Ausgabe 
29.11.1915
 
Einzelbild herunterladen

und Nachbargebiet Gießen A naa gebiete.

f ö 5 7 Praktiken zur Umgehung der Schweinehöchspreise Aus fachmännischen Kreisen wird uns initgeteilt: Wie alle Höchstpreisverordnungen, die nicht zugleich die Au Konsequenz der Beschlagnahme als Regel aufstellen 0 auch die für Schweine und Schweinefleisch schon jetzt flott umgangen. Und zwar von den Produzenten sowohl wie don den Viehaufkäufern und Viehhändlern. Die Schweinemäster erklären, daß für ihre Schweine die Höchstpreisverordnun, dann nicht in Betracht komme, wenn sie sie nicht auf den Viel höfen, sondern ab Stall verkaufen. Bei diesem Hand werden Preise gefordert und bezahlt, die erheblich über die Höchstpreise für Schlachtschweine hinausgehen. Die mangel⸗ hafte Ausgestaltung der Höchstpreise für den Kleinverkauf macht diesen Handel immer noch gewinnreich. Der Vieh- händler hingegen sagt sich: Geht der Bauer durch seine Hintertür, gehe ich durch meine. Die Schweinehöchstpreise beziehen sich seiner Meinung nach nur auf lebende Schweine, nicht aber auf geschlachtete. Also wird das Schwein vor dem Uebergang an den Schlächter vom Leben zum Tode gebracht und die Preise steigen. Der Schlächter zahlt, um überhaupt zu dem jetzt so kostharen Schweine leisch zu ge⸗ langen. Noch bemerkenswert ist folgende Praxis: Für den Weiterverkauf der Tiere wiegt der Viehhändler nicht das einzelne Schwein, wie es sich gehört, sondern er treibt je nach der Tragfähigkeit der Wage 6, 8, 10 oder noch mehr Schweine darauf und verrechnet das Durchschnittsgewicht.

5

sz. l 5

te Daß es dabei stets gelingt, durch Zuteilung eines oder zweier ohn besonders fetter Tiere das Gewicht aller Schweine in eine noch y höhere Gewichts- und Preisstuse zu bringen, versteht sich von

N selbst. Diese Stichproben aus der Praxis beweisen, daß idee eine Regierung, die den geriebenen Schlichen der Schweine⸗ j mäster zu Leibe will, viel radikaler und energischer zufassen müßte, als es jetzt geschehen ist. Der Verbraucher ist, soviel steht fest, trotz der Höchstpreisverordnung auch heute noch der Gerupfte.

Eine geradezu sibirische Kälte, wie sie um diese Jah- reszeit ganz selten zu verzeichnen ist, hat uns am Samstag jählings überfallen. In der Nacht hatte das Thermometer im Wetterhäuschen in der Südanlage seinen niedrigsten Satnd mit 17(siebzehn!) Grad nach Régumur oder 22 Grad Celsius erreicht. Der Schnee quitschte unter den Tritten, wie man es sonst nur in den kältesten Tagen des Januar ge⸗ wohnt ist. In einer Nacht ist die erst zwei Tage vorher mit Wasser aufgefüllte Eisbahn an der Moltkestraße dick und fest zugefroren, sodaß sie jetzt bereits in Benutzung genommen werden kann. Für viele arme Leute fund besonders auch für die Familien der Kriegsteilnehmer, welche nur auf ihre ge ringe Unterstützung angewiesen sind, bedeutet diese scheuß liche Kälte ein wahres Unglück. Vielen wird es an Brenn- material fehlen, nicht wenigen auch an ordentlichen Winter kleidungsstücken. Man denkt auch mit Schaudern daran, wie es den Kriegsteilnehmern ergehen mag, welche genötigt sind, wochen⸗ und monatelang unter freiem Himmel zu kampieren. Haben sie auch solche Kälte zu erdulden und im Osten wird sie sicher nicht geringer sein so werden sie schwere ge⸗ sundheitliche Nachteile davon tragen. Es sollte von allen Seiten auf den Frieden hingewirkt werden, damit der Massen⸗ Menschenmord endlich ein Ende hat, sonst gibt es schließlich nur noch Krüppel und Kranke. Für den Rodelsport waren Schnee und Kälte allerdings sehr günstig und er wurde denn auch sofort aufgenommen. Nach den Bergen zogen Trupps mit Rodelschlitten und es war nicht blos Jugend, die sich dieses Vergnügen leistete, sondern auch ältere Jahrgänge. Alle aber mußten das Vergnügen mit kalten Händen und Füßen bezahlen, so mancher hat sicher auch Püffe und Schram men davongetragen. 41

Das Butter⸗Ausfuhr⸗Verbot, das vor einigen Tagen vom Kreisamt Gießen erlassen wurde, ist mit Wirkung vom 1. Dezember wieder aufgehoben. Dies mußte infolge der ministeriellen Verordnung geschehen, welche 15 Versor⸗ gung mit Butter regelt und in welcher auch das Verbot der Ausfuhr aus Hessen enthalten ist. Verordnungen sind seit Ausbruch des Krieges in solcher Zahl erlassen worden, daß Beamte und Richter, die damit zu tun haben, sich darin nue schwer zurecht finden können, einem Laien ist das Abenha unmöglich. Aber trotz der unzähligen Verordnungen und Maßnahmen werden die Lebensmittel und Bedarfsartikel täglich teuerer! 8 35

55 Gegen Ueberforderungen im Handel mit deen ee und Bedarfsgegenständen. Seit mehreren Wachen 1175 45 für die Stadt Gießen eine Preis pr üfun gs 14 1 5 1 richtet, deren Bureau sich im Marge ee findet. Zu den Aufgaben der eee auch, dafür zu sorgen, daß Fälle. von Unred W Handel mit den täglichen Lebensbedürfnissen 5 1115 100 Der strafrechtlichen Verfolgung überantworte 11 190 155 Aufgabe kann die Kommission aber nicht erfüllen, 1 von solchen Vorkommnissen keine e ie ee Perstöße Es liegt im allgemeinen Interesse, wenn 1 der dem Fälle dieser Art sicher nachzuweisen in der Lage ist, 8 durfen Hiele bekannt geworden sind, die der Untersuckung ge e bei der Preisprüfungsstelle, Zimmer 10 1 bt 115155 kann gebäude, anzeigt, damit das Weitere veran 15 10 9 0

Gefallene aus Oberhessen ue senrod, Landw. Wehrmann Heinrich Richter 2. aus Cent 5 45 nrich Hartmann aus Inf.⸗Reg. 116. Musketier Hei Ersat⸗Reservist Anton Dberquembach, Inf.⸗Reg. 116. 771 0 a eee Schäfer aus Kinzenbach, Inf. 57755 We

Fritz Numpf aus Ehringshausen geg ülhl, Reserve⸗Inf⸗

Inf. Reg. 116. Reservist Friedrich 9! Regiment 81.% ng.

ea Gagen fur Leber. Gleichzeitig ut Ae e e die die Höchsspreise für Grof ehh eeanntmachung in Kraft, die am 1. Dezember 1915 eine weitere 11 und eine Beschlag⸗ döchtprelse für Leder feste

nahme bestimmter für Weilitarzwecke zu verwendender Ledersorren ausspricht. Die Höchstpreise betreffen Leder jeder Herkunft, jeder Gerbart und jeder Zurichtungsart. Eine Preistafel verzeichnet die Preise für die einzelnen Arten und Sorten von Loder. Der Verkaufspreis im Großhandel darf den sestgesetzten Grundpreis um nicht mehr als 3 v. H., der Verkaufspreis im Kleinhandel um nicht mehr als 10 v. H. liberschreiten. Die festgesetzten Preise sind für Leder bester Beschaffenheit angenommen. Beschlag⸗ ahmt sind bestimmte Lederarten, soweit sie sich im Eigentum, Besitz oder Gewahrsam einer Gerberei, Zurichteret oder Gerber⸗ vereinigung befinden. Die Veräußerung und Ablieferung der⸗ artigen beschlagnahmten Leders ist nur auf unmittelbaren schrift⸗ lichen Antrag einer amtlichen Beschaffungsstelle der Heeres⸗ oder Marineverwaltung oder auf Grund eines von der Meldestelle der Kriegs⸗Rohstoff⸗Abteilung für Leder und Lederrohstofse ausge⸗ stellten Freigabescheines erlaubt. Alle übrigen Ledersorten unter⸗ liegen keiner Verflügungsbeschränkung. Die Bekanntmachung, die eine gauge Reihe von Einzelbestimmungen enthält, ist bei unserer Geschäftsstelle einzusehen.

Die Höchstpreise für Schweinefleisch und Wurstwaren im Kleinhandel dürften für die Stadt Gießen morgen festgesetzt und bekannt gegeben werden. Das Pfund rohes Schweinefleisch alle Stlicke wird wahrscheinlich auf 1,50 Mk. festgesetzt werden.

Die Eierpreise erreichten am Samstag auf dem Wochen⸗ markte eine geradezu wahnsinnige Höhe. Das Stück wurde zu 25 und 26 Pfg. verkauft! Derartige Wucherpreise sollten von den Behörden unbedingt verhindert werden; es sind Bestimmungen da, auf Grund deren sofort eingeschritten werden kann. Daß es jetzt wenig frische Eier gibt, darf kein Grund zu solch' unerhörter Preis⸗ treiberei sein.

Die Auszahlung der Familienunterstützung für 1. bis 15. Dezember 1915 an die Angehörigen der zum Hoeresdienst Ein⸗ berufenen findet süür die Reichs⸗ und Kreisunterstltzung von Diens⸗ tag bis Donnerstag(30. November, 1. und 2. Dezember) statt; für die städtische Unterstützung am Freitag, Samstag und Montag G, 4. und 6. Dezember). Vermieter können Mietbeträge am Dienstag den 7, Dezember abholen. Die Auszahlungen werden täglich in den Stunden von 81 Uhr im Zimmer Nr. 7 im Stadt⸗ Haus geleistet, Einzesheiten darllber, an welchem Tage ein Unter⸗ stlltzungsempfänger sein Geld abzuholen hat, sind aus der Bekannt⸗ machung des Oberbürgermeisters im heutigen Blatte ersichtlich, auf die wir verweisen. Die Unterstlitzungsgesuche haben sich in der letzten Zeit derart vermehrt, daß eine Neueinteilung der Aus⸗ zahlungen vorgenommen werden mußte. Es wird zur Vermeidung von Störungen hierauf besonders aufmerksam gemacht; die Gelder werden nur an den in der Bekanntmachung angegebenen Tagen ausbezahlt.

Feuer brach am Freitag nachmittag in einem Schuppen bei der Margarethenhiütte aus, welcher als Lagerraum von der Lolat⸗ Gesellschaft benutzt wird. Die Feuerwehr kam mit der Auto⸗ spritze an und löschte den Brand in kurzer Zeit.

Schwindel mit Nahrungsmitteln. Vor einem Blüten⸗ honig⸗Ersatzpulver, das von der Firma Ed. Mayer u Lindemann zur Selbstherstellung von Kunsthonig angepriesen wird, erläßt das Bezirksamt in Mannheim eine Warnung. Nach amtlicher Untersuchung des Präparats, von dem 40 Gr. für 45 Pfennige verkauft werden, besteht das Pulver aus einer gelbge⸗ färbten Mischung von etwa 2 Gr. Weinsteinsäure mit 38 Gr. ge⸗ wöhnlichem Zucker mit Zusatz von etwas künstlichem Honigaroma; es hat einen Wert von 5 Pfg.! Also Vorsicht! Ueberhaupt mit allen derartigenPräparaten.

Westerwald und Unterlahn.

Ueber eine Luftspiegelung wird aus Weiden au im Sieg⸗ kreise berichtet, welche dort dieser Tage von einer Anzahl Ar⸗ beiterinnen der Siegener Schrauben- und Mutternfabrik beob⸗ achtet wurde. Die Erscheinung zeigte sich am östlichen Himmel, vormittags zwischen 8% und 9% Uhr. Es erschien zunächst eine Feuerrinne, die immer größer wurde, und schließlich wie eine Granate platzte. Nachdem sich das öfters wiederholt hatte, kamen Berge zum Vorschein, in denen gegeneinander kämpfende Soldaten sichtbar wurden. Auch sah man eine Feuerlinie. Weiter er⸗ blickten die Beobachterinnen eine Anzahl Krankenschwestern, die einen Berg hinaufstiegen. Deren Hauben konnten sie ganz deutlich erkennen, Darauf zeigte sich ein freier Platz, auf dem sich einige Krieger befanden, die in ein kleines Haus marschierten. Deutlich war zu sehen, wie dann ein Fenster zugemacht wurde. Nun wurde wieder ein Bergeshügel sichtbar, auf dessen Spitze drei Soldaten schußbereit lagen. Zuletzt sahen die Beobachterinnen in einem Berg Laufaräben, durch die Soldaten hindurchliefen. Dann trat die Sonne stark hervor und die Erscheinung verschwand.(Viel⸗ leicht war auch etwas Phantasie der Beobachter dabei.)

Parteinachrichten.

Verbreitung von Druckschriften und militärische Schutzhaft.

Die Genossen Westkamp und Ochel in Dllsseldorf, die Anfang Juni wegen Verbreitung von Druckschriften in Untersuchungshaft und später in militärische Schutzhaft genommen wurden, sind am Montag aus dem Gefängnis entlassen worden. Beide wurden am 2. September zu drei Monaten Gefängnis verurteilt und auf Beschluß des Gerichts aus der Haft entlassen, tags darauf aber auf Anordnung des Genexalkommandos wieder in militärische Schutzhaft genommen. Nachdem der Stagtsanwalt seine Revision zurückgezogen, traten die beiden Genossen ihre Stvafhaft an, die am Montag ablief. Darauf erfolgte ihre Entlassung. Offenbar ist in⸗ zwischen auch die Aufhebung der Schutzhaft verfügt worden.

Lugkoberihte des Großen Haupthunrtiers

Im Wesien und Osten nichts Neues!

In Serbien die großen Operationen

abgeschlossen.

W. B. Großes Hauptquartier, 27. Nov., vorm.(Amtlich.)

Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf dem westlichen und östlichen Kriegsschauplatz keine wesentlichen Ereignisse.

Balkan.

Oesterreichisch-ungarische Truppen haben das Gelände südwestlich von Mitrovica bis zum Plina⸗Abschnitt vom Feinde gesäubert.

Die Zahl der bei und in Mitrovica gemachten Gefangenen erhöht sich auf siebenhundert.

Westlich von Pristina sind die Höhen auf dem linken Sitnicaufer von deutschen Truppen besetzt.

Weitere achthundert Gefangene fielen in unsere Hand.

Südlich der Drenica haben bulgarische Truppen die all⸗ gemeine Linie Goles⸗Stielja⸗Jezerea⸗Linbotin überschritten.

Oberste Heeresleitung.

Großes Hauptquartier, 28. Rov.(W. T. B. Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz Nach erfolgreichen Sprengungen in Gegend von Neu⸗ ville(swichsen Arras und Lens) besetzten unsere Truppen den Sprengtrichter und machten einige Gefangene. An verschiedenen Stellen der Front fanden Handgra⸗ ngten⸗ und Wurfminenkämpfe statt.

2

Vn der Champagne und in den Argonnen zeigte die feindliche Artillerie lebhafte Tätigkeit. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalle v. Hindenburg.

Ein feindliches Flugzeug wurde bei Buschhof(südwest⸗ lich von Jakobstadt) durch Maschinengewehrfeuer herunter geschofsen. Es stürzte zwischen den beiderseitigen Stel⸗ lungen ab und wurde in der Nacht von unseren Patrouillen geborgen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Nordöstlich von Baranowitschi wurde ein russischer

Vorstoß abgewiesen Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.

Nichts Neues.

Balkankriegsschauplatz.

Die Verfolgung wird fortgesetzt.

Südwestlich von Mitrovica wurde Ruduik be setzt.

Ueber zweitausendsieben hundert Gefan⸗ gene fielen in die Hand der verbündeten Truppen. Zahl⸗ reiches Kriegsgerät wurde erbeutet.

8

Mit der Flucht der kärglichen Reste des serbischen Heeres in die albanischen Gebirge sind die großen Operationen gegen dasselbe abgeschlossen. Ihr nächster Zweck, die Oeffnung freier Verbindung mit Bul⸗ garien und dem türkischen Reich, ist erreicht.

Die Bewegungen der unter der Oberleitung des General feldmarschalls von Mackensen stehenden Heeresteile wurden begonnen von der österreichisch-ungarischen Armee des Generals v. Koeveß, die durch deutsche Truppen ver⸗ stürkt war, gegen die Drina und Save, und von der Armee des Generals v. Gallwitz gegen die Donau bei Semen dria und Ram⸗Bazias am 6. Oktober, von der bulgarischen Armee des Generals Bojadjieff gegen die Linie Nego⸗ tin⸗Pirot am 14. Oktober.

An diesem Tage setzte auch die Operation der 2. bul⸗ garischen Armee unter General Todorow in Richtung auf Skoplje⸗Veles ein.

Seitdem haben die verbündeten Truppen nicht nur das gewaltige Unternehmen eines Donau⸗Ueberganges angesicht⸗ des Feindes, das überdies durch das unzeitige Auftreten des gefürchteten Kossowa⸗Sturmes behindert wurde, schnell und glatt durchgeführt, und die feindlichen Grenzbefestigungen Belgrad, bei dessen Einnahme sie neben dem brandenburgischen Reservekorps das österreichisch⸗ ungarische 8. Armeekorps be⸗ sonders auszeichnete, Za ecar, Knjaze vac, Pirot, die in die Hände unserer tapferen bulgarischen Verbündeten fielen, bald überwunden, sondern auch den durch das Gelände unterstützten zähen Widerstand des kriegsgewohnten und sich brav schlagenden Gegners völlig gebrochen. Weder un⸗ ergründliche Wege, noch unwegsame tief verschneite Gebirge,

weder Mangel an Nachschub, noch an Unterkunft haben ihr

Vordringen irgendwie zu hemmen vermocht. Mehr als hunderttausend Mann, d. h. fast die Hälfte der ganzen serbischen Wehrmacht, sind gefangen, ihre Verluste im Kampf und durch Verlassen der Fahnen nicht zu schätzen, Geschütze, darunter schwere, und vorläufig unübersehbares Kriegs⸗ material aller Art wurden erbeutet. Die deutschen Verluste dürfen recht mäßig genannt werden, so bedauerlich sie an sich auch sind. Unter Krankheiten hat die Truppe überhaupt nicht zu leiden gehabt. Oberste Heeresleitung.

* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Vergebliche Blutopfer der Italiener. Erfolgreiche Kämpfe an der montenegrinischen

Grenze. Wien, 28. Nov.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 28. November 1915. 1 Russischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereignisse.

Jtalienischer Kriegsschauplaß.

Die Italiener setzten ihre Angriffstätigkeit an der ganzen küstenländischen Front fort. Ihre nach wie vor vergeblichen Anstrengunngen des gestrigen Tages zosteten sie besonders große Blutopfer. Am schwersten war der Kampf am Görzer Brückenkopf, wo der Gegner durch unausgesetzte Angriffe mit immer wieder frischen starken Krüften, namentlich bei Oslavija, läugs der Straße durchzubrechen ver⸗ suchte. Kurze Zeit war die Kuppe nordöstlich des Ortes in Feindes⸗ hand. Nach heftigem Feuer unserer Artillerie gewannen un⸗ sere Truppen alle ursprünglichen Gräben stür⸗ mend zurüc. Auch im Südteil der Podgora⸗Stel⸗ lung drangen die Italiener ein, wurden aber wieder hin⸗ ausgeworfen und durch wirksamstes Feuer verfolgt. Das Gelände vor dem Brückenkopf ist mit Feindes leichen be⸗ deckt; bei Oslavisa allein liegen Tausende. Am Rande der Hochfläche von Doberdo beschränkten sich die Jtaliener auf einen Vor stoß südwestlich San Martino, der abgewiesen wurde. Ebenso fruchtlos waren alle Angrifsse im nördlichen JIsonzo⸗Abschnitt, so bei Zagora, Plava, gegen mehrere Stellen des Tolmeiner Brückenkopfes, des Mrzli Vrh, wo 400 Tote vor unserer Front liegen und auf die Brsie⸗Stellung. Die Lage ist somit unverändert, die Hsonzofront fest in der Hand unserer Truppen. An der Tiroler Grenze wurde ein Angriff auf unsere Stellungen am Westhange des Monte 15 und bei der Schluderhacher Grenzbrücke blutig abge⸗ schlagen.

5 Südöstlicher Kriegs schauplatz.

Die an der Nordgrenze von Montenegro kämpfen⸗ den k. u. k. Truppen haben gestern den Feind über den Metalka⸗ Sattel zurückgeworfen. Auch das Grenzgebiet von Celebie wurde gesänbert. Eine von Mitrovieg vordringende öster⸗ reichisch⸗ungarische Kolonne gewann an der nach Jpek führenden Straße die montenegrinische Grenze. Es wurden in diesem Raume abermals 1300 gefangene Serben einge⸗ bracht. Die Bulgaren besetzten den Goles⸗Brdo südwestlich von Pristing und die Höhen westlich von Ferizovse.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

Ende mit Schrecken.

Der Halbkreis, der sich um die Becken von Ipek und

Djakowa zurückflutenden serbischen Heeresteile schließt, wird trotz des hartnäckigen Widerstandes, den die stark gehaltenen