Ihren Darlegungen schließen darf, ist auch der Vorstand der sozialdemokratischen Partei überzeugt, daß wir uns insofern auf einem festen Boden befinden, als wir im Besitze völlig ausreichender Vorräte von notwendigen Nahrungsmitteln find. Diese Vorräte auf die zweckmäßigste Weise zu ange⸗ messenen, auch für die minderbemittelte Bevölkerung er⸗ schwinglichen Preisen dem Verbrauch zuzuführen, ist die zu lösende Aufgabe. Alle zuständigen Instanzen sind fest ent⸗ schlossen, die Schwierigkeiten. die aus spekulativer Preistreiberei entstanden sind, mit allen Mitteln ohne Ansehen des Standes und Gewerbes zu beseitigen. Die bereits getroffenen Maßregeln zeigen, daß die Reichs⸗ regierung in dem Bewußtsein ihrer Verantwortung zu diesem Zweck vor scharfen Eingriffen in den freien Verkehr nicht zurückschreckt. Wie dem Parteivorstand bekannt ist, werden weitere Maßregeln folgen. Es darf somit die Bevölkerung die volle Sicherheit haben, daß die Erwartungen unserer Feinde, daß es ihnen gelingen könnte, uns durch Aus— hungerung zu überwinden, trügerisch sind, so wird sie sich doch täglich gegenwärtig halten müssen, daß das Steigen der Lebensmittelpreise über das normale Maß gewiß nicht bloß durch verwerfliche Gewinnsucht veranlaßt ist, daß viel⸗ mehr auch besondere natürliche Ursachen, wie die Knappheit an Futtermitteln, zu beachten sind und daß alle an diesem Weltkrieg beteiligten Völker mehr oder weniger unter der Verteuerung des Lebensunterhaltes zu leiden haben. Wie ich persönlich die Sorgen, Entbehrungen und Opfer des uns aufgedrungenen Krieges tief empfinde, und ich als Reichskanzler mir der Pflicht bewußt bin, alles zu
ihrer Milderung zu tun, so darf ich auch erwarten, daß die!
Frage, um die allein es sich hier handelt, nämlich wie der Verbrauch der reichlichen Vorräte von Lebensmitteln zu er⸗ träglichen Preisen zu sichern sei, dem inneren Parteigetriebe entrückt bleibe. Reden in Volksversammlungen können dabei schwerlich viel nützen. Sicher aber ist, daß heftige Gesten und Ausbrüche des Mißmuts von feindlichen Regierungen über die wahre Kriegslage den getäuschten Völkern als will⸗ kommene Zeichen der Erschlaffung der deutschen Widerstands⸗ kraft und Siegesgewißheit dargestellt werden würden. Wie jede deutsche Partei, scheint mir auch die sozialdemokratische, die mehr als jede andere ihrem Programm nach Völkerfrieden zustrebt, verpflichtet zu sein, alles zu vermeiden, was die Hoffnung unserer Feinde stärken und somit zur un⸗ nötigen Verlängerung des Krieges beitragen könnte. So hege ich die Zuversicht, daß sämtliche Parteien mit der Reichsregierung vereint auch in der Erörterung der besten Mittel zur Verbilligung des täglichen Haushalts den Opfersinn und Heldenmut daheim wie im Felde weiter pflegen werden, der die Grundlage unserer bisherigen Erfolge ist und uns bis zum siegreichen Ausgang des Krieges oberstes Gesetz bleiben muß.“—
Im Volke macht man mit Recht, wie wir glauben, der Reichsregierung den Vorwurf, daß sie das„Bewußtsein ihrer Verantwortung“ zu spät erlangt und die„scharfen Eingriffe in den Verkehr“ erst unternommen hat, als die Preise eine ungeheuerliche Höhe erreicht hatten. So kam es, daß nun Höchstpreise festgesetzt wurden, die in der Höhe nicht nötig gewesen wären, wenn man eben früher, viel früher zuge⸗ griffen hätte. Ob„Reden in Volksversammlungen“ gegen die Teuerung viel nützen können, lassen wir dahingestellt, wir glauben aber, daß gerade die Entrüstung der Massen, die„heftigen Gesten und Ausbrüche des Mißmuts“ besonders dahin gewirkt haben, bei der Reichsregierung endlich die Erkenntnis hervorzurufen, daß„scharfe Eingriffe“ unum⸗ gänglich sind. Gewiß ist die Ausnutzung dieses Mißmuts im feindlichen Auslande höchst unerfreulich und kann viel— leicht zur Verlängerung des Krieges beitragen, aber wer ist denn im Grunde daran schuld? Gewiß doch am wenigsten die sozialdemokratische Partei, die die Folgen jener Aus⸗ wucherung des Volkes und ihre unganügende Bekämpfung aufzeigte und damit im Interesse des ganzen deutschen Volkes wirkte. n K 6
Der abscheuliche Simmons. Novelle von Arthur Morrison.
Ueber Simmons' schändliches Betragen gegenüber seiner Frau ist die Nachbarschafr nicht wenig verwundert. Wurde er doch bislang für einen Mustergatten gehalten, so wie man von der Gewissenhaftigkeit seiner Frau ohne weiteres über— zeugt war. Sie hat sich für diesen Mann geplagt und ge— schunden— wie die Frauen gesagt haben würden— weit mehr, als es solch ein Ehemann verdient. Und das war nun der Dank dafür! Er ist offenbar plötzlich übergeschnappt!
Frau Simmons war vor ihrer Verheiratung eine ver— witwete Ford. Bob Ford verdang sich als Lastträger auf einem Ozeandampfer, der mit Mann und Maus unterging. Die Witwe ersah darin ein Strafgericht für ihres Mannes langjährigen Ungehorsam, der in dem bodenlosen Leichtsinn gipfelte, Schiffsdienste anzunehmen— als Packesel. Für einen tüchtigen Monteur, meinte sie, ist das natürlich ein halsbrecherischer Sturz Zwölf Jahre ist sie Frau Ford ge— wesen; sowohl als Frau Ford als auch als Frau Simmons war ihr Kindersegen nicht beschieden.
Simmons fühlte sich mit dieser Frau recht glücklich. Von Beruf war er simpler Tischler. Aber er hatte zuweilen hof färtige Gedanken. Es ist nicht auszudenken, was mit ihm passiert wäre, wenn er nicht seine Frau um sich gehabt hätte. Ein schwächliches, stilles Männlein war er. Sein knaben⸗ haftes Gesicht zierten dünne, flaumige Bartkoteletten. „Laster“ hatte er keines(sogar das Pfeifenrauchen stellte er sogleich nach der Verheiratung ein), dafür bedachte ihn seine fürsorgliche Frau mit gewissen, man kann sagen exotischen „Tugenden“. So ging er allsonntäglich feierlich, mit einer hohen Angströhre, zur Kirche. Dort legte er regelmäßig einen Penny(den ihm seine Frau von seinem ihr heimgebrachten Wochenverdienst für diesen Zweck wieder zur Verfügung stellte) auf die Opfertasse. Oder wir können ihn zu Hause beobachten: Er klopft und bürstet seine Sonntagskleider mit
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Die Situation in Serbien.
T. U. Sofia, 13. Nov. Die Bulgaren haben durch ganz Südserbien einen Kordon gezogen, der den Ententetruppen das Vorrücken nur durch schwere Kampfe möglich macht. Die bulgarische Front ist vorzüglich postiert. Auch der ganze Norden und Nordostwinkel Serbiens ist vom Feinde ge⸗ säubert. Unsere Front zwischen Krusevac und Alexandrinatz steht vor dem Zusammenschluß, ferner ist das Ausfalltor, das den Serben nach Westen hin noch offen steht, neuerlich ver— engt worden. Die Verluste der serbischen Armee betragen über 75000 Mann. Die Timok⸗ und Sumadia⸗Divisionen sind fast gänzlich aufgerieben, die Disziplin ist gelockert. Die Materialverluste auf dem Rückzuge sind ungeheuer.
Die italienische Balkanerpedition.
Lugano, 13. Nov. Die Stampa dementiert die Nachricht von der italienischen Balkanexpedition. Der Ministerrat habe noch keine Entscheidung getroffen. Das Blatt fügt hinzu, die römischen mili⸗ tärischen Kreise hofften, das serbische Heer werde auf dem unweg⸗ samen Hochplateau Westserbiens und in Montenegro Zuflucht finden und den Augenblick zu einer Offensive abwarten.— Und wovon sollen sie leben, von aller Zufuhr abgeschnitten?
Churchill demissioniert.
Wie W. T. B. aus London berichtet, bot Churchill Asquith seine Demission an, weil er nicht mit in den kleinen Kriegsrat aufgenommen wurde. a
Das Haupt der„Narodna Obrana“ gefangen genommen.
T. U. Budapest, 13. Nov. Major Duschan Popovio, das Haupt der„Narodna Obrama“, einer der Anstifter der Ermordung Franz Ferdinands, ist nach einer Meldung des Pester Lloyd in bulgarische Gefangenschaft geraten. 85
Eine russische Friedensstimme.
T. U. Bukarest, 13. Nov. Das Blatt des Odessaer Gouvernements, Odeski Listok, bringt einen von der
Zensur genehmigten Artikel, der allgemeines Aufsehen erregt. Das Blatt schreibt: Die Balkan⸗ ereignisse haben sich derartig gestaltet, daß sie eine Fortsetzung des Krieges als zwecklos erscheinen lassen. Belgien und Serbien werden ihre nationale Selbständigkeit verlieren. Im Schicksalsbuche steht geschrieben, daß dies so geschehe, damit der Völkerfrieden näherkomme. Der Artikel schließt: Wir alle wünschen den Frieden. Das russische Volk wird für jene beten, die die Segnungen des Friedens sichern. Amerikanische Frachten für Dentschlaud.
T. U. Hamburg, 13. Nov. Aus Newyork wird dem Hamburger Fremdenblatt indirekt gemeldet: Für den 21. November ist die Ab⸗ fahrt von 8 amerikanischen Dampfern mit Schiffsfrachten, die keine Bannware enthalten sollen, nach Deutschland angekündigt. Der Staatssekretär des Auswärtigen, Lansing, soll den Antrag gestellt haben, daß die von der Regierung vorher zu prüfenden Frachten für unantastbar erklärt werden.
Krfiegsustizen.
Gegen die Berliner Genossen Eberlein und Meyer, sowie den Buchdrucker Wiegand ist Anklage erhoben worden wegen Verbreitung von Flugschriften, durch welche zum Ungehorsam gegen die Gesetze aufgefordert und Aufreizung zum Klassenhaß verübt worden sein soll. Die beiden Genossen werden von den Rechtsan⸗ wälten Hugo Haase und Siegfried Weinberg verteidigt.
Eine Wirtschafterin des Grandhotels in Petersburg erhielt drei Monate Haft und wird später ausgewiesen, weil sie das Deutschsprechen zuließ. Der Franzose Lecomte erhielt 50 Rubel Sin oder 21 Tage Haft wegen Telephonierens in französischer Sprache.
Birshewija Wjedomosti meldet: Die Fleischnot wird immer stärker, da immer weniger Zufuhren stattfinden. Die Bittschriften an den Verkehrsminister um größere Zufuhren bleiben erfolglos. Die Zufuhren aus dem Gebiet von Orenburg und vom Ural bleiben aus. Dadusch eutstehen für die Stadͤtverwaltungen große Nachteile.
Reuter meldet aus Newyork: Ein Brand, dessen Ur⸗ sprung unbekannt ist, ist in den Fabriken der Roeblings Co. in Trenton(New Jersey), in denen für den Vierverband Stachel⸗ draht angefertigt wird, ausgebrochen. Der Brand wurde erst ge⸗ löscht, nachdem ein Schaden von mehr als 1 Million Dollars ent⸗ standen war.
Reuter meldet aus Süd⸗ Bethlehem(Pennsylvania):„Eine der größten Maschinenfabriken der Bethlehem Steel Kompagnie, die sich mit der Anfertigung von Kanonen und an⸗ derem Kriegsmaterial befaßt und einen Wert von mehreren Mil⸗
peinlicher Sorgfalt— unter Beaufsichtigung seiner Frau. An Samstagnachmittagen putzt er die Messer, die Gabeln, die Schuhe, die Kesseln und die Fenster— geduldig und ge— wissenhaft. An Dienstagabenden sieht man ihn einen Pack Wäsche oder Kleider zur Wäscherolle tragen. An Samstag⸗ abenden begleitet er seine Frau bei ihren Einkäufen— er trägt die Pakete.
Was aber die Tugenden seiner Frau betraf, so waren sie ihr angeboren. Und waren zahlreich. Vor allem galt sie als vortreffliche Wirtschafterin. Jeder Penny von Tommys Wochenverdienst(36 oder 38 Schilling) wurde aufs nützlichste verwertet und Tommy hätte es nie gewagt, eine Vermutung auszusprechen, wie viel sie sich davon erspart haben mochte. Ihre Reinlichkeit im Hause war schon geradezu beunruhigend, ja sinnverwirrend peinlich. Die Heimkunkt ihres Mannes wartete sie gewöhnlich gleich bei der Haustür ab, damit er schon hier die Schuhe ausziehe und in die Pantoffel schlüpfe. (Wobei er immer mit einem Beine auf den kalten Fliesen balancierte.) Das tat Frau Simmons deshalb, weil sie ab⸗ wechselnd mit der Frau der zu ebener Erde wohnenden Familie die Haustürstufen und den Hausflur scheuern mußte und weil der Treppenläufer ihr Eigentum war. Sie beob— achtete ihren Mann während der ganzen Prozedur seines Waschens und Reinigens nach seiner Heimkunft mit beispiel⸗ loser Aufmerksamkeit, besonders nachdem er in die Wohnung getreten und also die Möglichkeit von zufälligen Wasser⸗ spritzern und sonstigen Beschmutzungen gegeben war. Und wenn trotz ihrer Wachsamkeit etwas passierte, dann war sie sehr bemüht, diese Tatsache ihrem Manne ins Gedächtnis zu rufen und ihm eindringlichst und nachhaltig seinen undank⸗ baren Egoismus nachzuweisen.
Früher führte sie ihn immer in einen Kleiderladen und suchte da etwas passendes und preiswertes Fertiges für ihn aus. Sie ließ ihren Mann nicht allein gehen, weil sie davon überzeugt war, daß sich diese Dummköpfe von Kunden jeden Schmarren um teures Geld anhängen lassen. Später machte
ionen Vola darsteut, ist durch Brand verurcht Man glaubt an Brandstiftung. 800 Arbeiter sind mit der Gefahr entkommen.“.
Der Militärgouverneur Admiral Taeng Ju Tseng er nach dem japanischen Konsulat zum Krönungsempfange fuhr, zwei Gegnern der Monarchie ermordet worden, die 18 Revolt schüsse auf ihn feuerten. Der Sekretär des Admirals wurde schwer verwundet. 1
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993 og
—* 0 1 Partei⸗Nachrichten. 3
Der Zeutralbildungsausschuß 5 ö 8
vorsendet soeben sein neuntes Mitteilungsblatt. Es enthält An⸗ 10 regungen für die Bildungsarbeit im zweiten Kriegswinter. Beson⸗. ders werden dafür wieder wie im vorigen Winter Lichtbilder⸗ 0 veranstaltungen in Frage kommen. Die Lichtbilderzentrale 0 7
des Zentralbildungsausschusses hat eine Reihe neuer und gemäßer Serien zusammengestellt, durch die den Zuschauern Hövern geographische und kulturgeschichtliche Keuntnisse über die v Krieg betroffenen Länder vermittelt werden sollen. Hierzu ge
die Serien: Eine Reise durch die Balkanstaaten(bearbeitet von Legien), Indien, ein Stützpunkt der englischen Weltpolitik Döring), Die Geographie Europas im Weltkriege(C. Döring), österreichische Adriaküste(L. Lessen), Im Südtiroler Grenzgeb
2 2 S — 2 2 1 2 2 . D 2 — 5 2 8 55 —— 2 3 2 2 = 75 2 = 88 — . . 2 8 2 0 E * — 8 — . —. — D
ausschusses über das Kriegsjahr 1914/15. Der Bericht, der wie in früheren Jahren das Ergebnis einer statistischen Erhebung ist, ge⸗ währt einen wertvollen Einblick in die Bildungstätigkeit der deut⸗ schen Arbeiter während des Krieges. N
Eine burgfriedliche Stadtverordnetenwahl..
In Quedlinburg findet dieser Tage Stadtoerordnet. wahl statt. Unseren dortigen Genossen ist es bisher trotz aller An 9 strengungen nicht vergönnt gewesen, einen der ihren in das Sta 5 parlament zu entsenden. Das liegt daran, daß die schöne Di
Rande des Harzes gelegene Stadt eine bevorzugte Pensionipolis ist, sodaß das bürgerliche Element in allen drei Wahlabteilungen übe wiegt. Bei der jetzigen Wahl sind vier Mandate zu besetzen, denen eines durch den Tod des bisherigen Inhabers erledigt it Unsere Genossen wandten sich nun an den Bürgerverein mit dem Ersuchen, ihnen dies vierte Mandat zu überlassen. Der Bürg verein hat diesem Ersuchen entsprochen, sodaß demnächst der e Sozialdemokrat kampflos in das Quedlinburger Stadtparlam einziehen wird. 5 Stadtverordnetenwahlen in Görlitz.
Am Freitag fanden in Görlitz die Stadtverordnetenwahlen die oͤritte Wählerabteilung statt, die für sieben ausscheidende soz demokratische Stadtverordnete zu erfolgen hatten. In Anbetra des Burgfriedens unter den politischen Parteien hatten die bürg lichen Parteien von einem Wahlkampf und der Aufstellung Gegenkandidaten abgesehen. Unsere sieben Genossen wurden n 1233 Stimmen wiedergewählt. Infolge der Einberufungen Heere war die Wahlbeteiligung äußerst schwach, bei der letz Wahl im Februar 1914 erhielten die sozialdemokratischen Kand daten 4137 Stimmen. 5
Uerben lege Be
fündet am 20. und 21. November im Aarau statt. Auf der Ta nung steht außer den üblichen Berichten des Parteivorstandes der sozialdemokratischen Nationalratsfraktion ein Referat des(
unhaltbar gewordenen B
wirtschaftlichen Leistun keit gefordert. 1 Die Frage der Bewilligung des Militärbudgets soll nach 2 Vorschlag des Parteivorstandes im Zusammenhang mit der N lungnahme der Partei zum Militarismus auf einem Parteitag nach dem Kriege beraten werden. Es liegen ferner noch Anträge vor über Verpflegung und Besoldung zum Hoerwesen, über das Militär⸗ strafrecht, über Volksinitiative, süür das Frauenstimmrecht, über ein Schutzgesetz für Heimarbeiter, über Unterstützung der Jugendor⸗ gauisation und über die Zimmerwalder Konferenz. Endlich be⸗ schäftigt sich eine Anzahl Anträge mit der Parteiorganisation des fahnen rischen Grütli⸗Vereins, mit der eigentlichen Parteiorgani⸗ sation.
entdeckte, der an einer Straßenecke billige Tuchreste verkaufte, verfiel sie auf den Gedanken, ihrem Manne die Kleider selber zusammenzuschneidern. Rasche Entschlossenheit war ohnehin
eine ihrer Tugenden— schon am selben Nachmittag begann lie sie aus einem schreienden karrierten Tuchstoff einen Anzug hac zu schneidern. Und am Sonntag war er bereits fix und 5 fertig! Simmons, der über dieses Ereignis ganz paff war, bor mußte ihn alsogleich anziehen und— rasch, rasch!— kaum eil daß er wieder Herr seiner Sinne war, so ausgestattet in die in 8 Kirche gehen. Das Zeug paßte zwar um und um nicht ordent⸗ 6 lich. Er fand zum Beispiel, daß ihm die Hofe allzufest am J birft Schienbein klebte, dafür aber wieder gar zu lose hinter der nun Ferse herunterhing, oder daß er beim Sitzen ein wildes Durch⸗ halte einander von Falten verspürte, ferner, daß ihn der Westen- Hau kragen im Genick kitzelte und der Rockkragen zwischen den gehe Schultern spannte, während der Rock selber allzu gemächlich want über die Weste hinunterbaumelte. Mit der Zeit gewöhn feh er sich zwar an diese trostlose Unbehaglichkeit, aber der Spott geue seiner Arbeitskollegen ließ nicht nach; überdies: seine Frau möge schneiderte noch weiterhin Kleidungsstücke für ihn— alle in het der gloriosen Fasson, die sie dem ersten Anzug gegeben hatte. daz Die damalige Zufallsmache gefiel ihr fortan als Schablone, ande
die in der Folge nur noch prononcierter scheußlich gedieh. Es war ganz zwecklos, wenn ihr Simmons besorgt vor
Augen führte, daß sie sich überarbeite, daß das Schneidern 0 ihren Augen nicht gut tue, oder daß in der Mile End Road ia 4 ein neuer Schneider sei— ein sehr billiger fler Aber geh!“ rief die Frau Simmons aus,„du bemin uh dich umsonst, mir was vorzumachen. Ich durchschaue ute Du scherst dich einen Pfifferling darum, ob ich mich 1 iche arbeite, solange es dir von Vorteil ist, diesen betrügerische 0 Schneidern das Geld hineinzustopfen, derweil ich n
schinden und plagen muß, um einen Halfpenny zu e — das ist mein Vorteil! Die Leute glauben natü klaubst das Geld nur so auf der Straße zusammen. haftig, es wäre gescheiter, ich faulenzte jeden Tag st
sie es noch gescheiter. Als sie eines Tages einen Händler
möglich.(Fortsetzung


