Der österreichisch⸗ungarische Tages bericht

grinischen Grenzstellungen im Gange.

Raume von Kragujevac und bei Jagodina wurde ge⸗ brochen. Der Feind ist im Zurückweichen. Von der

gedenkt, falls nicht im letzten Augenblick noch Hilfe

Heftige Kämpfe an der Stirypa. Wien, 4. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 4. November 1915: - Russischer Kriegsschauplaß.

Der Feind setzte seine Angrisse gegen die Strypa⸗Front fort. Die gegen die Stellung bei Wisniowezyk und Burkanow ge⸗ richteten Angrifse brachen vor unseren Hindernissen zusam⸗ men. Vor den Schützengräben zweier Bataillone wurden 500 russische Leichen begraben. Im Dorfe Siemikowee nördlich von Bieniawa wird nach wie vor heftig gekämpft. Oesterreichisch⸗ ungarische und deutsche Truppen gewannen den Ort fa st ganz zurück. Die Zahl der in diesem Raum eingebrachten Ge⸗ fangenen beträgt 3000. Auch am unteren Styr wurden zahlreiche Vorstöße des Gegners abgeschlagen. Bei den vorgestrigen Kämpfen westlich von Czartorist hat ein aus Truppen beider Heere zu⸗ sammengesetztes Armeekorps insgesamt 5 russische Offiziere und 1117 Mann gefangen genommen und 11 Maschinengewehre er⸗

beutet. Jtalienischer Kriegsschauplatz.

Die Angriffe der Italiener auf den Gör zer Brücken⸗ kopf und die Nachbarabschnitte dauern fort. Gestern waren die heftigsten Stürme gegen Zagora, die Podgora⸗Höhen und den Monte San Michele gerichtet. Wieder wurde der Feind über⸗ all abgewiesen. Auf den Podgora⸗Höhen wird um einzelne Gräben noch gekämpft.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Oestlich von Trebinje ist ein Angriff gegen die montene⸗ Oestlich von Bileca und süd⸗ lich von Aptovac wurden in den dort erkämpften Positionen seind⸗ liche Vorstöße abgeschlagen. Auf dem Berg Bobija kam es zu Handgranatenkampf. Der serbische Wiberstand im

Armee des Generals von Köveß rückten österreichisch⸗ungarische Streitkräfte über Pozega hinaus. Die Verbindung zwischen Uzice und der östlich von Visegrad kämpfenden Gruppe ist hergestellt. Südwestlich von Cocak warfen wir den Feind von den bas Tal be⸗ herrschenden Höhen. Andere österreichisch⸗ungarische Kolonnen nahmen die Höhen Stolica und Lipnica Glavieg und drängen die Serben auf den Drobnja⸗Rücken zuriick. Deutsche Truppen rückten in Zagodina ein.

5 Von den bulgarischen Krästen drang eine Kolonne bis Boljevae südwestlich von Zasecar vor. Eeine andere nahm den Berg Lipnica nordöstlich von Nisch. Die Angriffe der Bulgaren südwestlich von Pirot gewinnen Raum.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

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Serbien vor der Katastrophe. T. U. Sofia, 4. Nov. Das Blatt Utro meldet aus Bukarest, daß der dortige serbische Gesandte ein chiffriertes Telegramm von der serbischen Regierung erhielt, in dem der serbische Gesandte von der verzweifelten Lage Serbiens ver— ständigt wurde und verschiedene daraufbezügliche Mitteil⸗ ungen enthielt. Der serbische Gesandte suchte daraufhin den Ministerpräsidenten Bratianu auf, bei dem er über eine Stunde verweilte. Nachrichten aus Kreisen, die dem Mi— misterpräsidenten nahestehen, besagen, der serbische Gesandte habe ausgeführt, daß Serbien gezwungen sein werde, von den Zentralmächten und Bulgarien Frieden zu verlangen, um wenigstens das zu retten, was Serbien noch zu erhalten komme. Bratianu erteilte dem serbischen Gesandten die Antwort, daß Rumänien Serbien nicht zu Hilfe kommen könne. Sicht⸗ lich verzagt verließ der serbische Gesandte das Ministerium und begab sich in die russische Gesandtschaft, wo er gleichfalls längere Zeit verweilte. In Sofia ist in ernster Form die Nachricht verbreitet, daß Serbien einen Sonderfrieden von Bulgarien und den Zentralmächten verlangt habe. Sollten diese Gerüchte auf Wahrscheinlichkeit beruhen, so würde dem— nach Serbien bereit sein, auf ganz Mazedonien zu verzichten und ebenso auch die von den Zentralmächten besetzten Ge— bietsteile aufgeben, um wenigstens als politische Einheit er— halten zu bleiben.

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Petit Parisien meldet aus Salonski, daß auf Befehl des Generalstabes die französische Intendantur über Monastir mehrere Züge mit Mais, Getreide und Mehl nach Ochrida, Tetowo und die Grengtäler von Albanien sandte, um die serbische Be⸗ völkerung zu verproviantieren. Mehrere Tausend Tonnen Getreide wurden ebenfalls nach Albanien geleitet.

Aus Korsu wird gemeldet, daß eine irreguläre Truppe in den Distrikten Kitschewa und Kalkandelen erschienen sei. Es würden noch fortgesetzt serbische Flüchtlinge in Florin a und Salonik ankommen, wo die wirtschaftlichen Verhältnisse äußerst schwierig werden, da Geld und Nahrungsmittel mangelten.

Die französischen Landungstruppen geschlagen?

Die Kölnische Zeitung meldet aus Sofia: Nach sicheren amtlichen Mitteilungen sind die französischen Landungstrup— pen jetzt nordöstlich von Prilep von den Bulgaren, die von Gradisko und Negotin(Mazedonien) her angegriffen hatten, vernichtend geschlagen und teils zersprengt, teils gefangen ge— nommen worden. Die französischen Gefangenen sind schon in Küstendil angekommen.

Ministerkrise in Griechenland? Paris, 4. Nov. Havas berichtet aus Athen: Die Be— handlung der Militärfragen rief in der Kammer einen Zwischenfall zwischen dem Kriegsminister und der veniselisti— schen Mehrheit hervor. Der Ministerpräsident Zaimis stellte die Vertrauensfrage. Veniselos erklärte, daß es den Liberalen unmöglich sei, eine Regierung zu unterstützen, deren Politik den Interessen des Landes verhängnisvoll sei. Alle Partei— führer ergriffen nacheinander das Wort. Die Regierung unterlag mit 147 gegen 114 Stimmen. Man betrachtet somit die Ministerkrise als eröffnet. Nach einer Meldung des Londoner Star habe Zaimis erklärt, daß er dem König seine Demission anbieten werde. Keine Demobilisatiou Griechenlands.

Die von einigen Blättern gebrachte Meldung von einer bevorstehenden teilweisen Abrüstung Griechenlands wird amtlich als unrichtig bezeichnet. Nea Himera fügt er⸗ läuternd hinzu, daß eine teilweise Abrüstung auf technische Schwierigkeiten stoßen würde. Die griechische Demobilisierung

gegen Serbien ab. Griechenland würde zugleich mit Bul⸗ garien abrüsten, was nach 1½ Monaten, wenn nicht unvor⸗ hergesehene Ereignisse dazwischen kommen, geschehen werde, weil dann die serbische Defensive endgültig vernichtet sein dürfte. Doch würde auch dann möglicherweise Griechenlands Demobilisierung nur teilweise sein können, solange der Durchzug der Franzosen durch griechisches Gebiet andauere. Unruhen in Petersburg und Moskau? Sofia, 4. Nov. Von Rußland werden Revolutions⸗ bewegungen gemeldet, was die Regierung veranlaßte, zum Schutze von Petersburg und Moskau Truppen von der Front wegzunehmen. f Die Nachricht ist natürlich mit allem Vorbehalt aufzu⸗ nehmen, da ihre Herkunft sich nicht nachprüfen läßt.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

9 2 27 8 Höchstpreise für Kartoffeln. Auf Grund der Bundes ratsverorbnung über die Regelung der Kartoffelpreise vom 28. Oktober 1915 und der Bekanntmachung des Stellvertreters des Reichskanzlers über die Festsetzung der Höchst⸗ preise für Kartoffeln und die Preisstellung für den Weiterverkauf vom 28. Oktober 1915 werden für den Kleinha ndel mit Kar⸗ toffeln in der Stadt Gießen folgende Höchstyreise estgeseth,. 175 9 bei Abgabe in Mengen bis 10 Kg. einschließlich 8 Pfennig für das Kilogramm: 2) bei Abgabe in Mengen von mehr als 10 Kg. 7,50 Mark für 100 Kilogramm frei Keller des Verbrauchers. 5 Nach der Bundesratsverordnung vom 28. Oktober 1915 gilt als Kleinhandel der Verkauf an den Verbraucher, soweit er nicht Mengen von mehr als 500 Kg. zum Gegenstand hat. Diese Anordnungen treten sofort in Kraft. Gießen, den 4. November 1915. Der Oberbürgermeister. Keller.

Bekanntmachung.

Für den Großhandel mit Kartoffeln. d. h. für den Verkauf von Kartoffeln in größeren Mengen als 500 Kg. durch andere Per⸗ sonen als den Erzeuger, wird ein Preis von höchstens 6,70 Mark für 100 Kg. als augemessen erklärt. Gießen, den 4. November 1915. 5 5 eee Stadt Gießen. Leist.

Bekanntmachung.

Aus der Echternach⸗Stroh⸗ und der Louis Labroisse⸗Stiftung kommen demnächst etwa 140 Zentner Kohlen an Stadtarme zur Ver⸗ teilung. 5 Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Asterweg 9, bis 20. November d. J. entgegen. Gießen, den 4. November 1915. Der Oberbürgermeister. (Armenverwaltung.) Keller.

Bekanntmachung.

Die Besitzer von Obstbäumen der Gemarkung Gießen werden hiermit aufgefordert, zur Bekämpfung der Obstbaumschädlinge sämt⸗ liche Obstbäume bis Mitte November gehörig abkratzen und mit Kalkmilch(gelöschtem Kalk, der mit viel Wasser verrührt ist) be⸗ streichen zu lassen. Gießen, den 27. Oktober 1915.

5 Der Oberbürgermeister.

J. V.: Grünewald.

Bekanntmachung.

Aus der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing Eheleute sind am 7. Januar 1916. 180 Mark an zehn in Gießen geborene, würdige Witwen in gleichen Teilen zu verteilen. 5 5 Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Asterweg 9, bis 20. November d. J. entgegen.

Gießen, den 4. November 1915. 5

Der Oberbürgermeister: (Armenverwaltung). Keller.

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