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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht 955 Erfolge gegen die Russen.
Die italienischen Angriffe auf Görz. Wien, 3. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 8. November 1915: Rufsischer Kriegsschauplaßz.
Die Kämpfe an der Strypa dauern an. Die Russen setzten Verstärkungen ein. Nördlich von Buczacz brach ein russischer An⸗ griff unter unserem Feuer zusammen. Nördlich von Vieniawa wurde den ganzen Tag erbittert um den Besitz des Ortes Sie mi⸗ kowee gekämpft. Der gestern mitgeteilte Gegenangriff öster⸗ reichisch⸗ungarischer Truppen führte nach wechselvollem Gefecht in den Nachmittagsstunden zur Vertreibung der Russen aus Dorf und Maierhof. In der Nacht griffen neue russische Kräfte ein, sodaß einige Häusergruppen wieder verloren gingen. Heute wird weiter gekämpft. Auch am Teich nördlich von Siemikowcee sind Kämpfe im Gange. 5
Die unter dem Befehl des Generals v. Linsingen stehen⸗ den österreichisch⸗ungarischen und deutschen Streitkräfte brachen mit ihrer Stoßgruppe bei Bielgow, westlich von Czartoeysk in die russische Hauptstellung ein. Es wurden fünf Offiziere und 660 Mann gefangen genommen und drei Maschinengewehre erbeutet.
Sonst ist die Lage im Nordosten unverändert.
Atalienischer Kriegsschauplatz,
Die Italiener setzten ihre auf Görz gerichteten Anstrengungen an der Front von Plava bis einschließlich des nördlichen Abschnit⸗ les der Hochfläche von Doberdo ununterbrochen fort. Gestern griffen wieder sehr starke Kräfte an. Sie wurden überall ab⸗ gewiesen. In den Kämpfen verloren mehrere italienische Regi⸗ menter die Hälfte ihres Bestandes. Heute nach Mitternacht warf ein Lenkluftschiff zahlreiche Bomben auf die Stadt Görz ab.
An den übrigen Teilen der Südwestfront fanden keine be⸗ merkenswerten Ereignisse statt.
Südöstlicher Kriegsschauplatz.
Die gegen Montenegro kämpfenden österreichisch⸗ungari⸗ schen Streitkräfte erstürinten südlich von Avto vac die auf feind⸗ lichem Gebiet liegende Höhe Bobija und drei andere von den Montenegrinern zäh verteidigte Berggipfel. Beim Sturm auf die Bobija⸗Stellung wurde ein 12 Zentimeter⸗Geschütz italienischer Herkunft erobert.
Von den in Serbien operierenden verbündeten Streitkräf⸗ ten rückte eine österreichisch-ungarische Kolonne in Üzice ein. An⸗ 5 575 und K. Truppen stehen südlich und südöstlich von Cacak im
efecht. 2
Südlich der von Cacak nach Kragujevae führenden Straße und auf den Höhen südöstlich von Kragujevge und nördlich und nord⸗ östlich von Jagodina gewinnen die Angriffe der österreichisch⸗ ungarischen und deutschen Streitkräfte trotz des zähesten gegnerischen Widerstanbes überall Raum.
In Kragujevae wurden sechs Geschütze, zwanzig Geschützrohre, zwölf Minenwerser, einige tansend Gewehre und viel Munition und Kriegsgerät erbeutet.
Der Siellvertreter des Chess des Generalstabek. von Höfer, Feldmarschallentnant. *
Die Balkanpläne der Entente.
Aus Konstantinopel wird der Frankf. Ztg. tele⸗ graphiert:
Die Berichte der letzten Tage aus der rumaän ischen und der griechischen Hauptstadt stimmen darin überein, daß die Vertreter der Entente⸗-Diplomatie, beson—⸗ ders aber der Englands, vor den dortigen Kabinetten jetzt tagtäglich entschiedenen Wert darauf legen, zu betonen, daß militärische Operationen größten Stiles zum Entsatze Serbiens und zur Niederwerfung der Gegner auf dem Balkan im Zuge sind. Den erhofften Eindruck haben diese Versicherungen bisher weder in Athen noch in Bukarest hervorgebracht.
Es wird angenommen, daß die Ententestaaten eine ko m⸗ binierte Aktion ernstlich vorbereiten. Rußland wird ein Eingreifen an verschiedenen Punkten zugedacht. Es kann auch als sicher gelten, daß Rußland seine Truppen— kontingente in Bessararbien nunmehr dicht an die Grenzen Rumäniens heranschiebt. Der Durchbruch durch Ru— mänien zählte immer schon zu den russischen Kombinationen. Indessen liegt eine Reihe bedeutsamer Anzeichen vor, daß Rumänien einer solchen Forcierung nicht mit verschränkten Armen gegenüberstehen wird.
Frankreich und England haben außer Landungen in Kawalla oder Dedeagatsch im Auge. ist der albanische, jetzt Griechenland gehörende Hafenort Santi Quaranta zur neuen Operationsbasis gewählt. Hun⸗ dert Eisenbahnzüge mit Truppen aus Frankreich passierten von Marseille über Italien nach Bari. Wegen der starken durch die deutschen Unterseeboote zugefügten Verluste wurde dieser Landweg gewählt. Die Mehrzahl dieser Truppen will man von Santi Quaranta über Goritza nach Monastir be— fördern. Nur sehr langsam werden sich diese Aufmarsch— operationen vollziehen können. Die schwierigen, unwirtlichen, fast Hochgebirgswege jener Gegenden, machen den Trans— port großkalibriger Artillerie unmöglich, ebenso muß auch der Verpflegungsnachschub den fühlbarsten Hindernissen be gegnen.
Salonik auch Ferner
Griechische Stimmung.
Die Sofioter Kambana betont bei Besprechung der Lage auf dem Balkan, es sei wichtig, daß der griechische König und dessen Generalstab bereits in Salonik weilen. Dies sei der erste Schritt der griechischen Re gierung gegen die Entente. Griechenland sei entschlossen der brutalen Verletzung seiner Neutralität ein Ende zu machen und, wenn notwendig, die französischen und eng— lischen Truppen mit Waffengewalt hinaus zujagen.
mit, daß Deutschland für die territoriale In⸗ tegrität Griechenlands gutstehe..
Nach einer weiteren Athener Meldung stellte der griechische Kriegsminister die Nachrichten von einer Abrüstung Griechenlands in Abrede. Erstere Meldung würde im Falle ihrer Bestätigung einen Verzicht Bulgar iens auf griechische Gebiete enthalten.
Der Corriere della Sera meldet aus Athen: Gestern sollte in der griechischen Kammer eine Anfrage betr. die Mobilisation erörtert werden. Der Mimister⸗ präsident hatte Vertagung der Besprechung verlangt. Da die Anfragenden auf sofortige Besprechung drangen, ver⸗— weigerte Zaimis die Antwort.
Die Verteidigung des Herrn Asquith.
Am Dienstag hat im englischen Unterhause die große Debatte über die Regierungspolitik und die militärischen Mißerfolge Eng⸗ lands aus der letzten Zeit begonnen. Sie wurde eröffnet durch eine große und wirkungsvolle Rede des Ministerpräsidenten Asquith. Die advokatorische Geschicklichkeit. die ihn aus seinem früheren Beruf auszeichnet, hat, soweit der Bericht bis jetzt vor⸗ liegt, einen großen Triumph davongetragen. Die Rede trug das internationale Charakteristikum aller Ministerpräsibentenreden, die starke Zuversicht, den eisernen Willen und die kräftigste Agitation für den endlichen Sieg des eigenen Landes. Daher werden auch diejenigen, die gerade im englischen Parlament infolge der steigen⸗ den Enttäuschungen über die englisch⸗französische militärische Lage eine Art Ernüchterung erhofften, und darauf einige Hoffnung für einen baldigen Abschluß dieses furchtbaren Völkerringens setzten, ihre Zukunftsträume stark einschränken müssen. Herr Asquith hat auch nichts von irgendwelcher Einwirkung gezeigt, die die oppo⸗ sitionellen Regungen in der englischen Presse und im englischen Volte ebenfalls bei einigen hoffnungsfreudigen Leuten erwarten ließen. Im Gegenteil, er hat nicht nur die feste Entschlossenheit seiner Regierung, den Krieg zu einem guten Ende zu führen, aufs stürkste unterstrichen, sondern ist auch mit allen Nörglern an seiner und der Regierung Haltung sehr bös verfahren. Im einzelnen ver⸗ teidigte er das Dardanellenunternehmen, über dessen Mißglücken auch in England niemand mehr im Zweifel ist, und verbreitete sich am ausffhrlichsten über die Leistungen der englischen Hilssvölker und dann, was mit besonderem Beifall aufgenommen wurde, über die sichere Unterstützung der Serben. England werde dafür sorgen, führte er aus, daß Serbien seine volle Unabhängig⸗ keit wiederbekomme und diese Forderung werde nunmehr eins der wichtigsten Kriegsziele werden. Wir haben damit also zu den vielen Kriegszielen ein neues hinzubekommen. aber eins, über das Herr Asquith nicht mehr allein entscheidet. Für Deutsch⸗ land ist in der Rede des Herrn Asquith nicht das Einzelne wichtig, und nicht dieser oder jener Irrtum und das neue besondere Kriegs⸗ ziel, sondern der ganze Ton, auf den diese Rede gestimmt war, und
die einheitliche Tendenz, die sie Tender
ein Ende des Krieges de
Nücksichten, nicht an Schonung von Gut und Blut der Men Daher ist die große Rede Asquiths eine große Enttäuschu für alle, die den Erfolg der deuischen Waffen und ihrer apfe
Verbündeten schon soweit gediehe
gen und sicheren Frieden zu denken sei.
er bringen uns die Gewißheit, daß die engli rung und das hinter ihr stehende Volk noch nicht ibane
durchzog. Dieser To
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n ken, nicht an Verhandeln ode
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n hofften, daß an einen bald
Falsche Friedens gerüchte.
Das Berliner Tageblatt schreibt: Es sind in der
Zeit wieder, besonders in der
Publikum allerlei Gerüchte über Friedensverhandlungen 5
getaucht. Die privaten Erhol
Staatsmännern sind so gedeutet worden, als sollten sie irgend.
welchen Verhandlungen dienen
keil, mit der die angeblich“ aus auter Quelle informierten 0 Zeitungen und Personen an diese Erzählungen festhalten, se geen
gesagt, daß alle Gerüchte diese rithen.
Madrid, 3. Nov. Agence Havas. daß Fürft Bülow beabsichtigt h
die möglichen Grundlagen eines Friedens zu prüfen. 2 5
Der Schweizer Reise des ehemaligen bulgarischen Ge⸗ sandten in Rom waren in Verbindung mit Fürst Bülow?
Aufenthalt in Luzern und Einsi worden, die der Hoffnung auf e sprangen. Wie indes das Bernt
Kreisen erfährt, kehrt Stanz i o w vornehmlich darum nicht nach f Bulgarien zurück, weil er eine Framzösin zur Frau hat und allen 1
Mißverständnissen aus dem Wege
*
5* Die Versenkung der französischen U-Bootes
Die deutsche Botschaft stellt formell in Abrede,
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Auslandspref ungsreisen von Ministern u n. Angesichts der Hartnäckig⸗—
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r Art auf freier Erfindung be Nichtamtlich.) Meldung der abe, mit Madrid und Washington—
edeln allerlei Gründe angedichtet inen baldigen Friedensschluß eut⸗ er Tagblatt aus diplomatischen
gehen will.
*
„Turquoise“. g 0
Paris, 3. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Marine- 0 ministerium bestätigt, daß das französische Unterseebook t ver „Turquoise“ im Marmarameer beschossen und versenkt wor. ile
den ist. Zwei Offiziere und 2
1 Matrosen sind gefangen.
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Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. 1 M0
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