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5.11.1915
 
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Organ für die Intere Provinz Oberhess

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Nr. 260

Gießen, Freitag, den 5. November 1915

10. Jahrgang

England k

Der serbische Kri er serbische Krieg. Von Richard Gädke. Unser ganzes Interesse wendet sich nach wie vo 1 (her Ereignisse in Ser blen gu. sich nach r dem Fortgange 5 Allerdings ist der dritte Angriff der Italiener egen die österreichische Südwestfront auch in der vergangenen Be chtswoche noch fortgesetzt worden, gegen die Zsonzofront sogar it verstärkten Kräften. Hatten sie das erste Mal etwa 12, das weite Mal! 17 Divisionen eingesetzt, so sind in den letzten Oktober⸗ igen schließlich 25 Divisionen gegen die starke, kaum 80 Kilometer kreite, Stellung angestürmt. Ein Kräfteeinsatz, der vielleicht vor sier Monaten einen Ersolg herbeigeführt hätte, mußte jetzt vergeb⸗ ch bleiben. Er hat nur die furchtbare Zahl der Opfer ermehrt, die die Zahl von 450000 Köpfen bereits üiberschritten haben wird. Das italienische Volk muß die reulose und verfehlte Politik seiner Regierung teuer zahlen. Uns aber kommt diese Erfahrung wahrscheinlich zugute, zeil sie eine eindringliche Warnung an die Adresse der Balkon⸗ Haten bedeutet und im übrigen die Italiener abhält, sich in die iegführung gegen Serbien einzumischen. So tritt die uner- hütterliche Verteidigung des österreichischen Heeres im Südwesten kserem dortigen Feldzug mittelbar hilfreich zur Seite. Gegen ist wie gegen Südwest völlig gesichert, kann die Heeresgruppe Fackensen ihr Werl ohne Gefahr vollenden. Es ist natürlich nicht Jufgabe eines deutschen Berichterstatters, im Flusse der Ereignisse untersuchen, ob die italienische Heerft g andere 55 gehabt hätte, ihr Eingreifen in den Weltkrieg wirksamer zu alten. Wußte sie aber keine anderen Wege, dann war dieses Jorgehen nicht nur eine Torheit, sondern ein Verbrechen. N Aufmerksam machen möchte ich darauf, daß es zur See im ttelmeere beinahe ebenso steht wie im Atlantie und in der rdsee: auch dort kommt die weit überlegene Flotte der liener, Franzosen, Engländer zur Unterstützung des italienischen griffs nicht in Betracht.

ler mit entschiedenem Mißerfolge. Seitdem wirkt sie nur noch urch ihr Dasein selbst und wer weiß, wie lange selbst diese be feidesse Wirkung noch dauern wird.

In Frankreich wie in Rußland herrscht der Stel⸗ ungs krieg, nur wenia unterbrochen durch gelegentliche heftige Urstöße von der einen oder von der andern Seite. Zu einem all⸗ meinen großangelegten Angriffe hat sich die russische Heerführung auh unter der nominellen Leitung des Zaren nicht emporschwingen nen. Unter denunerhörten Heldentaten, die der scheidende oßfürst Nikolaus ihr mit spöttisch⸗höflicher Verbeugung vor dem hürschenden Neffen gewünscht hat, haben die deutschen Truppen her noch wenig zu leiden gehabt. Und schon werden wir wieder a das kommende Frühjahr vertröstet wie im Winter 1914! he gute Vorbedeutung für den schließlichen Ausgang dieser neuen

ftanstrengung, mit der wir im Westen wie im Osten werden lehnen müssen. 1 5

Auch die deutschen Angriffe in Frankreich wie in Rußland heilen nur örtliche Bedeutung: sie zeigen außerdem der Welt, daß Were Kriegführung dort keineswegs so passiv geworden ist, wie L Militärschriftsteller der feindlichen Länder ihre Völker möchten garben machen. 3 1

Mit großer Entschlossenheit wird die Offensive in Serbien gesetzt. Unsere Front im Norden hat nunmehr die Linie ri. MilanowacKragujewac bereits überschritten und steht über Uilometer südlich der Donau. Die Serben werden gegenwärtig irt noch verbliebenen Hauptkräfte hinter dem breiten Abschnitt

serbischen und bulgarischen Morawa versammeln. Auch die a bulgarische Armee Bofadiesf nähert sich vom Osten her dieser e. nachdem sie in hartnäckigen erbitterten Kämpfen den Wider⸗ 5 gebrochen hat, den ihr die Serben in richtiger Abschätzung der Ae gerade dort mit starken Kräften entgegengesetzt haben. Rech⸗ In sie noch immer auf eine Hilfe von Süden, dann müßten sie sich große Bahn im östlichen Morawatale solange als möglich er⸗ bien und ihre Hauptarmee den Rückmarsch in südlicher Richtung

die griechische Grenze sichern. Jetzt ist am 27. Oktober Nirot ummen, Nisch ist schwer bedroht. Die zweite bulgarische Armee on Ssiden her im weiteren Vormarsch und hat am 28. Oktober

Pässe von Katschanik gewonnen, am folgenden Tage serbische

Sie steht ihrerseits 140 Kilometer lsch der serbischen Morawa. So hat sich der Bewegungsraum

b serbischen Heeres abermals beträchtlich verringert, damit a

leich seine Hilfsmittel an Lebensunterhalt und e h

Hünders eine hinreichende Ergänzung des letzteren erscheint kaum

uh möglich. 5 Mack 8

Ob die serbische Hauptarmee den Kampf gegen Ma 5 Aren bisher nur mit starken Nachhuten geführt hat, wie be⸗

guet wird, ist nach dem Gange der Ereianisse mindestens a it in jedem Falle aber wird man noch mit einer e Afielten Anstrengung der Serben rechnen müssen, um, e 915 Alnge zu befreien die sich immer enger um sie legt. rreichische An her. über Visearad dringen setzt schwächore te eic ahl e die zwar nicht der ganzen e. mee; eg Ahr ihrem linken Flügel gefährlich werden können.

Deren Los hängt 17 5 355 1 dem 1 15

bündeten ab. In dieser Beziehung, ist 0 an

dar ungeklärt. Allerdings scheint man sich na 5 1290 1

nanken entschlossen zu haben, der Expedition i die Aus⸗

4, Lauf zn fassen. Wir wissen aber nicht, wie hueniger, mit

ng der Truppen bereits gediehen ist, und e Griechen⸗ r Sicherheit sie auf die wohlwollende Neutra 110 5 rechnen können. Dieses hal seinen Protest g 15 nur die

rg Salonikis in aller Form erneuert. Wenn a ufreundlich lichkeit vorhanden ist, daß seine Haltung Schritt lande

dann kann das enalisch⸗französische Heer ge Gefahr aus⸗

ATnzerts tun, ohne sich der schwersten und dringenesnend nuch Rich ein. Inzwischen sind die Verbündeten anschei 5

ö

1 nangriffe zurückgewiesen.

1 5 t Unmittelbar hat sie nur einmal in den eng des Krieges einzugreifen gesucht: vor den Dardanellen und

einmal über den Oberbefehlshaber einig und ebensowenig über das Stärkeverhältnis der englischen und französischen Truppen; jeder möchte hier gern dem andern den Vortritt lassen, denn beide müssen ihre letzten Reserven zusammenkratzen, um dieses neue Abenteuer einleiten zu können.

Daß ihre Vortruppen auf serbischem Gebiete eingetroffen sind, kann wohl nicht mehr bezweifelt werden; sie scheinen aber bei Valandowo am Wardar, nur 32 Kilometer von der griechischen Grenze, in der Tat unglücklich gefochten zu haben. Auch ber Rück⸗ stoß der Serben gegen Veles, 68 Kilometer nordwestlich Valan⸗ dowos an der Bahn SalonikNisch, hat nach einem Augenblicks⸗ erfolg mit dem endgültigen Verlust der Stadt geendet. Der wich⸗ tige Punkt befindet sich also wieder in der Hand der Bulgaren und somit steht dem Hilfsversuch der Alliierten ein bisher ungebrochener Riegel gegenüber. Es mag sein, daß auch augenblicklich noch nicht jede Hoffnung für diese geschwunden ist, beträchtliche Teile des weichenden serbischen Heeres aufnehmen und vorläufig retten zu können. Aber jeder Tag verringert diese Aussichten, die an sich nicht groß sind. Soweit wir heutzutage die Lage übersehen können, bleibt es am wahrscheinlichsten, daß das serbische Hauptheer nicht nach Süden, sondern wenn überhaupt, nur nach Südwesten gegen die montenegrinische Grenze zu, seine Rettung wird suchen können. Diese Rettung aber kann den schließlichen Untergang nur etwas verzögern.

Auͤber selbst, wenn beträchtliche Teile nach Süden entkommen sollten, hängt ihr letztes Schicksal von dem Verhalten Griechenlands ab, das dann Farbe bekennen muß. Wie man die Sache also auch betrachtet, stellt sich die Lage des serbischen Heeres als sehr un⸗ günstig dar einen ganz unwahrscheinlichen Schlachtenerfolg aus⸗ genommen. Immerhin können wir hier zu Hause noch nicht über⸗ sehen, binnen welcher Zeit sich das Schicksal Serbiens erfüllen wird; jede Voraussage darüber wäre verfrüht, weil sie der not⸗ wendigen tatsächlichen Unterlagen entbehrt. Die vorstehende Dar⸗ stellung hat gezeigt, daß immerhin noch eine Reihe von unbekann⸗ ten Größen in dieser Gleichung vorhanden ist. Lassen wir also die Ereignisse selber sprechen. Allzulange wird es ja nicht mehr dauern, daß sich die Lage auf diesem Kriegsschauplatz genügend aufklärt, um uns auch ein abschließendes Urteil zu gestatten.

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Ungehenere Schwierigkeiten in Serbien,

Der Berichterstatter Schmidtbonn schreibt der Frankf. Ztg. über die ungeheuren Schwierigkeiten des Vor⸗ marsches in Serbien:

Beim Abendessen, das, wie es die serbischen Verhältnisse mit sich bringen, im Saale stattfand, der noch einige Tage vorher als Pferdestall gedient hatte, äußerte sich General von Köveß zu mir über die in der Heimat unbekannten und unvorstellbaren Schwierigkeiten, die durch die schlechten Straßen in Serbien geschaffen werden. General v. Köveß. dem Energie aus den Augen leuchtet, betonte, daß durch den unerhört schlechten Zustand der Gebirgs- straßen der Krieg mit Serbien wohl das Schwerste von allem sei, was dieser Krieg bisher gebracht habe. Selbst die schlimmsten Verhältnisse Galiziens sind hier weit übertroffen. Auf der Fahrt zum deutschen Korps, das der Armee Köveß angegliedert ist, hatte ich erst Gelegenheit, mich staunend und erschreckt von der unbeschreiblichen Art dieser Straßen zu überzeugen. Eine Fahrt brachte mich in zwei Tagen so weit wie ich auf einer sonst in Europa üblichen Straße in einer Stunde gekommen wäre. Die Straßen sind von ½ Meter hohem Schlamm bedeckt, dabei ist ein ewiger Wechsel in dem ansteigenden und abfallenden Gelände mit notdürftigen Brücken. Kraftwagen bleiben im Schlamm stecken, Karren stürzen um. Tote, vor Erschöpfung niedergebrochene Pferde liegen in den Gräben. Die Menschen leisten Unerhörtes in diesen Strömen von Schlamm, in denen sie sich fortbewegen müssen. Aeußerste Anstrengung wird von ihnen gefordert, das Wenigste an Obdach und Nahrung kann ihnen gegeben werden. Mit den österreichisch-ungarischen Truppen ertragen die Mannschaften des deutschen Korps in weiter strömendem Regen Strapazen und Entbehrungen in einer nicht genug zu bewundernden Ausdauer, wie solche in diesem Maße dieser Krieg sie noch von keiner Truppe gefordert hat. Jeder teilt das letzte Frühstück mit den anderen, deckt sich nachts mit nichts anderem zu als mit seinem nassen Mantel, schleppt sich am Tage bis an die Knie durch die Schlammberge hinan.Nur vorwärts! ist die allgemeine Losung, von der die Offiziere und die Mannschaft in gleicher Weise durch drungen sind.

Ru'sische Besoranisse.

Der Petersburger Sonderberichterstatter des Petit Parisien drahtet, daß man in russischen Kreisen über die Lage in Serbien äußerst beunruhigt sei. Zwar vollziehe sich das deutsche Vorrücken langsam, weil die beteiligten Effektivbestände nicht bedeutend seien; indessen nehme das Fortschreiten ständig zu, wobei sich wieder ganz besonders die schwere Artillerie bewähre. Die Folgen davon, daß jetzt die direkte Verbindung Berlin-Konstantinopel infolge der Vereinigung der deutschen und der bulgarischen Truppen lergestellt sei, seien gar nicht auszudenken. Die nächste Zukunft Serbiens erscheine trotz der Tapferkeit der serbischen Truppen sehr schwarg. Die serbischen Heere seien gezwungen, zurückzuweichest.

ümpft bis zum Siege!

Durch die Unterbrechung der Linie SalonikNisch sei ihre Verpflegung sehr schwer. Als äußerst hart werde auch die Aufgabe der französischen Hilfstruppen im Süden angesehen. Die öffentliche Meinung Rußlands sei niedergeschlagen wegen der großen Schwierigkeiten, in denen Rußland sich befinde und die ei sofortige energische Intervention unmöglich machten. 1 Ueber Bosnien teilt der Kriegsberichterstatter Oplatka im Berl. Lok.⸗Anz. auf Grund von Auskünften einer hochgestellten, mit den politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen Bosniens seit langem vertrauten Persönlichkeit und mit Genehmigung der K. und K. Kriegspresse⸗ quartiers mit, daß gewiß nicht alle Anhänger der großserbischen Idee an Verschwörungen beteiligt waren, daß aber unter dem Ausnahmezustand die nationalen Hetzer ebenso wie die Ver⸗ schwörer leiden müssen, denn die Unterscheidung sei zu schwierig. Es wird weiter gesagt, daß die großserbische Bewegung hauptsäch⸗ lich mit der Rückständigkeit der Agrarverfassung agitierte, nämlich mit dem Gegensatz zwischen der in Bosnien noch bestehenden, nur wahlweise ablösbaren Zehentverpflichtung(7 des Ertrages!) der bosnischen Bauern an die mohammedanischen Grundherren und der in Serbien längst durchgeführten Bauernentlastung. Beschlagnahme des amerikanischen Dampfers Hocking durch England.

T. U. Amsterdam, 3. Nov. Reuter meldet aus Washington: Nachdem Staatssekretär Lansing den Protest des Reeders des DampfersHocking, Wagner, empfangen hatte, trug er dem amerikanischen Botschafter in London, Page, telegraphisch auf, Erklärungen zu verlangen, warum England des Schiff beschlagnahmte.

Die Frachtenpreise in England. 5

Die Times teilt mit, daß neue Rekorde in den Preisen auf dem Frachtenmarkt erzielt worden seien. Für Getreide von Nordamerika nach der Westküste Englands seien 12 Sh. 9 D. bezahlt worden, während der Preis zu Anfang des Krieges 2 Sh. 6 D. war. Ein Frachtsatz von 67 Sh. 6 D. wurde für Getreide von Bombay nach Hull bezahlt gegen 15 Sh. im Juli letzten Jahres. Auf allen Märkten mangele es an Schiffen. Man wisse, daß die Regierung noch weitere Schiffe für ihre eigenen Zwecke einfordern werde.

Italienische Schuldner und deutsche Gläubiger.

Mailand, 3. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Professor Luzzatti beschäftigt sich im Corriere della Sera mit den deutsch-italienischen Geschäftsverbindun⸗ gen und den Wünschen der italienischen Geschäftsleute, von der Regierung eine besondere gesetzliche Maßregel zugunsten italienischer Schuldner gegen deutsche Gläubiger zu erlangen. Luzzatti bemerkt, daß dies gegen Artikel 23 der Haager Kon⸗ vention verstoße. Italien sei Deutschland gegenüber in einer merkwürdigen Lage, die vielleicht bis zum Kriegsende an⸗ dauern würde. Den deutschen Gläubigern ein gerichtliches Vorgehen gegen italienische Schuldner zu verweigern, würde die Suspendierung der Arbeiterpensionen, die Deutschland regelmäßig durch Vermittelung der Schweiz an italienische Arbeiter auszahle, zur Folge haben.

Konferenz russischer Sozialisten über den Krieg.

Die in Paris unter der Redaktion von Plechanow, Alexinskn und anderer erscheinende sozialistische Zeitschrift Prisiw berichtet in ihrer Nummer vom 1. Oktober von einer in Rußland stattge⸗ fundenen Konferenz, an der sämtliche Volksgruppen, die Trudowiki (Arbeiterpartei), die Sozialrevolutionäre und die Volkssozialisten teilgenommen haben, und die folgende Resolution angenomen hat:

1. Nachdem die Konferenz ihre Stellungnahme zum Weltkrieg reiflich erwogen hat, findet sie, daß der gegenwärtige Krieg das Ergebnis zweier Faktoren darstellt: des ganzen Entwicklungs- ganges der kapitalistischen Staaten und ihres Kampfes für poli⸗ tische und wirtschaftliche Machtstellung einerseits, und des unge⸗ nügenden Einflusses der Demokratie auf die Leitung der inneren Angelegenheiten in den betreffenden Ländern andererseits.

2. Gleichzeitig damit drückt die Konferenz ihr lebhaftes Be⸗ dauern darüber aus, daß ein gewisser Teil der Sozialistischen Internationale sich von jeher dagegen sträubte, in dessen Programm praktische Maßregeln behufs Verhinderung eines drohenden Kriegs⸗ ausbruches aufzunehmen.

3. Und daher müssen sämtliche Arbeiterorganisationen Ruß⸗ lands mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln und aller Energie danach streben, die internationale Solidarität der sozia⸗ listischen Organisationen, die Einstellung des Krieges bezweckend, in kürzester Frist wiederherzustellen; gleichzeitig damit aber muß anerkannt werden, daß, solange diese Solidarität ausbleibt, die Beteiligung an der Verteidigung des Landes gegen die äußere Ge⸗ walt, eine unvermeidliche Aufgabe bildet.

J. Die Konferenz hält es für geboten, die Forderung aufzu⸗ stellen, daß sämtliche Regierungen sich von ihren eroberungssüch⸗ tigen Plänen und der gewaltsamen Annektierung fremder, er⸗ oberter Gebiete lossagen, und besteht ausdrücklich darauf, daß der Bevölkerung der umstrittenen Gebiete das Recht zuerkannt wird, selber ihre staatsbürgerliche Stellung nach dem Kriege zu bes stimmen.

5. Zur selben Zeit muß die russische Demokratie die freie und unbehinderte Behandlung aller mit dem Kriege im Zusammen⸗ hange stehenden Fragen erkämpfen darunter auch die Behand⸗ lung der Frage über die Bedingungen eines den Idealen der Demokratie entsprechenden Friedens.

6. Wie bereits ein Jahr des Krieges vor aller Augen dargetau hat, ist die russische Regierung vollständig unfähig, die