Ausgabe 
11.12.1915
 
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0 Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Gießen, Samstag, den 11. Dezember 1915

10. Jahrgang

Der Rei!

Die sozialdemokratische Friedensinterpellation im Reichstag.

Von großer geschichtlicher Bedeutung war

zweifellos

68 0 licher die gestrige Sitzung des deutschen Reichstags. Und was dort gef 0

9010 5 9995 5 was dort gesproche burde, wird lange noch in aller Welt das lebhafte Interesselfinden. Handelte es sich doch um die Beendigung des Weltkrieges, um die Herbeiführung des Friedens, den alle Völker der Erde in glühender

f ehnsucht erhoffen. Nach einer längeren Rede des Reichskanzlers ber die gegenwärtige politische und militärische Lage, eine Rede, ie Neues kaum brachte, kam es zu der Interpellation der soztal⸗ semokratischen Reichstagsfraktion über die Friedensbedingungen ger deutschen Regierung. Wir verweisen dafür auf den Reichstags⸗ ericht an anderer Stelle des Blattes. 3 1 Die von unserem Redner, Scheidemann, erhobene For⸗ erung eines e hrenvollen Friedens, der die Wiederholung ieses furchtbaren Völkergemetzels ausschließt, und seine weitere

lin ausz uüschieben, sobald die Gegner dazu geneigt nd, blieb unwidersprochen, sowohl vom Reichskanzler wie von den hürgerlichen Parteien. Damit haben Regierung und Volksver⸗ retung Deutschlands die Hand zum Frieden geboten. 5s ist jezt an den Feinden, zu zeigen, ob und wie sie diese

und Ergebnissen gekommen werden kann. Wenn es sich erst um die 4 inzelh eite u des Friedens handeln wird, werden noch genug Gegensätze auszugleichen sein. Wir Sozialdemokraten, die wir 1

vissen, was geschichtliche Tradition und ökonomische Widersprüche ür eine politische Bedeutung haben, werden uns am weknigsten arüber wundern, daß über den Inhalt des Friedens, über die be⸗ ondere Art der Sicherung gegen einen neuen Krieg, über die Fest⸗ etzung der staatlichen Grenzen und über bas Ob und Wie der en Erpansion tiefgehende Meinungsverschiedenheiten e vorhanden bleiben. Es war daher kein ondern eine Selbstverständlichkeit der Klassenbildung und der ge⸗ chichtlichen Entwicklung, daß die gemeinsame Erklärung der ürgerlichen Fraktionen, die Herr Spahn abgab, von er sozialdemokratischen Forderung Scheidemanns, einen baldigen hrenvollen Frieden und eine Sicherung Deutschlands vor einem eue Kriege ohne jede Annexion durchzuführen, wesent⸗ ich ab wich. Erfreulich aber war, daß der Kanzler des Deutschen Reiches liernach in keinem Falle mit denNichts⸗als⸗Annexionisten in inen Topf geworfen werden kann. Das u nterstrich auch Ge⸗ sosse Landsberg.

N Die ganzen Verhandlungen sagen allen, die es es in der deutschen Volksvertretung keine einzige Stimme gibt, 4 ie den Krieg nur um des Krieges w illen weiterführen pill. Erneut ist bewiesen, daß abgesehen von ein paarWüterichen Ind Profiterichen wie neulich ein bürgerlicher Journalist hrieb im deutschen Reiche jedermann Frieden vill Nur über die Einzelheiten, wie wir wiederholen, können ßzegensäge entstehen und durch ungeschicktes Verhalten cinseitiger interessentengruppen verschärft werden. Es ist aber schon ein großes und bleibendes Verdienst der sozialdemokratischen Friedens⸗ tsche Volk und auch die

hören wollen,

iiterpellation, gezeigt zu haben, daß das deutsche⸗. leutsche Regierung bereit sind, in Friedensverhandlungen einzu⸗ eten freilich nicht, solange Briand, Asquith und Sassonow.

hub gegen alle dröhnende Wirklichkeit, das Kriegsziel der Schmä⸗ kErung, Zerreißung, ja Vernichtung Deutschlands und seiner Ver⸗ lüündeten aufstellen. Es ist dabei von unserem Wortführer mit eller wünschenswerten Deutlichkeit betont worden, daß gerade das Deutsche Reich infolge seiner unbestrittenen gewaltigen militäri⸗ shen Erfolge und der dadurch bedingten Kraft und Stärke seiner sage sich nichts vergibt, wenn es die Friedenshand zuerst den begnern darbietet und keinen hat es im Hause gegeben und leinen sollte es auch außerhalb des Hause⸗ lunds geben, der in diesem Friedenswillen Schwäche und der beginnenden Ohnmacht zu sehen 8 sosse Scheidemann hat sich gerade über die Frage, der leutung mit einer Deutlichkeit ausgelassen; die jeden Zweif schließen muß, aber er hat mit gleichem Recht und mit g Flarheit betont, daß aus demselben Grunde der Stärkere trößere Pflicht hat, den anderen zuerst die Hand zu bieten. wissen, wie alle Welt nach Frieden lechzt, wie die arbeite klassen in allen Ländern am meisten den Frieden herbeiwünschen peil sie am meisten unter dem Kriege zu leiden haben.

ein Zeichen

indem er ebenso wie

erzielen. 5 e Haus selbstverständlich

re tapfern Sol

Eeinmütig war das ganz schuldigen Dank an unse umüitig

und zu Lande, ei in dem Willen, diesen Dank

10

und Taktlosigkeit eine Viertelstunde lang ein arger Miß⸗

Präsidium annahmen, der von unserer Fraktion zum Redner in

orderung, den Abschluß dieses Friedens nicht über den Zeitpunkt

Hand ergreifen wollen, damit von Worten und Absichten zu Taten,

Wunder.

in Form und Inhalt seiner Rede Maß hielt, und

3 und außerhalb Deutsch⸗ der en sich einredet. Ge⸗

Miß⸗ el aus⸗ gleicher die Wir arbeitenden

Wir wissen

rekt Stellung genommen, U i fi ichen Redner keinen Zweifel darüber ließ; daß für. ebensmittel für die Ernährung und die Rohstoffe f 11155

die Frage nicht existiert,

in dem

zu W 100 daten Zu Pala wie der erste sagialdemakratiiche Redner,

durch die Tat zu zeigen; gleich großen Dank sagte der Kanzler den] Frauen daheim, von denen viele ihr Liebstes verloren haben, die aber tapfer ausharren; den Arbeitern in Fabrik und Werkstatt, am Pfluge und auf dem Acker, die Deutschlands innere Sicherung! gewährleisten und hinter den Fronten Kultur in die besetzten Ge⸗ biete tragen oder sie wieder aufbauen, ist das stete Gedenken des deutschen Volkes gewiß.

An der historischen Bedeutung der gestrigen Reichstagssitzung kann die Zufälligkeit nichts ändern, daß durch Miß verständnis

ton die Sitzung beherrschte. Aber dieser Mißton wurde wi eder ausgeglichen, und der ganze Zwischenfall stand in einem solchen Gegensatz zum Inhalt der Debatte, daß er ihren Charakter nicht zu beeinflussen vermochte. Das Mißverständnis war dadurch hervorgerufen worden, daß die bürgerlichen Parteien oder das

der Interpellationsdebatte bestimmte Genosse Landsberg ver⸗ zichte auf das Wort, während er nur die Absicht kundgegeben hatte, nach der gemeinsamen Erklärung der bürgerlichen Parteien zu sprechen. Die Einbringung und nun gar die Annahme eines Antrags auf Schluß der Besprechuns* 1 Wort gelangte, brachte eine aroße Erregung in das Haus und

den einmütigen Protest der sozialdemokratischen Fraktion (hervor. Die bürgerlichen Parteien gelangten schließlich, bedrängt durch die lebhaften Proteste unserer Genossen Haase, Scheidemann, Ledebour und Landsberg, zu dem Entschluß, das Mißverständnis zu beheben und selbst die Wiedereröffnung der Debatte zu beantragen.

*

0 Die Welt hat Deutschland reden gehört. Sie wird erkennen, daß Deutschland durch noch so oft wiederholte Drohungen nicht e nzuüsschüchtern ist im ruhigen Bewußtsein seiner inneren Kraft.

Was für eine Antwort werden wir hören? Wieder Forderung der Hingabe Elsaß⸗Lothringens, für die auch die deutsche Sozialdemokratie nur ein unbedingtes Nein hat? Wieder die Phrase vom Nationalitätenprinzip, dessen stärkste Verneinung Rußland und das britannische Weltreich darstellen? Wieder die Vertröstung der Völker auf die Erschöpfung eines Staatenbundes, der heute von der Nordsee bis Bagdad reicht und dessen Gebiet sich täglich weiter dehnt?

Es wird Zeit zur Einsicht. Die beiden Reden des Reschs⸗ kanzlers die bürgerliche Erklärung war nur eine Umschreibung ihres Inhalts und die Worte Scheidemanns und Landsbergs erlauben auch dem unbefangenen Beobachter zu sagen, daß Deutsch⸗ land nicht verblendet ist.

Nun haben die andern das Wort.

die

*

Preßstimmen an den Reichstagspver handlungen.

Die Berliner Presse der großen politischen Parteien brachte am Donnerstag abend nur zu einem Teil eigene Anschauungen über die Donnerstagsverhandlungen des Reichstags; ein Teil dieser Presse begnügte sich, neben dem Bericht ein Entrefilet zu veröffent⸗ lichen. Von den Blättern, die eine eigene Stellungnahme bekundet haben, zitieren wir die nachstehenden:

und der Frieden.

ausführte, die Sozialdemokraten glauben, daß wir auf der Höhe unserer militärischen Erfolge, auf der wir stehen, den Frieden an⸗ bieten lönnten, ohne in den Verdacht der Furcht oder Schwäche zu verfallen, während der Reichskanzler unter Hinweis de rauf, daß unsere Feinde noch immer von der Vernichtung dessen, was sie den Militarismus, also in Wahrheit das Deutsche Reich nennen, träumen und sprechen und noch nicht einen Finger für den Frieden gerührt haben, sondern der Ueberzeugung sind, uns noch niederzwingen zu können, in dem Glauben verharrt, daß ein Friedensangebot von unserer Seite im gegenwärtigen Augenblick noch die echte oder künstlich erzeugte Siegeszuwersicht unserer Feinde stärken und als erstes wichtiges Anzeichen unserer Schwäche gedeutet werden könnte. Das ist der Kern des Ergebnisses der heutigen Sitzung.. 6

* Die Einkreisung Montenegros.

Der Lyoner Nouvelliste bezeichnet die Ankunft öster⸗ reichischer und bulgarischer Truppen in Skutari als bevor⸗ stehend, wodurch die Besetzung Antivaris einige Stunden später bedingt werde. Die Einkreisung Montenegros sei voll⸗ ständig, da die Tätigkeit der österreichischen Unterseeboote die Ueberfahrt auf der Adria sehr gefährde. Die Aktion der österreichischen Flotte gegen San Giovanni de Medua, die unbehindert Verproviantierungsdampfer für Montenegro bombardieren und ein französisches Unterseeboot versenken konnte, begünstige die Unternehmung der Feinde.

Vom letzten Kriegsrat in Calais.

T. U. Haag, 9. Dez. Wie gemeldet wird, traten bei dem letzten Kriegsrat in Calais scharse Meinungsverschiedenheiten wegen der Balkanfrage zutage. Schließlich wurde bo⸗ schlossen, die Altionen auf Behauptung Salonikis sowie der näheren Umgebung zu beschränken und vorläufig jede Offen- sive einzustellen. Die Haltung Griechenlands flößt der Entente nach wie vor die ernstesten Befürchtungen ein.

Die italienischen Verluste in Tripolis.

Konstantinopel, 9. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Wie die Blätter aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren, halten gut organisierte Streitkräfte der Senussen und tripolitanischen Eingeborenen das ganze Wilajet Tripolis besetzt. Sie er⸗ richteten ihr Hauptquartier in Suk-el⸗Dschuma, anderthalb Stunden von der Stadt Tripolis. Sie drangen auch in die Kasa Syrt ein. Bei den Kämpfen in dieser Kasa verloren

die Italiener 6000 Mann an Toten und ließen sehr viel Waffen und Munition in den Händen der Eingeborenen. Der Donau Oder⸗stanal.

ter der Regierung des Dr. v. Körber, der etzt nach 10. jähriger Nichtverwendung gemeinsamer Finanzminister gewor⸗

Der Verliner Lokal⸗Anzeiger schreibt am Schluß seines Artikels:Mit klaren Worten hat der Kanzler zum Ausdruck gebracht, daß Deutschland wie vor dem Kriege, auch jetzt noch fried⸗ sertig ist und den Frieden je eher desto lieber herbeiführen möchte, wenn er uns bringt, was wir unbedingt brauchen.... Es kana kein Zweisel bestehen, daß die Stimmung des deutschen Volkes selbst keine andere ist. Die Deutsche Tageszeitung sagt:Sinn und Ergebnis der Aussprache war, in einer kurzen Formel zusammengefaßt: Die deutsche Reichsregierung ist, in vollem Einklange mit der über⸗ wältigenden Mehrheit des deutschen Volkes, sest und unbedingt ent⸗ schlossen, in diesem Kriege nicht nur ausg: von ihrenVernichtungs-Plänen absteh fechten bis zu einem Siege, wie ihn eine siche sche Zukunft erfordert.. Zeugnis ausstellen, daß er von der Ansicht durchdrungen war, e freimütige Aussprache

gerade von seiten des si

en, sondern ihn durchzu⸗

zu überzeugen. Daß dies

feindlichen Ausland haben könnte, glauben wir aber ebensowenig,

8 Friedens; 1 Parteien ge⸗ nnen, 5375 5 8! 1 525 auch, daß zur Erreichung, des 4 1 11 sie 4 wie wir seine Auffassung teilen können, daß die feindlichen Völrer 1* 1 die die Hand reicht, und di 1 den Frieden herbeisehnten und nur die feindlichen Regierungen imm t. j; 1 den Krieg zu verlängern wünschten.

745 3451. klang durch die Reden eine. e e eig von ee, ee und Hoffnungen, die Das Berliner Tageblatt bemerkt in einem Leitartikel 5 575 anner als äußere Politik angehen. Es trat ernent u. a.Die ganze Frage des Friedens ist natürlich mit der Frage ie Ford e nner pesse 12 erechteren und durchgreifenden Ver⸗ der Friedens bedingungen, mit der Frage der 180 r de⸗

10 Forderung, 0 esser 75 9 Es wurde erneut bessere[ rungen, eng verkutipft. Herr Scheidemann konnte über diese Leitung unserer Lebensmittel hervor. sorgung ihrer Witwen und Vedingungen schon deshalb klar seine Ansicht sagen, weil er, zum Fhnung unserer Soldaten, een ae diesen Fragen nur in⸗ Unterschied von manchen anderen Leuten, darüber eine klare und GVaisen verlangt. Der Reichskunzler hat an mie die sozialdemokra⸗ nicht mit dem Tage wechselnde Ansicht hat. Wir bedauern, daß

es uns nicht möglich ist, ähnlich deutlich zu sprechen, und wir können

nur bemerken, daß unf durch Unsicherheit noch durch g der einen oder der andern Selte verursgcht

ere Zurückhaltung in diesem Nachgiebigkeit gegenüber dem Dränger 1

ührung besitzen. Auch er stellte fest, daß: b ebend Lebensmittel Wee Die Frankfurker Zeitung schreibt u. a.: s ist gar ie Frage, wie wir die vorhandenen e diese seine Auf- kein Zweifel: alle Parteien und gewiß das deutsche Volk in seiner . lig verteblen. Saß zer 1985 rechtigten Klagen der Be⸗Gesamtheit wünschen einen eh venvollen Frieden, der ihm freie Ent⸗ assung energisch durch,. 1275 es, nicht nur mit] wicklung seiner Kräfte, seines Wohlstandes und seines Ansehens ölkerung endlich Gehör finden. Hier Wirkungen in der Folge zuin der Welt sichert. Der Gedanke ist in allen Reden und Erklärungen Worten zu trösten, sondern durch Taten Wi wiedergekehrt, nur in verschiedenen Formen. Der Unterschied deren Redner heute

zwischen der Auffassung der Sozialdemokratie,

ausdrücklich als d

Herr Scheidem ann

halten, bis unsere Feinde

re und glückliche deut⸗ Man kann dem Abg. Scheidemamn das ine über die vorhandene Friedensmöglichkei⸗ egreichen Deutschland sei ein Zeichen nicht von Schwäche, sondern von Siegessicherheit und Kraftbewußtsein; und ebenso, daß er sich nach Kräften bemühte, auch die Gegner davon Bemühen den gewünschten Erfolg im

Punkte weder.

ie Vertreter einer Friedenspartei sprachen, und der des verantwortlichen Stagtsmannes besteht nur darin, daß

den ist, wurde 1902 in Oesterreich, sogar unter Mitwirkung des Parlaments, eine wasserwirtschaftliche Vorlage Gesetz, die ein groß⸗ ziigiges Programm aufstellte. Ausgeführt ist davon allerdings erst die Schaffbarmachung der Moldau stromauswärts überPrag hinaus. Nun haben die schlesischen wasserwirtschaftlichen Vereine be⸗ schlossen, den Reichskanzler zu ersuchen, sich für die Verwirklichung des Donau⸗Oder⸗Kanals einzusetzen. Es handelt sich hierbei in der Tat um eine sehr wichtige Sache. Eines der unbestrittensten Kriegsziele ist die Herstellung einer dauernden Verbindung und engeren wirtschaftlichen Gemeinschaft zwischen den Zentralstaaten, Bulgarien und der Türkei. Der Kanal würde Nordost-Deutsch⸗ land auf dem bequemen, billigen und für Massengster besonders geeigneten Wasserweg mit Wien, Budapest, Belgrad, Rustschuk und damit auch mit dem Goldenen Horn verbinden; er wäre für Oesterreich von ganz erheblichem Vorteil auch deshalb, weil er die Benutzung des Schlenenweges zwischen Wien und den mährisch⸗ schlesischen Kohlen⸗ und Eisenhüttenbezirken ersparen würde. Während dem Bau des gleichfalls geplanten und seinerzeit be⸗ schlossenen Donau Moldau⸗Elde⸗Kanuals die technische Schwierig⸗ keit großer Höhenunterschiede im Wege steht, ist dies beim Donau⸗ Oder⸗Kanal lange nicht in ähnlichem Maße der Fall. Es spricht also alles dafür, der Forderung der Breslauer Vereine Rechnung zu tragen. Ein derartig großes Bauwerk müßte auch von großer sozialer Bedeutung zur Einschränkung der Arbeitslosigkeit beim Uebergang in den Friedenszustand sein, um so mehr, als ja nicht beabsichtigt zu werden scheint, die Hundertausende Kriegsgefangener in Deutschland und Oesterreich-Ungarn zur schleunigen Vornahme von Kanalbauten zu verwenden, deren Notwendigkeit längst all⸗

gemein anerkannt ist. AItalienisches.

Lugano, 9. Dez. Enrico Ferri brachte in der Kammer einen Antrag ein, der Regierung die budgetlose Ver waltung nur bis Ende März 1916 zu verlängern, da gegenwärtig die Mitwirkung und die A üfsicht des Parlaments in Italien unentbehrlich seien. Dieser Antrag Ferris veranlaßt Giornale d'Italia zu einem heftigen Ausfall gegen derartige Versuche, die Regierung zu dis kreditieren.

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Bern, 9. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Laut einer Privat⸗ meldung aus Rom war der Grund zu einer so späten Unterzeichnung des Londoner Vertrages durch Italien nicht etwa ein Bedenken gegen die Verpflichtung, keinen Sonderfrieden zu schließen, sondern