Ausgabe 
3.12.1915
 
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Reibungen

schädigt, säumten die Straße. Nach Erreichung von Suharjeka wurde das Bild immer wilder. An einem wahren Trümmer⸗ haufen von Kriegsmaterial aller Art zogen hier die verfolgenden bulgarischen Kolonnen vorbei. Alles wies darauf hin, daß der

lickzug bereits in Flucht ausarte und die zurückgehenden Massen,

jeden inneren Halt und ihren Charakter als militärischer Faktor verloren haben. Ueberall ergaben sich serbische Truppen in Menge und als die Bulgaren in Prisren einzogen, fanden sie dort nur die verbrannten Reste der aus 50 Kraftwagen bestehenden Kolonne, die zur Beförderung des serbischen Hauptquartiers diente. Indessen hatten die von Prilep gegen Westen und Nordwesten vorrückenden bulgarischen Truppen die Städte Kruschewo und Krcova besetzt und die dort kämpfenden kleinen serbischen Abteilungen in der Richtung gegen Dibra und gegen Gostivar zurückgeworfen.

Die Lage der Franzosen an der als Brückenkopf aus⸗ gebauten Stellung bei Kriwolak wird immer bedenk⸗ licher. Von drei Seiten halten die Bulgaren diese bereits ein geschlossen. Die Montenegriner sind durch die Exoberung des Höhenxandes der Hochfläche von Cemerno zehn Kilometer nördlich von Plevlje in ihrem Rückzug über das tief eingeschnittene Tal der Tara bereits schwer bedrängt.

Die Kämpfe um Monastir.

Lugano, 2. Dez. Um der Besatzung Monastirs den Rück⸗ z abzuschneiden, marschierte eine bulgarische Kolonne längs des linken Ufers des Zerna nach Brod an der griechischen Grenze, eine andere bulgarische Kolonne über Kirtschewo nach Sanidiavatin an der albanischen Grenze. Die Tempera tur in Monastir beträgt 12 Grad Kälte. Der Korrespondent des Secolo sah dort 40 erfrorene serbische Soldaten.

Die Not der Flüchtlinge.

Paris, 2. Dez. Journal beginnt mit der Veröffentlichung eines nesen, am 20. November aus Prisren durch Flieger abgesandten Briefes seines Korrespondenten im serbischen Hauptquartier. Ex erzählt im ersten Abschnitt die Flucht der serbischen Regierung und der Gesandten der Entente aus Mitrowitza in der Nacht vom 15. zum 16. November und schildert das Elend auf der Straße von Mitrowitza nach Prisren.Während dieser viertägigen Wanderung sah ich, so schreibt er,mit eigenen Augen mehr als 100 Flücht⸗ linge, besonders Kinder und Frauen, tot oder sterbend infolge der Kälte und des Hungers im Schnee und Kot liegen. Alle Wege sind überfüllt von einer jammervollen Flut armer, umherirrender Menschen. Zwischen Pristina und Prisren fliehen in diesem Augen blick noch Tausende dieser von der Furcht gepeitschten Unglück⸗ lichen.

Durch Kiew kamen auf der Reise nach Vassen serbischer Flüchtlinge. Die Städte sind von Flüchtlingen überschwemmt. den Hilfskomitees errichtet.

zwischen Franzosen und Engländern auf dem Balkan.

Sofia, 2. Dez. Nachrichten aus Athen bestätigen, daß her gleichzeitige Besuch Kitcheners und Deny Cochins in Griechenland die Reibung zwischen den Franzosen und Eng ländern bezüglich des Balkanunternehmens nur gesteigert

Moskau weitere ru mänischen Ueberall wur⸗

hat. Kitchener, dessen ein paar Tausend Mann noch immer

in Saloniki stehen und jeder Zeit schnell das Weite suchen können, tritt mit aller Schärfe dafür ein, daß man Griechen land gegnssber kein langes Federlesen machen soll und enor

gisch zur endgiltigen Stellungnahme drängen soll, dagegen

verharrt Deny Cochin auf den Standpunkt, die Dinge nicht zu übereilen, da er sich wohl darüber klar ist, welche Gefahr die französischen Truppen bedroht, wenn eine nach Englands Wünschen arbeitende Diplomatie Griechenland noch wider spenstiger machen würde.

Der türkische Kriegsbericht. Die Niederlage der Engländer vor Bagdad.

Konstantinopel, 2 2. Dez.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amt⸗ licher Bericht des Hauptquartiers. An der Irakfront ver⸗

folgen unsere Truppen den Feind energisch, um die Nieder

lage der Engländer zu vervollständigen. Wir stellten fest, daß Gie feindlichen Ver luste vom 23. bis 26. No⸗ vember 5000 Mann überstei 9. en. Abgesehen davon verlassen eine Reihe demoralisierte 8 Offiziere die Soldaten und die Truppenteile, um sich i in die Umgegend zu retten. Der Feind schaffte an einem einzigen Tage mit Dampfschiffen etwa 2900 Verwundete fort. Der politische Agent im eng lischen Hauptquartier, Sir Komei, befindet sich unter den Verwundeten. Da der Feind seinen Rückzug auch in dem stark befestigten Azizie nicht zum Stillstand bringen konnte, so versuchte er sich mit einer Nachhut unter dem Schutze seiner Monitore 15 Kilometer südwestlich dieser Oertlichkeit zu halten, aber durch einen in der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember von uns unternommenen überraschenden Angriff wurde der Feind gezwungen, sich weiter in der Rich⸗ tung auf Kut al Ammara 170 Kilometee südlich von Bagdad zurückzuziehen.

Wir fanden in Azizie und seiner Nachbarschaft viel Mund vorrat, Munition und verschiedenes Kriegsgerät. Unsere in die Umgebung entsandten Krieger erbeuteten etwa 100 Kamele des Feindes. Die Tatsache, daß es dem Feinde nicht mehr gelang, auch nur einen kleinen Teil der Gegenstände und des Kriegsmaterials, das er im Stich ließ, anzuzünden und daß er eine Menge von Gegenständen, die Offizieren ge hörten, und die technischen Ausrüstungsgegenstände nicht mehr mitführen konnte, ist ein Beweis für die große Niederlage. Außerdem erbeuteten wir ein Kriegsmotorboot und einen eisernen Leichter, der mit Mundvorrat und Munition ange füllt war, sowie ein Flugschiff. Wir stellten fest, daß der Feind auf seinem fluchtartigen Rückzuge mehrere Kisten mit Munition in den Tigris warf. Die Engländer teilten, um die Niederlage zu verheimlichen, der Bevölkerung in der Umgegend mit, daß sie einen Waffenstillstand mit uns geschlossen hätten, aber die schnelle Verfolgung durch unsere Truppen kennzeichnet dies als eine bloße Ausflucht. Von vier Flugzeugen, die wir dem Feinde abnahmen, wurden drei wieder hergestellt und fliegen jetzt über den feindlichen Reihen.

An der Dardanellenfront bei Anaforta nahmen unsere Patrouillen einen Teil der feindlichen Draht hindernisse und Gräben und machten einige Gefangene. Am 30. November eröffnete der Feind mit seinen Batterien zu Lande und zu Wasser ein Feuer nach verschiedenen Rich tungen, das eine gewisse Zeit hindurch andauerte, aber wirkungslos blieb. Unsere Artillerie trat ebenfalls in Tätig keit und nahm feindliche Soldaten, die ohne Deckung im Lager bemerkt wurden, sowie Munitionswagen des Feindes aufs Korn. Die Munitionswagen wurden zerstört. Bei

Ari Bur nu dauerte der Kampf der Artillerie, Bomben⸗ merfer und Maschinengewehr-⸗Abteilungen an. versuchte, die Schützengräben bei Kanlisirt, die in der letzten Zeit von uns zerstört wurden, wieder herzustellen, wurde aber durch unser Feuer darau verhindert. Nachmittags eröffnete ein feindlicher Kreuzer das Feuer auf die Stellungen unseres]; linken Flügels, wurde aber durch das Gegenfeuer unserer Torpedoboote gezwungen, sich zu entfernen. Bei Sedd ul Bahr fand ebenfalls eine gegenseitige Beschießung statt, die von Zeit zu Zeit nachließ. Unsere Artillerie brachte eine feindliche Batterie zum Schweigen, die die anatolische Küste und Meerenge zu beschießen versuchte. Nachmittags fielen Geschosse, die von einem feindlichen Panzer vom Typ des Agamemnon in der Richtung auf Kilid Bahr gefeuert wur⸗ den, auf ein dort gelegenes Hospital und töteten vier und ver⸗ wundeten 20 Soldaten. Eines unserer Kampfflugzeuge nötigte ein feindliches Flugzeug, das Kapa Tepe überflog, zum Landen.

Arabische Stämme auf der Verfolgung der Engländer.

Die B. Z. a. M. meldet aus Konstantinopel: des großen Erfolges über die Engländer im Irak liegt an der Teilnahme der arabischen Stämme am Kampf, deren die Engländer ganz sicher zu sein glaubten. Einer der stärksten und angesehensten Stämme schlug sich endgültig auf die türkische Seite. Die zu den Türken ftbergetretenen Stämme nahmen auch jetzt die Verfolgung der Engländer auf. Bisher sind die Engländer schon 110. Kilometer Arien,

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M

Verstorbene. Prof. Dr. Friedr. August Buchhold in Gießen.

Frau Louise Haas in Steinbach bei Gießen, 73 Jahre alt.

Bekanntmachung

Aus der Stiftung der Kinder und Erben des Kommerzienrates Georg Karl Gail sind für das Jahr 1916 an vier bodürftige in Gießen wohnende Familien oder alleinstehende Personen Unter⸗ stützungen von je 300 Marf zu vergeben. g

Meldungen nimt das Städtische Armenamt, Asterweg 9, bis Dezember entgegen.

Gießen, den 25. November 1915. Der Oberbsrgermeister. (Armenverwaltung.)

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Bekanntmachung.

Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. November 1915 bis 5. Februar 1916 von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr abends geöffnet. Gießen, den 1. Dezember 1915. Der 5 7 b . er.

15.

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Bekanntmachung.

Das am 15. November 1915 fällig gewesene Holz- und Heugras⸗ geld für das Rj. 1915 kann in den nächsten 8 Tagen noch ohne Mahn⸗ kosten an die Stadtkasse bezahlt werden.

Gießen, den 2. Dezember 1915.

1 Der Stadtrechner:

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Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1. bis 15. Degember 1915 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt:

a) Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit I Dienstag, den 30. November 1915, * 55 R Mittwoch, den 1. Dezember 1915, 8. Donnerstag, den 2. Dezember 1915. b) Städtische Unterstützung[Mietszuschuß). AI Freitag, den 3. Dezember 1915, IR Samstag, den 4. Dezember 1915, 84 Montag, den 6. Dezember 1915. N e) An Vermieter, die Mietbeträge abholen. Dienstag, den 7. Dezember 1915.

Die Auszahlungen finden von 81 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus Zimmer Nr. 7 statt.

Die Unterstützungen dürsen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden.

Gießen, den 27. November 1915.

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