Ausgabe 
16.11.1915
 
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Gießen und Umgebung.

Höchstpreise für Fische.

Die norwegische Regierung bat bestimmt, daß die Aus fuhr von gesalzenen Heringen verboten wird, daß sie 16990 dann gestattet werden kann, wenn der Ausfülhpende ben Zollamt eine Abgabe entrichtet, die vier Kronen für 910 Tonne bei einem Gewicht bis zu 100 Tonnen netto beträ 5 Die dadurch einkommenden Beträge sollen dafür We werden, daß die Bevölkerung Heringe zu einem 11 baren Preise erhält, zu welchem Zweck verschiedene Verkaufs. stellen. werden sollen. 5 catürlich können wir gegen diese Verordn 5 einwenden, zumal sie ja in der Tat bestimmt zu 119 fe für die Ernährung der norwegischen Bevölkerung zu 1659 8 nicht aber etwa sich gegen uns richtet. Indessen ist nach den Preistreibereien, die wir gerade bei den massenhaft ge⸗ fangenen Heringen schaudernd erleben mußten, zu befürchten, daß die deutschen Heringsspekulanten sich auch diese norwegi⸗ sche Maßnahme zunutze machen könnten, um die Teuerung noch zu verschärfen. Die Reichsregierung hat heute offiziös angekündigt, daß Höchstpreise für Fische erlassen werden sollen, da schon die ersten fleischfreien Tage eine völlig unbegründete, ja wucherische Preistreiberei auf dem Fisch⸗ markt zur Folge gehabt haben. Es ist nur zu wünschen, daß diesem Versprechen die Erfüllung auf dem Fuße folgt 115 wir möchten bei dieser Gelegenheit an die Regierung appellieren, gerade die Verhältnisse in der Heringsversorgung besonders zu prüfen, denn es ist noch nicht solange her, daß von der Ostsee berichtet wurde, dort würden die in gewaltigen Massen gefangenen Fische verschleudert, ja sogar zu anderen als Ernährungszwecken verwendet. Dem steht im Innern des Landes ein Preis gegenüber, der das Doppelte, ja das Dreifache des Friedenspreises beträgt.

Neue Lebensmittelverordnungen.

Es bleibt erfreulich, wie energisch der Bundesrat jetzt mit neuen Verordnungen zur Lebensmittelversorgung vorgeht. Aber es bleibt dabei die alte Erfahrung, daß diese erfreulichen Verordnungen für viele Zwecke so spät kommen, daß ihre Wirkung sich garnicht mehr oder nur noch sehr geringfügig zeigen kann. Die Preise für die wichtigsten Lebensmittel sind allmählich so in die Höhe gegangen, daß die jetzt festzusetzenden Höchstpreise gar keinen Maßstab mehr ab⸗ geben für eine gerechte und billige Beurteilung der Herstellungs⸗ kosten, der Vertriebsspesen usw. Wenn die Höchstpreise früher ge⸗ kommen wären, hätten die Verbraucher die Lebensmittel zu weit niedrigeren Höchstpreisen erhalten können. Ein Musterbeispiel hier⸗ für ist die Große⸗Berliner Festsetzung eines Milchhöchstpreises von 30 Pfg. Dieser Milchhöchstpreis entspricht durchaus den jetzt in Berlin üblichen Preisen. Er bedeutet für die Konsumenten keinerlei Verbilligung, er bedeutet höchstens einen Schutz dagegen, daß die Milchpreise noch weiter in die Höhe gehen können. Ebenso wird es mit all den anderen Lebensmitteln gehen, für die die neuen Bundes⸗ ratsverordnungen Höchstpreise durch die Landeszentralbehörden bezw. durch die Kommunalverbände vorsehen. Die neuen Verord⸗ Tee, Kakao, für Buchweizen und Hirse, für Gemüse, Zwiebeln, Obst, Sauerkraut, für alle Marmeladen, für Honig, Obstmus und andere Fettersatz⸗ stoffe zum Brotaufstrich. Eine weitere besondere Verordnung läßt Großhandels⸗Höchstpreise für Kartoffeln zu, nach denen vielfach seit langem schon gerufen wurde. Bei all diesen gewiß lehr erfreulichen Verordnungen wird sich die eingangs konstatierte Tatsache bemerk⸗ bar machen, daß durch das verspätete Kommen der Verordnungen die neuen Höchstpreise keine wesentliche Erleichterung. bedeuten, wenn sie auch, wie gesagt, das eine Gute haben, daß sie eine weitere Steigerung unterbinden helfen. 8

Eine sehr wichtige aber auch unendlich spät kommende Verord⸗ nung betrifft die Einwirkung von Höchstpreisen auf laufende Ver⸗ träge. Es ist kein Geheimnis, sondern auch offen in der Presse be⸗ tont worden, daß seit Monaten die neue Ernte auf allen Gebieten von spekulativen Händlern durch Verträge sozusagen beschlagnahmt worden ist und daß dadurch eine starke Zurückhaltung von Lebens⸗ mitteln und dadurch wiederum eine besondere Kuappheit auf dem

war. Es entstand nun die große

Spekulanten und Wucherer, die auf Kosten ihrer Mitmenschen 0

so Obstmus und sonstige Fett Zwiebeln und Sauerkraut. Es

Ministerwechsel in Hessen. Im amtlichen Teil des hessischen Regierungsblattes ist u lesen: 5 a i 5 Königliche Hoheit der Großherzog 1 Aller⸗ gnädigst geruht, am 15. November den 1 a Dr. Dr.⸗Ing. Ernst Braun auf sein Nachsus hen, 115 b barer Anerkennung seiner langjöhrigen, eue 1915 5 zeichneten Dienste, mit Wirkung vom 1 Bieten den Ruhestand zu 1 8 eh 151 Wp Großkre s Ordens Ster t 8 e e vom gleichen Lace na e der Geschäfte des Präsidenten der Oberrecheeeeee beauftragen. f e Bae Sei önigliche Hoheit der Großherzog haben Alle ee eden d Ministerium der Finanzen und Vorsitzen 1 1115 für Steuerwesen, Staatsrat Dr. Weben 573 Wirkung vom 1. Januar 1916 an zum Präsi 8

ö N n zu ernennen 15 de n versetzte Minister Braun und sein

zren beide jenem Kurs an, der Nachfolger Dr. Becker gehören dendand Blrgernefstern die

sozialdemokratischen Beigeordnete gurs beibehalten werden Bestätigung versagte..

5 wartet werden. wird, muß abgewar

Eine blutrünstige Durchhaltepolitik vertritt

Potth off. Der Mann schreibt im 10. Heft der in Bonn

erscheinenden Deutschen Kriegsschriften unter anderem, daß

die Antwort Deutschlands auf den englisckan Aushungerungs⸗

plan der Unterseebootskrieg zweifellos brutal, aber

notwendig und darum berechtigt sei. Dann aber weiter: Wund nicht das schärfste oder letzte Gegenmittel. Zweifelt jemand, daß die deutsche Heeresleitung auch zum äußersten Abwehrmittel greifen wird, ehe sie sich durch Aushungerung zwingen läßt, die siegreichen Heere aus Frankreich und Rußland zurückzurufen und einen Frieden zu schließen, der alle Früchte des schweren Ringens preis- gibt? Nimmermehr! Dieses äußerste aber heißt: Ver⸗ treibung der Millionen feindlicher Einwohner aus dem besetzten Gebiete, Tötung der Humderttausenden Ge fangenen, die an unsern Vorräten mitzehren. Das wäre furchtbar, aber unvermeidlich, wenn wir nicht anders durch halten könnten.

Das schreibt ein Deutscher, der sich für einen Kultur⸗ menschen hält! Ob er überhaupt seiner Sinne mächtig ist, ob es nicht angezeigt wäre, ihn in ein Irrenhaus zu stecken? Wie denkt sich denn übrigens dieser Herr das Los der in Rußland, Frankreich, England befindlichen deutschen Kriegsgefangenen, wenn sein Vorschlag bei uns zur Aus⸗ führung gelangte? Zehntausende unserer Brüder befinden sich doch in feindlichen Händen. Was sagen zu der Potthoff⸗ schen Idee die Hunderttausende von Deutschen, die ihre Söhne, ihre Brüder, ihre Verlobten, ihre Freunde in feind⸗ lichen Gefangenenlagern wissen? Haben Dr. Potthoff und sein Verleger an diese Seite der Sache überhaupt nicht ge · dacht, als sie die blutrünstige Ungeheuerlichkeit der Welt unterbreiteten? Gerade wegen der Persönlichkeit des Ver⸗ fassers, so schreibt Herr v. Gerlach, ist eine möglichst ein⸗ mütige Zurückweisung seiner Vorschläge geboten.Nicht wegen der praktischen Gefährlichkeit des Vorschlages, sondern wegen der ihm zugrunde liegenden Gesinnung halte ich den lauten und geschlossenen Protest der deutschen öffentlichen Meinung für angezeigt. Wir bedauern es, daß es einen Deutschen gibt, der solche grauenhaften Gedanken hegt. Aber alle Welt soll wissen, daß nur ein Deutscher sie hegt. Barbaren nennen uns gehässige Feinde. Barbaren wären wir wirklich, wenn es auch nur einen Bruchteil von Deutschen gäbe, der sich nicht mit Entrüstung und Ekel gegen den Ge⸗ danken eineseventuellen Gefangenenmordes auflehnte. Uebrigens das WortBarbar scheint mir viel zu milde für die Potthoffsche Monstrosität.

Konsumverein Gießen. Der bisherige Geschäfts⸗ führer M. Keßler hat seinen Posten aufgegeben und hat eine Stelle in einer Buchdruckerei im Ruhrgebiet angenom⸗ men. Seit Gründung des Konsumvereins hat er für diesen eine lebhafte Tätigkeit entwickelt und ohne Zweifel einen erheblichen Anteil an dessen günstiger Entwicklung. In den ersten Jahren seines Bestehens leitete er die Geschäfte des Vereins im Nebenamt, bis dieser soweit erstarkte, daß er als Geschäftsführer fest angestellt werden konnte. Als solcher hatte er sich gut eingearbeitet, gewissenhaft leitete er die Geschäfte der Genossenschaft, die mit jedem Jahre weitere Fortschritte machte, sodaß die Erbauung des großen Anwesens in der Schanzenstraße, Errichtung eigner Bäckerei usw., möglich wurde. Keßler hat seinen Posten aus eigener Ent⸗ schließung aufgegeben, niemand gab ihm dazu Veranlassung. Daß es in der Verwaltung einer Genossenschaft, die aus zehn Personen besteht, hier und da zu Meinungsverschiedenheiten kommt, ist ganz erklärlich, es wäre vielleicht nicht einmal gut, wenn alle zu allem Ja und Amen sagen würden, was der Geschäftsführer will. Selbstverständlich wollten alle Ver waltungsmitglieder das Beste für die Genossenschaft; leider faßte aber Keßler manche Beschlüsse als gegen ihn persönlich gerichtet auf, was durchaus nicht der Fall war. Wiederholt reichte er seine Kündigung ein, der schließlich vom Aufsichts⸗ rat stattgegeben wurde.

Der Winter kündigt sein Erscheinen jetzt schon etwas fühlbarer an. Gestern früh waren die Fluren das erste Mal in diesem Herbste weiß und die vergangene Nacht brachte ziemlichen Frost. Wohl die meisten Menschen werden wünschen, daß die nächsten drei Monate vorüber sein möchten. Noch besser aber wäre es, daß endlich Friede einkehren würde.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Ludwig Schuster aus Wetzlar, Res.-Inf.⸗Reg. 80. Karl Zipp, Kaufmann aus Biskirchen, Inf.⸗Reg. 81.

Selbstmord. Am Sonntag früh verletzte sich ein in Stephanstraße wohnender junger Militär⸗Unterarzt durch drei Schüsse in die Brust derart schwer, daß er gegen mittag in der Klinik verstarb. Wie wir hören, soll der erst 23jährige Mann

der

wegen geistiger Erkrankung aus dem Felde zurückgekommen und nach seiner Gesundung wieder der Truppe zugeteilt worden sein. Seit kurzem hatte er sich in der Stephanstraße eingemietet. Am

Sonntag war er wie gewöhnlich aufgestanden, während sein Früh⸗ stück zurecht gemacht wurde, fielen die Schüsse und als die er⸗ schreckten Hausbewohner herbeieilten, fanden sie den Verletzten be⸗ reits bewußtlos. Er soll der Sohn eines Oberlehrers in Wies⸗ baden sein.

Allerlei Diebstähle. Der Gießener Polizei gelang es, einen schon vielfach vorbestraften Menschen zu ermitteln, der in letzter Zeit in hiesiger Stadt verschiedene Diebstähle ausgeführt hat. Mit Vorlieber hat er die Hasenbesitzer heimgesucht, auch Wäsche usw. hat er mitgehen heißen. Von zweien solcher Stallhasen, die von Farbe grau wie Feldhasen sind, sucht man noch den Eigentümer, auch wird noch der Eigentümer von einem weißen Frauenhemd mit Achselschluß gesucht, das offenbar aus einem größeren Wäschedieb⸗ stahl herrührt und aus einem Garten der Häuser in Klein-Linden an dem Viadukt nach Gießen zu stammen soll. Sachdienliche Mit⸗ teilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen. Ferner wurde aus den Hausgängen verschiedener Wirtschaften in den letzten Tagen Hemden, Strümpfe, Schürzen, Taschentücher, Handtücher, Kragen, Manschetten, Rehfleisch usw. gestohlen. ebenfalls die Polizei entgegen.

Die Verpflegungsgelder für die im Oktober 1915 in Bürger- wohnungen untergebrachten Mannschaften des Landsturm⸗In⸗ fanterie⸗Ersatz⸗Bataillons II(5 und 6. Kompagnie) werden Mitt⸗ woch, den 17. November, vormittags von 812 und nachmittags von 25 Uhr, im Stadthaus, Zimmer Nr. 4, ausbezahlt.

s. Zweites Konzert des Gießener Konzertvereins. Wenn wir

Sachdienliche Mitteilungen nimmt

in dem vor kunzem abgehaltenen ersten Konzert einen großen aus⸗ übenden r den Vermittler zwischen dam Komponisten

Herrenstiefel, Kinderstiefel, Schinken, Butter,

5 ne der; und Zuhörer bewundert haben, so wurbe uns in dem vorgestrigen frühere fortschrittliche Abgeordnete für Waldeck, Dr. Heinz

Konzert die Gelegenheit geboten, durch einen, schaffenden Musiker in die Geheimnisse seiner eigenen Kum st e ingeführt zu werden. Max Reger, der bedeutendste jetztzeitige Vertreter der reinen absoluten Musik, d. h. derjenigen, Richtung und Form der Musik, die wir aus den Werken Bachs, Veethovens und Brahms kennen, im Gegensatz zur Programmmusik, die durch Richard Wagner und zur Zeit durch Richard Strauß vertreten wird, machte uns gestern be⸗ kannt mit zwei seiner neuesten Werke, der Sonate sür Violine und Klavier Op. 130 und einem Klavierquartett(Violine, Bratsche, Violoncello und Klavier) Op. 133. Die Sonate, ein gewaltiges Werk(von stfindiger Aufführungsdauer) schildert in ihrem ersten Satz die Stimmung eimer stürmischen Leidenschaft, unterbrochen durch kurze Sätze des in sich Hineinschauens. Wie eine Ruhe nach dem Sturm mutet uns der zweite langsame Satz an. Durch einen wundervollen tanzartigen wohl einen Tanz der leichten Elfen schildernd dritten Satz gelangen wir zu den Satz Andäntino con variazioni. Die Leidenschaften haben sich gelegt, die Spannung ist zu Ende, die Seele kann träumen, kann beten... nur hie und da unterbrochen durch Erinnerungen aus der Vergangenheit. Wie eine Aussöhnung mit allem klingt dieser Schlußsatz des Werkes. Fast in denselben Stimmungen ist auch das Klavierquartett gehalten. Durch das Ueberwiegen des melodischen und gesanglichen Elements ist dies Werk für den unvorbereiteten Zuhörer verständlicher und zugänglicher als die Sonate. Es sei gleich dabei bemerkt, daß, wenn uns an Regerscher Mufik noch manches unverständ ch erscheint, so ist die Erklärung darin zu suchen, daß Reger, wie jeder große Schaffende, seiner Mitwelt immer voraus ist und, somit erst später vollkommen verstanden werden kann. Regers musikalische Sprache ist die Sprache der Musik der Zukunft. Bei beiden Werken spielte der Komponist selbst den Klavierpart. Und somit, außer den hohen Genuß an Regers eigenartigem Klavierspiel, hatten wir auch die Bürgschaft, die Werke so aufgeführt gehört zu haben, wie sie von dem Schöpfer derselben gedacht waren. Die anderen Instrumente waren durch die Mitglieder des Gewandhaus⸗Quartetts aus, Leipzig besetzt, die in ihrer allbekannten künstlerischen Art, zwischen den beiden Regerwerken das wundervolle vortrugen. Das Publikum, das die neue Aula bis in die letzten Winkel füllte, begrüßte und dankte Reger und der Quartettver⸗ einigung mit stürmischem Beifall sür den hohen Genuß. Die sichtliche Befriedigung der Zuhörer darf auch als Lob und Dank für den Konzertverein angesehen werden. 4

Die Wirkung der Höchstpreise auf dem Frankfurter Schweine⸗ markt. Während sonst auf dem Frankfurter Viehhof 1200 Schweine aufgetrieben waren, konnten gestern nur 278 gezählt werden. Diese wurden innerhalb von fünf Minuten verkauft und zwar an Frankfurter Schlächter. Die von auswärts gekommenen Metzger waren meist nicht in ber Lage, Schweine einzukaufen. Die Händler erklärten, unter dem Höchstpreis habe kein Landwirt Vieh an sie abgeben wollen. Die Händler hätten unter diesen Umständen ver⸗ dienstlos verkaufen müssen, was sie nicht wollten. Es mag dem sein, wie es wolle. Fest steht, daß das Vieh aus Preistreiberei zurückgehalten wurde. Da hilft nur durchgreifende Beschlagnahme. Regierung, werde hart!

Kreis Wetzlar.

n. Bußtag. Morgen ist wieder der sogenannte preußische Bußtag. In gewöhnlichen Zeiten wurde dieser Tag von vielen zu Ausflügen ins Hessische, besonders nach Gießen, benutzt, wo man Einkäufe besorgte und sich auch hier und da ein Vergnügen er⸗ laubte. Davon dürfte morgen kaum etwas zu bemerken sein. Zu Vergnügen sind die Zeiten nicht angetan, es gibt wenige Leute, die solche suchen, auch wenn sie erlaubt wären.

Ugeiberict bes Hofen Hauptgunrtierk

Die Russen am Westufer des Styr vertrieben

In Serbien über 3000 Gefangene gemacht und 12 Geschütze erobert.

W. B. Großes Hauptquartier, 15. Nov., vorm.(Amtlich.

Westlicher Kriegsschauplatz 0

Nordöstlch von Ecurie wurde ein vorstehender französischer Graben von dreihundert Metern Breite nach heftigem Kampfe, genommen und mit unserer Stellung verbunden.

Auf der übrigen Front keine Ereignisse von Bedeutung,; Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

U v. Hindenburg.

In der Gegend von Smorgon brach ein russischer Teilan⸗ griff unter schweren Verlusten vor unsern Stellungen zu⸗ sammen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern. 7 Nichts Neues. e Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.

Im Auschluß an den Einbruch in die feindliche Linie bei Popgacik griffen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen gestern die russischen Stellungen auf dem Westufer des Styr in ganzer Ausdehnung an. Die Russen sind geworfen, das westliche Ufer ist von ihnen gesäubert.

Balkan.

Die Verfolgung bleibt überall im Fluß. Gestern wurden im ganzen über achttausendfünfhundert Gefangene und zwölf Geschütze eingebracht, davon durch die bulgarischen Truppen etwa siebentausend Mann und sechs Geschütze.

Oberste Heeresleitung.

* Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Der Sieg am Styr. Die Beschießung von Görz.

Wien, 15. Nev.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ lautbart: 15. November 1915.

NRussischer Kriegsschauplatz.

Die Kämpfe bei Czartorysk haben gestern den vollen Erfolg herbeigeführt. Der geschlagene Feind wurde aus dem Styrbogen über den Fluß zurückgeworfen. Bei seinem eiligen Rück⸗ zuge hat der Gegner alle verlorenen Ortschaften an⸗ gezündet. g

Hierdurch haben die vierwöchigen zähen und ruhmvollen Kämpfe um Czartorysk ebenso zum Rückguge der Russen in ihre ursprüng⸗ lichen Stellungen geführt, wie die seinerzeit von den russischen Trup⸗ pen hoffnungsvoll angekündigten Durchbruchsbersuche bei Siemikowee an der Strypa..

Die schon gestern angegebene Beute erhöhte sich.

Sonst sind keine nennenswerten Ereignisse zu verzeichnen.

Ftalienischer Kriegsschauplatz.

Die feindliche Angriffs tätigkeit an der JIsonzofront hat gestern, vielleicht infolge des strömenden Regens, sichtlich nach gelassen. Im Abschnitte der Hochfläche von Doberdo wurde jedochheftig weiter gekämpft. g

Am Nordhange des Monte San Michele gelang es den

Italienern, wieder in eine durch schweres Artilleriefeuer geschlagene

Beethovensche Quartett Op. 74