Ausgabe 
13.11.1915
 
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schen nach Paris.

sernhalten, so tun sie gut daran, Frieden zu 1 2 ihre Verbündeten kämpfen, so müssen sie ander

171 wurde.

Haltung der rumänischen Sozialisten. . T. U. Bukarest, 11. Nov. Die rumänische sozialistische Partei hielt am Sonntag und Montag einen Kongreß ab. Die Partei ver⸗ sicherte in einer Resolution bezüglich der auswärtigen Politik auf

dem Standpunkt der passiven Neutralität zu stehen.

Von einem U-Boote beschossen.

T. U. London, 11. Nov. Nach einer amtlichen Meldung des Reuterschen Bureaus ist der englische TransportdampferMer⸗ cian auf der Fahrt im Mittelmeer von einem feindlichen Unte⸗ seeboot durch Geschützfeuer beschosfen worden. Es gelang dem Dampfer jedoch zu entkommen und seinen Bestimmumesort zu er⸗ reichen. Von den am Bord befindlichen Passagieren wurden durch das Geschützfeuer 23 getötet und 51 verwundet, während 30 ver⸗

mißt werden. 1 5 Der türkische Bericht.

Konstantinopel, 10. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dardauelleufront nichts von Bedeutung, abgesehen von allgemeinem Feuergefecht. Unsere Artillerie zwang drei Transportschiffe, die sich bei Kamikli Liman befanden, sich zu entfernen. Bei Sehd⸗ül⸗ Bahr zerstörten wir feindliche Bombenworfer, auf dem linke; Flügel brachten wir eine Mine zur Explosion, die die feind lichen Annäherungsgraben zerstörte.

Friedens möglichkeiten.

Welche Aus sichten haben die einzelnen Kriegführenden noch bei der Fortsetzung des Krieges? So fragt Popolo e libertz (Lugano) vom 3. 11. aus Anlaß der Friedensgerüchte. Die Deut schen sind nicht imstande, gegen Westen weiter vorzudringen, ein wirklicher Durchbruch gelingt ihnen nicht, es würde ihnen ein Versuch ebenso teuer zu stehen kommen, wie der in der Champagne ben Franzosen. Im Osten können die Deutschen zwar noch weiter, aber es ist aussichtslos, daß Rußland dadurch bezwungen wird. Gegen Italien können sie im besten Falle erwarten, ihre Grenzen zu be⸗ aupten, ein Vorstoß ist unwahrscheinlich, die Secherrschaft werden sie den Eugländern nicht entreißen. Nur im Sübdosten führen sie eine große Offensive. Wenn sie aber dort die Serben geschlagen und sich den Weg nach Konstantinopel geöffnet haben, so haben sie nichts weiter zu hoffen. Griechenland und Rumänien, wenn sie ein⸗ greifen, haben nur eigene Interessen im Auge. Die Bulgaren haben ihr Ziel mit der Eroberung Mazedoniens erreicht. Die Türken haben kein Recht auf Aegypten, da sie es nicht zu erobern imstande waren.

Aehnlich steht es im andern Lager. Die Franzosen, Engländer, Belgier werden ebensowenig an den Rhein gelangen, wie die Deut⸗ N Die Russen können möglicherweise die Ofsenstve noch einmal aufnehmen, aber es wird ihnen wohl höchstens gelingen, eigen Teil des besetzten Gebietes zurückzuerobern. Die Eugländer haben ihr Ziel erreicht, wenn dies in der Aufrechterhaltung der Seeherrschaft liegt. Wollen sie die Deutschen von ihren Kolonien Wollen sie für 2 Wege eiaschlagen, als bisher, wozu sie keine Lust zu haben scheinen. Die Serben sind

verlassen, die Italiener stehen, wenn sie ihr Ziel erreschen wollen,

vor einer langen und schweren Offensive. Also: weder die eine, noch die andere Nartei hat Aussicht, mit

den Waffen den Gegner niederzuringen, wenigstens ist es moralisch

so gut wie unmöglich, angesichts der ungeheuren zu Opfer, Die Hoffnung des Verbandes auf die Aus rung Deutschlands ist jetzt beträchtlich verringert. Das ist das objektive Bild. Darum halten wir jetzt den Frieden für möglich, denn es spricht dafür die Erkenntnis, daß die Fortsetzung des Krieges nutzlos

bringenden

ist.

Ein neuer Fall englischer Willkür.

Newyork, 11. Nov:. Der amerikanische Dampfer Zealandia wurde in dem mexikanischen Hafen Progreso einer gewaltsamen Untersu chung durch einen britischen Kreuzer unterworfen, weil das amerikanische Schiff verdächtig war, Bannware an Bord zu haben. Der britische Kreuzer liegt jetzt außerhalb des Hafens und wartet vermutlich auf die Ausreise des

Schiffes.

*.

Reuter meldet aus Washington: Der amerikanische Konsul in Progreso(Mexiko) berichtet, daß englische Matrosen das Dampf⸗ schiffZealandia durchsucht haben, das während der vorigen Woche vor Progreso im Hafen lag. Als dieZealandia von Pensacola abreiste, habe sich das Gerücht, daß das Schiff hauptsächlich mit Deutschen bemannt sei und daß es die deutsche Flagge geführt habe, sobald es drei Meilen außerhalb der Grenze gekommen sei, ver- breitet. Als das Schiff später in Campeche lag, sei entdeckt wor⸗ den, daß es eine große Menge Harz und Kupfer an Bord hatte. In

Mexiko bestehe keine besondere Nachfrage nach Harz, aber die Deutschen könnten Harz zur Fabrikation explosiver Stoffe ge⸗ brauchen. Nach anderen Berichten habe dieZealandia ver schiedene deutsche Offiglere und Seeleute an Bord gehabt, die ihr

Ehrenwort gebrochen hätten und in Rewyork interniert waren. Der Konsul berichtet nichts davon, was an Bord derZealandia ge⸗ 6 Er sagt jedoch, daß ein englisches Kriegsschiff in er Nähe des Hasens liege, was darauf hinzuweisen scheine, daß genug gefunden wurde, um die Beschlagnahme des Schiffes zu rechtfertigen, sobald dieses abzufahren suche.

Grey auf der Anklagebank.

Die englische Opposition äußert sich kräftig in beiden Häusern des Parlaments. Sie begann mit der großen Rede Carsons gegen Herrn Asquith im Unterhaus, wurde im Oberhaus ift tatkräftigen Reden zweier Lords fortgeseht und lebt setzt in Unterhaus ver⸗ stärkt mit einigen neugierigen Fragen fiber die Stellung Greys zu Serbien auf. Diese Anfragen beziehen sich auf das klare und un zweidcutige Versprechen englischer Hilfe für den Jall eines gemeinsamen Augriffs von Bulgarien, Oesterreich⸗ Ungarn und Deutschland, das Grey Ende September Serbien segeben hatte. Er hatte damals erklärt, England sei bereit, den

freunden auf dem Balkan jede Unterstützun g zu gewähren,

die in seiner Macht liege, und zwar im Verein mit seinen Ver⸗ bündeten ohne Vorbehalt, ohne Einschränkung, in einer Weise, die jenen am genehmsten sein werde. Mitte Oktober hatte Grey noch einmal eine Balkanrede gehalten und dabei erklärt:Nur über rlechisches Gebiet können wir den Serben rasche Hilfe bringen. Auch das ließ deutlich erkennen, daß es sich um eine ausgesprochen mititärische Hilfe gehandelt hatte. Jetzt plötzlich, da die militärische Entwicklung auf dem Balkan eine so glatte und un⸗ zweifelhafte Niederlage Serbiens und damit der ganzen Entente gebracht hat, will Herr Grey nichts gesagt haben. Er redet sich auf eine wahrhaft diabolische Art damit heraus, daß er nie mals deutlich und wörtlich von militärischer Hilfe gesprochen, sondern nur eine politische Hilfe gemeint habe, die wiederum gebunden gewesen sei an das Eingreifen Griechenlands; und da Griechenland nun nicht eingegriffen habe, ergebe sich die Folgerung von selbst, daß man auch nicht eine entsprechende militärische Hilfe habe leisten können. Herr Grey begründet feinen jetzigen Stand⸗ punkt ganz vernünftig; er sagt, man könne ihm nicht zumuten, nach dem Balkan so große Truppenmassen zu schicken, daß die Front in Frankreich und Flandern geschwächt werde. Aber ebenso wie diese Begründung im englischen Interesse ihr gutes Recht hat, eben Jo Kar und unzweideutig ist für alle, die nicht mit gespaltener Zunge reden, die ursprüngliche Versicherung Greys, daß England Serbien zu Hilfe kommen werde. Serbien muß eben jetzt ausbaden, was die Entente ihm eingebrockt hat, und die Entente ist klug genug, dem leinen Lande nicht in die siche e Niederlage zu folgen.

Soust nichts Neucs

Das ist die alte englische Methode: England hat seine ganze historische Politik grundsätzlich darin gesehen, seine Hilfsvölker für sich selbst bluten zu lassen und hat nur in den alleräußersten Not⸗ fällen, wenn es garnicht anders ging, seine eigenen Söhne ge⸗ opfert. Die ganze englische Kolonialgeschichte ist voll von Beweisen für diese Erkenntnis. Das serbische Beispiel aber ist vielleicht so klar wie kein anderes, und es ist umso ungeheuerlicher, als hier ein an sich tapferes, arbeitsames und der Kultur durchaus zugäng⸗ liches Volk geopfert wird für die großen Ententemächte, die es in diesen Krieg hineingestoßen haben.

Noch von einer anderen Seite her wird die Stellung der eng⸗

isch ier! se oht: von Amerika. Die neue Note ben e eng die Wiederherstellung des Völkerrechts für die amerikanische Handelsschiffahrt, sie lehnt es ab, daß über die englischen Verletzungen des Seerechts englische Prisen⸗ gerichte urteilen sollen auf Grund eines von England einseitig ab⸗ geänderten Rechtes und sie bestreitet schließlich die Tatsächlichkeit der von England behaupteten Blockade der deutschen Küsten. Weiter soll Lansing die Freigabe der Baumwolle verlangt haben und wie man hört, wird die amerikanische Regierung zu diesem energischen Vorgehen durch die Furcht vor Stürmen im Kongreß getrieben, da die Interessen des ganzen Südens der Union durch die Hinderung der Baumwollausfuhr auf das ernsteste bedroht sind. Herrn Grey dürfte also nach und nach schwül werden.

Ein Anruf an die Menschlichkeit.

Die Identität der Toten feststellen!

Das Juternationale Komitee des Roten Kreuzes richtet solgendenoffenen Brief an die Monarchen, Staatsoberhäupter und Regierungen der kriegführenden Staaten:

Das Juteruativnale Komitee des Roten Kreuzes steht seit Kriegsbeginn unter dem schmerzlichen Eindruck, daß eine bedeutende Anzahl Soldaten als vermißt ge⸗ meldet werden, bei denen es nicht möglich war, ihre Identität festzustellen. Als Gründer der Inter⸗ nationalen Agentur für Kriegsgefangene in Geuf ist es täg⸗ lich Zeuge der in gualvoller Ungewißheit über das Los ihrer Angehörigen sich ängstigenden Familien und gestattet sich die inständige Bitte, es möchten den verschijedenen Truppenkommandanten bestimmteWeisungen gegeben werden, um in bezug auf diese unnütze Verschärfung der Leiden des Krieges eine Milderung herbeizu⸗

führen. Es sollte in jedem Falle, mo es der Kampf gestattet,

ein Waffenstillstand von einigen Stunden gewährt werden, um die Sanitätsmannschaften die Ver⸗ mundeten bergen und, nachdem die Identität der Opfer des Tages festgestellt ist, die Bestattung derselben vor⸗ nehmen zu lassen. Die Listen der Verwundeten und Toten, welche unverzüglich aufgestellt und den Kriegsministerien sowie bem Internationalen Komitee mitgeteilt werden, wür⸗ den es ermöglichen, die Familien prompt auf dem laufenden zu halten. Das elementarste Gefühl der Nächsten⸗ liehe wie der gebieterische Appell des Mitleids verlangen alle Maßnahmen, die geeignet sind, die Familien über das Los derjenigen aufzuklären, die auf dem Kampfplatz im hohen Dienste des Vaterlandes gefallen sind.

Das Juternationale Komitee des Roten Kreuzes richtet diesen Aufruf an die Monarchen und Regferungen der krieg⸗

führenden Staaten mit zuversichtlichem Vertrauen und ist

überzeugt, daß den Führern aller Armeen daran gelegen ist, die aus dem mörderischen Kampfe hervor- gehenden Leiden nicht ohne zwingende Not⸗ wendigkeit zu verschärfen. Je mehr sich der Krieg in die Länge zieht und ausbreitet, desto nötiger wird es, die unberechenbaren seelischen Leiden zu ver⸗ mindern.

Amerikanisches. Die Opposition gegen Wilson.

T. U. Amsterdam, 11. Nov. Daly News melden aus Washington: Unser Berichterstatter erfährt aus amtlicher Quelle, daß die Regierung kurz und bündig, ohne Weite⸗ rungen und sofort die Anerkennung der amerikanischen Rechte zur See verlangen wird falls England den FallHoeking wiederholen wird. Die Regierung müsse so handeln, da sonst der Kongreß, wenn er im nächsten Monat zusammentritt, eingreifen würde. Es könnte leicht zu antienglischen Kund⸗ gebungen kommen. Die Kongreßleute aus dem Süden und Westen, also aus dem Baumwoll- und Fleischdistrikt, warten ohnehin schon sehnsüchtig auf eine Gelegenheit. Ihre Opposition wird die Form eines Druckes auf den Präsidenten annehmen, ein Munitionsausfuhrverbot zu erlassen. Ein dahingehender Antrag wird von den westlichen Kongreß⸗ mitgliedern bestimmt eingebracht werden.

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Von einem amerikanischen Munitionsau fuyr⸗ verbot pernimmt man gelegentlich der Meldung, daß der mexi⸗ lanischePräsident undGeneral Villa ein Asyl in den Staaten suche. Als Grund wird auch angegeben, daß es ihm infolge des amerikanischen Munitionsausfuhrverbots schlecht gehe. Dieses Verbot richtet sich natürlich nur gegen einen der Mexikanerhäupt⸗ linge, deren Herrschaft dem guten Onkel Sam nicht angenehm wäre. Für Europa hat das Verbot nix to seggen!

Versenkung derAncona.

Aus Washington wird der Agence Havas gemeldet: Das Staatsdepartement wird amtlich davon in Kenntnis gesetzt, daß sich an Bord derAncona Amerikaner befanden. Wenn diese umgekommen sein sollten, wird das Staatsdepartement gegen Oesterreich in der gleichen Weise vorgehen, wie es dieses gegenüber Deutschland aus Anlaß derLusitania. Affäre getan hat.

Weitere Beschränkung der Versammlungsfreiheit in Berlin.

Der Oberkommandierende in den Marken, v. Kessel, hat am Mittwoch folgende Vekanntmachung erlassen:

Durch meine Bekanntmachung vom 31. Juli 1914 habe ich angeordnet, daß alle öffentlichen Versammlungen der Genehmigung bedürfen, die wenigstens 48 Stunden vor Beginn der Versammilung bei der Polizeibehörde nach zusuchen ist.

Im Anschluß hieran bestimme ich für den Bezirk der Stadt Berlin und der Provinz Brandenburg:

Alle nicht öffentlichen Versammlungen politischer Vereine, sowie alle diejenigen Ver sammlungen,

heiten erörtert werden, sind vom; vom Einberufer mindestens 48 Stunden vor der Versammlung unter Angabe des Ortes, handlungsgegenstandes und der R der Polizeibehörde schriftlich anzuzeigen. Die Anordnung tritt sofort in Kraft. 1 Zuwiderhandlungen werden mit Geldstraf 100 Mark, im Unvermögensfalle mit entsprechend⸗ bestraft. N 1 Das bayrische Gemeindebeamtengetzes die Sozialdemokratie. f Aus München berichtet die Frankf. Ztg.: Im Gemei beamtenausschuß der bayerischen Abgeordnetenkammer w es vor acht Tagen zu einer Unterbrechung der Beratung gekommen, weil das Zentrum versucht hatte, die klärungen der Staatsregierung, wonach auch tätige glieder der sozialdemokratischen Partei Gemeindebeamte können, mit einer Partei⸗Erklärung ins Gegenteil 1 deuten. Auf Grund einer heute neuerdings abgegeben bestimmten Erklärung des Zentrums, die die Liberalen m die Staatsregierung sich aneigneten, ist nun festgestellt, daß künftig ein sozialdemokratischer Gemeindebeamter weg einer Handlung oder eines Wortes nach dem Gemei beamtengesetz nur dann diszipliniert werden kann, wem jeder andere Gemeindebeamte wegen der gleichen Handlun oder des gleichen Wortes ohne Rücksicht auf seine Partei⸗ stellung diszipliniert werden müßte. Minister Frhr. v. Soden erklärte nochmals ausdrücklich, daß mit der früheren Er klärung der Regierung für alle gleiches Recht zu schaffen he⸗ absichtigt war; auch gehörten die sozialdemokratischen Ver und die freien Gewerkschaften nicht zu den Vereinen, 5 denen teilzunehmen einem Gemeindebeamten in dem n Gemeindebeamtengesetz grundsätzlich verboten sei. Nach di Erklärungen gaben sich auch die Sozialdemokraten zufriede Die Beratungen über den Gesetzentwurf wurden hierauf erheblich gefördert. Das Gesetz wird kaum auf weiter U Schwierigkeiten stoßen. 5 Der Rückzug der Serben. 1 26 Laut Kölnischer Zeitung meldet der Secolv, der serbf Kriegsrat habe sich in Anwesenheit der Militärattachees d Vierverbandes zum Rückzug eutschlossen, um den Re serbischen Armee nach Skutari oder Durazzo zu retten

Türkisch⸗bulgarischeVorstellungen bei Griechenla Der türkische und der bulgarische Gesandte in Athen haben einer neuen freundschaftlich gehaltenen Form bei dem gri Auswärtigen Amt Verwahrung dagegen einge daß sich in Griechisch⸗-Mazedonien englische und fra sische Truppen aufhalten können. Sie erklärten, der dauernden Anwesenheit dieser Truppen eine Verletzun griechischen Neutralität erblickt werden müsse und daß dieser stand nicht im Einklang stehe mit der griechischen Neutralität

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neue griechische Ministerpräsident Skuludis erklärte, daß das lig, we binett alles getan habe, was in seiner Macht stehe und auch wei Und hin alles tun werde, die Lage zu klären. kuttion

Aufstand in Indien?

Kitchener geht nach Indien?

T. U. Newyork, 12. Nov. Associated Preß meldet

Washington: Nach hier eingetroffenen vertraulichen Mit⸗ teilungen gilt Kitcheners Mission Indien. Nach densellh Mitteilungen sieht sich die britische Herrschaft in Ind

ernsteren Unruhen gegenüber, als außerhalb britischer amt.

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lende Vie der Fre

licher Kreise allgemein bekannt sei. 5 6 20 Wie russische Konsularvertreter mitteilen, ist in Bombay un en om zahlreichen anderen Städten Indiens ein großer Aufsta ige ar der Mohammedaner und teilweise Hindus gegen

englische Herrschaft ausgebrochen. Mohammedanische und Matrosen anderer Rassen gingen gegen die Engländer vor. In Bombay ist es zu einem heftigen Straßenkampf gekommen. Aus 117 deren Teilen des Landes sehlen zuverlässige Nachrichten, da di 5 Uebermittelungsmöglichkeiten zum größten Teil unterbrochen sind. Zahlreiche Engländer, ebenso die in Bombay sich befindlichen russ schen Kaufleute haben auf Veranlassung des englischen Regierun vertreters die Stadt verlassen. Auch von Ceylon werden neue Un⸗ ruhen größeren Umfangs gemeldet. Der Verkehr ist teilweise unterbrochen. Beschlagnahme der deutschen Dampfer in Ital Wie der Secolo mitteilt, wurde im letzten Ministerra auch ein Beschluß für die Verwendung aller in jtalienischen Häfen festliegender reichsdeutscher Dampfer für die italienise 5 Arbe Handelsmarine trotz des fehlenden Kriegszustandes zwische beiden Ländern gefaßt. 162

Zur TorpedierungderAncona. T. Uf. Lugano, 12. Rov. Die Torpedierung derAncona er folgte zwischen dem 38,07 Breftengrad und 10,05 Längengrad. Bis⸗ her fehlt noch von 156 Personen Nachricht. 1 l 1 U

Partei⸗Nachrichten. 5 weten Verhaftung von Luise Saumoneau. enn Wie der Labour Leader in seiner Nummer vom 4. November mitteilt, ist die Genossin Saumonecau, die Sekretärin desParsser Aktionskomitees für den Frieden und gegen den Chauvinismus, i am 2. Oktober in Paris wegen antimilitaristischer Propaganda ver haftet worden. 5 Genossin Saumoneau ist seit mehr als einem Jahre tärin derSektion der sozialistischen Frauen von Paris. Der Labour Leader teilt weiter mit, daß die sozialistische Presse Frank- reichs die Verhaftung vollständig ignoriert habe, daß die sozialisti schen Abgeordneten in der Kammer keine Anfrage wegen der Ver haftung gestellt hätten, daß keiner der sozialistischen Minister, sobel zu sehen sei, irgend etwas getan habe, um ihre Befreiung herbei führen. Ja, man soll der Genossin Saumoneau im Arrest Freilassung versprochen haben für den Fall, daß sie bereit war, Propaganda gegen den Krieg aufzugeben. Die Genossin soll verweigert haben. Sie soll seitdem wie eine gewöhnlich Verbrecherin behandelt werden. Sie soll aller Pr legien der wegen politischer Vergehen Verhafteten beraubt sein, bis ige sie vor das Kriegsgericht gestellt wird. 1 27 5 Der Labour Leader bemerkt am Schluß seiner Not 5 Schweigen der sozialistischen Presse Frankreichs hinsichtlich der Verhaftung einer französischen Genossin stehe in bezeichnenden Gegensatz zu dem berechtigten Lärm, den man in ran

in denen öffentliche Angelegen⸗

der Verhaftung der Genossin Zetkin und der Genossin Rosa burg gemacht habe..