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Organ für die Juteressen des werktätigen Volles Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.
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Nr. 264
Gießen, Mittwoch, den 10. November 1915
10. Jahrgang
Die„mildernden Umstände.
a Genosse Hugo Poetzsch schreibt unserem C i Parteiblalt: 5 serem Chemnitzer Der Führer der schwedischen Sozialdemokratie Hal mar
Branting hat nach der Rückkehr von seiner Reise nach Deutsch— land und Frankreich in Stockholm eine Rede 90, ble Broschürenform erschienen ist. Sein absprechendes Urteil über das Verhalten der deutschen Sozialdemokratie ist bekannt, nach ihm liegt alle Schuld bei Deutschland und die deutsche Sozialdemokratie allein ist verantwortlich für den„Zusammenbruch der Inter⸗ nationale“. Er führte unter anderem in seiner Rede aus: „Der schwerste Punkt in allem, was gewesen ist, ist ganz be— stimmt, daß man im ganzen Westeuropa nicht verstehen kann, wie die deutschen Parteigenossen beim Kriegsausbruch so handeln konnten, wie sie getan, nämlich sich solidarisch mit den übrigen Parteien und mit der imperialistischen Regierung zu stellen und N diese durch ihre Abstimmungen für die Kriegskredite unter- stützen konnten, das ist es, was man ohne Meinungsverschieden heit im ganzen Westeuropa einmütig als einen deutschen Ueber fall auf diejenigen betrachtet, die den Frieden bewahren und be— halten wollten.“
Dabei ist von unseren Führern Bebel, Liebknecht, Auer usw. dutzendmal die Zusicherung gegeben worden, in der Stunde der Gefahr das Vaterland nicht zu verlassen. Selbst Jaureès hat den deutschen Sozialdemokraten eine andere Haltung nie zugemutet. Die Zustimmung zu den Kriegskrediten hat man nach Branting in ganz Westeuropa„einmütig als einen deutschen Ueberfall auf die⸗ fenigen betrachtet, die den Frieden bewahren und erhalten wollten.“ Wollten die deutschen Sozialdemokraten nicht auch den Frieden er⸗ halten? Was haben die Sozialisten der anderen Länder in dieser Beziehung denn mehr getan als wir? Sie haben protestiert in den Zeitungen, wie wir, ihre kapitalistisch⸗imperialistischen Regierungen gewarnt und beschworen, den Frieden zu wahren, wie wir, schließ⸗ lich eine drohende Geste angenommen und in den Straßen demon⸗ triert— wie wir. Nicht mehr, nicht weniger. Als die Sache ernst wurde, unabwendbar, standen sie, wie wir, zu ihrem Lande. Nur von uns erwarteten sie etwas anderes. Und was? Gegen die Kredite zu stimmen? Eine leere Demonstration? Nein, der deutsche„Militarismus“ sollte bekämpft werden, niedergerungen nit Hilfe der deutschen Sozialdemokratie. Daß der franzö⸗ sische Militarismus in seinem innersten Wesen nicht besser— man denke nur an die Dreufus⸗Affäre—, daß der englische Marinismus den anderen Ländern noch viel gefährlicher, das anzuerkennen ließ
—— die„Stunde der Gefahr“ für das eigene Land— nicht zu. 5
Haeätten die Sozialisten der Westmächte auch nach der Kriegs- erklärung den Frieden aufrecht erhalten wollen, den Frieden um keden Preis, dann hätten sie tun müssen, was sie von uns Deut⸗ schen erwartet haben, den Militärstreil, die offene Revolte. Sie nahmen auch an, daß dies in Deutschland geschah. Die französischen Genossen taten dies nicht, sondern entsandten zwei ihrer hervor⸗ ragendsten Führer ins Ministerium, nahmen so die Verantwortung Für die Ereignisse mit auf ihre Schultern. Ihr Verhalten n Vorwürfe gegen uns behalten ihre Logik nur, wenn sie von dem Gedanken beherrscht sind, der Weltkrieg hätte dazu benützt werden müissen, Deutschland mit Hilfe selbst des russschen Zarismud und sogar unter Mitwirkung der deutschen Arbeiterklasse 1 eingen. Daß dieses Ziel nur mit Zurückwerfung e 5 hoher Kultur um Jahrhunderte zu erreichen war, scheint den aus⸗ fändischen Genossen mit Einschluß des Genossen Branting ente weder nicht zu dämmern, oder berührt sie nicht.
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rungen für dieses Ver⸗ r plaidiert auf mildernde
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Genosse Branting sucht nach Erklä 11 015 der. 7 15 Imstände, indem er unter anderem sagt:. 5 7 51 „Und das ist schon so, wie man mir gesagt e 5 in Berlin, daß, wer nicht selbst in der Atmosphäre ge 85 falt alles während einiger Tage in Deutschland vorhertschbe; 1 WN und alle mit sich riß, der kann sich nicht in 90 ite Sttugtion so⸗ was sich damals zutrug, welche unerhört vera 2 51050 das ge⸗ fort eintrat, als der eiserne Vorhang Fig ae de itschland„im waltige Militärreich im gleichen Augenblich alt Mobilmachung Kriegszustand“— eine Art Vorbereitung für nen Schlage voll⸗ erklart wurde. Die Jiolierung wurde mit een genau von den ständig. Alle Nachrichten, die eingingen wuchs war länger be⸗ militären und zivilen Behörden sortiert, nichts n pafsterte, aber kannt von dem, was außerhalb der Rescue den Eindruc zu er⸗ anstatt dessen wurde alles darauf eingestellt, 1 5 im Osten und wecken, wir sind umringt, wir werden von 1110 issen müssen wir Westen überfallen. Und, unter diefen Verhältnis 5 unser Leben verteidigen. 1 5 Piese„Massenpfuchose“ habe dann aut 1175 N willigung der Kriegskredite geführt. Aacrigaß die Kosaken bren⸗ haß die Russen in Ostpreußen eingefallen, 17 5 gen seien. Wenn zend und zerstörend in deutsche Gebiete einge 111 wie alles in man also gerecht sein und sich hinein neue enofsen ausnehmen 0 em Augenblick sich vor den deutschen e dein Die deutschen Außte, dann werde das Urteil„viel milde 0 Sozialdemokraten hätten nichts gewußt(rpaltung des Friedens, agahmen, die von der anderen Seite zur Erbe nichts von den energischen Anstrengungen en nichts davon, daß Frankreich seine Frufchrenze) zurückgenommen ber„Front“(soll wohl heißen von der ae des habe. An der Aufrichtigkeit der Vorschle eifelt. nisters Grey habe man in Deutschland gez diesen Gedanken ge⸗ ei es der deutsche Widerstan d ge lung des Friedens zum wesen, der die letzten Hoffnungen auf 1 0 Ersuchen sei ein an⸗ Scheitern gebracht habe. Trotz dringen ch nicht gemacht
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N 2
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Der Siegeszug in
deutschen Volkes im Reichstage durch das Weißbuch, das am 3. August erschien, von den Begebenheiten durchaus unterrichtet waren. Sie wußten von Greys Vorschlag, die Differenzen zwischen Oesterreich und Rußland einer diplomatischen Konferenz zu unterbreiten. Auch von dem deutschen Gegenvorschlag, der im wesentlichen dahin ging, die Vermittlung direkt zwischen Oesterreich und Rußland herbeizuführen, hatten sie Kenntnis. Der Vor⸗ wärts vom 29. Juli 1914 veröffentlichte ein Privattelegramm aus London, worin über die Stimmung der englischen Presse berichtet wird. Diese sei der Ansicht, daß, die Weigerung Deutsch⸗ lands, die britischen Vorschläge anzunehmen, den friedlichen Aus⸗ gleich zwischen Rußland und Oesterreich nicht unmöglich gemacht habe. Oesterreich möge sich mit der Besetzung Belgrads begnügen und Rußland feste Garantien dafür bieten, daß durch das Vor⸗ gehen Oesterreichs das flawisch⸗germanische Gleichgewicht nicht ernstlich gestört werde. Die deutschen Sozialdemokraten wußten aber auch, daß Rußland bereits vom 25. Juli ab mobilisiert hatte. (Der Zar selbst bestätigt dies in einer Depesche an den Deutschen Kaiser am 30. Juli.) Am 29. Juli teilt aber Reuter schon mit, daß Rußland mobilisiere. Schließlich konnte am 31. Juli der Vor⸗ wärts bereits den kafserlich⸗russischen Ukas, betreffend die Mobil⸗ machung, im Wortlaute veröffentlichen. Dagegen ist erwiesen, daß das französische Volk in jenen Tagen vor der unmittelbaren Ent⸗ scheidung über die wichtigsten Dinge nicht informiert war. So ist ihm die Tatfache von der russischen Mobilmachung, sowie die Ver⸗ suche der deutschen Regierung, vor allem diese rückgängig zu machen, vorenthalten worden. Die Franzosen sahen nur die Kriegs⸗ erklärungen, die allerdings von Deutschland aus erfolgten, als Rußland trotz des deutschen Einspruchs die Mobilisierung ihrer Armeen fortfetzte und damit Deutschland aufs äußerste bedͤrohte, und, nachdem Frankreich auf die Anfrage Deutschlands eine ein⸗ deutige Antwort nicht gab, nicht geben konnte, da es durch Bündnis an das Zarenreich gefesselt war.
Sollte Deutschland mit der Verteidigung seiner Grenzen zögern? Und sollte die deutsche Sozialdemokratie die Kredite deswegen ab⸗ lehnen und das Land den Feinden widerstandslos preisgeben, weil etwa in der diplomatischen Schuldfrage, bei den Verhandlun⸗ gen der letzten Tage, der deutschen Regierung etwa ein Quentchen mehr Schuld hätte beigemessen werden können? Es bedarf keines weiteren Beweises, daß die deutschen Genossen in jenen verhängnis⸗ vollen Tagen besser informiert waren, wie die irgend eines anderen Landes. Damit kennzeichnen sich die Behauptungen Brantings als irreführend.
Branting ist nicht der erste beste. Er nimmt in der Inter⸗ nationale eine hervorragende, einflußveiche Stellung ein. Seine Stimme wird in der Internationale gehört, seine Reden und Schrif⸗ ten werden übersetzt und von allen der Internationale angeschlosse⸗ nen sozialistischen Fraktionen gelesen. Bald wird man„milde ur⸗ teilen“ über die deutsche Sozialdemokratie, sie nicht mehr des „Sozialimperialismus“, des„Kaiserismus“ zeihen, nicht mehr sie als„Sozialpatrioten“ bezeichnen: die mildernden Umstände des Ge⸗ nossen Branting treten an Stelle der Intelligenz der deutschen Sozialdemokraten.
Das ist eine über die Maßen entwürdigende Stellung, die da der deutschen Sozialdemokratie zugewiesen wird. festgestellt werden, daß die Mehrheit der sozialdemokratischen Partei am 4. August und später im vollen Bewußtsein ihrer Verantwort- lichkeit ihre Beschlüsse gefaßt hat. Wenn einzelne nachträglich vor dieser Verantwortung zurückschrecken und nach Entschuldigungsgrün⸗ den suchen, so haben sie kein Recht, solche im Namen der Mehrheit
geltend zu machen. **
Die Mission Kitcheners.
Demgegenüber muß
zerbien.
daß die Veniselisten für den Fall der Auflösung der Kammer Wahlenthaltung vorschlagen werden. Der Agence Havas wird aus Athen gemeldet: In wohlunterrichteten Kreisen wird versichert, das Kabinett Skuludis werde die Politik seines Vorgängers weiter verfolgen. Man weiß noch nicht, ob sich das Kabinett der Kammer vorstellen oder ob die Kammer aufgelöst werden wird.
Die Vossische Zeitung meldet aus Bukarest: Ven iselos erklärte sich bereit, das Kabinett Skuludis zu unterstützen, um einer Auflösung der Kammer
vorzubeugen. Der Seekrieg. Die Arbeit der U-Boote. Lloyds Agentur meldet aus London: Das englische
Dampfschiff„Lady Plymouth“ ist hier mit 55 Mann von der Besatzung des französischen Dampfers„Calvados“ an Bord eingelaufen.
Der englische Postdampfer„Alastair“ ist versenkt worden. Drei Mann von der Besatzung wurden gerettet. Die Leiche eines Steuermanns wurde geborgen.
Reuter meldet: Wie Lloyds mitteilen, ist der Dampfer „Woblench“ bei London gesunken. Die Besatzung wurde gerettet.
Meldung des Reuterschen Bureaus. Das britische Fischer⸗ fahrzeug„King William“ ist versenkt worden. Sieben Mann der Besatzung sind gerettet; der Kapitän und ein Matrose werden vermißt.
Wie die englische Admiralität mitteilt, ist am 5. No⸗ vember der bewaffnete Verpflegungsdampfer„Tara“ von zwei feindlichen Unterseebooten im östlichen Mittelmeer an ⸗ gegriffen und versenkt worden; 34 Mann der Besatzung wer ⸗ den vermißt.
Eine neue große Eisenbahn in Rußland.
Was man kaum für möglich halten sollte, scheint Tatsache ge⸗ worden zu sein: innerhalb einer Bauzeit von nur einem Jahr Rußland unter dem Drucke des Krieges eine Eisenbahnverbindung zwischen Petersburg und der Murmanküste am Eismeer hergestellt, die nach fast gleichzeitig in Paris und London veröffent⸗ lichten Mitteilungen schon im November eröffnet werden soll und somit, da die Murmanküste das ganze Jahr eisfrei ist, Ruß⸗ land die Möglichkeit bieten würde, auch wenn der Hafen von Archangelsk vereist ist, Kriegsbedarf aus dem Ausland zu beziehen und ins Innere befördern zu lassen. Die neue Bahnverbindung hat eine Gesamtlänge von 1100 Kilometern. Selbst wenn man davon absieht, daß die Strecke Petersburg—Petrosawodsk am One⸗ gasee(etwa 300 Kilometer) im vorigen Herbst bereits fertig war, bildet die Herstellung der Linie Petrosawodsk nordwärts durch die öden Gebiete an der Westseite des Weißen Meeres und weiter durch die gebirgige Kolahalbinsel innerhalb eines Jahres eine ungeheure Arbeit. Diese wurde dadurch ermöglicht, daß Rußland in den ver⸗ schiedensten Landesteilen, selbst in Südrußland und Sibirien, ein Arbeiterheer von 30—40 000 Mann aufgeboten und in diesem Jahr
Lord Kitchener hat sich in Paris drei Tage aufgehalten. Der Temps versichert, daß ein vollständiges Einvernehmen über die Durchführung des Feldzuges auf dem Balkan erzielt wor⸗ den sei. Das Blatt stellt auch das baldige Eingreifen JFtaliens und Rußlands in Aussicht.— Der Petit Parisien schreibt, Lord Kitchener werde, nachdem er sich mit der französischen Regierung in volles Einverständnis gesetzt habe, nach den Dardanellen, Aegyp⸗ ten, Mazedonien und Griechenland reisen und sodann mit den Er⸗ gebnissen seiner Untersuchung zurückkehren, die zu einem vollkom⸗ menen Zusammenarbeiten der Anstrengungen der Verbündeten und vielleicht zu unvorhergesehenen Initiativen führen würden.
In Salonik.
Der Korrespondent des Bund in Salonik schreibt: Die ge⸗ landeten französischen Truppen schienen in guter Stimmung zu sein. Freuten sie sich doch alle unendlich, der Halbinsel des Todes entronnen zu sein. So nennen sie die blutgetränkte Halbinsel Gallipoli. 2
Die Zensur in Salonik ist bedeutend verschärft. So hatten einige Blätter Meldungen gebracht, wonach einmal drei, das andere Mal sieben Truppentransportdampfer vor dem Golfe von Salonik durch deutsche Unterseeboote versenkt worden seien. Die Redakteure dieser Zeitungen wurden sofort vor ein Kriegs⸗ gericht zitiert.
Aus Griechenland. Die Sitnation.
Wie dem Joural aus Athen gemeldet wird, versammelte Veniselos am Samstag seine Anhänger zu einer Besprechung, die den ganzen Nachmittag und Abend fortgesetzt wurde. Es wurde ein öffentlicher Protest gegen die Auflösung des Parlaments und die Vornahme von Neuwahlen beschlossen. Veniselos selbst sei durch den Kampf gegen die Politik des Königs ermüdet und habe die Absicht geäußert, sich aus dem
cher Seite
Herex Vermittlungsvorschlag von deutscher Sei 5
. 9 i ertreter de eit Branting. Die Wahrheit ist, dh die a
politischen Leben zurlckzuziehen. Es sei auch wahrscheinlich,
auch noch Tausende von deutschen und österreichisch⸗ungarischen Kriegsgefangen nach jenem höchsten Norden Rußlands ge⸗ schleppt hatte, damit die Bahn noch vor Weihnachten vollendet sein konnte. Daß dies wirklich geschah, soll überhaupt der Arbeit der Kriegsgefangenen zuzuschreiben sein, die den eigentlichen Bahnbau auszuführen hatten, während man die russischen Arbeiter für Erd⸗ arbeiten und Wegeanlagen benutzte. Da sämtliche Arbeiterscharen die ganze Zeit hindurch in Zelten leben mußten, kann man gespannt sein, welche Schicksale die Kriegsgefangenen in der rauhen Jahres⸗ zeit gehabt haben.
In welchem Umfang Rußland die Murmanbahn schon diesen Winter ausnutzen kann, läßt sich kaum vorhersagen, da ja Erfahrun⸗ gen darüber fehlen, wie sich die Schiffahrt um das Nordkap in der dunklen Jahreszeit gestaltet. Ebenso dürfte bei einer so ausgepräg⸗ ten Polarbahn, wie der Murmanbahn, der Betrieb mit vielen Schwierigkeiten verbunden sein.(Frankfurter Ztg.)
Keine Friedensberatungen im Haag.
Die Nordd. Allg. Ztg. wandte sich vor einigen Tagen gegen die Meldung des Haager Korrespondenzbureaus, in Amsterdam hätten kürzlich deutsche Reichstagsabgeordnete geweilt, um über die Möglichkeit der Einleitung von Friedensverhandlungen zu sondieren. Das Korrespondenzbureau hält trotzdem seine Behauptungen auf⸗ recht und teilte mit, einer der Reichstagsabgeordneten, der an den Besprechungen teilgenommen habe, sei unser Genosse Dr. August Erdmann aus Köln gewesen. Sierzu schreibt nun unser Amsterdamer Parterblatt Het Volk, es könne die Mitteilung des Korrespondenzblattes aufs sicherste wider- legen. Allerdings sei Dr. Erdmann in Amsterdam gewesen, keinesfalls aber in Verbindung mit Besprechungen zur Vor- beratung des Friedens. Sein Besuch sei ganz persönlicher Art gewesen.
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