Ausgabe 
13.11.1915
 
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f 5 Arbeitsplanes und seine konseque

1 berall eine besondere Instanz geschaffen werden, ifts⸗Kommission für

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chfzustellen.

eilage zur Oberhessischen Volkszeitun

und Nach bargebiete. Gießen und umgebung.

1

Den Ungekannten.

Ihr Namenlosen, Die keiner nennt, 2 Weil kein Auge eure Tat kennt Seid in Ehrfurcht gegrüßt. Ihr Schweigsamen, l

Die ihr auf stillen Posten gesiegt 5

Und wieder ins Glied tratet und schwiegt Seid in Ehrfurcht gegrüßt.

Ihr Unbekränzten,

Die ihr, nicht wissend, die erste Bresche gebahnt, Eh' noch ein Feldherrnauge den Sieg geahnt Seid in Ehrfurcht gegrüßt.

Ihr stillen Helden,

Die ihr kein Ehrenkreuz tragt,

Weil kein Mund nach eurer Tat euch gefragt Seid in Ehrfurcht gegrüßt.

Gefallene Vorposten,

Die ihr in Einsamkeit Schwerstes vollbracht, Ohne daß ein Auge eurer geachtet

Seid in Ehrfurcht gegrüßt.

Und du, gehärtetes Hers,

Das, eh' es um Feinde wußte, Erst sich selber besiegen mußte Seid in Ehrfurcht gegrüßt.

Ungekannte, ihr alle:

Bewußt oder unbewußt

Tragt ihr ein strahlendes Kreuz an der Brust Seid in Ehrfurcht gegrüßt.

hessen

Friedrich Kayßler.

ger Krieg und die Arbeiten der Kommune ö Man beschäftigt sich jetzt eifrig, und natürlich mit Recht, it der Frage der Arbeitsvermittlung nach dem Kriege Hunderttausende von Kräften verlangen dann ungefähr mit chem Male, wieder dem Arbeitsleben zugeführt zu werden. zu ist natürlich ein groß angelegtes organisatorisches Ver tlungswerk erforderlich. Aber die Vexmittlungsstellen ein vermögen die Aufgaben nicht zu vollbringen. Die te Organisierung des Arbeits nachweis wesens ist hin⸗ lieg, wenn nicht überhaupt die nötige Arbeit vorhanden 0 Und darum gilt es nicht nur, für ein rechtes zunktionieren des Vermittlungsapparates Sorge zu treffen, dern auch darauf bedacht zu sein, daß für jene Hundert usende genügend Arbeit vorhanden ist. Wie auf dem Gebiete der Arbeitsvermittlung, so hat auch der Frage der Arbeitsbeschaffung die Kommune wichtige fgaben zu erfüllen. In immer steigendem Maße tritt ja Kommune als Arbeitgeberin auf. Da ist es ihre soziale Iflicht, dafür Vorsorge zu treffen, daß sie nach dem Kriege . möglichst großem Umfange Arbeit zu vergeben hat. Es darf eines regelrechten Friedens⸗Arbeits⸗Programms in

Kommunen. So manche Arbeiten sind noch vor dem iege aus irgend welchen Gründen aufgeschoben worden, so inche Projekte hat der Krieg nicht zur Ausführung ge⸗ ngen lassen, so manche Bauten erwarten in nicht zu ferner Fit ihre Ausführung. Da heißt es, all das zusammentl⸗ ssen und in einen genauen, bis ins einzelne ausgearbeiteten nd alle Gebiete umfassenden Arbeitsplan in den Kommunen Es muß überall ein weites Arbeitsfeld wohl

4 A 7 1 birbereitet werden, so daß großen Scharen von Kräften nach

im diesen Zuständen Magistratsrat Genossz

e die Regierung auf

Kriege Arbeit geboten und die Arbeit sofort begonnen verden kann. Darum genügen nicht theoretische Be uchtungen. Die nötigen Beschlüsse müssen vorher gefaßt

rden und alles muß soweit vorbereitet sein, daß die Arbeit Hort aufgenommen werden kann. Um die Einheitlichkeit nte Durchführung auf währleisten, muß

en Gebieten kommunaler Arbeit zu ge. eine Ar⸗

die heimkehrenden Krieger. 1 Um das Arbeitsgebiet möglichst weit zu mache 12 öglichst vielen Gelegenheit zur Arbeit zu geben, müissen di lommunen auch jene Arbeiten in das Programm 2 1 n. ziehen, die sie sonst im Winter zu den Notstandsarbelten achneten. Wegebauten, Aufräumungsarbeiten 1 1 kwegungen jeder Art müssen vertreten sein. Es ist unzweifel⸗ eft, daß solch ein groß angelegtes Syste ee kbeit von der allergrößten sozfalen ee e 155 11 i schwere Fri 8 sei solch ß noch recht schwere Fieber eschaffung 1 hten Wegfall von Unter⸗

sein kann.

S e een reine Kartoffeln Trotz Kartoffelreichtum keine Kartoffe 1 8 Um entsprechend der neuesten Kartossildenon zn versehen, ist ksrats die Gemeinden mit genügenden Menersorgungsstelle er⸗ e Bayern in München Kartoffelo darf anzumelden shtel worden, bei der die Gemeinden eur von 56 000 Zentnern chen. Die Stadt Nürnberg hat einen Bedarfe zugewiesen ist: gemeldet, wovon bis jetzt nur ein kleine. Ibwohl Kartoffeln im auch zieser ist nur schwer zu bekamen halten mit iren berfluß vorhanden sind. Die Probaernfahr sodukten zurück, weil sie hoffen, im ae S ichstpreise zu bekommen. Im Miruberg

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Tatsachenmaterials Kartoffeln reichlich 11 um die Spekulanten. berm ngcese Justände aufmerksam

So

uf Grund reichhaltigen te sehr gut ist und Hritte getan würden, bürgabe der Kartoffeln zu

n. 1; 1 n. Aus dem Norden kommen ähnliche. 1 5 schleswig⸗Holstein berichtete foffeln ha s von 2% Mk für 100 Pfund Kar els den ident verfügt, daß der Kleinbaudeseeig b darf is um nicht mehr als 1 Mk. übers

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Dieser

bedeutend höhere Stadt⸗Magistrat, übte Klötzel lebhafte 7

zur Oberbürgermeister

wird aus Produzentenhöchst⸗ t der Regierungs- Produzentenhüchst⸗ i Klein⸗

Gießen, Hamstag, den 13. November 1915.

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handelspreis von 3,95 Mk., der bei der in Schleswig-Holstein be⸗ sonders großen Kartoffelnot noch immer reichlich hoch ist, genügt 957 85 vielen Kartoffelhändlern nicht, sie halten die Kartoffeln vom Maxkt zurück und kehren sich auch in vielen Fällen nicht an die Höchstpreise. Aus verschiedenen Orten der Provinz wird gemeldet, daß die Kartoffelzufuhr zu den Wochenmärkten bedeutend nachge- lassen hat oder die Verkäufer höhere Preise forcierten, als zu⸗ lässig sind. Auf den letzten Wochenmärkten in Husum, Neumünster und Friedrichstadt mußte die Polizei gegen solche Preistreiber ein⸗ schreiten. In Elmshorn trieben es die Kartoffelhändler sogar so⸗ weit, unter sich dafür Propaganda zu machen, deine Kartoffeln mehr zu verkaufen. Tatsächlich konnten dieser Tage viele Ein⸗ wohner des Ortes keine Kartoffeln erhalten. Das hat die Polizei⸗ behörde veranlaßt, die Kartoffelhändler darauf aufmerksam zu machen, daß in solchen Fällen die Kartoffeln polizeilich in Ver⸗ wahrung genommen und vom Magistrat zu den festgesetzten Höchst⸗ preisen für Rechnung des Besitzers verkauft werden können. Diese Fälle zeigen, wie notwendig die Beschlagnahme der Kar⸗ toffeln ist.

Mohin das Ziel der Wucherer geht, ersieht man auch einer Meldung aus Basel(Schweiz), wonach die Zufuhr deutschen Kartoffeln nach der Schweiz großen Umfang angenommen hat. Jeden Tag treffen dort Sonderzüge mit Kartoffeln auf dem badischen wie auf dem Schweizer Bahnhof Basels ein, um nach dem Innern des Landes weiterzugehen, besonders nach dem Berner Oberland. In der Schweiz winkt den Spekulanten sicher ein höherer Preis als in Deutschland. Das deutsche Volk wird durch solche Praxis genötigt, den Hungerriemen noch enger zu schnallen.

aus von einen

Mehlabgabe des Kommunalverbandes. Wir werden ersucht, nochmals darauf hinzuweisen, daß jeder Brotmarken⸗ empfänger einmalig ein Pfund Mehl erhalten kann. Der Preis beträgt ausnahmsweise 20 Pfg. für das Pfund. Das Nähere ergibt sich aus der Bekanntmachung des Oberbürger⸗ meisters im Anzeigenteil.

Kartoffelversorgung. Von seiten der Stadt sind an die Einwohnerschaft beinahe 2000 Zentner Kartoffeln ge⸗ liefert worden; außerdem werden die Familien der Kriegs teilnehmer damit versorgt und ferner ist ein großes Quantum für den Kleinverkauf eingekellert. Es gibt noch immer viele Familien, die noch nicht im Besitze ihrer Winterkartoffeln sind. In Frankfurt scheint die Versorgung auch ihre Schwierigkeiten zu haben. Es wird von dort berichtet: Auf Anordnung des Regierungspräsidenten zu Wiesbaden wur⸗ den einzelne Landratsämter des Bezirks angewiesen, der Stadtverwaltung möglichst rasch Kartoffeln zu liefern. Das Usinger Landratsamt hat bereits die ihm unterstellten Bürgermeistereien aufgefordert, binnen 48 Stunden die ab⸗ zugebende Kartoffelmenge telephonisch zu melden. Bei nicht genügendem Angebot droht das Amt mit Beschlag⸗ nahme und Enteignung.

Ueber die Lage der deutschen Gefangenen in Sibirien erhielt vor kurzem unser Wiener Parteiblatt Mitteilungen von einem Parteigenossen, der als Austauschverwundeter zurückgekehrt ist. Da aus unserer Gegend eine Anzahl sich als Gefangene in Techita(Ostsibirjen) befinden, dürften diese Mitteilungen für viele von Interesse sein sie sind auch von allgemeinem Interesse weshalb wir sie hier wiedergeben:

Im Barackenlager bei Tschita, das aus 351 Baracken be steht, sind Deutsche und Oesterreicher untergebracht. In den Gebäuden, die zum Teile gemauert sind, befinden sich große Oefen, ebenfalls gemauert, Heizmaterial ist genügend, so daß der Winter, dessen höchste Temperatur 10 Grad Zeaumur, dessen niederste 38 Grad Reaumur betrug, erträglich war. Die Lagerstätten sind Pritschen mit Strohmatten. Decken fehlen, der Mantel muß als Decke dienen. Morgens, vor mittags und zum Vesper gibt es Tee mit einem Stück Zucker und gutem Schwarzbrot. Mittags und abends eine Suppe mit Gemüseeinlage und je ein großes Stück Rindfleisch. An⸗ läßlich der Einnahme von Warschau wurde übrigens der Vor⸗ und Nachmittagstee entzogen, die Gefangenen also gewisser⸗ maßen auf russische Art von dem Gange der, Ereignisse unter⸗ richtet.

Die Behandlung ist nicht schlecht. Zur Arbeit wird niemand gezwungen, und so wurden im Lager ver schiedene Kurse eingerichtet, um Beschäftigung zu haben. Einlangendes Geld wird voll ausbezahlt und der Rubel mit 2,75 Kronen berechnet. Zu Einkäufen in der nahe gelegenen Stadt Tschita gehen die Kriegsgefangenen regelmäßig in kleineren Gruppen unter der Führung einer Ordonnanz. Die Preise der Nahrungsmittel in dieser Stadt sind nach unsern derzeitigen Verhältnissen gemessen geradezu ideal niedrig. Das reine Schlaraffenland! Erklärlich wohl da durch, daß dem fruchtbaren Teile Sibiriens, in dem Tschita liegt, infolge des Krieges die Ausfuhrmöglichkeit fehlt. Es kosten 3 Eier 17 Pfg., 1 Kilogramm() Butter 68 Pfg., 1 Pud Rindfleisch 1 Mark, 1 Huhn 25 Kopeken(60 Pfg.). feiner Blütentee 92 Pud 25 Kopeken. Es gibt zahlreiche Speiseanstalten(Auskochereien), wo für wenig Geld gut ge gessen werden kann. So kostet eine ganze gebratene Gans im Speisehause 60 Kopeken(1,55, Mark), ein Viertel Spanferkel 50 Kopeken. Weißbrot ebenfalls billig. Wäsche ist nicht teuer zu haben; sonstige Industrieartikel jedoch zu hohen Preisen. Daß die Konditoreien in Tschita durch den Besuch der Kriegsgefangenen gute Geschäfte machen, sei nur nebenbei erwähnt. Alkohol in Form von Branntwein oder Wein ist nicht zu haben. Bier in Flaschen zu 25 Kopeken ist schlecht. Tabak gut und billig. Wenn ein Kriegsgefangener zum Beispiel monatlich fünf Rubel an Zuschüssen hat, so kann er ganz erträglich leben. Korrespondenzen kann er im Monat zweimal absenden.

Nun, danach läßt sichs dort ganz gut leben. Nebenbei befindet sich der Vorsitzende des Gießener Wahlvereins, Genosse Maier, seit länger als einem halben Jahre in Tschita.

Wahlverein Gießen. Nächsten Montag abend findet die regelmäßige Mitgliederversammlung statt, auf die wir aufmerksam machen. Die Mitglieder wollen zahlreich er⸗ scheinen. 5 7 5 8

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Alter Sünder. Ein älterer Mann aus Maar, namens Gröninger, hatte sich gestern vor der Strafkammer wegen Sittlichteitsverbrechen zu verantworten. Er hatte mit Kindern dumme Sachen gemacht. Da er wegen ähnlichen Dingen schon vorbestraft ist, erhält er 10 Monate Gefängnis aufgebrummt. 5

Erhäugt. Im Walde von Friedelhausen wurde von Waldarbeitern ein alter Mann erhängt aufgefunden. Der Mann trug gute Kleidung, seine Perfon ist noch nicht fest⸗ gestellt worden.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Musketier Friedrich Schneider aus Gießen, Inf-⸗Reg. 57. Unteroffizier Carl Pfaff aus Gießen, Inf.⸗Reg. 349. Musketier Kaspar Vogel aus Mainzlar, Inf.⸗Reg. 129. Musketier Heinrich Hörmann aus Mainzlar, Inf. Reg. 129. Landstürmer Phil. Michel aus Treis q. d. L. Inf.⸗Reg. 118. Musketier Wilhelm Sehrt aus Berns feld, Inf.⸗Reg. 53. Grenadier Konrad Becker aus Lehrbach. 5 5

EinEiweißersatz. Wir haben schon öfter darauf hinge⸗ wiesen, was in bieser Zeit der Nahrungsmittelknappheit für un⸗ mögliche Kochrezepte geboren werden. Jetzt macht ein solches die Runde durch die Presse, das derKriegskost entnommen ist, die sich übrigens schon manches geleistet hat, was bei der Hausfrau Kopfschütteln erregen muß. Es handelt vonEiweißersatz und lautet folgendermaßen:Manches Ei wird in der Küche geopfert, um das Eiweiß als Bindemittel beim Backen von Kuchen, Klößen, Pfannkuchen, Frikandellen, Nudeln usw. zu verwenden. Aber der Preis der Eier ist so gestiegen, daß die Hausfrauen gewiß gern nach einem billigen Ersatzmittel greifen werden. Ein solches bietet unsere so vielseitig verwendbare Kartoffel. Einige rohe Kar⸗ toffeln werden recht sauber gewaschen und gebürstet, 20 Minuten in frisches Wasser gelegt, darauf dünn abgeschält und fein zerrieben. Alsdann gießt man frisches Wasser darüber und läßt die Masse sich setzen. Nun wird das an der Oberfläche ste gelbbraune Wasser abgegossen, wieder frisches Wasser aufg ttet; gut um⸗ rühren und wieder sich setzen lassen. Dies Verfahren wird so oft wiederholt, bis das Wasser ganz klar bleibt. Das kalte Wasser wird jetzt nochmals sorgfältig abgegossen und an dessen Stelle so viel kochendes Wasser unter ständigem! mrühren darüber gegossen, als die Masse der Kartoffeln selbst beträgt, der Topf auf das Feuer gefetzt und fortwährend umgerührt, bis die Masse dem Kochen nahe ist, kochen darf sie nicht. if läßt man sie ab⸗ kühlen und drückt sie dann durch ein le ich. Das Heraus- gedrückte kann man wie Eiweiß verwenden mpfiehlt sich bei jedesmaligem Bedarf die neue Bereitung. Ob der Verfasser des Rezepts nicht bedacht hat, wieviel Zeit verbraucht werden muß, um seinEiweiß herzustellen und das die Zeit auch bei der Haus⸗ frau Geld ist? Und welche Massen Wasser sind dazu nötig, das in Orten mit Wasserleitung auch niemandem geschenkt wird!

Kreis Wetzlar.

Regelung der Schweinefleischpreise. Die preußische Aus⸗ führungsanweisung zur Verordnung über die Regelung der Preise für Schlachtschweine und für Schweinefleisch ist den Behörden zugegangen. Sie enthält u. g. die wichtige Bestim⸗ mung, daß die Gemeinden fortan verpfli chtet sind, Höchstpreise für Floeisch und Fleischwaren festzusetzen. Auch bei verschie⸗ denen Preisen für die einzelnen Fleischsorten darf der Preis für keine Sorte die vorgeschriebenen Preisgrenzen überschreiten. Die Preise für zubereitetes Fleisch(gepökeltes und geräuchertesSchweine⸗ fleisch), für gesalzenen und geräucherten Speck, für ausgelassenes Schweinesett und Wurstwaren sind im Verhältnis zur Preis⸗ grenze für frisches Schweinefleisch und rohes Schweinefett festzu⸗ setzen. 4

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Von Nah und Fern. Moral eines christlichsozjalen Abgeordneten.

Wegen Milchwucher wurde der christlichsoziale Landtags⸗ abgeordnete Christian Schwaiger von Fieberbrunn in Tirol ge⸗ richtlich zu sechs Tagen Arxest und 500 Krouen Geldstrafe verur⸗ keilt. Dieser selbe Christ hatte zu Hause die Milchpreistreiberei or⸗ ganisiert und war hernach in einer Deputation zum Statthalter ge⸗ gangen, um gegen die Teuerung zu protestieren. Herr Schwaiger hat, nachdem sein Vorgehen in unserem Junsbrucker Blatt beleuchtet ward, in dem christkichsozia Allg. Tiroler Anz. alles abgeleugnet: er habe die Bauern zu P eibereien nie aufgemuntert, das seß nur eine sozialdemokratische Hetze gegen ihn. Nun ist er gerichtlich überführt.

Kartoffelwucher. Vom Landgericht Köhn sind am 24. Juli die Kalifleute Brüder Abraham und Sally Salm wegen, Ueberschreitung der Höchstyreise für Kartoffeln zu je 1000 Mark Gelödstrafe verur⸗ teilt worden. Die Angeklagten betreiben einen Altmetallhandel und seit dem Kriege auch einen Kartoffelhandel. In zwei Monaten

aben sie für diese Volksspeise 85000 Mark ausgege ben und 35000 Markeingen om men. Wie festgestellt ist, haben die klagten beim Verkauf der Kartoffeln vielfach die festgesetzten stpreise überschritten. Die Revision wurde am 9. November vom Reichsgericht als unbegriindet verworfen. Die beiden Patrioten haben also trotz der 2000 Mark Geldstrafe noch einen fehr schönenVerdienst eingeheimst.

D. Kaminkg, Gießen d ee

Gold- und Silberwaren. Lieferant des Konsum⸗ Vereins

Marktplatz fl. g 8 Uhrmacher und Goldarbeiter.

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Gi f* Aumalige zuweisung.

Jede Person, der ein Brotmarkenheft zusteht, kaun dem⸗ nächst gegen eine besondere Bezugskarte ein Pfund Weizen⸗ mehl erhalten.

Die Bezugskarten werden bei der Brokmarkenausgabe am Samstag den 13. d. M. von 812 und 26 Uhr auf Wunsch an den zuständigen Brotmarken-Ausgabestellen ver⸗ abfolgt. ö

Die Verteilung des Mehles erfolgt gegen Rückgabe der Bezugskarten. Der Preis beträgt ausnahmsweise 20 Pfennig für das Pfund. Wann und wo die Mehlausgabe stattfindet, wird noch besonders bekannt gegeben.

Gießen, den 11. November 1915.

Der Oberbürgermeister: Weller.

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