Ausgabe 
24.11.1915
 
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aber wesentliche Praduktionskosten gar nicht oder

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und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung. Die Broduktionskosten der Landwirtschaft

In den agrarischen Blättern kann man jetzt ständig zaße daß wir in einer für die Landwirtschaft gar schlnmie een leben. Das Steigen aller Nahrungsmittelpreise kann n 110 lich auch von agrarischer Seite nicht geleugnet werden; 60 es wird nicht nur behauptet, daß daran die Landwirte völlig unschuldig seien, sondern auch, daß sie keinen besonde 1 0

0 1 8 esonderen Ge winn davon hätten, weil die Herstellungskosten mindestens in demselben Maße gestiegen seien wie die Verkaufspreise ihrer Produkte. Da ist es nun sehr interessant, daß ein 9 zdirt, und zwar der freisinnige Reichstagsabgeordnete 90 Wendorf, diesem von agrarischer Seite verbreiteten Märchen recht energisch zu Leibe geht. In einem Artikel im Verliner Tageblatt führt er aus, daß zwar auch bei den landwirtscha ft lichen Erzeugungskosten gewisse Steigerungen Fors eke sind: so kosteten die Futtermittel das dreifache ihrer Preise in Friedenszeiten, die künstlichen Düngemittel seien im Preise gestiegen und zeitweise hätten für Pferde Phantasie⸗ preise gezahlt werden müssen. Auf der anderen Seite seien erheblich gestiegen. Eine Mehrbelastung der Landwirtschaft mit Hypothekenzinsen oder Pachten sei während des Krieges nicht eingetreten. Von einer Zunahme der Lohnausgaben könne keine Rede sein; Güter, die russische Kriegs⸗ gefangene beschäftigen, hätten im Gegenteil gespart. In seiner Wirtschaft seien die Lohnausgaben ohne Verwendung von Kriegsgefangenen drei Prozent niedriger gewesen als im Durchschnitt der Vorjahre. Die gesamten Wirtschafts⸗ ausgaben des fast ganz in den Krieg gefallenen Jahres vom 1. August 1914 bis zum 1. August 1915 hätten sich in seiner Wirtschaft zum Durchschnitt der drei Vorjahre wie 100 zu 104 verhalten, seien also etwas niedriger gewesen. Sollten aber auch die Verhältnisse ungünstiger liegen, so hätte jedenfalls die außerordentliche Steigerung der Produktionspreise mehr als einen Ausgleich für die erhöhten Herstellungskosten ge⸗ geben. Das treffe schon für die Zeit bis zum 30. Juni 1915 zu, obgleich da die Butter- und Fleischpreise noch nicht die Höhe wie im Herbste erreicht hätten. Nach Ausweis seiner Bücher seien seine Einnahmen 1914 bis 1915 um 18 Prozent höher als der Durchschnitt der drei Vorjahre gewesen, und seitdem hätte eine weitere Zunahme der Preise und damit der Einnahmen stattgefunden. Kein Landwirt könne beweisen, daß die Erzeugungskosten in demselben Verhältnis gestiegen seien wie die Verkaufspreise.

Die Ausführungen des Herrn Dr. Wendorf zeigen, was es mit dem agrarischen Gerede von den Opfern, die die Land⸗ wirtschaft bringen muß, auf sich hat. Es kann keinem Zweifel

unterliegen, daß die Landwirtschaft heute, wenn es natürlich

auch an Schwierigkeiten nicht fehlen wird, ganz gute Zeiten hat, während sich ein großer Teil der städtischen Bevölkerung in großer Notlage befindet und sich kaum ausreichend ernähren kann. Unter diesen Umständen muß dringend verlangt wer⸗ den, daß recht bald von der Regierung weitere Maßnahmen ergriffen werden, um die Lebensmittelpreise zu verbilligen, selbst wenn dadurch die Einnahmen der Herren Landwirte etwas beschnitten werden.

Keine Herabsetzung der Altersgrenze in der

Altersversicherung?

Entsprechend einem Beschluß, den der Reichstag gelegent⸗ lich der Beratung der Reichsversicherungsordnung 1910 faßte, hat der Bundesrat spätestens im Jahre 1915 dem Reichstage erneut die Frage der Herabsetzung der Altersgrenze in der Altersversicherung zur Beschlußfassung zu unterbreiten. Da der Reichstag in diesem Jahre nur noch einmal zusammen⸗ tritt, ist ihm jetzt eine Regierungsdenkschrift zugegangen, die zu dem Schluß kommt, daß auf Grund der in der Denkschrift dargelegten Untersuchungen dem Reichstage eine Aenderung der Vorschriften der Reichsversicherungsordnung über die

Altersgrenze zur Zeit nicht empfohlen werden könne. Ueber

die materielle Seite einer etwaigen Herabsetzung der Alters- grenze führt die Denkschrift aus: 1 Im Verlaufe bes Krieges sind dle enen 155 Versicherungsträger erheblich zurückgegangen; nach aud ene gung wird unter Umständen noch längere Zeit hin urch mi niedrigeren Einnahmen als vor dem Kriege zu 1 1 5 Andererfelts ist eine starke Steigerung der Keisnsaßten Invali⸗ warten. Zwar würden die durch den Krieg veranlaßten dae i⸗ ditätsfälle erst nach und nach in die Erscheinung 100 dense zeigt sich schon jetzt durch die große Zahl der 5 Waisen renten eine bedeutende Zunahme der Belastung 5 10 155 1014 für Während in der Zeit vom 1. Juli bis 30. Sep rhöhten sich die 755 Waisenstämme 1185 bewilligt wurden, erhö Bewilligungen in der Zeit: 7 vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1914 auf 1 10 97 85 vom 1. Januar bis 31, März 1015 auf 2 449 Renten 17 5 0 05 bis 30. Juni 1915 auf 5 an Waisenstämme. 5 1 Gegenlber der Aufgabe, die Leistungs fäsigtett her die Zeit der Invaliben- und Hinterbliebenenversschgansch einzelne Leist⸗ des Krieges hinaus zu sichern, muß der Wunsch,

der Träger

5 estalten, zurücktreten. 5 0 ez ie er. daß neben dem ie der Krieg auf die Vermögenslage der e Reichs ausübt, auch seine Einwirkung auf die e eden in berücksichtigt werden müssen. Es sei Mie den 1127 1 welcher Weise das Reich infolge der durch 9 standenen Versicherungsfälle mehr b ischüsse glaube hierdurch notwendigen Erhöhung der Rei 6 Belastung der Bundesrat mit Rücksicht auf die sonstige e 0 des Reichs weitere Reichsmittel für 195 K Hinterbliebenenversicherung nicht e 1 510 Hintet⸗ Eine Erhöhung der Beiträge zur Inba Anl. eien bliebenendersicherung könne aber nicht m Jahren bleiben. halb müsse es bei der Altersgrenze 25 19 daß eine Nun hat der Reichstag das 5 1 vorhanden ist Mehrheit für die Herabsetzung 15 1910 9 15 bei einer viel 1 829. 3 Sonnenehate im Reichstage schwächeren Vertretung der S der Antrag nur mit 160 gegen 145

1.

Stimmen abgelehnt.

Hochstpresse, die umgangen werden. Der Produzenten⸗ Höchstpreis für beste Kartoffeln ist im äußersten Falle 3,05 Mark der Zentner. Daß dieser Preis schon der Normalpreis für Kartoffeln geworden, die kaum noch den Namen kartoffeln verdienen, sei nur nebenbei erwähnt. Den Kar toffelproduzenten ist er bei weitem nicht hoch genug, weshalb sie ihr Erzeugnis nicht nur zurückhalten, sondern auch da, wo sie liefern müssen, die sonderbarsten Schiebungen vor⸗ nehmen, um ein übriges herauszuschlagen. Ein Beispiel da⸗ für aus der Koblenzer Gegend und der Eifel. Die Bauern übergeben ihre Kartoffeln zum Transport an die Bahn einem sogenannten Aufkäufer, der natürlich ein Strohmann ist. Dieser übergibt sie dem Verlader, der aus den Fuhren die Waggons zusammenstellt. Die Verteilung der Waggons an die einzelnen Gemeinden besorgt dann der Raiffeisenverband. Diese drei, die zweifellos nach der Höchst⸗ preisverordnung zu Lasten des Produzenten gehen, legen ihre Kosten den Konsumenten auf. Der Zentner kostet hier ab Verladestation nicht mehr 3,05 Mk., sondern 3,30 Mk. Dazu kommt, daß die Bauern das Packstroh, das die Kartoffeln auf dem Transport vor dem Frost schützen soll, nicht als Stroh sondern als Kartoffeln verrechnen. Der Stroh⸗-Höchstpreis ist auf 2,50 Mk. der Zentner bester Flegeldrusch normiert wor⸗ den. Auf diese Weise gibts aber für den Zentner 3,30 M.. Man sieht, die Produzenten wissen in jedem Falle ihr Schäfchen zu scheren.

Keine Reichsbutterkarten. Aus den mancherlei Mit⸗ teilungen der letzten Zeit weiß man, daß die Reichsregierung gewillt war, Butterkarten nach dem Muster der Brotkarten einzuführen, um die Butterversorgung durch die Einführung einer Verbrauchsregelung neben der Preisregelung durch greifend zu regeln. Wie die Tägliche Rundschau erfährt, ist diese Absicht jetzt an dem Widerspruch des preußi⸗ schen Staatsministeriums gescheitert. Ueber die gleichfalls von der Reichsregierung geplante Einführung von Fleischkarten ist die Entscheidung noch nicht gefallen.

Der kriegsmüde Soldat. Die Frankf. Ztg. brachte dieser Tage folgendes: Romain Rolland, der eifrige Kämpfer für den Friedensgedanken, veröffentlicht in der Semaine Littéraire den Brief eines Freundes, der sich an der Front befindet und der sich über die Kriegsunlust der Soldaten rückhaltlos äußert:Alles, was ich gesehen und gehört habe, so heißt es darin,hat mich darin bestärkt, daß der Krieg von allen, die daran beteiligt sind, von ganzem Herzen verabscheut wird. Der lebhafteste Wunsch desPoilu(Scherzuame für Soldat) ist der, nach Haus zurückzukehren und niemals wieder anzufangen. Ich stehe Dir dafür ein, daß die Krieger von heute die zuverlässigsten Pazifisten(Friedensfreunde) der Zukunft sind. Alle diese Männer, die der Krieg zusammen⸗ rief, haben nur den einen Wunsch, daß er sich niemals wieder⸗ holen möge, und daß es ihren Söhnen erspart bleibe, seine Schrecknisse kennen zu lernen, und nur deshalb wollen sie trotz ihrer Müdigkeit bis zum Ende aushalten. Diese Kriegs⸗ müdigkeit und Friedenssehnsucht dürfte bei den deutschen Soldaten ebenfalls das vorherrschende Gefühl sein. Soviele Kriegsteilnehmer wir gesprochen haben, es sand sich nicht ein einziger darunter, der nicht mit Abschen vom Kriege geredet und sein baldiges Ende herbeigewünscht hätte.

Winterkälte. Die letzten Nächte brachten uns ziem⸗ lich starken Frost, wie wir ihn in dieser Jahreszeit sonst nicht gewohnt find. In gestriger Nacht verzeichnete das Thermo⸗ meter 8 Grad Kälte. Es ist zu raten, die Kartoffel- und Obst⸗ vorräte sorgsam vor Frost zu schützen und auch gegen das Einfrieren der Wassorleitungen Vorsorge zu treffen.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Jäger Heinrich Rauber aus Waldgirmes, Garde-⸗Jäger⸗ Bataillon. Wehrmann Christian Schweitzer aus Greifenstein, Landw.⸗Inf.⸗Reg. 116.

Kriegsgewinne. Die Deutsche Petroleum⸗ Aktien⸗Gesellschaft erzielte im verflossenen Ge⸗ schäftsjahre einen Bruttogewinn von 2,26 Millionen Mark gegen 12 Millionen im Vorjahre. Es werden 8 Prozent Dividende verteilt. Bei den unerhörten Petroleumpreisen, welche die Verbraucher bezahlen mußten, braucht man sich über die Profite der Gesellschaft nicht zu wundern.

Konzert. Anläßlich des allgemeinenOpfertags am Donnerstag und Freitag findet nachmittags Konzert der Landsturmkavelle auf dem Lindenplatze statt.

Beute⸗Geschütze. Im gestrigen Blatte brachten wir pflicht⸗ schuldigst die uns von zuständiger Stelle zugegangene Mitteilung, daß im Hofe der alten Klinik zwei Beutegeschütze Aufstellung ge⸗ funden hätten. Wir sehen uns veranlaßt, dazu einige kleine Ein⸗ schränkungen zu machen. Daß die beiden vor dem Eingang der Klinik stehenden Kanonen wirklich erbeutet wurden, wollen wir ja nicht bestrelten, ob aber der Feind diese Dinger im Felde be⸗ nutzte, möchten wir doch in Frage stellen. Ein Wunder wäre es dann wenigstens nicht, daß er sie verloren hat; eher müßte man sich darüber wundern, daß sie der Sieger mitnahm. Er konnte sie wirklich stehen lassen, wo er sie fand, sie konnten niemand mehr schaden und noch weniger nützen. Diese altehrwürdigen Donner⸗ blichsen sehen aus, als hätten sie vor irgend einem alten Schloß oder einer Ruine als Zierrat gestanden oder als hätten sie zu den Inventarstücken eines Museums gehört. Wären es nicht Hinter⸗ lader, so würde man glauben, daß sie schon unterm alten Na⸗ poleon im Dienst standen und durch irgend einen Zufall aus dem Zusammenbruch des ersten Kaiserreichs gerettet wurden.

Stadttheater. Die Festvorstellung zu Großherzogs Ge⸗ burtstag(LaubesKarlsschüler) morgen Donnerstag wird durch Beethovens Egmontouverture eingeleitet, die von der Kapelle des hiesigen Ersatzbataillons unter Direktion des Musikleiters Bruno Herrmann ausgeführt wird; nochmals sei auch darauf hinge⸗ wiesen, daß der Reinertrag der Festvorstellung zu einer Weih nachtsspende für unsere Krieger bestimmt ist.

Kreis Wehlar.

Die Nachmusterung der im Jahre 1890 geborenen, vorläufig zurückgeftellten Wehrpflichtigen im Kreise Wetzlar findet nicht am 27. November, sondern wie folgt statt:

1. Montag, den 29. November 1915, vormittags 892 Uhr, Bür⸗ germeistereien Aßlar, Atzbach, Braunfels, 5 Hohensolms,

2. Dienstag, den 30. November 1915, vormittags Uhr, Bür⸗

ermeistereien Launsbach, Rechtenbach, Schöffengrund und Stadt

lar. Die Gestellungspflichtsgen haben sich imSchiltzengarten

inzufinden. Auen. eterwald und Materlahu.

Brand im Siegener Amtsgericht. In dem historischen Schloß in Stegen, in dem das Amtsgericht untergebracht ist, brach am Montag Neuer aus. Die Vormundschafts⸗, Straf⸗ und

Zivilprozeßakten, sowie die handelsgerichtlichen Akten sind ver⸗ brannt. Die Grundbuchakten wurden gerettet. Von Nah und Fyern. * Schwerer Straßenbahnunfall in Offenbach. Am Montag

Abend stieß in der Karlsstraße in Offenbach ein von Bürgel kom⸗ mender Wagen der Städtischen Straßenbahn mit einem beladenen Kohlenfuhrwerk zusammen. Der Anprall war so heftig, daß das Pferd zu Boden geschleudert, der Kohlenwagen auf den Bürgersteig gedrückt und ein Laternenpfahl umgestürzt wunde. Der Fuhrwerls⸗ besitzer Franz Müller wurde fannt seinem 12jährigen Sohn vom Bock geoschleudert, wobei der Junge tot auf dem Platze blieb.

de. Wegen Milchpantscherei wurde vom Offeubacher Schöffengericht die Witwe Robert aus Isenburg zu 80 Mark Geld⸗ strafe verurteilt. Der Amtsanwalt hatte 500 Mark beantragt.

Einhundertfünftausend Mark in acht Wochenverdient. Das Rittergut Wozinkel bei Parchim ist von seinem Besitzer, Jar⸗ mer⸗ Hamburg, der es erst vor etwa acht Wochen erwarb, an Frau Rittmeister Pressentin, geb. von Voß, Witwe des verstorbenen Rittmeisters Carlo von Pressentin, Besitzerin von Tuckhude bei Neu⸗ stadt, verkauft worden. Als Kaufpreis werden 480 000 Mark ge⸗ nannt. Die Uebergabe findet sofort statt. Verkäufer gab, wie das Meckl. Tageblatt berichtet, etwa 375 000 Mark. Das Gut ist etwa 600 Morgen groß. Zu ihm gehört auch eine Ziegelei. Der Ver⸗ käufer hätte an dem Gut deninach in acht Wochen 105000 Mark verdient!

Tagesberichte des rosen Hauptguattierk

Ein französischer Flieger im Luftkampf abgestürzt. In Serbien 9500 Gefangene, 50 Geschütze und 22 Maschinengewehre eingebracht. W. B. Großes Hauptquartier, 23. Nov., vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplatz.

Auf verschiedenen Stellen der Front hielt, durch das klare Wetter begüustigt, die lebhafte Feuertätigkeit an.

Im Priesterwalde blieben zwei feindliche Sprengungen ersolglos. Ein französischer Doppeldecker stürzte bei Aure in der Champagne) nach Luftkampf ab.

Oestlicher Kriegsschauplatz.

Keine wesentlichen Ereignisse.

Balkan.

Nördlich von Mitrovica sowie nördlich und nordöstlich von Pristina wurde der Feind in Nachhutkämpfen geworfen. Ueber n Gefangene und sechs Geschütze wurden einge⸗ racht.

Auch die südöstlich von Pristina kämpfenden bulgarischey Kräfte kommen erfolgreich vorwärts.

Es wird von dort die Gefangennahme von achttausend Serben und eine Beute von zweiundzwanzig Maschinenge⸗ wehren und vierundvierzig Geschützen gemeldet.

Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht

Die vierte Isonzoschlacht. f Das Vordringen gegen Pristina.

Wien, 23. Nov.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 23.

November 1915: 0 Russischer Kriegsschauplatz.

Keine besonderen Ereiggisse.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Die großen Kämpfe an dem Görzer Brückenkopf und am Rande der Hochfläche von Doberdo dauern fort. Mehrere An⸗ griffe starker feindlicher Kräfte auf die Podgora wurden blutig abgeschlagen. Auch bei Peuma und Oslavija hielten sich unsere Truppen gegen alle Stürme. auch nachts kein Ende. Die Beschießung der Stadt Görz in der Zeit vom 18. bis 21. November hat wieder erhebliche Verluste an Menschenleben und bedeutende Schäden verursacht; 20 Zivilpersonen wurden getötet, 30 verwundet, 46 Gebäude vollkommen zerstört, 250 stark, 600 leicht beschäbigt. Gestern warfen die Italiener abermals einige hundert schwere Bomben in die Stadt. Auf der Hochfläche von Doberdo gelang es dem Feind, unsere Front südwestlich des Monte San Michele vorübergehend bis an den Westrand von San Martino gu rückzubrängen. Ein Nachtaugeiff ungarischer und kärntnerischer Truppen brachte die wieder vollständig in unseren Besitz. Mehrere Stürme der Italiener östlich Selz stießen auf das Steierische Infanterie⸗Regi⸗ ment Graf Beck Nr. 47, das seine Stellungen zweimal durch Feuer, ein drittes Mal im Handgemenge fest behauptete. Nördlich des Gürzer Brückenkopfes wiederholten sich die üblichen Vorstöße des Feindes mit dem gewohnten Mißerfolge.

Zwei unserer Flieger warfen auf Arsiero Bomben ab.

In letzter Zeit suchen die allgemein zugänglichen Presse⸗ berichte der italienischen obersten Heeresleitung auffallend viel über Erfolge zu sagen. Demgegenlber sei heute, ein halbes Jahr nach der Kriegserklärung unseres einstigen Bundesgenossen mit aller Deutlichkeit 11 99% daß wir die zu Beginn des Krieges gewühlte Verteidigungsfront allent⸗

halben, am Jsonzo nun schon in der vierten Schlacht, siegreich behaupten. Seit Beginn der

Kämpfe im Südwesten vermochte der Feind sich nicht einmal jenen Zielen zu nähern, die er im ersten Anlauf zu erreichen hoffte; wohl aber hat ihm der Krieg an Toten und Verwundeten bereits eine halbe Million Männer gekostet. 5 Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die an der oberen Drina kämpfenden k. u. k. Truppen greifen die montenegrinischen Stellungen auf dem Kozora⸗Sattel und nord⸗ östlich davon an. Eine österreichisch⸗ungarische Kolonne ist in

Prijepolje eingerückt. Die Kämpfe im Amselfeld nehmen einen günstigen Fortgang. Unsere im Ibar⸗Tal vordringenden

Streitkräfte stehen 6 Kilometer nördlich von Pristina Die Bulgaren dringen über die Zegovae Planina vor.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant. 6

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Der bulgarische Kriegsbericht. Sofia, 23. Nov.(W. T. B.) Amtlicher Bericht vom 21. November. Die Kämpfe um Pristina dauern fort. In der Gegend von Giliani haben wir bis jetzt 7000 Mann ge fangen genommen, zwei Maschinengewehre und vier Geschüge

erbeutet. An der übrigen Front keine Veränderung.

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im Kampf,

In Südmazedonten schreitet die Ofsenstive der Bulgaren sehr 0 ae e sind bereits in die Nähe von Monastir vor⸗ gedrungen und erstürmten bei Krivolatz mehrere stark befestigte Stlicpunkte der französischen Stellungen.

Hier fand der Kampf

ursprüngliche Stellung