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tätigen Volkes
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Nr. 278
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Gießen, Freitag, den 26. November 1915
10. Jahrgang
Von Richard Gädke.
sen zu beteiligen,
5 Vierverbandes trächtliche senze binde. Manu wirft deshalb dort die Frage ißland gewo wäre, wenn Italien Ende Nutralität verharrt hätte.
un schätzbare Dienste
un Galizien an die Isonzofront zu werfen,
u möglichen Gang des 8 len, sondern wird ganz allgemein urteilen Fsische Heer ttelmächte hätten dann an wonnen, was sie jetzt durch chen hoffen. ger Million feindlicher Soldaten mehr irgend den Verlauf des Krieges haben muß.
leidend gewesen,
ohne allen Zweifel gehofft hat. Das dürfen wir einersejts den Fehlern u Kriegführung, andererseits aber entlichen Opfermut
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K t in entscheidender Richtung losbrechen wür ahh ⸗glücklicherweise. Un seit dem 2. Wünstig geworde
5 auch dann nicht fertig.
Arreichische Front. So gewannen
1 0 8 ientermaßen wurden die Italiener nach für * abgewiesen.
nze zu werfen. Erst am 115 Juli begann der e n die Jsonzofront— mit nur 4 Armeekorps
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0 k ten. Allmählich setzten sie nacheinander 7 D ometer breiten Raum zwischen dem Mon „ ere ein. Schon jetzt glaubten sie ihre
ten.
Verteidigungssystem ausgebaut, die U 1 Hung verbessert, neue Truppen und besonders Echigeschafft— was vor vier Wochen vielleicht 3
der Feind vor den österreichischen Stellunge Aatteten die vergeblichen Anstrengungen Cador
Falke sich auf einen unfruchtbaren Kleinkrieg, Arluste seiner Truppen empfindlich steigerte. Da
Iuße erst neue Kräfte sammeln, zum allgemeiner 0 ien Front war es noch immer nicht fertig, G
kfterreich⸗ Ungarn, Italien und Se
Um seine Abneigung, sich an dem Balkanaber
suppenteile hier anstatt im Osten zu verwenden.
Am 23. Mai erklärte es den Krieg, abe Mai war die Sache der Russen in Galizien sehr n. Italien kam um drei Wochen zu spät. ö Nur vereinzelte Grenztruppen machten hier, bald da lahme Vorstöße gegen die noch schwach besetzte unsere Bundesgenossen die ö krderliche Zeit, in aller Eile Verstärkungen an die italienische
Italiener hätte führen können, kam jetzt wieder zu spät. Angriff scheiterte unter schweren Verlusten;
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dürfen, daß
Aber dieser Einfluß ist doch bei weitem nicht so groß und ein⸗ e. als man zur Zeit der jtalienischen Kriegs⸗ klärung auf der einen Seite vielleicht befürchten konnte, auf der
der italieni⸗ den außer⸗
und der Standhaftigkeit österreichisch⸗ un garischen Soldaten zuschreiben.
Als Italien sich entschloß, seinem bisherigen Bundesgenossen den Rücken zu sallen, hätte man annehmen müssen, daß es sich Herzu den geeigneten Moment aussuchen und dann sofort mit voller
de. Nichts dav
Und
rste große Angriff Man vergleiche
bit den Sturmschritt des deutschen Durchmarsches durch Belgien.
iftägigem Kampfe
Dreizehn Tage später waren sie soweit, zum zweiten Angriff 1 iten zu können mit stärkeren, aber noch immer ungenügenden 9
ivisionen auf dem te Sabbtino und Truppen strecken⸗
zur dadurch vorbringen zu können, daß sie sie betrunken Aber inszwischen hatten die Oesterreicher und Ungarn ech wachen Punkte der Stellung erkannt und ver st or k t, Unterkünfte,
die Ver⸗ schwere Artillerie zu einem Erfolg Auch 100 000 Mann n! Am 27. Juli nas.
Jast drei Monate hielt der italienische Feldherr Ruhe und be⸗
der gleichwohl die s italienische Heer Angriff auf der leichgültig, ob der
1 1 N errn liegt: es war er an der Organisation oder an dem Feldherrn liegt: es sematte Kriegführung trotz aller Tapferkeit der Truppen
. Jemzelnen, die sich im Verlauf des Feldzuges 150 7 Fa ee
10— allerdings durch ungewöhnlich scharfe. rde müssen
7 ug riffe nach russischer Art hatte 7 471 offres 5 d 0 eren 170 gtaliener wiederum
Hempagne und im Artois fand ch micht bereit zur Mitwirkung; was noch ug des serbischen Feldzuges konnte si Italiener einen hemmenden Einfluß da. Alchland und Oesterreich-Ungarn, gestlützt auf m, Südwesten und Osten, konnten f un, um die Niederlage der Serben von be erfolgreiche Widerstand der weit
ie Gegnerschaft Italiens politisch Oktober
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nan im Juni versäumt hatte.
lssss, ohne jeben greifbaren Erfolg, 1795
segleitenden Massenseuers der Geschültze, *
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wichtiger ist, die Ein⸗ ch vollziehen, ohne daß darauf zu nehmen wußten.
ihre Erfolge im
o reichliche Kräfte frei⸗ rnherein zu besiegeln. schwäche ren österreichischen der Glaube der andern an schaftlichen Erfolge schuf uns 0 Tätigkeit entschlossener Auf dem Balkan hat vielleicht
einen neuen
eben so verzögert hatte.
Ausdehnung mit
ler Grenze vom
hebenangriff und gegen 25 Divisionen als Hauptangriff. 5 te nicht gut zu machen,
Am 26. war
die Kraft des s vorhergehenden scheitert. Am
J U teuer der Fran⸗ 5 dem Bundesgenossen schmackhafter zu machen lt Italien amtlich und halbamtlich erkläxen, daß es der Sach
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e u 5 indem es eitkräfte Oesterveich⸗Ungarns an seiner Südwest⸗ auf, was wohl aus Mai d. J. in seiner
Man wird dieser Auffassung insoweit beipflichten müssen, als um die Sache Rußlands noch ganz erheblich schlechter stände, zun unser Bundesgenosse Oesterreich-Ungarn damals, und auch iter noch, nicht gezwungen gewesen wäre, teils erprobte Divisionen teils neugebildete Man braucht des Feldzuges gar nicht im einzelnen auszu⸗ das 1 dann noch weit mehr Raum verloren und jedenfalls letzten Zipfel Ostgaliziens längst hätte aufgeben müssen. Die kriegerischen Ergebnissen vielleicht schon 6 das Unternehmen in Serbien zu er⸗ Es ist ja von vornherein klar, daß der Einsatz von eime Einwirkung
7 bien. 1 weitere Brigaden von der Tiroler und Kärntner Front zum
28. Oktober wurden zwei neue Armeekorps eingesetzt, am 1. No⸗
Isonzo verschoben; aber am 3. November war auch die dritte Jsonzoschlacht zu Ende. Ihr einziges Ergebnis war ein neuer Ver⸗ lust von mehr als 150 000 italienischen Soldaten. Der Gesamtver⸗ lust in den ersten 5 Monaten des Krieges war bereits auf 450 000 Mann gestiegen die Stellung der Oesterreicher un⸗ erschüttert!
Nun aber ließen die wackeren Bundesgenossen Italien nicht locker; und schon am 10. November begann die vierte Jso nz o⸗ schlacht, nachdem zahlreiche Ersatzmannschaften in die gelichteten Truppenteile eingestellt und neue Aufgebote im Görzischen ver⸗ sammelt waren. Die Kämpfe sind augenblicklich noch nicht völlig zu Ende; Cadorna weiß in wortreichen Meldungen von täglichen Erfolgen zu berichten. Die Wahrheit ist, daß al le Hauptstellungen
der Oesterreicher: Flitsch, der Krn, Tolmein, Plava, Sagrado, Görz, Podgora, die Spitze des San Michele, das Plateau von Do⸗
berdo bis zum Meere hinunter fest in der Hand unserer Verbündeten sin d. Die Italiener selbst haben ihre Fort⸗ nahme nicht zu behaupten gewagt; „Rande“ des Plateaus vorgedrungen sein und auf dem nördlichen und südlichen Abfalle des Monte San Michele(nördlich San Martino, südwestlich Görz) einige Gräben erstürmt haben. Was möglich ist, aber nichts besagt.
Man hat das Mißlingen aller italienischen Angriffe auf die natürliche Stärke der österreichisch-ungarischen Stellungen in Tirol und im Karst zurückgeführt. Darin liegt natürlich etwas Wahres, aber bei dem Mißverhältnis der beiderseits eingesetzten Kräfte wird dieser Vorteil denn doch zum großen Teile ausgeglichen. Nur in der Hand dieser Verteidiger hat die Verteidigungsfront allem Massenfeuer und allen Massenstürmen widerstehen können.
Denn der Aufenthalt in den Stellungen ist nicht gerade ein Paradies, sondern stellt an die Standhaftigkeit der Truppen die höchsten Anforderungen; den Aufenthalt in den Schützengräben des Plateaus von Doberdo hat man geradezu„die Hölle“ genannt. Ein großer Teil der österreichischen Stellungen liegt in Höhen von 2000 Meter und darüber, nicht erst in dieser Jahreszeit eingebettet in Schnee und Eis, eingesprengt in den Felsen, wo jede Granate ihre Wirkung durch die Steinsplitter verdoppelt. Nur in der Nacht kann das Essen, kann jede Patrone auf schmalen Pfaden und oft ohne Pfad von einzelnen Trägern im Gänsemarsch die steilen Schroffen hinaufgebracht werden. Der Sturm um⸗ braust die Lagerstätten nicht weniger als das feindliche Feuer, oft müssen die Verteldiger, deren Unterkünfte durch den Gegner zer⸗ schossen werden, im Freien übernachten, zugedeckt nur vom kalten Scheine des Mondes. Nun kommt hinzu, daß an vielen Stellen der Mann auf sich selbst angewiesen ist. Der Einzelne kommt mehr zur Geltung als in der Schlacht der Ebene; die kleinen Abteilungen
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schlagen entscheidende Kämpfe durch, an ihre Hingabe, an ihr Pflichtbewußtsein, an ihre Einsicht und an ihre Ausdauer werden die größten Anforderungen gestellt. Wenn die Oesterveicher und Ungarn solange dem Ansturm überlegener und tapferer Massen widerstehen konnten, so verdanken sie das nicht nur der Festigkeit ihrer Stellungen, sondern ihrer eigenen überlegenen Tüchtigkeit.
Damit aber haben sie unserer gemeinschaftlichen Kriegführung große Dienste geleistet. Nur unter dem sicheren Flankenschutze am Isonzo konnte unsere Heeresleitung den Einbruch in Serbien
wagen, an dieser Stelle den eisernen Ring sprengen, den
die Entente um uns gelegt hatte, und hier eine Eutscheidung an⸗ bahnen, die aller Wahrscheinlichkeit nach das Ende des Krieges be⸗ schleunigen wird. 5
* Die serbische Tragödie.
Ein Telegramm des italienischen Berichterstatters Magrini aus Monastir vom 21. d. M. beurteilt den Balkanfeldzug der Entente als geradezu verzweifelt. Die Offiziere, die aus Altserbien in Monastir eintrafen, sprachen von der Möglichkeit, daß die letzten Tage der serbischen Tragödie ge⸗ kommen sind und das serbische Heer kapitulieren würde. Das Amselfeld ist auch von geflüchteten Zivilisten angefüllt, die erschöpft und verhungert scharenweise sterben. Am Wege liegen die Ka⸗ daver zahlreicher aus Futtermangel verendeter Ochsen. Magrini hebt hervor, daß die Enttäuschung und Erbitterung des serbischen Volkes über das Verhalten der Entente den höchsten Grad erreicht hat. Auch die Lage der Engländer und Franzosen in Mazedonien wird schwieriger. Nach dem Verlust der Babunaberge ist der linke Flügel der Franzosen iso⸗ liert. Sarrails Kräfte sind ganz ungenügend, sodaß Magrini meint, wenn nicht ernstliche Verstärkungen baldigst eintreffen, täte die Entente besser, das Salonik-Korps einzuschiffen, den Balkan⸗ feldzug aufzugeben und anderwärts die Entscheidung zu suchen.
Schon muß Sarrail gegen die vordringenden Bulgaren seine Front verkürzen, auch spricht man von dem Rückzug des Entente⸗
überschritten die] 20. Oktober endlich begann der
heeres über das Demirkapu-Defilés nach 1 Monastir war am 21. November noch in serbischen Händen. Offenbar wollen die Bulgaren Monastir mit Müücksicht auf die griechischen Empfindlichleiten nicht besetzen. Militärisch würde die Besetzung Monastirs zur Verzettelung der bulgarischen Kräfte führen, während die Bulgaren jetzt nach durchgeführter Sicherung ihrer Babunastellung alle verfügbaren Truppen gegen die Eng⸗ länder und Franzosen werfen können.
Schlimme Lage des„Befreiungsheeres“.
Ein Telegramm des Corriere della Sera aus Salonik bestätigt die Meldung des Secolo über die wachsenden Schwierigkeiten desmazedonischen Entente⸗ heeres, gegen dessen 50 000 Mann die Bulgaren mit vier Divisionen in einer Stärke von 80 000 Mann auftreten. Ver⸗ wundete französische Offiziere berichten über die verheerende Wirkung der bulgarischen Artillerie, deren Munitionsreich⸗
Griechenland.
aber sie wollen„fast“ bis zum
los“. Charakter ab. Mehrere Straßen wurden gestürmt und
Vom Weltkrieg.
tum überrascht. Nach der Vereitelung einer Verbindung mit dem serbischen Heer, das bei Katschanik verzweifelte Versuche machte, die Umklammerung zu durchbrechen, können die Eng⸗ länder und Franzosen kaum noch den überlegenen Bulgaren widerstehen, und sie fürchten das Auftauchen erdrückender österreichisch-ungarischer und deutscher Verstärkungen.
Griechenland und der Vierverband.
Ein gemeinsamer Schritt des Vierverbandes. Havas meldet aus Athen: Nach einer amtlichen Mittei⸗ lung haben die Gesandten des Vierverbandes am 28. November einen Kollektivschritt in der Frage der verbündeten Truppen in Mazedonien unternommen. Dieser Schritt hatte einen freundschaf etlichen Charakter. Englische Befürchtungen. N Die Neue Züricher Zeitung meldet aus dem Haag: Trotz der halbamtlichen beruhigenden Mitteilungen, befürchtet man in London den schließlichen Uebergang Griechenlands zu den Zentralmächten, sobald deren Truppen an der griechischen Grenze erscheinen.
Deutschland vor dem Untergang. Wie sie lügen können.
Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung bringt eine auch für unsere Leser interessante Zusammenstellung von Falsch⸗ meldungen über die inneren Deutschlands, die durch die feindlichen Funkenstationen verbrkitet und in der feindlichen Presse breit erörtert und aus⸗ gemalt werden. Wir entnehmen dem Artikel des offiziösen Blattes diese Einzelheiten: 5
Das feindliche Ausland beobachtet alle Vorgänge in Deutsch⸗ land mit gespannter Aufmerksamkeit... Ganz besonders haben die Erörterungen über die Ernährungsfrage u reiche Fund⸗ gruben für die entstellenden, übertreibenden und fälschenden Be⸗ richte der Feinde geliefert. Selbstverständlich hat man sich auch nicht im mindesten gescheut, die wildesten Erfindungen hinzuzu⸗ fügen. Im nachfolgenden geben wir einige Beispiele. An den zu unserer Kenntnis kommenden Funksprüchen von Poldhu, Lyon und Eiffelturm und aus der feindlichen Presse können wir das Treiben recht genau verfolgen. 5 8 2 8 Am 26. Oktober meldet Funkspruch Lyon eine„äußerst stür⸗ mische Sitzung des Berliner Gemeinderats. Der Sozialist Wurm hat erklärt, daß in Deutschland ein Elend herrsche, wie man es noch nicht erlebt hätte.“.
Die vornehme Westminster Gazette berichtet am nächsten Tage: „Die Lebensmittelkrisis in Berlin hat nun den f Charakter einer Panik angenommen, und die ärmeren Klassen sind am Verhungern. Die Frauen stürmen die Läden und schreien nach Nahrung. Ueberall sieht man eingeschlagene Fensterscheiben.““
Der Standard vom 29. Oktober bringt aus Kopenhagen einen Bericht, den ein Amerikaner heimlich aus Berlin herübergesandt hat. Danach ist die Lage in Deutschland„verzweifelt hoffnungs⸗ „In Moabit spielten sich Szenen von revolutionärem
die Läden aller Eßwaren entleert. wurden verhaftet“.„Die Berliner Behörden sind auf das Aeußerste vorbereitet. Die Truppen sind alarmbereit.“
Die Londoner Zeitungen gehen nun dazu über, die„Hungers⸗ not in Deutschland“ mit den dicksten Ueberschriften anzukündigen. Z. B. Daily Expreß vom 30. Oktober:„Hungersnot⸗ szenen in Deutschland.— Tiefes Elend infolge der wachsenden Knappheit der notwendigen Nahrungsmittel. Druck unserer
Hunderte von Frauen
Flotte.— Viele seltsame Ersatzmittel.— Verzweiflungsschrei.“—
Oder am 1. November:„Vorboten des wachsenden Nahrungsmittel- sturms.— Amerikanische Aeußerungen über Revolution in Deutschlan d.— Das erste Grollen“. Es wird dann die New York Times angeführt:„Im Deutschen Reiche sind Anzeichen und Vorboten, die lebhaft an das erste Grollen des Sturmes erinnern, der mit der Revolution über Frankreich hereinbrach.“..
In Kopenhagen zeigt man, wie der Eiffelturm am 3. November meldet, das Manuskript eines in Deutschland angeblich ver⸗ botenen Artikels des sozialdemokratischen Generalsekretärs August Winnig herum, in dem es heißt:„Wenn nicht umgehend Maßnahmen getroffen werden, ist eine Katast ro p he unver⸗ meidlich“ Am 4. November verkündigt der Dafly Expreß triumphierend:„Der Winter kommt, und es ist alle Aussicht, daß die eiserne deutsche Disgiplin vor der Wirtschaftsnot zu fam men⸗ Huechen wird!
In den nächsten Tagen bringt der Lyoner Funkendienst lange Auszege aus dem Vorwärts, der erklärt, das deutsche Volk stände vor dem Verhungern. Der Daily Telegraph. zitiert ein Schweizer Sozialistenblatt:„Der bleiche Hunger schreitet durch Deutschland.“ Nach der Daily Mail vom 9. November be⸗ ziehen die in Berlin wohnenden Holländer alle ihre Lebensmittel nur noch aus Holland.
Aus Rotterdam läßt sich dies Blatt melden, daß in Berlin und anderen großen Städten es von Teuerungskrawallen zum„Klassenkrieg“ kommt.
Auch die Nowoje Wremja will nicht zurückbleiben und melder am 10. November über Kopenhagen aus Berlin:„Das bedroh⸗ liche Auftreten der Arbeiter in Moabit und Wil⸗ mersdorf hat die Regierung in Schrecken gesetzt. Nach Demolierung einer Reihe von Brotläden, nach Erschießung einiger Weiber in der Volksmenge und nach Erhalt von Meldungen
Zustän de


