Ausgabe 
17.12.1915
 
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1 1 2 gegen Deutschland in einer unfreundlichen Presse gemachten Anklagen in allen ihren Einzelheiten zu entkräften. Wir wallen die Aufrechterhaltung der freundschaftlichen Bezie⸗ hungen mit den Vereinigten Staaten und ihrer Bevölkerung. Die Kriegsfamilienunterstützung in Mecklenburg f

sst derart, daß der sozialdemokratische Bezirksvorstand sich ge⸗ nötigt gesehen hat, in einer Eingabe an den Reichskanzler diesen um ein Einschreiten anzugehen.

Bekanntlich hat der Reichskanzler nach Vereinbarung mit den Bundesregierungen angeordnet, daß den Lieferungs⸗ verbänden eine wohlwollende Prüfung der Bedürftigkeit zur

aufnehmen könne.

Zwei Millionen türkische Soldaten!

Die Türkei wird laut einer Meldung des Berliner Lokal⸗ anzeigers in kürzester Zeit über eine Streitmacht von zwei Millionen Maun verfügen. Wie der Spezialberichterstatter des Temps mitteilt, wird die eigentliche Tätigkeit der türki⸗ schen Armee erst jetzt in voller Kraft einsetzen.

Valona, italienische Operationsbasis. T. U. Athen, 16. Dez. Italien trifft alle Vorbereitungen, um

Pflicht gemacht wird, und daß jede Engherzigkeit zu ver⸗ meiden ist. schöpfe sich nicht in der Gewährung des Mindestsatzes, die nur die untere Grenze darstellen. Für Mecklenburg besteht diese Anordnung aber nur auf dem Papier! Bis Ende September haben in den zwölf Be zirken, in die Mecklenburg hierfür eingeteilt ist, die über die Mindestsätze hinausgezahlten Unterstützungen zusammen (also in 13 Monaten) 92 000 Mark betragen, das sind ganze 1,2 Prozent der Mindestsätze. Im September sind infolge der Bemühungen etlicher Stadtverwaltungen, namentlich der von Rostock, die Unterstützungsbeträge ein klein wenig er⸗

höht worden, aber sie sind noch immer völlig unzureichend. Es find in allen zwölf Bezirken im September über die Mindestsätze hinaus 132 000 Mk.= 14,7 Prozent der Mindest⸗ sätze gezahlt worden. Städte wie Güstrow und Parchim be⸗ willigten nur 0,1 respektive 0,04 Prozent über die Mindest⸗ sätze hinaus. In Mecklenburg ⸗Strelitz ist bis April d. J. überhaupt kein Pfennig über die Mindestsätze hinaus gegeben worden. So werden in Mecklenburg die Frauen der Män⸗ ner abgefunden, die draußen auf den Schlachtfeldern stünd⸗ lich ihr Leben einsetzen.

Sehr bemerkenswert ist noch, daß die mecklenburgische Regierung in einer Denkschrift an den Ständetag(Landtag) hindweist auf das Bestreben,die Landesmittel zu schonen! Die Regierung versichert dem Ständetag dann noch weiter ausdrücklich, es seiendie Kommissionen keinesfalls in den Fehler verfallen, der nach den sehr weitherzigen Anweisungen des Reichskanzlers zweifellos leicht begangen werden können, in den Bewilligungen der Unterstützungen über das gebotene

Maß hinwegzugehen. In Bezug auf die seit September d. J. entstandene Notwendigkeit, die Unterstützungen zu erhöhen heißt es:Nur mit innerem Widerstreben haben die Kom⸗ missionen sich diesem Gebote gefügt. Man beachte: Der Reichskanzler verbietet die Engherzigkeit. Die Kommissionen in Mecklenburg aber fügen sich nur mit innerem Widerstreben. Der Reichskanzler hat also wahrlich alle Ursache, einmal kräftig dazwischen zu fahren. Belagerung Salonikis.

Jn Paris rechnet man, der National Tidende zufolge, auf eine baldige Belagerung von Saloniki. Die Befestigung

der Stadt wird fieberhaft verstärkt. Den Kern der Ver⸗

teldigungsstellung bilden die Höhen nördlich der Stadt. Berwendung von Dum⸗Dum Geschossen durch die Franzosen.

Die Naorbdd. Allg. 31g. schreibt: Die bulgarische Regierung hat lu einer Note vom 24. v. M. bei der deutschen Regierung zur Sprache gebracht, daß die französischen Truppen in den letzten Lämpfen bei Krivolak und Kara⸗Su gegen die bulgarische Armer 5 ausschließlichen Gebrauch von Dum⸗Dum⸗Geschossen gemacht haben.

Die bulgarische Regierung erhebt gegen diese barbarische und oölkerrechtswidrige Kampfesweise der französischen Truppen in Mazedonien erneut Protest und droht an, sie werde Repressalien ergreffen, falls die Verwendung von Dum⸗Dum⸗Geschossen fort⸗ Zesetzt werden soll.

Im Schwarzen Meer keine ru sische Flotte mehr? Nach dem Pester Lloyd erzählen in Baltschik eingetroffene eisende, daß die türkisch⸗bulgarische Flotte das Schwarze

Di fli Lief gaverbände er⸗ 5 9 Die Verpflichtung der Lieferungsverbände er Lebensmitteltransporte für die

Truppen ein.

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und zur Wahrnehmung ihrer Geschäfte komman

in Valona eine Operationsbasis zu errichten. Täglich treffen große Mengen Munition und Kriegsmaterialtransporte sowie große

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Die rutsi che Duma. Kopenhagen, 16. Dez. Die russische Duma ist jetzt durch

kaiserliches Manifest auf den 28. Januar einberufen worden. In liberalen Kreisen wird jedoch neuerlich mit einem Auf-

schub gerechnet. Privatnachrichten aus Petersburg be⸗ stätigen die in Finnland umlaufenden Gerüchte von Peters⸗ burger Unruhen, die mit der Dumavertagung in Zusammen⸗ hang zu bringen seien. Nach privaten Nachrichten sind in den letzten Tagen viele Verhaftungen und Deportationen vorgenommen worden. 1

Ein neuer englischer Feldherr in Frankreich. W. B. London, 16. Dez. Nichtamtlich. Feldmarschall French wurde auf eigenes Ersuchen seines Postens enthoben und zum kommandierenden Feldmarschall der Truppen des Vereinigten Königreiches ernannt. Der König verlieh ihm die Würde Viscount. Zu seinem Nachfolger wurde als Be⸗ fehlshaber in Frankreich und Flandern der Lord Douglas⸗ Haig ernannt. b

Lebensmitte versorgung und Kriegs⸗ be oldungsorduung.

(Aus der Reichshaushaltskommission.) Bei der in der Mittwoch⸗Sitzung vorgenommenen Ab⸗

grenze für den Bezug der Altersrente auf 65 Jahre ein⸗ st immig angenommen.

der Lebensmittelversorgung gestellt waren. wurden angenommen. träge, die sich auf die Erhöhung der. gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Regierung lediglich als Material überwiesen.

Die Verhandlungen über die elsaß⸗lothringische Frage waren streng vertraulich.

Im weiteren Verlauf der Sitzung wurde eine Resolution ange⸗ nommen, die die Errichtung einer Zentrale für Lebens⸗ mittelversorgung im Reichsamt des Innern fordert. Diese Zentralstelle erhält das Recht, Lebensmittel zu beschlagnahmen. Der Zentralstelle wird ein aus Reichstagsabgeordneten bestehender Beirat von 15 Mitgliedern beigegeben. Der Staatssekretär des Innern hatte, nachdem die Resolution durch Abg. Hoch(Soz.) kurz begründet worden war, seine Zustimmung ausgesprochen.

Die Kommission wandte sich dann der Beratung des sozial⸗ demokratischen Antrags zu, dem Reichstag die Kriegsbesold⸗ ungsordnung zur Beschlußfassung vorzulegen. Abg. Stücklen(Soz.) begründete den Antrag mit dem Hinweis darauf, daß die Anwendung der K. B. O. ein Verstoß gegen die Verfassung bedeute. Dieser Meinung habe der Reichstag mit großer Mehrheit in seiner letzten Tagung Ausdruck verliehen. Di Gehälter der Beamten habe man jetzt wesentlich gekürzt. Daß da⸗ bei Ungerechtigkeiten mit unterlaufen sind, ist nicht zu bestreiten, dürfe auch kaum ganz zu vermeiden sein. Der entsetzliche Krieg, der über die Menschheit gekommen ist, dürfe nicht dem Gelderwerb dienen. Das gelte für alle, ob sie in der Heimat sind oder im Felde stehen, und es wäre vielleicht richtig gewesen, wenn die Re⸗ gierung die Beamten, die sich freiwillig gemeldet hatten, beim Aufruf des Landsturms einfach als Land

Die meisten Anträge

Meer von der russischen Flotte gesäubert habe, sodaß die! waren sie noch immer besser daran, als ihre gleichaltr türkische Schiffahrt heute ungestört ihre Tätigkeit wieder

Albanien befindlichen serbischen Die vor Monaten in Angriff genommenen Eisen⸗ bahnarbeiten werden eifrig fortgesetzt.

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ten, die im Schützengraben liegen oder als Schipper tätig Reich aber wären viele Millionen erspart worben. Redner der Hand einer Anzahl Beispiele, wie sich die Besoldung amten jetzt gestaltet. Grundsätzlich müßte man daran fest daß jeder Beamte nur für ein Amt bezahlt wird, daß wirklich bekleidet, nicht aber auch noch Gehalt erhält für ein das er gar nicht versehen kann. Die Gemeinden müssen 1 fn leiden, daß sie Gehälter an Beamte bezahlen müssen sich freiwillig zum Kriegsdienst meldeten und dann als Mili beamte angestellt wurden. Es wäre am Platze, die Zulagen Daheimgebliebenen völlig zu streichen, wenn nicht wirklich Arbeit geleistet wird. Man dürfe aber bei den Beamten stehen bleiben, sondern müßte auch übergreifen zu den Offi und ihnen neben ihrem Friedensgehalt eine Kriegszulage a die in derselben Höhe bemessen sein müßte, wie die Zulage, die di Beamten bekommen. Im Krieg erfüllen die Offiziere eig nur ihre Pflicht; sie dafür extra zu entschädigen, ist nicht verei it der allgemeinen Pflicht, das Vaterland zu verteidigen. R stellt eine Berechnung auf, aus der sich ergibt, wie die Offizie gehälter sich in Zukunft gestalten werden. Es sei sehr interess. daß der Generalgouverneur von Belgien, v. Bissing, den gemacht hat, die Abzüge, die den Beamten gemacht wurden, d Genußmittelzuschüsse auszugleichen in Höhe von 30300 monatlich. Diese Absich allerdings sofort durchkreuzt work Wenn der Schatzsekretär wirklich eine umfassende Sparsamkeit falten wolle, dann findet er auf diesem Gebiet ein reiches Arb feld. Redner schließt mit der Forderung an die Regierung, im Sinne der sozialdemokratischen Anträge tätig zu sein. A Gröber(Ztr) teilt die Auffassung, daß die K. B. O. Reichstag vorgelegt werden müsse. Ein solcher Beschkuß liege reits vor, weshalb der Antrag eigentlich überflüssig sei. Red erkundigte sich auch, was im Fall Saarbrücken geschehen sei, zwei Armeekorps zu unrecht für mobil erklärt wurden, wod die Offiziere und Mannschaften die Kriegslöhnung erhalten ha Abg. Nehbel(kons.) erklärt, die Offiziere dürften in Bezügen nicht gekürzt werden und die K. B. O. entspringe Kommandogewalt des Kaisers. T Abg. Liesching(Fort Blkspt.) erklärt, die K. B. O. müsse eigentlich beseitigt we Ersparnisse seien dringend nötig in einer Zeit, in der das Volk sich einschränken muß. Kriegsminister v. Wandel sichert zunächst, daß man in den oberen Kreisen sich trotz hoher E künfte sehr einschränke. Der Reichstag habe sich mit der Regierm dahin geeinigt, daß die K. B. O. reformiert werden solle. gesetzliche Regelung sei nur für die Zukunft gefordert w den, während des Krieges sei sie auch absolut nicht möglich. Es auch zu beachten, daß die Familien der Offiziere keine U stützung bekommen, und wenn die Offiziere höhere Einnah haben, dann steigen damit auch die Steuern. Ein Kommiss des Kriegsministers bespricht dann eingehend die änderungen der K. B. O. Abg. Werner(Antisemit) beklagt die Härten, die die Neuordnung mit sich gebracht habe. Abg.

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stimmung wurde der Antrag auf Hexrabsetzung der Alter s⸗ klirgen wirre.

Sodann wurde über etwa 30 Anträge abgestimmt, die noch zu

2 1 Auf Antrag des Zentrums wurden die An⸗

Soldatenlöhnung beziehen,

(großartigen Leistungen in eine ganz untergeordnete Stellung

weisen lassen mlißten.

0 entstehen, wenn die Herren sich längere Zeit in der Etappe g

eine Aufwandsentschädigung im Krieg gewährt wird.

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sturmpflichtige betrachtet tärischer Natur verhandelt. diert hätte. Dabei

Kreth(kons.) befürchtet, daß es im Auslande als ein Zeichen Schwäche angesehen werde, wenn man die Gehälter der Offiz

Abg. Stücklen(Soz.) erwidert dem Kriegsminister, daß Reichstag nicht die Neuregelung der K. B. O. in die Zukunft h verschieben wollen, sondern fast alle Parteien seien sich dahin e gewesen, daß die Vorlage dem Reichstage so rasch als möglich gehen müsse. Es sei doch sicher nicht anzunehmen, daß die Offi weniger freudig ihre Schuldigkeit tun würden, wenn sie in di

schweren Zeit wenfger Gehalt bekämen. Um eine besond Kategorie herauszuheben, die in der Besoldungsordnung sehr zu geblieben fei, müßten die Zahnärzte erwähnt werden, die trotz ih

schoben worden sind. Es sei einfach unbegreiflich, daß akademssch gebildete Leute sich von Sanitätsgefreiten in der Anatomie e Daß die Offiziere im Felde höhere Aus gabe baben, trifft nicht immer zu: denn im Schlitzengraben werde ihne sogar die Verpflegung geliefert. Höhere Ausgaben mögen dar

nter

halten. Ganz energisch müsse aber die Auffassung zurückgewie 2 7 85 daß die K. B. O. unter die Kommandogewalt des Kaise falle. 1 Abg. Erzberger(3tr.) vertritt die gleiche Auffassung un wünscht, daß sobald als möglich eine gesetzliche Regelung itt Abg. Gothein tritt ebenfalls dafür ein, daß den Offizie

Zulagen in der Heimat seien jedenfalls nicht am Platze. Auch dieser Redner tritt für die Wünsche der Zahnärzte ein.

An der weiteren Debatte beteiligten sich noch der e minister, Abg. Stücklen und Abg. Haas, der insbesondere die Verhältnisse der Offizierstellvertreter einging.

Nach kurzer Auseinandersetzung zwischen dem Schatzse Helfferich und Abg. Stücklen wurde die Verhandlung a Donnerstag vertagt. Am Donnerstag werden die Anträge n

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Barfüßele. 5

Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach.

Nein, das tu' ich nicht mehr, daß ich dich aussauge; du mußt dir's auch sauer verdienen.

Es gelang Barfüßele, ihren Bruder zu trösten und ihn so weit zu bringen, daß er mit ihr heimging; aber kaum waren sie hundert Schritt gegangen, als etwas hinter ihnen dreintrabte. Der Gaul hatte sich losgerissen und war Dami gefolgt, und dieser mußte das Tier, das er so sehr liebte, mit Steinwürfen zurückjagen.

Dami schämte sich seines Unglücks und ließ sich fast vor kleinem Menschen sehen, denn es ist die Eigenheit schwacher Naturen, daß sie ihre Kraft nicht im Selbstgefühle empfinden, sondern gern durch äußerlich Erobertes zeigen, was sie eigent lich vermögen; Mißgeschick sehen sie als Zeichen ihrer Schwäche an, und wenn sie solches nicht verbergen können, verstecken sie sich selber.

Nur an den ersten Häusern des Dorfes hielt sich Dami auf. Die schwarze Marann schenkte ihm den Rock ihres er schossenen Mannes. Dami hatte einen unüberwindlichen Ab scheu davor, ihn anzuziehen, aber Barfüßele, die ehedem den Rock ihres Vaters als ein Heiligtum betrachtet und gepriesen hatte, fand jetzt ebensoviel Gründe, zu beweisen, daß ein Rock doch eigentlich nichts sei, daß gar nichts darauf ankäme, wer ihn einstmals auf dem Leibe gehabt.

Der Kohlenmathes, der nicht weit von der schwarzen Marann wohnte, nahm Dami mit als Gehilfen beim Holz⸗ schlagen und Kohlenbrennen. Dami war das abgeschiedene Leben am willkommensten, er wollte nur noch ausharren, bis er Soldat werden mußte, und dann wollte er als Einsteher eintreten und auf Lebenszeit Soldat bleiben; beim Soldaten leben ist doch Gerechtigkeit und Ordnung, und da hat nie⸗ mand Geschwister und niemand ein eigen Haus, und man ist in Kleidung und Speise und Trank versorgt, und wenn's Krieg gibt: ein frischer Soldatentod ist doch das Beste.

Das war es, was Dami am Sonntag im Moosbrunnen

dem Bruder Schmalz und Mehl und Rauchtabak brachte und ihn oft belehren wollte, wie er außer der gewöhnlichen Speise der Waldköhler, die aus schmalzgebähtem Brot besteht, auch die Knödel, die er sich selbst bereitete, schmackhafter machen könne; aber Dami wollte das nicht, gerade so wie sie aus⸗ kamen, war es ihm recht; er würgte gern Schlechtes hinab, obgleich er hätte Besseres essen können, und überhaupt gefiel er sich in Selbstverwahrlosung, bis er einst zum Soldaten herausgeputzt würde. 1

Barfüßele kämpfte gegen dieses ewige Hinausschauen auf eine kommende Zeit und das Verlorengehenlassen der Gegenwart, sie wollte den Dami, der sich in Schlaffheit wohl⸗ gefiel und sich dabei selbst bemitleidete, immer aufrichten; aber diesem schien in dem inneren Zerfallen fast wohl zu sein. Er konnte sich eben dabei recht bemitleiden und bedurfte keiner Kraftanstrengung. Nur mit Mühe brachte es Bar⸗ füßele dahin, daß sich Dami aus seinem Verdienste wenig⸗ stens eine eigene Axt erwarb, und zwar die des Vaters, die der Kohlenmathes bei der Versteigerung gekauft hatte.

Mit tiefer Verzweiflung kehrte Barfüßele oft aus dem Walde zurück, aber sie hielt nicht lange an; die innere Zu⸗ versicht und der frohe Mut, der in ihr lebte, drängte sich unwillkürlich als heller Gesang auf ihre Lippen, und wer es nicht wußte, hatte nie gemerkt, daß Barfüßele je einen Kum⸗ mer gehabt oder je einen habe.

Die Freudigkeit, die aus der unbewußten Empfindung floß, daß sie straff und unverdrossen ihre Pflicht tat und Lohltätigkeit übte an der schwarzen Marann und an Dami, prägte ihrem Antlitz eine unvertilgbare Heiterkeit auf. Im ganzen Hause konnte niemand so gut lachen als das Bar⸗ füßele, und der alte Rodelbauer sagte: ihr Lachen töne just wie Wachtelschlag, und weil sie ihm allzeit dienstfertig und ehrerbietig war, gab er ihr zu berstehen, daß er sie einstmals in sein Testament f Barfüßele kümmerte sich nicht darum und baute nicht viel darauf, sie erwartete nur den Lohn, den sie mit Recht und Sicherheit ansprechen konnte, und was sie tat, tat sie aus einem inneren Wohwollen ohne auf Entgelt zu warten.

de * ebe.

walde aussprach, wenn Barfüßele hinabkam zum Meiler,

stattlicher als je; der Winter kam herbei und die Losung Rekruten. Noch nie war mehr Betrübnis über ein glücklic Los entstanden, als da Dami sich freispielte. Er war ve zweifelt und Barfüßele fast mit ihm, denn auch ihr war. 4 Soldatenwesen als treffliches Mittel erschienen, um das lässige Wesen Damis aufzurichten; dennoch sagte sie ihm jetzt: Nimm das als Fingerzeig, du sollst jetzt für dich selb als Mann einstehen. Aber du tust noch immer wie ein klein Kind, das nicht allein essen kann und dem man zu essen geb muß. g Du wirfst mir vor, daß ich dich ausfresse? Nein, das mein' ich nicht. Sei nicht immer so lei mütig, steh' nicht immer da: Wer will mir was tun? Gut oder Böses? Schlag' selber um dich! a Und das will ich auch, und ich hole weit aus! schloß Dami. Er gab lange nicht kund, was er eigentlich vorh aber er ging seltsam aufrecht durch das Dorf und sprach mit jedem frei, er arbeitete fleißig im Walde bei den Holz. schlägern, er hatte die Axt des Vaters und mit ihr fast die Kraft dessen, der sie ehedem so rüstig gehandhabt. Als ihm Barfüßele einmal im ersten Frühling bei de Heimkehr vom Moosbrunnenwalde begegnete, sagte er, l Art von der Schulter nehmend:Was meinst, wo die hi geht? Ins Holz! antwortete Barfüßele. allein, man muß sie hacken. 9 Hast recht, aber sie geht zu ihrem Bruder, und der ein hackt hüben und der andere drüben, und da krachen d Bäume wie geladene Kanonen, und du hörst nichts davon, oder wenn du willst, ja, aber keiner im Orte. f Ich verstehe dich vom Simri kein Mäßle, antwortete Barfüßele.Ich bin zu alt zum Rätselaufgeben. Red f deutlich. 0 8 Ja, ich gehe zum Ohm nach Amerika. 1 So? Gleich heut? scherzte Barfüßele.Weißt, wie des Maurers Martin einmal seiner Mutter zum Fenster hinau gerufen hat: Mutter, wirf mir ein frisches Sacktuch raus, ich will nach Amerika spazieren? Die so leicht fliegen wolle

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Aber sie geht nich

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Das Haus des Scheckennarren war wieder aufgebaut,

sind alle noch da(Fortsetzung fo

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