gen
. eee
berhesst
Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
Die Oberbessische Volksseitung erscheint jeden Werktag Abend in
Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pf; 8 0 g. m 6⁰ fg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen viertesttör. 180 l
1 421 2 f Medaktion und Exvedition 1 Gießen, Babuhofstraße 23, Ecke Löwengasse. 5 Telephon 2008.
5
Jnserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.
Nr. 285 a
4
Gießen, Samsag, den 4. Dezember 1915
10. Jahrgang
Die Kriegslage Ende Novenber.
8 Von Richard Gädke.
Das wichtigste Ereignis der vergangenen Woche ist die 2 rängung der serbischen ache 9 0 9080 res Heimatlandes. Bis auf kleine Gebietsteile um Monastir die aller Wahrscheinlichkeit nach binnen kurzem ebenfalls besetzt sein verden, befindet sich nunmehr Alt⸗ und Neuserbien, mit einem Flächeninhalt von rund 80 000 Quadratkilometern, in den Händen der verblündeten Heere. Die Reste der serbischen Streitmacht sind eils auf montenegrinisches Gebiet übergetreten, desten östliche renzpässe sie zu verteidigen suchen, teils über Prisren in die nord⸗ Abanischen Alpen abgezogen. Angeblich wollen sie von hier den 5 lliickzug gegen Skutari(110 Kilometer) fortsetzen.
Es ist also einem Teile der serbischen Streitmacht gelungen ich der einkreisenden Bewegung der Heere Mackensens und der bulgarischen Heere zu entziehen und man wird dies unter den ob- valtenden Umständen als eine tüchtige Leistung des serbischen Feld⸗ serrn Putnik anerkennen, der bereits in den Feldzügen von 1912 013, 1914 seine Befähigung bewiesen hatte. Auch die serbischen
Soldaten haben sich gegen eine große Ueberlegenheit tapfer ge⸗ schlagen und scheinen noch in den Endkämpfen um Pristina mit
noßer Standhaftigkeit gefochten zu haben. Freilich darf man hier⸗ bei nicht übersehen, daß der größte Teil des Heeres auf dem langen und schwierigen Rückzuge von der Donau und von der Ostgrenze herauf geopfert worden ist. Der zusammenfassende Bericht des deutschen Generalstabes beziffert allein die Verluste an Gefangenen aaf mehr als 100 600 Mann und nennt dies„fast die Hälfte der tanzen serbischen Wehrmacht“, das heißt doch wohl einschließ⸗ ich der in Südmazedonien fechtenden Abteilungen. Man wird das lach drei Kriegsjahren noch verbliebene Feldheer also auch nicht her als etwa 220 000 Mann zur Zeit des Donauüberganges der Verbündeten veranschlagen dürsen. In den letzten Tagen hat sich zun die Zahl der Gefangenen noch erhöht. Die blutigen Verluste und die durch Fahnenflucht entstandenen lassen sich zur Zeit genau och nicht abschätzen. Man wird aber berücksichtigen müssen, daß
in der Donau, um Belgrad, füdlich Belgrad und im Tal der ver⸗ inigten Morawa, ferner an der Ostgrenze des Landes um Zajecar ind Knjazevae, endlich an dem Passe von Kazanik und um Pristina N ehr harte Kämpfe stattgefunden haben. In der letzten Zeit des N Feldzuges wurden außerdem Tausende von Fahnenflüchtigen auf⸗ egriffen, im Osten des Landes hatte ein ganzes Landwehrregiment N emeutert und sich zerstreut. Man muß also neben dem Verlust an N Jefangenen noch einen sehr hohen sonstigen Abgang von dem ge⸗ etteten Teile des serbischen Heeres abrechnen. Nach verschiedenen achrichten italienischer Berichterstatter kann man die in Maze⸗ Donien an den Babunepässen und um Monastir verbliebenen Kräfte uf 10 000 bis 15000 Mann berechnen, und danach wohl ohne großen Fehler schätzen, daß schwerlich mehr als ein Viertel der irsprünglichen serbischen Heermacht nach einem Feldzuge von 5 Wochen auf montenegrinisches und albanisches Gebiet überge— kreten sein wird.
Daß dieser Teil entkommen ist— vorläufig wenigstens— darf nicht wunder nehmen: denn zum Einkreisen gehören immer zwei: einer, der einkreist und der andere, der sich einkreisen läßt! Un⸗ eugbar ist General Putnik durch verschiedene Umstände begünstigt
vorden; zu ihnen gehört der hartnäckige Widerstand, dem die Montenegriner an der Nordgrenze ihres Landes und des Sand⸗ chaks Novibazar die Truppen seiner Armee Bojowitsch, aber im Süden bei Tetowo, Kazanik und zuletzt südlich Pristina den Bul⸗
klaren entgegengesetzt haben. Dadurch wurde ihm sein Rücken und die montenegrinische, wie die albanische Grenze freigehalten. Bei der Beurteilung des kriegerischen Wertes, der diesem Reste eines einst stolzen Heeres beizumessen ist, darf man nicht übersehen, daß es den größten Teil seines Geschützes⸗ und Heeresgerätes hat urücklassen müssen. Nur Gebirgsgeschütze haben ihm über das weglose Grenzgebirge noch folgen können, und wer weiß, ob selbst diese in voller Zahl? Aber auch der Zusammenhang und die Moral ver Masse muß bei den ständigen Rückzugskämpfen und den schwe⸗ zen Entbehrungen, die den Leuten auferlegt waren, endlich durch das Verlassen des Heimatbodens empfindlich gelitten haben. Das Jegenteil würde allen Kriegserfahrungen widersprechen. Für den Sieger ist das eine ganz andere Sache, umsomehr⸗ als er besser verpflegt war. Auch das Heer Napoleons ist auf dem Rückzuge aus Rußland nicht durch die Kälte und nicht durch, die Waffen der Russen, sondern durch Mangel und Zuchtlosigkeit zerstört worden.
Der Generalstab erklärt die großen Operationen gegen. daß erbische Heer für abgeschlossen; das soll nicht 5 e 1 wirt⸗
zunmehr seinem eigenen Zerfalle in den ärmlichen 15 ichen Gegenden überlassen bleibt, in die es gedräugt wurde. Wir kfahren denn auch, daß die Verfolgung fortgesett wid. D. Desterreicher dringen am Metalka⸗Sattel und südlich Pribof gegen as eigentliche Montenegro etwa in Richtung auf Plevlje, vor und die Bulgaren verfolgen gegen Prizren. f Aber als ein Gegenstand der großen, een nationen ist der Serbe nunmehr ausgeschieden; die Heeresleitung ann sich anderen Aufgaben zuwenden. Dem serbischen Felosuge oolgt der Balkanfeldzug. Nach einem italienischen Berichte sollen 6 5 Truppen auf Monastir marschieren; die Nachricht ist sonst nicht bestätigt. 7 5 f 9 Inzwischen hat die Armee des französischen Generals J Sarraff bereits einen Jiitgzug vor den ipnen gegenteschehasska Bulgaren angetreten; sie hat das nördliche Ufer der ee
5 reten: lia ßer den Fluß hinter sich tlassen und die Eisenbahnbrücke abe sie sich in absehbaxer Zeit
strategischen Kombi⸗
brannt. Das sieht nicht so aus, als ob sie 5 5 i der Lage fühle, ihrerseits zum Angriff anzntrelen 11 55 10 Straßenbrlige bei Vozarei und noch weiter Pasttalls, daß er
Belosnika ist zerstört worden. Die Erklärung Sarrails, daß er
nicht i 770 8 um Monastir zu Hilfe zu kommen, cht imstande sei, den Serben um Mongsuru⸗ sich vielmehr in
rhält dadurch besonderes Gewicht: er scheint 0 keiner Unzen Flanke selbst bedroht zu halten, df 5 wer ift de mi sodtel Arm angeln Alensgender verlaufen gegen das bulgarische Strumitza klang o i 2 8 Fes ang legte die Moglichkeit nabe, daß die erasssse leich 19115 Bierver andes mit Griechenland durch die Ereignisse leich
bolt werden könnten.
Anm ischen abb dor„ Aalfener
blutiae Auariff de
sogar wahrscheinlich, daß sie so etwas planen. Aber bis
gegen die JIsonzo stellung seinen furchtbaren und gebnislosen Gang weiter. Der Gedanke ist schrecklich, daß an eine unlösbare Aufgabe soviel kostbares Menschenleben ver⸗ geudet wird. Gerade, daß die vierte Isonzoschlacht, die am 10. No⸗ vember begann, sich hauptsächlich um die Eroberung des Brücken⸗ kopfes von Görz mit seinen nördlichen und südlichen Seitenstütz⸗ punkten dreht, beweist, daß es Cadorna mehr auf einen Schein ⸗ erfolg ankommt, den man dem Parlament bei seinem Wiederzusam⸗ mentritt präsentieren möchte. Denn diese vorgeschobene Stellung hat nicht den taktischen Wert, den die verzweifelten Stürme der Italiener ihr zuzuweisen scheinen. Sie ist der schwächste Teil der österreichisch-ungarischen Front und wird gehalten aus moralischen Grlinden, nachdem man sie zu Beginn des Krieges nicht aufge⸗ geben hatte. Ihr Verlust würde die weitere Verteidigung der Isonzolinie keineswegs hindern, da die Hauptstellung des Generals Boroevitsch auf den Höhen östlich Görz liegt; aber ihre Eroberung würde das schwächer werdende Kriegsfeuer der Italiener von neuem entfachen. So ist es denn dankbar zu begrüßen, daß die ver⸗ bündete Armee in einem dreiwöchentlichen Kampfe, der zu den wildesten und erbittertsten dieses Krieges gehört, ihre Stellung in voller Ausdehnung behauptet hat. Die, leberlegenheit der Italiener, die ihre ausgebluteten Truppenteile immer wieder durch neue er⸗ setzen, muß gegenwärtig eine sehr beträchtliche sein; ihr Feldheer soll die Stärke von 2 Millionen Köpfen erreicht haben. Solange es die Stürme an der Isonzofront vergeblich fortsetzt, ist sein Ein⸗ greifen in den Balkanfeldzug wahrscheinlich materiell unmöglich Die glückliche Verteidigung der Oesterreicher und Ungarn im Süd⸗ westen kommt also unseren Unternehmungen im Südosten un⸗ zweifelhaft zugute. Andererseits mögen die Italiener, glauben oder ihren Freunden gegenüber wenigstens vorschützen, daß ihre rücksichtslosen Angrifse auf das österreichisch-ungarische Heer die Sache des Vierverbandes auf dem Balkan mittelbar unterstützen. Aber unsere Erfolge scheinen zu beweisen, daß diese Rechnung eine verfehlte ist.
Auf den übrigen Kriegsschauplätzen herrscht nach wie vor Ruhe. Inzwischen kündigen unsere Gegner für das Frühjahr eine neue große Offensive von Ost und West an. Möglich, zum Früh⸗ einmal be⸗
eV-
jahr ist es noch solange! Der Winter hat noch nicht gonnen. Was kann da noch alles passieren! N
Die zweite Note der Entente an Griechenland.
Der Südslavischen Korrespondenz zufolge stellt die En⸗ tente in einer zweiten Note folgende Forderung an Griechen⸗ land: erstens, Zurückziehung aller griechischen Truppen aus Saloniki, zweitens, das freie Verfügungsrecht über die Eisen⸗ bahnen und Straßen des ganzen Gebiets, das durch eine Linie begrenzt wird, die östlich von Saloniki bis Monastir verläuft, drittens, das Recht, Saloniki und die Halbinsel Chalkidike zu befestigen, viertens, Uebertragung der Seepolizei auf einige griechische Häfen, darunter im Piräus. Die Note ver⸗ langt, daß Griechenland nicht Zusagen gibt, sondern Tat⸗ sachen, wie die sofortige Räumung Salonikis. Diese For⸗ derungen werden in allen, auch venizolistischen Kreisen als unerhört bezeichnet.
Der Matin gibt eine Depesche aus Athen wieder, wo⸗ nach Griechenland die Verbündeten habe wissen lassen, daß es ihre Forderung, nach der Räumung Salonikis durch ihre Truppen die Bewachung der griechischen Küste überneh⸗ men zu dürfen, nicht annehmen könne.
Numäniens Haltung.
London, 2. Dez. Die Daily News melden über Kopenhagen aus Bukarest, daß Rumänien den ernsten Wunsch an Rußland über⸗ mittelt habe neutral zu bleiben, und daß insolgedessen die russische
Flotte nicht die Erlaubnis erhalten könne, die Donau heraufzu⸗ fahren. 5 a Arabische Stämme auf der Verfolgung der
Engländer.
a. M. meldet aus Konstantinopel: Die Bedeutung über die Engländer im Jrak der arabischen Stämme am Kampf, deren die Englän ganz sicher zu sein glaubten. Einer der stärksten und angesehensten Stämme schlug sich endgültig auf die türkische Seite. Diel zu den Türken übergetretenen Stämme nahmen auch jetzt die Verfolgung der Engländer auf. Bisher sind die Engländer schon 110 Kilometer zurückgewichen.
Italiens Krieg und das Parlament.
In seiner Rede am Eröffnungstage der Kammer hat italienische Minister des Aeußern, Son nino, ein Reihe merkenswerter Ausführungen gemacht. Das Wich⸗ tigste war zweifellos die Erklärung, daß auch Italien der Ver⸗ pflichtung der Vierverbandsmächte, keinen Sonderfrieden zu schließen, beigetreten ist. Diese Erklärung ist um so bedeut⸗ samer, als nicht nur im Auslande allerlei Gerüchte über die Mö g⸗ Italien umherschwirrten.
Die B. Z. des großen Erfolge liegt an der Teilnahme
der be⸗
lichkeit eines Sonderfriedens mit
Weniger klar waren schon die Betrachtungen Sonnions über das Verhältnis von Italien zu Griechen lan d. Bekanntlich hat Griechenland genau solche Aspirationen auf Albanien wie
Rivalität hat die ohnedies verwickelte Aus der Rede Sonninos geht nicht her⸗ vor, wie sich Italien in dieser Hinsicht zu verhalten gedenkt. Auf der einen Seite versichert Sonnino, daß die dauernde Selbständig⸗ keit der(angeblich doch bestehenden) albanischen Nation verteidigt werden misse, auf der anderen Seite läßt er keinen Zweifel darüber, daß Italien mindestens den Besitz Valonas und der an⸗ schließenden albanischen Gebiete für seine Stellung im adriatischen Meer als unentbehrlich betrachte. Wie Sonninso diese beiden Absichten vereinigen will, bleibt sein Geheimnis. Jedenfalls wird man in Griechenland aus dieser Rede nur wieder erkennen daß
Italien sie hat und diese Lage keineswegs geklärt.
die italienischen und griechischen Interessen auf dem Balkan ein⸗ ander entgegengesetzt sind. Herr Sonnino betonte dann auch, daß Italien für die Wiederherstellung der serbischen Selbständigkeit eintrete. Er gebrauchte große Worte dafür, aber vielleicht waren sie nur der Kulissenlärm, der die Vernichtung Serbiens übertönen und die Tatsache verhüllen sollte, daß nun Italien freie Bahn für seine von Serbien stets scheel angesehenen Ansprüche auf Dalmatien sieht. Freilich, wie die Dinge glücklicherweise militärisch liegen, dürften diese Ansprüche Italiens auf das slavische Dal⸗ matien nur in der Theorie bestehen bleiben! Ueber die Stel⸗ lung Italiens zu Deutschland hüllte sich Sonnino in ein großes Schweigen.— Im übrigen war die ganze Kammer⸗ vorstellung sehr gut inszeniert, nur die sozialdemokratische Fraktion störte die schöne Einmütigkeit, indem sie bei der geschwollenen Er⸗ öffnungsrede des Präsidenten auf den König in Zwischenrufen ihre alten Grund sätze für die Republik zur Geltung brachte und auch sonst im Laufe der Sitzung ihren gegensätzlichen Stand⸗ punkt in keiner Weise verhüllte. Die Fraktion hätte das kaum ge⸗ tan, wenn es nicht der Volksstimmung entspräche.
Der Avanti über die Rede Sonninos,
T. U. Lugano, 2. Dez. Der Avanti, das einzige Blatt, das etwas freier zu sprechen vermag, stellt fest, daß die Mehrheit der Kammer das eintretende Ministerium mit eisigem, beleidigenden Schweigen empfangen habe: nicht einmal einen Privatmann würde man so behandeln, nachdem man ihm vorher mit soviel Lob über⸗ häufte. Allmählich erhitzte sich die Kammer namentlich darum, weil die Sozialisten jeden Anlaß benutzten, um scharfe Kritik zu äußern und lebhaft zu protestieren. Als Sonnino erzählte, wie die Re⸗ gierung bis Mai alles aufgeboten habe, um dem Lande den Schrecken eines Krieges zu ersparen, ging ein Murren durch die äußerste Linke und durch einen Teil des Zentrums, wo man sich er⸗ innerte, daß doch Salandra nach seinem eigenen Geständnis be⸗ reits im November 1914 den damaligen Abgeordneten Orlando zum Eintritt in das Kabinett einlud, um zusammen den Krieg gegen Oesterreich vorzubereiten.
Die Unterzeichnung des Londoner Vertrags
5 durch Italien. a 5
Wie der Mailänder Korrespondent des Matin versichert, hat der italienische Botschafter in London erst am 30. Novem- ber seine Unterschrift unter den Londoner Solidaritätsver⸗ trag vom 5. September 1914 vollzogen.
Die englischen Gesamtverluste: eine halbe Mllion.
Reuter meldet offiziell: Die Gesamtzahl der britischen Verluste bis zum 19. November beträgt: Getötet oder ge⸗
storben: 4620 Offiziere, 69 227 Mann, verwundet: 9754 Offiziere, 240 283 Mann, vermißt' 1583 Offiziere, 24446 Mann. Im Gebiet des Mittelmeeres getötet
oder gestorben: 1501 Offiziere, 21531 Mann, verwundet 2860 Offiziere, 70 148 Mann, vermißt 350 Offiziere, 10 211 Mann; auf den anderen Kriegsschauplätzen getötet oder gestorben 227 Offiziere, 2052 Mann, verwundet 337 Offiziere, 5587 Mann, vermißt 76 Offiziere, 3223 Mann. Flotte: getötet oder gestorben 589 Offiziere 9928 Mann, verwundet 161 Of⸗ fiziere, 1120 Mann, vermißt 52 Offiziere, 310 Mann. Ins⸗ gesamt 6. een die Verluste 510 230 Mann. g
Der Seekrieg. Gesunkene Schiffe.
Reuter meldet aus London: Der Dampfer„Colenso“ (3861 Tons, gehört nach Hull), ist g esunken. Die Mann- schaft wurde gerettet. Der Dampfer„Orange Prince“(3583 Tons, gehört nach New Castle) ist ebenfalls gesunken.
Ein Lloydsbericht aus Gotenberg meldet, daß der schwe⸗ dische Schoner„Emma Aalborgh“ auf der Reise von Bra⸗ silien gesunken ist. Man befürchtet, daß die Mannschaft umgekommen sei. 5
Meldung des Reuterschen Bureaus. Die Besitzer des ver. senkten Dampfers„Kingsway“ teilen mit, daß die fünf ver⸗ mißten Personen gerettet sind.
* (W. T B. Nichtamtlich.) Trotz des gestrigen
Berlin, 2. Dez. Zerstörung eines deut⸗
Dementis, daß die Nachricht über die schen Unterseebootes durch einen britischen Flieger voll⸗ ständig aus der Luft gegriffen sei, meldet das Reutersche Bureau ergänzend, aus den näheren amtlichen Mitteilungen über das Luft⸗ gefecht gehe hervor, daß der Achtersteven des U-Bootes, das durch das britische Flugzeug bombardiert wurde, gebrochen und das Boot innerhalb einiger Minuten gesunken sei.— Da, wie uns von zuständiger Stelle erneut bestätigt wird, ein deutsches Boot nicht in Frage kommt, hat das britische Flugzeug, wenn die Reuter⸗ meldung zutrifft, vermutlich ein englisches oder ein fran zösisches U-Boot vernichtet.
Die Lebensmittteloersorgung vor der Budgetkommision des Reichstags.
Am Donnerstag begann der Haushaltsausschuß des Reichstags auch seine Beratung der Denkschrift der Regierung über die Lebensmittelversorgung. obg. Graf Westa rp als Referent bedauert, daß das Ausland aus den Erörterungen den Schluß ziehen könnte, Deutschland könne ausgehungert werden. Ferner hat man im Ausland geschlossen, das deutsche Volk babe sich entzweit. Das Ausland ist dadurch in dem


