An der Dardanellenfront, bei Sedd⸗ül⸗Bahr, zeitweiliger Artillerie, Bomben⸗ und Lufttorpedokampf. Unfere Bat⸗ terien auf der auatolischen Küste der Meeceugen beschossen Arsolgreich Mortoliman und die Landungsstellen von Tekke⸗ Zurnu. Sie versenkten bei Mortolimau zwei kleine Boote, sola se bei Tekke⸗Burnu ein kleines Munitionsschiff und trusen ferner ein Lastboot. In einem einzigen vom Feinde gesäuber⸗ ken Abschnitte fanden wir Lebensmittel aller Art, die für die Verproviantierung eines ganzen Armeekorps für lange Zeit ausreichen, sowie 1 Million Sandsücke, ungefähr 1000 Zelte, 500 Wolldecken, 400 Tragbahren, 1000 Konservenkisten, 50 Benzinfässer, einen Mörser bei Aghincdere, sowie eine Mange in die Erde vergrabener Mörsergeschosse, ferner 300 Kilometer Telephondrähte und 180 Meter Stacheldraht. Wir kounten die Munition, Kleidungsgegenstände und sonstiges erbeutetes Material noch nicht zählen.
Schwierige Lage der Fugländer in Aegyrten.
Ueber die schwierige Lage der Engländer in Aegypten veröffentlicht die Köln. Volksztg. heute einen zweiten Artikel aus Kairo, in welchem ein Neutraler diesmal die Frage eines drohenden allgemeinen Aufstandes der mohammedanischen Aegypter behandelt und schreibt: Die Engländer erkennen ganz folgerichtig die große Gefahr, die ihnen von den mohammedanischen Aegyptern droht, wenn einmal der Kampf um das Pharaonenland begonnen hat und dieser Gefahr suchen sie jetzt vorzubeugen. Sie wollen die Zwangs⸗ rekrutierung für die Aegypter einführen und diese, wie die Inder, auf dem europäischen Kriegsschauplatz verbluten lassen. Wie hochgestellte Aegypter mitteilen, soll angeblich diese Verfügung im ägyptischen Ministerrat beschlossen wor⸗ den sein. Nach meiner genauen Kenntnis der ägyptischen Verhältnisse würden sich die Engländer, falls sie diese Zwangsrekrutierung verwirklichen sollten, außerordentlich verrechnen. Sie haben es mit der freiwilligen Rekrutierung versucht; es haben sich aber tatsächlich nur verhältnismäßig wenig nichtmohammedanische Aegypter gemeldet, aus denen einige Bataillone gebildet wurden. Der Neutrale bemerkt dann weiter: Von Tag zu Tag fühlen sich die Engländer immer unbehaglicher. Nach den Mitteilungen englischer
Militärs sind die Türken mit starken Kräften im Anmarsch nach dem Suezkanal und täglich spielen sich Scharmützel ab, während im Sudan und in Westägypten die vorgeschobenen Truppen mit den englandfeindlichen Stämmen sich herumzu— schlagen haben.
Von diesen scheinbar unbedeutenden Ereig—
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nissen dringt hier nichts in die weite Oeffentlichkeit. In der letzten Woche sind in Aegypten wieder große Truppen⸗ transporte von Engländer, Australiern und Indern einge⸗ troffen, deren Zahl ungefähr 70 000 Mann betragen dürfte.
Im ganzen dürften jetzt über 300 000 Mann im Lande weilen, davon über 200 000 Mann allein am Suezkanal. General von Emmich W. T. Hannover, 22. Dez. Nichtamtlich. Seine
Exzellenz, General der Infanterie von Emmich, kom⸗ mandierender General des 10. Armeekorps, ist hier heute morgen gegen 8 Uhr sanft entschlafen.(Der Verstorbene befehligte bekanntlich die deutschen Truppen, die Lüttich stürmten. D. N.)
„Rußky kaputt!“
Um es gleich zu sagen: wir wollen hier nicht von den Zügen gefangener Russen sprechen, die nach den Schilderungen der Kriegs⸗ berichterstatter in freudigen Gruppen vor den deutschen Soldaten herumtanzen und mit dem Rufe„Rußki kaputt!“ ihrer Zufrieden⸗ heit darüber Ausdruck geben, daß für sie der Krieg zu Ende ist und sie die Unbilden des Schützengrabens mit dem geruhigen Leben in
deutschen Gefangenenlagern vertauschen.
Wir sprechen davon, daß der Oberbefehlshaber der russischen Nordwestfront, General Rußky„kaputt“ ist. Der Zar
hat ihn mit dem üblichen Höflichkeiten seines hohen Kommandos enthoben und nach dem Großfürsten Nicolai fällt nun auch der⸗ jenige russische Heerführer in die Versenkung, von dem allgemein angenommen wird, daß er sowohl einer der fähigsten Generale des Zaren ist, wie daß er der Widerpart des Großfürsten in vielen Dingen gewesen sei. Nach den aus Schweden kommenden Blätter⸗ meldungen wird die Absägung Rußkys ziemlich unwidersprochen auf Differenzen mit dem obersten Kriegsrat des Vierverbandes, aber auch auf Meinungsverschiedenheiten innerpolitischer Natur zurückgeführt. Rußky soll nicht zu der Partei gehört haben, die den Krieg bis zur Erschöpfung der Zentralmächte, d. h. also auf unab⸗ sehbare Zeit fortsetzen will. Zur Frage der innerpolitischen Differenzen aber erhält der Berliner Lokalanzeiger aus Stock⸗ holm eine sehr interessante Information. Hiernach wären Rußky und der Ministerpräsident Goremykin beim Zaren gewesen, der mit ihnen über die bedrohliche Stimmung in der Hauptstadt beriet. Auf die Frage des Goremykin, ob Rußky bei einem Aufstand schießen lassen würde, soll der General mit Nein geantwortet haben, und als er nach dem Grunde gefragt wurde, soll er erwidert haben, daß die Soldaten nicht schießen würden. Dies habe die Reaktion, an deren Spitze ja der alte Goremykin steht, zu Verdächtigungen Rußkys ausgenutzt, die seinen Sturz herbeiführten.
Wir können natürlich nicht wissen, ob diese Erzählung mehr ist als eine nette Geschichte. Es würde ja gewiß sehr für den General sprechen, wenn er nicht geneigt wäre, die Flinten gegen das eigene Volk losgehen zu lassen, und es würde ihn ehren, wenn er eine vom zarischen Standpunkt so bedenkliche Stimmung der Soldaten offen ausgesprochen hätte. Sei dem aber wie immer, daß nach der Weg⸗Beförderung Joffres und Frenchs und nach dem Ab⸗ zug von der Supla-Bai nun auch einer der hervorragendsten Heerführer Rußlands abgeschoben wird, beweist mindestens 5 Vorhandensein sehr starker innerer Schwierigkeiten im Vierver⸗ bande, aus denen wir nur zu gern die Hoffnung schöpfen möchten, daß sie uns dem Ende des Weltkrieges näher brächte.
Die frauzösische Siegesanleihe.
Die Fr. Ztg. erfährt von gut unterrichteter finanzieller sollen diefes Mißtrauen beseitigen. So auch eine Ab⸗ 14 Milliarden auf die französische Siegesanleihe nur vier Milliarden bar gezeichnet wurden. Der Rest besteht aus Konvertierungen.
Aus der englischen Kriegsindustrie.
In Frankreich wächst das Mißtrauen gegen England, daß sich allzusehr zu schonen trachte. Besondere Vortrags- reisen englischer Sozialisten und zahllose Artikel in der Presse Presse sollen dieses Mißtrauen beseitigen. So auch eine Ab⸗ handlung des Professors Levy-Bruhl in der bekannten Mili⸗ tärzeitschrift Bulletin des Armées. Danach sind die von England gemachten Anstrengungen ganz ungeheuerliche. Die Stadt Sheffield z. B. hat sich rasch zum größten Waffenplatz
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der Welt ausgebaut. Die Munitionsfabrikation beschäftigt allein 125000, die Kanonenwerkstelle 9000 Mann. Am 6. September waren 650 000 Männer und 50 000 Frauen in 715 von der Regierung kontrollierten Waffen⸗ und Muni⸗ tionsfabriken tätig. Die Zahl der letzteren ist inzwischen auf 1600 gestiegen.
Parteinachrichten. Eduard Vaillant f.
Wir haben vorgestern berichtet, daß Eduard Vaillant, der älteste französische Sozialistenführer, aus dem Leben geschieden ist. Er muß plötzlich oder nach nur kurzer Krankheit gestorben sein, denn noch vor zwei Wochen sprach er im Aktionskemitee— in der Sitz⸗ ung des Ausschusses der politischen und syndikalistischen Arbeiter⸗ bewegung Frankreichs— über Abhilfsmaßregeln gegen die Teuerung und über die Organisation der Lebensmittelzufuhr.
Vaillant wurde im Fahre 1839 geboren. Seine Eltern waren wohlhabend und sandten den aufgeweckten Knaben aufs Gymna⸗ sium. Nach Beendigung der Mittelschule studierte er Medizin und besuchte die Universität Heidelberg, wo er mit dem deutschen natur⸗ wissenschaftlichen Materialismus des Feuerbach, Moleschott und des Popularisators Büchner bekannt wurde. Gleichzeitig geriet er unter den Einfluß der Lehren Proudhons und Blanquis, die in den baer Jahren, in ber französischen Sektion der Internationale, ihre letzten Triumphe feierten. Bei alledem blieb er durch und durch Franzose, und als Frankreich im Jahre 1870/71 geschlagen wurde, flammte auch bei ihm der nationalpatrigtische Geist auf und er schloß sich dem Kommunkaufstand an, dessen Ursachen viel weniger auf sozialwirtschaftliche als auf militärisch⸗patriotischem Gebiete zu sinden waren. Nach der Niederwerfung der Kommune flüchtete er nach England, wo er auch mit dem Marxismus bekannt wurde und nach und nach von der insurektionellen Taktik Blanquis abrückte. Nach der Amnestierung der Kommuneflüchtlinge kehrte er nach Paris zurück und arbeitete an der Wiederherstellung der sozialisti⸗ schen Bewegung, jedoch hat er nie die führende Rolle eines Guesde oder Jaurés gespielt. Das eigentliche Haupt der sozialistischen Gruppe, zu der Vaillant gehörte, war Allemane. Von 1901 bis etwa 1905 wirkte er mit den Guesdisten zusammen, dann als Mit⸗ glied der geeinigten sozialistischen Partei mehr und mehr in Sympathie mit Jaurès als mit Guesde, insbesondere in der Stellungnahme zum französischen Syndikalismus.
Seit dem Jahre 1906, als die erste Marokkokrise die Möglich⸗ keit eines deutsch⸗französischen Krieges in die Nähe rückte, schloß sich Vaillant noch enger an Jaurss an und auf dem Stuttgarter Kongresse sprachen beide für den Generalstreik als letztes Mittel zur Verhinderung des Krieges. Auf dem Kopenhagener Kongreß 4910 war Vaillant schon ein entschiedener Anhänger des General⸗ streiks, als des wirksamsten Mittels gegen den Krieg und arbeitete mit Keir Hardie in der Kommission zusammen, die Generalstreiks⸗ resolution dem Kongresse zu empfehlen. Wie die meisten französi⸗ schen Sozialisten identifizierte auch Vaillant die Interessen des Sozialismus mit denen Frankreichs. Als der Krieg ausbrach, flammte bei ihm der patriotisch⸗sozialistische Eiser mächtig auf und unterdrückte jedes objektive Urteil über die deutsche Sozialdemo⸗ kratie. Die Invasion Frankreichs erschien ihm als die brutale Ver⸗ letzung aller Gerechtigkeit und aller sozialistischer Solidarität. Er rief die ganze Welt auf, gegen Deutschland zu ziehen und die Meuchelmörder der Freiheit und Brüderlichkeit zu strafen.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. N. Die Marttpreise für Vieth und Frucht. und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 20. Dezember 1915
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Fleischpreise in Gießen
Schsen 50 xx Schlachtgewicht 128— 140 ME[, kg 120—124 Pfa. Lälber ½„„ 119—150 Pf ½„ 120124 Schweine ½„ 8 78—129„ ½„ 150—000
Getreidepreise in Mannheim.
Weizen 100 kg 27.00 Mk Höchstpreis Roggen„„ 23.00„ Höchstpreis] Schwarzbrot 2„ 68„
Verstorbene. Frau Margarethe Bender Wwe. geb. Kraft in Gießen.— Frau Kathawing Kümmel geb. Bierau in Gießen, 80 Jahre alt.— Andreas Becker II., Kaufmann und Beigeordneter in Londorf, 70 Jahre alt.
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