Ausgabe 
16.12.1915
 
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S ammmanischen Note an Oeneri ein,

T. U. Amsterdam, 14. Dez. Eine amtliche Renter len garn. Washington besagt, der österreschisch⸗ungarische Geschäfzneldung aus mit Minister Lausing die Note der Vereinigten Sschüftsträger habe reich Ungarn desprochen. Man glaubt, daß er sesne hn an Oester⸗ zu erkennen gab. daß, wenn der Vorgang sich 1 Meinung dahin wie er in der Note der Vereinigten Staaten geschllögespielt habe, österreichischsungarische Regierung zweifellos 07 ert wird, die Beise den Wünschen der Vereinigten Staaten enthehenkamnmoidender Amerikanischer Protest gegen.

.. Frankrei Newyork, 14. Dez. Die ben nter made

Protest gegen den Uebergriff des französis N 8 zösische r 3 Descartes eingelegt, der von dem e e Como in der Nähe von Portorico deutsche Mit fieber Mannschaft herunterholte.. in China.

Die Bedrohung der Deutschen us Tientsin vom

Amsterdam, 13. Dez. Exchange meldet a Die Deutschen scheinen zu befürchten, daß gegen

Samstag: sie vorgegangen werden soll. Die deutsche Gesandtssz: Peking telegraphiert den Konsulaten gg n gesagt wird, offenbar beabsichtige der Vierverband Eine Aktion

5 Die sozialdemokratische Reichstags⸗ fraktion und der Zehnmilliarden⸗Nredit.

3 Die sozialdemokratische Fraktion des Reichst N

sich gestern über ihre Haltung zu den ed een 0 9 liarden schlüssig. Für die Kreditvorlage stimmten von den Fraktionsmitgliedern 58, dagegen 38. Von zehn Fraktions⸗ mitgliedern, die durch Krankheit an der Sitzung telkzunehmen verhindert waren oder vor der Abstimmung sich entfernen mußten, waren protokollarische Erklärungen abgegeben. Von diesen erklärten sich sieben für, drei gegen die Einwilligung so daß insgesamt 65 Fraktionsmitglieder für, 41 gegen die Bewilligung eintraten. 5

Geben unlautere Kriegsgewinne.

Berlin, 15. Dez. Mit Unterstützung aller Parteien, mit Ausnahme des Zentrums, hat der Abgeordnete Schiffer im Reichstage folgenden Antrag eingebracht, den Herrn Reichs⸗ kanzler zu ersuchen, erstens, Maßnahmen zu treffen, um unter völliger Wahrung der Interessen des allgemeinen Geschäfts⸗ betriebes die Untersuchung und Feststellung von Fällen her- beizuführen, in denen durch Kriegslieferungen die Vorbereitung, Vermittlung, Besorgung oder Verschaffung von Kriegslieferungen oder eine andere Mitwirkung bei ihnen ein übermäßiger oder unlauterer Ge⸗ winn erzielt worden ist; zweitens, einen Gesetzentwurf

Herausgabe solcher Gewinne begründet wird.

Lebensng ordern, Mannscht

kratie in Baden. (Ein Beitrag zu dem Kapitel; Die politische Neuorientierung nach dem Kriege.) Aus Baden wird uns geschrieben:

in der Feststellung gewisser Richtlinsen über bürgerliche Behandlung der Sozialdemokratie gefolgt.

berichtet, hat in der Budgetkommission der Zweiten Staatsminister von Dusch wegen der Zugehörigkeit zur sozialdemokratischen Partei allein ein ungleiche Behandlung in staatsbü finden soll. Er schränkte diese Erklärung

lienunte

Mitglen 77 5 0. e 5 ien gesch amter antimonarchische Gesinnungen nicht bekunden dürfe. Gleich- drücken ließ, um den Anschein der Glaubwürdigkeit zu er⸗ Bezug! wohl ist diese Erklärung wertvoll, denn auch im Lande der histori⸗ wecken. Dann fingierte das Mädchen eine Anzahl Zeich⸗ stützt sch schen liberalen Tradition, das zudem noch den Ruf 1 0 85 5 nungen auf die Namen ihrer Mitschülerinnen und ging mit 1 ändles ge g ini i'okratische er⸗ 555 775 83 0 be un! ländles genoß, duldete man zwar einige sozialdemokratische Bürgers der Liste namentlich in der Kaiserstraße hausieren. 80 Leute

meister, also Kommunalbeamte, aber Staatsbeamte konnten in Baden Sozialdemokraten nicht sein, weil nach wiederholte Kundgebung des Staatsministers v. Dusch im badischen Landta die Sozialdemokratie antimonarchisch sei und nicht auf dem Bode der gegenwärtigen Gesellschaftsordnung stehe. des Innern, Frhr. v. Bodman, erhob bei der Etatberatung der Zweiten sie ermangeln des Gemeinsinns! Der Krieg hat diese Anschauungen, l badischen Regierung über die Sozialdemokratie herrschten, freulicherweise ene es ist nur Regierung des größten deutschen 5 5 und staatsbürgerlich einwandfrei ihre künftige Stellung zur Sozial demokratie festlegt. Schon bei dem Form, wie man sich l der badischen Sozialdemokratie verhielt, änderung kund. Minister pflegen sich sonst en sozialdemokratischer Blätter zu begeben. Franks sprach Frhr. v. Bodman auf Volksfreund vor und drückte dem sozialdemokratischen Landtagsfraktion,

des gi Staats lehr

wie der b

1

4 Tode des Genossen Dr. g üben,

Aber beim

derzeitigen Vorsitzenden

vorzulegen, durch den für den Reichsfiskus ein Anspruch auf

Die Gleichberechtigung der Sozialdemo⸗

Der bayerischen Regierung ist jetzt bekanntlich auch die badische die künftige staats⸗ Wie schon Kammer die Erklärung abgegeben, daß künftig

gerlicher Beziehung nicht statt⸗ zwar dahin ein, daß im monarchischen Staat daran sestgehalten werden müsse, daß ein Be⸗

auch

noch 1 5 ene Geld, das später von den Eltern dem Roten Kreuz wieder Kammer gegen sie den Vorwurf:

die bisher im Schoß der er⸗ zu wünschen, daß ihr die Bundesstaates folgt und offen

Frank gab sich in der zu dem auf dem Schlachtfelde gefallenen Führer eine gewisse Sinnes⸗ icht in die Redaktionen Ableben der Redaktion des Ae

er dem Volksfreund⸗Redakteur den die Fraktion

Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung. f Abgestufte Lebens mittelpreise.

Die allgemeine Teuerung, die von den Schlechtbemittel⸗ ten am schwersten empfunden wird, hat den Gedanken geweckt, ob nicht die Möglichkeit bestehe, die Lebensmittelpreise der⸗ gestalt abzustufen, daß sie den Einkommensverhältnissen der verschiedenen Volksschichten angepaßt werden. Je geringer

die Preise herabgesetzt werden, während umgekehrt der ent stehende Ausfall durch höhere Preise für die Besitzen⸗ den zu decken wäre. Die praktische Durchführung dieses Ge⸗

überall für undurchführbar hält. Ohne große Vorbereitungen, die zahlreiche Kräfte und nicht wenig Zeit beanspruchen, ist eine befriedigende Lösung auch kaum zu erwarten.

Von der Stadt Homburg wird bei der Butter und der übrigen Fetten der Versuch gemacht, die Einkommens⸗ verhältnisse zu berücksichtigen. Es geschieht das in ziemlich roher und auf die Verhältnisse der am meisten leidenden Volkskreise nicht genügend Rücksicht nehmender Weise. Käufer, die bis 31 Mark Staatseinkommensteuer entrichten, haben für das Pfund Butter 1,90 Mark zu zahlen. Bei einer Steuer⸗ leistung von 21 bis 70 Mark beträgt der Preis 2,20 Mark und bei mehr als 70 Mark staatlicher Einkommensteuer 10. der volle Höchstpreis entrichtet werden, der in Homburg erheb⸗ lich höher steht als bei uns. Nach den gleichen Grundsätzen ist der Fettpreis geregelt, bei dem Homburg das voraus hat, daß der höchste Preis für das Pfund 2 Mark beträgt, während bei uns immer noch bis 3 Mark(Schweineschmalz) bezahlt werden müssen.

Es sind also im ganzen nur drei verschiedene Preisstufen gebildet und alle, die bis zu 31 Mark staatliche Einkommen⸗ steuer leisten, müssen den gleichen Preis zahlen. Damit ist auf die Bedürfnisse der Minderbemittelten und der ganz schlecht gestellten nicht genügend Rücksicht genommen. Es wäre aber trotzdem von großem Wert, die Erfahrungen kennen zu lernen, die in Homburg mit diesem Versuch gemacht werden. Je nachdem könnte ein weiterer Ausbau in Frage kommen.

Butterkarten dürften in nächster Zeit zur Einführung kommen. Wieviel jeder Person zugeteilt werden soll, steht noch nicht fest; aber das eine dürfte ziemlich sicher sein, daß das Quantum größer sein wird, als es sich die arbeitende Bevölkerung kaufen kann. Zusatz⸗Brotkarten. Bei der vor Weihnachten statt⸗ findenden Brotkarten⸗Ausgabe in Frankfurt soll, wie die Frankf. Ztg. berichtet, eine Zusatzkarte für Mehl gewährt werden, um den für die Feiertage erhöhtem Mehlbedarf Rech⸗ nung zu tragen. Jede bezugsberechtigte Person soll ein hal⸗ bes Pfund Mehl erhalten. Bei Sammlungen für wohltätige Zwecke ist den Sammlern gegenüber Vorsicht zu empfehlen, es kommt öfter vor, daß irgend ein unternehmender Kopf auf eigene Rechnung und für die eigene Tasche eine Sammlung veran⸗ staltet. Das tat z. B. in Offenbach eine 12jährige Schü⸗ e lerin, die damit ganz gute Geschäfte machte. Zu diesem Zwecke hatte sich das Kind ein kleines Heft besorgt, auf den es unter falschen Vorspiegelungen den Schulstempel auf⸗

ließen sich durch die Manipulationen des Kindes täuschen, g die insgesamt 45 Mark für die Krieger gezeichnet hatten. n Später kam der Betrug heraus. Das Mädchen hatte das

zurückerstattet wurde, teilweise in Nascherei verbraucht.

Am Dienstag hatte sich die jugendliche Sünderin vor dem Schöffengerichte zu verantworten, das sie zu 15 Mark Geldstrafe verurteilte, während der Amtsanwalt 15 Tag⸗ Gefängnis beantragt hatte. Man tut am besten, wenn man den Sammlern, die an den Türen für irgendwelche Zwecke Beiträge fordern, überhaupt nichts gibt, wenn man nicht ganz genau weiß, daß die betreffende Person mit der Geldsammlung beauftraat ist.

Versendung von Weihnachtspaketen. Die waltung richtet auch in diesem Jahr an jedermann mit den Weihnachtssendungen bald zu beginnen, damit massen sich nicht in den letzten Tagen vor dem Feste zu sehr zu⸗ sammendrängen. Bei dem außerordentlichen Anschwellen des Verkehrs ist es nicht tunlich, die gewöhnlichen Beförderungsfristen

l

Reichs-Postves⸗ das Ersuchen, die Paket⸗

Gen, Kolb, das i über ene durch den Tod eines ihres besten Mitgliedes Bal erfolgte die Bestätigung des Viz räsidenten des badischen Lan tags, des Gen. Geiß, als Bezirksrat, 1914 schroff verweigert worden war, we 8 zitierte Wort fiel: Die Sozialdemokratie ermangele des sinns. l 8 Wie sich nun das weitere Verhä demokratie zur Regierung, insbesondere, staltet, bleibt abzuwarten. Jedenfall ministers v. Dusch im Auftrage der gleichen Sitzung brachte noch d

2

Regierung erfolgt, denn in d

Sprache. Er erklärte, daß die Einführung dieses Reverses, wie er in geschrieben war, keine Veranlassung Werkstätten 1 ohne 1 0 f Verbande oder zu einer po itischen bestehe zwischen den Eisenbahnverwaltungen 8 Einigkeit darüber, daß den Eisenbahnarbeiten e wirkun 9 zuflehe. Ihre Verhältnisse würden unter Mit g des tags geregelt. Soweit die ba

hatte. Ungehörigkeiten

Gesinnung erfolgt. Allerdin

Arbeiter der Stadtverordneter Zentrums p

hatte, weil sie einen der sozialdemokratischer

Wie sich die badische l n Haltung der Regierung in

war,

1 ur neueren 5 5 j 11%% 115 Sozialdemokratje stellen wird, das ene ee Sage 177 interessantes politisches Problem, weil diese stär 9. 5 1 ihre scharfen Angriffe gegen die Sofialdem oute wen ee 1% vaterlandsfeindlichen umstürzlerischen und antim A ., 1 n ihr diese Waffen aus der

Tendenz der letzteren begründete. 0 nog oni er Sozialdemokratie sibrig.

Hand geschlagen sind, bleibt nur

angeblichen Religionsseindlichkeit d

auch damit werden sich achen lassen.

Bald darauf

die noch Anfang des Jahres nehmen, wenn die Pakete so t bei im Landtage das oben sind dauerhaft zu verpacken. Gemein⸗

ltnis der badischen Sozial- dünnen Papplasten, schwachen Schachteln,

auch nach dem Kriege, ge- zu ve 0 ö s ist die Erklärung des Staats⸗ fländig und haltbar hergestellt sein.

er Finanzminister 11 die sich 1

Slellun adische erung zum Eisenbahner-Revers zur ganzen Fläche na

Si der erpaar Nec die badische Eisenbahnverwaltung zurf sten sind in Preußen und Bayern vor⸗

icht auf die Zugehörigkeit zu einem

der Bundesstaaten Marken auf die Streikrecht nicht Pakete mit einer für 0 Land⸗ schließlich 24. Dezember weder im inneren deutschen dische Eisenbahnverwalkung drt sich f im f N i r dem Landtag zu rechtfertigen bor fünd Jahren ang t er Karlsruher Eisenbahnwerkstätte, gemaßregelt hatte. artei nach dem Kriege bezug auf ihr Verhältnis

der bekannte Vorwurf der Und

künftig nict mehr grobe 1 ese fe ubs derart sei, daß er in seiner natürlichen Form den Körper

einzuhalten und namentlich auf weite Entfernungen eine Gebühr für rechtzeitige Zustellung vor dem Weihnachtsfeste zu über⸗

b spät eingeliefert werden. Die Pakete Etwaige auf dem Ver⸗ alte Aufschriften und Beklebezettel müssen Die Benutzung von

d⸗

packungsstoff vorhandene beseitigt oder unkenntlich gemacht werden.

zu vermeiden. Die Aufschrift der Pakete muß deutlich, er deutlicher Welse auf das Paket selbst gesetzt werden, die Verwendung eines Blattes weißen Papiers, fest aufgeklebt werden muß. Aufschriften auf weißem Papier,

Palketaufschriften.

das

gedruckte dagegen

Paketkartenvordrucke ungeeignet für des Bestimmungsort

in druckt oder geschrieben sein.

Zur Beschleunigung des gs trägt es wesentlich 1 Versendung

12. bis

Die die Zeit vom

klebt.

Paketkarte ist für

Paketkarte

Verkehr mit dem Auslande gestattet. 5

Die Gesundheitsschädlichkeit der hohen Schuhabsätze. wärtig hat wieder eine Modelaune der man glaubte, daß rn d 0 würde, nämlich die hohen Absätze an den Damenschuhen. Man sieh in den Läden Schuhe mit 6 man sich wundert, in solchen Schuhen zu gehen. gehen, die und wäre sie noch Volksgesundheit

Gegen

so verrückt. Zeitschrift des gleichnamigen Verbandes wir auf die Gesundheitsschädlichkeit der hohen Absätze hingewiesen un die Darlegungen erscheinen ganz einleuchtend. Unter wird von dem Verfasser Dr. W. L. ausgeführt, daß der Bau de

beeinflußt durch den persönlichen das Ei. 55 5 müssen wir sie im das Einkommen ist, um so mehr sollten nach diesem Gedanken sso ist diese künstlich erzwungene und andauernde Körperhaltung vom allergrößten Nachteil. müden, erschlaffen und der Gang solcher Personen wird trippelnd, 30 ungraziös. 00 1 13 5 7 1 2 ades Bauches und die Bänder der Beckenknochen, dankens begegnet so großen Schwierigkeiten, daß man ihn fast zu allerlei Krankheiten(Rückenschmerzen usw.) gelegt wird, besonders die Frauenwelt heimsuchen. die Füße selber verkrüppelt und es entwickelt sich allmählich der Plattfuß.

Zigarrenkisten usw. ist voll⸗ Kann die Aufschrift nicht in so empfiehlt der Am zweckmäßig⸗ sind Der Name s muß recht groß und kräftig ge⸗ Betriebs bei, wenn schon der Absender die erforderlichen mehrerer ein⸗ Verkehr noch] Pfennig pro Pfund.

die Oberhand gewonnen, 850 5 je überwunden sei und nicht mehr auftauchen 1 3 sie ii sei ch yr auftauche 5 Gerichts⸗Zeitung.

bis 8 Zentimeter hohen Stelzen, daß wie es einem Menschen überhaupt möglich ist, Schlecht genug gehts ja, aber es muß Mode will es so und die Mode müssen alle mitmachen In der in Dresden erscheinenden

anderem

bei geringstem Kraftaufwand ohne Anstrengung zu(ragen verniag. In dieser normalen Haltung besinben sich alle Muskeln in Ruhe und der Kraftverbrauch des Körpers ist gering. Das

Vild änkert

ich sofort, wenn das Fersenbein durch eine hohe Stelge gehoben

wird. In dem Augenblick muß sich die ganze Körperstellung ändern. Das Schwergewicht des Körpers wird nach vorn verlegt und der Rumpfteil muß sich dementsprechend rückwärts

richten, er nimmt

einemilitärischestramme Haltung an. Die Waden⸗ 1115 Schenkelmuskulatur wird gespannt, der Leib tritt zurück, die

Schultern werden nach hinten gezogen, die Brust tritt heraus, wähvend das Kreuz sich etwas einbiegt.

Ist solche stramme Haltung, Willen stets zu begrüßen und Interesse unserer Gesunderhaltung wiinschon,

0

Die überanstrengten Muskeln er⸗

Besonders angestrengt wird die Muskulatur wodurch die Ursache

Ferner werden aber auch

Einen Absatz soll der Schuh natürlich haben, aber er soll und höchstens

Kunsthonig. Hinter dieser vornehmen Bezeichnung für einen Honig⸗Ersatz verbirgt sich eine sehr einfache Sache. Und ist man. hinter das Geheimnis gekommen, so gewinnt man einen sehr wohl⸗ feilen Brotaufstrich als Ersatz für die teuren Fette und den Natur⸗ honig. In der land⸗ und hauswirtschaftlichen Beilage der Deutschen Warte Nr. 45 bringt die Frau Molkereiinspektor H., Tochter eines Imblers, eine Vorschrift zur Bereitung eines schmackhaften und billigen Honigersatzes: Zwei Liter Buttermilch zu 12 Pfennig (Buttermilch ist allerdings jetzt sehr rar. Red. d. O. V) und 2 Pfund Zucker für etwa 60 Pfennig werden bei gutem Feuer mit offenem Topf bis 1 Stunde gekocht. Sobald die Masse gelb wird, soll man ständig umrühren, damit sie nicht zu dunkel wird oder anbrennt. Dieser auf so einfache Weise hergestellte Kunsthonig soll im Geschmack von echtem Honig kaum zu unterscheiden sein. Dieser Buttermilch-Kunsthonig hat außerseiner Wohlfeilheit und seiner Bekömmlichkeit noch einen anderen Vorzug. Wegen des Eiweiß⸗ gehaltes der Buttermilch wird nämlich sein Nährwert nicht unbe⸗ trächtlich erhöht. Wir geben das Rezept hier wieder, bemerken aber dabei, daß wir es noch nicht ausprobiert haben.. Vorsicht beim Ankauf von Dosen mit fertigen Fleisch⸗ und Gemüsegerichten. Nach Mitteilungen aus den verschiedensten Städten hat sich mit der Zeit ein richtigerDosen⸗Schwindel herausgebildet. Viele Angehörige von Kriegern, die ihren Lieben an der Front etwas Gutes zukommen lassen wollen, kaufen mit Vorliebe Dosen mit fertigen Mahlzeiten. Was in den Dosen aber oft enthalten ist, darüber wird von der Polizeiverwaltung in Bremen solgendes berichtet: Bei einem hiesigen Delikgteßwaren⸗ händler wurde eine DoseSauerbraten zum Zwecke der Untersuchung gekauft. Die Dose enthielt 88 Gramm Sauerbraten und 114 Gramm Brühe. Der Preis betrug 1,40 Mark; rechnet man 10 Pfennig für die Dose und 20 Pfennig für die Arbeit, dann kosten die 88 Gramm Sauerbraten 1 Mark, d. h. 1 Pfund würde demnach 5,68 Mark kosten. Weiter wurde eine DoseRind⸗ fleischmit Brühkartoffeln untersucht. Die Dose enthielt 120 Gramm gekochtes Rindfleisch und 269 Gramm Kartoffeln mit Brühe. Die Dose kostete 1,60 Mark. Rechnet man 10 Pfennig flir die Dose, 10 Pfennig für die Kartoffeln mit Brühe und 20 Pfennig für die Arbeit, dann kosten die 120 Gramm Rindfleisch 1,20 Mark. Demnach kostete 1 Pfund gekochtes Rindfleisch 5 Mk. Kommentar überflüssig.

Pakete an deutsche Gefangene im Auslande. Die sorgfältie Verpackung der für die deutschen Gefangenen im Ausla be⸗ stimmten Pakete wird wiederholt dringend empfohlen, damit sie unversehrt bei den Empfängern eintreffen. Indes genügt es, wean die Pakete in kräftiges, mehrfach umgeschlagenes Packpapier cn⸗ gehüllt werden; einnähen in Leinwand ist nicht erforderlich; höch⸗ 1 5 wäre das für die nach Sibirien gehenden Sendungen ange⸗ bracht.

nicht höher sein als 12 Zentimeter für Kinder

3 Zentimeter für Erwachsene.

Was kostet ein Kriegstoter?

Eine etwas merkwürdige Berechnung nimmt V. J. Baumann in der Rundschau vor. Er berechnet an den Beispielen einfger Kriege, was dem einzelnen kriegsführenden Laud die Tötung eines Soldaten des gegnerischen Heeres kostet. Kanonen, Gewehre, Munition, Ausstattung, Verpflegung und Besoldung des eigenen Heeres und andere Kriegskosten sind bei dieser Berechnung also die Produktionskosten; ein getöteter Soldat auf der anderen Seite das Ergebnis dieses seltsamenProduktionsprozesses. Im Kriege 1870/¼71 gab Frankreich 2 Milliarden Francs während des Krieges und 1 Milliarde zur Wiederherstellung des geschädigten oder zer⸗ störten Besitzes aus. Dazu kommen 5 Milliarden Kriegsentschädl⸗ gung, macht zusammen unter Hinzurechnung von 2 Milliarden Ver⸗ lusten an Zinsen und ähulichen Einkünften 10 Milliarden Francs. Dafür wurden 28000 Mann auf deutscher Seite getötet, sodaß den Franzosen ein einziger getöteter deutscher Soldat die runde Summe von 38 000 Franes kostete. Nach der gleichen Berechnungen koslete im russisch⸗tsirkischen Krieg 1877 ein toter Russe den Tlirken etwa 220 000 Mark, während die Russen im japauischen Feldzug einen getöteten Japaner mit 280000 Mark zu bezahlen hatten. Wie groß im gegenwärtigen Kriege die Kosten eines getöteten Gegners be⸗ tragen werden, ist nicht vorauszusehen. Vermutlich aber werden sie beträchtlich höher sein, da sowohl die Angriffs- als auch die Ver⸗ teidigungstechnik unerhörte Fortschritte gemacht hat. Also auch n dieser Beziehung wird der Krieg ein immer schlechteres Gescheift! Einen Vortragsabend zum Besten der städtischen Kriegs⸗ fürsorge veranstaltet heute abend die Ortsgruppe Gießen des Allg. deutschen Frauenvereins im Sgale des Gesellschaftsvereins, Sonnenstraße. Es wirken dabei mit: Frau und Herr Dwor⸗ Fowski, Frau Rechtsanwalt Spohr, Frl. Holzapfel, Frl. Leutert. Die Eintrittspreise sind auf 2 Mk., 1,50 Mk. 75 Pfg. und 50 Pfg. festgesetzt.

Stadttheater. Die nächste Freitags⸗Abonnements⸗Vorseel⸗ lung bringt als letzte Neuheit vor Weihnachten das Lustspiel Die selige Exzellenz von Rudolf Presber und Ley Walter Stein. Das liebenswürdige Werk macht gegenwärtig seinen Siegeszug über die deutschen Bühnen und dürste auch hier da eine gute Besetzung der zahlreichen Rollen sich ermöglichen ließ den gewohnten Erfolg erzielen. Jedenfalls kann den Besuchern ein anregender und unterhaltender Abend versprochen werden. In dem Stück ist fast das gesamte Personal mit Hinzuziehung einiger Hilfskräfte beschäftigt. Die größeren Rollen liegen in den Händen der Damen Rubens, Burghoff, Frenzel und Jondervan und der Herren Theiling, Goll, Dworkowski, Hellmuth, Steinhofer, Eugens und Stettner. Die Spielleitung hat Direktor Steingoetter inne.

Nreis Wehlar.

n. Reisverkauf durch die Stadt Wetzlar. Durch den munalverband hat die Stadt Wetzlar jetzt Reis erhalten, der in 17 Geschäften, darunter auch im Wetzlar-Braunselser Konsum⸗ verein, zu haben ist. Es sind zwei Soxten zu 57 Pfennig und 5 Jedem Käufer soll nuy ein Psund verab⸗ reicht werden. Ferner hat die Stadt noch grüne Erbsen zu 51 Pfo. -und Haferflocken zu 65 Pfg. pro% Kilo vermittelt.

Koln

Blutschande. Die 40 Jahre alte verheiratete Hilfsarbeite s frau Katharina Baier von Miinchen, Mutter von 8 Kindern, deren Ehemann seit 14 Monaten Kriegsdienste leistet, pflog mit ihrem 17jährigen leibeigenen Sohn seit 6. Dezember v. J. fortgesetzt ver⸗ botenen Verkehr, mit der Folge, daß die Mutter ein Kind gebar, zu dessen Vater sich ihr 17jqähriger Sohn auch bekannte. Das Lande d gericht München I verurteilte die Baser, die in der unter Ausschlu8 der Oeffentlichkeit durchgeführten Verhandlung geständig war, wegen Verbrechens der Blutschande zu 1 Jahr 6 Monaten Zuch⸗

haus und 5 Jahren Ehrverlust.