Ausgabe 
1.12.1915
 
Einzelbild herunterladen

Innern, Staatssekretär Dr. Delbrück, zu unternehmen und ihm die Hauptschuld an Maßnahmen der Lebensmittelver⸗ sorgung beizumessen, die vornehmlich Unzufriedenheit erregt haben. Wenn diese Auseinandersetzung über die vier Wände des Haushaltsausschusses hinausdringt, wird auch der preu⸗ ßische Landwirtschaftsminister, Frhr. v. Schorlemer-⸗Lieser, der bei der Beurteilung wirtschaftlicher Maßnahmen des Bundesrats zu dem Staatssekretär des Innern im Gegen⸗ satz gebracht worden ist, auf der Tribüne des Reichstages einer scharfen Kritik ausgesetzt sein.

Die Hauptschuld kann man wohl kaum dem Staats⸗ sekretar beimessen, ist doch vor Wochen schon behauptet wor⸗ den, daß das Hindernis mehr im preußischen Landwirtschafts⸗ migisterium zu suchen sei.

egen Montenegro!

Budapest, 30. Nov.(Meldung der T. U.) Lloyd wird aus dem K. und K. Kriegspressequartier gemel⸗ det: Die sortschreitende Offensive, die am westlichen Flügel durch unsere angreifende Armee in Serbien unter den schwie rigsten Terrainverhältnissen Schritt für Schritt vorwärts getragen wird, führte gestern zur vollständigen Säuberung der bosnisch⸗herzegowinischen Gebiete vom Feinde. Kein Montenegriner steht mehr auf bosnischem Boden. Die ver⸗ bündeten Truppen dringen auf der ganzen Linie auch vom Norden und Nordosten gegen das montenegrinische Grenz- gebiet vor.

Entente und Griechenland.

Athen, 29. Nov. Meldung der Agence Havas: Die Note Griechenlands an den Vierverband ist in freundschaftlichen Ausdrücken gehalten. Amtliche Kreise betrachten sie als ein

geeignetes Mittel zur Lösung der schwebenden Fragen und

Reichstag.

21. Sitzung vom Dienstag, den 30. November, nachmittags 2 Uhr. 2

Am Bundesratstisch: Delbrück, Helfferich.

Präsident Kaempf weist auf die Leistungen unserer Truppen und der unserer Verbündeten auf den verschiedenen Kriegsschau⸗ plätzen hin, aus denen wir das Bewußtsein schöpfen, daß unsere Machtstellung nicht zu zertrümmern ist. Auch unseren Feinden ist dies zum Bewußtsein gekommen, und sie hoffen daher, uns wirt⸗ schaftlich vernichten zu können. Aber auch hierin haben sie sich ge⸗ täuscht. Getreide und Kartoffeln haben wir reichlich, und die Schwierigkeiten, die durch die Knappheit an einigen anderen Lebensmitteln für einen großen Teil der minderbemittelten Be⸗ völkerung entstanden sind, werden durch die Organisation des Lebensmittelmarktes überwunden werden. Die Einigkeit der deut⸗ schen Stämme hat das Reich aufgebaut, und frevelhafte Angriffe kwerden sein Bestehen nicht in Frage stellen können.(Lebhafter

Beifall.)

Das Haus ehrt das Andenken des verstorbenen Abgeordneten Wamhoff(natl.) in der üblichen Weise.

Es folgt der Antrag Schiffer und Genossen betr. Abänderung des elt un über den Belagerungszustand, wonach bei leichten Vergehen an Stelle der Gefängnisstrafe auch Geldstrafe soll treten können. ö

Abg. Scheidemann(Soz.):

Wir bedauern, daß dieser Antrag in der vorigen Tagung nicht schon erledigt worden ist. Indem wir ihm zustimmen, sind wir aber weit davon entfernt, dadurch unsere sämtlichen Beschwerden über die Handhabung des Belagerungszustandes als erledigt zu betrachten, und wir behalten uns vor, im weiteren Verlauf der Tagung auf den Gegenstand zurückzukommen.

Der Antrag wird angenommen.

Die Denkschrift über die Herabsetzung der Altersgrenze und die Vorlage über die Kriegsabgabe der Reichsbank werden debatte⸗ los der Budgetkommission überwiesen.

Es folgt die erste Beratung der Vorlage über die vorbereiten⸗ den Maßnahmen zur

Besteuerung der Kriegsgewinne.

Die Ueberzeugung

Tribuna wurde in Kairo eine Verschwörung entdeckt, die be⸗ zweckt, den neuen ägyptischen Sultan zu entthronen, Minister zu stürzen, sowie der englischen Herrschaft ein Ende zu bereiten. Bisher seien 40 Personen verhaftet und 25 er⸗ schossen worden.

fügen hinzu, sie sei in allen Punkten zufriedenstellend, da 1 dem Wunsche des griechischen Volkes, die Neutralität auf⸗ rechtzuerhalten, entgegenkommt, ohne den Schwierigkeiten zu bereiten. Die Verhandlungen werden fortgesetzt.. Türki cher Bericht.

Konstantinopel, 29. Nov.(W. T. B.) Das Haupt- quartier teilt mit: Au der Dardanellenfront zersprengte

unsere Artillerie bei Anaforta durch wirksames Feuer feind⸗ liche Truppen, die ohne Deckung waren. Die feindliche Ar⸗ tillerie antwortete nicht. Bei Ari Burnn Kämpfe mit Ar⸗ tillerie und Bomben. Der Feind machte sehr reichlichen Ge⸗ brauch von Bomben, insbesondere am rechten Flügel, wo ein Torpedoboot wirkungslos an der Beschießung teilnahm. Bei

Sedd⸗ül⸗Bahr am rechten Flügel lebhaftere Bombenkämpfe. Dem Pester

Am linken Flügel schleuderte der Feind ungefähr 1000 Bomben, Granaten und Minen, richtete aber keinen bedeuten⸗

den Schaden an. Sonst ist nichts Neues zu melden.

Eine Verschwörung in Kairo.

Rom, 29. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Nach der

die

Der Weihnachts⸗Waffenstillstand.

Rom, 29. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Der Vertreter des Reuterschen Bureaus erfährt, daß der Papst wieder versuchen wird, zu Weihnachten einen Waffenstillstand zwischen den Krieg⸗ führenden einzuleiten.

*

gehen die Meinungen auseinander. Heute handelt es sich ei vorläufiges Gesetz, das speziell die juristischen Personen betrifft. Die erste der Grundlagen, auf der später einmal die ganze Be⸗ steuerung sich aufbauen soll, ist die Erfassung der Kriegsgewinne im allerweitesten Sinne des Wortes. Wir gehen davon aus, daß jeder, der in der Lage ist, in dieser schweren Kriegszeit seine materiellen Verhältnisse zu verbessern, die Pflicht hat, einen an⸗ sehnlichen Teil seines Vermögenszuwachses dem Vaterlande zu opfern. Gegen die allgemeine Erfassung des Vermögenszuwachses, gegen eine Besteuerung über das Gebiet der Gewinne an direkten und indirekten Kriegslieferungen hinaus sind Einwendungen laut geworden. Darauf einzugehen, widerstrebt mir, ich hoffe, es wird auch Ihnen widerstreben, die geplante Gewinnsteuer als eine Art Strafe gegen Kriegsgewinne zu behandeln. Die Steuer ist keine Strafe und keine Zuchtrute, sondern eine Ehrenpflicht genau wie die allgemeine Wehrpflicht.

Mißbräuche beim Erwerb sind ja vorgekommen, sie sind aber gegenüber den ungeheueren Leistungen nur verschwindend gering. Wir können nicht diejenigen besteuern, die mit Aufbietung aller Kräfte das Heer und die Bevölkerung in den Stand gesetzt haben, durchzuhalten, während der Kapitalist, der etwa an amerikanischen Papieren erhebliche Gewinne gehabt hat, keiner Steuer unterliegen soll, weil er nicht für den Krieg gearbeitet hat.(Sehr richtig!) Wir werden auch im Interesse unserer Finanzen nach dem Kriege zuf einen ausgiebigen Ertrag der Steuer nicht verzichten können. und ein solcher Ertrag ist zu erzielen. Denn wenn der Krieg auch diele Werte vernichtet hat, so sind doch weit mehr Werte durch die Arbeit für den Krieg geschaffen worden. Wir werden also den Vermögenszuwachs im weitesten Sinne ins Auge fassen. Darin wird das definitive Gesetz sich an das Besitzsteuergesetz anlehnen. Sbenso wird das der Fall sein in bezug auf den dreijährigen Zeit⸗ raum, den wir der Kriegsbesteuerung zugrunde legen wollen. Hierfür waren wichtige materielle, in der Sache liegende Gründe maßgebend. strie,

Für große Erwerbszweige nicht nur der Induf sondern auch der Landwirtschaft, ist die sogenannte Kriegskonjunktur Manches Unternehmen, das im ersten Kriegs⸗ jahre glänzend verdient hat, kann in der Folgezeit nur schwer sich Zeiten, bei einer

gewohnt

von der für diese Betriebe, sondern auch eine Schädigung unserer gesamten. f 5 len Sitzung nach dem Verlauf der Kommissionsberatungen festzusetzen.

gelliierten! 92 52 an Petroleum den S

um ein] richtigl) 7 System des

ssellschaften weiterhin,

(Bravo!) 8

Kriegsus zen. in Düsseldorf regt in einem Schulverwaltungen an, infolge chü lern abends erleuchtete und Klassen räume zur Verfügung zu stellen, damit N dort ihre häuslichen Arbeiten unter Aufsicht von Lehrperson

fertigen können. b

Die kirchlichen Körperschaften haben gleich nach? bruch des Krieges erklärt, daß sie auf die Kirchensteue Eingeßogenen nicht verzichten werden, obwohl die gezogenen durch ihre Einziehung aus ihrer seitherigen Ki gemeinde ausgeschieden und zur Militärgemeinde übergetreten Die Kirche beharrt auf ihren Schein und das preußische O verwaltungsgericht hat ihr recht gegeben, indem es entschie der Eingezogene seine Kirchensteuern weiterbezahlen müsse. Entrichtung der Kirchensteuern wird manchem Feldgrauen schwer werden.

Der Jugendschriften-Ausschuß in Nordhausen hatte sich an stellvertrelende Generalkommando in Kassel gewandt und um M. nahmen zur Bekämpfung der Schundliteratur ersucht. Darau hielt der Ausschuß folgende Antwort: 1

Das stellvertretende Generalkommando hat die Bekämp der Jugendschriften von sich aus in Angriff genommen und dahingehenden Entwurf vor 2 Wochen dem Kriegsmintste mit der Bitte um Erlaß einer Anordnung für das ganze gebiet übersandt. Sollte dieser Anordnung nicht entsprochen den, so wird das stellvertretende Generalkommando wenig für seinen Korpsbezirk eine entsprechende Bestimmung treffe

Wenn wirklich nur der Schund mit den in Aussicht stehe Maßnahmen getroffen wird, kann man das Einschreiten mu grüßen.

Bis auf weiteres

Die Regierung die Gemeinde- und

verboten wurde vom stellverts den Generalkommando des dritten Armeekorps das Ersche unseres Cottbuser Parteiblattes, der Märkisch Volksstimme. Den Grund des Verbotes teilt die Redakio nicht mit oder darf ihn nicht mitteilen.*

Eine Abweichung des kommenden Gesetzes von den Besitzsteuergesetzes wird darin bestehen, daß neb dem reinen Vermögenszuwachs auch die Einkommensverhältnif bei der Bemessung der Steuersätze voraussichtlich Berücksichtigu finden werden, und daß auch die juristischen Personen zur Krf gewinnsteuer herangezogen werden. Wenn darüber Ueberein mung besteht, so handelt es sich darum, jetzt so wie möglich einen Riegel vorzuschieben, der verhindert, daß die wie schon für das erste Kriegsjahr, Gewinne zur Verteilung bringen. Sine große Anzahl von sellschaften hat gewiß freiwillig Rückstellungen gemacht, aber Freiwilligkeit kommen wir hier nicht durch, wenn wir den en wünschten Erfolg erzielen wollen. Auf die naheliegende Frage, welches nun die Steuersätze sein werden, kann ich heute noch kein Antwort geben; es sind hierüber noch Erwägungen bei den R gierungen im Gange. Jedenfalls werden sie ganz erheblich üb das bisher gewohnte Maß der Einkommens⸗ und Vermögensste sätze hinausgehen und wir werden wohl nicht, wie England, heitliche Sätze für große und kleine Gewinne einführen, sonder die Sätze nach der Größe der Kriegsgewinne staffeln.(Zustin mung.) Ich hätte gewiß lieber gleich ganze Arbeit gemacht

das endgültige Gesetz vorgelegt. Die Angelegenheit ist seit naten in intensivster Bearbeitung, aber Sie werden sich jeden beim Fortgang Ihrer Beratungen auch überzeugen, daß die sich so einfach aussehende Idee dieser Gewinnsteuer doch in de Durchführung recht verwickelt, eine schwierige und verantwortliche Sache ist. Wir greifen namentlich bei hohen Steuersätzen sel ef in das gesamte Wirtschaftsleben ein. Daher ist genaue fung eines solchen Gesetzes am Platze. Dazu kommt, daß der bundesstaatliche Charakter des Deutschen Reiches berücksic werden muß. Das alles geht nicht von heute auf morgen,

alle in Betracht kommenden Ressorte mit Arbeit bis zur 0 ihrer Leistungsfähigkeit überhäuft sind. Das definitive G wird Ihnen voraussichtlich nit dem Etat für 1916 im März menden Jahres zugehen. Die vorliegenden Gesetze wird es ho fentlich gelingen, in diesem Tagungsabschnitt fertigzustellen damit den ersten Schritt zu tun zum praktischen Aufbau ei großen, für unsere Zukunft wichtigen Werkes, das dem gesamten deulschen Volke in allen seinen Teilen am Herzen liegt.(Leb hafter Beifall.) Ohne weitere Debatte wird auf Antrag des Abg. Bassermaß (natl.) die Vorlage demAusschuß für die Reichshaushaltsverwal⸗ (dies neue deutsche Wort für Buogetkommission wird mit eiterkeit aufgenommen) überwiesen. N Dem Präsidenten wird überlassen, den Tag der nächsten

Schluß: nach 3 Uhr.

1Hẃ

2 4 Barfüßele. 1 Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach.

Was der wohl erzählen wird, wo er gewesen sei, dachte Amrei,und so ein Tierchen hat es gut; wo es hinfliegt, ist es daheim. Und horch! wie die Lerchen singen, die haben's gut, die brauchen sich nicht zu vesinnen, was sie zu sagen und was sie zu tun haben. Und dort treibt der Metzger mit seinem Hund ein Kalb aus dem Dorfe. Der Metzgerhund hat eine ganz andere Stimme als die Lerche, aber freilich,

mit Lerchengesang kann man auch kein Kalb treiben...

lWohin mit dem Füllen? rief der Kohlenmathes aus seinem Fenster einem jungen Burschen zu, der ein schönes junges Füllen am Halfter führte.

Der Rodelbauer hat's verkauft, lautete die Antwort, und bald wieherte das Füllen weiter unten im Tal.

5 Amrei, die das hörte, mußte wiederum denken:Ja, o

ein Tier verkauft man von der Mutter weg, und die Mutter

weiß es kaum; und wer's bezahlt, der hat's eigen; und einen

Menschen kann man nicht kaufen, und wer nicht will, für

den gibt's kein Halfter. Und dort kommt jetzt der Rodel

bauer mit seinen Pferden, und das große Füllen springt neben her. Du wirst auch bald eingespannt. Und vielleicht wirst du auch verkauft. Ein Mensch wird nicht verkauft, er verdingt sich bloß. So ein Tier kriegt für seine Arbeit keinen anderen Lohn als Essen und Trinken und braucht auch sonst nichts, aber ein Mensch kriegt noch Geld dazu als Lohn.

Ja, ich kann jetzt Magd sein, und von meinem Lohn tue ich

den Dami in die Lehre, er will ja auch Maurer werden.

Und wenn wir beim Ohm sind, ist der Dami nicht mehr so

mein wie jetzt. Und horch, jetzt fliegt der Star heim, da

oben ins Haus, das ihm noch der Vater hergerichtet, und er singt noch einmal lustig. Und der Vater hat das Haus aus alten Brettern gemacht. Ich weiß noch, wie er gesagt hat, daß ein Star nicht in ein Haus von neuen Brettern zieht,

Und so ist mir's auch.. Du Baum, jetzt weiß ich's: Wenn

du rauschest, so lange ich heute noch da bin, so bleibe ich

ihr, als rauschte

Es war die Gänseherde, die vom

Staubwolke ging voraus. Amrei ahmte vor sich hin lange

Holderwasen hereinkam. das Geschnatter nach.

Die Augen fielen ihr zu, sie war eingeschlummert.

Ein ganzer Frühling von Blüten war aufgebrochen in dieser Seele, und die Blütenbäume im Tal, die den Nachttau einsogen, schickten ihre Düfte hinüber zu dem Kinde, das eingeschlafen war auf der Heimatserde, von der es sich nicht trennen konnte.

Es war schon lange Nacht, als sie erwachte und eine Stimme rief:Amrei, wo bist du? Sie richtete sich auf und antwortete nicht. Sie schaute verwundert nach den Sternen, und es war ihr, als ob diese Stimme vom Himmel käme; erst als sich die Stimme wiederholte, erkannte sie den Ton der Marann und antwortete:Da bin ich!

Und jetzt kam die schwarze Marann und sagte:O das ist gut, daß ich dich gefunden habe. Im ganzen Dorf sind sie wie närrisch. Der eine sagt: er habe dich im Walde ge sehen; der andere ist dir im Felde begegnet, wie du jammernd dahin gerannt bist und auf keinen Ruf dich umgekehrt hast. Und mir ist's gewesen, als wenn du in den Teich gesprungen wärst. Brauchst dich nicht zu fürchten, liebes Kind, brauchst nicht zu entfliehen. Es kann dich niemand zwingen, daß du mit deinem Ohm gehst.

Wer hat denn gesagt, daß ich nicht will?

Plötzlich fuhr ein rascher Windstoß durch den Baum daß er mächtig rauschte. 5

Und freilich will ich nicht! schloß Amrei und hielt die Hand an den Baum.

Komm' heim, es bricht ein arges Wetter los, der Wind wird's gleich da haben, drängte die schwarze Marann.

Wie taumelnd ging Amrei mit der schwarzen Marann ins Dorf hinein. Was war denn das, daß die Menschen sie durch Feld und Wald irren gesehen haben wollten, oder

8

sprach das nur die Marann?

Die Nacht war stockdunkel, nur plötzlich leuchteten raf Blitze und ließen die Häuser im hellen Tageslicht erscheine so daß das Auge geblendet wurde und man stillstehen mußte, und war der Blitz verschwunden, so sah man gar nichts mehr Im eigenen Heimatsdorfe waren die beiden wie in der Fremde verirrt und schritten nur unsicher vorwärts. Dazu wirbelte es Staub auf, so daß man vor Betäubung fast nicht vom Fleck kam; in Schweiß gebadet arbeiteten sich die beiden vorwärts und kamen endlich unter schwer fallenden Tropfen an ihrer Behausung an. 5

Ein Windstoß riß die Haustür auf, und Amrei sagte: Tu' dich auf. ö

Sie mochte an ein Märchen gedacht haben, wo sich ein Nöselwort ein Zauberschloß auftut.

Auf dem Holderwasen. Als am andern Morgen der Ohm kam, erkläre Aimrei, daß sie dabliebe. 3 Es lag eine seltsame Mischung von Bitterkeit und Wohl wollen darin, als der Ohm sagte:Freilich, du artest dein Mutter nach, und die hat nie etwas von uns wissen wollen aber ich kann den Dami allein nicht mitnehmen, wenn er au)

*

auf

ginge. Der kann noch lange nichts als Brot essen; du es auch verdienen können. n Amrei entgegnete, daß sie das vorderhand hierzulande wolle, und daß sie mit ihrem Bruder später, wenn der Oheim f noch so gut gesinnt bleibe, ja zu ihm kommen könne. In der Art, wie nun der Oheim seine Teilnahme für die Kinder ausdrückte, wurde der Entschluß Amteis wieder 5 schwankend, aber in ihrer besonderen Weise wagte sie des nicht kundzugeben; sie sagte nur:Grüßet mir auch Erle Kinder und saget ihnen, daß es mir recht bart int. daß ich meine nächsten Anverwandten gar nie gesehen bab ind daß sie jetzt weit übers Meer ziehen und ich sie vdelleice 1 Leben lang nicht mehr sehe.

11

Der Ohm machte sich rasch aue aud gab aur noch uu den Auftrag, den Dami von ihm zu grüßen, er habe

Zeit mehr, ihm Lebewohl zu sagen. 1

Er ging davon.(Feregune