Wege geleitet werden, da die Verbindungen nach dieser Mine hin
schworenen Aussagen einiger Leute des
wünschten
so vortrefflich sind.
Zur Lage in Italien. Hetze zum Krieg mit Deutschland.
Aus Lugano wird der Frankf. Ztg. gemeldet: Die Be⸗ wegung, um die Regierung zu veranlassen, an Deutsch⸗ land den Krieg zu erklären und am Balkan⸗ feldzug teilzunehmen, tritt nunmehr nach genügender Vorbereitung durch die Presse in das ausführende Stadium ein mit Hilfe derselben extremen Gruppen, die im vergangenen Mai durch Straßenkundgebungen die Kriegs⸗ erklärung an Oesterreich durchgesetzt haben.
Eine Entschließung des nationalistischen Zen⸗ tralausschusses ermahnt das Parlament, nicht den im vergangenen Mai offenbarten Volkswillen zu verraten, und fordert die Regierung auf, den Krieg so zu führen, wie es die nationalen Interessen und die Treue gegen die Ver— bündeten erforderten. Auch diese Metaphern bedeuten das Verlangen einer Kriegserklärung gegen Deutschland und die Teilnahme am Balkanfeldzuge.
Die U-Boote im Mittelmeer.
Genf, 9. Nov. Der Sonderberichterstatter des Petit Journal drahtet aus Salonik: Man erfährt hier, daß ein neues italienisches Dampfschiff von einem feindlichen U-Boot versenkt wurde. Der Name des Dampfers ist noch unbekannt.
ü Baralong.
Der deutschen Botschaft in Washington sind jetzt die be⸗ amerikanischen Schiffes „Nicostan“ zugegangen, das von einem deutschen Unterseeboot an⸗ gegriffen worden war, worauf sich ein als Amerikaner bezeichnetes Schiff näherte, das sich als das englische Kriegsschiff„Baralong“ entpuppte und das U-Boot durch Geschüfeuer zerstörte.
Bis hierhin könnte man das Vorgehen des„Baralong“ zwar als eine gemeine und verächtliche, aber immerhin doch noch als eine Kriegslist ansehen. Die Zeugen haben aber weiter beschworen.
daß die sich ergebenden und Rettung erwartenden Ueberlebenden des U-Bootes auf Befehl des„Baralong“-Kapitäns William
Me Bride grausam getötet wurden. Sie wurden teils beim Be⸗ treten des englischen Schiffes, teils im Wasser treibend erschossen, der Rest, der sich auf dem„Nicosian“ befand, wurde dort von einem Kommando des„Baralong“ gejagt und ermordet.
Ein roh gewaltsam Handwerk ist der Krieg, schrieb unser Schiller. Selbst von der Vermenschlichung durch internationale Verträge ist nicht viel übrig geblieben. Aber die traurige Höhe des gemeinsamen Mordes an Wehrlosen ist doch erst jetzt erreicht: an Schiffbrüchigen hier, an deutschen Gefangenen in Rußland— dort, weil sich die eskortierenden Kosaken an einer Attacke zu beteiligen
Wir wollen hoffen, daß sich in England, wo man z. B. das vor⸗ nehme Verhalten der heute vor einem Jahr totgehetzten„Emden“ allgemein laut anerkannt hat, gewichtige Stimmen gegen die infame Schandtat des Me Bride erheben werden. Wir haben vorläufig auch keinen Grund, der Erwartung zu entsagen, daß die englische Regierung den Me Bride zur Verantwortung ziehen wird. Es wäre schlimm für Groß⸗Britannien, geschehe das nicht, was der gerade dort so gern berufene Geist der Menschheit fordert.
Vielleicht interessiert der Fall auch Herrn Wilson, zumal ja der „Baralong“ die Sterne und Streifen als Maske benutzte.
Die Reichsduma. 8
Stockholm, 8. Nov. Laut Nowoje Wremja bestätigt sich immer mehr, daß die künftige Dumasession sich nur auf einige Tage beschränken wird, wobei die Hauptarbeit die Prüfung des Budgets bilden werde. Die Regierung will keine längere Session dulden, damit die linken Parteien nicht wieder eine Agitation entwickeln können wie in der letzten
Augustfession.
Der Fall Cavell. (W. T. B. Nichtamtlich) Der von der englischen Re⸗ gierung über den Fall Cavell veröffentlichte Schriftwechsel hat bekanntlich unzutreffende Angaben enthalten
über angebliche Zusicherungen, die der amerikanischen Ge⸗ sandtschaft in Brüssel im Laufe des Verfahrens von den deut⸗ schen Behörden in Belgien gegeben, später jedoch nicht ge⸗ halten worden sein sollten. Diese den Tatsachen wider⸗ sprechende Darstellung war auf die inkorrekte Berichl⸗ erstattung des als Justitiar bei der amerikanischen Gesandt⸗ schaft in Brüssel angestellten belgischen Staatsangehörigen de Leval zurückzuführen. Die Kaiserliche Regierung hat da⸗ her Veranlassung genommen, durch ihren Botschafter in Washington die amerikanische Regierung darauf aufmerksam machen zu lassen, daß die bezüglichen in der englischen Ver⸗ öffentlichung enthaltenen Angaben mit dem wahren Sach⸗ verhalt in Widerspruch stehen. Sie erhob wegen der inkorrekten Berichterstattung Levals Vorstellungen. Gleich⸗ zeitig hat auch der amerikanische Gesandte in Brüssel, Whitlock, von sich aus die amerikanische Regierung über die tatzächlichen Vorgänge aufgeklärt. Whitlock teilte nunmehr im Auftrage der Regierung der Vereinigten Staaten der zuständigen Behörde in Brüssel mit, daß das Washingtoner Kabinett von der Angelegenheit Cavell keine Kenntnis ge⸗ habt hat, daß vielmehr die Schriftstücke ohne vorherige Ver⸗ ständigung mit dem Staatsdepartement durch das Auswärtige Amt in London veröffentlicht wurden. Gleichzeitig hat die amerikanische Regierung Leval seiner Stellung enthoben.
Disziplinarverfahren gegen kriegsfreiwillige
Beamte.
Wie dem Berliner Tagebl. aus Leipzig geschrieben wird, heißt es in einer vom sächsischen Ministerium erlassenen Verfügung, in der Grundsätze über die Weiterbezahlung von Bezügen an die zum Kriegsdienst einberufenen Staatsbediensteten aufgestellt werden, betreffs der kriegsfreiwilligen Beamten:„Nach den Umständen des Falles würde nur zu erwägen sein, ob eine disziplinelle Ahndung seines eigenmächtigen Vorgehens herbeigeführt werden soll.“
Man wird es natürlich nicht billigen können, wenn Beamte da⸗ für disziplinarisch bestraft werden sollen, daß sie sich bei Kriegs⸗ ausbruch freiwillig gestellt haben. Trotzdem kann man in der Be⸗ urteilung des einzelnen Falles recht verschiedener Meinung sein. Es haben sich nämlich eine Menge Beamte mit Gehältern bis zu 3600 Mk. bei Kriegsausbruch zu Stellen in der Verwaltung ge⸗ meldet und sind auch angenommen worden. Sie beziehen nun nicht nur ihr Gehalt unverkürzt weiter, sondern erhalten auch das Ge⸗ halt der Stelle, die sie in der militärischen Verwaltung bekleiden, mit allen Nebenbezligen noch extra dazu. Beamte dieser Art stehen
sich weit besser als ein Leutnant, der in der Front vor dem Feinde steht. Ueber diese Dinge wird nach dem Kriege im Reichstag noch
recht eingehend zu reden sein. Am Suezkanal die Entscheidung des Weltkriegs?
In Schweizer Kreisen, die geschäftlich mit England in Verbindung stehen und deshalb auch über die in der Londoner City herrschende Stimmung häufig gut unterrichtet sind, wird nach der Köln. Ztg die Reise Kitcheners dahin gedeutet, daß der englische Kriegsminister zum Oberbefehlshaber der englischen Streitkräfte in Aegypten ausersehen sei, und daraus der Schluß gezogen, daß man in England, entgegen den vorliegenden Zeitungsmeldungen, die Bedrohung des Suezkanals als sehr ernst ansieht. Man glaubt auch, daß die Engländer ganz gewaltige Anstrengungen zur Verteidigung des Suezkanals gemacht haben. Seit einigen Wochen sind zahlreiche Transportschiffe mit Soldaten und Munition nach Aegypten geschickt worden und noch unter— wegs. Man glaubt auch in England, daß auf dem Donau⸗ wege eine große Anzahl deutscher Mannschaften und Munition nach Konstantinopel ginge, um die türkische Armee in Syrien zu verstärken. Darüber, daß das ägyptische Volk sehr unzu⸗
aktion auf das ägyptische Volk ungünstig gewirkt habe. In der Londoner City ist man der Ansicht, daß der Suezkanal
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zum Angelpunkt des Weltkrieges werden wird am Suezkanal der ganze Krieg entscheiden werde. Der erste deutsche Zeppelin in Sofie
T. U. Sofia, 9. Nov.(Meldung der T. UI.) Von un lichem Jubel begrüßt, erschien heute früh bei schönem Herb der erste deutsche Zeppelin über der Hauptstadt Bulgarien deutsche Luftschiff war in Temesvar aufgestiegen und hatte die ü 300 Kilometer lange Strecke von Temesvar nach Sofia in unb schreiblich schneller Fahrt zurückgelegt. An Bord des Luftschiff befand sich Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg. Der Za von Bulgarien war mit dem gesamten Gefolge und vielen Offi⸗ zieren an der Landungsstelle erschienen. 0 Zusammenkunft der Könige von Griechenland Rumänien und Bulgarien. 5
T. U. Bukarest, 9. Nov. Depeschen melden überei stimmend aus diplomatischer Quelle, daß augenblicklich bereitungen zu einer Zusammenkunft der Könige v Rumänien, Bulgarien und Griechenland getroffen we Die Entrevue der drei Herrscher bezweckt eine freundschaf liche Beratung der Balkanfragen. Die Zusammenkunft so in Bukarest stattfinden. 1 England lehnt die amerikanische Note ab. T. U. Haag, 10. Nov. Eine halbamtliche Meldung aus London besagt, daß England die letzte Note Wilsons geg die englische Blockadepolitik ablehnen und nichts an seine bisherigen Standpunkte ändern werde.
Aus dem englischen Oberhause. 5
T. U. Austerdam, 10. Nov. Im englischen Oberhause schuldigte Lord Milner die Regierung, daß sie alle Berichte op mistisch färbe und klagt darüber, daß die englischen Offiziere deutschen Berichte als zuverlässiger betrachten als die englis Lord Courzon sagte im Namen der Regierung verschiedene formen zu. Der bejahrte Lord Courtney sprach von Friedensver⸗ handlungen durch Vermittlung von Neutralen, erhielt aber keine Antwort. Er wollte Greys Worte, daß ein Ansichtenaustausch über die freie See nach dem Friedenschluß stattfinden sollte, dahin um⸗ geändert haben, daß sie die Basis eines Vergleichs sein sollten. Bombenattentat gegen die italienische Gesandtschaft in New⸗ York. 5 T. U. Genf, 10. Nov. Ein Bombenattentat gegen d e italienische Gesandtschaft ist nach einer Havas⸗Meldung g Sonntag verübt worden. Eine Bombe, die nach Vermutung der Polizei aus einem Automobil geschleudert wurde, fiel in eine Gruppe italienischer Reservisten, die vor dem Konsulat warteten und explodierte unter ihnen. Nach einer Meldung des Corriere della Sera wurde bei dem Attentat niemand verletzt, nur die Fensterscheiben des Konsulats wurden ze trümmert. Die Täter sind noch nicht bekannt.— Es scheint
Kriegsnotizen.
Als ein gutes Zeichen betrachten die Blätter, daß bei der Berliner Sparkasse seit Anfang dieses Jahres rund 102,6 Millionen Mark eingezahlt wurden, zurückgezahlt sind 77,2 Mil lionen, darunter 34,8 Millionen Mark von Sparern gezeichnete Kriegsanleihe. Auch die Arbeitsnachweise, die ste igen den Ver⸗ kehrsziffern und die erhöhte Abgabe von Gas und elektrischen Mengen bestätigen die Besserung der gesamten Geschäfts⸗ lage in Berlin.„ 3
Der bayerische Ministerprästdent Graf Hertling hat einiger Zeit im bayerischen Landtag erklärt, daß über den bekam Erlaß, der den Eisenbahnern das Koalitions rec nimmt, eine Verständigung zwischen den deutschen Eisenbah verwaltungen herbeigeführt werden soll. Diese Konferenz am 4. und 5. November in Berlin stattgefunden, einigte sich aber dahin, die gefaßten Beschlüsse in der Eisenbahnerfrage vorläufi heim zu halten.— Diese Geheimhaltung kündigt für die Eisenbaß nichts Gutes. 7
Gestern kamen 38 aus englischen Internieru ngslage entlassene Deutche in Vlissingen an. Ihre 3 über die Behandlung sind sehr verschieden. In einigen Lagern war sie sehr gut, in anderen schlecht. .
Ste
Der Schiffbrüchige.
Erzählung von W. W. Jacobs. (Nachdruck verboten.)
Frau Rogenbuck schob ihren Schwiegersohn beiseite, legte eine bescheidene Gabe auf den Tisch und nahm dann den Arm ihrer Tochter und führte sie hinaus. Die Strobels folgten ihnen, und Herr Kröger, nach einem unentschlossenen Blick in der Richtung des biederen Herrn Liebermann, folgte eben— falls ihren Schritten und bildete den Nachtrab. Die Voran⸗ gehenden setzten eine Zeitlang ihren Weg schweigend fort. bis Herr Strobel, auf den die Sache einen gewaltigen Ein— druck gemacht hatte, sich dahin hören ließ, daß, wenn es nur mehr Wahrsager in der Welt gäbe, es auch eine Masse mehr bessere Menschen geben würde.
Herr Kröger machte sich an seine Frau heran. doch mal, Beta,“ begann er.
„Red' nicht mit mir,“ sagte seine Frau und schmiegte sich enger an ihre Mutter,„ich antworte dir doch nicht.“
Herr Kröger lachte bitter.„Das ist ja eine reizende Heimkehr,“ bemerkte er.
Er blieb wieder zurück und setzte wütend seinen Weg fort, wobei seine Stimmung durchaus nicht gebessert wurde, als er bemerkte, daß Frau Strobel, ohne Zweifel weil sie an das Sprichwort„Schlechtes Beispiel verdirbt gute Sitten“ glaubte, ihren Mann fest beim Arm hielt. Seine Stellung als Verstoßener trat klar zutage, und er knirschte vor Wut mit den Zähnen, als er die tugendhafte Geradheit von Frau Rogenbucks Rücken bemerkte. Als sie das Haus erreichten, befand er sich in einer Verfassung wahnsinniger Sorglosigkeit, die viel weiter vorgeschritten war, als die ihm von dem Stern— deuter angedichtete.
Seine Frau warf ihm einen solch fragenden Blick zu, als er im Begriff war, ihr ins Haus zu folgen, daß er mit seinem Fuß auf der Schwelle stehen blieb und sie stumm ansah.
„Hast du drinnen etwas vergessen?“ fragte sie,
Herr Kröger schüttelte den Kopf.„Ich wollte nur'rein— kommen und ein offenes Geständnis ablegen,“ sagte er mit seltsamer Stimme;„dann will ich gehen.“
Frau Rogenbuck trat zur Seite, um ihn passieren zu
„Hör
lassen, und Herr Strobel konnte es sich nicht versagen, mit
seiner schwach protestierenden Gattin dicht hinter ihm einzu⸗ treten. Sie nahmen in einer Reihe an der Wand Platz, und Herr Kröger, der ihnen wie ein Verbrecher gegenüber saß, warf ihnen in seinem Grimm verächtliche Blicke zu.
„Na, und?“ sagte Frau Kröger schließlich.
„Alles, was er sagt, stimmt,“ sagte der Gatte trotzig. „Nur hat er bloß die Hälfte erzählt. Im ganzen habe ich drei braune Mädchen geheiratet.“
Jeder außer Herrn Sttobel schauderte vor Entsetzen.
„Dann heiratete ich ein weißes Mädchen in Australien,“ fuhr Herr Kröger nachdenklich fort.„Ich muß mich wundern, daß der alte Liebermann das nicht in der Schale sehen konnte; das ist mir ein netter Wahrsager!“
„Was sie bloß an ihm finden!“ flüsterte der erstaunte Herr Strobel seiner Frau zu.
„Und hast du auch das hübsche Mädchen auf der Photo— graphie geheiratet?“ fragte Frau Kröger mit zitternder Stimme.
„Jawohl,“ sagte ihr Gatte.
„Gemeines Frauenzimmer!“ schrie Frau Kröger.
„Ich heiratete sie,“ sagte Herr Kröger nachsinnend,— „ich heiratete sie in Bremen, achtzehnhundertdreiundneunzig.“
„Dreiund neunzig!“ sagte seine Frau entsetzt. „Aber das ist unmöglich. Du hast mich doch erst vierund⸗ neunzig geheiratet.“
„Was hat das damit zu tun?“ fragte das Scheusal ganz ruhig.
Frau Kröger erhob sich kreideweiß von ihrem Stuhle, starrte ihn mit entsetzten Augen an und versuchte vergeblich zu sprechen.
„Du Schurke!“ schrie Frau Rogenbuck wütend. hab' dir nie getraut!“
„Ja, das weiß ich,“ sagte Herr Kröger ruhig.
„Du hast Bigamie begangen!“ schrie Frau Rogenbuck.
„Wieder und wieder,“ gab Herr Kröger freudig zu. „Das ist das reine Steckenpferd für mich geworden.“
„Lebte die erste Frau noch, als du meine Tochter heiratetest?“ fragte Frau Rogenbuck.
„Ob sie lebte?“ sagte Herr Kröger. Sie lebt noch— Gott sei Dank.“
Er lehnte sich in seinen Stuhl zurück und betrachtete mit 8 Genugtuung die entsetzten Gesichter seiner Gegen⸗
15 ch
„Natürlich lebte sie.
„Dafür— dafür sollst du ins Gefängnis kommen,“ schrie Frau Rogenbuck atemlos.„Wie ist die Adresse von deiner ersten Frau?“ 1 „Ich verweigere die Antwort auf diese Frage,“ sagte ihr Schwiegersohn. 4 „Wie ist die Adresse von deiner ersten Frau?“ wieder⸗ holte Frau Rogenbuck. a J „Frag' doch den Wahrsager,“ sagte Herr Kröger 0 höhnischem Lächeln.„Und dann laß ihn als Zeugen vor⸗ laden, kleine Porzellanschale und alles. Er kann dir mehr sagen, als ich.“ ö 1 „Ich verlange ihren Namen und Adresse zu wissen, schrie Frau Rogenbuck und legte ihren knöcherigen Arm die Taille der zitternden Frau Kröger. 5 „Und ich weigere mich, sie zu nennen,“ sagte Herr Kröger mit großer Bestimmtheit.„Ich werde doch nicht selbst so gegen mich arbeiten; außerdem ist es auch gegen das Gesetz, daß man sich selbst eines Verbrechens beschuldigt. Geh man hin und verklag mich wegen Bigamie und gib den alten Rot f äugigen als Zeugen an.“ N Frau Rogenbuck blickte ihn sprachlos vor Wut an und beugte sich dann nieder und flüsterte aufgeregt mit Jau Strobel. Frau Kröger ging zu ihrem Gatten hinüber. „Oh, Hinrich“ klagte sie,„sag, daß es nicht wahr ist, sag, daß es nicht wahr ist.“ 3 Herr Kröger zauderte.„Was hat das für einen Zweck, daß ich was sage?“ sagte er mürrisch. 5 0 „Es ist nicht wahr,“ beharrte seine Frau.„Sag, daß es nicht wahr ist.“„ „Was ich dir erzählte, als ich heute abend ins Haus kam war alles wahr,“ sagte ihr Gatte langsam.„Und was ich Euch eben erzählt habe, ist ebenso wahr, wie das, was dern alte Lügenbold von Wahrsager Euch erzählt hat. Du bonn 4 N es halten, wie du willst, was du glauben willst.“ 8 „Ich glaube dir, Hinrich,“ sagte seine Frau. 9 Heeerrn Krögers Antlitz erhellte sich und er zog sie auf sein Knie. 5 „Das ist recht,“ sagte er vergnügt.„So lange, als d mir glaubst, ist es mir egal, was andere Leute denken. Und ehe ich viel älter bin, werde ich schon herausfinden, der alte Gauner die Namen der Schiffe wußte, wo
Bord war. Es scheint mir, als ob da jemand geschwa Ende. 0
eine recht harmlose„Bombe“ gewesen zu sein. 1


