Ausgabe 
29.11.1915
 
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daß wir Deutschland stark haben müssen wegen einer anderen

die russische Reaktion bei der Arbeit, ihr klar zu machen, daß sie sich darauf zu beschränken habe, dem Budget zuzustimmen

für alle Male zu entledigen und den alten Zustand der Dinge

kann der Berl. Lokalanz. folgendes mitteilen:

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Macht, gegen die es uns als Bollwerk dienen soll. Wollen wir eine russische Hegemonie nach dem Kriege? Wir sollten dies sehr sorgfältig bedenken, wie stark wir Deutschland zu haben wünschen.

In Bezug auf die Diplomatie vor dem Kriege sagte Shaw:Sir Edward Grey geht in seinem Schlachtschiff herum, mehr oder weniger, als ob es ein kleines Boot sei. Shaw hält dies für eine gefährliche Diplomatie. Sir Edward Grey neige dazu, außerordentlich vorsichtig zu sein und sage den Engländern fortwährend: Wir werden ir⸗ gend etwas tun müssen, weil die anderen Mächte etwas an⸗ deres tun. Die Diplomatie der Zukunft müsse sich frei machen von solcher Gewissenhaftigkeit und solcher Vorsicht. Ein Ver⸗ trag würde niemals mehr sein alsein Stück Papier, bis man einen über nationalen Gerichtshof hätte, der die Macht besitze, England zu zwingen.Unser System von Bündnissen in der Zukunft, sagte Shaw,müßten Bündnisse sein mit dem Ausblick auf das Gleichgewicht der Mächte, und dann würde sich zwischen der östlichen und der westlichen Zivilisation die sehr wichtige Frage der we en und gelben Rasse erheben. Der gegenwärtige Krieg habe bisher keine Ursache gegeben, in dieser Aussicht ängst⸗ lich zu sein.

Als Shaw dann auf die Frage kam, durch wessen Schuld der Krieg ausgebrochen sei, sagte er:Es war un⸗ sere Schuld, unsere ganz besonders, die wir in diesem Raume hier sind; der Krieg war der Grundfehler der Demokratie dieses Landes. Um zukünftige Kriege zu ver⸗ hindern, schlug Shaw einen Bund der westlichen Zivilisation vor. Er wünschte die westliche Zivilisation auf einer demo⸗ kratischen Basis organisiert zu sehen.

Einschüchterungsversuche gegen die russische Duma. Die Duma ist noch nicht zusammengetreten und schon ist

und dann sofort wieder auseinanderzugehen, wenn sie nicht riskieren will, völlig beseitigt zu werden. Die reaktionären Kreise fühlen sich anscheinend so sicher, daß sie der Duma offen erklären, sie sei überflüssig. Es wird sogar geraten, den gegenwärtigen Augenblick zu benützen, sich der Duma ein

in Rußland wieder herzustellen. In linksstehenden Kreisen findet man nicht den Mut, gegen diese Provokation in der gehörigen Weise aufzutreten. Es wird vielmehr der Duma dringend geraten, jeden Vorwand zu einem Vorgehen gegen sie dadurch zu beseitigen, daß sie sich besonderer Sachlichkeit befleißige und verzichte auf jedwede Einmischung in die Ver⸗ waltungspraxis der Regierung. Nur so könne sich die Duma retten. Es muß sich bald zeigen, ob dieser Rat der Leise⸗ freler bei der Mehrheit der Duma Gehör findet.

1 Die Kriegsgewinnsteuer. Die Gesetzentwürfe über die Kriegsgewinnsteuer sind dem Reichstage am Freitag zugegangen. Aus der Begründung

Die Besteuerungspflicht nach dem neuen Gesetz schließt sich an das Vermögens⸗Zuwachssteuergesetz an. Eine grundsätzliche Abweichung davon wird sich aus der Not⸗ wendigkeit ergeben, die die Abgabepflicht auch auf juristi⸗ sche Personen, auf Aktiengesellschaften und dergleichen mehr ausdehnt. Gerade bei diesen liegt aber die Befürchtung vor, daß die erst in späterer Zeit zur Veranlagung und Er⸗ hebung gelangende Steuer nicht mehr so recht zu Erfolgen führen kann, wie bei den natürlichen Personen. Denn bei den letzteren werden die durch die Steuer zu erschaffenden Gewinne noch zur Zeit der Erhebung für Vermögens zuwachs vorhanden sein, während bei Aktiengesellschaften und den ihnen gleichstehenden Gebilden die Gebote durch die Ausschüttung an die Aktionäre und sonstige Berechtigte

ihre zwebenäßige Verwendung finden. Aus diesem Grunde muß Vorsorge getroffen werden, daß bei Erhebung der Steuer ein Vermögensbestand vorhanden ist, an den die Steuerbehörde sich ohne weiteres halten kann. Der Gesetz⸗ entwurf sieht vor, daß von den in den Kriegsgeschäfts⸗ jahren erzielten Mehrgewinnen 50 vom Hundert in eine getrennt von dem sonstigen Vermögen zu verwaltende Sonderrücklage einzustellen sind. Der Mehrgewinn ergibt sich aus dem Unterschiede zwischen dem durchschnittlichen Geschäftsgewinn der drei letzten Jahre vor dem Krieg und dem jeweiligen in einem Kriegsjahr erzielten Gewinn. Für die Einhaltung der Verpflichtung aus diesem Gesetz werden die Mitglieder des Vorstandes oder die Geschäfts⸗ führer der Gesellschaft haftpflichtig gemacht.

Nicht unter das Gesetz über die vorbereitenden Maß⸗

bank fallen. Keineswegs aber ist beabsichtigt, die Reichs⸗

der zweite Gesetzentwurf ein. Die Sonderbehandlung der Reichsbank empfiehlt sich um deswillen, weil hier die Ver⸗ hältnisse schon teilweise zu einem Abschluß gelangt sind. Die Besteuerung der Reichsbank erfolgt in nachstehender Weise: 8 1. Eine Ausgleichsabgabe für die auf Grund des Ge setzes vom 4. August 1915 zeitweilig aufgehobene Noten steuer.

2. Eine Kriegsgewinnsteuer in Höhe von 80 Prozent der in dem Kriegs⸗Geschäftsjahr gegenüber dem Durch⸗ schnitt der drei Jahre 19111913 erzielten Mehrgewinne.

Der nach Entrichtung dieser Kriegsabgabe ver

mungen des§ 24 des Bankgesetzes verteilt wird. Die Hälfte dieses verbleibenden Reingewinnes fließt in die Reichs⸗ kasse.

Viele Aktiengesellschaften haben es verstanden, ihre Ge⸗ winne zu verschleiern, sei es durch Anlage stiller Reserven, sei es durch besonders hohe Abschreibungen. Hier muß der Reichstag einsetzen, um derartige Kunstgriffe unwirksam zu machen.

In landwirtschaftlichen Kreisen scheint man der Be⸗ steuerung der Kriegsgewinne mit recht gemischten Gefühlen gegenüber zu stehen; so bringt der Deutsche Kurier eine Zu⸗ schrift über die Frage:Landwirtschaftliche Kriegsgewinne, in der direkt bestritten wird, daß die Landwirte während des Krieges größere Gewinne erzielt haben. Man kann zwar die hohen Getreidepreise und die hohen Preise für Vieh und andere landwirtschaftliche Produkte nicht gut in Abrede stellen; dafür hilft man sich aber mit der Behauptung, daß alles, was die Landwirtschaft kaufen mußte, im Preise derart hoch war, daß die Gewinne beim Verkauf der Produkte da⸗ durch völlig aufgehoben worden sind. Es wird schon so kommen, wie wir vor einiger Zeit bereits gesagt haben, daß die Landwirte schließlich noch aus der Reichskasse Zuwendun⸗ gen verlangen werden, für diegroßen Opfer, die sie ihrer Behauptung nach gebracht haben.

Die Kämpfe an der Dujestr⸗und Sereth⸗Front.

Cernowitz, 27. Nov.(Meldung der T. U.) An der Dujester⸗ und Sereth⸗Front fanden seit 2 Wochen einzelne Kämpfe statt, die sich allmählich zu einer großen Aktion ent⸗ wickelten. Unsere Truppen eroberten den Brückenkopf bei Cernelioa, worauf die Russen bei Tluste festen Fuß zu fassen suchten. In der Nacht vom 21. zum 22. setzte unsererseits ein starker Artillerieangriff gegen Tluste ein. Nach genügen der artilleristischer Vorbereitung wurde der Ort im Sturm genommen. Die Russen, die große Verluste erlitten, wurden zum Sereth zurückgedrängt und waren schließlich genötigt, sich in ihre Stellungen bei Ulaskovec zurückzuziehen.

Zu spät, Ihr rettet den Freund nicht mehr!

T. U. Athen, 27. Nov. Die Arbeiten zur Schaffung von Ver⸗ bindungslinien zur Neu⸗Ausrüstung und Verproviantierung der

nahmen zur Besteuerung der Kriegsgewinne soll die Reichs-

ihre Artillerie zu ergänzen. E n Ve Truppen und auch Kriegsmaterial, auch sind starke San

bleibende Reingewinn, der wie bisher nach den Bestim⸗

serbischen Armee über Albanien sind nach einer Meldung der 1 i ee

l 5 5 0 5 Angstschrei aus Paris unter der Ueberschrift:Retten bank von der Kriegsgewinnsteuer frei zu lassen. Hier setzt; 9

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Athinai aus Valona im vollen Gange,. In Valona u Häfen sind unter dem Schutze von Kriegsfahrzeugen fra und italienische Transportdampfer eingetroffen. die Tau Arbeitern und Riesenmengen von Material für den Ba Straßen und Brücken an Land gesetzt haben, Unter der französischer Ingenieure ist bereits mit der Errichtung von Bri und der Instandsetzung von Wegen begonnen worden. 5 Verstärkungen für die Ententetruppen in Saloni Die Franzosen und Engländer sandten seit vier L sechs Regimenter an die Front und bemühen sich besonde Es erfolgen Verstärkungen

missionen eingetroffen. Es verlautet, daß die Engl beabsichtigen, auch von Kavalla aus Truppen gegen die b garische Grenze vorzuschieben.

Die Besorgnis um das in Saloniti gelandete Ente veer wächst. Die Stampa veröffentlicht einen wahr

wir Sarrgil! 5

Kein Erfolg der Entente in Griechenland.

Die italienische Presse sieht laut Vossischer Zeitung in griechischen Antwort keinen Erfolg des Vierverban Griechenland habe nur bewilligt, was es ohnedies zu be willigen bereit gewesen wäre und was den Wünschen n Forderungen der Zentralmächte nicht widerspreche. Der Ex folg sei also auf seiten Griechenlands. Uebrigens wisse man bis jetzt nicht, welche Bürgschaft die griechische Regierung dafür gegeben habe, daß sie ihre Haltung in den Punkten, in denen sie nachgab, nicht mehr ändern werde. 5

Kriegsnstizen. f 1 77 Wegen Teilnahme an einem Demonstrations zug

wurden in Berlin vier Personen verhaftet, unter diesen de

22jährige Schriftsetzer Genosse Bruno Schönlank,

Sohn verstorbenen Reichstagsabgeordneten. Anklage ist bisher noch nich

erhoben. 5 N selbf In letzter Zeit sind durch die Presse Nachrichten gegangen eine

bedeutenden Kartoffelausfuhren aus dem Reichsg nach der Schweiz, und es wurde daran, verschiedentlich Be⸗ sorgnis geknsipft. Zu solchen Besorgnissen liegt, wie der Nat N richtendienst für Ernährungsfragen schreibt, kein Anlaß vor, da di seeht angegebenen Ziffern über den Export nicht zutreffend sind. Wah ist nur, daß eine pelativ geringe Menge nach der Schweig export worden ist. Die Schweiz hat uns dagegen im Austauf andere Arten von Lebensmitteln überlassen. 1 Auf Betreiben des Syndikus der Berliner Haus be sitzer, sollen die Hausbesitzer Deutschlands zu einer Oz ganisation nach dem Muster des Bundes der Landwirte zusam: geschlossen werden. Zweck dieser neuen Organisation soll u. a. den Hausbesitzern einen größeren Einfluß auf die Ges gebung zu verschaffen. 5

Da die Landwirte nicht genügend Kartoffeln auf den Maß brachten, und somit wegen der mangelnden Zufuhr aus dem Lan selbst der Bedarf an Speisekartofseln nicht gedeckt werden konn hat die Regierung von Lippe die Beschlagnahme ang ordnet. Aus dem Fürstentum wird ein einheitlicher Kom mung! verband gebildet, dessen Geschäfte die Regierung leitet und di zur Durchführung der erforderlich gewordenen Maßnahmen not wendigen Bestimmungen im einzelnen bekannt gibt. f

Der frühere englische Minister und Arbeiterführer 9 0 0 5 Burns, der seit seinem Rücktritt in Zurückgezogenheit und in Vergessenheit gelebt hatte, wurde wie wir einer Brief notiz des Londoner Clarion vom 12. November entnehmen Gemeinderat seines Wahltreises Battersea(London⸗Südwest) 5 sucht, sich an der Propaganda für Soldatenanwer ungen zu beteiligen. Burns gab jedoch eine ablehne Antwort.

Im englischen Unterhause erklärte Minister bird John Simon, daß die Anzahl der Internierten, die 13. Mai 19569 betragen habe, jetzt auf 34 440 gestiegen sei. Die zahl derjenigen, die wieder nach ihrem Vaterland geschickt se habe einschließlich der Kinder in demselben Zeitraum 9469 betrag

Der Einfluß des Krieges auf die regelmäßigen,

nahmen Rußlands führte zu einem Defizit von 327 wake lionen Rubeln. Dieses Defizit glaubt man auf dem Wege pon 0 Kreditoperationen decken zu können. Der Finanzminister hält e fn

jedoch für möglich, nicht ausschließlich zu Kreditoperationen flucht nehmen zu miüssen, da ein Teil davon durch die Einf ung neuer Steuern eventuell gedeckt werden könnte v ee durch die Durchführung einer allgemeinen Einkomm euer. 5

Barfüßele.

Eine Schwarzwälder Dorfgeschichte von Berthold Auerbach. Amrei kam sich wie gefesselt vor an der Hand des Ohms, und dieser redete doch jetzt mit zutraulicher Innigkeit in sie hinein, er erzählte fast wie zu seiner Entschuldigung, daß er selber eine schwere Familie habe, so daß er sich mit Frau und fünf Kindern nur mit Not fortbringen könnte. Nun aber erhalte er von einem Manne, der große Waldungen in Amerika besitze, freie Ueberfahrt und nach fünf Jahren, wenn er den Wald umgerodet habe, ein großes Ackergut vom besten Boden als freies Eigentum. Als Dank gegen Gott, der ihm das für sich und seine Kinder beschert, habe er sich sogleich vor gesetzt, eine Wohltat zu tun und die Kinder seines Bruders mitzunehmen; er wolle sie aber nicht zwingen und nehme sie überhaupt nur mit, wenn sie ihn von ganzem Herzen gern hätten und ihn als ihren zweiten Vater betrachteten. Amrei sah ihn nach diesen Worten groß an. Wenn sie es nur hätte machen können, daß sie diesen Mann liebte! Aber sie fürchtete sich fast vor ihm; sie wußte nichts dagegen zu tun. Und daß er so plötzlich wie aus den Wolken fiel und verlangte: hab' mich lieb! das machte sie eher widersacherisch gegen ihn.

Wo ist denn deine Frau? fragte Amrei. Sie mochte wohl fühlen, daß eine Frau sie milder und allmählicher an gefaßt hätte.

Ich will dir nur ehrlich sagen, erwiderte der Ohm, meine Frau mengt sich nicht in diese Sache, sie hat gesagt, sie rede mir nicht zu und nicht ab. Sie ist ein bißchen herb, aber nur von Anfang, und wenn du gut gegen sie bist, und du bist ja gescheit, so kannst du sie um den Finger wickeln. Und wenn dir auch einmal etwas geschieht, was dir nicht recht ist, denk', du bist bei deines Vaters Bruder, und sag' mir's ganz allein, und ich will dir helfen, wo ich kann. Aber du wirst sehen, du fängst jetzt erst zu leben an.

Amrei standen die Tränen in den Augen bei diesen Wor ten, und doch konnte sie nichts sagen, sie fühlte sich diesem Manne gegenüber fremd. Seine Stimme bewegte sie, aber

Da kam Dami mit dem Schlüssel. Amrei wollte ihn den⸗ selben abnehmen, aber er gab ihn nicht her. In der eigen⸗ tümlich pedantischen Gewissenhaftigkeit der Kinder sagte er, daß er des Kohlenmathesen Frau heilig versprochen habe, den Schlüssel nur dem Ohm zu geben. Dieser empfing ihn, und Amrei war's, als ob sich ein zaubervolles Geheimnis auftue, da der Schlüssel zum erstenmal im Schlosse rasselte und jetzt sich drehte die Klinke bog sich nieder, und die Tür ging auf. Eine eigentümliche Gruftkälte hauchte aus dem schwarzen Hausflur, der zugleich als Küche gedient hatte. Auf dem Herde lag noch ein Häufchen Asche, an der Stubentür waren noch die Anfangsbuchstaben vom Caspar Melchior Balthes und darunter die Jahreszahl vom Tode der Eltern mit Kreide angeschrieben. Amrei las sie laut, das hatte noch der Vater angeschrieben.Schau, rief Dami,der Achter ist gerade so gezogen, wie du ihn machst, und wie's der Lehrer nicht leiden will, so von rechts nach links. Amrei winkte ihm, still zu sein. Sie fand es fürchterlich und sündhaft, daß der Dami hier so laut sprach, hier, wo es ihr war wie in der Kirche, ja wie mitten in der Ewigkeit, ganz außerhalb der Welt und doch mitten drin. Sie öffnete selber die Stubentür. Die Stube war finster wie ein Grab, denn die Laden waren geschlossen, und nur durch eine Ritze drang ein zitternder Sonnenstrahl herein und just auf einen Engelkopf am Kachel⸗ ofen, so daß der Engel zu lachen schien. Amrei fiel erschreckt nieder, und als sie sich aufrichtete, hatte der Ohm einen Fensterladen geöffnet, und warme Luft drang von draußen herein. Hier innen war es so kalt. In der Stube war nichts mehr von Hausrat als eine an der Wand genagelte Bank. Dort hatte die Mutter gesponnen, und dort hatte sie die Händchen Amreis zusammengefügt und sie stricken gelehrt.

So, Kinder, jetzt wollen wir wieder gehen, sagte der Ohm,da ist nicht gut sein. Kommet mit zum Bäcker, ich kauf jedem ein Weißbrot; oder wollet ihr lieber eine Brezel?

Nein, noch eine Weile dableiben, sprach Amrei und streichelte immer den Platz, worauf die Mutter gesessen hatte. Auf einen weißen Fleck an der Wand deutend, fuhr sie dann

wenn sie ihn ansah, wäre sie gern entflohen.

halblaut fort:Da hat unsere Kuckucksuhr gehangen und

dort der Soldatenabschied von unserem Vater, und da si

die Stränge Garn gehangen, die die Mutter gesponnen 1.9 sie hat noch feiner spinnen können als die schwarze Mara der ja, die schwarze Marann hat's selber gesagt: immer einen aug Schneller mehr aus dem Pfund als jedes andere und alles dus so gleichling da ist kein Knötele drin gewesen, und siehst usb da den Ring da oben an der Decke? Das ist schön gewesenn dun wenn sie da den Zwirn gemacht hat. Wenn ich damals on schpe bei Verstand gewesen wäre, hätte ich nicht zugegeben, daß an man der Mutter ihre Kunkel verkauft, es wäre mein Erb laß stück; aber es hat sich niemand unserer angenommen. d Mutter lieb! o Vater lieb! wenn ihr es wüßtet, wie herumgestoßen worden sind, es tätet euch noch jammern 5 der Seligkeit. i für! Amrei fing laut an zu weinen, und Dami weinte mit, acht Selbst der Ohm trocknete sich eine Träne und drang noch sude mals darauf, daß man jetzt fortgehe, denn es ärgerte ihn] uh, zugleich, daß er sich und den Kindern dieses unnötige Herze du leid gemacht; Amrei aber sagte streng:Wenn Ihr auß r gehet, ich gehe nicht mit. 5 Ag Wie meinst du das? Du willst gar nicht mitgehen 00 Amrei erschrak, sie ward jetzt erst inne, was sie ges 0 hatte, und fast mochte es ihr sein, als wenn das eine Ei 0 ö

gebung gewesen wäre; aber sie erwiderte bald: b

Nein, vom anderen weiß ich noch nichts. Ich mei 40 nur so, gutwillig gehe ich jetzt nicht aus dem Haus, bis alles wiedergesehen habe. Komm', Dami, du bist ia mein Bruder, komm' mit auf den Speicher, weißt? wo wir Per. steckens gespielt haben, hinterm Kamin; und dann 8 ö wir zum Fenster nausgucken, wo wir die Morcheln getre 1 8 haben. Weißt nicht mehr, das schöne Guldenstück, das 0

Vater dafür bekommen hat? f Es raschelte etwas und kollerte über der Decke, Nen erschraken. Aber der Ohm sagte schnell;Bleib da, Damm 0 und du auch. Was wollet ihr da oben? Höret ihr nicht,. die Mäus' rasseln?* 1 0

(Jortsetzung folgt.)