Ausgabe 
11.12.1915
 
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Hessen

und Nachbargebiete.

Gießen und umgebung.

Dae 0 75 Kreuz an der Etappensiraßse Ein Kreuz am Weg, verkräumt und still; ein Baum, als ob ers schützen will,

die Arme hoch in Himmel hebt,

das Astwerk einen Dom ihm webt. Am Kreuze träumt seit alter Zeit der Heiland, daß er hätt' befreit

die Welt vom Argen und der Not;

. dess' Liebe ward zu Fisch und Brot! Die Aeste stehen nackt und kahl!

ein letzler Abenddämmerstrahl

den Traumerlöser goldverklärt indes der Krieg das Land verheert.

Johann Adam Meisenbach.

die Schandsäule mit den Lebeusmittelwucherern. In der Kölnischen Zeitung schreibt ein Mitarbeiter den Herren Nahrungsmittelwucherern unter dem TitelDie Schandsäule die folgenden kräftigen Worte ins Stammbuch:

Unser Volk ist groß in Wollen und Wirken, ehrenhaft, apferfreudig, aber, um Goethes Wort zu gebrauchen auch ihm hängt das Gemeine an. Auf der Deutschen blankem Ehrenschild ist der in diesen Zeiten doppelt schändliche Nah⸗ rungswucher ein Schandfleck. Schlimm, daß besondere Gesetze Strafandrohungen erlassen werden mußten, noch schlimmer, daß selbst diese nicht fruchten, die Verbrecher nicht zur Be⸗ sinnung bringen, sie nicht von ihrem schimpflichen Treiben zurückschrecken. Da muß es denn, um Wandel zu schaffen, der Heilige Zorn aller Guten die Besserung erzwingen, er⸗ zwängen durch die allgemeine öffentliche Verachtung.

Jeder Fall der Bewucherung ist ungesäumt anzuzeigen und muß binnen kürzester Frist in wenigen Stunden durch harte Strafe seine Sühne finden. An dem Geschäfte des Betreffenden ist sofort ein Anschlag anzubringen, der mit großen, weithin lesbaren Lettern den Nahrungswucher, sein Vergehen, seine Bestrafung bekanntgibt. Auf den Markt⸗ plätzen, an den Rathäusern sind Schandsäulen aufzustellen, die Namen, and und Wohnung der Sünder verkünden. In den Kreisblättern sind alle Namen zu veröffentlichen, so⸗ wohl aus dem Kreise wie aus den benachbarten Großstädten, wo die Kreiseingesessenen einzukaufen pflegen.

Handelt es sich bei diesem schmutzigen Gewerbe etwa um Großhändler, so muß die Handelskammer für schleunige Be⸗ Für etwa ihre Erzeugnisse zurückhaltende Grundbesitzer würde die Brandmarkung durch die Kreisblätter allein schon genügen.

Wer seine Mitbürger in diesen Zeiten schwerer Not aus gemeiner Geldgier zu schädigen sucht, wer die Armen und Aermsten durch Bewucherung bestiehlt, der setzt sich selber derart außerhalb aller bürgerlichen Ehre, daß er schonungs⸗ los der öffentlichen Verachtung preisgegeben werden muß. Haben diese Verbrecher auch keinen Funken von Ehrgefühl im Leibe, so werden sie doch ein Grauen empfinden, von derall⸗ gemeinheit in ihrer nackten Schuftigkeit erkannt zu werden, den Weg des Verbrechers zu gehen!

Die Schandsäule tut leider not, sie nöge wirken! Schlimm ist es, daß der Pranger des Mittelalters wieder aufleben muß, aber Schurken verdienen keine Schonung. 5 Diaas ist derb aber deutlich, und vor allem trifft diese Rennzeichnung der Nahrungsmittelwucherer den Nagel auf den Kopf. Es ist gut, sich solche Meinungsäußerungen auf zubewahren bis nach Beendigung des Krieges. Man wird sie da noch manchesmal ganz gut im Kampfe gegen die Kon⸗ kumvereinsgegner, die ja vielfach auch die Interessenten am Nahrungsmittelwucher sind, benutzen können.

Die Behandlung der kalten Füße.

Alle echtenkalten Füße sind sofort warm so lesen wir in ver Sanitätswarte wenn sie ohne Strümpfe in ee e »der mit Filz, Lammfell usw. gefütterte Stiefel eee 15 erzeugen also eine genügende Wärmemenge, um die Tuer 19055 wärmen, sobald nur die Strümpfe fortgelassen werden. Da Zeit⸗ weiß das längst und wickelt bekanntlich seine kalten Füße 11 1 5 ungspapier. Die erste Bedingung der dauernd kalten Buß 5 91 Grof. Unna eine zu starke Spannung der Hautartenlen welch 1 5 zu geringe Blutversorgung, die zweite eine Fußhülle, we Hamea leibt und auf diese Weise permanent wie ein. 1 lein des ine dauernde Abkühlung hervorruft. Ae wir Gee 1155 Gapier auf die kalten Füße? Der Unterschied zwischen big 1 1 5 wollenen, baumwollenen) Strümpfen ist der, daß e een Papier rascher verdunstet als aus baumwolle ee 11015 Strümpfen, so daß es nicht zu einem permanen 10 1 5 Wasser schlag wird. Angefeuchtete seidene Strümpfe geben iind a zascher ab als Wolle, jedoch nicht so rasch wie. n 1 zerreißbar, allerdings ausgezeichne Die she e Unterstrümpfe unter wollen ten Papier welche dem vom Volke benutzten 7 5 leiht, enthält harzsaure e inem Ueberschuß des Harz honium) und nach de 2 1 mchungen Wursters if gene ei. zeimung. Diese dient dazu, die w 1 Wasser auftu⸗ und die Kapillarität(Haarröhrchenang acht die Strümpfe eben, so daß man darauf schreiben kann. Man 95 10 honfumlösung B. ganz dünne Baum wollstrümpfe, mit e sie am üintenfest, so daß man darauf schreiben kann: und halten warm. Fuße auch nicht mehr zum feuchten Umschlag ehr rasch trocknende doch besser ale Kooperieren 1 7 ichlich hart werden. End⸗ Kollodium, wodurch die Strümpfe aber reichte 5 ken; sie betreffen ich ist noch zweier sehr wichtiger Punkte zu gt. Alle genannten, die gute Dürchblu tung der Fuß 965 b Betreffende enge rarmhaltenden Mittel nützen nichts, wenn mer wenigstens eine, Stiefel trägt. Er tut aut, seine Stiefel immer sein Maß anzeigt. zesser zwei Nummern größer zu nehmen, a. d vielleicht Denn wenn er doppelteWarmstrümpfe. un assenden Stiefel die och Papier tragen will, so würden, dierichtig ahsetzen und dann Füße einschnüren und die Durchblutung W als zu enge. Sind Alieben die Füße kalt. Also lieber zu weite Sten Strümpfen noch ie zu weit, dann kann man den Raum über 05 permanent mit Papier ausfüllen, das schon stets gegen bas

darüber

*

eilage zur Oberhessischen Volkszeitung Nr. 291

Gießen, Samstag. den 11.

Dezember 1915.

Nr

Er

und kalte Innenleder einen guten Schutz abgegeben hat. Der andere Punkt betrifft den zusammenziehenden Einfluß der Kälte auf die am Fußgelenk sehr oberflächlich verlaufenden Arterien der Fußhaut. Diesem begegnet man einfach und wirksam mit Puls⸗ wärmern, die etwas weiter als die für das Handgelenk sind. Uebrigens kann man dazu sehr gut die Schäfte unbrauchbar ge wordener Strümpfe benutzen, indem man den Fußteil abschneidet und ein Steigbügelband annäht, um sie an der richtigen Stelle fest⸗ zuhalten. Sie werden am besten über den Strümpfen getragen, Die Pflege der kalten Füße verlangt also nach Unng: 1. zuweite Stiefel; 2.geleimte Strümpfe, am besten zwei Paar übereinan⸗ der, der innere braucht bloß ein Schlupfer zu sein, der äußere ist am besten ein gut geleimter Woll⸗, Baumwoll- oder Seidenstrumpf: 3. Fuß⸗Pulswärmer: 4.Leimung von Innenleder und sonstigem Futterzeug der Stiefel: 5. häufiges Einfetten der Fußhaut.

Gewährung von Löhnung an die Augehörigen Vermißter oder Kriegsgefangener. f In Kriegsgefangenschaft Geratene oder Vermißte ver⸗ lieren für ihre Person den Anspruch auf Löhnung. Durch den Kommandeur des Bataillons, der Abteilung oder des Kavallerieregiments, dem der Kriegsgefangene oder Ver⸗ mißte im Felde zuletzt angehört hat, kann jedoch die Löhnung oder ein Teil davon an Angehörige des Vermißten usw. be⸗ willigt werden. Zu den Angehörigen im Sinne dieser Be⸗ timmung gehören die Ehefrau und die ehelichen sowie die durch nachfolgende Ehe anerkannten Kinder. Diesen Ange hörigen kann die Löhnung bewilligt werden, wenn hieraus ihr Unterhalt bestritten werden soll. Dies wird ohne weiteres

anzunehmen sein, wenn die betreffenden Angehörigen die

reichsgesetzliche Familienunterstützung Großeltern und sonstigen Verwandten Linie, Geschwistern,

beziehen. Eltern, der aufsteigenden Geschwisterkindern oder Pflegekindern

kann die Löhnung bewilligt werden, wenn der Vermißte oder Kriegsgefangene diese Verwandten ganz oder überwiegend ernährt hat und sie bedürftig sind. Es haben daher Gesuche

um Bewilligung der Löhnung an diese Verwandten nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn sie mit einer Bescheinigung der Ortsbehörde versehen sind, nach der die Kriegsgefangenen oder Vermißten ihre Eltern usw. ganz oder überwiegend er⸗ nährt haben, und diese bedürftig sind. Die Prüfung der An⸗ träge auf Bewilligung von Löhnung oder eines Teiles davon an Angehörige Vermißter und Kriegsgefangener und die Zahlung der bewilligten Beträge ist lediglich Sache der be

treffenden Feldformationen. Die Anträge sind daher nur an

den Truppenteil zu richten, dem der Vermißte oder Kriegs⸗ gefangene im Felde zuletzt angehört hat. Die Bewilligung der Löhnung erfolgt in der Regel frühestens einen nach der Gefangennahme oder dem Vermißtsein.

Wie reizend!

Irgendwo draußen, wo der nimmersatte Krieg immer wieder neue Opfer verschlingt.

In den Lüften heult der Lärm der Schlacht. Auf die mutig vordringenden Soldaten regnet es Tod und Verderben. Sie stür⸗ men vor, so sehr auch die Lücken in ihren Reihen wachsen. Kugel um Kugel pfeift heran, bohrt sich in Menschenleiber. Aus einem verborgenen Maschinengewehr rasen die Geschosse herbei, dicht wie Mückenschwärme. Schrapnell um Schrapnell saust hernieder, Granate um Granate, Flammen zucken auf, in riesigen Klumpen rast die Erde zur Höhe, vermischt mit Blut, mit menschlichen Gliedmaßen. Kommandorufe, Weheschreie, Todesseufzer... die Lebenden dringen vor... dem Feinde zu... über den blut⸗ rauchenden Boden hinweg, hinweg über das Wirrsal der wühlen⸗ den, krachenden, berstenden Werkzeuge der Verheerung.

Ein Bild, aus dem dir das Grauen in die Seele steigt. Aber schau, all das ist doch eigentlich nur für das erste Hinsehen qualvoll. Wenn du dich einigermaßen bemühst, dann muß dir die Erkenntnis kommen, daß für dich aus alledem, mag es dich zuerst auch bis ins Tiefste erschüttert haben, Freudvolles emporblühen kann. Ma⸗ schinengewehrgeschosse, Schrapnelle, Granaten, Bomben diese Dinge stehen wohl im Geruch der Unheimlichkeit! Aber du mußt zugeben, auch aus ihnen kann ein Segen kommen, der dein Gemüt erwärmt, der deinen Hang zu ästhetischen Genüssen neu und wun⸗ dersam belebt, der die einen Seelenaufschwung schafft, an den du nie geglaubt hättest, ein Segen, der dich, wenn du nicht etwa sehr bockbeinig bist, selbst mit den Scheusäligkeiten des Weltkrieges aus⸗ söhnen kann.

Wie reizend! 0

Die junge Dame, die sich, durch die Räume eines Ausstellungs⸗ ladens wandelnd, zu diesem melodischen Rufe des Entzückens ge⸗ drängt fühlt, mag dir, wenn du vielleicht etwas schwer zu über⸗ zeugen bist, ein anfeuerndes, aufklärendes Beispiel sein.

Wie reizend! sagt die junge Dame und auf ihrem Gesicht zeigt sich ein berückendes Grübchenlächeln des erfrischten Kunst⸗ sinns. Sie begriff wohl im Augenblick den Hochsinn, der den Grundsätzen moderner kaufmännischer Förderung patriotischer Zwecke innewohnt, und sie stand voll reiner Freude vor dem halben Schrapnell, aus dem ein von geschickter Hand geordneter Blumen- strauß, ihre Aeuglein erquickend, emporwuchs.

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Ja, natürlich! Der künstlerisch geformte, aus acht auf einem Schlachtfeld aufgelesenen Schrapnellhülsen erzeugte Lüster konnte sie, wie überhaupt Leute von Geschmack, nicht minder erfreuen als der zu einem herzigen Blumentöpfchen umgestaltete Schrapnell⸗ splitter. Solch ein Nippsächelchen in einer traulichen Ecke des Boudoirs! Wie süß! Ueberstrahlt von dem Schrapnellhülsenlüster! Ach, um wieviel süßer! Dazu etwa eine hübsche Schreibtisch⸗ garnitur, auch erstanden aus niedlichen ehemaligen Kriegswerk zeugen! O, es ist, um in einen Entzückungstaumel zu verfallen!

Sieh, sieh, so wandeln sich Greuel in Freude! Abfallstoffe des Krieges sie können in seltsamer Veredlung auferstehen! Und der Dichter ist sicher schon geboren, der sich in Bälde dieser Merkwürdig⸗ keiten in schwungvollen Versen erbarmen wird! Schlachtfeldüber⸗ bleibsel! Nein, wie lieb, wie entzückend! Oder nicht? Es hat doch seinen Reiz, die Nase über Blumen zu beugen, die in einem zer⸗ blätterten Schrapnellsplitter stecken, die Asche der Zigarette in eine ehemalige Fliegerbombe zu stäuben. eine Maschinengewehrpatronen⸗ hülse als Krawattennadel vor die Brust zu stecken, ein sinniges Ge schoßbröschchen an die Bluse!. 5 5

Die Dingerchen haben freilich alle eine gewisse Vergangenheit. Es scheint, als hätten sie Blutgeruch, Leichengeruch, Friedhofs⸗ geruch. Aberwie reizend! sagt die junge Dame mit den hübschen Wangengrübchen und dem geläuterten Geschmack.Wie elegant! flüstert sie vor einem Schirmständer.Wie nett! meint sie einem Briefbeschwerer. 5 0

Nein, sie spürt nichts von dem Blutgeruch und es ist auch nie⸗ mand da, der sie darauf aufmerksam machen würde. Sie wandelt durch Schlachtfelderabfälle und sie umspannt, ge⸗

vor

den Laden der

Monat

trieben von Gefühlen der Anerkennung, all die schönen Sachen mit einem vollen Blicke:Wie reizend!(W. A. 3.)

Stadtverordneten⸗Versammlung.

Nach langer Pause wurde am Donnerstag wieder eine Sitzung abgehalten, zu der sich die Mitglieder ziemlich zahl⸗ reich eingefunden hatten; siebzehn Mann waren vertreten, im Verhältnis zur Zahl der jetzt überhaupt vorhandenen Stadt⸗ vertreter eine ganz respektable Ziffer. Auf der Tagesordnung befanden sich keine Gegenstände von besonderer Wichtigkeit und so war sie schnell und fast ohne Debatte erledigt. Nur am Schluß an zwei Gesuchen zum Betriebe einer Kaffee⸗ wirtschaft knüpfte sich eine kurze Aussprache. Die Kommission beantragte Ablehnung und begründete diesen Antrag damit, daß man dem größeren Konsum feiner Backwaren und Kuchen entgegenwirken müsse, der durch die Cafés gefördert werde. Im Laufe der Debatte wurde aber die Frage aufgeworfen, ob bei Kaffcewirtschaften überhaupt eine Genehmigung not⸗ wendig sei und man stellte fest. daß die Bedürfn is frage hierbei nicht zu prüfen sei, sondern die Genehmigung kann nur verweigert werden, wenn in dem Lokal der Völleret, Unsittlichkeit usw. Vorschub geleistet wird. Da das in beiden vorliegenden Fällen keineswegs zutrifft, war gegen die Er⸗ laubnis nichts einzuwenden. Stadtv. Urstadt, der im Felde steht und beurlaubt ist, war ebenfalls anwesend.

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Auwesend waren: Oberbürgermeister Keller, Beig. Emmelius Grünewald: Stadtv. Dr. Ebel, Eichenauer, Faber, Heichelheim, Helfrich, Huhn, Krumm, Löber, Orbig, Petri, Plank, Schaffstädt, Simon, Urstadt, Vetters, Wimmenauer, Winn. Als Urkunds⸗ personen werden Orbig und Plauk bestimmt. Unter Mitteilungen gibt der Oberbürgermeister mehrere Dankschreiben bekannt: Des Verbandes für militärische Jugendpflege für Bewilligung eines Zuschusses von 500 Mk.; der Kinderbewahranstalt für gewährten Zuschuß; des stellvertrelenden Hauptlehrers für bewilligte Funktionszulage. Ferner haben Albert und Bella Heichel⸗ heim der Stadt 4000 Mk. übermittelt, welche Summe den Grund⸗ stock einer Stiftung bilden soll, deren Zinsen zur Unterstützung einer jüdischen oder christlichen Kriegerwitwe verwendet werden sollen. Unter Zustimmung der Versammlung spricht der Oberbürgermeister besten Dank für diese Zuwendung aus. Einem Gesuch der Firma J. B. Noll wegen Verlängerung der Frist zur Errichtung eines Gebäudes an der Wiesenstraße wird stattgegeben. Dem Belegungsplan für den israelitischen Teil des neuen Friedhofs wird zugestimmt. Die Ausnahmetage für den Ladenschluß für 1916 werden wie isher festgesetzt. Bei Benutzung der Straßenbahn von Militäxpersonen sollen Vergünstigungen ge⸗ währt werden und zwar in der Weise, daß für die Fahrt von Militärpersonen bis zum Offizierstellvertreter einschließlich 5 Pfg. zu zahlen sind. Für Anschaffung von. Elektrizitätszählern wer⸗ den 5000 Mk. gefordert und bewilligt. Für Kriegskosten sind bisher 557 500 Mk. verbraucht, wovon allerdings die Stadt den größten Teil vom Reiche wieder ersetzt bekommt. Es wird ein weiterer Kredit verlangt in der Höhe von einer Million. Die Forderung wird bewilligt. Als Beitrag für das Rote Kreuz in Bulgarien werden 300 Mk. bewilligt.

Wirtschaftsgesuche. Robert Möhring ersucht um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetriebe im Hause Ludwigstraße 55; Johannes Car le für einen solchen Kirchstraße 20(Schule), in welchem Falle es sich um eine Kantine für die Landstürmer handelt. Beide Gesuche werden befürwortet. Um Erlaubnis zum Betriebe von Kaffeewirtschaften ersuchen Bäckermeister Kuhn, Neuen Bäue 9 und K. Paul Ehefrau für Bahnhofstraße 62. Diese Ge⸗ suche ersucht die Kommission abzulehnen, weil die Errichtung von Kaffeewirtschaften den Konsum von Kuchen und feinem Gebäck fördere, was nicht zu wünschen sei. Diese Gründe werden vom Oberbürgermeister gebilligt. Vetters fragt, ob für Kaffeewirt⸗ schaften überhaupt eine Erlaubnis nötig sei, seines Wissens sei das nicht der Fall. Simon spricht für Befürwortung der Gesuche, da man doch die Leute ihr Gewerbe betreiben lassen müsse. Dr. Ebel gibt zu, daß man hier vor einer heiklen Frage stehe; im der Tat werde von der Bevölkerung auch von der minderbemittelten viel Kuchen konsumiert. Beig. Grünewald stellt aus der Gewerbeordnung fest, daß Genehmigung zum Betriebe einer Kaffeewirtschaft nur dann verweigert werden dürfe, wenn die An⸗ nahme gerechtfertigt sei, daß in dem betr. Lokale die Völlerei, Un⸗ sittlichkeit usw. gefördert werde. Da das hier nicht zutrifft, werden die Gesuche befürwortet. Vetters fragt an, ob es richtig ser, daß es einer Anzahl ausländischer Studierender der Universität untersagt sei, das Theater zu besuchen; treffe das zu, so werde das Theater und indirekt die Stadt geschädigt. Der Oberbürger⸗ meister erklärt, dafür sei die Polizei zuständig. Beig. Grün e⸗ wald bemerkt dazu, daß es den anwesenden Russen usw., denen gegenüber man übrigens tolerant verfahre, nicht gestattet sei, abends auszugehen; also könnten sie auch nicht das Theater besuchen. Diese Anordnung bezwecke, Zusammenstöße usw. mit dem Publikum zu verhüten. Krumm möchte seststellen, daß die Preise der von der Stadt verkauften Waren aus ganz bestimmten Gründen viel billiger sind, als sie jetzt im Großhandel zu haben sind. Es sei also unberechtigt, wenn den Händlern Wucher vorgeworfen würde. Der Oberbürgermeister bestätigt, daß Krumms Fest⸗ stellungen den Tatsachen entsprechen. Nach kurzer Erörterung über den Verkauf der Waren in der Neustadt schließt die öffentliche Sitzung. g

Ortskrankenkasse Gießen. Am Montag in acht Tagen, 20. Dezember, abends Uhr, findet im Lokalezum Post⸗ keller eine Aus schußsitzung statt. Auf der Tages⸗ ordnung steht Abnahme der Jahresrechnung für 1914, Bericht der Rechnungsprüfungskommission und Neuwahl der Kon- mission.

Der Konsumverein Gießen hält morgen(Sonntag) nachmittags ½4 Uhr eine außerordentliche Generalver⸗ sammlung ab, auf die nochmals hingewiesen wird. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Geschäftsführers Liebmann in Frankfurt über Schwierigkeit der Waren⸗ beschaffung, als zweiter Punkt Wahl des Geschäftsführers.

Viel Wasser. Das andauernde und starke Regen- wetter hat das Steigen der Flüsse zur Folge. Die Lahn und ihre Nebenflüsse sind an einigen Stellen bereits über die Ufer getreten. Von den Wasserläufen im Vogelsberg wird das Gleiche gemeldet.

Hundeprozesse. Seitdem wir eine Straßenbahn in Gießen haben, ist es öfter vorgekommen, daß Hunde überfahren wurden. Gewiß wird jeder sagen, daß das ja nicht so schlimm sei, als wenn ein Mensch kotgefahren wird, was im allgemeinen auch zutreffen mag. Aber so ein totgefahrenes

Hundevieh verursacht oft noch viel Scherereien. Wenn näm⸗