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Organ für die Juteressen des werktätigen Volkes
Die Oberhessische Volkszeitung erscheimt jeden W̃
i zerktag A Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pin. 11 15 60 Pfg. einschl. Bringerlohn Durch die Post bezogen vierteljährl 1 155
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Nr. 294
Gießen, Mit woch, den 15. Dezember 1915
10. Jahrgang
Ni Fleischversorgung und der Reichstag.
Aus der Reschohaushaltskommission. 0(Sitzung vom 13. Dezember.) gung. Die Sozialdemokraten beantragten: 0 Die Kommission beschäftigte sich mit der Fleischver⸗ a). einer Fleischkarte, die den Verbrauch gleichmäßig! b) Einführung einer lombinierten Karte, die den Butter, Schmalz. Margarine und Fetten regelt. c) Tür Groß⸗ und Kleinhandel Höchstpreise für alle Fleischwaren und Wurst, abgestuft nach 0 d) Höchstpreise für Vieh ad Stall und achtviehmarkt. Ein⸗ Führung eines Schlußscheins beim Vieheinkauf und-verkauf. Die Nationalliberalen fordern eine Regelung der Versorgung der Schweinemäster mit Futtermitteln, zu deren Ankauf das Reich elnen Zuschuß leisten soll.. e In der gleichen Richtung bewegt sich eine Reihe anderer An— träge. Abg. Matzinger scheinen im Viehhandel. bestände verschl
Bezug von!
0 für alle Fleischarten. Fieischsorten. 0
Ztr.) fordert die Einführung von Schluß⸗ Jetzt besteht die Gefahr, daß unsere Vieh⸗ endert werden. Deshalb muß eine untere Gewichts⸗
grenze für Schlachtvieh festgesetzt werden. Die Spannün; 0 1 in. Schlachtvie 9 8 i nung dey Preise bei Wild ist zu groß.. 5
Abg. Schmidt ⸗ Berlin(Soz.) erörtert die Preistreiberei
auf dem Fleischmarkt, der nur entgegengetreten werden kann durch Höchstpreise für alle Arten von Vieh. Die hohen Rindviehpreise haben bereits zur Abschlachtung von Milchvieh geführt. Letztere muß verboten werden. Die Einführung von Fleischkarten ist nötig, damit der Konfum der Zesitzenden herabgedrückt wird. Die Ein⸗ führung der Schluß sche ine ist notwendig, um eine Preis⸗ kontrolle zu haben und in Verbindung damit müssen Stal preise eingeführt werden. Die städtischen Viehhalter sind dur die unerhört hohen Preise für Futtermittel ganz besonders ge⸗ kädtischen Molkereien mehr berücksichtigen, die gar nicht in der Lage sind, selbst Futtermittel anzubauen. Dadurch ist der Bestand an Milchvieh verringert worden.
Abg. Roe sicke(Bund der Laudsw.) behauptet. daß die Land; wirtschaft nicht reicher wird, sondern eher der Verarmung entgegengeht. Die Viehzüchter werden durch das fortgesetzte
Schwanken der Preise sehr beun ruhig. Die Absczlachtung der schädigt. Bei der Verteilung der Futtermittel sollte man die Kühe wird durch Höchstpreise nicht verhindert, solange nicht ge⸗ nügend Futtermittel beschafft werden. Wo Vieh aus letzterem
Grunde nicht mehr gehalten werden kann, müßte es vom Staate übernommen und nach Gebieten gebracht werden, wo Weidebetrieb möglich ist. Die Regigrung müßte schon jetzt auf die Konservierung des Fleisches bedacht fein. Die Vorwürfe gegen die Bezugsver⸗ einigung bes Bundes der Landwirte entbehren der Berechti bg. Fegter(Fortschr.) bittet die Regicrung, bei Fe von Höchstpreisen nicht immer schwankend zu sein. Man mu um Störungen zu vermeiden, dem Handel etwas verdienen lassen. Bei der Festsetzung von Stallpreisen muß auch festgesetzt werden, ob das Vieh nüchtern gewogen werden muß, oder ob bis zum letzten Moment gefüttert werden darf. 5 Ein Negierungs vertreter hält es für ganz unmöglich das Abschlachten von Milchvieh zu verbieten, wenn man den Land⸗ wirten nicht Futter zur Verfügung stellen könne. Die Schwierig⸗ keiten in der Verteilung der Futtermittel hängen mit den un⸗ genügenden Vorräten zusammen. Für die städtischen Molkereien wird nach Möglichkeit gesorgt. Bei der Verteilung des teuereren ausländischen Fleisches wird darguf Bedacht genommen. daß dieses Fleisch von den Besitzenden gekauft wird. Der Handel mit Rind⸗ vieh soll künftig konzessioniert werden, um den wilden Handel zu beseitigen. 5 Präsident Kautz äußert sich zu trägen. Ehe man rationieren kann, muß ee Bedarf pro Kopf und die verfügbare Menge kennen. Diese Frage kann nur durch die Gemeinden gelöst werden. Pie Sad te haben bereits jetzt die Möglichkeit, Butterkarten einzuführen. Schwieriger liegt es mit der Fettkarte. Für Wurst und die einzelnen Fleisch⸗ sorten können die Gemeinden Höchstpreise festsetzen: das Reich aber kann das nicht, dazu sind die Verhältnisse zu verschieden. 5 Abg. Gothein bespricht die Wohlenaus fu ßer. nach Rumänien, die sich in durchaus geordneten Verhälensssen ab⸗ wickelt. Der Futtermangel ist nicht die einzige Ursache des 1 0 9 an Fleisch. Höchstpreise für Rindvieh hält der Redner 115 der Ver⸗ schiedenheit der Qualität für absolut unmöglich. den allen Kreisen a as hängt damit zusammen,
den sozialdemokratischen Au⸗ man erst den notwendigen
des Volkes wird zu viel Fleisch gegessen, d 0 eee daß viele Arbeiter heute sehr hohe Löhne beziehen. Mit eint Fleischkarte ist nichts zu erreichen. Die Wir ging wäre daß mie diesen Karten ein Handel getrieben werden könnte. Tie heut ge Festsetzung der Preife für Schweinefleisch ist wü 1 5 Organisation der Einfuhr von Butter ist mangelhaft.. 115 teilung der Futtermittel haben die Großgrundbesitzer einen vo g unberechtigten Vorzug. l 5
Abg. Löscher Kfreik) macht die Kous für den Mangel an Fleisch mitverantwortlich, vom Produzenten beziehen. Die Verordnung von muß verboten werden.
ervenfabriken die ihr Vieh direkt Milch zu Kassee
8 l f sse finden keinerlei Abg. Giesberts: Die besitzenden Klassen empfinden keinerle Mangel Den Kreisen bis zu einem Einkommen von 1995 2 muß ein entsprechendes Quantum Fleisch zur Wee 10 werden. Der Hinweis auf die hohen Löhne 70 15 e verfehlt, die Mehrzahl der Arbeiter und Arbei een 5 erbärmlich genug bezahlt. Der Handel eee Meinung, daß er berechtigt ist, in den Ae e hohe Gewinne zu nehmen. Die Regierung muß es 0 1 0 1 betrachten, jeder weiteren Verbitterung des e in 10 An den bestehenden Schwierigkeiten darf die Einfi 0 Fleischkarte nicht scheitern. l 1„ Abg. 215(Ztr.) ersucht die Regierung bringe een Lieferung von Ersaßfuttermitteln nicht zu ee 00 Schlachtverbot für Rindvieh kaun keine Rede Fu 1 1 A agel 19 8 unschft beben. Die hohen Kleie⸗ 4 211 rtsche 8 6 eine Benachteiligung der Landwirtschaf ste entstehen nur durch
[Die Berü
Wildschaden, der seine Ursache in dem mangelnden Abschuß hat.
Abg. Böhme Natl.) empfiehlt die Privatwaldu ngen zwangswesse für die Viehhaltung zu verwerten. Wenn es sich, wie hier, um ein öffentliches Interesse handelt, dann müssen private Interessen zurücktreten.
Aog. Dr. Wendorff(Fortschr.): Die Verteilung der Futtermittel geschiebt nicht unparteiisch. Der Verteilung darf nur die Viehzahl zugrunde gelegt werden. Die größere Berücksichtigung der stäbtisasen Molkereien ist duychaus berechtigt und notwendig. rücksichtigung der Ceftügelzüchter rechtfertigt sich durch den hohen Wert, den dieser Zweig unseres Wirtschaftslebens hat. In kleinbürgerlichen Kreisen klagt mau bitter über den zunehmenden
Unterstaatssekretär Irtzr. v. Stein bestreitet entschieden, daß bei der Verteilung der Futtermittel ungerecht verfahren wird. Eine Verteilung nach der Viehzahl ist bei der Verschiedenheit der einzelnen Wirtschaften unmöglich. Die Versorgung der städtischen Mollereien wird, soweit nur irgend möglich, sichergestellt. Da⸗ Fleischverbrauch muß durch Karte geregelt werden. Die fleischlosen Reich wird auf die Einzelstaaten einwirken, um einen stärkeren
Abg. Wurm(Soz.) erblickt den Fehler, der bei Einführung
von Höchstpreisen für Schweinefleisch gemacht wurde, darin, daß sie zu spät eintraten. Die Agrarier hoffen, daß die Höchstpreise er⸗ höht werden, und halten deshalb mit den Vorräten zurück. Die Regierung muß Schweine beschlagnahmen, damit bie Industrie⸗ Arbeiterschaft mit Schweinefleisch versehen werden kann. Die Mo⸗ nate Januar und Februar sind dazu besonders geeignet. Der Wildabschuß herbeizuführen. Tage dürfen in ihrey Bedeutung nich üüberschätzt werden, denn die Besitzenden werden davon nicht betroffen. Wie stellt man sich die Kontrolle des Verkaufes ausländischen Schweinefleisches vor? Bei der Wurst sind die Preise zu hoch, diese hohen Preise reizen dazu an, das Fleisch zu Wurst zu verarbeiten. Dem Konservenschwindel kann man nur dadurch begegnen, daß auf der Umhüllung der In⸗ halt genau angegeben wird. Mit der Butterversorgung hat Straß⸗ burg vorbildlich gewirkt. Der Verschleiß steht dort unter strengster Kontrolle ber Stadt, die den Verbrauch durch Ausgabe von Karten regelt, In Berlin wird gerade die ärmere Bevölkerung am schwersten getroffen. Die Zentral-Einkaufsgesellschaft kauft zu teuer. Händlergruppen verstehen es immer wieder, ein Sinken der Butterpreise zu verhindern Decsßalb müssen wir Butterkarten haben.
Abg. Roesicke erblickt einen Vorteil darin, daß wenig chweine auf den Markt kommen. Der Mangel an frischem inefleisch ist nur auf die Schlächter zurückzu⸗
Die Einführung von Butterkarten ist notwendig. Vor brivatforsten ist dringend zu
5 über jeden
Futtermittel ge⸗
Wenn heute recht viel Rindvieh auf die
taatsktekretär Frhr. v. Stein: Wenn die Einfuhr von utralistert werden mußte, dann konnte man nicht alle Händler beschäftigen. Ueber den Zustand der Butterversorgung in Berlin wird mit Recht geklagt: in den nüchsten Tagen wird eine Aenderung eintreten, die in Verbindung mit starker Einschränkung steht. Das Beispiel von Straßburg zeigt, was eine Kommune bei autem Willen leisten kann. Der, Erfolg der fleischlosen Tage darf doch nicht unterschätzt werden. Es ist scharf zu verurteilen, wenn die besitzenden Kreise sich nicht darnach richten. In Wilmers orf ist der Fleischverkauf um 27 Proz. zurückgegangen. Die neuge⸗ schaffenen Zentralisationen funktionieren mit jedem Tag besser.
Nach weiteren Auseinandersetzungen zwischen den agrarischen Vertretern spricht Staa sekretär Helfferich über jene Anträge, die Zuschüsse vom Ne fordern. Dieser Weg ist nicht richelg: auf eine solche Zuschußwirtschaft kann sich das Reich nicht einlassen. Diese Forderungen stehen in engstem Zusammenhang mit den An⸗ trägen, auf Erhöhung der Familienunterstützung, die wiederum in Zusammenhaug steht mit der beantragten Erhöhung der Soldaten⸗ löhnung. Für letzteres liegt kein Vedürfnis vor, höchstens daß die Mannsckaften einer besseren Verpflegung bedürsen. Auf dief Gebiet ist bereits viel geschaffen. Vielleicht kann man dem Krieg ministerium eine Pauschale für diesen Zweck zur Verfügung stellen. Der Satz der Familienunterstützung von 15 Mark monatlich ist durchaus genügend. Wo sich Härten ergeben, ist die Möglichkeit vorhanden, einen Ausgleich zu schaffen. Man darf auch den Kommunen nicht die Pflicht auferlegen, bestimmte Leistungen zu ibernehmen. Bei den geforderten Zuschüssen für die Futtermittel⸗ versorgung will die Regierung prüfen, was sich machen läßt.
Abg. Erzberger stellt fest, daß chatzsekretä entgegenkommend geäußert hat Personen kommen missen die Lebensmittel billiger müssen die Kommunen Zuschlisse erhalten. Für das ganze Reich ist eine Erböhung der Familienunterstützung nicht nötig. Notwendig ist eine Erhöhung in fenen Gegenden, in denen die reine Geldwirt⸗ schaft herrscht: dort können die Familien nicht auskommen. Hier muß eingegrifsen werden. Die Erhöhung der Mannschafts 0 ist nötig, weil die Mannschaften höhere Preise für ihre Bedürfnisse anlegen müssen.
Die Kommission beschloß, die Erhöhung der Mann⸗ schaftslöhnung hier mitzubehandeln und gleichzeitig auf die Kriegsbesoldungsordnung einzugehen.
Abg. Bauer(Soz.) begründet die sozialdemokratischen An⸗ träge, in denen verlangt wird, daß die Unterstützung der Krieger⸗ frauen monatlich 20 Mark und die der Kinder 10 Mark betragen oll. Die Gemeinden sollen verpflichtet wenden, mindestens 50 Proz. Zuschlag zu zahlen. Der Redner trat der Auffassung entgegen, daß ein Bedürfnis zur Erhöhung der Familienunterstützung nicht vor⸗ handen sei. Selbst im Osten, wo neben der Geld- auch die Natural⸗ wirtschaft besteht, herrscht unter den Kriegerfamilien große Not. Besondors schlecht gestellt sind aber die Familien der freien Ar- beiter, bie auf dem Lande mitunter höhere Lebensmittelpreise be⸗ zahlen müssen, als wie sie in den Städten gefordert werden. Die Lieferungsverbände haben vielfach sehr wenig sozial gehandelt. Redner belegt das in einer Reihe überaus drastischer Beispiele. Zum Schluß fordert er die Schaffung einer Berufungs⸗ instanz. 2.
Ministerialdirektor Lewald bemerkt, daß 4 Millionen Fälle in Frage kommen mit vielleicht 12 Millionen Personen. Eine all⸗
Uẽnte
bekommen, und dazu
und
sind gar nicht in der Lage, die geforderten Zuschüsse zu zahlen, das Reich kann ihnen die Zuschüsse auf keinen Fall ersetzen. Auch
eine Beschwerdeinstanz habe nicht viel Zweck. Für die Unterstützung der Kriegerfamilien wendet das Reich gegenwärtig monatlich 100 Millionen Mark auf, während die Gemeinden 40 Millionen zu⸗ schießen müssen.
Abg. Gothein hält vielfach die Unterstützung. reichend, namentlich dann, wenn es sich um alte Eltern handelt, die mehrere Söhne im Felde haben. Die Gehälter der Offiziere hat man nicht herabgesetzt, und soweit die Bezüge der Beamten ermäßigt worden sind, hat der Generalgouverneur von Belgien diese Maß⸗ nahme einfach illusorisch gemacht dadurch, daß er die Bezahlung in alter Höhe anordnete.
Nachdem noch Staatssekretär Helfferich, Abg. Roesicke und einige Regierungsvertreter das Wort genommen hatten, er⸗ solgte Vertagung der Sitzung auf Dienstag.
8*
* Wie französi che Sozialisten über deutsche Friedensabschten denken.
Am Jahrestage der Schlachten bei Champigny(30. No⸗ vember bis 2. Dezember 1870) hielt der Munitionsminister Albert Thomas, früher Pariser Korrespondent der Chemnitzer Volksstimme und des Korrespondenzblattes der Generalkommissivn, eine Gedenkrede in Champigny, in der er u a rte:
„Keinen Frieden, bis unser Lothringen und unser Elsaß endgültig der französischen Einheit wiedergegeben sind: keinen Frieden, bis unsere unglücklichen Brüder, sowie die Belgier und die Serben sicher sind, daß ihre Heimat sich im Stolze der Un⸗ abhängigkeit befindet: keinen rieden, bis der deutsche Imperialismus und der preußische Militarismus unsch ädlich gemacht worden sind;
die auf der siegreichen Einigkeit beruht und durch den
freien Beitritt der Neutralen verstärkt, die Gewalt des
Kriegs für immer abgeschafft haben wird. Franzosen aller
Parteien! Wir werden bis zum Ende gehen, bis zum Ende
unserer Pflicht.“
Der Rest der Rede war eine Verherrlichung Frankreichs als des Befreiers der Menschheit. Die Nation solle nur aus- halten. Dentschlaud sei bereits unruhig und such e den Frieden. Er sagt über letzteren Punkt wörtlich: N
„Deutschland versucht Friedensgedanken unver⸗ merkt in die Welt zu setzen und Friedensangebote zu machen. Und Frieden anbieten, heißt das nicht, Frieden nachsuchen? Und Frieden nachsu chen, ist das nicht ein Zeichen der Besorgnis und der Furcht?“
Nussische und französische Geschoßarbeiter.
Der französische Munitionsminister Albert Thomas erhielt aus Moskau folgendes Telegramm:
„Die Versammlung der Arbeiterdelegierten der Stadt Moskau, die am 15. November stattfand, entbietet ihre Grüße an die französischen Kameraden und wünscht ihnen Erfolg in ihrer
ßen Aufgabe der Versorgung der Armee mit allem, was ihr g ist, um in diesem ungeheuren Weltkriege den Sieg des Rechts und der Gerechtigkeit zu erringen. Paul Riabuschinsky, Präsident des Komitees
N 1 für Militärarbeiten in Moskau.“
Hierauf antwortete Albert Thomas:
„Im Namen der Arbeiter, die für die nationale Verteidigung schaffen, dankt der Munitionsminister den Delegierten der Ar⸗ beiter der Stadt Moskau für die von ihnen ausgedrückten Ge⸗ fühle. Er ist von der Hingebung der russischen Arbeiter über⸗ zeugt und rechnet auf ihre Mitwirkung, um ihren französischen Kameraden beizustehen, Waffen und Geschosse zu liefern, die den vereinigten Verbündeten in ihrem Kampfe für Recht und Ge⸗ rechtigkeit den Sieg sichern werden. Albert Thomas.“ Der deutsche Soldat in ru sischer Darstellung.
Die in VNetersburg erscheinende sozialdemokratische Monats- schrift Nasche Djelo(Unsere Sache) bringt in ihrer Nummer 5—6 einen Aufsatz unter der Ueberschrift:„Der Krieg in den Briefen deutscher Soldaten“. Der Verfasser des Auffatzes begleitet die Aus⸗ ziige aus den Briefen mit folgenden Bemerkungen, die wir hier wörtlich wiedergeben möchten: 4„Im Namen einer großen Zukunft, im Namen der freien Ent⸗ faltung seiner Kultur, für die Unabhängigkeit seiner Heimat, fürs Vaterland— in diesem Bewußtsein zog der deutsche Arbeiter in den Krieg. Und er trug in das Heer alle seine Eigenschaften hinein: technische Fertigkeit, Intelligenz und hohe Beherrschung des Gefühls und des Willens. Er anerkannte den Krieg als seine eigene Sache, heiligte ihn durch das Panier seiner Ideale und gab sich ihm restlos hin, in größerem Maße, als er es seiner Klasse und seiner Partei gegenüber tat. Was Wunder, daß er sich als der beste, tapferste und anstelligste der Soldaten erwies?“
»Es unterliegt keinem Zweifel, daß bei der hohen Zielbewußt⸗
heit der deutschen Demokratie, und dem außerordentlichen Enthusias⸗ mus, den sie in diesem Kriege zutage förderte, ohne die Devise der Vaterlandsverteidigung, es für die regierenden Kreise Deutschlands unmöglich wäre, den Krieg zu führen.“.. „Iwei Ideen sind es, die den deutschen Soldaten in seinem Kampfe beschwingen: die Verteidigung des Vaterlandes und die Hoffnung darauf, daß nach dem Kriege ein neues, segensreiches, von Gewalttätigkeit und Ungerechtigkeit freies Leben anheben wird. Dieser letzte Zug tritt besonders bei den sozialistisch gesinnten Soldaten hervor.“
und Schrotpreise sind nicht berechtigt, hohen Zwischengewinne.
gemeine Erhöhung sei jedenfalls nicht zweckmäßig. Viele Gemeinden
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keinen Frieden, bis eine Herrschaft des R e
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