Keichstag.
9 * Sitzung, Donnerstag, den 9. Dezember, 10 Uhr vormittags Bundesratstisch Bethmann Hollweg, Delbrück 5 2
1 een 1 Hafferich, Loebell und andere. Tirpitz,
Vor Eintritt in die Tagesordnung nimmt das ö Naeichskanzler Bethmann ale Ich benutze e 1 legenheit, um Ihnen einen kurzen Ueberblick über die 5 25 geben. Kurz nach der Vertagung des Reichstags im. 5 Bulgarien an der Seite der Zentralmächte in den Kri 3 9 griffen. Unter immer gesteigerten Anstrengungen holte Endente seit Ausbruch des Krieges versucht, König Jerdin 0 uf ihre Seite zu ziehen. Oesterreich⸗ungarisches, türkisches 0 sches Gebiet wurde ihm in liberalster Weise versprochen. 8 0 das verbündete Serbien, für das die Entente jetzt zu kämpfe 9555 gibt, wurde nicht geschont; es sollte, um Bulgarien für die 5 zu gewinnen, im weitesten Maße geschwächt werden. Da d dazu nicht verstehen konnte, blieben unsere Gegner unter sich li) einig. Nach dem letzten Balkankriege hatte Bulgarien das 1 55 Hauptlasten des Krieges getragen, von Rußland im Stich lass 15 guf müssen, wie die Früchte seiner Siege dem serbischen Nach- bar zufielen.(Sehr richtig!) Serbien hatte in allem den Vortritt, weil es Rußlands Vormachtstellung gegenüber Oesterreich⸗U 95 sicherte. Jetzt flattern die bulgarischen Fahnen, die Dämpals u ühevollem Kampfe, aber nach schweren Enttäuschungen, zu⸗ F agerolst wurden, frei über dem damals verlorenen Lande. (Lebh. Beifall.— Abg. Dr. Liebknecht: Sie haben damals Bul⸗ garien im Stich gelassen!— Unruhe und Lachen.) Serbien Hal nicht einmal versucht, eine Verständigung anzubahnen 0 entschloß sich, im Vertrauen auf die Zusicherung Sir Edward Greys, daß England seinem Freunde auf dem Balkan jede nur denkbare Unterstützung leisten werde, dem vereinten Ansturm unserer und der bulgarischen Armee die Spitze zu bieten. Jetzt ist das serbische Heer zum größten Teil vernichtet. Vergeblich haben die Serben auf die versprochene Hilfe Frankreichs und Englands 3 und zum zweitenmal hat lic ein kleines Volk für die stmächte geopfert.(Lebhafte Zustimmung.) Unsere Truppen
f ö auch in den serbischen Bergen alle Strapazen überwun
! fk.(Srbpafte Peifell.) Unser heißer Dank Meld
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Heeres gestellt. Wir freuen uns, unserem türkisa heißen Kampfe, in dem er steht, nachd
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Ernte ff anzerle er ethol wesen
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gegenfeitig zu verhetzen. Was unsere Gegne
sie jetzt durch nackte, Gewaltpolitik gegen neutral
Anfang an verfolgten Prinzipien treu. aufgeputscht, unter keinen Umständen den Weg der Verständigun
und zu opfern. Venizelos fselbst hat ja bereits die Behauptung widerlegt, di
Griechenland gerufen worden.(Hört! hört!) Eigenmächtig habe
gonnen und trotz energischen Protestes der griechischen Regierun fuortgesetzt. Jetzt spielen sie sich dort vollkommen als Herren de
Macht der britischen Flotte als brutales Drohmittel benutzen, un die griechische Regierung zur Verletzung ihrer Neutralität zu zwir
mund dann ging man zur direkten Attion über. Man forderte vo
sie fit stadt und ihre Einrichtungen, militärische Verteidigungsmaßnahmen fi 550 ürdi ir tat 5 d= * 110 für die griechischen Straßen und Bahnen bis zur Grenze, Freiheit lichen Lage den N 0 1 1 2 1 1 sie 1 e d militärische Maß⸗ gen Zusammenbruch. Sei'ochen schreiben ihre Zeitungen, 0 übrer Benutzung für militärische Transporte nn 0 0 zrk!] Deutschland ist chlagen, Deutschland ist am Ende, Deutschland 1 J. wegeln aller Art in den griechischen Territorialgewässern.(Hört! schland ist geschlag Ab el 191 aber ach 0 bert!) Das versteht die Entente unter wohwollender Neutralität. bettelt um Frieden. Zur Awechselung blaß es aner nach museen „ 1 f„ ersteht die Entente unter a rotz ihrer schwieri serbischen Erfolgen, der Kaiser würde in Konstantinopel den Frie⸗ 1(Heiterkeit.) Die griechische Regierung ist trotz ihrer schwierigen 7 700 9. 5 5 5.. af Lage entschlossen, die Neut lität uch weiter zu wahren.(Leb⸗ den diktieren. Bald ist also vom deutschen Kleinmut, hier einmal ug m. N Sage entsch ssen, die Neutralitä 72 7 legenheit noch nicht, ich wieder vom deutschen Uebermut die Rede. Diese Preßkampagne . hafter Beifall., Abgeschlossen ist die Araauf um den setzte ein nach dem Zusammenbruch der Ententepolitik auf dem
N habe es aber für notwendig gehalten, darauf einzugehen,
9 Machenschaften entgegenzutreten, mit den
8 schaf 5 55.
15 10 0 ainsbesondere England unablässig bekämpfen.
5 In unermüdlicher Wiederholung un 1
se hat England der Welt die Vorstellung eingehämmert, 77 1 seinem auf Englands Geheiß unternommenen Angriff auf edelmütiger Selbstlosigkeit allein Velgien⸗ Ade ee 8 Deutsch⸗Südwestafrika die Mär erfand, Deutschland wolle die süd⸗ gern e eingegriffen(Heiterkeit), und es sei seine 5 Lerch uf afrikanische Union überfallen, versucht, die burische Bevölkerung 11 wegen dieser Vergewaltigung ein kräftige. W 15 Gef afte zu jetzt zum Eingreifen auf den europäischen Kriegsschauplätzen zu 7 erlegen. Es ist ihm gelungen, damit in 1 5 10 1 bestimmen mit der Behauptung, die deutsche Eroberungslust er⸗ ih machen. Mit der Zeit mußte es allerding 5 l Ein. strecke sich auch noch auf da⸗ Heimatland der Buren.(Hört! hört!) unt rund aufgeben, es wurde zu offen bekann wissen 975 Parla⸗ Kein Wort ist scharf genug um Verwahrung einzulegen gegen diese be ul eisungspolitik Englands, dann die e gegenüber dem böswillige und unwahre Erfindung.(Lebhafte Zustimmung.) 1 ments erfolgte 1 0 25 ben fenglischen Kabinett so die Ich habe versucht, Ihnen die Lage auf den Kriegsschauplätzen 0 an Rußland gefesselten Frankteich icht den Entschluß fand, Ruß⸗ nüchtern zu schildern. Gegen die Gewalt der Tatsachen vermögen gau asd e hatte, res 9109 ß er, als die russische unsere Feinde nichts. Wollen sie sich jetzt vor den Tatsachen nicht al iw vor dem Kriege zu arne, bh mit oder ohne Eng⸗ beugen, so werden sie es später tun müssen. Das deutsche Volk ist f 1 Mobilmachung den Krieg enlfesselt Balg laß noch bevor ein Ein⸗ unerschütterlich und unbestegbar, wir stehen unseren Feinden, die An lands Willen— sich zum Eingreifen en 1 kam. Wenn mich noch von Siegen träumen, an Ausdauer, an Zähigkeit, an innerer ghört greifen wegen Felgien⸗ überhaupt 91 Times“ offen zugegeben, moralischer Kraft nicht nach. Wir lassen uns durch Worte nicht 1 mein Gedächtnis 1985 120 a fel„An so zäher hielt aber täuschen: wir kämpfen den von unseren Feinden gewollten Kampf 0 9 5 mn est, uns der neutralen Welt als eine vertrags⸗ 1 1 8 1 55 171 Beifall was Deutschlands Zukunft 1 515 eee ibren Militarismus von uns fordert.(Lebhafter Beifall g 55 960 ö brüchige, herrschsüchtige, die Welt 51 0 1 Das gans geit in die Tagesordnung ein. Ihr einziger 00 10 Zwingende Nakion zu denunsiere i Alliierten kein Recht mehr, Gegenstand ist die Interpellation Albrecht(Soz.): f Jeßt bat England und haben,(Sehr richtigl) Wer eine Ist der Reichskanzler bereit, Auskunft darüber zu geben, f dieses Denungiantentum fortzusetzen. 1 Entente es gegen- unter welchen Bedingungen er geneigt ist, in Friedensverhand⸗
f. iti Vergewaltigung treibt, wie due nfeili 5 Gnetenland tut, der 1 nicht den Scheinheiligen spiel Sehr wahr!) Das een wir genau . ückli nen, wi 1 e sein wahres Gesicht zu verbergen.( eee Uebrigens schreibt ern
und militärisch auf dem Balkan eingebüßt haben,
Staaten auszugleichen. Sie bleiben damit freilich nur ihren von Lor. Wo wir den Wucher fassen können, 5 ein un Zuerst wurde Serbien sauberes Handwerk. Unsere Feinde bezahlen höhere Preise für
9 Getreide und Kartoffeln als wir. Sie ziehen es aber vor, ihren
zu suchen, sondern sich dem Kriegswillen der Entente zu fügen Aude d meide nn 15 1 von 91 155 1 15 Jetzt soll Griec d leiden.(Hörk! hört!)] zu sprechen. Unsere Feinde konnen sic eruhigen. Wir haben zwar
1 r 872 keinen Ueberfluß, aber wir kommen aus.(Zustimmung.) Ver⸗ gleichen wir die gegenwärtigen Verhältnisse mit den Vorstellungen, die man sich vor dem Kriege von seinen wirtschaftlichen Wirkungen gemacht hat. Ihr(zu den Sozialdemokraten) langjähriger Führer Bebel hat darüber ausführlich auf dem Jenaer Parteitag 1906 ge⸗ 5 sprochen. Er hat damals für die Zeit bald 1 5 1 e ö indes auf. Wir wohn j ssanten Schauspiel bei, wie den Zusammenbruch vieler hunderttausender leiner Handwerker 20 Kaner gegen den brrußssthen Weilstermus 5 ee und Gewerbetreibender in Aussicht gestellt, den Stillstand aller Fa⸗ 5 255 briken, die nicht Kriegsbedarf herstellen, er hat eine allgemeine
Arbeitslosigkeit, eine allgemeine Hungersnot K(Abg. 7 f„ 5 127 n ubreßt Liebknecht: Und die Revolution! Lachen.) Und nicht Bebel a ein war gen. Zuerst wurde die Zusage wohlwollender Neutralität erpreßt es, 1 solche Folgen voraussah, sehr 1 5 15 5 15 7 5 g„ nr 17907 Truppen von Befürchtungen geteilt. Da ist es heute nach 16 Monaten klar, da Selene and e ee det arten aber diese Hefen. Pr untere eisen wean en Aicheschen und i Haben. N 0*. ˖ 0 Unsere Gegner ziehen aus unserer militärischen und wirtschaft⸗
Ententemächte seien, als ihre Truppen in Saloniki landeten, von
England und Frankreich ihre Truppenlandungen, in Saloniki be⸗
en uns die Entente und
Beilage zur Oberhessischen Volkszeitung N
Gießen, Ireitag, den 10. Dezember 1915.
vember, England habe gegen Deutschland die Waffen ergriffen, weil Deutschland sonst nicht hätte bezwungen werden können. Wes⸗ halb hat die Entente das nicht schon am 4. August gesagt? Dann n e ene Jetzt wenigstens weiß man, wa⸗ F Geheiß Englands der Krieg fortgesetzt werden muß.(Leb⸗ hafte Zustimmung.) 5 5 2 Ueber die vermutliche Weiterentwicklung der militärischen Operation auf dem Balkan will ich jetzt nicht sprechen. Im Osten nehmen. unsere Truppen zusammen mit den österreichischen eine⸗ in das russische Gebiet weit vorgeschobene, gut ausgebaute, feste Ver⸗ teidigungsstellung ein, immer bereit zu erneutem Vorgehen. (Bravo!) Im Westen haben die mit größter Todesverachtung unternommenen Durchbruchsversuche der Franzosen und Engländer zwar unsere Front an einzelnen Stellen eingedrückt, aber der Durchbruch ist mißglückt, mißglückt in vollem Umfange. Von dem gewaltigen Ringen gewinnt man keine Vorstellung, wenn man bedenkt, daß Frankreich allein in der Champagne nicht viel weniger Trupven eingesetzt hat, als die Zahl derjenigen, mit denen Deulsch⸗ land 1870 den Krieg begann.(Hört! Hört!) Wir können nicht genug tun, um die Dankesschuld des Vaterlandes gegen unsere tap⸗ feren Krieger abzutragen(Stürmischer Beifall und Händeklatschen), gegen unsere Krieger, die trotz eines unerhörten Trommelfeuers, trotz einer vielfachen Ueberlegenheit mit ihren Leibern dem Feind einen Wall entgegengesetzt haben, den er nicht hat durchbrechen können.(Lebhafter Beifall.) Unvergängliche Ehre dem Andenken aller, die dort ihr Leben gelassen haben.(Erneuter Beifall.) Auch die österreichisch⸗ungarische Verteidigungsstelle im Süden ist fest und intakt, in heldenmütiger Abwehr sind die unablässigen, mit ungeheuren Menschenverlusten verbundenen Angriffe der Italiener abgewiesen worden. Daß es Italien dabei glückte, friedliche Städte, deren Erlösung es sich zur Aufgabe gemacht hatte(Heiterkeit), in Trümmer zu schießen, wird ihm kaum einen Ersatz für die mangeln⸗ den Erfolg bieten.(Lebhafte Zustimmung.) . So sieht es an unseren Fronten aus. Hinter der Front haben wir in Nordfrankreich und Belgien uns redlich und mit Erfolg bemüht, geordnete Zustände zu schaffen. Ueberall haben die Etappen hinter der Front geackert und geerntet. In Belgien sind in der Landwirkschaft vielfach annähernd normale Wirtschaftsverhältnisse hergestellt, Industrie und Handel sind neu belebt, die, Arbeitslosig⸗ keit wird durch Notstandsarbeiten und andere Maßnahmen be⸗ kämpft. Der normale Zustand des Wirtschaftslebens konnte frei⸗
sebührt unseren Krieger r fler Beif 5 55 2 h 1 2 e Dann lich noch nicht hergestellt werden, weil England dem verbündeten und dem e e 1 b. 15(Lebhafter Beifall), Lande die Ausfuhr über See abschneidet und dadurch seine In⸗ vorgelgg derholter lebhafter Bei 1.) Durch 1 ulgarischen Heere.(Wie⸗ dustrie erdrosselt.(Hört! hört) Die allgemeine Schulpflicht wird 5 ift die 1 5 5 7 F serbi⸗ durchgeführt, wir haben mit der Arbeikerfürsorge einen Anfang hinderte Perbindung mit der Türkei her⸗ gemacht, wie sie bei uns seit Jahrzehnten besteht und nach deut⸗ rülicher beist 5 dem 9 55 Auffassung. in keinem Kulturlande fehlen darf. Fe 5 5 5 5. Litauen, zum Teil auch in Kurland fanden wir als Folge der r 1 5. Tapferkeit Hält entsetzlichen, von russischer Hand vorgenommenen Zerstörungen Mr. Asquith scho 0 85 en Dardanellen, deren schnellen Fall einen Zustand völliger Verwüstung vor, wir haben auch hier nach 50 Jantgker aß 1. 1 prophezeit hat.(Lachen.)(Der Kräften Ordnung geschaffen. Wohl noch nie in der Weltgeschichte Da elle 3 1025 erhobener Stiame fort.) Heute stehen die ist in einem Kriege, wo Millionen vorn an der Front stehen, hinter wunde ae 5 un je.(Stürmischer Beifall. Im Nobember der Front so viele Friedensarbeit geleistet worden.(Lebh. Beifall.) bort nd bon Asquith mit Bagdad vertröstet. Aber auch Diese Arbeit sieht weder nach Hunnen aus, noch nach Zerstörung. N konnten die Türken ihren alten Kriegsruhm bewahren. Der(Wiederholter lebh. Beifall.) Ueber die wirtschaftlichen Zustände N 1 Weg nach dem nahen Orient bedeutet einen Markstein in der bei uns nur einige Bemerkungen. Wir haben genug an Lebens⸗ en schichte dieses Krieges. Militärisch ist der direkte Zusammen⸗ mitteln, wenn wir sie richtig verteilen. Das ist die bestimmende 3 Kr hang mit der Türkei von unschätzbarem Wert, wirtschaftlich er⸗ Tatsache. Daß wir uns im Kriege nicht so billig und so reichlich gänzt die Zufuhr aus den Balkanstaaten und der Türkei unsere ernähren können wie im Frieden, ist klar. Die Not, die infolge Vorräte in willkommenster Weise. Darüber hinaus aber sind die des Krieges in vielen schwachbemittelten Familien eingezogen ist, Aussichten in die Zukunft verheißungsvoll, dank der weitsichtigen wird von niemand lebhafter beklagt als von mir. Ein gewaltiges Politik König Ferdinands von Bulgarien ist eine feste Brücke Schickfal, das über die Allgemeinheit hereingebrochen ist, vernichtet ö zwischen den unlöslich verbundenen Kaisermächten, dem Balkan auch zahllose Einzelne. Ich weiß, welche ungeheure Bürde die und dem nahen Orient geschlagen.(Lebhafter Beifall.) Diefe deutschen Frauen in dieser schweren Zeit zu tragen haben. Ich habe Brücke wird nach dem Frieden nicht von den Tritten marschieren⸗ volle Bewunderung für ihren Heldenmut, für den sie⸗ den Dank der Bataillone widerhallen, sondern den Werken des Friedens und des Vaterlandes verdienen.(Lebh. Beifall. Abg. Liebknecht ruft: der Kultur dienen.(Abg. Liebknecht: Den deutschen Kapitalisten!— Was haben Sie getan?) Die Maßregeln, die die Regierung zur Große Unruhe.) Sie wird der Freundschaft dienen, nicht dazu,
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en. lungen einzutreten?
so oft wiederholen und Der Reichskanzler erklärt sich zur sofortigen Beantwortung
7 3 versucht, mit der der Interpellation bereit. Zu ihrer Begründung erhält das Wort e England es 1 Monaten sind wir
eb⸗ Abg. Scheidemann(Soz.): Seit mehr
hoffentlich niemals sieder erleb ümpfe in diesen 16 Monaten, spiellos da in der Geschichte. 1 0 Blutmeer gestiegen, ist die Zahl an Menschenopfer gewachsen, ist t die Not in allen Ländern größer geworden. Au⸗ kommt da die Frage: wie lange noch? Alle Völker wenn dem Kriege schnellstens ein Ende gemacht Man müßte an der Menschheit verzweifeln, wenn es anders wäre.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aber die verantwortlichen Staatsmänner wissen noch nicht, wie sie aus der Sackgasse— nach dem Worte Lord Courtneys— herausfinden uns Sozialisten ist es selbsiverständlich, daß wir immer wieder unsere Stimme für den Frieden erheben. Sonst würden wir aufhören, die Partei des Völker friedens zu. ein.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Wir alle sind uns der großen Verantwortung bewußt, die auf uns ruht. Ich weiß, daß ein miß⸗ deutetes Wort verhängnisvoll werden, daß es das Gegenteil dessen herbeiführen kann, was es herbeiführen soll. Die Furcht vor t aber viele zur übertriebenen Zu⸗ rückhaltung.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) So erklärte der Chef des Unterrichtsdepartements in England, der Sozialist Henderson, ein früherer Metallarbeiter, noch Ende November dem schwedischen Professor Baekstrem, die Zeit sei noch nicht gekommen, vom Frieden zu reden, denn alles Reden darüber werde von der anderen Seite als Zeichen der Schwäche aufgefaßt. Damit rechne auch ich, aber trotzdem rede ich vom Frieden. 1 Am 4. August 1914 stand unser Volk wie ein Mann bereit zur Verteidigung des Vaterlandes. Bei der Erklärung meiner das Haus erfüllt von stürmischem Beifall. Wir er⸗ die Kultur und Unabhängigkeit unseres ustellen und daß wir in der Stunde der Gefahr das eigene Vaterland nicht im Stich lassen. Aber wir for⸗ derten zugleich, daß dem Kriege, sobald das Ziel der Sicherung erreicht ist und die Gegner zum Frieden geneigt sind, ein Ende h einen Frieden, der Freundschaft mit den
von der man sagk, daß sie der Regferung naheslehe, am 30. No⸗
der Schmerz, is allen Ländern
falschen Deutungen veranlaß
Fraktion war daß es gilt, eigenen Landes sicherz
gemacht werde durch Nachbarvölkern ermöglicht.
daß der eine Teil sich leicht noch möglich in einem leren Staaten, nicht aber bei einem ganz Europa aufwühlenden Koalitionskrieg. Hier kann und soll vom Frieden zuerst der reden, dessen militärische und wirtschaftliche Stärke ihm gestatten, auch jede Mißdeutung seiner Worte als Zeichen ruhigem Kraftbewußtsein hinzunehmen.(Lebh. Sehr richtig! bei Die wilden Zertrümmerungs⸗ und Zer⸗ stückelungspläne in den feindlichen Ländern haben wir nicht ver⸗ Aber auch bei uns zu Lande sind Eroberungspläne aus⸗ geheckt worden, an deren Verwirklichung kein politisch reifer Mensch denken konnte und deren öffentliche Erörterung, wenn sie möglich gezeigt hätte, daß auch das deutsche Volk diese Aber im Ausland sind sie benutzt worden, um die mmer wieder als asolut notwendig nach⸗ lksfremder Gebiete verstoßen gegen das Selbsibestimmungsrecht der Völker. Auch würde dadurch die innere eutschen Nationalstaats geschwächt werden. demokraten.) Eine immerwährende Kriegs⸗ ender werdende Rüstungslasten wäre die (Zustimmung b. d. Sozialdemokraten.)
0 Annexionspläne weisen wir die gegen das Deutsche Reich und seine Verbündeten gerichteten Eroberungs⸗ n Mächte zurück. Bis in die jüngste⸗ Zeit sagen die Staatsmänner der feindlichen Mächte, vom Frieden könne keine Rede sein, bevor der preußische Militarismus vernichtet und Elsaß⸗Lothringen an Frankreich gefallen sei. Sie verstehen aber unter dem Militarismus, anderes als wir.
den Sozialdemokraten.)
gewesen wäre, Pläne ablehnt. Fortsetzung des Krieges i Annexionen vo
Einheit und Kraft des d (Sehr wahr! b. d. Sozial gefahr und immer absolut sichere Folge. Gbenso scharf wie diese
absichten der feindliche
Verteilung der Lebensmittel ergriffen hat, sind vielfach als un⸗ 1 genügend dargestellt worden. Ich will darüber heute nicht rechten. Aber es ist ungerecht, wenn man ganze Stände für die Unzuträg⸗ lichkeiten verantwortlich macht. Verfehlungen einzelner kommen legen wir ihm sein un⸗ Marinismus jenseits stimmen sein Lothringens an Fran
ist in diesem Krieg für den baldi
neh aus, daß man aus an der Zeit und verstän
schen Kammer verlangte der Sozigliß Das sagte er der italienischen Regierung ins Ge⸗ n aller Annexionskriege begonnen hal zwar nachdem die Schrecken des Welt⸗ Monate lang alle Welt mit Entsetzen erfüllt französischen Feldpostbrief heißt es, daß alle Krieger nur den einen Wunsch haben, ihren Söhnen mögen die t, die sie kennen lernen. Alle Welt sehnt Zustimmung b. d. Sozialdemokraten.) Nur reden soll man nicht darüber, weil es ein Zeichen der Schwäche Auch Lord Courtneys von jenen Kriegswüteri
sicht, die den frevelhafteste (Lebh. Sehr richtig! krieges schon viele
Schrecknisse erspart bleiber sich nach Frieden.(Lebh.
Balkan und dem Scheitern der Durchbruchsversuche an der West⸗ front. Nach so vielen Mißerfolgen war es für unsere Feinde not⸗ 0 e wendig, ihrer Bevölkerung die eigene Lage zu verschleiern. Des⸗ d mit raffinierter Regie halb überall Lüge und Verleumdung. Auch General Votha, der bei
bruch Deutschlands hin,
unsere Gegner einsehen,
eine englische Zeitung, I Zeugen eines Kampfes“ mie ihn die Wel. nie erlent hat und
en wird. Was über heldenmütige berichtet werden konnte, steht bei⸗ Aber bon Tag zu Tag ist auch das
Zu diesen Bekenntnissen stehen wir
der Sicherung gegen feindlichen Einbruch ist erreicht. Das zeigt ein Blick auf die Kriegskarte. Es handelt sich jetzt nur noch um die Frage, ob die Gegner zum Frieden bereit sind. Man sagt, der Besiegte habe Frieden anzubieten. Das setzt voraus, wirklich für besiegt erklärt. Das ist viel⸗
Kriege zwischen kleineren und mitt⸗
der Schwäche mit
den sie zerschmettern wollen, etwas
Sie wollen unser Heer vernichten, in denen unsere Söhne und Brüder stehen. Was wir als Militarismus be⸗ kämpfen, muß innerhalb unserer Landesgrenzen entschieden werden, wie über den französischen Militarismus und den englischen der Vogesen und jenseits des Kanals zu be⸗ Den Gedanken einer Angliederung Elsaß⸗ kreich lehnen wir ab. Von derartigen uner⸗ Auslassungen im Ausland will ich nicht sprechen. Was e nicht schon alles geredet worden! Ich trete gen Frieden ein und spreche deshalb nur von Aeuße⸗ denen die Sehnsucht nach dem Frieden klang. nd wirkt mein Freund Macdonald für den Frieden; im Unterhaus sprach Trevelyan für den Frieden, im Oberhause Lord Ribbesdale und Lord Loreburn. Dort führte auch Lord Court⸗ der Sackgasse herauskommen müsse, daß es dig sei, öffentlich von Friedensverhand⸗ lungen zu sprechen. Wir Sozialisten haben das bereits seit Mo⸗ naten getan.(Sehr wahr! b. d. Sozialdemokraten.) In der italieni⸗
st Treves einen Frieden ohne
Rede wurde mit wildem Kriegsgeheul
chen beantwortet, die in allen Ländern ge⸗ deihen, die Kriegsbegeisterung dieser gemeingefährlichen Feder⸗ und Maulhelden wächst mit dem Grade ihrer 7 (Lebh. Zustimmung b. d. Sozialdemokraten.)
In Frankreich und England weist man in nachgerade langweilig werdender Eintönigkeit unausgesetzt auf den baldigen Zusammen⸗ Es soll uns an Menschenmaterial, an Kriegsmaterial und Lebensmitteln fehlen. Daß es nicht allein auf die Zahl der Mannschaften ankommt, ist durch Hindenburg an der russischen Dampfwalze klar genug demonstriert worden. richtig) Durch den Krieg richtet sich Europa systematisch zugrunde und die Vereinigten Staaten von Amerika machen ein glänzendes Geschäft. Das sollte man endlich auch in England und Frankreich Der Plan der Aushungerung unserer Bevölkerung ist gescheitert, weil er scheitern mußte. Vor kurzem sind wieder 20 und mehrere Millionen lebendiger Schweine gezählt worden, wir haben 55 Millionen Zentner Kartoffeln geerntet. Nur 15 Millionen brauchen wir für die Bevölkerung. Fast drei Viertel der Ernte stehen für Futterzwecke und zur industriellen Verwertung zur Ver⸗ fügung. Nachdem auch der Donauweg offen ist, sollten endlich auch daß ihre Spekulation falsch gewesen ist. Aeußerungen der Unzufriedenheit hat es gegeben, weil nicht schnell und wirksam genug eingegriffen wurde, um gewissenlosen Produ⸗ zenten und Spekulanten das Wucherhandwerk zu legen. Das wurde. im Ausland in phantastischer Weise ausgeschmückt. Die Frage unserer Volksernaͤhrung im Kriege ist eine Frage der Organi⸗ sation und rücksichtslosen Entschlossenheit, und wehe der Regierung, die hier dauernd versagte.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozial⸗ Es ist geradezu verbrecherisch, wenn die Staats⸗ männer der gegen uns Krieg führenden Länder ihren Völkern vor⸗ gaukeln, die militärische Situation könne sich noch wefentlich zu unseren Ungunsten ändern. kann das nichts
elddienstuntauglichkeit.
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An den unerschütterld
ändern und deshalb mien wis


