Zur Lage der Serben.
Nach siebenwöchentlichen ununterbrochenen Kämpfen sind von den serbischen Streitkräften nur kleine Reste des ursprünglichen Standes übrig geblieben, und diese trei⸗ ben sich zersprengt außerhalb des Landes herum. Hervor⸗ ragende Kriegstüchtigkeit und große Tapferkeit müssen den Gegnern, die den Angreifern den Sieg nicht leicht machten, gugeftanden werden. Mit verzweifeltem Widerstande ver⸗ teidigten die Serben jeden Schritt ihres heimatlichen Bo⸗ dens. Von dem Gesamtstande ihrer Armee von 300 000 Mann wurden 120000 Mann gefangen genommen. 100000 Mann machen die Verluste an Toten und Verwundeten aus, sodaß die zersprengten Ueber⸗ bleibsel des serbischen Heeres etwa 70 bis 80 000 Mann be⸗ tragen dürften. An Geschützen fielen den verbündeten Streitkräften etwa 540 in die Hände; außerdem machten sie unübersehbares Kriegsmaterial als Beute. Die Serben haben fast ihren gesamt en Geschützpark eingebüßt; denn auf der Flucht in die unwegsamen schwer passierbaren montenegrinischen Gebirge konnten sie nur die Gebirgsgeschütze mitnehmen. Die ihnen noch verbliebenen schweren und Feldgeschütze hatten sie früher unbrauchbar gemacht.
Die montenegrinische Front erstreckt sich vom Adriatischen Meere bei Budua nördlich über den Lovcen Jängs der bosnisch⸗herzegowinischen Grenze bis an den Lim⸗ fluß über Plevlje. In südlicher Richtung und bis in den Raum von Ipek, nordwestlich von Prizren, wurden die Montenegriner gegen Plevlje zurückgedrängt. Die öster⸗ reichisch⸗ungarischen Kolonnen, die über Tschainica vordrin⸗ gen, erstürmten die einstige türkische Grenzkaserne auf dem Metalkasattel und sind nun nur mehr zwei Tagemär⸗ sche von Plevlje entfernt.
Die Franzosen geben ihre Niederlage in Ma⸗ zedonien selbst zu. Bei ihrem Rückzuge zerstörten sie die Brücken hinter sich. Sie sind auf die schmale Front zwischen Krivolatz und Rabrowo zusammengepreßt und Far namentlich durch die bulgarische Artillerie furcht ⸗ are Verluste erlitten. Die sich im Westen der Fran⸗ zosen noch in Mazedonien aufhaltenden serbischen Truppen wurden nach Pasfsierung der Straße Prilep Monastir nach Monastir zurückgetrieben. Im alba⸗ nischen Grenzgebirge, in das die serbischen Abteilungen flüch⸗ beten, liegt mehrere Meter hoher Schnee. Rasende Stürme furchtbare Kälte machen die auch auf schwierigen Saum⸗ faden nicht ungefährlich zu ersteigenden Uebergangshöhen in dieser Jahreszeit unpassierbar. 46200 Schlechte Stimmung in Paris.
Aus Paris wird der Frankf. Ztg. berichtet: Lord
Kitchener weilt seit gestern früh wieder in Paris. Er
hatte längere Konferenzen mit dem Präsidenten oincaré, mit dem Ministerpräsidenten Briand und
Kriegsminister, General Gallien i. Die Stimmeing er Pariser Presse ist, wenn möglich, noch gedrückter als vorher. Nach dem vorgestrigen amtlichen Kriegsbericht läßt sich, wie Oberstleutnant Rousset im Petit Parisien fest⸗ stellt, nicht mehr daran zweifeln, daß die Expedition zur Herstellung einer Verbindung mit der serbischen Armee vollständig gescheitert ist, und daß das englisch⸗französische Landungskorps sich auf eine Verteidi⸗ gungsstellung zurückgezogen hat, wo es die Armeen der Zentralmächte und der Bulgaren erwartet. Rousset selbst, ebenso wie der Major Civrieux, im Matin, geben auch zu, daß die Armee Sarrail dem drohenden Ansturm nur dann gewachsen sei, wenn sie ganz bedeutende Verstärkungen erhalte. Aber woher, so fragen die beiden Militärkritiker? Und sie machen Rußland und Italien Vorwürfe, weil die von ihnen versprochene Hilfe immer noch nicht sichtbar werde. Im Figaro spricht Joseph Reinach von großen militärischen Vorbereitungen, über die man noch nichts sagen dürfe. Aber es glaubt in der ganzen Presse niemand mehr daran, daß die so heiß ersehnte Einheit der Aktionen des Vierverbandes noch rechtzeitig in Erscheinung treten werde, um die Lage der Expedition in Salonik zu einer besseren Wendung zu führen. Die sozialistische Humanité macht auf ihren schweren Be⸗ denken in bezug auf die nächsten Ereignisse kein Hehl. Sie überläßt offenbar der Regierung die Verantwortung für das, was kommen wird. Trotz alledem wagen es die Zeitungen nicht, der von der Regierung ausgegebenen Anweisung zu widersprechen, daß Salonik für die ganze Kriegsdauer besetzt bleiben müsse, wenn auch nur, um die Deutschen zu werhindern, es selbst zu nehmen.
Die Pariser Presse äußert sich auch geradeso beun⸗ ruhigt in bezug auf die Haltung Griechenlands. Das Journal läßt in einer vom Ministerium des Aeußern inspirierten Notiz sogar erkennen, daß Griechenland starke Vorbehalte gemacht habe in bezug auf den Anspruch, daß die ganze Polizei in den griechischen Gewässern der englisch⸗französischen Flotte übertragen werden solle. Derartige Vorbehalte seien angesichts der Anwesen heit deutscher Unterseeboote mit der Sicherheit der Verbündeten unvereinbar und könnten nicht zuge— standen werden. Auch der Matin erklärt es, unter maß⸗ losen Angriffen auf den König Konstantin, für unan⸗
nehmbar, daß die Verbündeten für gewisse Maßregeln erst die Zustimmung der technisch zuständigen griechischen Behörden einholen sollen.
Der türkische Sieg in Mesopotamien.
Der militärische Mitarbeiter des Bund sieht die Gefahr, in der Bagdad schwebte, durch den Sieg der Türken über die Engländer bei Ktesiphon als für längere Zeit beschworen an. Er schreibt:„Dieser Rückschlag für die Engländer wird (sich in ganz Mesopotamien und Arabien fühlbar machen und setzt die Türken trotz ihrer ebenfalls bedeutenden Verluste instand, die Lage in Mesopotamien wiederherzustellen und der Expedition möglicherweise ein schlimmes Ende zu be⸗ reiten, wenn diese ihre schmalen, langgestreckten Rückzugs⸗ linien nicht sehr gut gesichert hat. Auch auf die Dinge in Persien, wo die islamitische Bewegung sich fühlbar zu machen beginnt, wird der Ausgang des Treffens von Ktesiphon unter Umständen nicht ohne Wirkung bleiben.
5
Dampferverlust der Verbündeten. T. Uu. Rom, 30. Nov. Nach einem Lloydbericht wurde der französische Dampfer„Omara“ und der englische Dampfer „Tanis“, letzterer von 3657 Tonnen, zur Versenkung gebracht. Die Besatzung beider Schiffe konnte gerettet werden.
Bekanntmachung.
Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1. bis 15. Dezember 1915 an die Angehörigen der zum Heeresdienst Ein⸗ berufenen findet statt: a) Reichs⸗ und Kreisunterstützung.
An diejenigen, deren Namen beginnen mit
A. Dienstag, den 30. November 1915,
IR Mittwoch, den 1. Dezember 1915,
8—2 Donnerstag, den 2. Dezember 1915.
b) Städtische Unterstützung(Mietszuschuß).
AH Freitag, den 3. Dezember 1915,
IE Samstag, den 4. Dezember 1915,
S—2 Montag, den 6. Dezember 1915.
c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen.
Dienstag, den 7. Dezember 1915. Die Auszahlungen finden von 8—1 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus Zimmer Nr. 7 statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. Gießen, den 27. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller.
Donnerstag frisch vom See- 3 platz eintreffend:
Bushelsshe. 46, f Mittel⸗Kabeljau„ 56,
. Ohne Brotkarten erhältlich: l 15 O H-⸗Zwieback aus beschlagnahmefreiem Mehl hergestellt Patet 18 Jeinste OH⸗Kesßs: 8 Frühstücks⸗ Keks.. Pfund 25 4 4 Tee-Mischnngg.. Pfund 30 Dessert-Mischung... Pfund 35 ABC SGG GG ½ Pfund 35% Tebkuchen-Nisolause. Stüc 10 u 18 ⸗ 3 Basler Tebkuchen. dale 15, 25.35%
a Malzkaffee, garantiert echt Malz
1 Pfund⸗Paket 45 5 Ia Zwiebeln
b Citronen, frisch und saftig. In unserer Zenkrale eingetroffen: 97 5 1 Waggon Kastanien.. Piund 303
92 15
.. Pfund 20. 255 5 Stück 8%
8
3 0
Verkaufsstellen: Bahnhofstrasse 20, Ludwiz-
strasse 20, Walltorstrasse 24
725 n 9*
il
*
Ein englischer Torpedobootszerstörer
gesunken.
Rotterdam, 30. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Auf der
Doggerbank ist der englische Torpedobvotszerstörer„Fervent“
auf eine Mine gelaufen und gesunken. Von der Besatzung sind nur fünf Mann gerettet.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.
Die Marttpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotpreise am 29. November 1915
Schlachtviehpreise in lach 8
Frankfurt a. 2 Fleischpreise in Gießen
Schfen 50 kg Schlachtgewicht 126 140 ME ½ g 120—124 J Kälber 0 1. h 0—133 Pf ½„ 120—124 9 Schweine ½„ 78—129„%„ 150 000„
Getreidepreise in Mannheim. Brotpreise in Gießen
Weizen 100 Kg 2700 Ml. Höchstpreis] Weißbrot 2 rf— fg Roggen„„ 23.00„ Höchstpreis] Schwarzbrot 2, 68
Verstorbene. Karl Füller I. in Wetzlar, 86 Jahre alt.— Frau Elise Seibert, geb. Bückart, in Wetzlar, 70 Jahre alt.— Jakob Ketzer in Niedergirmes, 17 Jahre alt.
euerdl-Versammung
des Tandmwirtsch. Konsumvereins Wieseck.
E. G. m. u. H.
Samstag, den 4. Dezember 1915, abends 9 uhr, bei Wirt Daniel Erb II. Tagesordnung: 1. Vorstandswahl
2. Bericht über den Verbandstag. 3. Verschiedenes.
Wieseck, den 25. November 1915. Für den Aufsichtsrat: Braunewell, Vorsitzender. 0
Bei eintretender kälterer Jahreszeit halte ich meine
Trsbhlgsser
dvestens empfohlen. del
Garantie für tade
der
i detlaszer ball Haller
Glessen(Hessen) Kaiser⸗Allee 8. Eigene Reparatur werkstatta.
Lahtzpiehaas
Bahnhofstrasse 34 Telephon 2077
80
Grösstes, elegantestes und modernstes Lichtspiel-Theater am Platze.
Wssche weiche ein in Henkels Bleich Soda
Faslampen Gasherde
somie Glühkörper, Cylinder und alle Ersatteile
in schöner Auswahl. Georg Dahmer
Spengler⸗ und Installationsmeister Neuenweg 40.
Faaadheaer dissen.
Dir.: Hermann Steingoetter. Freitag, den 3. Dezember 1915, abends 8 Uhr:
Der Erbförster.
Schauspiel in 5 Aufzügen von Otto Ludwig. 2 Ende 10¾ Uhr. 1 Soldaten vom Feldwebel abwärts
0
eden Mittwoch u. Samstag Programmwechsel.
Für meine Eisenhandluna suche per sofort oder später einen
f 2 Lehrling mit guter Schulbildung und flotter Schrift. Sicheres Rechnen ist Vor⸗
bedingung. zahlen bei allen Vorstellungen auf
Emil Pistor Nachfolger. 2. U. 3. Sperrsitz nur halbe Preise
40% Visits
Andere Formate
Familien- und Gruppen- Bilden entsgrechend billig.
Wegen rechtzeitiger
5 Lieferung erbitten
ga 1 Phot. A
Bahnhofstrasse 64
elier
Vergrösserungen
bis Lebensgrösse nach allen auch alten Originalen in tadelloser billiger Ausführung.— Für Aehnlichkeit wird garantiert.
Weihnachts-Aufträge recht frühzeitig.
Rabinetis rauss 2 El Sonntags den ganzen Tag geöfinet
5
1 * ö 4
Ua, erm Jcehnisse,
and aber tach Kamp fan könnt aldemol Haaltun J ukeivorste en Zeit.
J bueky get
As da Areubrach, Vat heißt
rkeichiff
1
suste, in.
az in dies
ö
17
4 Un Aiplin“
Aihlichkeit sinblichkeit ungen Ja
„Wi Schritt! geradezu verschied n diesen Disziplin
65% cel.
Imme lerst än. m sc elbe G0 Achgung fac
i in
splin⸗


