Ausgabe 
10.11.1915
 
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Der bulgarische Kriegsbericht. Die Beute von Nisch. Sofia, 9. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Heeresbericht vom 7. November. Unsere Truppen, welche die geschlagene serbische Armee zu verfolgen fortfuhren, sind am 7. November auf der ganzen Front bis zur Morawa gelangt und bereiten sich vor, auf ihr linkes Ufer überzufetzen. Besetzt wurden die Städte Aleksinac, Wlasotince, Iltowar in Mazedonien und die Stadt Tetowo. Auf den anderen Fronten keine Aenderung. Unsere Truppen wurden in Nisch von der Bevölkerung mit Blumen, Freudenrufen, Hurras und den Rufen:Will⸗ kommen die Befreier! empfangen. Die Stadt war von den abziehenden serbischen Soldaten geplündert. Als Kriegs⸗ beute wurden in Nisch und Umgebung bis jetzt gezählt: 42 Festungsgeschütze, Tausende von Gewehren und Kisten mit Munition, 700 Eisenbahnwaggons, die Mehrzahl beladen mit Lebensmitteln, viele Automobile, viel Sanitätsmaterial u. a., 12 Desinfektionsmaschinen, 500 Wasserpumpen, 500 neue Fahnen und Hunderttausende von Soldatenwäschestücken und Uniformen. Es befinden sich noch viele Pulverdepots in der Stadt und Umgebung. Weiter haben die Serben bei ihrem Rückzuge zahlreiche Geschütze, Maschinengewehre und Gewehre, die noch nicht gezählt sind, zurückgelassen. Bis jetzt wurden bei Nisch 5000 Gefangene gezählt. **

Aus Saloniki wird der Polit. Korresp. gemeldet: Uesküber Nachrichten zufolge, die aus Monastir kommen, befanden sich auf der Bahnstrecke Vranja Belgrad im ganzen ungefähr 2800 Waggons und 45 Lokomotiven, die dem Sieger in die Hände fielen. Bei der Besetzung von Uesküb legten die Bulgaren ihre Hand auf 500 Waggons und 10 Maschinen, während versucht wird, 300 Waggons und 10 Maschinen auf der Strecke GepgeliDemirkapu nach Griechenland zu befördern.

Englisch⸗französische Niederlagen.

Die B. Z. a. M. meldet aus Budapest: Aus Sofia wird gemeldet: Zwischen Krivolac und Prilep, wo die Bulgaren in der Desensive sind, richteten die Truppen der Entente gestern heftige Angriffe gegen die bulgarischen Stellungen, die aber von den Bulgaren un ter riesigen Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen wur den. Zahlreiche Gefangene wurden gemacht.

Auf der Bahnstrecke Gewgeli Kriwolak ver⸗ kehren nur noch Militärzüge. Die Engländer schafften schwere Geschütze nach Gewgeli. Die Franzosen er⸗ litten in den letzten Kämpfen zwischen Kriwolak und Gradsko empfindliche Verluste und finden in den an der Bahnstrecke gelegenen Ortschaften keinen Platz mehr, die Verwundeten unterzubringen. In Salonik sind weitere vier Transportdampfer mit ungefähr

5000 Mann, Munition und Pontons für Verwundete an⸗ 2

gelangt. Die Lage in Monastir.

Salonik, 9. Nov. Bahnverkehr auf der Linie Salonik. Monaftir wird nur bis Florina aufrecht erhalten. In Monastir herrscht eine Panik. Es ist von den Serben ganz verlassen. Eine Bürgerwehr wurde gebildet, um Plünderungen zu verhüten.

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Briefkasten.

S.⸗Gießen. Die serbische Stadt Nisch zählte 1910 rund 25 060 Einwohner, doch ist anzunehmen, daß deren Zahl in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Als Festung scheint die Stadt nicht von großer Bedeutung zu sein.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Die Marktpreise für Vieh und Frucht und die Gießener Fleisch⸗ und Brotyreise am 8. November 1915

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Getreidepreise in Mannheim. Brotpreise in Gießen

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Verstorbene. Frau Maria Gelitzer, geb. Weigel, in Klein⸗ Linden, 37 Jahre alt. Frau Gertrude Wollrab Wwe., geb. Bauer, in Alsfeld, 80 Jahre alt. Otto Seim in Ruppertenrod, 48 Jahre alt.

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