leidet, wenn es auch vom Kriege selbst verschont geblieben ist, gewaltig unter dessen Folgen. Es ist indessen nicht allein oder auch nur an erster Stelle unser eigenes Interesse, das den heißen Wunsch nach Frieden hervorruft. Wir sehnen ihn herbei aus rein mensch⸗ lichem Empfinden im Anblick des unsagbaren Elends, das der Krieg verursacht und der Wunden, die er geschlagen und des unbarm⸗ herzigen Zerstörungswerkes, das er an einer Kultur vollb vacht hat, auf die wir bis vor kurzem so stolz gewesen sind. Wir achten also die Gefühle, aus denen die Anfrage der Interpellanten hervorge⸗ gangen ist, und erkennen gerne die maßvolle, von humanem Geist getragene Begründung der Interpellation an. Soweit sie dagegen dahinzielt, eine direkte Friedens a ktion des Bundesrats herbeizuführen, müssen wir unsere Vorbehalte machen. Ein solcher Schritt ist zum voraus dem Mißerfolg geweiht und der Mißdeutung ausgesetzt, wenn und so lange nicht auf beiden Seiten der kriegführenden Parteien die dem Friedensbegürfnisse entgegenstehenden Widerstände durch eine im eigenen Lande voll⸗ zogene Wandlung der öffentlichen Meinung ohne fremdes Zutun überwunden sind. Ist diese Wandlung noch nicht vollzogen, so müssen nicht nur alle fremden Interventionsbestrebungen auf dürres Erdreich fallen, sondern werden geradezu als lästige, wenig freund⸗ schaftliche Einmischung empfunden und können der Sache des Friedens sowohl, als auch den zwischenstaatlichen Beziehungen zum Schaden gereichen. Es ist Sache der individuellen Auffassung, ob in der öffentlichen Meinung der Kriegführenden diese vorbereitende Arbeit schon kräftig eingesetzt und zu einem ausreichenden Ergebn geführt hat. Der Bundesrat hält dafür, daß das heute noch nicht der Fall ist. Man wird es verstehen, wenn er auf eine Darlegung der Gründe, die ihn zu dieser Beurteilung der Sachlage führen, an diesem Orte nicht eintreten kann. Dessen aber dürfen wir Sie versichern, daß wir mit gespannter Aufmerksamkeit der Entwick⸗ lung der Dinge folgen werden und uns glücklich schätzen würden, wenn unser kleines Land, getragen von den Sympathien, die es mit den hriegfüßrenden Nationen verbinden, getreu seiner traditionellen neutralen Stellung und in völliger Uneigennützigkeit auch nur in bescheidenem Maße dazu beizutragen vermöchte, den ersehnten dauer⸗ haften Frieden herbeizuführen. Der Interpellant erklärte sich vates befriedigt. Die Entweffnung der Serben in Griechenland. Budapest, 23. Dez. Wie A Vilag aus Athen meldet, ver⸗ öffentlichen dortige Blätter eine amtliche Note, wonach die griechischen Truppen die auf griechisches Gebiet geflüchteten serbischen Truppen entwaffnen. Der englische Gesandte Elliot habe Skuludis eine englische Note überreicht, in der unbedingt daran festgehalten wird, daß die auf griechisches Gebiet geflüchteten und dort entwaffneten serbischen Truppen ihre Waffen zurückerhalten müssen. Skuludis erklärte, er werde die Note dem Ministerrat unterbreiten. es o bardement Waruas.

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von der Kundgebung des Bundes⸗

Dez. Aus Konstanza wird die Nachricht bestätigt,

Bularest, 23.

daß die russische Flotte heute vormittag Warna bombardierte. Um 6 Uhr früh passierten zwei Torpedoboote Kap Kali Akra, die zu Aufklärungsgwerken von der Flotte entsandt waren und schmell

Gegen 8 Uhr näherten sich von der Richtung Odessa

zurückkehrten. Uhr 0 vier große Einheiten mit Volldampf.

die Schifse in Schlachtlinie auf und begannen eine heftige Kanonade,

die bis 10 Uhr vormittags andauerte. Die Schisfe zogen sich dann

vom wegen großen Nebels zurück. Die Forts von Warna antworteten Ideal der! kräftig. a

Vor Euximog vad stellten sich

Erneuerung des Ministeriums Salandra?

Lugano, 23. Dez. Nach einer römischen Meldung des Abanti ist angeblich eine Erneuerung des Ministeriums Salandra geplant.

Aufruhrbewegung unter den indischen Truppen.

T. U. Konstantinopel, 22. Dez. Die revolutionäre Be⸗ wegung in Indien hat in der letzten Zeit einen großen Umfang an⸗ genommen, sodaß die englischen Behörden trotz schärfster Gegen⸗ maßnahmen den Aufruhr nicht mehr unterdrücken können. Unter den eingeborenen Truppen macht sich starke Erbitterung gegen die englische Herrschaft geltend. Ein Bataillon nach dem anderen geht zu den Aufständischen über. Die indischen Soldaten, die Befehl er⸗ halten hatten, gegen die Aufrührer vorzugehen, meuterten und hoben die Engländer angegrissen. 5

* Aus der englischen Kriegsindustrie.

In Frankreich wächst das Mißtrauen gegen England, daß sich allzusehr zu schonen trachte. Besondere Vortrags- reisen englischer Sozialisten und zahllose Artikel in der Presse sollen dieses Mißtrauen beseitigen. So auch eine Ab⸗ handlung des Professors Léevy-Bruhl in der bekannten Mili⸗ tärzeitschrift Bulletin des Armses. Danach sind die von England gemachten Anstrengungen ganz ungeheuerliche. Die Stadt Sheffield z. B. hat sich rasch zum größten Waffenplatz der Welt ausgebaut. Die Munitionsfabrikation beschäftigt allein 12000, die Kanonenwerkstelle 9000 Mann. Am 6. September waren 650 000 Männer und 50 000 Frauen in 715 von der Regierung kontrollierten Waffen⸗ und Muni⸗ tionsfabriken tätig. Die Zahl der letzteren ist inzwischen auf 1600 gestiegen.

Amerika und Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 22. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Neue

Freie Presse meldet: Die zweite amerikanische Note in der Ancona⸗Frage ist eingetroffen. Sie ist von dem amerika⸗

nischen Botschafter bereits im Ministerium des Aeußern überreicht worden. Washington, 22. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich) Meldung des

Reuterschen Buroaus. Die zweite amer ikanischeAncona Rote ist kurz. Es wird in ihr erklärt, daß die Regierung keine Ursache sehe, auf eine Besprechung der Einzelheiten der Versenkung des DampfersAncona eingugehen, zumal Oesterreich⸗Ungarn zugebe, daß das Schiff torpediert wurde, nachdem die Maschinen gestoppt hatten, und während noch Passagiere an Bord waren, was eine Verletzung des Völkerrechts und der Gesetzes der Menschlichkeit darstelle. Deshalb macht die amerikanische Regierung die öster⸗ reichisch⸗ungarische Regierung für das Vorgehen des Kommandanten des U-Bootes verantwortlich und wiederholt ihre Forderung vom 6. Dezember. Sie betont, daß die weiteren guten Beziehungen zzwischen Amerika und Oesterreich-Ungarn von der Antwort Oester⸗ reich-Ungarns abhängen werden.

2 Die Jannartagung des Reichstags.

Der Haushaltsausschuß des Reichstages wird seine Ar⸗ beiten bereits am Montag, den 10. Januar wieder aufneh⸗ men. Zu erledigen sind noch die Fragen der Zensur und des Belagerungszustandes. Das Plenum tritt einen Tag später, am 11. Januar zusammen. Man rechnet damit, daß der Reichstag am 15. Januar wieder bis zum März vertagt wer⸗ den kann. Im März wird dann der Etat vorgelegt, der dies⸗ mal bestimmte Einnahmen aus den kommenden neuen Steuern enthalten soll. Das setzt natürlich voraus, daß die Steuervorlagen erst vom Reichstag verabschiedet werden. Verfassungsmäßig soll der neue Etat zum 31. März durchbe⸗ raten und festgestellt sein; ob das möglich ist, wenn vorher noch Steuergesetze gemacht werden müssen, erscheint einiger maßen fraglich.

Herabsetzung des Portos für Soldatenpakete.

Dem Reichstag wird eine Resolution des Haushaltsausschusses unterbreitet, die den Reichskanzler ersucht, zu erwägen, ob nicht die Postbeförderungsgebühren für Soldatenpakete in die Operations⸗ und Etappengebiete bis zu 500 Gramm herabgesetzt, oder aber, bei Belassung der bisherigen Beförderungsgebühren, die Gewichts⸗ grenze für diese Pakete erhöht werden kaun.

Die Reichspostverwaltung hat diese Resolution im Ausschuß scharf bekämpft; der Reichstag wird ihr zweifellos zustimmen, auß einen praktischen Erfolg ist aber kaum zu rechnen.

Ii zarteibresse; Disziplinb a Die Parteipresse zum Disziplinbruch. Zu der Abstimmung über die Kriegskre⸗ dite teilt der Vorwärts noch mit:Die Zahl der Abgeord neten, die in der Sitzung der sozialdemokratischen Fraktion oder, weil sie am Erscheinen in der Fraktionssitzung verhin- dert waren, durch schriftliche Erklärung dem Fraktionsvor⸗ stande gegenüber gegen die Kriegskredite stimmten, beträgt