Organ für
die Interessen des werktätigen Volkes
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der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
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Gießen, Samstag, den 13. November 1915
10. Jahrgang
1 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1. 80 Mk. N Nr. 267 9
In einer Broschüre, die von der englischen unabhängi. sozialistischen) Arbeiterpartei herausgegeben 17 9 1 Jarlamentsmitglied K. D. Denman sehr bemerkenswerte Aus N hrungen über die englische politische und kirchliche Heuchelei in beziehung zum Weltkrieg. Wir bringen davon nach der Frankf tg. folgende Darlegungen: 0
Natürlich ist der einfache Mann in England felsenfest davon erzeugt, daß sein Laud ausschließlich im Rechte ist, und daß die beutschen durchweg beklagenswerte Opfer der Selbsttäuschung sind. krotzdem aber hat er gelegentliche Anwandlungen von Unsicherheit nd Unbehagen. Er hat aus zahllosen Fällen gelernt, daß in Kriegs⸗ ten die Wahrheit als das Opfer auf der Verlustliste steht, und ne Wolke von Täuschung und Falschheit die Tatsachen in dichten Jebel hlillt. Diese Einsicht macht ihn allmählich verdrießlich, und fängt an, sich nach Wahrheit und nach der Wiederbelebung jener ten, wie man sagte vorzugsweise britischen Tugend des„fair say“ auch gegenüber dem Feinde zu sehnen...
95 bat ihm unsere Kirche dabei nicht geholfen. Statt 3 Fürde, Ruhe und Wahrheit ist uns von unsern Kauzeln Leiden⸗ —
daft, Lüge und viel Lieblosigkeit gepredigt worden. Anstatt dem solke zum seelischen Gleichgewicht zu verhelfen, hat die Kirche die süihrung im Feldzuge der Mut und des Hasses übernommen. Was Eben unsere Kirchgänger denn durchschnittlich zu hören bekommen? sehässige Predigten über das Thema der Kathedrale von Reims und Ar verstümmelten belgischen Kinder— und wie selten hat so ein seistlicher, nachdem es klar erwiesen war, daß die Märchen von rsen verstümmelten Kindern ein Mythus waren und die Haupt⸗ fl 1 rantwortlichkeit für die Beschädigung der Kathedrale von Reims
i den Franzosen lag, welche das Baudenkmal als Artilleriebeobach⸗
ingsposlen benutzten, den Anstand eines Ehrenmasnes, besessen, ien zuzugeben, daß er den Feind in diesem Punkte ungerecht ver⸗ riet lumdet hatte? Diese Art von„Cant“ muß erbittern und ist ver⸗ . ühtlich. Können wir uns wundern, daß die Deutschen uns gegen⸗ Fer so ungesähr die gleichen Geflihle haben wie umgekehrt wir, wenn „ sehen, wie wir Briten uns ein Monopol der sittlichen Tugenden maßen und im Namen Gottes so nebenbei noch 700 Millionen Fund Handelsprosit ergattern wollen? Diese Heuchelei unserer Arche hat vielen meiner Landsleute die Schamröte ins Gesicht giagt. Wenn die Kirche unsere Teilnahme an diesem Kriege recht⸗
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tigen will, so müßte sie beweisen, daß drei Bedingungen zu⸗ hoffen: 1. daß wir in Notwehr gegen einen bedrohlichen Angriff ümdeln. 2. daß wir eine schwache Nation gegen den Ueberfall enes stärkeren Naufboldes schützen und 3. daß wir einen wesent⸗ en Grundfatz unserer Zivilisation und Kultur vor der Gefährdung berch die Kriegshandlungen eines anderen Volkes reiten müssen. Zu Punkt 1: Jedem aufrichtigen Beobachter muß nach dem gudium der amtlichen Schriftstüscke über den Ursprung des sieges klar werden, daß von der Drohung eines Angriffs auf uns berchaus nicht die Rede sein konnte. Deutschland hatte mit Frank⸗ nich und Rußland als Gegnern alle Hände voll zu tun und hätte
auch im Falle eines schnellen Sieges nicht im Traume daran ge⸗
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hacht, sich gegen England zu wenden, bis seine Flotte groß genug 1 kur, sich mit einiger Aussicht auf Erfolg mit unserer zu messen.
lußerdem steht fest, daß die deutsche Regierung wohlwollend gegen hes gesinnt war, wenn es in Deutschland natürlich auch N 1 0 lendseindliche Partei gab, genau so wie England seine deutsch⸗
* endliche Partei hatte.„„ ö 0 Zu punkt 2: Unsere Beteuerungen, daß wir in diesen Krieg U ö zogen sind, um die Freiheit eines kleinen a des 0 6 schühen, werden den Historikern der Zukunst t 19851 ch un 200b, misch zugleich vorkommen! Haben wir fee en weder vergessen, daß wir im Krimkxiege ähnliche große Worte über
Asere Ziele im Munde führten? Damals kämpften wir 1 1 Au ß land„im Namen der Freiheit, um 05 1 10 Trannei zu biegen oder zu brechen“. Heutzutage 11 a 18 mehr auf diese Redensarten unserer Großuateg e l lensowenig Sympathie und Verständnis wird die Gef 0 3 11 de Art und Weise haben, wie wir uns jetzt zu unserer Großmu
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oele. igen Belgien fortwährend selbst gratulieren ad eee r lil le hat dieses unser„gewalkigstes Reich der Erft, edessen einen * en die uns um ein Stückchen 9175 bat, sta 0 1 riulun cweren und größeren Stein gexeicht! 0„ Zu Punkt 3: Bei uns wird ständig behaupte daß wir, diesen
1 2 5 0 8 i s flühren. ieg letzten Endes auch als einen Kampfides Geist es führ
u möchte ich doch fragen: Hätte man jemanden, der 1 een üssere Regierung aufgefordert hätte, die Waffen 1 Philo⸗ literdrückung der materialistischen und miiftarisescen Geistes⸗ sahie eines benachbarten Landes nicht sosort an Dummes sastand hin untersucht? Es liegt doch etwas ung u Deutschen das der Vorstellung, daß ein englischer Soldat enen erde ich lehren bajonett in den Leib rennt und dabei sagt, 2 an Herbe 7 netz sche zu lesen“ oder„Willst Du mal 1 sogenannten spencer glauben!“ Von allen Redensarten Anshliche 1 N neger Krieges ist keine erstaunlicher als die wir die große ssrase„Recht gegen Macht“. Wenn man o wsollte man ruhig zu⸗ überzahl zu Wasser und zu Lande für sich„ später wird es ben, daß man die Macht aufs elner Frachtvolle heroische Bewußt⸗
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1 ih doch einmal herausstellen, daß das prachosherwältigende 2 an, gegen eine eber macht, gegen eine z Vorrecht 1 9 00 Deul⸗ 2 utfaltung von„Macht“ zu streitau, All unser Gerede 1 cen und nicht das der Verbündeten in ulld geistigen, ist barer
11 7 0 Kriege als von einem heilige Fumbug! en, de, e e Ich kann mich der Befürchtung niche ere en ae nen Ausländer ungemein sich wer 1 05 an
degeisterung fiir die Wohlfahrt, kleiner e
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Waffengewalt aus ihrer eisigen Einsamleit erlösten und ihr die Gnade zuteil werden ließen, in das britische Reich aufgenommen zu werden. Um diese edle Tat zu vollführen, gaben wir 200 Mil- lionen Pfund aus und hatten 100 000 Mann Verluste. Hat die Ge— schichte einen ähnlichen Fall edler Selbstaufopferung aufzuweisen? Als im August 1914 das kleine Luxemburg, dessen Unab⸗ hängigkeit wir doch gemeinsam mit anderen Mächten in einem Ver⸗ trage garantiert hatten, der ebenso gewichtig war wie der auf Bel⸗ gien bezligliche, zweimal gegen das Eindringen Deutschlands pro— testierte, da haben wir uns nicht einmal die Mühe gemacht, den Protest zu beantworten. Wir wollen auch nicht ver⸗ gessen, daß es vor 390 Jahren bei uns ein vernünftiger politischer Grundsatz unserer Tories war, daß man Deutschland den freien Durchmarsch durch Belgien gestatten müsse! Wie eifrig waren wir doch bemüht, die Unabhängigkeit Marokkos zu fördern! Nur schade, daß dieser Eifer nicht wenig unter einem Geheimvertrage litt, welcher sich mit der Unabhängigkeit Marokkos schlecht vertrug. Mir und dir, mein lieber britischer Landsmann, sind diese Dinge natürlich widerspruchslos klar; in unseren Augen werden selbst die dunkelsten Taten unserer Regierung strah⸗ leud überglänzt von unserer ewigen Liebe für die kleineren Völler! Nur diese vertrackten kurzsichtigen Ausländer! Es ist doch eben zu ärgerlich, daß nicht alle Menschen auf der ganzen Welt mit dem britischen Gefühl und Sinn für Ehre, Gerechtigkeit, Recht, Wahrheit, Anständigkeit, Selbstlosigkeit begabt sind, geschweige denn mit unse tem klaren Verstand! Wie leicht wäre es doch— und wie unnötig— daun all diese Dinge zu erklären!
Die Behauptung, daß unser Verhalten gegen Deutschland in den letzten Juli- und ersten Augusttagen 1914 im Einklang stand mit der in der Oeffentlichkeit bekannten Politik unserer Re⸗ gierung, läßt sich nicht aufrecht erhalten. Immer wieder und wieder wurde uns von maßgebender Seite versichert, daß wir freie Halld hatten und unsere Akkivusfretheit durch keiuerle“ Abmach⸗ ungen oder Uebereinkommen behindert war. Wir können uns also nach einigem Nachdenken über die auswärtige Politik nicht darüber wundern, daß das deutsche Volk gegen uns erbittert ist und das Empfinden hat, von einer angeblich freundschaftlichen Nation veir⸗ raten zu sein.
Bleibt noch die Frage, ob wir uns in ähnlicher Lage wie Deutsch⸗ land damals war, denn wirklich so unendlich überlegener und besser benommen hätten, um unsere Ausprüsche auf sittliche Ueberlegenheit zu rechtfertigen. In einem wichtigen Punkte sicher nicht! Nehmen wir einmal an, England wäre am 2. August in der Lage Deutsch⸗ lands gewesen, d. h. im Kriege mit Rußland, und hätte die Gewiß⸗ heit gehabt, daß Frankreich sich anschließt. Die deutsche Regierung wünschte den Krieg mit Frankreich damals nicht und wußte ferner, daß der Krieg mit Frankreich auch Kriag mit uns bedeutete. Als wir den Krieg erklärten, da hatte Deutschland, so weit die bel⸗ gische Frage in Betracht kam, praktisch genommen ke ine Wahl mehr. Wenn England in gleicher Lage gewesen wäre, wenn Lord Roberts, Lord Kitchener und alle maßgebenden Militärs und „Patrioten“ uns versichert hätten, daß unser eingiges Heil in der Verletzung der belgischen Neutralität läge— hätte die Kirche da bei ums einen Augenblick gezögert? Ich kann nur für meinen elgenen Wahlkreis sprechen und weiß, daß die Mehrheit der Geistlichen in meinem Wahlbezirk die Verletzung gut geheißen hätte, daß die ge⸗
liche Presse sich angeschlossen hätten und auch ich selbst zu jenem Vorgehen dringend geraten hätte, wenn noch irgend ein Drängen nötig gewesen wäre. Was für beredte Predigten hätten wir zu hören bekommen über die Verantwortlichkeit, welche die Nation Gott schuldet für ihre eigene Sicherheit und Unverletzlichkeit, Predigten über die gebieterische Pflicht der Selbstverteldigung, über„salus populi suprema lex“!
Ich hoffe, daß diejenigen meiner Landsleute, welche noch einigen Respekt vor der Intelligenz derjenigen haben, die auch zwischen Feinden ehrliches Spiel gern sehen, ihren Gefühlswallungen die Zligel anlegen, wenn sie über Dentschlands Einmarsch in Belgien reben. Unsere Kirche sollte doch ein für allemal all das scheinheilige Gerebe über einen Krieg der Gerechtigkeit sein lassen!
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* Französische Befürchtungen.
Paris, 11. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Presse, die die Lage in Serbien noch vor einigen Tagen als günstig bezeichnet hat, gesteht jetzt nach dem Falle von Nisch, Kraljewo und Kruschevatz ein, daß der Widerstand der Serben dem Ende nahe ist. Den Ausführungen hiesiger Militärischriftsteller zufolge haben die Ankunft der Oesterreicher in Jvaujika und die großen Fortschritte der Armee des Generals Köveß südlich von Kraljewo die Haupt⸗ macht des serbischen Heeres von der letzten Rückzugs linie nach Wontenegroabgeschnitten. Offen bleibe ihr nur noch die Straße von Mitrowitza, um sich nach Alabanien zu flüchten. Der Matin erklärt, die Besitzergressung der ganzen Eisenbahnlinie Velgrad⸗Nisch durch die Truppen der Zentralmächte werde die Durchführung weiterer Pläne des österveichisch⸗deutschen General- stabes gestatten. Die Information schreibt: Etappenweise sichern sich die Oesterreicher, Deutschen und Bulgaren den Besitz ganz Rordserbiens, in dem sie nur noch auf schwachen Widerstand der serbischen Kräfte stoßen, die zerstreut und erdrückt werden. Erst das Eingreifen einer starken Truppenmasse der Alliierten könne die ernste Lage noch ändern.
Der bulgarische Bericht. Die Beute der Bulgaren. Sofia, 11. Nov.(W. T. B.) Amtlicher Heeresbericht. Uusere Truppen setzten die Verfolgung des geschlagenen serbischen Heeres auf dem linken Ufer der Morawa fort. Tüglich entdecken wir in den eroberten Städten neue Beute.
ben, Erst vor ein paar Jahren haben en i mit epa für 90 kleine Nation erschlossen, indem wir sie
Im Morawatal entlang der Eisenbahn brachten wir heute
samte konfervative Partei, die meisten Liberalen und die ganze ört⸗
eltkrieg.
ein: 4 Schnellfeuerhaubitzen, 8 Schnellfeuerfeldgeschütze mit gefüllten Munitionswagen, mehrere Maschinengewehre mit Bespannungen, neun ganz neue Scheinwerfer, darunter vier seste, fünf tragbare, 800 Gefangene. Südlich Lescovae in der Umgebung des Bahnhofes von Grablenitzo erbeuteten wir zehn Lokomotiven und 400 Eisenbahnwagen, davon 50 mit Material verschiedener Art beladen.
Die befreiten österreichischen Verwundeten.
T. U. Sofia, 11. Nov. Der österreichisch-ungarische Vize⸗ konsul Neeß aus Sofia reiste nach Uesküb, wo er sehr viele öster⸗ reichisch⸗ungarische Kriegsgefangene in den Spitälern antraf. Sie werden nach Sofia gebracht.
Die Entente gibt Nord⸗Serbien verloren.
Salonik, 11. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Die britische Linie in Serbien, die beträchtlich verstärkt wurde, ist weiter nach Norden vor⸗ geschoben worden. zosen, deren Flankenbewegung den Druck auf die Serben am Babuna-Paß vermindert, sehr erleichtert. Aus dem nördlichen Teile Serbiens kommen noch immer keine verläßlichen Nachrichten, es ist aber klar, daß dieser Teil des Landes als verloren betrachtet werden muß; es besteht aber viel Aussicht, daß man den südlichen Teil des Landes wird halten können, was dem Zusammenwirken der Alliierten und dem geordneten Rückzuge der
setbischen Truppen zu verdanken wäre, der mit einer
Geschicklichkeit durchgeführt wird, der an den Rückzug der Russen in Polen erinnert. Die Engländer beginnen 10 Kilometer von Salonik ein neues großes Lager anzulegen.
Eisenbahndirektion Belgrad.
Budapest, 11. Nov. Nach einer Meldung des Essegger Blattes Die Drau wird in Belgrad zum Betrieb der serbischen Eisenbahnen eine besondere Eisenbahn-Direktion errichtet, deren Organisation demnächst in Angriff genommen wird. Die Betriebsbeamten wer⸗ den Deutsche, Oesterreicher und Ungarn sein.
Mißtrauen gegen Griechenland.
Dem Petit Parisien wird aus Rom gemeldet: Die politischen Kreise behalten sich gegenüber der Erklärung des griechischen Ge⸗ sandten, in der die Aufrechterhaltung einer dem Vierverbande wohlwollenden Neutralität versichert wird, skeptisch. Sie sind der Ansicht, daß man nach den mit den Bulgaren gemachten Erfahr⸗ ungen die wiederholten Erklärungen der griechischen Regierung mit Vorsicht aufnehmen müsse. Man glaubt, daß sie den Wunsch hegt, die wahren Absichten der Krone zu verschleiern, bis ihr Ge⸗ legenheit gegeben ist, mit den Oesterreichern, Deutschen und Bul⸗ garen gemeinsame Sache zu machen.
Der Vierverband als„Schützer“ der kleinen Staaten.
Das Schicksal Belgiens und Serbiens gibt dem Berner Tagblatt zu folgenden Erwägungen über die Schützerrolle des Vierverbandes vom Standpunkt der Neutralen Anlaß:
„Die Tatsache, daß die beiden kleinen Staaten, die sich mit voller Zuversicht auf die Hilfe Englands und Ruß⸗ lands in den Krieg stürzten, nun zerschmettert am Boden liegen, wird nicht verfehlen, in der ganzen Welt der Neu⸗ tralen einen tiefen Eindruck zu machen. Große Worte waren es, die diesen tapferen kleinen Völkern gespendet wurden, und weiter nichts, etwas Gold ausgenom⸗ men. Beide wurden in den Krieg hineingetrieben mit der Versicherung: Wir stehen hinter euch und werden nicht dulden, daß euch etwas geschieht. Und nun war weder Albions Flotte noch die russische Dampfwalze imstande, den Tod von diesen allzu vertrauensvollen Völkern ferne zu halten. Die Völker müßten jeder Urteilskraft bar sein, wenn sie aus dieser furchtbaren Lage nicht den Schluß zögen, daß in einem Kampfe gegen die Zentralmächte die Hilfe Ruß⸗ lands und Englands nicht viel besser sei, als jener Rohrstab Aegyptens, der dem durch die Hand geht, der sich darauf stützen wollte. Welches der kleinen Balkanläsder wird es nach dieser schrecklichen Erfahrung noch wagen, sein Ge— schick an dasjenige Englands zu ketten? Welches bisher neu⸗ trale Land Europas wird es wagen, durch den Anschluß an den Vierverband sein Leben aufs Spiel zu setzen? Da helfen alle schönen Phrasen nichts mehr: Der Vier- verband hat die kleinen Staaten, die sich ihm an- geschlossen hatten, nicht zu schützen vermocht. Sie sind elend zugrunde gegangen, nachdem sie bis zum letzten Augenblick gehofft hatten, aus den großen Worten würden doch endlich Taten werden.“
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Dadurch wird das Vorgehen der Fran⸗


