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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes
Abend in 9, monatlich Hjährl. 1.80 Mk.
5 Redaktion und Expedition Gießen, Vahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2908.
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Gießen, Freitag, den 19. November 1915
10. Jahrgang
jerzweiflun
Der Winterfel Der Winterfeldzug. 6 8 5 Von Richard Gädke. Wie vor einem Jahre geht auch diesmal der nde jeg um die Mitte des November auf den meisten e lätzen in eine Art von Winterschlaf über. Die unerhörten An⸗ rengungen, die damals wie jetzt von allen Seiten während des Spätfsommers gemacht wurden, erklären diese Zeit verhältnis⸗ Zäßiger Ruhe zur Genüge. Es gilt, die Verluste zu ersetzen und gilt vor allen Dingen, die verschossene Munition zu ergänzen und ir kommend neue Schlachten Bestände unmittelbar hinter der zuhäufen. Die industrielle Tätigkeit keines der beteiligten Staaten, selbst nicht mit Hilfe der amexikanischen Kriegsindustrie seht so weit, ein Massenfeuer, wie es die September⸗ und Oktoberschlachten im Artois und in der Champagne ge— racht haben, beliebig lange fortzusetzen. Es liegt immerhin etwas Sröstliches darin, daß größere Ruhepausen durch die gerne N endigkeit der Dinge erzwungen werden. Auch finan⸗ telle Rücksichten spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Denn die Losten einer solchen Schlacht sind nicht nach Millionen, sondern nach ielen Junderten von Millionen zu veranschlagen. Ihr letzter roßer Angriff gegen die deutschen Stellungen in Frankreich mag en Franzosen und Engländern wohl reichlich eine halbe Nilliarde Mark für Geschütz⸗ und Gewehrpatronen gekostet aben. Nach dem Abschluß dieser Kämpfe drängt sich eine Zeit der Sparsamkeit den Heeresleitungen von selbst auf; bis in das chlachtfeld hinein sprechen nicht nur rein strategische, sondern auch konomische Riicksichten mit. Vielleicht wird die Menschen⸗ [konomie zuletzt einen entscheidenden Einfluß auf die Be⸗ lidigung des Krieges gewinnen. Beiläufig bemerkt sei hier, daß msere Beute an Gefangenen eine sehr viel größere ist als die miserer Gegner. Aber auch die Zahl der in den Lazaretten bis zur elddienstfähigkeit wiederhergestellten Verwundeten ist in deutschland sehr viel größer als in Rußland und auch als in rankreich. Das wirkt neben anderen Umständen ausgleichend egen die höhere Volkszahl unserer Gegner ein. Wie lange diese Zeit der Ruhe dauern wird, läßt sich nicht an⸗ lähernd übersehen: das hängt von zahlreichen Verhältnissen ab, te uns unbekannt sind. Im vergangenen Jahr kündigte Joffre lekanntlich kurz vor Weihnachten in einem berühmten Armeebesehl ie Aufnahme des französischen Angriffs an. Aber diese Offensive berlief schließlich in erfolglosen Einzelstößen, die sich nicht zu einem Koßen, einheitlich angesetzten allgemeinen Versuche verdichteten. s blieben Episoden in dem Gange des Krieges, die von vornherein zer Unfruchtbarkeit verurteilt waren. Erst im März kam es zu der fürkeren Kraftentfaltung in der Champagne, während gleichzeitig (roßfürst Nicolaus seine gewaltigen Angriffe gegen den Kar⸗ uthenwall mit rücksichtsloser Hartnäckigkeit ansetzte und bis gegen le Mitte des April fortsetzte. Sie erreichten in den Osterstürmen Hischen Lupkower Paß und Duklasenke ihren Höhenpunkt und leichzeitig ihren Niedergang. Auch diesmal scheinen unsere Gegner für den Be 0 rühfahrs 19116 in einem letzten, mächtigen Au⸗ ruf das Kriegsglück noch einmal zwingen zu wollen. Zu besem Zweck suchen sie einen gemeinschaftlichen Kriegs⸗ tat zu bilden, zu diesem Zweck in England und in Fran 195 teich Einrichtungen zu schaffen, um die Kriegführung ente selossener zu gestalten, zu diesem Zwecke auch mit Italien eine itsprechende Uebereinkunft herbeizuführen. Denn dessen Heeres⸗ (dung ist bisher ihre eigenen Wege gegangen und bat 4915 50g dir Entente nicht diefenigen Dienste geleistet, die im Mai 1915 che kreiverband mit hohen Hoffnungen erwartet hatte. Daß solche lerabrebungen eine gewisse Zeit in Ansoruch nehmen, ist 1 70 totzdem aber werden wir uns natürlich nicht auf den c. an uch Ebestimmten— Zeitpunkt des nächsten Frühfahrs verlassen. Auch t vergangenen Krieasjahr brach eine starke fensive mit glänzendem Erfolge in Masu ren ene gan de feindlichen Vorbereitungen hinein: sie legte 1 eee tun zu den großen Erfolgen des Frühjahrs n 1 Npedeng de reit sein und zu vorkommen! Das will v 5„ delleicht alles!
ie noch einige Zeit anbalten Daß die Zeit der Windstille aber e das Scheitern der
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noch und am 14. November ist der stärkste 5 iltig gebrochen und
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zuückgewiesen, das westliche Ufer des Flusses die Kämpfe um den
inde geräumt worden. Im ganzen Haben isingen füdlich der mr seit dem Auftreten der Heeresgruppe 1 Tage, gedauert.
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Nur auf einem Kriegsschauplatze geht der Krieg ungeachtet des Winters seinen Gang weiter und drängt einer großen Entschei⸗ dung entgegen: auf dem Balkan. Mit Genauigkeit können wir die augenblickliche Lage noch nicht übersehen. Wir wissen aber, daß die verbündete Offensive vom Norden und Osten ununterbrochen vor⸗ wärts geht, wenn auch in dem Tempo, das Jahreszeit, Gebirge und Wegearmut gebieten. Die Besetzung von Prokuplje im Toplicatale, 28 Kilometer südwestlich Nisch, zeigt, daß nun auch die bulgarisch Armee rascher vorwärts kommt. Vom Norden her nähert sich die Armee Gallwitz dem gleichen Tale und damit der wichtigsten Wege⸗ verbindung Kurschulje⸗Pristina, auf der ein beträchtlicher Teil des serbischen Hau res abzieht. Die Nachhuten haben bis in die letzten Tage hinein noch lebhaften Widerstand geleistet und dabei natürlich viel Gefangene verloren. 25 000 Mann gestiegen und damit der Gesamtverlust der Serben seit Beginn des Donaufbergangs schätzungsweise auf über 100 000 Mann. Die kaanpff — abgef nastir stehenden schwachen Kräften— wird somit nur noch wenig iiber 100 000, vielleicht 125000 Mann, betragen; vielleicht auch weniger. Doch scheint es, nach den aus französischer, italienischer und auch aus bulgarischer Quelle stammenden Nachrichten, als ob die Spitzen der Marschsäulen sich nördlich Katschanik in hartem Kamyfe gegen die von Sliden vorgehende bulgarische Armee be⸗ fänden— eine sehr interessante Nachricht, wenn sie sich bewahrheiten sollte. Ob es den Serben gelingt, mit Teilen des Heeres das noch wegeärmere Albanien zu erreichen und in welchem Zustande, das muß sich bald herausstellen.
Von Franzosen und Engländern haben sie in ihrem schweren Kampfe keine Unterstüung zu erwarten; deren An⸗ griffe an der Wardar⸗Linie und über die Crnajeka, die seit dem 4. November wiederholt versucht wurden, sind gescheitert. Es scheint, daß die dort stehenden Bulgaren nach Anlangen von Ver⸗ stärkungen über das Babunagebirge hinaus in Richtung auf Monastir vorgedrungen sind. Auch Italien kann das Los der Serben nicht mehr wenden, wenn es nach dem Scheitern seiner vierten Jsonzo⸗ Offensive am 14. November wirklich Kräfte flir Albanien verfügbar machen kann. Die Hoffnung unserer Gegner geht vielmehr augen⸗ scheinlich dahin, daß wenigstens ein Teil des serbischen Heeres in gewaltsamem Durchbruch den Anschluß an die französischenglischen und die in Valona landenden könnte, und daß sich dann eine genügende Macht zusammenfinde, um im südli d
ligung zu zwingen. 5 In der Not klammert man sich an einen Strohhalm. **
Das Los der Gefangenen in Serbien.
Die aus serbischer Kriegsgefangenschaft in Nisch entkommenen österreichisch⸗ungarischen Soldaten sowie Zivilinternierten erzählen furchtbare Einzelheiten über die Behandlung, die ihnen zuteil wurde. Az Est veröffentlicht eine eingehende Schilderung über die entsetzlichen Qualen, denen die Gefangenen ausgesetzt waren. Die Gefangenen wurden aller Habe beraubt, physisch und moralisch ge⸗ peinigt und erhielten sehr geringe und die denkbar schlechteste Nahrung. Die Zeit der Typhusepidemie war die furchtbarste. Von den im Gefangenenlager befindlichen, etwa 50 000 Soldaten und 600 Offizieren sind etwa 200 Offiziere und über 30 000 Mann als Opfer der furchtbaren Seuche gefallen. Die Kranken lagen buch⸗ stäblich aufeinander, oft 2000 in einem Stalle. Einer fühlte den Tobesatem des andern. Die Toten kamen in Massengräber. Die Wäsche der verstorbenen Typhuskranken wurde den Lebenden ge⸗ geben. Die roheste Behandlung erfuhren die Offiziere, die blutiger Ver pottung ausgesetzt waren; als Przemysl fiel, wurden im Ge⸗ fangenenlager nachts die Hymnen der Entente gespielt und die Monarchen verhöhnt. Gelegentlich der Flucht aus Nisch schleppten die Serben die transportablen Gefangenen mit sich, sie wie Vieh vor sich hertreibend. Wer Klage führte oder nicht weiter konnte, wurde erschossen. Unsere vorrückenden Truppen finden überall auf den Wegen die Leichen unserer Krieger und Fürst Windischgrätz, der zur Unterstützung unserer Gefangenen in Nisch eingetroffen ist. dürfte leider recht behalten, daß wir kaum einen der Unseren lebend wiedersehen werden, der diesen Rückzug der Serben mitge⸗
macht habe. 88
Oesterreichische Vergeltungsmaßnah men.
Wien, 16. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Politische Kor⸗ respondenz meldet: Schon kurze Zeit nach dem Beginn der Offen⸗ sive gegen Serbien wurde durch die Vermittlung des amerikani⸗ schen Gesandten in Bukarest und in Athen die ernsteste Aufmerk⸗ samkeit der serbischen Regierung darauf gelenkt, daß jede den in serbische Kriegsgefangenschaft geratenen Heeresangehörigen, sowie den in Serbien zurückgehaltenen Zivil⸗ personen zugefsigte Unbill nicht nur an den in unserer Gefangen⸗ schaft befindlichen Heeresangehörigen, sondern auch an jenen serbischen, behördlichen Organen, gegen die wir Anlaß haben könnten, sie dafür verantwortlich zu machen, durch entsprechende Gegenmaßnahmen vergolten werden würde. Diese Schritte wurden in den letzten Tagen in noch entschiedenerer Weise erneuert. Durch das rasche Vordringen wurde in Nisch, Uesküb und an anderen serbischen Orten eine größere Anzahl unserer Staatsangehörigen in Freiheit gesetzt; für sie wurde durch eigene Abgesandte Sorge ge⸗ tragen. versehen. Ihre baldige Heimbeförderung ist zu erwarten. Da⸗ gegen treffen über die von der serbischen Armee bei ihrem Rückzuge mitgeschleppten Kriegsgefangenen immer mehr betrübende Nachrichten und Gerüchte ein, die, falls deren Wahrheit in einwandfreier Weise festgestellt werden sollte, die K. K. Re⸗ gierung zwingen würden, unerbittlich mit den stärksten Re⸗ pressalien vorzugehen.
Deren Zahl ist bereits auf über
fähige Masse des aus Alt⸗Serbien zurückgehenden Heeres hen von den in Mazedonien nördlich und nordöstlich Mo⸗
italienischen Streitkräfte gewinnen
zen Balkan einen sich in die Länge ziehenden Feldzug zu organisieren und vielleicht doch noch Griechenland zur Betei⸗
österreichisch-ungarischen
Sie wurden mit Geld und allem sonstigen Erforderlichen
jerbien!
Bei den Parteigenossen in S rbien. (Von dem ungarischen Kriegsberichterstatter der W. A. Ztg.) Belgrad, im Oktober. Mehr als alle anderen Parteien der kriegführenden Staaten hat die sozialdemokratische Partei Serbiens gelitten. Treu hielt sie bis zum Aeußersten au dem Parteiprogramm und an dem Friedens⸗ gedanken sest. Bis zum letzten Augenblick kämpfte sie gegen die Kriegshetzer und die Parteiblätter forderten in mutigen Worten das serbische Voll auf, die Fesseln des mit dem russischen Despoten ein⸗ gegangenen Bündnisses abzustreifen und mit der Mo⸗ narchie einen Separatfrieden zu machen. Paschitsch aber warf sich mit der ganzen ihm zur Verfügung stehenden Macht auf die Arbeiterpresse, verfolgte sie und wollte sie vollständig ver⸗ stummen machen, was aber bis heute nicht gelang. Die Arbeiter⸗ verlangt auch heute noch, und vernehmlicher denn je, den en für Serbien. Die Vertreter der Arbeiter forderten in der Skupschtina den Frieben und brachten dadurch den Haß der bürger⸗ lichen Parteien und den blindwütenden Zorn der serbischen Re⸗ gen sich auf. Mitten im Schäumen der militärischen herrschaft selbst wollte die Partei noch durch Volksver⸗ hternheit mahnen, aber ihre Stimme wurde gewaltsam erdrückt und geknebelt. Mittlerweile fielen die besten Genossen der serbischen Partei auf dem Schlachtfeld, das mutige und begeisterte Lager ihrer Kämpfer wurde von Tag zu Tag kleiner. Der Krieg, gegen den sie bis zum letzten Atemzug kämpften, verschlang sie bis auf ein kleines Fähn⸗ 10 dem für die Zukunft wichtige Aufgaben mit jedem Tag er⸗ wachsen.
Die Parteigenossen sind wohl zum größten Teil nicht da. Viele leisten ihre Soldatenpflicht, viele von ihnen ruhen in den Massen⸗ gräbern. Ich fand das Parteihaus in der Makenzevagasse Nr. 1 versperrt, Vorhänge und Jalousien sind herabgelassen. An der Wand neben dem Haustor hängt die Tafel mit der serbischen und der deutschen Aufschrift: Serbischer Bauarbeiterverband. Endlich er⸗ fuhr ich, daß die Sozialdemokraten auf dem Stadthause zu finden sind. Den Sekretär der Partei, den Genossen Luka Pavieie⸗ witsch, konnte ich zuerst sprechen. Er erledigt hier an der Spitze einiger Parteigenossen die Armenangelegenheiten, was keine leichte Aufgabe ist. Fünfzehntausend hungernde Menschen gibt es jetzt in Belgrad, die halbmonatlich je 15 Dinar Unterstützung erhalten. Der Bürgermeister ließ im ganzen 15000 Dinar zu diesom Zwecke zurück, die selbstverständlich bald aufgebraucht waren. In Belgrad herrscht unter der Bevölkerung die bitterste Not; sie zu lindern, bemühen sich
ie Parteigenossen. Mit Hilfe der Militärverwaltung scheint ihnen dies auch halbwegs zu gelingen. Belgrad hat sechs sozialistische Gemeinderäte, an deren Spitze Paviciewitsch steht. Milan Drago⸗ witsch— ebenfalls Gemeinderat— ist einer der populärsten und einflußreichsten Genossen in Serbien. Ich konnte mich mit ihnen und noch anderen zehn Genossen geraume Zeit unterhalten. Sie sind alle gute Serben, sehen aber nicht ein, weshalb sie für den Zarismus, der ihr größter Feind ist, verbluten sollen. Nichts hassen sie so sehr wie den russischen Despoten und Weh im Herzen sehen sie ihr Land als Opfer Rußlands zugrunde gehen.
„Wir lieben und betrauern unser unglückliches Land. In der gangen Welt findet man solche Freiheiten nicht, wie wir sie in Ser⸗ bien hatten. Unsere Versammlungen mußten nicht angemeldet wer⸗ den. Wir plakatierten sie einfach und hielten sie ab. Wir hatten vollständige Versammlungs⸗ und Nedefreil 90
Ergriffen stand ich vor den serbischen Genossen, die mit Tränen in den Augen erzählten, was sie durch den Krieg verloren, und der Uceberzeugung sind, daß Serbien, wenn es sich nicht noch in letzter Minute zu dem Frieden verstehen wird, das Los Belgiens teilen wird. Die Arbeiter verkommen auf dem Schlachtfeld; sie sind gute Sozialdemokraten und gute Soldaten.
In Begleitung des Genossen Dragowitsch ging ich in das Ar⸗ beiterheim. Totenstille! Einst war hier reges Parteileben.„Hier wurden die Parteizeitungen geschrieben und gedruckt, hier wurden die Parteischriften verkauft, hier hielten wir Vorträge, hier hielten wir Versammlungen ab und von hier aus ging der Kampf gegen die bestehende gesellschaftliche Ordnung und gegen den russischen Ein⸗ fluß auf dem Balkan...“ Das war das warme Nest der Bel⸗ grader Parteigenossen. Es war einmal! Wer weiß, ob die dunn Zeiten des Kampfes für unser Wohl noch einmal wieder⸗ kommen
In der Raeoaktion des serbischen Parteiblattes sieht es geradeso aus. Die mit grünem Tuche überspannten Schreibtische sind leer, einige verrostete Papierscheren, einige Broschüren und einige Blätter Manuskriptpapier liegen auf den Tischen zerstreut umher. Alles verstaubt. An der Wand hängen die Bilder von Marx, Bebel und Jau ves. Seit anderthalb Jahren ist hier jedes Lebey erloschen.
In der Administration dasselbde Bild und in der Volksbuchhand⸗ lung nicht anders. In großer Masse liegen hier die Broschüfren durcheinander, in auffallend großer Masse aber eine der letzten Schriften von Kautsen... Sie kam nicht mehr in Verkehr. Alles schweigt, to: und tum m ist Belgrad und seine Be⸗ ölen,
Griechenlands schwierige Lage.
Der frühere holländische Kriegsminister, General Staal, gibt in der Haager Zeitung Vaderland eine interessante Uebersicht über die Kriegslage auf dem Balkan. General Staal schreibt, daß es für die Griechen und auch für den Vierverband mit Gefahr verbunden sei, wenn Griechenland lediglich seine wohl⸗ wollend⸗ Neutralität aufrechterhalte, für die ersten, weil bei einem Zurückwersen der Vierverbandstruppen in südlicher Richtung der
sich verdichtende Krieg von selbst auf griechisches Gebiet gebracht und insolgedessen
Griechenland das Kriegselerd erfahren werde, selbst wenn es sich außerhalb des Kampfes hält. Im Angenblick würden sie sich weder der einen noh der anderen Mäcktegruppe auschließen. Wenn sie sich aber dem Vierberband anschlösser, dann sei der Untergang der


