Ausgabe 
10.12.1915
 
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Serbisches Schreckensregiment in Monastir. Griechische Blätter berichten aus Monastir: Die serbische Militärbehörde ließ in den letzten Tagen mehrere hundert Griechen und Bulgaren erschießen, meist Verbrecher und Häftlinge, sowie sonstige angeblich verdächtige Leute, unter dem Vorgeben, diese würden im Falle ihrer Freilassung die Waffen gegen die Serben ergriffen haben. Franzosen und Engländer in der Sackgasse! Eine aus Salonik gesandte Depesche des Spezialkorre⸗ spondenten vom Pariser Petit Journal schildert die hart⸗ bedrängte Lage des englisch-französischen Expeditionskorps. Es befinde sich in einer Sack⸗ gasse, denn vor der Front entfalteten sich bulga rische Truppen, türkische Divisionen marschierten in Thrazien auf, und Mackensen rücke in der Richtung auf Monastir vor. Infolge des Zusammenbruchs der serbischen Armee, die den Babuna⸗Paß aufgeben mußte und in den eisigen Bergen Albaniens ihrem Untergang entgegengehe, bilde die Armee Serrail nur noch eine kleine, gefährdete Truppe vor dem an Zahl weit überlegenen Feinde. Ein Vorrücken sei ihr unmöglich; der Rückzug, der heute noch offen sei, könne morgen schon versperrt sein. Im Rücken stehe Griechenland, hinter Griechenland aber befinde sich Deutsch⸗

land. *

Lugano, 9. Dez. Ein Telegramm Magrinis aus Salonik be⸗ Mae daß die Truppen der Entente infolge Verzögerungen Mazedonien räumten. Das Heer unter Gallwitz nähere sich über Weles bereits Demirkapu; bei Strumitza⸗Dorf sei deutsche Reiterei aufgetaucht. Besonders bedrohlich sei jedoch der Versuch

der Deutschen und Bulgaren, bei Strumitza-Bahnhof den Fran⸗ zosen den Rückzug abzuschneiden. Der Bahnhof von

Demirkapu und die Brücken dort seien gesprengt, die Verwundeten aus dem Lazarett von Gewgeli nach Salonik verbracht worden.

Budapest, 9. Dez. Nach einer Sofioter Meldung des Az Est glehen sich die Ententetruppen hinter die griechische Grenze zu rück, um dort vor weiteren Angriffen der Verbündeten geschützt zu sein. Die Griechen sind dadurch beunruhigt, weil sie befürchten, daß die sich zurückziehenden Ententetruppen von den Verbündeten auf griechisches Gebiet verfolgt werden. Um die Besorgnisse Griechenlands zu zerstreuen, machte Bulgarien den Vorschlag, wie bei Beginn des Krieges eine neutrale Zone im Ausmaß von etwa 5 Kilometer zu schaffen.

Der türkische Bericht. Die Verfolgung in Mesopotamien.

Konstantinopel, 8. Dez.(W. T. B.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Irakfront bedrängten unsere Truppen heftig den Feind, der Kut⸗el⸗Amara verteidigt. Eine feind⸗ liche Kolonne, die zu fliehen versuchte, erlitt starke Verluste; wir erbeuteten 300 beladene Kamele. Uusere vorgeschobenen Kolonnen, die von unserer Flanke aus bis Schaik Saad vor gingen, belästigten den Rückzug des Feindes.

n der Dardanellenfront bei Aanaforta nahm unsere Artillerie einige versammelte feindliche Kräfte, seine Batterien und seine Trausportschiffe in der Supla-Bucht unter wirk⸗ sames Feuer, fügte ihnen Verluste zu und zwang die Trans⸗ portschiffe, sich zurückzuziehen. Bei Ari Burnu zerstörte unsere Artillerie einen Teil der gedeckten Unterkunftslager der feindlichen Reserven. Am 7. Dezember zerstörten die von uns gespreugten Minen am rechten Flügel zwei feindliche Minen. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr zwang am 7. Dezember unsere Artillerie einen feindlichen Monitor und zwei feindliche Kreu zer, welche Palamutlik beschossen, sich zurückzuziehen, sowie einen feindlichen Kreuzer und einen Monitor, welche Kapa Tepe beschossen.

An der Kaukasusfront Erkundungsgefechte.

Zur Lage in Aegypten.

Die Haltung der Bevölkerung Aegyptens im Falle eines kürkischen Vorstoßes auf den Suezkanal gibt der Regierung, wie Ikdam meldet. Anlaß zu größter Besorgnis. Die Be hörden haben genau Kenntnis darüber, daß bei dem ersten kürkischen Erfolg ein Aufstand gegen die englische Herrschaft einsetzen werde, dessen Ausbruch nur auf den Mangel einer Organisation und Waffen unter den Eingeborenen verhindert sei. Infolgedessen werden von den Militärbehörden fortgesetzt Verhaftungen angesehener Eingeborener vorgenommen. Der von England eingesetzte Sultan wird wie ein Gefangener be handelt. Er zeigt sich nur bei besonderen Gelegenheiten unter ganz außergewöhnlichen Vorsichtsmaßnahmen. Aus Furcht vor einem Anschlag auf sein Leben hat Hussein Kemal der englischen Regierung wiederholt seine Abdankung angeboten, die aber auf Veranlassung des General-Residenten bisher immer abschlägig beschieden wurde.

*

Dem Matin wird aus London gemeldet: Das Presseburcau teilt mit, daß am 23. November zwischen einer Abteilung indischer Kavallerie, die von El Kantara aus aufgebrochen war, und feind⸗ lichen Truppen, denen es gelungen war, sich der Zone des Suez kanals zu nähern, ein Gefecht stattgefunden habe. Auf feindlicher Seite wurden sieben Mann außer Gefecht gesetzt und dem Feinde außerdem zwölf Gefangene abgenommen. Die indische Kavallerie verlor einen Toten.

Das englische Unterhaus über Friedens⸗ vorschläge.

London, 9. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuter⸗ schen Bureaus. Im Unterhause forderte Snowden(Arbeiter⸗ partei) Asquith auf, zu versprechen, daß kein durch ein neutrales Land oder die kriegführenden Länder gemachter Vorschlag Friedensverhandlungen, der die Räumung eroberter Gebiete Basis habe, ohne das Wissen des Parlaments zurückgewiesen wür Asquith antwortete, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Rußland seien übereingekommen, keinen Sonderfrieden zu schließen. Wenn ernstgemeinte Friedensvorschläge von den feindlichen Re⸗ gierungen entweder direkt oder durch neutrale Länder gemacht wür⸗ den, dann würden sie zuerst von den verbündeten Regierungen be⸗ sprochen werden; bis dahin könne er kein anderes Versprechen geben. Sollten Friedensvorschläge gemacht werden, dann würde die Regierung es für wünschenswert halten, das Parlament so früh wie möglich ins Vertrauen zu ziehen.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

8 Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Verstorbene. Frau Sara Levy, geb. Bein, in Gießen. Seb, f harina Becker Wwe, Galtwirtin in Altendufec. 23

Zeken tmacku a.

Die im November 1898 geborenen Landsturmpflichtigen der

8 bis 12 Uhr und nachmittags von 2 bis 6 Uhr im alten Rathaus am Marktplatz zur Landsturmrolle melden. Auswärts Geborene haben bei der Ge⸗ burtsschein vorzulegen. Gießen, den 7. Dezember 1915. 25 Der Oberbürgermeister. Keller.

Bekanntmachung

Die Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt hat abzugeben:.. Kleie(ausländische) zum Preise von 30,0031,00 Mk. die 100 Kg. ohne Sack ab Mainz:.

Futtermais(ausländischer) von 51 Mk. die 100 Kg. ohne Sack ab Mainz:.

Reisfuttermehl(stamestsches) zum Preise von 45,50 Mk. die 100 Kg. ohne Sacke ab Mainz; 5

Rapsreste(rumänische) zum Preise von 55,00 Mk. die 100 Kg. ohne Sack ab Mainz: 5

Sonnenblumenkuchen(ausländischer) zum Preise von 41 Mk. die 100 Kg. ohne Sack ab Mainz;

Melassefutter(Häcksel und Torfmelasse) laut Preisliste, die den örtlichen Verteilungsstellen unterm 5. November zuging;

Zucker futter(nämlich Rohzucker vergällt) ist vollständig verteilt und können Bestellungen darauf nicht mehr entgegen- genommen werden.

Ich fordere sämtliche Viehhalter hiermit auf, ihre Be⸗ stellungen auf obige Futtermittel innerhalb 3 Tagen bei mir ein⸗

Anmeldung ihren

zum Preise

Stadt Gießen müssen sich am 15. Dezember 1915, vormittags von

4. Die Bäcker sind verpflichtet, den Bezug von beschlagnaß freiem Mehl sofort, spätestens aber binnen 23 Stunden nach 6 152 unter e 0. iefe uw. tädtischen Mehlverteilungsstelle zu melden.

5. Zuwiderhandlungen werden gemäß 88 57, 58 der ratsverordnung vom 28. Juni 1915 bestraft 3 1

6. Diese Verordnung kritt mit ihrer Veröffentlichung in Kra

Gießen, den 2. Dezember 1915. 4

5 Der Se

Keller. 5 1 in ii uUmg. Insumperein glessen und umg.

Sonntag, den 12. Dezember a nachmittags 3 Uhr 5 im Saale des Gewerkschaftshauses, Schanzenstr.

luda Benerabersannlng

Tages⸗Ordnung: 45

1. Vortrag über:Schwierigkeit der Warenbeschaffung. Herr Val. Liebmann⸗Frankfurt. ö

2. Wahl eines Geschäftsführers. i 1

4

1

Zu recht zahlreichem Besuche ladet ein

Der Aufsichtsrat. J. A.: Vetters.

reichen zu wollen.. Gießen, den 9. Dezember 1915. 5 Praktis eher Meg weiser Der Oberbürgermeister. emptehlenswerter Geschafft x el. Besonderer Beachtung empfohlen Erscheint wöchentlich einmal dri Brauerelen u. Bierhdlg. Brennmaterlalie Bekanntmachung. fl. ring. Lien 1 W 5 Auf Grund des 8 47 Abs. 1 in Verbindung mit§ 49 lit. e der Telephon 0 Joh. Fischer rige Bundes ratsverordnung vom 28. Juni 1915 wird für den Bezirk der Bierbrauerei ö Alicestraße 28,½0 kde, Stadt Gießen folgendes verordnet: mit eigener Mälzerei Telephon 72 ö belt 1. Mehl darf zum Verkauf oder 1 nur 75 solche 1 97 0 f Ae Luer Nek und Belts. N 1105 abgegeben werden, die sich unterschriftlich verpflichtet haben, an ie 9 Kolontal en versorgungsberechtigte e e. ae Paß. Export- Biere egen ge 1 1 0 das ihnen von der städtischen Mehlverteilungsstelle geliefert un 72727 eizen- u. Roggenmehle e Neu 9 75 Brot, das aus solchem Mehl erbacken ist, abzusetzen. Georg Guht 0 52d ue i Jemokre 2. Das den Bäckern von der Mehlverteilungsstelle gelieferte G. m. b. H. 6 5. 5 1 dell Mehl zur Herstellung von Brot für die Heeresverwaltung Lerlar: 0 Weine, Liköre, ö Leicht, (Proviantamtmehl) ist stets gesondert von dem für die Zivil⸗ Gerlach& Euler Christian Inderthal Die bevölkerung bestimmten aufzubewahren 1 0 555 eine eee Ferne 6 Likörfabr. u.. tung Aufschrift kenntlich zu machen. Die Verwendung von Stadtmeh 1 EN 8 SGlegen seses für die Heeresverwaltung oder umgekehrt von Proviantamtmehl Wr REE dert für die Zivilbevölkerung ist verboten. f N Uebr. Waldschmidt 0 Alsfeld a 3. Die Bäcker sind verpflichtet, Lagerbücher zu führen, aus 5 5 9 Warenhaus 8. Baer 1 5 b. denen zu jeder Zeit der Bestand an den vorhandenen Mehlsorten J. Miozen Maotzlar. 0 ö rgerl. ersichtlich ist. Sie müssen 5 175 1 ne n Beauf⸗. Pelecherefen e 3 tung tragten j zeit Zutritt z Heschäftsrä d Einsicht i*. mischt s ist; be dene en.. n eee ee ee eee fund Er 1* 1 Unze aterländischer Vortrag. dae fn U 5 0 en, 5 Dir.: Hermann Steingoetter. 0 am Montag, den 18. Dezember, abends Uhr, wird im Saale] Seiten, rer 118, ate des Gesellschaftsvereins(Clubsaa), Sonnenstrasse der Volts⸗VBorstellung 2 chung fierr Lic. Dr. Paui Rohrbach-Berlinse silent, err 10. F. 2 U 0 F 2 C 12 70 Er U Lustspiel in 3 Akten von Franz von 5 Schönthan u. Frans Koppel⸗Ellfeld. über das hema. Ende 10¼ Uhr. Voltspreise, Sonntag, 12. Dezember 1915, 57 66 nachmittaas Uhr: 3 5 i ieh Hoch im Plügelede Ein fröhliches Spiel in 4 Aufzügen 7 bon Albert Kehm u. Martin Frehsee, 1 5 Ende 6 ¼ Uhr. Kleine Preiso sprechen. d 1 f b Abends 7% Uhr; f ber Vortrag hat keine parteipolitische oder Ronfessionelle Tendenz.] Meubeu! Neuheit Eintrittskarten zu 1.50 J. für reservierte und numerierte Plätze erster Der Iuxbarou 1 Reihen, für 1.(J. für reservierte und numerierte Plätze weiterer, St 1 Reihen und für 50 Pfg. und 20 Pfg. für alle anderen Plätze sind im ende edges Weite n Vorverkauf zu haben in der Ferber'schen Universitäts- Suchhandlung,, Peufe bonn Waßtel Kolo. ** 2* 2 11 1 8 Seltersweg und in der Sigarrenhandlung von Richard Zuchachker, Ende 10% Übr. Geib. Preise em, Neuenbäue. n.. abwärts 5 1 15 zahlen bei allen Vorf ellungen auf 8 1 1 2. U. 3. Sherrsitz nur halbe Preise. Der Vorstand der Fortschrittficzen Volkspartei Giessen. 1 2 7 2 Zu Gesch 0090 Zu Geschenkzwecken S 2 empfehlen wir 28 7 8 1 3 8 8 2 5 9 2 95 7 0 2 2 5 5= 2 in Wort und Bild S 8 8 2 2 900 Prachtwerk auf Kunstdruckpapier in elegantem Einband, n S 2 9 200 Seiten Text nach Mignet. Thiers, Lamartine u. A. und S. 2 2 vielen Bildern nach Originalen der besten Künstler älterer 2 5 2 und neuerer Zeit. 8. f i S 2 2 Solange der Vorrat reicht, geben wir dieses Prachtwerk,. 9 das in keinem Arbeiterheim fehlen sollte, zu dem äusserst 2 2. billigen Preise von S a0 0 3 Mark J ab. Für meine Eisenhandlung suche 1 per sofort oder später einen 21 2 Buchhandlung der Oberhess. Volkszeitung Lehrling Bahnhofstrasse 23.wꝛ mit guter Schulbildun and fee. 1 Schrift. Sicheres Rechnen ist Vor⸗ 2 bedingung. N 13 8 28 Emil Pistor Nachfolge