Ausgabe 
17.12.1915
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volles Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 296

Gießen, Freitag, den 17. Dezember 1915

10. Jahrgang

Ein offenherziger Junker.

lichen 16 Kriegsmonate müssen Herrn v. Bonin schon schaffen gemacht haben, denn es ist eine Flut von Gift, die er

verständlich, denn in jenen Kreisen will man nichts

Die Konservativen empfinden die Beschränkunge 5 friedens anscheinend viel härter als andere l 5 al.

a 5 m 85 Gemein⸗ geist wissen. Man ist an die rücksichtsloseste Bert 15 eigenen Interessen gewöhnt. Es nimmt deshalb 0 u wenn ein rabiater Junker jetzt die burgfriedlichen Schranken rücksichtslos zu Boden tritt und in die Welt hinausschreit, was sein Herz bedrückt. Der Reichstagsabgeordnete für den pommerschen Kreis Neustettin, der Landrat a. D. v. Bon in, hat ein Flu 9 blatt an seine Wähler ergehen lassen. Er benutzt diese demokratische Form der Meinungsübermittelung nur, wie er sagt weildie konservative Presse durch die Zensur mundtot gemacht sei. Ungehindert von der Zensur kann er in dem Flugblatt auch um

so offener seine Meinung aussprechen, die sicher die Meinung vieler

Konservativen ist, nur daß die anderen sich mehr

rvativ. r zu beherr und die Zeit abzuwarten verstehen, bis der Burgfriede 1 5 10 wieder zum feierlichen Kampfe antreten können. Die burgfried⸗

schwer zu

gegen Regierung, Juden, Demokraten und Sozial⸗

N 1

demokraten schleudert und die sich in dieser Zeit in

gesammelt hatte. 9

Wir zitieren nach dem Berl. Tageblatt folgende

Stellen aus dem junkerlichen Kampfrufe:

Wenn man die Politik unserer Reichsregierung seit Jahr⸗ zehnten verfolgt hat und ungefähr weiß, welche Anschauungen und Einflüsse in den maßgebenden Kreisen herrschen, so kann man leider kaum im Zweifel darüber sein, daß die Neu⸗ orientierung in der Richtung einer noch größeren Demo⸗ kratisierung und Verjudung unserer öffentlichen Zu⸗ stände geplant ist.

Da ist zunächst die unterschiedliche Behandlung der Tages⸗ presse; während die konservativen Zeitungen mundtot ge⸗ macht sind, hetzen der Vorwärts und andere Juden⸗ blätter ziemlich ungeniert gegen uns Konservative und die Landwirtschaft weiter.... Der erste Fehler, der gemacht wurde, bestand meines Erachtens darin, daß für das Rohprodukt(Brot⸗ korn) ein Höchstpreis festgesetzt wunde, anstatt für das Fertigprodukt(Brot), an dessen Preis doch die Verbraucher allein ein Interesse haben. Die Folge davon ist, daß das Brot in den Großstädten und Industriezentren fast doppelt so teuer ist, als es nach den Kornpreisen sein dürfte, und daß die Groß⸗ mühlen durch die Fürsorge der K. G. Millionen über Millionen verdienen. Und dafür werden die konservativen Land⸗ wirte des Brotwuchers und anderer Scheußlichkeiten be⸗ schuldigt! Ich fürchte, der Bundesrat wird an seiner gegen⸗ wärtigen Kartoffelpolitik auch wenig Freude erleben es ist nicht so leicht, den Zukunftsstaat einzuführen! Als letztes, aber nicht unwichtiastes, möchte ich in diesem Zusammen⸗ hange hinweisen auf die Haltung der demokratischen Presse und Abgeordneten, die auch ein gutes Teil Schuld an der Teuerung trifft. Es wiederholt sich hier genau derselben Vorgang wie bei der Reichsfinanzreform. Wie haben damals für gewisse Waren wie Streichhölzer, Zigarren u. a. m. Preissteigerungen erlebt, die in den geringfügigen Steuerbelastungen gar keine Rechtfertigung finden konnten, vielmehr nur eine Folge des verlogenen

Gezeters im Reichstage und in der liberalen Presse waren. Wenn der Inhaber irgend einer Ware täglich in der

Zeitung liest, daß die Ware knapp und teuer ist und noch teurer

werden wird, so läßt er sich das nicht zweimal gesagt sein.

Im übrigen werden aber auch die Herren Asphaltpolitfker sich

noch mehr mit dem Gedanken vertraut machen müssen, daß Krieg

55 und daß sie ihr gewohntes Leben nicht gemächlich weiterführen nnen.

Die Sozialdemokraten sind regierungsfähig geworden und ziehen ungehindert in alle möglichen Behörden usw. ein. In der letzten kurzen Tagung des Reichstags hatte die Re⸗ gierung nichts eiligeres zu tun, als eine Abänderung des Vereins⸗ gesetzes durchzudrücken, die den sozialdemokratischen Gewerkschaften schrankenlose Freiheit gewährt.

Wohin soll das alles führen?! Soll nach dem Kriege der Zukunftsstaat mit füdischer Spitze aufgerichtet werden? Es wird sehr großer Anstrengungen von unserer Seite bedürfen, um eine solche Entwicklung zu verhindern, und in ge⸗ sundere Bahnen zurückzuleiten, was schon versehlt ist. Den damit verbundenen schweren Kämpfen werden wir nicht aus dem Wege gehen dürfen. g 5 8

Ich habe den Eindruck, daß die Reichsregierung sich durch die gegenwärtige Haltung der Sozialdemokratie und des Judentums(äufschen läßt. Sie schein diefen Mächten er als ein Verdienst anzurechnen und als einen Beweis von Gesinnungs⸗ änderung zu betrachten, daß sie die Milliarden bewilligt haben und im Kriege anscheinend ihre Schuldigkeit tun. Das ist aber doch so selbstverständlich und liegt so sehr in ihrem eigensten Interesse, daß ich darin kein Verdienst erblicken kann. 5 Die 1 demokratischen Führer wissen doch ganz genau, daß ihnen die Wähler zu Hunderttausenden weglaufen würden, wenn sie 175 eine andere Haltung einnehmen wollten. Die wirklichen 555 schauungen der Sozialdemokratie kommen zum 1 der unveränderten Hetze des Vorwärts und anderer: sozial emo⸗ kratischer Blätter, und in der Tatsache, daß e schen Abgeordneten im Reichstage nach wie vor in das ü bli 92 Hoch auf Seine Majestät den Kaiser 1 stimmen nicht einmal der Offizierstellvertreter ee en in Uniform! Wenn die Herren sich nicht einmal zu 1 1 0 rein äußerlichen Huldigung entschließen können, so 1 5 5 e innerliche Stellung zur Monarchie und zu der Person 1175 1 15 deutlich erkennen. Wer die heutige Haltung der eee ie für etwas anderes hält, als ein Produkt aus Angst und Heuchelei, den beneide ich um seinen Optimismus. 10 f

Ich bin eit der Ansicht, daß die Neuorie 1 15 1 8 unserer Politik in der entgegengesett en, Mund 1 1 zu suchen ist. Vor allem in einer viel eee n quenter durchgeführten Betätigung nationaler e wozu der durch den Krieg herbei eführte nationale Aufschwung nicht nur eine wohl nie wiederkehrende lassung bietet, sondern der Regierung geradezu auferlegt. Hiermit haben eben die Sosa

die Pflicht dazu ldemokratie

Gelegenheit und Veran⸗

und die Judenschaft nichts zu tun. Wenn unser Volks⸗ bedeutend zu dämpfen.

leben innerlich gesunden soll, unser Volk aus diesem Kriege nicht bloß einen Gewinn an Land und Leuten heim⸗ bringen, sondern auch eine religiöse und sittliche Erneuerung der Volksseele, einen neuen Ausgevosnunkt politischer Ent⸗ mickseng, damn msissen diese beiden Mächte für unsere künftige Politik unschäßlich gemacht werden.

Nur auf einen Punkt muß ich aber nach eingehen; er betrifft die Frage des preußischen Waßlrechts eine der trauwiasten Hinterlassenschaften der Biflowschen Mißmirtschaft.

Die Sozial- und andere Demokraten sckämen sich nicht, für ihve Nflichterfßllung wöhrend des gegenmärtjgen Krieges eine Bolaßnung. und als sosche eine Reform des pyeußischen Waßl⸗ rechtes zu fordern. Ich bin mir im Hinblick auf andoxe Vor⸗ fammmnisse nicht ganz siche r, ob die Staataregte rung Restiokeit uyß Entschsassenheit genung besitzen wird, ein salches Außennen zuröch⸗ zumeisen, weiß mich aber mit allen konservotiven Männern im Kreise und fiber die konservative Nortei hinaus mit vielen nreußsschen Notrioten darin einig. daß hiervon nun und nimmer die Rede sein kann. Das nreußische Naff hängt mit Liebe umd Nertrauen an seinem bewäßrten Waßsvecht, und die Demokraten aller Schattjerungen ßoßen nicht das Recht, namens des preußi⸗ schon Vosfas zu syrechen.

Es mffrde an dem konserpatipon Evauß etwas feßson, wonn nicht auch ße snesjesen weirfschastlichen Nuteressen der Landwirt⸗ schaft Erwäßnung fänden. Denn Herr v. Banin schließt daher sein Fluobsatt mit einem Ausfall auf dietreihßausartige Ent⸗ wicklung der Industrie, die große Gefaßven in wirtschaft⸗ licher und politischer Beziehung in sich berge. Bei der Neuregelung des Zolltarifs müßte daher eine Ermäßigung der industriellen Zölle oder eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle eintreten. Damit ist der Wunschsettel des konservativen Pommern erschöpft. Man sieht, mit Kleinigkeiten hält er sich nicht auf: Vernichtung der Sozialdemokratie und der Juden⸗ schaft. Erhaltung des preußischen Wahlrechts, natfirlich auch Knebelung der Presse, soweit sie nicht konservativ ist und Erhöhung der Lebensmittelzölle zugunsten der Landwirte, die eben erst durch die Kriegsgewinne einen milliardenreichen Fischzug gemacht haben. Sall man ernsthaft gegen diese konservative Stimme polemisieren? Das ist nicht möglich wegen der Zensur und auch nicht notwendig. Es genligt, wenn die breitere Oeffentlichkeit erfährt, daß der Krieg an dem Wesen der

konservativen preußischen Junker bisher nicht ein Atom ge⸗ ändert hat. 05 8 Abreise der Deutschen, Oesterreicher ꝛc. aus

Sasoniki.

Französische Nachrichten aus Saloniki vom 12. Dez. melden, daß die Konsuln Deutschlands, Oesterreichs, Bulgariens und der Türkei ihre Landsleute in Saloniki angeraten haben, abzureisen.

Eine neue Million englischer Truppen?

T. U. Haag, 15. Dez. Laut einer Reutermeldung hat die ena⸗ lische Regierung nunmehr im Parlament einen Nachtragskredit für die Einstellung einer weiteren Million Mann in die Armee ein⸗ gebracht.

Behandlung der Ausländer in Frankreich.

Alle fortschrittlich gesinnten Kreise in Rußland legten anfangs große Hoffnungen darauf, daß der beständige Kon⸗ takt mit den zwei freiheitlichsten Staaten Europas, Frank⸗ reich und England, nicht verfehlen würde, einen gewissen Einfluß auf die innere Politik der russischen Regierung im Sinne der größeren Freiheitlichkeit und Demokratisierung auszuüben. Das Gegenteil devon geschah. Nicht der Geist der freiheitlichen Institutionen Frankreichs und Englands wirkte auf die innere Struktur der russischen Politik ein, sondern umgekehrt die innere russische Politik verfehlte nicht, die innerpolitischen Tendenzen dieser Staaten in die Bahn ihrer eigenen Geistesrichtung zu lenken. So lesen wir in der 9. Nummer des Priviw, des Organs der vereinigten russischen Sozialdemokraten und Sozialrevolutionäre, einen lebhaften Protest der Redaktion gegen das von dem französi⸗ schen Abgeordneten Galli vorgelegte Gesetzesprojekt, das be zweckt, die sich in Frankreich aufhaltenden russischen Emi⸗ granten unter Androhung der Ausweisung zu zwingen, sich zum Militärdienst zu stellen. Die Redaktion hebt mit Recht hervor, daß diese Maßregel dazu bestimmt ist, die russischen Emigranten in Frankreich zu schikanieren. Der Verfasser des Aufsatzes zeigt nämlich an einigen Beispielen, daß russische Emigranten, die nach Rußland zurückkehrten, nach⸗ dem sie in den Reihen der Alliierten gekämpft hatten, ins Gefängnis gesteckt oder nach Sibirien verbannt wurden. So hat der Emigrant Oschotsky vom 25. Oktober 1914 bis zum 30. Mai 1915 im französischen Heere gekämpft; als er aber nach Rußland zurückkehrte, wurde er ins Gefängnis von Ismail gesteckt, für ein politisches Verbrechen, das er vor 9 Jahren begangen hat!

Französische Bedrückung der Schweiz.

Der schweizerische Korrespondent der Indépendance schildert in der Nummer vom 1. Dezember die in den verschiedenen Kreisen der schweizerischen Kaufmannschaft und Industriellen mehr und mehr anschwellende Verstimmung über die bedrückenden Maß⸗ regeln, denen sie von den Verbandsmächten, insbesondere aber von den französischen Regierungsorganen, ausgesetzt werden. Diese Maßregeln, di viel dazu bei, den Eifer, Gegenden anfangs für die

den viele Schweizer aus den sranzösischen Sache der Entente an den Tag legten.

Belge

e durch nichts gerechtfertigt zu sein scheinen, trugen

So zeigten sich viele schweizerische Betriebe bereit, das französische Heer mit allem Nötigen zu versorgen, und erhielten schon Bestellungen in großem Umfange, aber sie konnten sie nicht zur Ausführung bringen, weil die französischen Behörden die Zufuhr der nötigen Rohstoffe nach der Schweiz verhinderten. Am schlimmsten erging es den schweizerischen Banken; sie wurden von den Schikanen der französischen Behörden am härtesten ge⸗ troffen. Seit einiger Zeit beschloß nämlich die französische Militär⸗ behörde, alle aus der Schweiz kommenden Geldwertsendungen zu beschlagnahmen, ohne Rücksicht darauf, ob sie für Frankreich selber oder für andere Länder bestimmt sind. Aus der Schweiz kommende und Frankreich passierende Wertpapiere wurden angehalten und be⸗ schlagnahmt. Man kann sich denken, welche Verwirrung daraus der schweizerischen Geschäftswelt erwächst. Der ganze Effekten⸗ handel der Schweiz mit der übrigen Geschäftswelt ist unterbunden. Alle diesbezüglichen Bemühungen des schweizerischen Bundesrats bei der französischen Regierung blieben fruchtlos. Außerdem tauchen in der französischen Presse hin und wieder Gerüchte auf, die die Schweizer beschuldigen, daß sie Bannware nach Deutschland und Oesterreich einführen.

Die Opfer der deutschen U-Boote.

Nach einer offiziellen Liste, die W. T. B. veröffentlicht. sind in den beiden Monaten Oktober und November von den Unterseebooten der Zentralmächte 58 Schiffe, darunter 31 Transportschiffe, die Truppen oder Kriegsmaterial nach Sa⸗ lonik befördern sollten, versenkt worden. Unsere kleinen Tauchboote haben dadurch die Schlachten des Landkrieges auf der Balkanhalbinsel, vor allem auch die Stürme der Bul⸗ garen in Mazedonien sehr erfolgreich unterstützt. Die Unter⸗ seeboote haben sich aufs neue glänzend bewährt. Die Ereig⸗ nisse haben gezeigt, daß diese Waffe, an richtiger Stelle ein⸗ gesetzt, ein vortreffliches und für den Feind gefährliches Kriegsmittel ist. Der Schaden, den sie in dieser kurzen Zeit von zwei Monaten dem Feind zugefügt haben, ist sehr be⸗ trächtlich. Nicht nur ist die feindliche Flotte abermals um rund 220 000 Gewichtstonnen, das sind 300000 Raumtonnen vermindert worden also pro Monat um rund 110 000 Ge⸗ wichtstonnen sondern vor allem erreicht der Verlust der Entente an Materialwert der Ladung eine sehr bedeutende Höhe. Wen wir zu den obengenannten Ziffern noch die Summe von feindlichen Schiffen hinzuzählen, die regelmäßig von Monat zu Monat in der Nordsee und an der eng⸗ lischen Küste von deutschen U-Booten in aller Stille versenkt werden die Engländer sind zu der Taktik übergegangen, diese Verluste jetzt, wenn es irgend angeht, völlig zu ver schweigen so kann kein Zweifel bestehen, daß die U⸗ Boote durch die systematische Verringerung deis englischen Frachtraums die wirtschaftliche Lage unserer Fein de zu einem wesentlichen Teil beeinflussen.

Holland und England.

Amsterdam, 15. Dez. Der Nieuwe Courant schreibt: Das Herunterholen der königlich niederländischen Post von Bord derFrisia, die von Buenos Aires nach Amsterdam fuhr, was in Deal durch die englischen Behörden geschah, ist ein ernstlicher Machtmißbrauch. Soviel wir wissen, ist eine Verletzung unserer Hoheitsrechte in dieser Form während des Krieges noch nicht vorgekommen und es kann deshalb auch kein Zweifel darüber bestehen, daß sich unsere Regierung die⸗ sen Vorfall ernstlich angelegen sein lassen und so rasch wie möglich die nötigen Folgen eintreten lassen wird. Einer unserer Leser schreibt uns:

Flir diese Handlung gibt es absolut keine Entschuldigung. Die Post kann in keinem Falle als Banngut betrachtet werden und die Kriegführenden haben deshalb davon zu bleiben. Da sie dies nun nicht getan haben, wollen wir das Vertrauen in die niederländische Regierung haben, daß sie kräftig in London protestieren und auf direkte Freigabe sowie Entschuldigung dringen wird. Wenn dem

nicht Genüge getan wird, würde es sich empfehlen, Vergeltungs⸗ maßregeln zu üben. So könnte man zum Beispiel alle Erleichter⸗ ungen bezüglich der Korrespondenz der hierzulande internierten

Engländer aufheben und jeden Post⸗ und Telegraph enverkehr von und nach England einer niederländischen Zensur unterwerfen. Ferner ist wünschenswert zu untersuchen, inwieweit die Post aus Südamerika, die regelmäßig in Dieppe einer emen Militär⸗ zensur unterworfen wird, auf niederländischen Schiffen transpor⸗ tiert wird, und dann die Frage zu stellen, mit welchem Recht die französische Zensur eine Kontrolle über die Briefe ausübe.

Wir hoffen, fügt der Nieuwe Courant hinzu,daß eine rasche öffentliche Mitteilung der Regierung über diesen Vorfall und was aus diesem Anlaß geschehen ist, erfolgen wird.

In einem Leitartikel der Daily News heißt es, Eng⸗ land dürfe die neutralen Länder Schweden, Hol⸗ land und Dänemark nicht vergewaltigen, wenn es sie nicht in die Armen des Feindes treiben und sich selbst einer moralischen und materiellen Unterstätzung berau⸗ ben wolle.

5 8 Deutschlaund und Amerika. N

Berlin, 15. Dez. In einem Interview mit dem Berliner Korrespondenten der Chicagoer Datly News erklärte Staats- sekretär von Jagow, die d ierung habe nichts zu tun mit jener Propaganda, ze der Vereinigten Staaten verletzt. Uebrigens sei es sinnlos, zu versuchen, die