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0„Eilt und spart Geld“. Die Weihnachtssendungen ins Feld sollen dieses Jahr für alle
Hessen und Nachbargebiete. Gießen und Umgebung. .. Wer hat die Schuld an der Lebensmittelt uerung?
Die Frage, wer denn eigentlich für die gegen zu; Teuerung verantwortlich zu machen ist, läßt 0 r beantworten, weil eine Ware zu viel Hände durchläuft ehe sie vom Erzeuger zum Verbraucher gelangt. Besonders heftig
ist der Streit entbrannt zwischen Landleuten und Hale die sich gegenseitig die Schuld an den hohen Preisen zu⸗ schreiben. So hat vor kurzem der Kartoffelgroßhändler⸗ verband eine Erklärung losgelassen, wonach es dem Groß⸗ handel nicht möglich sei, Kartoffeln in genügenden Wengen und in der gewohnten Güte weder im freien Verkehr noch auf Grund von Bezugsscheinen der Kommunalverbände zu den gesetzlichen Höchstpreisen vom Landwirte zu erhalten Infolgedessen sei in den Städten ein großer Kartoffelmangel eingetreten, der um so bedenklicher erscheine, als die Händler keine Ware auf Lager hätten und der Winter vor der Tür stehe. Sollten auch in der nächsten Zeit keine genügenden Zufuhren von Kartoffeln stattfinden, so würde den Groß⸗ handel hierfür keinerlei Schuld treffen. Demgegenüber be⸗ hauptet die landwirtschaftliche Presse, daß die Landlente do viel Kartoffeln lieferten, wie es eben nur möglich sei, daß aber die Händler sie zurückhielten, weil sie auf eine Erhöhung der Höchstpreise rechnen. Damit verträgt sich allerdings nicht die Tatsache, daß in zahlreichen Städten die Landleute nicht mehr mit Kartoffeln, Milch, Butter usw. am Markt erschienen sind, weil ihnen die Höchstpreise nicht hoch genug waren.
Ergötzlich ist der Streit, der zwischen der hochagrarischen Deutschen Tageszeitung und der Kolonialwarenwoche, dem Händlerorgan, ausgebrochen ist. Die Agrarierzeitung hatte in einem Artikel die Händler als die Urheber der Lebens⸗ mittelteuerung hingestellt und ihre Befriedigung darüber ausgesprochen, daß durch die bekannte Bundesratsverord ung den unzuverlässigen Händlern das Handwerk gelegt wilden könne. Hierüber ist die Händlerzeitung in Harnisch geraten. Sie wendet sich in sehr entschiedener Weise gegen die„Ge⸗ hässigkeit und Schadenfreude“ des Agrarierorgans und spottet über die„notleidende Landwirtschaft“, die sich als den„einzig nationalgesinnten Stand“ aufspielt, der nur so „von Patriotismus“ trieft“ und in selblosester Weise„auf allen Gewinn verzichtet“. Dann fährt sie wörtlich fort:
„Wir waren uns von vornherein bewußt, ohne es an die große Glocke zu hängen, daß der deutsche Nahrungsmittel kleinhandel nur dann die Rechtlichkeit seines Handelns der
Oeffentlichkeit gegenüber beweisen könne, wenn jeder Ver⸗ dacht des Lebensmittelwuchers von ihm genommen würde. Es ist geradezu eine jämmerliche Behauptung, wenn das Organ des Bundes der Landwirte zu sagen wagt, daß bei uns sich ein richtiger Widerspruch nicht hervorgewagt habe, weil dieser sonst als Parteinahme für die Kriegs⸗ wucherer aufgefaßt und von der Bevölkerung übel vermerkt worden wäre. Wir möchten das Blatt an die letzten Reichs⸗ tagssitzungen erinnern, in denen von verschiedenen Abgeord⸗ neten in ziemlich deutlicher Weise klargelegt wurde, daß die
Landwirtschaft lieber nicht soviel Lamento über die Preis⸗
steigerung der Lebensmittel schlagen möchte, denn an mehr als einem Beispiel könne man nachweisen, daß die Ver⸗ teuerung der Lebenshaltung während des Krieges nicht solchen Umfang angenommen hätte, wenn die Herren
Landwirte weniger auf Kriegsgewinne ge⸗
sehen hätten. Wir sind uns alle darüber klar, daß die be⸗ stehende enorme Preissteigerung sich durch nichts rechtfertigen läßt, und daß daher die Frage erhoben werden muß, welche Stellen den großen Preisaufschlag erheben, wo also der Ge⸗ winn steckt, ob beim Produzenten, bei dem oder den Zwischen⸗ händlern oder beim letzten Gliede der Kette, beim Verkäufer des Produkts an den Konsumenten. Von namhaften Volks: wirten, nicht zum wenigsten auch von der Regierung, wird die Behauptung aufrechterhalten, daß seitens der Landwirt. schaft ein besonders großer Gewinn gemacht
worden ist. Gewinn hin, Gewinn her. Was dem einen recht ist, ist dem anderen billig. Wir scheuen uns nicht, auch diese
Gewinne als„Kriegswucher“, alias„Lebensmittelwucher
zu bezeichnen. Die Herren Landwirte mögen sich nochmals die Denkschrift über wirtschaftliche Maßnahmen aus Anlaß des Krieges vom 8. März 1915 durchlesen, in der es heißt:
„Die Preise hielten sich dauernd auf einer Höhe, 1 bei
wohlwollendster Berücksichtigung der schwierigen Lage der 1
9 irts 12 8 eissteigerung und Knappheit der ee erheblich überschritten.“
a i i ten Futtermittel die Gestehungskos Seien n
Wer im Glashaufe sitzt, soll nicht mit Stel N und es wäre im Juteresse der Gesamtheit besser, man hielte den Mund, schlage an seine eigene. und 1 5 die begangenen Fehler nicht nur einzusehen, son 115 5 1 gutzumachen. Die Statistik wird nachweisen, 55 9e
riegsgewinne die Landwirtschaft eingeheimst hat. 11
Bei dem Streit dieser zwei feindlichen Brüder fällt uns das Heinewort ein: Doch es will uns schier bedünken usw.
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Ueber die Zahlung der Löhnung von e eee Nach den bestehenden Jöhnungsvorfchist nnn e 9900 gehörigen von Kriegsgefangenen deren do 1 1 1 zum Teil zur Auszahlung gebracht iber Pee%
gefangene ganz oder überwiegend der bedürftig sind. Die hörigen gewesen ist und wenn diese be 4 Bedürftigkeit Familienunterstützung schließt die e er Na nicht aus. Zu den Angehörigen im Sinne 810 ichen aber ollen gezählt werden, die Ehefrauen. 85 ee legitimierten Abkömmlinge, e e 17 7 Linie, Geschwister, Geschwisterkinder und 1 5 190 0 55 die Bewilligung der Löhnungszahlung, i e e etwa zu zahlenden Betrages und den N e 12 dulscheidel endgültig das Komme e nnahme angehörte. der Kriegsgefangene vor seiner Gefange et wurde gilt ent⸗
Was oben über die Kriegsgefangenen gesag 2
prechend auch für Vermißte.
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Am Freitag haben wir die Schweinefleisch- und Wurst⸗ preise der Stadt Frankfurt a. M. veröffentlicht, die für frisches Fleisch am 22. November, für zubereitetes(gepökeltes und geräuchertes) am 29. November in Kraft treten. Diese kurze Spanne Zeit sucht ein Frankfurter Metzger noch auszu⸗ nützen, um seine vorrätige Dauerware noch zu einem höheren Preis an den Mann zu bringen. In Nr. 391 der Berliner Volkszeitung vom 19. d. M., Morgenausgabe, Hauptblatt Seite 4(also am Tage nach der amtlichen Preisfestsetzung), erläßt er folgende Anzeige:
„Eilt und spart Geld. Rest von 25 Ztr. Ia Dauerwurst reines Rind⸗ und Schweinefleisch Pfund Mk. 2,10 bei Abn. d. ganzen Postens Mk. 2,.— k. Must. Probepakete von 5 Kilo per Nachnahme. J. L. Halbreich, Frankfurt a. M.“ Herr Halbreich will anscheinend schneller Ganzreich wer⸗ den und sucht daher seine Bestände an Dauerwurst noch an den Mann zu bringen, ehe die dafür festgesetzten Höchstpreise Gültigkeit bekommen. Um die Käufer zu irritieren, gebraucht er den Mahnruf:„Eilt und spart Geld“. Daß die möglichen eiligen Käufer dabei kein Geld sparen, sondern verlieren, ficht ihn weiter nicht an.
1 88 Brauerei-Gewinne. Während der Kriegszeit haben die Brauereien schon manchmal mit dem Bier aufgeschlagen und der deutsche Trunk ist jetzt so teuer geworden, daß sich ein gering bemittelter Mann keinen mehr leisten kann. Begrün⸗ det wurde der Bieraufschlag stets mit Verteuerung der Roh⸗ materjalien, der Arbeitskräfte usw. Aus den Abschlüssen vieler Brauereien ergibt sich aber, daß deren Gewinne erheb⸗ lich gestiegen sind und höhere Ueberschüsse als vor dem Kriege liefern. Demnach wurden also die Biertrinker gehörig ge⸗ s ch r o p fk. Von der Berliner Schultheiß⸗Brauerei wird 3. B. berichtet, daß sie für das letzte Jahr wieder eine Divi⸗ dende von 16 Prozent zahlen werde, nachdem sie für 1913/14 eine Dividendenermäßigung um 4 auf 12 Prozent vorgenom⸗ men hatte.— Die Brauerei Jos. Sedlmayr zum Franzis⸗ kaner(Leistbräu), München, A.⸗G., hat im Geschäftsjahr 1914/15 einen Rohgewinn von Mark 705 048 gegen Mark 673 810 im Vorjahre erzielt. Wie im Vorjahr werden 6 Prozent Dividende ausgeschüttet.— Die A.⸗G. Paulaner⸗ bräu(Salvatorbrauerei) hat Mk. 1 151318 Reingewinn er⸗ zielt, gegen Mark 1505 979 im Vorjahre. Hier gelangen ebenfalls wie im Vorjahre 12 Prozent Dividende zur Ver⸗ teilung.— Die Felsenkeller⸗Brauerei in Dresden verzeichnet nach Mk. 436 549 Abschreibungen einen Reingewinn von Mk. 1 259 927. Der Reingewinn ist um rund Mk. 247 000, also nahe an die Viertelmillion, höher als das Jahr vorher!! Der Aufsichtsrat erhält von dem fetten Gewinn Mk. 35 351 für seine aufreibende Tätigkeit, dem Unterstütz⸗ ungsfonds konnten Mk. 125 000(gegen 73 000) zugewiesen werden. Außerdem wird eine besondere Kriegsrücklage von Mk. 200 000 gemacht; bei alledem bleibt noch ein Betrag von von Mk. 243 156 zum Vortrag auf neue Rechnung übrig.— Die Brauerei hat also ein glänzendes Geschäft gemacht.
Schließlich reden die Brauerei-Kapitalisten auch noch „Kriegsopfern“!
— Regelung des Verkehrs mit Butter in Hessen. Eine neue Verordnung des hessischen Winisteriums, die am 1. Dezember in Kraft tritt, überträgt die Versorgung der Bevölkerung mit Butter, ob im Großherzogtum selbst hergestellt oder von außerhalb bezogen, auf die Kommunalverbände. Zur Durchführung dieser Regelung wird eine„Landesverteilungsstelle für Butter“ in Darmstadt gebildet, die gebildet ist aus je einem Vertreter der Zentralstelle für die Landesstatistik, der Land⸗ wirtschaftskammer, der Handelskammern, der hess. landw. Ge⸗ nossenschaften, der Kommunalverbände und der Städte mit mehr als 20 000 Einwohnern. Die Durchführung der Verteilung und die gesamte Erledigung des damit verbundenen Geschäftsverkehrs fällt der Milchwirtschaftlichen Versuchsstation des Ver⸗ bandes der landw. Genossenschaften zu. Die Molkereien und land⸗ wirtschaftlichen Betriebe sind auf Verlangen der Landesver⸗ teilungsstelle verpflichtet, innerhalb einer gestellten Frist Auskunft über alle Punkte, deren Kenntnis zur zweckmäßigen Durchführung dieser Bekanntmachung ersorderlich ist, insbesondere über die Menge der hergestellten Butter, Absatz, Vorräte usw. zu geben. Ebenso haben die Groß⸗, Klein⸗ und Zwischenhändler die erforderliche Auskunft zu erteilen. Die Landesverteilungsstelle ist berechtigt, durch Beauftragte die Geschäftsräume der Betriebe zu besichtigen und Belege vorlegen zu lassen. Die Betriebe und Händler sind verpflichtet, auf Anordnung der Verteilungsstelle be⸗ stimmte Mengen Butter aus ihren Vorräten an einen Kommunal⸗ verband oder bestimmten Händler gegen Barzahlung zu liefern. Der Landesverteilungsstelle wird die Verteilung der von aus⸗ wärts eingeführten Butter übertragen. Der Versand nach aus⸗ wärts darf nur mit Genehmigung der Landesverteilungsstelle er⸗ folgen.
— Warum das Mehl so teuer ist.... Die Mühlen verteilen hohe Dividenden. Der Harburger Mühlenbetrieb hat jetzt seinen Rechenschaftsbericht herausgegeben. Der Netto gewinn
stellt sich für 1914/15 auf 902 657 Mark(im Vorjahre auf 781 201
Mark). Nur 97 343 Mark fehlen an einer Million— und das ganze Aktienkapital wäre in einem Jahre als Reingewinn herausgewirt⸗ schaftet worden. Für eine zweite Reserve konnten 150 000 Mark gutgeschrieben werden. Als Tantieme sollen 209 779 Mark, als Dividende von 25 Prozent 250000 Mark verwandt wer⸗ den. Im Vorfahr gab es„nur“ 20 Prozent, so daß die Aktionäre in zwei Jahren die Hälfte ihres Kapitals als Dividende zurückerhalten haben. Als Gewinnvortrag legte man im Geschästsjahre 1913/4 336 278 Mark zurück, in diesem Jahre 629 156 Mark, ein Mehr von 292 878 Mark.— Zu diesen e wird jeder Leser sich seinen Vers wohl selbst zu machen wissen.
— Erhaltung metallner Kunstgegenstände. Wir machen auf eine Bekanntmachung des Oberbürgermeisters im heutigen Blatte aufmerksam, wonach Gegenstände von besonderem Kunstwert, die bei der Metallsammlung mit abgeliefert worden sind, dem früheren Besitzer gegen Rückzahlung des Einkaufspreises zurückgegeben, oder dem hiesigen Museum überwiesen werden.
Englische Stahlsedern verboten. Das Großh. Ministerium des Innern, Abteilung für Schulangelegenheiten, hat in einem Rund⸗ schreiben an die höheren Schulen und die Kreisschulkommisstonen angeordnet, daß in allen Schulen des Großherzogtums Hessen der Gebrauch englischer Stahlfedern für alle Zukunft verboten ist. Das Lehrpersonal ist aufgefordert worden, darauf hinzuwirken, daß
durch Vermittlung der Schuljugend das deutsche Volk dazu gebracht
Truppen im Reiche wesentlich fördern.
ist erwünscht, damit der Empfänger sieht, von wem er be
im Bezirk bes 18. Armeekorps beheimateten Truppen einheitlich geregelt werden. Zu diesem Zwerke sind Kistenpackungen ffir je 100 Mann vorgesehen, die alle zurzeit von den Truppen im Felde ge⸗ wülnschten Gegenstände enthalten. Um die Weihnachtssendung uach diesen Grundsätzen erfolgreich ausgestalten zu können, ist es erfor⸗ derlich, daß alle Sonderfammlungen durch Vereine, Zeitungen, Er⸗ satztruppenteile, Schulen usw. der mit den Arbeiten beauftragten Kriegsfürsorge in Frankfurt a. M., Theaterplatz 14— für da⸗ Großherzogtum Hessen durch Vermittlung des Hessischen Landesver⸗ eins vom Roten Kreuz Darmstadt— zufließen. Geldspenden werden im Sinne der Spender innerhalb der gesamten Weihnachts⸗ gabensendung verwandt. 1
Kleine Einzelpakete, die den Wert von 5 Mark nicht über⸗ steigen, werden zur Beschenkung von Kranken und Verwundeten in Lazaretten auf den Kriegsschauplätzen und zur Verwendung für weniger reich bedachte Truppenteile von den obenbezeichneten St gern entgegengenommen, da sie die Gesamtversorgung aller Die Kenntlichmachung des Absenders durch Einlegen von Namen und Adressen für 5 5 1
dacht ist. Pakete mit Adressen für bestimmte Empfänger sind selbstverständlich wie bisher durch das zustämdige Militär⸗ paketdepot zu befördern.
Butterpreis nach der Steuerhöhe. In Bad Homburg por der Höhe hat die Stadtverwaltung einen Verkauf von guter Meierei⸗ butter aus Skandinavien eingerichtet, bei dem der Verkaufspreis sich nach der Höhe der Steuerbeträge des Käufers richtet. Es sind drei Preisstufen vorgesehen. Bei einer Staatseinkommensteuer von 31 Mk. abwärts kostet das Pfund Butter 1,90 Mk.; bei einem Steuersatz von 31—70 Mk. 2,20 Mk.; bei höherem Steuersatz steigt der Verkaufspreis auf 2,40 Mk. In ähnlicher Weise ist der Ver⸗ kauf von Fett durch die Stadt geregelt worden.
Verbot künstlich beschwerten Leders. Eine neu erschienene Be⸗ kannmachung verbietet die Herstellung künstlich beschwerten Leders, sowie jede künstliche Beschwerung von Leder durch irgend welche be⸗ schwerenden Mittel, wie sie bei der Herstellung von Leder häufig verwandt werden. Die Bekanntmachung tritt am 1. Dezember 1915 in Kraft. Zur Fertigstellung von solchem Leder, mit dessen Be⸗ schwerung am Tage des Inkrafttretens der Bekanntmachung bereits begonnen ist, ist eine Frist bis zum 31. Dezember 1915 gewährt
worden. Kreis Alsfeld⸗Lauterbach.
— In Ruppertenrod verstarb der unverheiratete 74 jährige Landwirt Konr. Weil, der lange Jahre ein wahres Einfiedlerleben in seinem Hause geführt und mit keinem Menschen Verkehr ge⸗ pflogen hatte. Schließlich ließ er seine Aecker brach liegen und seine Wirtschaft verkommen. Man fand ihn dieser Tage tot in seiner Stube liegen. Er hinterläßt immerhin noch ein ansehnliches Ver⸗ mögen.
Von Nah und Fern.
Die Leiche im Heu. In Saarb rücken wurde am Mitt⸗ woch beim Ausladen eines Waggons Heu die Leiche des Arbeiters Schreiner aus Oher⸗Roden bei Offenbach aufgefunden. Die Ladung kam aus Nieder⸗Roden. Wahrscheimlich hat Schreiner bei der Be⸗ ladung des Wagens mitgeholfen, hat sich in einer Pause ins He gelegt, um zu schlasen und ist bei Fortsetzung des Beladegeschäfts von weiterem Heu zugedeckt worden und erstsckt.
Der Heusenstammer Sparkassenkrach.
Der Zusammenbruch der Heusenstammer Spar⸗ und Dar⸗ lehenskasse l, der anfangs des vorigen Jahres erfolgte und für viele Kreise ernste Folgen nach sich gezogen hat, macht neuer⸗ dings wieder von sich reden. Der Zusammenbruch dieser Kasse, die eine Unterbilanz von rund 100 000 Mk. zeitigte, charakteristert im hellsten Lichte die typische Bauerwirtschaft und völlige Unfähigkeit der geschäftlichen Leitung der Kasse, auf Grund derer nur die ge⸗ machten Schiebungen und übrigen Geldgeschäfte möglich waren. Wie noch erinnerlich sein dürfte, ist die Hauptschuld des Zusammen⸗ bruches auf die Mißwirtschaft des verstorbenen Bürgermeisters und einstigen Direktors der Kasse Franz Winter zurückzuführen, der im Jahre 1898 der Kasse 27800 Mk. schuldete, in Konkurs ge⸗ riet und trotzdem noch Operationen zu ungunsten der Kasse, wie Ankäufe von Grundstücken und dergl. mehr, ausführte, die den Ruin der Kasse herbeiführen mußten. Mit ihm Hand in Hand ging der ebenfalls in Konkurs geratene andere Direktor, Nadelfabrikant Karl Wimmer der ebenfalls der Kasse erhebliche Beträge schul⸗ dete. So häufte sich die Schuldenlast der Kasse, bei der auch unter der bestehenden Vetternwirtschaft viele Gefälligkeitsgeschäfte ge⸗ macht wurden, immer mehr, die noch durch den Ankauf von Aktien der verkrochten Landwirtschaftlichen Genossenschaftsbank erhöht wurde, bis dann im Februar vorigen Jahres die Krise eintrat. Der letzte Direktor der Kasse, Landwirt Georg Winter hatte bald dauach freiwillig sein Amt als Vorsitzender niedergelegt und wurde durch Zahlung des Betrages von 15 500 Mk. von allen Verpflicht⸗ ungen der Kasse gegenüber entbunden; die er durch seine Unkennt⸗ nis und völlige Unerfahrenheit in der Führung derartiger Kassen⸗ geschäfte eingebüßt hat. Er gab ohne sede weitere Prüfung seine Unterschrift her, nachdem man ihm versichert hatte, daß alles in bester Ordnung sei. Ein weiteres Nachspiel hat nunmehr dieser Kassenkrach insofern gezeitigt, als gegen diesen Winter und den früheren Rechner der Kasse, Friedrich Holzamer, als Haupt⸗ angeklagten ein Strafverfahren wegen Vergehens gegen das Ge⸗ nossenschaftsgesetz anhängig gemacht worden ist, das nächsten Mon⸗ N der Strafkammer in Darmstadt zur Verhandlung gelangen wird.
Tugeckeichedtsroserutnurttre
Bergemünde in unserer Hand.
17400 Serben gefangen, 25 Geschütze
und viel Kriegsgerät erbeutet.
W. B. Großes Hauptquartier, 25. Nov., vorm.(Amklich.)
Westlicher Kriegsschauplatz.
Es hat sich nichts von Bedeutung ereignet. Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldma gs v. Hindenburg.
Bergéemünde ist fast in unserer Hand.
Die Zahl der Gefangenen hat sich auf neun Offiziere, siebenhundertundfünfzig Mann, die Beute auf drei Ma⸗ schinengewehre erhöht.
Bei den Heeresgruppen des Generalseldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern und des Generals on engen ist die Lage unverändert.
Balkan.
Bei Mitrovica wurden von den Truppen der Armee Koeveß gestern zehntausend Serben gefangen genommen, neunzehn Geschütze erbeutet. In den Kämpfen um Pristing und der Sitnica fielen siebentausendvierhundert Gefangene und sechs Geschütze in unsere Hand.
Die Beute an Kriegsgerät und Vorräten ist erheblich.
Oberste Heeresleitung.
werden soll, nur Stahlfedern deutschen Fabrikats zu benutzen.


