so bemerkenswerter, als eine äußerst lebhafte Agitation für das Frauenstimmrecht vorhergegangen war.
Das zweite interessante Ergebnis ist, daß Präsident Wilsons Anhänger überall entscheidend ge— schlagen wurden. Sehr auffällig trat dies in einem Kongreßwahlkreise im Staate Newyork hervor, wo der Kandidat von Wilson besonders empfohlen war. Hier haben die deutschen Wähler den Ausschlag gegen Wilson gegeben und die Mehrheit von 6000 Stimmen, die sein Freund früher gehabt hatte, in eine Minderheit um— gewandelt.
Die Einberusung des Reichstags.
Aus Berlin wird uns geschrieben:
Die Erklärung des Reichskanzlers auf die Forderung der sozialdemokratischen Fraktion, den Reichstag sofort einzu— berufen, enthält die positive Tatsache, daß der Reichstag ohne— hin Ende November seine Verhandlungen wieder aufnehmen wird. Das ist nun freilich auch nicht neu, sondern war bereits zum Schlusse der letzten Tagung vorauszusehen und ist auch in dem Vertagungsantrag selbst so formuliert. Der Reichs⸗ kanzler betont, daß er die Gründe der sozialdemokratischen Fraktion für ihre Forderung durchaus nicht verkennt, aus— schlaggebend für die Ablehnung sei aber der Umstand gewesen, daß bei einem sofortigen Zusammentritt des Reichstags die Kräfte des Reichsamts des Innern fast ganz für die parla— mentarische Arbeit mit Beschlag belegt werden würden, während sie gerade jetzt für die allerdings dringenden Auf— gaben auf dem Gebiet der Volksernährung und auch für die Vorbereitung der Reichstagssession notwendig seien. Uns scheint dieser ausschlaggebende Grund etwas merkwürdig. Das Reichsamt des Innern hat in ganz anders innerlich be— wegten Zeiten sowohl seine eigenen Arbeiten als auch die Arbeiten im Reichstage erledigen können, und wenn seine Einberufung im Augenblick absolut notwendig wäre, so müßte alles andere dahinter zurücktreten. Aber der Reichs— kanzler will augenscheinlich sagen, daß er in der Sache mit der sozialdemokratischen Fraktion einverstanden sei und ihre Wünsche schon vor der Tagung dadurch zu erledigen sich bemühe, daß das Reichsamt des Innern eben jetzt die Fragen der Volksernährung mit besonderem Eifer bearbeite und zu lösen trachte. Diesen Standpunkt kann man selbst dann ver⸗ stehen, wenn man die sofortige Einberufung des Reichstags für absolut notwendig hält. Wir haben selbst anerkannt, daß die letzten Maßnahmen des Bundesrats, die auf den Vor⸗ arbeiten des Reichsamts des Innern beruhen, einen guten Schritt nach vorwärts bedeuten, wenn sie auch so unendlich spät gekommen sind, daß in den weitesten Volkskreisen durch den Lebensmittelwucher Unruhe, Aufregung und Sorge in bedenklicher Weise gesteigert werden mußten.
Wenn die Aufforderung zur sofortigen Einberufung er— teicht hat, daß die Arbeiten des Reichsamtes des Innern zur Regelung und Sicherung der Volksernährung beschleunigt, vertieft und verbessert werden, so ist das sicher ein Erfolg, der 15 Entgegenkommen gegen unseren Antrag darstellen würde.
Was die Einberufung des Reichstags Ende November selbst betrifft, so dürfte die Tagung, wenn wir recht unter— richtet sind, sich bis kurz vor die Weihnachtsfeiertage aus— dehnen. Ob diese längere Dauer ganz durch Plenarsitzungen ausgefüllt wird, läßt sich schwer vorhersehen, jedenfalls wird der Reichstag auch diesmal nicht um einige Kommissions⸗ beratungen herumkommen.
Wir werden abwarten müssen, wieweit die Arbeiten des Reichsamts des Innern wirklich im Interesse der großen Massen des Volkes vorwärts kommen und ob sie wirklich etwas bedeuten, was die Kritik und die Arbeiten des Reichs— tags ersetzen kann. Es liegt also an der Regierung, möglichst Tüchtiges und Nützliches für die Volksernährung schaffen zu lassen, wenn sie in den breiten Massen Verständnis für die
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Nichterfüllung unserer Forderung auf sofortige Einberufung des Reichstags finden will. Sozialdemokratische Anträge im sächsischen Landtag. 85 Die sozialdemokratische Fraktion der Zweiten Kammer. des
sächsischen Landtags beschäftigte sich in einer mehrstündigen Sitzung
mit der Frage, welche Anträge sie in dem in einigen Tagen zusam⸗
mentretenden Landtag einbringen will. Sie beschloß, nach ein⸗ gehender Beratung solgende Anträge zu stellen: Aufhebung der Pressezensur und des Belagerungszustandes; Forderung von Maß⸗ nahmen gegen die Teuerung, die einzelnen Forderungen sind in neun einzelnen Punkten eingehend formuliert; Sorge für Kriegsopfer, Erwerbslosenfürsorge: die Gemeinden haben entsprechende und zwar dauernde Einrichtungen zu treffen, Reich und Staat haben die Mitte zur Verfügung zu stellen, es sind Zweckverbände zu bilden, Be⸗ schleunigung von Staa und Gemeindearbeiten mit tarifmäßigen oder in den Berufen üblichen Löhnen, Errichtung paritätischer Arbeitsnachweise, Schaffung von Arbeitslosenfürsorge durch, das Reich; Verbesserung der Kriegsfürsorge: Erhöhung der Familien⸗ unterstützung und der Armenunterstützung, der Alters-, Juvaliden⸗, Witwen⸗ und Waisenrenten; Teuerungszulagen für alle Stgatsar⸗ beiter und Beamten mit Einkommen bis zu 3000 Mk. nach unten steigend und unter Berücksichtigung der Kinderzahl; Reichssteuern: Beseitigung aller indirekten Lebensmittelsteuern und Abgaben, Hauptsteuerquellen in Steuern auf Einkommen und Vermögen mit starker Progression nach oben, besondere Besteuerung der Kriegs⸗ gewinne; Reform der Landessteuern: Befreiung der kleinen Einkom⸗ men bis zur vierten Steuerstufe, stärkere Progression der Steuer auf Einkommen von 6000 Mark an, Ausbau der Ergänzungssteuer zu einer Vermögenssteuer auf alle Vermögen von 10 000 Mk. an, Wegfall der indirekten Steuern, Erhebung der Grundsteuer nach dem sogenaunten gemeinen Werte: Einführung des geheimen, allge⸗ meinen, gleichen Wahlrechts zu Landtag, Gemeinde-, Bezirks⸗ und Kreisvertretung für alle Reichsangehörigen; Gewährung des un⸗ beschränkten Koalitionsrechtes für alle Staatsarbeiter und Be⸗ dienstete. Einführung eines Knappschaftsgesetzes für das Reich, Schaffung von Knappschaftsvereinen. 5
An die Spitze aller dieser Anträge ist ausdrücklich die Forderung nach Beseitigung der Pressezensur und des Belagerungszustandes, das energische Verlangen nach Vereins- und Versammlungs freiheit gestellt. Ueber weitere Anträge wird sich die Fraktion später noch schlüssig werden. Als Redner zur allgemeinen Vorberatung des Etats wurden die Abgg. Fräßdorf, Lange und Fleißner bestimmt. Die Etatsberatungen, die Gelegenheit zu einer Erör⸗ terung der allgemeinen poljtischen Lage 17 dürften wahrschein⸗ lich in der zweiten Hälfte des November stattfinden.— Ueber An⸗ träge der bürgerlichen Fraktionen ist in der Oeffentlichkeit bisher noch nichts bekannt geworden.
1 Der Kampf um Nicch.
Dem Berl. Tagebl. wird aus dem K. und K. Kriegspresse⸗ quartier unterm 4 November gemeldet: An der montenegrini⸗ schen Westgrenze hat sich die Angriffsfront der k. k. Truppen bis Trebinje ausgedehnt. Angesichts des Wassermangels und der Wegearmut des Gebirgsgeländes erfordert die Offensive eine besondere sorgfältige Vorbereitung und be⸗ sonnenes Vorgehen. So hat man sich vorerst mit dem Aus⸗ bau und der Sicherung der eroberten Grenzhöhen Troglav, Orlovae und Babija bei Avtavac und Vardar bei Bilek be⸗ gnügt. Südöstlich Kragujevae und bei Jegodiar weichen die weichen die Serben vor der Armee Gallwitz zurück. Die Bul⸗ garen setzen im hartnäckigen Kampf mit den Serben die Ein⸗ schließung von Nisch fort, gegen das sie aus Nordosten auf der Straße Knjazevo-Sorljig, aus Südosten auf der Straße Pirot⸗Bela Palanka und aus Süden auf der Straße Vlasotlnee-Leskovac vorrücken. Gestern bermächtigten sich
die Bulgaren der beherrschenden Kalafathöhe, von wo sie die“
Beschießung der Befestigungswerke haben. Zur Ministerkrise in Griechenland.
Das Berliner Tageblatt schreibt: Venizelos hat das Kabinett Zaimis gestürzt, um sich selbst an dessen Stelle zu setzen. Seit dem Tage vor vier Wochen, da sich König Konstantin von ihm trennte, war es klar, daß Venizelos in der Stille das Ziel, das er jetzt erreichte, verfolgen würde. Die Krise ist da, aber unmittel⸗ bare praktische Folgen, einen sofortigen Umschwung der griechischen Politik von ihr zu erwarten, dazu liegt zunächst kein Anlaß vor. Die griechische Armee wird, ohne einem anderen Befehl als dem ihres Königs zu gehorchen, Gewehr bei Fuß stehen. Sie trägt schon bitter genug an dem Groll über die Verletzung griechischen Ge—
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von Nisch eingeleitet
bietes durch die in Saloniki eingedrungenen Tun
sie ihnen entgegentreten durfte. Sie wird kein We
fährlichen Abenteuerpolitik sein, auch wenn der A Venizelos heißt, und wenn er— dem Ziele nachlagend,
nach der Präsidentschaft der„hellenischen Republik“—
haben sollte, sein Abenteuer mit ausländischer Hilfe in da, Leben des Landes zu tragen.— Der Berliner Lokalanzei
Nach den Vorgängen der letzten Wochen ist nicht anzunehmer König Konstantin sich jetzt unter den Willen eines Staats beugen wird, der zweimal gehen mußte, weil er sich.
Gegensatz zu der Ansicht der Krone befand. Künig Konstantit sich in den großen Schwierigkeiten der letzten Monate als ruhiger, entschlossener Politiker bewiesen und er wird weiterhin in Uebe einstimmung mit dem Willen des Volkes die Interessen Grie lands in gleich entschiedener Weise zu wahren wissen.
Die Lage der Ententetruppen in Saloniki. Budapest, 5. Nov. Aus Sofia wird berichtet, daß in Saloniki gelandeten Truppen vom General bis 0 6 Infanteristen verzweifelt sind und sich bitter über die ö Verproviantierung beklagen. Das Budapester Blatt Sear bringt folgende Mitteilung aus Saloniki: Die Englä wollten auf der Halbinsel Chalkidike Truppen landen. griechischen Militärbehörden vereitelten jedoch den Ve mit der Begründung, daß sie Befehl erhalten hätten, Landung wenn nötig auch mit Waffengewalt zu verhin Athen, 5. Nov. Am letzten Oktober wurden die e britischen Truppen von Saloniki nach der serbischen Gr abgeschoben. Die griechische Zenfur gestattet nicht, gen Zahlen anzugeben, doch kann gesagt werden, daß in Salo seit einiger Zeit weit weniger Truppen gelandet werden. d Zahl der mazedonischen Streitkräfte der Entente ist so gering daß man noch immer nicht von einer militärischen Aktion! Alliierten auf dem Balkan sprechen kann. 3
Ein russischer Dampfer von den Bulgaren erbeutet. 5 Tll. Sofia, 5. Nov. Ein für Serbien bestimmter ruf Dampfer„Belgrad“, mit Kriegsmaterial an Bord, ist als B Bulgaren nach Lom gebracht und auf den Namen„Warna tauft worden.
Die Einberufung des italienischen Parlame
Tu. Von der italienischen Grenze, 5. Nov. Die Ein fung des italienischen Parlaments ist, römischen Blätt folge, auf den 1. Dezember zu erwarten.
Sriegsustizen.
Auf Anordnung des stellvertretenden Generalkomman VIII. Armeekorps, zu dem auch die Festung Köln gehört, n von jetzt an alle Druckereien und sonstigen Vervielfältigungsg ten von jeder bei ihnen erscheinenden militärischen und pole Schrift, gleichgültig ob sie der Vorprüfung unterlegen ha nicht, der zuständigen Zensurbehörde sechs Belegabdrlicke einn unter Angabe der Höhe der Auflage. Zuwiderhandlungen mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft. f
Der sozialistische Landtagsabgeordnete Westmeye mehrere Wochen in Karlsruhe in Untersuchungshaft sich bese aus der Haft entlassen worden. 5
Der Reichsrats⸗ und Landtagsabgeordnete für Karlsbad Rudolf Lößl kist den auf einem nördlichen Schlachtfelde e Verwundungen erlegen. Lößl gehörte dem Vorstande der d radikalen Partei an. a
Reuter meldet aus Wilmington: Ju der Pu! fabrik von Duponi, die sich bei Wilmington befindet, sa Explosion statt. Bei der Explosion wurden 17 Personen verletzt.
Berlinske Tidende erfährt aus Petersburg: minister Bark schlug in der letzten Ministerratssitzung Kriegsbesteuerung der Eintrittskarten alle ganügungsanstalten im Betrage von 2 Kopeken Rubel vor. 5
Die Wolgaschiffahrt ist wegen der Vereisu 0 Stromes eingestellt, wodurch Holz- und Lebensmitteltranspot noch mehr erschwert werden, als bisher. 17
Rjetsch zufolge wurden zwei Arbeiter zum Verlust alle Rechte verurteilt, weil sie einer sozialdemokratisch Parteigruppe angehörten, der eine erhielt vier Jahre Strafarbeit, der andere wird Strafkolonie verschickt.
1
in e
Der Schiffbrüchige.
Erzählung von W. W. Jacobs. (Nachdruck verboten.)
Frau Hinrich Kröger stand in der Tür des Ladens, die Hände über der Schürze gefaltet. Der kurze Tag ging seinem Ende zu, und man begann in dem kleinen Hafenplatz die Lampen anzuzünden. Eine Zeit lang lauschte sie auf den regelmäßigen Wellenschlag, der sich vom Meeresstrande her hören ließ, und begab sich dann, leise erschauernd, in den Laden zurück und schloß die Tür.
Der kleine Laden mit seinen weithalsigen Bonbongläsern gehörte zu ihren frühesten Erinnerungen. Bis zu ihrer Ver— heiratung hatte sie kein anderes Heim gekannt, und als ihr Mann mit dem„Nordstern“ untergegangen war, vor nun— mehr drei Jahren, gab sie ihre Wohnung in Hamburg auf und kam nach Hause zurück, um ihrer Mutter im Geschäft zu helfen.
Sie war in unruhiger Stimmung und legte eine Näh— arbeit, die sie vorgenommen hatte, nach ein oder zwei Minuten wieder weg. Ein Blick durch die Scheibe der Tür, welche in das kleine Wohnzimmer führte, zeigte ihr Frau Rogenbuck, die mit einem roten Schal um ihre Schultern in ihrem Lehnstuhl eingeschlafen war.
Frau Kröger wandte sich beim Klange der Ladenklingel um, stieß einen lauten Schrei aus und starrte die Gestalt eines Mannes an, der in der Tür stand. Er war klein und bärtig, mit seltsam geformten Schultern und einem linken Bein, das nicht recht zum rechten paßte; aber im nächsten Augenblick lag Frau Kröger, gleichzeitig lachend und weinend, in seinen Armen.
Frau Rogenbuck, deren Nerven noch infolge der Plötz— lichkeit, mit der sie aus dem Schlafe geschreckt war, zitterten, kam in den Laden. Herr Kröger machte einen Arm frei, schlang ihn um ihre Taille und küßte sie zärtlich auf das Kinn.
„Er ist wieder da!“ schrie Frau Kröger aufgeregt.
„Dem Himmel sei Dank,“ sagte Frau Rogenbuck nach kurzem Zögern
„Er lebt!“ schrie Frau Kröger.„Er lebt!“
Halb zog sie ihn, halb führte sie ihn in das kleine Wohn—⸗ zimmer, drückte ihn da in den Lehnstuhl, den Frau Rogenbuck eben verlassen hatte, und setzte sich auf seine Knie, ohne in ihrer Aufregung darauf zu achten, daß ihre Mutter mit auf⸗ fälliger Sorgfalt den unbequemsten Stuhl im Zimmer wählte.
„Denk' doch bloß mal, daß er noch wiederkommt!“ sagte Frau Kröger, ihre Augen trocknend.„Wie bist du gerettet worden, Hinrich? Wo bist du gewesen? Erzähl mal alles.“
Herr Kröger seufzte.„Das würde'ne lange Geschichte sein, wenn ich die Gabe hätte, sie richtig zu erzählen,“ sagte er langsam,„aber ich will es für heute kurz machen. Als der „Nordstern“ in der Südsee unterging, retten sich die meisten von der Mannschaft in die Boote, aber ich kam zu spät. Ich kriegte dieses Loch in den Kopf, weil mir was von oben darauf fiel. Guck mal hier!“
Er beugte den Kopf. Frau Kröger schob mit ihren Fingern die Stoppeln auseinander und stieß einen Ruf voll Bedauern und Besorgnis aus, als sie die Größe der Narbe sah. Auch Frau Rogenbuck steckte den Kopf vor und gab einen Ton von sich, der alles bedeuten konnte— selbst Be⸗ dauern.
„Als ich wieder zur Besinnung kam,“ fuhr Herr Kröger fort,„war das Schiff im Sinken, und ich kam gerade wieder auf die Beine, als es unterging und mich mit sich riß. Wie ich am Leben blieb, weiß ich nicht. Es schien mir, als wenn ich jahrelang Wasser schluckte und nach Atem rang. Und dann fand ich mich auf dem Meere schwimmend und mich fest an ein Holzgitter anklammernd. Ich hing die ganze Nacht daran, und am folgenden Tage wurde ich von einem Eingeborenen aufgegriffen, der in einem Kanoe herumruderte, und nach einer Insel gebracht, wo ich über zwei Jahre lang lebte. Die Insel lag ganz aus dem Kurse der Schiffe, aber schließlich wurde ich doch von einem Küstenschooner, die„Pearl“, die in Sydney beheimatet war, mitgenommen und dahin gebracht. In Sydney musterte ich an Bord von den„Marston Towers“ an, einem englischen Dampfer, und landete heute morgen in Hamburg.
„Armer Hinrich,“ sagte seine Frau, die immer noch in seinen Armen lag.„Was mußt du gelitten haben!“
„Ja, das ist wahr“, sagte Herr Kröger.„Hat sich erkältet?“ fragte er, mit einem Blick auf diese Dame
„Nein, durchaus nicht,“ sagte Frau Rogenbuck, selbst! sich antwortend.„Warum hast du nicht geschrieben, als d in Sydney ankamst?“ 5
„Ich wußte nicht, wo ich hinschreiben sollte,“ antw Herr Kröger, sie groß anblickend.„Ich wußte nicht, wo hingegangen war.“* 8
„Du hättest ja hierher schreiben können,“ Rogenbuck. 1
„Daran hab' ich damals gar nicht gedacht,“ sagte& Kröger.„Ein Grund ist wohl, daß ich in Sydney mich nach einem Schiff umgehört habe. Na, jetzt bin ich wieder da.“.
„Ich hatte immer das Gefühl, daß du eines sch Tages wieder auftauchen würdest,“ sagte Frau Rog „Das stand ganz fest bei mir. Beta war sicher, daß wärest, aber ich sagte, nein, ich wüßte es besser.“
Es lag etwas in Frau Rogenbucks Ton beim Sprecht das einen unangenehmen Eindruck auf ihre Zuhörer mac Dieser Eindruck wurde noch vertieft, als sie, na g kurzen, trockenen Lachen ohne ersichtlichen Grund, schnaufte— dreimal. l
„Na, es hat sich gezeigt, daß du Recht hattest,“
Kröger kurz. 5
„Das ist gewöhnlich so,“ war die Entgegnung; ves gib wenig Leute, die mich reinlegen können.“ 5**
Sie schnaufte wieder. 85 5
„Waren die Eingeborenen nett zu dir?“ fragte Fraf Kröger hastig, sich an ihren Gatten wended.
„Sehr nett,“ sagte der.„Ach! Du hättest die Insel seh 5 sollen. Schöner gelber Sand und Palmenbäume; die los nüsse brauchte man nur herabzunehmen, und den ganzen Tal f nichts zu tun, als in der Sonne herumzuliegen und in den 0 See zu schwimmen.“ 7
„Waren auch Wirtshäuser da?“ fragte Frau Rogenb W 1 „Natürlich nicht,“ sagte ihr Schwiegersohn, Es wa doch nne Insel— eine von den kleinen Inseln in der „Was sagtest du, wie hieß der Schooner?“ fee
Rogenbuck(Fortsetz


