Ausgabe 
10.12.1915
 
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Landsberg 5 1 3 daß durch ein Versehen di dad als erster z 8 h ein Versehen die ausreichend schnelle Mit⸗ 8 8 8 1.

ö lung an den Herrn Präsidenten unterblieben ist meine Person nichts dagegen einzuwenden, wenn Herr dan Sache spricht. Ich stelle also den Antrag, da Prästdent das Haus befragt, ob die Diskussion noc

und der Abg. Landsberg das Wort erhalten soll.(A

. Das ist geschäftsordnungsmäßig nicht zulässigl)

Abg. Liebknecht(Soz. i uhe g dem Abg. 3 fle ic fee 7 Gegenüber dingt daran Kehlen worden ist, daß der int Na Partei der letzte Redner gebührt.(Widerspruch.) Das benerenden Wesen der Interpellation. Ich behaupte, daß noch e zum den Willen der interpellierenden Partei anders verfahr 5 gegen dem Vorgehen der Mehrheit des Hauses kommt in Nie 1 J noch hinzu das Vorgehen des Herrn Präsidenten, der 5 Falle gicht einmal zur Geschäftsordnung hat geben wollen.(Hörtl Wort Diese Vergewaltigung ist eine blutige Illustration zum W hörtl) der deutschen Einigkeit. Das, was ich seit jeher als. Regiemanöver bezeichnet habe, der Burgfriede, hat en und Wahrheit als Lüge enthüllt.(Gelächter.) Ich gratuliere den 8 Reichskanzler und Ihnen allen, aber der Triumphierende bei dieser Debatte ist die Sozialdemokratie.(Erneutes Gelächter.) 105

Abg. Stadthagen(Soz.): Der Abg. Schulz ha. meinem Parteigenossen Landsberg noch 55 3 Einen solchen Antrag würde ich für unzulässig halten.(hal 1900 127 8 9 e wäre, wenn der Antrag käme, die Besprechung 997 5 ation wieder aufzunehmen.(Zurufe: Das ist ja bean⸗ Abg. v. Payer(Vp.): Ich habe den Eindruck, daß j ie L

äber eine Geschäftsordnungsdebatte dinausgwacßsens ite Wir haben ja nicht wissen können, daß der Kollege Landsberg sich zum Wort an erster Stelle gemeldet hat und daß durch ein Versehen des Bureaus diese Wortmeldung unter den Tisch gefallen ist. Wir sind also von einer irrigen Voraussetzung ausgegangen und dürfen dies Mißverständnis nicht nachträglich für uns fruktifizieren. (Bravol) Jedenfalls wollen wir, anstatt uns zu streiten über die Tradition der Geschäftsordnung, nach der Gerechtigkeit und nach dem Nutzen des Vaterlandes sehen.(Sehr gut!) Da wir durch ein Versehen dem Kollegen Landsberg das Wort nicht erteilt haben wollen wir es ihm nachträglich erteilen. Ich stimme also dem Vor⸗ schlag des Abg. Schulz bei und bitte, ohne lange Diskussion sich darüber zu einigen, daß man in dieser Stunde mit diesem Niß⸗ verständnis ein Ende macht.(Bravo!)

Der Antrag Schulz, die Besprechung der Interpellation wiederaufzunehmen, wird angenommen.

Abg. Landsberg(Soz.): Ich spreche die Hoffnung aus, daß wir alle, wenn wir diesen Saal verlassen, nicht mehr an das denken, was eben vorgefallen ist.(Lebhaftes Bravol) Ich wünsche allerdings auch(zu den bürgerlichen Parteien), daß Sie niemals wieder einer Minderheit so begegnen, wie Sie es heute uns gegen⸗ über beliebt haben.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Als die Unvermeidlichkeit des Krieges offenbar wurde, sind alle Klassen und Parteien Deutschlands auf die Schanzen geeilt zur Verteidi⸗ gung unseres Landes. Wir sahen Deutschlands Kultur als bedroht an und das hatte uns die Waffen in die Hand gedrückt.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Meine Freunde haben nie⸗ mals alle Vorzüge für unser Land in Anspruch genommen, wir 1 die anderen Völker geachtet und geliebt und lieben sie auch

eute noch. Wir wußten aber, was wir an unserem Lande haben, wußten, daß seine Kultur nicht vernichtet werden darf, und wenn wir uns zum Schutze des Vaterlandes vor das Land gestellt haben, so kämpfen wir damit auch für unsere Gegner, denn auch sie schützen

habe ich

wir dagegen, daß ihnen eine Kulturform verloren geht.

orge um die bedrohte Kultur nötigt uns jetzt, zum Frieden zu mahnen. Kein Zeitpunkt ist zur Vorbereitung des Friedens ge⸗ eigneter als der gegenwärtige, wo die Wiederherstellung der Ver⸗ bindung BerlinKonstantinopel gewisse Hoffnungen, die in erster Reihe den Krieg verursacht haben, begraben hat.(Sehr gut! bei den n e Wackere Männer haben im englischen Oberhaus sich zu Dolmetschern des Friedenswillens der Völker gemacht und in den letzten Tagen haben wir von der einen großen Zug enthaltenden Rede des Papstes Kenntnis genommen. Von der Fortdauer des Krieges droht der Kultur eine gewaltige Gefahr. Die wirtschaftlichen Folgen lassen sich auf die einfache Formel bringen: Die veruneinigten Staaten von Europa machen Platz den Vereinigten Staaten von Amerika.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Weit schlimmer als die wirtschaftlichen sind die kulturellen Wirkungen des Krieges. Briand und Asquith haben sich erst in neuester Zeit über die Bedingungen e unter welchen ein Friede mit ihrer Mitwirkung geschlossen werden könnte. Beide haben erklärt, erst müsse der deutsche Militarismus zer⸗ brochen sein. Sie wollen damit aber nicht Auswüchse beseitigen, denn damit würden sie uns ja stärken, sondern die Wehrkraft des deutschen Volkes vernichten, darum verstehe ich auch die Sprache, die der Reichskanzler heute angeschlagen hat. Man kann selbst⸗ verständlich von einem Staatsmann nicht verlangen, daß er flötet, während die Staatsmänner in den feindlichen Ländern das denkbar schwerste Geschütz auffahren.(Sehr richtig!) Zu meiner Genug⸗ tuung habe ich aber von dem Reichskanzler Worte, wie sie Briand und Asquith ausgesprochen haben, nicht gehört(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten), sonst wäre unsere Fraktion in die allerschärfste Opposition eingerückt. Wir wollen die Vernichtung unseres eigenen Landes berhüten, aber auch kein anderes Land vernichten.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler hat nicht solche Worte ertönen lassen, wie wir sie von Briand und Asquith hören mußten.(Abg. Dr. Liebknecht: Doch, doch! Widerspruch und Gelächter.) Wenn jemand an⸗ derer Anschauung ist als ich, so muß es an der Verschiedenheit unseres Hörvermögens oder unserer geistigen Beschaffenheit liegen. (Zustimmung und lebhafter Beifall auf allen Seiten.) Der Reichs⸗ kanzler sagt, er könne einzelne Friedensbedingungen zurzeit nicht nennen. Meine Freunde sind dagegen der Meinung, dem Staats⸗ mann eines Staates, dessen Heere den Krieg in alle feindlichen Länder haben tragen und einen undurchdringlichen Gürtel um das deutsche Vaterland haben ziehen können, hätte es wohl angestanden. detaillierte Friedensbedingungen zu nennen, zumal die Worte des Kanzlers erkennen ließen, daß seine Friedensbedingungen sich sehr wohl 1 75 lassen können.(Hört! hört! bei den e Wir haben unsere Interpellation an den Kanzler gerichtet un nicht an die bürgerlichen Parteien, deshalb will ich nicht erörtern, ob nicht ein gewisser Satz in der Erklärung des Herrn Spahn außer⸗ ordentlich aufpeitschend im Auslande wirken wird.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten) und besser weggeblieben wäre. Die Worte des Reichskanzlers hatten jedenfalls einen anderen Inhalt. (Abg. Dr. Liebknecht widerspricht.) Aber ich bitte Sie, geben Sie doch nicht dem Auslande Waffen in die Hand.(Vielseitiger Bei⸗ fall und Händeklatschen.) Ich e mit einer gewissen Absicht hat der Kanzler die von uns besetzten Gebiete als Faustpfänder bezeichnet. Nach meiner Kenntnis werden Faustpfänder zurück⸗ gegeben. Der Reichskanzler hat sich grundsätzlich zum Frieden bereit erklärt, selbstverständlich zu einem ehrenvollen Frieden, einen anderen Frieden will natürlich kein deutscher Mann schließen.(Leb⸗ hafter Beifall.) Der Kanzler hat eine Sicherung gegen frivole An⸗ griffe verlangt. Es fragt sich nur, worin diese Sicherung besteht. Eine Durchführung des Krieges bis zur völligen Erschöpfung aller Kriegführenden würde eine solche Sicherung nicht sein, ebenso⸗

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wenig die Unterjochung eines Volkes, die Vergewalkigung Ane Volers mit eigenem geistigen Leben. Ich habe mich gefreut. zu hören, daß dem Kanzler die Absicht einer solchen Unterjochung nich/ vorschwebl. Es gibt aber sehr weitgehende Sicherungen gegen wiederholte Angriffe. Wenn dieser furchtbare Aderlaß nicht zur Mehrung der friedlichen Gesinnung unter den Völkern führen sollte, dann wüßte ich wirklich nicht, auf was für Bundesgenossen wir an⸗ gewiesen sind, um diefe friedliche Gesinnung in die Köpfe hinein⸗ zubringen. Ich verlasse mich in meinem Glauben an die ra- auf die wohlverstandenen Interessen der Völker.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler hat seine Bereitschaft zum Abschluß eines ehrenvollen Friedens ausgesprochen, ohne den Gegnern unbillige Bedingungen zuzumuten. Das ist für mich das Entscheidende. Was unter Sicherungen im einzelnen zu verstehen ist⸗ darüber wird zu sprechen sein, wenn erst einmal die Verhandlungen begonnen haben. Die Hauptsache ist, daß sie beginnen und daß fein Staatsmann eines feindlichen Landes jetzt noch die Möglichkeit von Friedensberhandlungen mit dem Hinweis darauf ablehnen kann, daß sie ihm als Zeichen der Schwäche ausgelegt werden können. Wir dürfen uns also wohl der Hoffnung hingeben, daß die Stunde der Exlösung für die Völker bald gekommen sein möge. Täuscht uns diese Hoffnung, weil unsere Gegner den Frieden nicht wollen, dann werden sie sogar eine Steigerung unserer Kräfte merken.(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemo⸗ kraten.) Dann wird das, was unsere Krieger noch zu tragen haben, auf das Schuldkonto unserer Gegner kommen.(Sehr gut! bei den Sozialdemokraten. Abg. Liebknecht ruft: Ist das der Zweck?) Ich bin von der Fraktion zum Redner bestimmt worden und nicht Sie.(Liebknecht: Ich bin stolz darauf, daß ich es nicht bin. Abg. Heine: Dann gehen Sie doch weg, wenn Sie stolz darauf sind, nichts mit uns zu tun zu haben! Lebhafter Beifall. Er⸗ neuter 17 des Abg. Liebknecht. Große Unruhe. Lebhafte Zurufe: Ruhe!) In der französischen Deputjertenkammer wurde kürzlich gesagt, Frankreich wolle selbstverständlich Elsaß⸗Lothringen zurücknehmen. Für solche Ausführungen, die uns die Reunions⸗ kammern erinnern, haben wir kein Verständnis.(Lebhafter Beifall.) Aufgabe der deutschen Politik wird es sein, gewisse Hoff⸗ nungen auf die Möglichkeit einer Wiedereroberung von Elsaß⸗ Lothringen völlig zu vernichten.(Erneute lebhafte Zustimmung.) Wer das Messer erhebt, um Stücke vom Körper des deutschen Volkes zu schneiden, der wird, mag er ansetzen, wo er will, das in der Ver⸗ feidigung einige Volk treffen, das ihm das Messer aus der Hand schlagen wird.(Allseitiger lebhafter Beifall und Händeklatschen.)

Präsident Kaempf: Weitere Wortmeldungen liegen nicht vor. Die Besprechung der Interpellation ist erledigt. Der Präsident stellt weiter fest, daß das Mißverständnis, das die vorherige Ge⸗ schäftsordnungsdebatte herbeiführte, durch einen ihm selbst unter⸗ laufenen Irrtum verursacht worden sei. Er bittet um die Er⸗ mächtigung: Tagesordnung und Tag der nächsten Sitzung, die wahrscheinlich am Montag stattfinden wird, nach dem Fortgang der Beratungen des Reichs haushaltsausschusses festzusetzen.

Abg. Dr. Liebknecht(Soz.) beantragt, die nächste Sitzung morgen stattfinden zu lassen und als ersten Punkt die Frage auf die Tagesordnung zu setzen, ob der Präsident das Recht der politi⸗ schen Zensur über die Mitglieder des Hauses besitzt, das er aus⸗ geübt habe durch die Zurückweisung der letzten Anfrage Liebknechts.

Präsident Kaempf: Ich bitte Sie, Ihren Antrag schriftlich einzureichen. 5 8

Abg. Liebknecht: Das werde ich tun. Sie haben durch Ihr ganzes Verfahren heute den Krieg gewünscht und nicht den Frieden. (Gelächter und Schlußrufe.) ö

Der Vorschlag des Präsidenken, für den sich auch der Abg. Spahn(Z.) ausspricht, wird angenommen. 92 7

Schluß Uhr. neee

Hessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung. Die Ehrensache des Hessischen Bauernvereins.

Vor kurzem hatte der Hessische Bauernverein unter Lei⸗ lung des Pfarrers Blum und des Zentrumsabgeordneten Uebel eine Entrüstungsresolution an den Reichskanzler ge⸗ sandt, in der es hieß:

Der hessische Bauernverein, dem die Versorgung des Volkes Ehrenfache ist, bedauert die frevelhafte Hetze gegen die deutschen Bauern, bittet um Schutz ihrer Ehre und fordert gleiches Recht für alle 1 1

Dieses biedere Flehen um Schutz des gekränkten hgessi⸗ schen Bauernvereins erhält jetzt eine eigentümliche Beleuch⸗ tung durch eine Erklärung derZentrale für Kartoffelver⸗ orgung des Kommunalverbandes Mainz. In dieser Er⸗ (ärung wird gesagt: g

Wie sehr die Kartoffeln zurückgehalten worden sind, ergibt sich daraus, daß bei Beschlagnahmen, die in einigen, Vororten des Kreises Mainz vorgenommen worden sind, sich außerordentlich große Bestände ergaben, die entsprechend der Bundesratsverord⸗ nung abzutreten waren. So hat die Gendarmerie in einem Vor⸗ orte von Mainz 3000 Zentner festgestellt, während die dortige Gemeindeverwaltung vorher gezwungen war, für Kriegsteil⸗ nehmer Kartoffeln von auswärts zu beziehen.

Christbäume. Seit einigen Tagen werden an ver⸗ schiedenen Stellen der Stadt Christbäume feilgeboten, doch ist das Angebot bei weitem nicht so stark als in früheren Jahren. Das ist ja auch sehr erklärlich; in vielen Familien vird man froh sein, an den Weihnachtstagen etwas zu essen zu haben und man wird die Ausgaben für den eee baum sparen müssen. Diese Ausgaben stellen sich ee wegen der teurer gewordenen Kerzen. erheblich höher als früher, auch der übrige Baumschmuck wird mehr kosten als früher. Alle diese Umstände dürften dazu beitragen daß in vielen Familien diesmal der beliebte Weihnachtsbaum fo 1 ihlen pee für Seife. Wir werden um Aufnahme des folgenden ersucht:Durch die Preisveröffentlichung 10 Seife, welche durch die Kommunalverbände geliefert 1 t vielfach bei dem Publikum der Glaube eee als sei der Preis von 75 Pfg. für das Pfund der al 1 1 oder gar Höchstpreis für Kernseife. Den e schäften sind durch diese Preisangaben viele 1 d setzungen und Weitläufigkeiten mit den Käufern 5 50 1 15 Es sei deshalb darauf hingewiesen, daß der 118 91 1 1 5 Pfennigen sich nur auf die von der ee 95 Gesellschaft gelieferte Qualität, und Menge 11 5 1 Zweck dieser Maßnahmen soll lediglich der sein, 1 bemittelten Bevölkerung billige Seife zu beschaffen. D

Seife r langer Zeit seitens des betreffende Seife dürfte schon vo e e.

g f i itherigen verbreitete Meinung, die seitherie übertrieben und nach Lage der Dinge

5 a zd f Bei einer reinen ungerechtfertigt, ist vollständig falsch. g K beet welche aus Oelen und Fetten, deren

9 e 4g 340370 Mark per 100 ee eee tet allein das in einem

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die Kosten für die anderen Bestandteile und die Herstellungs⸗ kosten... Schließlich wird in der Zuschrift noch bemerkt, daß, wenn der Kleinverkaufspreis bisher noch bedeutend niedriger war, dies nur durch ältere Vorräte an Rohstoffen möglich gewesen sei. Wenn Höchstpreise für Seife festgesetzt würden, dürften sie sich wahrscheinlich höher stellen als die bisherigen. Das wollen wir nicht hoffen. Wir sind aller⸗ dings auch der Meinung, daß die Seifenpreise über⸗ trieben hoch sind, woran weniger die Fabriken die Schuld treffen mag als vielmehr die von der Zuschrift am Schluß selbst zugegebeneins Ungemessene getriebene Speku⸗ lation mit Fetten und Oelen, gegen die hoffentlich energisch eingeschritten wird.

Konzert in der Stadtkirche. Heute abend Uhr findet die Kirchenaufführung des Gießener Konzertvereins statt, auf welche wir vor einigen Tagen bereits hinwiesen. Zur Aufführung gelangt Beethovens Messe in Cedur und H. von Herzogen⸗ bergs Weihnachts⸗OratoriumDie Geburt Christi. Unter Leitung Prof. Trautmanns wirken bei dem Konzert etwa 100 Sänger mit, dazu noch 60 Knaben und Mädchen. Die Solopartien werden von dem Stuttgarter Oratorien⸗ Quartett ausge⸗ führt, den Kammersängerinnen E. Tester und N. Diestel und den Konzertsängern H. Ackermann und L. Feue rlein. Das Orchester bildet die Kapelle des hiesigen Ersatzbataillons; die Orgel⸗ partien hat Herr Otto Görlach übernommen. Eintrittskarten zu 3, 2, 1 Mark sind bei E. Challier zu haben. (die nicht im Offiziersrang stehen) 30 Pfg.

Von Nah und Fern.

Europas größter Bahnhof. Wir teilten bereits mit, daß am letzten Samstag der neue Leipziger Bahnhof in seinem ganzen Umfange dem Betriebe übergeben wurde. Ueber diese größte Bahnhofsanlage Europas sind noch folgende Mitteilungen von Interesse: Das Empfangsgebäude hat bei symmetri⸗ scher Gestaltung eine Länge von 300 Metern, auf jedem der beiden Seitenflügel eine Länge von 90 Metern. Es bedeckt eine Fläche von rund 16 000 Quadratmetern. Die Bahnsteiganlagen hinter dem Gebäude sind auf eine Länge von 240 Metern und in einer Fläche von rund 66 000 Quadratmetern überdacht. Ueber den Bahnsteiganlagen sind sechs eiserne, je 42,5 und 45 Meter spannende Hallen mit Gitterbogenträgern, die sich am Scheitel 20 Meter über die Schienen erheben, geordnet. Der Hauptpersonen⸗ bahnhof mit anschließendem Güterbahnhof besitzt allein eine Aus⸗ dehnung von 2,5 Kilometern in östlicher, 2,3 Kilometern in nörd⸗ licher und 1,7 Kilometern in westlicher Richtung. Seine Gleisenetze weisen eine Gleiselänge von 150 Kilometern und 320 Weichen auf. Nach Wiederaufnahme des Friedensfahrplans werden täglich etwa fünfhundert Züge auf den neuen Bahnhofsanlagen abzufertigen sein. Mit dem Baue des Hauptbahnhofs wurde im Jahre 1907 begonnen. Die Gesamtbaukosten betragen 135 Mil⸗ lionen Mark.

Tagesbericht des Großen Hauptguartiers.

Im Westen Artilleriekämpfe.

Weiteres Vordringen in Montenegro. W. B. Großes Hauptquartier, 9. Dez., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz

Lebhafte Artilleriekämpfe an verschiedenen Stellen der Front, besonders in Flandern und in Gegend der Höhe 193 nordöstlich von Souain. 2

Ein französisches Flugzeug wurde südlich von Betaume zum Landen gezwungen. Die Insassen sind gefangen ge⸗ nommen.

Militärpersonen

e stlicher Kriegsshau plan.

Abgesehen von einzelnen Patrouillengefechten ist nich

zu berichten.. Balkan.

Die Kämpfe südlich von Plevlje südlich von Scenica und bei Ipek werden mit Erfolg fortgesetzt. Djakova, Debra, Struga und Ochrida sind von bulgarischen Truppen besetzt.

Die Kämpfe am Wardar sind im günstigen Fortschreiten.

Oberste Heeresleitung.

* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Die Montenegriner zum Weichen gezwungen.

Wien, 9. Dez.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbark:

9. Dezember 1915. 1 Russischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Jtalienischer Kriegsschauplatz.

Die vergeblichen Angriffsunter nehmungen der Italiener gegen einzelne Abschnitte unserer Front im Gör zi⸗ schen dauern fort. Solche Angriffe wurden bei Oslavija, am Monte San Michele und bei San Martino abgeschlagen. Bei Dolje(nordwestlich von Tolmein) verbesserten unsere Truppen ihre Stellung durch Eroberungeines feindlichen Front⸗ stücke s. In Südtirol beschießt die italienische Artillerie ein⸗ zelne Stellungen in unseren befestigten Räumen von Lardaro und

Riva. 5 Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Auf den Höhen südöstlich von Plevlje wurden montene⸗ grinische Banden zersprengt. Im Grenzgebiet nördlich von Berane haben wir den linken Flügel der Montene⸗ griner zum Weichen gezwungen. Auch die Kämpfe gegen den rechten Flügel des Feindes verlaufen erfolgreich. Auf den Höhen westlich von Jpek warfen wir serbische Nachhuten. Zahl der gestern gemachten Gefangenen zwei Offiziere und tausend

Mann. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 5

Ereignisse zur See.

Eines unserer Unterseeboote hat am 7. vormittags im Drin⸗Golf einen albanischen Motorsegler, auf dem sich 30 serbische Militärflüchtlinge mit Gewehren, vier Geschütze und Munition befanden, festgenommen und nach Cattaro einge⸗

bracht. 4 Flottenkommando.

Durch die Einnahme von Ochrida, Dibra ä und Struga sind wichtige strategische Erfolge erzielt worden. Beide Städte liegen in der Südwestecke Serbiens hart an der albanischen Grenze und unfern des serbisch⸗albanisch⸗ griechischen Grenzwinkels. Ochrida ist am Ostufer des gleich⸗ namigen Sees und Struga an der Nordspitze desselben ge⸗ legen. Dibra liegt nördlich davon. Der strategische Erfolg besteht darin, daß das Kampfgebiet der Ententetruppen voll⸗ kommen und fest von den albanischen Küstenplätzen abgesperrt ist. Bei der jetzigen Kriegslage, die das Ententeheer zum raschen Rückzug im Wardartal zwingt, würde allerdings auch die Möglichkeit einer Verbindung mit Albanien wenig nützen, zumal die auf albanischen Boden geflohenen Trümmer des serbischen Hauptheeres völlig entkräftet sind und die Lage der Entente schwerlich zu verbessern vermöchten, auch wenn sie sich mit den Saloniker Korps hätten vereinigen können. Außer einem kleinen Winkel am Wardar ist nun ganz Alt⸗

und Neuserbien in den Händen der Zentralmächte. U