1
better.
der 195
— —
9 9 9 9 9 9 9 9 2 1 9 9
2
— rr
N as Herauswachsen der Arbeiterbewegung aber aus den
gte schätzen gelernt,— man hatte erkannt, daß der
Aünglichkeit sich bei jeder Probe aufs Exempel erwies.
der
Organ i für die Interessen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
zeit
Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monallich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post begogen vierteljährl. 1 80 Mk
Redaktion und Expedition Giesten, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008.
Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.
Gießen, Donnerstag, den 11. November 1915
10. Jahrgang
Es ist eine schlechte Zeit für all die Jubilen, die uns dies t. Uns alle bewegen heute andere Dinge als die Feier 8 in denen sich vor 25 Jahren der Sieg der deutschen rheiterklasse über die zwölfjährige Periode des Ausnahmegesetzes erkörperte. Freilich bewahrt uns diese Gegenwart mit ihren roßen Nöten und der Ausblick auf die Zukunft mit ihren vielen ute erst mehr geahnten als erkannten Aufgaben davor, in der Er⸗ zmerung an das seit jenen Tagen vorübergerauschte Vierteljahr⸗ undert einer Jubelstimmung Raum zu geben, die keinem weniger ut anstehen würde als der Arbeiterschaft. 8 Wllrd gen wir heute das fünfundzwanzigjährige Bestehen der Zeneralkomt zission der deutschen Gewerkschaften, so tun wir es in kneingeschräukter Hochachtung vor all den Kämpfen, Opfern und eistungen, die dies Vierteljahrhundert deutscher Gewerkschafts⸗ ewegung umschließt, aber wir tun es zugleich erfüllt von der Frage, was der zu sagen haben wird, der nach abermals 25 Jahren ie Bilanz der deutschen Gewerkschaften zieht. Als sich in den Novembertagen des Jahres 1890 eine Anzahl bewerkschaftsvertreter zusammenfand, um, dem Bedürfnis nach gerer Ver! indung der einzelnen Berufsorganisationen folgend, ne gemeinsame Vertretung aller Gewerkschaften zu schaffen, da Atte für die deutsche Arbeiterbewegung ein neuer Zeitabschnitt be— Innen. Ihre stählerne Energie hatte das Ausnahmegesetz über⸗ zunden. Nicht aus Wohlwollen hatte man das Gesetz fallen lassen, ndern in der Erkenntnis, daß man auf diesem Wege schließlich in ine Sackgasse geriet. Was einer kleinen, abgeschlossenen Sekte
* egenüber zur Not noch möglich erschien, war gegenüber einer mil⸗ A abwaß
lonenköpfigen Massenbewegung nur dann noch möglich, wenn man de letzten Folgerungen der Aechtungspolitik zu ziehen willens war. sekten⸗ ften Verhältnissen der siebziger Jahre, ihr Anschwellen zu der röße und Stärke, wie sie sich in der Streikbewegung in den tzten Jahren des neunten Jahrzehnts und dann bei den allge—⸗
ieeinen Reichstagswahlen im Februar 1890 offenbarte, war nicht
r die Folge der Agitation, so viel darin auch sicherlich geleistet gurde, es war vielmehr die Wirkung der gerade damals be— annenden Umformung des deutschen Wirtschaftslebens.
Rund anderthalb Jahrzehnte hatte die schleichende Krisis ge⸗ Kuert, die sich nach dem Zusammenbruch der Gründerwirtschaft elngestellt hatte. Nur langsam gelang es dem deutschen Gewerbe, du Anschluß an die Weltwirtschaft zu finden. Einfuhr und Aus⸗ ihr des deutschen Außenhandels hatten sich bis Ende der achtziger hahre die Wage gehalten. Handel und Gewerbe hatten den natür⸗ chen Bevölkerungszuwachs bei weitem nicht aufnehmen können, de Auswanderung war stark gestiegen, sie erreichte im Jahre 1881 Mt 221000 Personen ihren Gipfelpunkt, von dem sie dann 5 in herunterging. Die Produktionskräfte von Land und Volk gen wie in Fesseln, weil ihnen der Raum zur Entfaltung und Usdehnung fehlte. Handel und Gewerbe hatten noch nicht die Thigkeiten erlangt, um sich gegen die Konkurrenz der älteren Au- Istrieländer einen Platz auf dem Weltmarkt zu erobern. Die sten der achtziger Jahre brachten endlich den ersten frischen Zug die drückende Stille des deutschen Wirtschaftslebens. Sogleich shossen die schwachen Keime der gewerkschaftlichen Organisationen; sich nach dem ersten Sturm der ausnahmegesetzlichen Praris eder gebildet hatten, in die Höhe und zeigten alsbald einen Amischen Betätigungsdrang, der sich in zahlreichen Streiks ent⸗ . Im Wirtschaftsleben war die Krisis, im politischen a e a debe überwunden: es ging wie ein, Märzwind über die latsche Arbeiterschaft. fe 93
Die harte Schule des Ausnahmegesetzes und der schleichenden Urtschaftskrisis hatte der Arbeiterbewegung eindringliche Lehren Akeilt. Nicht nur, daß man den Wert der Organisation. besser nem Maße von der Art und Form der. Organisation abhing. So zlle Kraft war durch die Planlosigkeit des 8 zertan worden. So viele agitatorische Erfolge waren den. aufsationen wieder unter den Händen zerronnen. 9115 n
Itliche Praxis hatte Organisationsformen erzwungen, 0 griff aum den Grundsatz der Zentralisation wieder auf, 1 1 neee ei Jahrzehnten von der politischen Organisation doarndie
Vorgehens 1
Dr⸗
ate, diesmal aber unter dem Drucke der N lempf täglich offenbarte.
Wohl 1 55 die ae 10 1 solgerung des Zentralisationsgedankens, 1355 5 einem so frühen Stadium der Entwicklung Tg bar ein deutlicher Ausdruck des der Gedanken eistes, der sich unverjährbares Bürgerrecht die Zusammen⸗ ett der deutschen Arbeiterschaft erworben hatte. rallonitilston be ung aller Zentralorganisationen in der 0 Weites e tete die Absage an die letzten Reste Aae en und das och in ber deutschen Arbeiterwelt stecken eee den Klasfen en ee zu der alle Berufsschranken überbrückend s
tät des Proletariats. 3 ö F i 2 Hier 1 5 die Elemente, aurs denen sich die de 1918 17 1 aut des Gewerkschaftswesens bildete, he Arbeiterschaft en, daß es bis in die romanische und slavn 15 nac
ein zum vielumstrittenen aber doch immere alralisation, deren bild wurde. Sie bestehen in der strafsen 1 85 an die Organi⸗ ammenhalt durch hohe Leistungen der Mia esichert ist, und in un und der Organisation an die Micgliend ie gt die Ueberlegen⸗ 1 Grundsatz der Klassensolidgrität. gonüber der phrasenreichen tlerischen Engherzigkeit der r so konnten die deutschen tung des Arbeits⸗
teht; und auch nur
zierte wie ungelernte
lang⸗
Erfolg in
unnütz;
kotwendigkeiten, die den
lkommission die natürliche ber daß diese Folgerung
Nilitärdiktatur in Griechenland?
Arbeiter in opferbereiter Solidarität vereint. Aber auch nur so konnte sie der starke geistige und materielle Rückhalt der gewerk⸗ schaftlichen Internationale werden.
Diese Entwicklung wurde ihnen nicht leicht gemacht. Als sie nach dem Weichen der anfangs der neunziger Jahre hereingebroche⸗ nen Wirtschaftskrisis wieder mit gesteigerter Kraft an die Ver⸗ besserung der elenden Löhne gingen, da stießen sie auf ein Unter⸗ nehmertum, das gerade jetzt im heißesten Wettbewerbe um seine Geltung auf dem Weltmarkte stand und darum noch weniger als sunst geneigt war, diese Erschwerung seines Gewinnstrebens ruhig hinzunehmen Heftig wandte es sich gegen die Gewerkschaften, und stürmisch verlaugte es nach der Hilse des Staates im Kampfe gegen die immer mächtiger aufstrebende Bewegung. Wohl versuchte man die Gesetzgebung zu diesem Zwecke aufzubieten, aber es gelang micht mehr— die Stellung der Gewerkschaften war bereits zu fest, um vor diesem Sturm zu weichen. Der Entwurf des„Gesetzes zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses“ fand ein ruhmloses Ende. So konnte sich die Entwicklung der deutschen Gewerkschaften, wenn auch unter oft grausamen Opfern, im allgemeinen ohne ge⸗ waltsame äußere Störungen vollziehen. Ihr Ergebnis kennen wir.
Wenn die Generalkommission in den nächsten Wochen den Be vom letzten Jahre veröffentlichen wird, so wird man die Leistun
fähigkeit und Widerstandskrafst der Zentralverbände zahlenmäßig belegt finden. Allerdings werden uns diese Zahlen nicht erkennen lassen, was die Gewerkschaften in diesem Vierteljahrhundert für die Lebenshaltung der Arbeiterklasse getan haben: Gewiß könnte mau alle buchmäßigen Verbesserungen des Arbeitsverhältnisses, wie sie in der jährlichen Streikstatistik enthalten sind, zusammenzählen und hätte dann sicher sehr ansehnliche Ziffern. Aber man hätte noch nicht
die Fernwirkung der Gewerkschaftsarbeit, die sich in Lohnerhöhungen
für Berufe und Gegenden äußert, auf die den Organisationen jeder unmittelbare Einfluß versagt ist. Die Gesamtwirkung der gewerk⸗ schaftlichen Tätigkeit entzieht sich jeder Schätzung, wo ein Vergleich der materiellen Volkskultur von heute mit der von 1890 eine Hebung für die Gegenwart ergibt, da haben die Gewerkschaften den größten Anteil daran.
Damit ist der Inhalt des vergangenen Zeitabschnittes gewiß noch nicht erschöpft. Zwar haben die Gewerkschaften die Fort⸗ bildung der sozialistischen Theorie stets den dazu Berusenen über⸗ lassen; aber wer möchte bestreiten, daß sie nicht auch die Gedanken⸗ welt des deutschen Arbeiters tiefwirkend beeinflußt haben? Der alte Erlösungsgedanke, der mit gläubigem Vertrauen dem großen Tage entgegenharrt, der einmal alle Schuld sühnen und alle Ent⸗ erbten beglücken soll, er ist in erster Linie unter dem Einflusse der Gewerkschaftsarbeit zurückgetreten und hat dem Gedanken des un⸗ ablässigen Aufbauens Raum geben müssen.
An der Gesamtheit dieser Entwicklung hat die Generalkom⸗ mission keinen geringen Anteil. Wohl hätten die Gewerkschaften ohne die Blüte der Industrie niemals ihre heutige Größe erreichen önnen, und auch das, was wir heute ihr geistiges Wesen nennen können, wäre ohne die Vorarbeit und Mitwirkung des wissenschast⸗ lichen Sozialismus nicht möglich gewesen. Aber dadurch wird das Verdienst der Generalkommission nicht aufgehoben. Es besteht darin, daß sie die durch die Verhältnisse gegebenen Möglich Notwendigkeiten frühzeitig erkannte und sich mit würdiger Zähigkeit für sie einsetzte, ohne der Widerstände zu achten, die Vorurteil und Einsichtslosigkeit ihr entgegentürmten. Wer in den älteren Gewerkschaftsschriften blättert, wird oft finden, wie früh da schon Gedanken ausgesprochen wurden, die sich erst viel später durchsetzten und heute zur Binsenwahrheit geworden sind. Wann immer dies erste Vierteljahrhundert der deutschen
Zentralverbände gewürdigt wird— man wird stets— und später vielleicht mehr als heute— der Arbeit der Generalkommission und
hier besonders der Arbeit Carl Legiens, der seit ihrer Grün⸗ dung ihr Vorsitzender ist, einen beträchtlichen Anteil an den Ergeb- nissen zuerkennen müssen.
Man wird ihr zu ihrem Jubiläum nichts besseres wünschen können, als daß sie ihren Aufgaben in aller Zukunft im gleichen Maße gewachsen sein möge wie in dieser Zeit der großen Not.
* 15* Der serbische Rück zes.
T. U. Wien, 9. Nov. Die Reichspost erhielt von ihrem Sonder⸗ berichterstatter folgende Depesche: Die serbischen Armeen wälzen sich gleich einem wirren Haufen von Kurchumlija-Prokopia nach Pri⸗ stina. In einem ungangbaren Gelände stauen sich Artillerie, In⸗ fanterie und Volksmassen. In einem unbeschreiblichen Jammer rufen sie um die Hilse ihrer Verbündeten. Im unwirtsamen albani⸗ schen Gebiet werden die Trümmer eilten serbischen Ruhmes bald begraben sein.
Die Situation in Griechenland.
Eine antidynastische Bewegung.
Wie das Blatt Republicain aus Saloniki meldet, sei dort in den letzten Tagen eine antidynastische Bewegung wach— gerufen worden, welche an die Bewegung vom Jahre 1907 erinnert. Die Agitationsherde befinden sich auf Kreta(die Heimat Venizelos), Korfu und Mytilene. In Kandia sagt man offen, der König müsse abdanken und in die Ver— bannung gehen, da er der nationalen Politik Venizelos abhold sei. In Korfu zertrümmerte die Menge einen Teil des Achileions. In Larissa und Korinth fanden Versamm⸗ lungen statt, in denen Tagesordnungen angenommen wur— den, worin die Absetzung des Herrscherhauses gefordert wird.
*
Eine Bestätigung der obigen Nachricht bleibt abzuwarten, aber jedenfalls hat eine antidynastische Bewegung dieser Art keinen besonderen Schrecken. Man darf nicht vergessen: Der König kann sich auf den Generalstab und auf die Armee stützen und
auf einen ansehnlichen Teil sogar des jetzigen Parlaments. Daß man in England, Frankreich und Rußland antidynastische Tumulte und Unternehmungen in Griechenland nicht ungern sehen würde, leuchtet ein und geht auch aus Aeußerungen englischer Blätter un⸗ verhohlen hervor. Nach allem, was das Geld der Entente⸗Mächte zur Bearbeitung von Volksströmungen und Erregung von Straßenaufläufen in Italien und Rumänien geleistet und in Bul⸗ garien zu leisten versucht hat, muß man einigermaßen verwunderlich und andererseits erfreulich, wie wenig bisher davon in Griechenland versucht, oder vielleicht sagt man richtiger: geglückt ist. Die Militärdiktatur in Aussicht?
T. U. Kopenhagen, 9. Nov. Aus Athen wird tele⸗ graphiert, der König erklärte, wenn Venizelos und seine An⸗ hänger fortfahren sollten, der Neutralitätspolitik der Re⸗ gierung Widerstand entgegen zu setzen, so werde er die Militärdiktatur erklären. Eine Auflösung werde nicht stattfinden, da Neuwahlen unter den jetzigen Verhältnissen nicht wünschenswert seien.
Die Entente verliert den Krieg. graphiert an den Dailn Telegraph aus Athen vom 6. November: Dank der wunderbaren deutschen Presse-Organisation, n Alliierten nichts entgegenzusetzen haben, sind König Konstantin, der Generalstab und ein großer Bruchteil der Abgeordneten ebenso, wie eine einflußreiche Minderheit des Volkes fest überzeugt, daß die Vierverbandsmächte den Krieg verlieren müssen..
Die Mission Kitcheners.
Tagblatt, wird die Sendung Kitcheners nach dem Orient als der beste Beweis dafür angesehen, daß England erkannt hat,
fahr dadurch begegnen, daß es eine einheitliche Oberleitung aller Operationen in den Mittelmeerländern schaffe in der Person Kitcheners.— Der Haager Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung erfährt aus diplomatischer Quelle, daß so⸗ wohl in Paris wie in London tungen über die Haltung Rumäniens und Griechenlands herrschen; man traue dort ihren Ver⸗ sicherungen der wohlwollenden Neutralität nicht und besorge, daß sie an die Seite der Mittelmächte treten könnten, falls Serbiens Schicksal besiegelt würde.
Die wirtschaftlichen Pläne Bulgariens.
ö u und, bewunderns⸗
überrascht
Die Korrespondenz Piper veröffentlicht eine Unterredung mit dem in Berlin weilenden bulgarischen Finanzminister.
Dieser äußerte: Wir haben jedes Interesse und die feste Absicht, mit Griechenland die besten und freundschaftlichsten Beziehungen zu unterhalten. Dasselbe gilt für Rumänien.
Nach dem Kriege wird Bulgarien einer Periode der größten wirtschaftlichen Entwicklung entgegengeführt werden. Eine der Grundbedingungen für diese ist die Entwick⸗ lung seiner Schiffahrt. Bulgarien wird zu einer halb⸗ maritimen Nation werden. Hierzu bedürfen wir natürlich der besten Hafenanlagen und der Schassung einer für alle Zwecke aus⸗ reichenden Bahnverbindung nach innen hin. Darum sind die ge⸗ plante Anschlußbahn nach Porto Lagos, dessen natürliche Verhält⸗ nisse für die Schaffung eines Flotten⸗ und Handelshafens sersten Ranges gar keine günstigeren sein konnten, und die Er⸗
richtung entsprechender Hafenbauten daselbst von allergrößter Be⸗ deutung. Die Arbeiten, deren Gesamtkosten für Bahn und Hafen auf 50 Millionen Franks veranschlagt werden, und deren Aus⸗ führung einem bulgarischen Konsortium unter Führung der Dis⸗ kontogesellschaft übertragen ist, werden sofovt nach Friedensschluß mit aller Energie betrieben werden.
Bisher hatte Bulgarien nur eine Schiffahrtsgesellschaft, die bul⸗ gaxische Socisté Maritime, der nur eine geringe Zahl nicht großer Schiffe zur Verfügung stand. Wir hatten auch eine Subventions⸗ vereinbarung mit der deutschen Levantelinie, die beendet ist. Aber es ist das regste Interesse bei uns für eine energische Entwickelung der Handelsschiffahrt vorhanden, und wir haben auch bereits vos mehreren großen ausländischen Schiffahrtsgesellschaften Anerbiefun⸗ gen erhalten. Auch über diese Fragen kann natürlich erst nach dem Friedensschlusse eine Entscheidung getroffen werden.
Von gans besonderer Wichtigkeit ist für uns die Entwicklung reger kommerzieller Verbindung mit Deutschland. Der Import Deutschlands hat einen höchst bemerkenswerten Auf— schwung bereits zu verzeichnen. Bulgarien wird dieser Entwicklung gern die größte Aufmerksamkeit zuwenden, und wir können die er⸗ freulichsten Fortschritte als sicher voraussetzen.
Bei einer Besprechung über die natürlichen Hilfs⸗ quellen Bulgariens wies der Finanzminister besonders auch auf die reichen mineralischen Schätze des Landes hin, namentlich auf die Kupfervorkommen. Etwa 40 Kilometer von Sofia entfernt, in Elisena, besteht eine sehr ergiebige Kupfermine mit gut organisiertem Betrieb. Der Prozentsatz an Kupfer beträgt nicht weniger als 72 Prozent. Die Mine gehört einem Russen, der das Land verlassen hat, und der Betrieb ist für jetzt eingestellt. Er könnte aber bei der guten Organisation un⸗ schwer sofort wieder eröffnet werden, und man könnte sicher leicht zu einem Arrangement kommen, damit der Betrieb in kürzester Frist wieder aufgenommen wird. Ein zweites sehr wichtiges Kupferlager befindet sich bei Widin, dicht an der Donau. Es gehört einem Herrn S ow in Plewna. Der Betrieb ist noch nicht organisiert, aber die Ausbeutung könnte und sollte gleich nach Friedensschluß in die
sogar sagen: Es ist
der Kammer
London, 9. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Doktor Dillon tele⸗
dem die
In hiesigen unterrichteten Kreisen, schreibt das Berner
es gehe im Orient num ans Leben. England wolle der Ge⸗
ernste Befürch⸗


