Ausgabe 
12.11.1915
 
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Das teure Schuhzeug.

Zu allen sonstigen Nöten der miaderbemittelten Be. völkerung tritt nunmehr nach Eintritt der rauhen Jahreszeit eine neue Sorgenquelle hinzu. Wenn nicht guch noch dor Arzt ständiger Gast im Hause sein soll, müssen die Kinder ganze Schuhe haben. Aber die außerordentlich hohen Leder preise haben das Schuhwerk so verteuert, und besonders auch die Repargturkosten so sehr erhöht, daß die rechtzeitige Be⸗ schaffung und Herrichtung der Schuhe besonders für kinder- reiche Familien fast unerschwingliche Opfer erfordern. Die Höhe der jetzigen Ausgaben für die FJußbekleidung steht in gar keinem Verhältnis zu den für die Lebenshaltung zur Verfügung stehenden Mitteln. Das zwingt geradezu zu höchst gefährlichen Einschränkungen. Es ist das um so be- dauerlicher und muß verbitternd wirken, weil die natürliche durch den Krieg bedingte Erhöhung der Leder⸗ preise im Verhältnis zu den tatsächlichen Verkaufspreisen nur gering ist. Der Preis für Sohlleder betrug vor dem Kriege 1,80 bis 2 Mark, heute dagegen 56 Mark das Pfund vereinzelt sogar 7,50 Mark, soweit freiverkäufliches Leder in Betracht kommt. Der Rohhäutepreis ist um 2050 Prozent verteuert, die Herstellungskosten in der Gerberei einschließ⸗ lich der Gerbstoffe um etwa 100 Prozent. Daraus ergibt sich eine Verteuerung der Produktionskosten um etwa 1,50 Mark. für das Pfund fertiges Leder. Die tatsächliche Verteuerung beträgt aber 34 Mark pro Pfund. Die Lederfabrikanten müssen hiervon 70 Pfg. früher 1 Mark als Wohlfahrts steuer an die Reichsmilitärkasse zahlen. Die Erhebung dieses Betrages ist indes nur eine mittelbare Besteuerung der Ver braucher. Unter solchen Umständen wird eine kräftige Herab⸗ setzung der im Mai 1915 festgesetzten Richtpreise für fertiges Leder unbedingt erforderlich. Der Kriegsausschuß für Konsumenteninteressen hat deshalb in einer Eingabe an den Staatssekretär des Innern, Exzellenz Dr. Delbrück, unter Hinweis auf die hohen Gewinne der Lederfabriken eine starke Herabsetzung der jetzigen hohen Richtpreise im Inter- esse der ärmeren und mittleren Bevölkerung gefordert. Er verlangt ferner auch die Aufhebung der genannten Wohl⸗ fahrtsabgabe, da durch sie nur eine erhebliche Verteuerung des Schuhwerkes herbeigeführt wird. Weitere Vorschläge beziehen sich auf die Ausdehnung der Richtpreise auf den gesamten Lederhandel und die Abgabe auch von kleineren Mengen Leders seitens der Kriegsleder⸗Aktiengesellschaft. Es muß im Interesfe der Verbraucher mit allen Mitteln auf die Verbilligung des Leders hingearbeitet werden.

Eine Warnung für Kriegsbeschädigte.

Aus Bergarbeiterkreisen wird uns geschrieben:

In neuerer Zeit erscheinen Broschüren und Bücher, in denen Kriegsbeschädigte und Unfallverletzte bei Verlust von Gliedmaßen usw. noch alles leisten können. Wir sind gewiß alle sehr daffir und begrüßen es mit großer Freude, wenn den armen Verstümmelten künstliche Glied⸗ maßen geliefert und Anweisung gegeben wird, wie sie sich ihr Los erleichtern und wieder eine leidliche Existenz verschaffen können. Wenn aber in jenen Broschüren, Biichern und Bildern die Leistung der Verstümmelten mit künstlichen Gliedmaßen(Prothesen) in zu rosigem Lichte dargestellt wird, so kann dadurch leicht eine Benach⸗ teiligung für dieselben entstehen.

So wird in dem kürzlich erschienenen Buche des Herrn Berg⸗ rats E. Flemming, Mitglied der kgl. Bergwerksdirektion Saar⸗ brücken und des Vorstandes der Sektion 1 der Knappschafts⸗Verufs⸗ genossenschaft, ein einarmiger Bergmann J. dargestellt(Seite 35), welcher am rechten Arme unterhalb des beweglichen Ellbogengelenks nur einen zirka 10 Zentimeter langen Stumpf hat, trotzdem aber fast sämtliche bergmännischen Arbeiten verrichten kann. Es wird daun auch angegeben, daß dieser Mann in den Jahren 1913 und 14 einen Lohn von 6,05 bis 6,57 Mark pro, Schicht wie die übrigen Hauer verdient hat.Unfallrente bezieht der Mann nicht, be⸗ merkt dazu Herr Bergrat Flemming. Der Leser muß daher an⸗ nehmen, daß es sich um einen Unfallverletzten handelt, welcher den größten Teil des Unterarmsverloren und nun mit dem beweg⸗ lichen Stumpfe fast alle bergmännischen Arbeiten verrichten könne. Vor dieser Darstellung werden Fälle von abgebildeten Personen geschildert, welche den Unterarm durch Unfall oder Tuberkufose verloren haben. Dadurch kommt der Leser erse recht zu der 0 nahme, daß es sich um einen Unfallverletzten handeln soll. Das ist aber unrichtig. Der Bergmann J., den wir kennen, ist ein Unfallverletzter, sondern wurde mit dem verkrüppelten rechten Vorderarm geboren. Dieser Bergmann B. hat also keinen ver⸗ narbten Armstumpf, welcher nach der Amputation meist eee schmerzt, wenn damit etwas gehalten oder derengehee San sondern dieser Armstumpf ist eigentlich eine per Wien a Ja, J., kann sogar damit etwas aufassen, weil in 9 3 19 00 sich zweimal Gelenke befinden. So kaun. J. 5 Fbei a mähen, er hält damit den Hacken⸗ oder Schaufelstiel, beim 11 bauen in der Grube die Polsstempel usw. Das 5 17 Gel 116 halb so gut, weil er den Armstumpf in den bend e it aber etwas krümmen, folglich etwas anfassen kann. g 92 0 doch bei einem Kriegs- oder Unfallrentner 1250 er Ja ein eifer Teil des Unterarms amputiert wurde und ee Stumpf übrigblieb, der oft sogar recht empfin ich 5 5

Im Kompaß, dem Organ der nana ge⸗ schaft, Jahrgang 1913, wurde der einarmige Hauer J. ge⸗

schi i t den Hauptteil dieser Notiz e ee ere 1 Aber im Kompaß stehen

in seinem Buche wortgetreu übernommen. Agen. ürlich be⸗ 77 5 ie folgenden Sätze:Natürlich be⸗ 1 8 0 8e 18 bullen fer den Rentenempfängern

ieht er(J.) keine 5 101 1 1 5 3 einen Mann mit einer derartigen e E geblich suchen. Er ist mit der Verkrünplung zu. 1 Unterlasfung Daß er den letzten Sa nicht Übernahme a. lenming auch mik⸗ die irreführend wirkl. Hätte Herr Bergrat e geteilt, daß J. je geboren ist, so konnte ger auch der erste Sab fallverletzten in J. erblicken. Dann ne Ver eaß 5 allen gang liberflüssig, in welchem gesagt, eg rreführung vor, oh be⸗ hierlur nicht bezieht, Es lieg also eine Fahingestelle absichtiat ober unbeabsichtigt, lassen wir 40 u befürchten ist, daß Der Sachverhalt wird, mitgeteilt, wesl darunter zu kelden Unfallvorletzte und Kriegsbeschädigte sensoene Unterarme fest⸗ haben, wenn bei ihnen die Rente für ein folchen Fällen die gesetzt wird. Wie leicht können ihnen Augen gehalten Lelstungen dereinarmigen Kohlenhauers itt hoch enug, denken werben, mit der Begründung: Ihre Rente e Hand alle berg⸗ 255 an, Aalen en, der e G einiger Energie könnten a 1 05 Kentenansprliche sind unberechtigt.

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D Hoöchstpreise für Butter in der Stadt Gießen. Von heute ab wird durch Bekanntmachung des Oberbürgermeisters wie folgt festgesetzt: Molkereibukter 2,20 Mk., Land⸗ butter 1,90 Mk, das Pfund.Für Auslandsbutter wurde 2,55 Mk. als Höchstpreis festgesetzt,

Bei dem Wilofleischverkauf gestern früh heerschte großer Andrang, sodaß das Fleisch in ganz kurzer Zeit ver kauft war und Leute, die später kamen, nichts mehr erhalten konnten. Darüber gab es natürlich bei diesen Berdruß, es wurden Vorwürfe gegen Herrn Schreiner erhoben. Diese sind jedoch durchaus unbegründet; es haben nur 15 Rehe zur Verfügung gestanden, von denen natürlich bald nichts mehr da war. Es ist, wie uns bestimmt versichert wurde, ganz korrekt zugegangen. Herr Schreiner erklärte, daß er sich wegen des gehabten Verdrusses nicht mehr mit dem Verkauf des Wildfleisches befassen wolle. g

Die Auszahlung der Reichs- und Kreisunterstützung für 16. bis Ende November 1915 an die Familien der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: An diejenigen, deren Namen beginnen mit 1 Dienstag, 16. November, I Mittwoch, 17. November. Zahlstelle: Stadthaus, Zimmer Nr. 16. Zahlstunden von 81 Uhr vormittags. Die Unter⸗ stütungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden.

Brotmarken-Ausgabe. Morgen gelangen wiederum neue Brotmarken für die nächsten 14 Tage zur Ausgabe. Es sei darauf aufmerksam gemacht, daß morgen zugleich die Bezugskarten für Mehl abgegeben werden.

» Butteruerkauf durch den Kommunalverband. Wie wir hören, hat der Kommunalverband sich noch einen bedeutenden Vor⸗ rat Butter gesichert, die er zu den gleichen Preisen wie bisher ver⸗ kauft. Vielfach ist verbreitet worden, daß diese Butter minderwertig sei, teilweise wurde sogar die Behauptung aufgestellt, es sei Margarine darunter! Das ist natürlich unsinnig. Wie wir schon vor kurzem bemerkten, wird der Kommunalverband schon ganz von selbst bemlüht sein, gute Ware zu erhalten und sich nicht minder⸗ wertiges Zeug aufhängen laffeu. Es handelt sich hier um gute aus⸗ ländische Butter, die gesalzen in Kühlhäusern aufbewahrt wurde. Wie uns weiter erklärt wurde, sind die großen Vutterblöcke von einer Salzschicht umgeben; das Salz dringt in die Butter zu einem kleinen Teile ein und albt ihr elne gelbliche Jarbe. Daun werden die Blöcke durchgekuetet und abgeformt, die vom Salz durch⸗ drungene gelbliche Butter wird mit der übrigen vermengt. Daher kommt es, daß von der gelblichen kleine Teile in den Pfundstücken beim Durchschneiden sichtbar sind. Dieser Umstand hat dazu ge⸗ führt, daß Behauptungen, wie bie abigen, auftauchen konnten. Sie sind aber durchaus unbegründet, die Butter ist einwandfrei.

EinWunderdoktor. So lange die Dummen nicht alle werden, blühen die Geschäfte derer, die aus diesem Umstand Vorteil ziehen. Das beweist wieder der Fall desWunderdoktors in Verden. Dort hat sich der 54 Jahre alte Maurer(1) Friedrich Feuß aus Lesum bei Vegesack als Naturheilkundiger nieder⸗ gelassen und den Kranken vollständige Heilung aller Gebrechen ver⸗ sprochen, hatte Medizin zum Einnehmen und Salben zum Ein⸗ reiben abgegeben und selbst bei den Kranken zur Anwendung ge⸗ bracht. Da die Kranken sich als die Angeführten fühlten, erfolgte Se e wegen Betrugs. Festgestellt wurden Fälle aus Lang⸗ wedel, Achim und Verden. Feuß hatte Heilung in wenigen Tagen und 36 Wochen in sscherer Aussicht gestellt, wenn die Kranken sich seinen Anordnungen fligen würden. Begahlt erhalten hatte er Summen in Höhe von 26,80 Mk., 2,80 Mk., 43 Mk., 73 Mk., 20,10 Mark, 20 Mk. Feuß verteilte Reklamezettel und erzählte in den Wirtshäufern von seinen Erfolgen, die aus Wunderbare grenzten. Er behauptete, daß die Aerzte nichts verständen, daß er selbst aber alles heilen könne nach seiner Wissenschaft, die er aus alten römi⸗ schen Büchern geschöpft habe. Feuß wollte durch Einreiben mit ge⸗ heimnisvollen Medizinen sogar Krummbuckel gerade, kurze, ver⸗ wachsene Beine länger machen, innere Krebsgeschwüre heilen, die von Aerzten als unheilbar erklärt waren, in einem Falle ist ein Mädchen inzwischen auch schon gestorben, bessen Unterleibs⸗ leiden Feuß in kurzer Zeit vollständig ausheilen. wollte. Einen Rheumatismuskranken hat der Mediziumaun mit Essig einge⸗ rieben. In einem Falle hat Feuß aus der Flasche die Flüssigkeit nebenbei getrunken, wie er einem Kranken damit den Rücken ein⸗ rieb. Kurzsichtigkeit und Blindheit wollte der Wundermann heilen. Feuß hat schon einige Strafen verbüßt, auch wegen Betruges und Diebstahls, will aber ganz unschuldig gewesen sein. Seine Heil⸗ mittel sind sein Geheimnis; einer der Anwesenden meinte, es wäre Schweineschmalz und Stärke gewesen, in einem Falle Immergrün⸗ blätter. Feuß wurde vom Schöffengericht zu dre Monaten Ge fängnis wegen Betruges, außerdem zu 70 Mk. Geldstrafe wegen Uebertretungen verurteilt.

Kontrollversammlungen finden nächste Woche im Hose der Zeughauskaserne in Gießen statt. Es betrifft diese die Mann⸗ schaften aller Wafsen und Formationen, die eben noch vorhanden find. Eine Bekanntmachung der Bürgermeisterki wird die Einzel⸗ heiten noch angeben. 5

Stadttheater. Daß unser Theater so voll besetzt ist, wie es bei der vorgestrigen Vorstellung der Fall war, ist schon zu gewöhn⸗ lichen Zeiten eine Seltenheit, in der jetzigen muß es als etwas ganz Außergewöhnlsches verzeichnet werden. Diesen Umstand darf man wohl als einen Beweis dafür ansehen, daß Schiller immer noch im stande ist, die Herzen aller Hörer zu zwingen, zumal wenn diese Hörer, wie gestern, in ihrer großen Mehrheit der Jugend an⸗ gehören, die sich leichter begeistern und hinreißen läßt. Doch auch auf ältere und Alte konnte die vorgestrige in allen Teilen vorzüg⸗ liche Aufführung nicht ohne Eindruck bleiben; alle Künstler taten ihr bestes und man kann ohne weiteres sagen, daß Vollendetes ge⸗ leistet wurde. Seinem Inhalt nach haben wirKabale u nd Liebe im Platte lurz besprochen, es bleibt uns somit nur noch übrig, einige Worte zur Darstellung zu sagen. Dabei kann für jeden einzelnen der Mitwirkenden gelten, was bereits im ganzen bemerkt wurde. Herr Dworkows ki, welcher die Leitung hatte, gab den teuflischen Sekretär Wurm in ganz ausgezeichneter Weise, sodaß die zahlreich anwesenden Vackfische ihn mit Recht ver⸗ wünschen konnten. Vorzügliche Leistungen baten ferner Herr Steinhofer als Ferdinand er verstand es, den Helden mit Energie und jugendlichem Feuer zu beleben, E. Theiling als Präsident, ebenso trefflich stellte Wilh., Hellmurh den Stadt⸗ musikus dar. Martha Schild hatte in der Rolle der Luise Ge⸗ legenheit, ihr künstlerisches Können im pollsten Maße zur Geltung zu bringen. Sie stellte das junge, unschuldige, gequälte Bürger⸗ mädchen mit einer Innerlichkeit und Echtheit dar, dig hinxreißan und packen mußte, man merkte, daß sie mit Liebe und Begeisterung

an ihrer Rolle gearbeitet hatte. Hervorzuheben ist beson⸗ ders die Brief Szene, sowie der Auftritt bei der Lady. Diese gab Aung Rubens, die sich ihrer vollkommen gewachsen

zeigte. Die Rolle des geckenhaften Hofmarschalls lag bei Arthur Eugens in alen Händen. Erwähnung verdient noch Else Jüngling als geschwätzige, einfältige Frau des Musikus. Der den Künstlern gespendete lebhafte Beifall war noch niemals redlicher verdient. ö Westerwald und Unterlahn.

= Brotmangel im Westerwald. Die Brotversorgung im Westerwaldkreis hat in den letzten Wochen fast versagt schrelbt man dem Frankfurter Parteiblatt man konnte zu mancher Zeit nirgends Brot auftreiben. Manche Familien haben halbe Wochen lang sich ohne Brot behelfen müssen, Es fehlts an Mehl. Der Kreitz hat Welbstversorgung und hat mit dem vorhandenen Korn

lug. Die mauern baden(er cinen Del*. Pergghee das Korn 5 nicht gebroschen, obgleich kurz, nach der Kornernte Zeit genung wax und vorhandene Dreschmaschinen haben feiern müssen. Wie wir höreu, sah sich die Krelsverwaltung ge⸗ nötigt, Mehl van auswärts zu beziehen. Ein weiterer Mißstand ist das vollständige Fehlen von Weizenmehl. Seit Wochen ist nirgends Weißmehl zu erhalten. Die Bäcker haben keine Brötchen mehr und lelbst den Kranken kaun lein Gebäct aus Weizenmehl vor⸗

gesetzt werden. Im Kreis Altenkirchen ist an. Weizenmehl kein Mangel. Wenn die Regierung bei der Einführung von, zwei

fleischlosen Tagen auch auf das Entgegenkommen der Privgthaus⸗ haltungen hofft, so muß das bei uns ein frommer Wunsch bleiben. Mehlspeisen können wir kesye bereiten, es fehlt ja selbst an Mehl zur Zubereltung von Gemlise! Der denkende Leser, der sich durch sinnlose Phrasendrescherei nicht becinflussen läßt, mag sich hieraus selbst sein Urteil bilden.

Partei⸗Nachrichten. Genosse Davidsohn verwundet. Unser Genosse Reichstagsabgeordneter Georg Davidsohn ist be⸗ reits zum zweitenmal verwundet, diesmal bei den Kämpfen in Ser⸗

bien. Er befindet sich jetzt in einem Lagarett in Dutschina(Ser⸗ bien). Der Schuß ging durch den Mund und verletzte Lippe, Zunge

und Gaumen. Die Zähne, von denen mehrere zerstört wurden, hemmten die Gewalt der Kugel, sodaß der Verwundete die Kugel gleich ausspeien konnte.

Von Nah und Fern.

Groß⸗Gerau, 11. Nov. Der Krieg hat auch ber hiesigen Oel⸗ fabrik erhebliche Gewinne gebracht. Das Gewinnergebnis 8 ersten Halbjahres 1915 übersteigt bereits das Gesamtergebnis des ganzen vorigen Jahres sehr erheblich. Das Vorjahr brachte bei 986 420 Mark Ueberschuß den Gesellschaftern eine Dividende von 10 Prozent. Auch das zweite Halbjahr läßt einen reichen Gewinn erwarten. Ebenfalls dürfen die Fettraffinerie und die Kunerol⸗ werke sehr günstig abschließen.

Die Kriegsopfer im Hühnerstall.

Ein Bauer in einem Dorfe Mittelfrankens hatte das Verbot der Verfütterung von Korn nicht beachtet. Als er eben dabei war, seine Hühner mit den verbotenen Leckerbissen zu speisen, kam der Gendarm dazu. Es folgte ein Strasmandat, gegen das der Baues die Entscheidung des Gerichts anrief. Dieses ließ jedoch keine

Gnade walten, sondern verurteilte den Sünder zu einer Geldstrafe von 40 Mk., die auch prompt bezahlt wurde. Damit war aber auch der Glaube des Bauern an die Gerechtigkeit auf Erden endgüllti zeschwunden. Zu Hause angelangt, jagte er seiue dreißig Hühne in den Hühnerstall, hackte allen den Kopf ab und begrub die hinge⸗ mordeten Opfer schlechtbefolgter Kriegsmaßuahmen mitsamt ihren kammgeschmückten Häuptern in der Erde. Das Grab müßte die In⸗ schrift erhalten: Hier ruhen die unschuldigen Opfer sträflichen Eigennutzes. a

Tugesberict des Großen Huupthunfttt.

Im Westen Mi en⸗ und Handgranatenkämpfe Die Russen aus Koseiochnowka geworfen

Ueber 4000 Serben gefangen. W. B. Großes Hauptquartier, 11. Non, vorm.(Amtlich.) Westlicher Kriegsschauplaßg

An verschiedenen Stellen der Front Arkilleriekämpfe, so⸗ wie lebhafte Minen⸗ und Haudgranatee⸗Tätigkeit.

Ein euglisches Flugzeug mußte nordwestlich von Lapaume landen. Die Insassen sind gefangen genommen.

Oestlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe des Generalfeldmagschalls v. Hindenburg.

Bei Kemmeru(westlich von Riga) wurden gestern drei Angriffe, die durch Feuer russischer Schiffe unterstützt wur⸗ den, abgeschlagen. In der Nacht sind unsere Truppen plan⸗ mäßig und ungestört vom Feind aus dem Waldgelünde west⸗ lich und südwestlich von Schlok zurückgezogen worden, da es durch den Regen der letzten Tage in Sumpf verwandelt ist.

Bei Bersemünde(südwestlich von Riga) kam ein feind⸗ licher Angriff in unserem Feuer nicht zur Durchführung. Bei einem kurzen Gegenstoß nahmen wir über hundert Russen gefangen.

Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls Prinzen Leopold von Bayern.

Die Lage ist unverändert.

Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.

Unterm Schutz von deutscher Artillerie warfen öster⸗ reichisch-ungarische Truppen die Russen aus Kofcsochnowka (nördlich der Eisenbahn Kovel⸗Saruy) und ihren südlich an⸗ schließenden Stellungen. Sieben Offiziere, über zweihundert Mann, acht Maschinengewehre wurden eingebracht. Südlich der Bahn scheiterten russische Angriffe.

Balkan.

Die Verfolgung der Serben im Gebirge füblich des west⸗ lichen Morawa hat gute Fortschritte gemacht. Ueber vier⸗ tausend Serben wurden gefangen genommen.

Die Armee des Generals Bojadjieff hat die Morawa an mehreren Stellen überschritten Oberste Heeresleitung.

Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht

Neue Offensipversuche der Italiener.

Wien, 11. Nov.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 11. Naouember 1913.

Nussischer Kriegsschauplatz.

Westlich von Czartorysk wiesen wir einen russischen Au⸗ griff a b. Wefstlich von Rafalowkeg warfen österreichisch⸗ ungarische Truppen, vom Feuer deutscher Artillerie begleitet, den Feind an den Styr zurück, wobei leben Offiziere. 200 Maun und acht Maschineugewehre in unserer Hand blieben. Sonst nichts Neues.

Jtalienischer Kriegsschauplaß.

Die Italiener nahmen ihre Anstrengungen, Görz zu ge⸗ winnen, von neuem au f. Ju der Pause nach der dritten Jsonzo⸗ schlacht hatten sie Ersatzmannschaften eingereiht und weitere Trup⸗ pen im Görzischen zusammengezogen. Gestern setzten sie nach mehrstündiger heftiger Artillerieborbereitung au der ganzen Front von Plava bis zum Monte dei sel Busi mit starken Kräften zum 9 alen Angriff au. Peder schlugen die tapferen Verteidiger alle Stheme, teils durch Feuer, teils im Handgemenge unler schwersten Verlusten des Feindes ab, dessen Angriffslust in einem abendlichen Unwetter für diesen Tag vollends

er lahmte. Südüflicher Kriegsschauplatz. Oestlich von Trebinje schlugen wlr tenegrinischen Angriff ab. Der Feind erlitt große Verluste.

Die von Uziec iubwan vordriugenden österreichisch⸗ungarischen

einen arten mon⸗