Agesberichte des Großen Hauptguartiers.
Mitrovica und Pristina genommen. Die Serben über die Sitnica zurückgeworfen. W. B. Großes Hauptquartier, 24. Nov., vorm. Westlicher Kriegsschauplatz.
Keine wesentlichen Ereignisse.
Der englische Oberbefehlshaber hat versucht, die amtliche deutsche Richtigstellung, daß alle bei den Kämpfen um Loos am 8. Oktober beteiligten deutschen Truppen nicht, wie von englischer Seite behauptet, 78000, sondern 763 Mann ver⸗ loren haben, anzuzweifeln. Wir haben auf ein solches“ er— fangen nichts zu erwidern.
Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg.
Südöstlich von Riga fielen bei einem Vorstoßt auf Berge⸗ münde, der die Russen vorübergehend aus dem Orte vertrieb, sechs Offiziere, 700 Mann gefangen in unsere Hand. Zwei Maschinengewehre wurden erbeutet.
Ein vorgeschobener Posten in Janopol Illuxt) mußte sich vor einem russischen Augriff zurückziehen. Durch Gegenangriff wurde das Gehöft wieder genommen.
Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.
Die Lage ist unverändert.
Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.
Vorstöße russischer Abteilungen nordöstlich von Czartorysk und bei Duoiszeze(nördlich der Eisenbahn Kovel⸗Rowno) wurden abgewiesen. Fünfzig Gefangene und drei Maschinen⸗ gewehre wurden eingebr
(nördlich von
Mitrovica ist von österreichisch-ungarischen, Pristina von deutschen Truppen genommen. Die Serben sind westlich von Pristina über die Sitnica
zurückgeworfen. Oberste Heeresleitung.
Strecke Novipazar—brischtina ist durch eine gute Straße ver⸗ bunden und von Prischtina bis Mitrowitza führt sogar eine Eisenbahnlinie. Die Eckpfeiler dieses Verteidigungsraumes, die festen Plätze Novipazar und Prischting sind mit einem besonders starken natürlichen Schutz durch leichtzuverteidi⸗ gend eBergstellungen versehen und dem Zentrum von Mitro⸗ witza ist ein großer Gebirgsstock nach Osten vorgelagert. Nach Osten und Norden wäre zwar ein Verteidigungsheer von jeder Verbindung abgeschlossen gewesen, dagegen wären Pfade und Wege westwärts nach Ipek und Dschakowa(auf montenegrinischem Gebiet), sowie eine Verbindung nach Südwesten über Prizren noch offengestanden. Die großen Vorratslager und Arsenale der Sandschakfestungen hätten der serbischen Armee erlauben können, längere Zeit aus⸗ zuharren, vielleicht solange, bis die Ententetruppen Entlastung und Rettung gebracht hätten. Unter all diesen Voraussetzungen schien in den letzten Wochen die Möglichkeit zu bestehen, der beschleunigte Rückzug der Serben werde am Amselfeld zu einer großen und letzten Schlacht führen. Die Entwicklung der letzten Tage, insbesondere der neueste Tagesbericht, zeigt jedoch, daß das serbische Heer durch den Vernichtungsfeldzug der letzten sechs Wochen völlig zusammenge⸗ brochen ist. Der Rest der serbischen Armee hat nur wenige Augenblicke bei den Sandschakfesten Stand zu halten ver⸗ mocht. Nach einem kurzen und energischen Angriff von drei Seiten fiest erst Novipazar, wodurch die linke Flanke der serbischen Rückzugsstellung aufgerissen wurde, und nun ist auch das Zentrum, Mitrowitza, sowie die starke Feste von Prischtina auf dem rechten Flügel der Serben ge⸗ fallen. Prizren, südwestlich von Prischtina, ist der einzige größere nordserbische Platz, dessen Besetzung noch nicht ge⸗ meldet worden ist. Von dieser Stadt abgesehen, ist das serbische Hauptheer heute ohne jede Ver⸗ pflegungsstation, ohne jeden Waffenplatz undohne jedes Arsenal auf serbischem Boden. Der Feind ist westwärts in das Grenzgebirge gegen Monte⸗ negro geworfen worden. Schlechte Pfade und Wege führen über die hohen Pässe in ein noch öderes, noch ärmeres Land. Die serbische Armee hat aufgehört, eine geschlossene, auf sicherem Boden aufgestellte Kampfkraft zu sein. Zer⸗ sprengte Truppen, ohne Land undohne Rüst⸗
Bei Sedd⸗ül⸗Bahr versuchte das Zentrum des Feindes 21. November, an unsere vorgeschobenen Gräben heran kommen und sich in ihnen festzusetzen. Wir gingen zu Gegenangriff über und vertrieben den Feind aus diesen Gräben und schlugen einen Gegenangriff, den der Fein durchzuführen versuchte, vollständig ab. Am 22. November
Artillerie zerstörte einen Teil der feindlichen Gräben. Im Zentrum heftiger Bombenkampf. Eine Mine, die der Feind auf dem linken Flügel zur Entzündung brachte, richtete keinen Schaden an. 15
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen..
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starker Artilleriekampf auf dem rechten Flügel. Unsere
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die Straßensperre bei Zagora warf der Gegner schwere Minen⸗
Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Erbitterte Kämpfe am Monte San Michele.
Gegen die montenegrinische Grenze. Wien, 24. Nov.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 24. No⸗
vember 1915. Russischer Kriegsschauplatz.
Nichts Neues.
Jtalienischer Kriegsschauplatz.
Der Görzer Brückenkopf stand zwar auch gestern unter lebhaftem Geschü⸗ und Miuenwerferfeuer, in den Infanterie⸗ kämpfen trat jedoch eine Pause ein, da die Italiener nicht angriffen. Um so erbitterter wurde beiderseiis des Monte San Michele gerungen. Nördlich des Berges drangen starke italienische Kräfte nachmittags in unsere Stellung ein. Steierische Infanterie und
onveds schritten zum Gegenangriff und warfen den Feind nach wechfelvollen wütenden Nahkämpfen vollständ ig zurück. Mehrere Angriffe auf den Monte San Michele selbst und im Raume von San Martino wurden unter schwersten Verlusten der Italiener abgewicsen, Angriffsversuche gegen unsere Stellungen auf dem Monte dei sei Busi sofort durch Feuer erstickt. Gegen
werserbomben, die giftige Gase entwickelten.
zeug und ohne Hoffnung!
Schwere Anklage gegen England.. Finanzminister Rhallis schüttet sein Herz aus! 5 (W. T. B. Nichtamtlich.) In einer Unterredung mit dem Vertreter der Daily Mail am 18. November sagte der griechische Minister Rhallis:„Wir werden 24 Stunden, nachdem die Alliierten Salonik verlassen[ haben, demobilisieren.“ In zornigem Tone sagte der Minister: 05 „Die britische Regierung und die britische Presse haben eine schändliche Haltung gegen uns eingenommen. Wörtlich: Vous étes des infames! Das Einzige, was wir wollen, ist Frieden. Ihr wollt uns in den Krieg hineinzwingen, gern lassen.“— Der Minister Daily Mail eine Abbildung in der Zeitschrift L'Illustration aus dem griechisch-bulgarischen Bandenkriege und sagte:„Ihr wollt, daß wir dasselbe wieder aushalten und wollt, daß
London, 24. November.
Ihr seid infam!
wollt uns verhun⸗ dem Vertreter der
öglicht
zan, son
Unsere Leser werden das diesjährige Weihnachtsbuch, ein hochwichliges Originalwerk, welches uns durch die berühmten Forscher wie Carl Peters— Herzog Adolf Friedrich zu Mecklenbura— 5 Nachtigall — Stanley— Cook— Prof. Dr. ule— Dr. W. Junker— Dr. Schweinfurt— von der Decken — Karl Block— Dr. Flinsch— Frobenins und viele andere, im ganzen 2 verschiedene, nach
Indien, Afrika und die
Inseln des stillen Ozeans führt, mit Freuden begrüßen. Unter dem Titel:
Trkebnisse herduner arseber
unter den Wilden von Indien, Ozeanien, Afrila
erhalten wir von 82 berühmten Forschern, die zum ersten Male mit den wilden Bewohnern in Be⸗
. dich be lebten
elmächte
An der Tiroler Südfront wurden der Bahnhof und der alte Stadtteil von Riva wieder beschossen. Einer unserer Flieger belegte Baracken und Magazine von Ala
Südöstlicher Kriegsschauplaß.
An der oberen Drina verlief der Tag ruhig. Bei Priboj haben sich unsere Truppen den Uebergang auf das Südufer des Lim er⸗ kämpft. Südwärts von Novipazar dringen k. u. k. Streitkräfte gegen die montenegrinische Grenze vor. vorgehenden österreichisch⸗ungarischen Truppen warfen unter heftigen Kämpfen den Feind aus seinen Stellungen nordöstlich von Mitro⸗ vica und rückten in diese Stadt ein. ihnen vier Offiziere, gefangen.
mit Bomben.
Die durch das Ibar⸗Tal
Sie nahmen 700 Mann, unter Auch Pristina ist den Serben ent⸗ N Eine deutsche Kolonne drang von Norden her ein, eine bulgarische folgte von Osten. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.
— Bulgarischer Bericht. Sofia, 24. Nov.(W. T. B.) Amtlicher Bericht über die Operationen vom 22. November. von Kossowo dauern an.
rissen worden.
Die Kämpfe in der Ebene Wir erbeuteten sechs Schnellfeuer— haubitzen, zwei Schnellfeuerfeldgeschütze, eine Menge Muni⸗ tion und Kriegsmaterial und machten außerdem eine große Auf den übrigen Fronten keine Verän— Französische Gefangene hätten ihnen versichert, daß sich in der bulgarischen Armee zusammengesetzte Truppen befänden.
Anzahl Gefangene.
aus Menschenfressern
wir zu Hilfe kommen, während kein englischer Sol⸗ dat in Serbien sein Blut vergossen hat und kaum ein englisches Gewehr abgefeuert ist. Die englische Re⸗ gierung will nachdem sie Fehler auf Fehler, Verzug auf Ver⸗ zug gehäuft hat, daß wir eintreten und sterben, während Ihr nur ein paar Tausend Mann Truppen habt, um uns zu
oder Serbien werden.“
Enuglische Befürchtungen.
Die Neue Züricher Zeitung meldet aus dem Haag: Trotz der halbamtlichen beruhigenden Mitteilungen, befürchtet man in London den schließlichen Uebergang Griechenlands zu den Zentralmächten, sobald deren Truppen an der griechischen Grenze erscheinen.
Der türkische Bericht. Konstantinopel, 24. Nov.(W. T. B.) Amtlicher Bericht des Großen Hauptquartiers: An der Irakfront nichts Wichtiges, abgesehen von bedeutungslosen Plänkeleien zwischen unseren Vorposten und feindlichen Truppen in der Gegend nördlich Korna und am Tigris. Am 21. November erbeuteten wir ein englisches Flugzeug, das von uns herunter⸗ geschossen wurde. Der Führer, der Majorsrang hatte, war leicht verwundet und wurde gefangen genommen. An der Kaukasusfront Patrouillengefechte.— An der Dardanellen— front bei Anaforta und Ari Burnu gegenseitiges Artillerie
unterstützen. Wir wollen kein zweites Belgien
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Am 19. November brachten unsere Truppen von drei Fered— schik überfliegenden feindlichen Wasserflugzeugen eins zum Absturz, das zwischen den Armen der unteren Maritza nieder— fiel, wo es verbrannte. Prisren serbische Hauptstadt. 1 Der Telegraaf meldet aus London: Die Times vernimmt, daß Prisren jetzt anstelle von Mitrowitza Hauptstadt geworden sei. Das diplomatische Korps gehe nach Ipek. Die Berichte, daß die serbische Regierung nach El Bassan geht, würden bestätigt. Die letzten schweren Schläge.
Der militärische Mitarbeiter der Frankf. Ztg. schreibt zu den letzten schweren Niederlagen der Serben:
Nachdem das ganze Staatsgebiet Altserbiens in die Hände der verbündeten Armeen Köveß, Gallwitz und Bojad⸗ jew gefallen war, konzentrierte sich der Angriff der unter
Generalfeldmarschall von Mackensen stehenden Truppen gegen den rund 100 Kilometer breiten Abschnitt Novi⸗ pazar— Prischtina, in dessen Mtte Mitrowitza liegt. Dieser letzte Streifen des alten Sandschak Novipazar, der sich aus dem Tal der Sitnitza und dem Knie des oberen Ibar zusammensetzt, hätte die Basis für eine wirksame und langdauernde Vert eidigungsschlacht des Restes der
feuer mit zeitweiligen Unterbrechungen und Bombenkämpfe.
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Aüddhealer dessen. Dir.: Hermann Steingoetter. Donnerstag, 25. November 1915 abends 7½ Ubr:
Außer Abonnement. Fest⸗Vorstelluna zur Feier des Geburtstages des Großherzogs Ouvertüre ausgeführt von der Kapelle des Ersatz⸗ Bataillons des Inf Reg, 116 unter Diretlion des Musikleiters
Bruno Hermann. Hierauf:
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Ende geg. 10¼ Uhr. Gew. Pr.(erm.) Soldaten vom Feldwebel abwärts
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