übernahmen die Aufbringung von 600 Millionen Rubel. Die Anleihe soll am 15. November emittiert werden. Die erste Rate wird im November, der Rest im Januar und März 1916 eingezahlt. Der Kurs werde vermutlich 95 betragen.
Wie aus Petersburg berichtet wird, spricht Djen offen die Befürchtung aus, daß die neue geplante innere Milliardenanleihe mit einem großen Miß⸗ erfolg enden werde. Det Grund liege in der unsicheren innerpolitischen Lage, die die Bevölkerung abschrecke, Geld zu wagen. Schon die letzte innere Anleihe sei auf mystische Weise zustande gekommen. Die Hoffnung Barks auf eine große Beteiligung der Sparer werde sich sicherlich als trügerisch herausstellen.
Eine Barbarentat der Kosaken.
Wie grausam und barbarisch die russischen Kosaken, die bren⸗ nend und verheerend zu Beginn des Krieges in Ostpreußen ein⸗ fielen, mit den ihnen übergebenen Gefangenen umgehen, dafür gibt eine von unseren Truppen abgefangene russische Meldung einen be⸗ trüblichen Beweis. Diese russische Meldung lautet in Uebersetzung:
An den Kommandeur der 2. Vrigade Baron von Stempel.
Mrotschki⸗Kawke, 8.(21.) Juli 1945, 3,30 Nachm.
Auf dem Wege Bshusy— Male—Napiorki wurde ich beim Heraustritt aus dem Walde durch feindliche Infanterie beschossen. Die 2. Sotnie unter Sotnik Tjurin und die 4. Halbsotnie unter Jessaul Paschkow attackierten und stießen bei Lachi Rasdjeluyjia auf eine etwa 40 Mann starle Schützenlinie, die attakiert wurde. Einige zu mir abgeschickte Gefangene vom 175. Regiment wurden niedergemacht, da die sie begleitenden Kosaken, als sie das Ge⸗ schrei ihrer Kameraden bei der Attacke hörten, es für nötig hielten, sich an der Attacke zu beteiligen und daher für notwendig, sich des Dienstes als Begleitmannschaft zu entledigen.
Unterzeichnet ist diese Meldung von einem Oberst, dessen Name nicht zu entziffern ist. Als Soldaten sind solche Bestsen nicht zu be⸗ handeln, aber den Franzosen sind sie gerade gut genug, uns die Kultur zu bringen.
Jüdische Flüchtlinge im Kaukasus.
Kopenhagen, 2. Nov. Politiken meldet aus Petersburg: Der Vizekönig vom Kaukasus, Großfürst Nikolaj, ordnete an, daß die Juden, die aus den okkupierten Provinzen nach dem Kaukasus geflüchtet waren, ausgewiesen und ins Innere Rußlands abgeschoben werden sollen. Auch den jüdischen Händlern und Handwerkern wurde der Aufenthalt im Kankasus untersagt.
Friedensbestrebungen in Amerika.
Die Nationale Friedenssöderation in den Vereinigten Staaten hat auf Montag den 8. November an 1000 verschiedenen Plätzen der Vereinigten Staaten große Versammlungen angesagt. In den Versammlungen sollen Resolutionen angenommen werden, durch die Präsident Wilson ersucht wird, gemeinschaftlich mit den neu⸗ tralen Staaten in Europa ein Komitee zu bilden, das Friedens⸗ bedingungen entwerfen und den am Kriege beteiligten Ländern vorlegen soll.
Die Lusitanfa⸗ Angelegenheit.
Havas meldet aus Washington: Graf Bernstorff wird am Mittwoch eine Besprechung mit Lansing haben. Die deutsch⸗amerikanischen Verhandlungen über die„Lusitania“⸗ Angelegenheit und über andere Fragen werden wieder auf⸗ genommen werden.
Die deutschen Südsee⸗Inkeln.
Die Times meldet aus Tokio: Baron Shimadzu, Mit⸗ glied des Oberhauses. ist dieser Tage aus der Südsee zurück— gekehrt. Er erklärt, daß die Südsee⸗Inseln, die Deutschland weggenommen worden sind, Japan einver- leibt werden sollen. Der Baron setzte auseinander, daß diese Inseln ja vor Jahrhunderten durch Japan verwaltet worden seien.*
Die Kriegsgewinnstener
Der Entwurf einer Kriegsgewinnsteuer ist, wie bekannt, im
Reichsschatzamt bereits fertiggestellt, daß der Bundesrat an der Vorlage noch viel ändern wird, ist kaum anzunehmen. Trotzdem, soll die Vorlage dem Reichstag jetzt nicht zugehen. Mit Recht! wirft die Deutsche Tagesztg. deshalb die Frage auf: „Bisher nahm man an, daß die Steuer allerdings erst nach dem Kriege erhoben werden solle, daß aber die Durchberatung des Entwurfs während des Krieges erfolgen werde. Es wäre dringend zu wünschen, daß das Gesetz unmittelbar nach dem Frieden in Kraft treten könnte. Ob das möglich sein würde, wenn der Entwurf dem Reichstage erst bald nach der Beendigung des Krieges zuginge, kann einigermaßen zweifelhaft sein.“ CC ĩͤv c(—
Nation sei heute ebenso entschlossen, den Krieg bis zu einem er—⸗
Steuererhöhung in Preußen.
Wie in Bayern und Sachsen, so wird man, wie die Täg⸗ liche Rundschau erfährt, auch in Preußen um eine Steuer⸗ erhöhung kaum herumkommen können. Die durch den Krieg. bedingten außergewöhnlichen Mehrausgaben machen eine solche Maßnahme ohne weiteres erklärlich. Für den Fall, daß eine Steuererhöhung in Preußen als unumgänglich angesehen wird, ist ein Kriegszuschlag zur Einkommensteuer in Aussicht genommen. Dieser Kriegszuschlag würde von Beginn des nächsten Rechnungsjahres an erhoben werden.
Die Gemeinden werden durch die sich noch fortgesetzt steigernden Kriegslasten natürlich auch genötigt werden, ihre Steuer zu erhöhen, sodaß im kommenden Jahr mit einem recht fühlbaren Steuersatz zu rechnen sein wird. Dabei ist es recht gleichgültig, wenn diese Erhöhungen in die Form von Kriegszuschlägen gekleidet werden, denn in der Regel nehmen diese Zuschläge einen dauernden Charakter an.
Zum eutscheidenden Kampfe.
Nach neueren Berichten aus Sofia versuchen die von den Bulgaren verfolgten Serben sich zu sammeln, haben jedoch keine Hoffnung, mit Erfolg Widerstand leisten zu können. Die bulgarische Armee marschiert nach übereinstimmenden Berichten in verschiedenen Blättern siegreich gegen Nisch; drei Viertel der Strecke Pirot-Nisch hat sie hinter sich. 25 Die Verluste der Serben bei den großen Kämpfen um Veles werden dem Berliner Tageblatt zufolge auf 25 000 Mann geschätzt. 5 125
Daily News meldet aus Bukarest, die englischen Truppen werden in Eilmärschen nach der serbischen Front geworfen. In der nächsten Woche wird es wahrscheinlich zu einer Ent⸗ scheidungsschlacht kommen.
Die Verbindung Saloniki⸗Serbien eingestellt.
Die Kölnische Zeitung berichtet aus Saloniki: Der Bahn⸗ verkehr nach Serbien ist eingestellt. Die serbischen Züge bleiben in Saloniki stehen, denn man befürchtet, daß sie den Bulgaren in die Hände fallen. Die Stimmung gegen die Griechen ist in Serbien sehr unfreundlich geworden. Es ist in vielen serbischen Städten zu griechenfeindlichen Kund⸗ gebungen gekommen.
Die euglischen und französischen Trausportschiffe fahren ohne Flagge.
T. U. Wien, 3. Nov. Nach einem Bericht der Politischen Kor⸗ respondenz aus Saloniki ist festgestellt, daß die englischen und französischen Transportschiffe auf hoher See ohne Flagge fahren.
Welagerungszustand über Griechenland.
T. u. Wien, 3. Non. Die Wiener Allg. Ztg. meldet aus Athen, daß die griechische Regierung den Besagerungszustand über ganz Griechenland verhängte.
Rumänien und die Entente.
Haag, 3. Nov. Wie aus London gemeldet wird, ist die Entente infolge der allgemeinen Balkanlage auf eine Ab⸗ lehnung der neuen Vorschläge durch Rumänien gefaßt. Aus Bukarest eingetroffene amtliche Berichte lassen keinen Zweifel, daß Rumänien weder auf die Seite der Entente tritt, noch den Durchzug eines russischen Heeres gestattet.
Der Rücktritt Sasonows bestätiat.
Stockholm, 3. Nov. Die Nachricht von dem bevorstehenden Rücktritt Sasanows wird von einer dem russischen Ministerium des Aeußern nahestehenden Seite bestätigt. Soweit bis jetzt fest⸗ staht, soll Sasonow nächstens einen läugeren Urlaub antreten. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß der frühere Botschafter in Konstantinopel, Tscharykow, zum zeitweiligen Verweser des russischen Ministeriums des Aeußern ernannt werden soll.
Asquilhs große Rede im Unterhause.
London, 3. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Unterhaus. Ministerpräsident Asquith gab in dem gedrängt vollen Hause, von warmem Beifall begrüßt, seine mit Interesse erwarteten Er⸗ klärungen ab. Er sagte, er werde der Nation soweit als möglich die gegenwärtige und die zu erwartende Lage schildern. Die
solgreichen Abschluß fortzuführen, wie man ja auch der Regierung alle Mittel zur Erreichung dieses Zieles anvertraute.(Lebhafter Veisall.) Der Horizont sei zwar teil we ise bewölkt ge⸗ wesen, aber die Aussicht habe sich wieder gebessert. Man brauche einen grenzenlosen Vorrat an Mut. Es gebe eine kleine Coterie berufsmäßiger Klageweiber, aber das Volk als Ganzes er⸗ mangele nicht der Eigenschaften, die er erwähnt habe. Asquith r eee e.
sprach weiter von den bedeutenden militärischen, E ade, das niemals den Ehrgeiz besessen habe, staat zu sein. Die Flotte habe riesige Ueberseeope geführt mit einem Verlust an Menschenleben, der!
weniger als% Prozent ausmache. Sie habe alle
deutschen Kriegs⸗ und Handelsschiffen gesäubert. Dio Taten zur See seien auf sporadische und stets abnehmen strengungen verstohlener Untersceboote redufiert worde Lage an den Dardanellen werde von der Regier das sorgfältigste erwogen nicht. als isolierter stand, sondern als Teil einer größeren strategischen Fra durch die jüngste Entwicklung auf dem Balkan aufgeworfen Asquith wies darauf hin, daß alle Schritte mit den Alliierte tan worden seien, da wir— sagte der Premierminister—
das Eigentum unserer Verbündeten hinter ihren Rücke un schachern. Es bestanden gewichtige Gründe, bis zum 1 Augenblick zu glauben, daß Grlechenland seine Vertragsverpfl 08
ungen gegenüber Serbien erfüllen würde. Venizelos ersucht 21. September Frankreich und Großbritannien um 150 000 wobei abgemacht war, daß Griechenland mobilisiere. Aber 2. Oktober stimmte Venizelos der Landung britischer und fre zösischer Truppen unter formellem Protest zu.„Am 4. Oktob klärte Venizelos, Griechenland müsse an dem Vertrag mit Serbe sesthalten. Der König ignorierte diese Erklärung und Venizel dankte ab. Die neue Regierung proklamierte die Neutral wohl sie den Wunsch ausdrückte, mit den Alliierten auf schaftlichem Fuße zu stehen. Die Engländes besestigen den Suezkan Die Kölnische Volkszeitung meldet aus der Schwe Neapel eingetroffene Passagiere berichten, daß die Eng am Suezkanal riesige hydraulische Arbeiten vorbereiten um di gegebenenfalls die Umgebung überschwemmen zu kö Auf dem Ueberschwemmungsgebiet würden sich auch! festigungswerke befinden, die durch Kanonenboote proviantiert werden sollen. Energische Maßnahmen vürd an der innerafrikanischen Grenze gegen die Senussisg
Krlegsnuslizen.
Zur Deckung des Fehlbetrags im Staatshaushalt soll Sachsen ein Zuschlag zur Einkommensteuer ein, flihrt werden. Einkommen unter 1400 Mk. bleiben von dem schlag frei. Die Schaffung des Zuschlags soll bei den großen kommen 20 Prozent erreichen. l Nachdem der Milchpreis in vexrschiedenen Orten der Schwe 01 gestern von 25 auf 26 Rappen erhöht wurde, beschloß eine soz demokratische Protestversammlung in Bern, den Gemeinde
ersuchen, die Frage der kommunalen Milchversorgung zu p 0 Sollte der Gemeinderat dieser Forderung nicht nachkommen, i Lei wird die Arbeiterschaft die Initiative auf Einführung der kot bm
munalen Milchversorgung ergreifen. 5 et
Der italienische Anarchist Enrico Malatesta, der pile eite Jahre als Flüchtling in London gelebt hatte, kehrte nach Itali zurück, um— ebenso wie sein Freund Burtzeff in Rußland— den Krieg gegen die Deutschen zu wirken. Das Schicht Burtzeffs traf auch Malatesta. Wie wir dem sozialistischen Ta blatt von Limoges entnehmen, wurde Malatesta wegen eines A tikels, den er noch im Juni 1914 in der Volonta veröffentlie War hatte angeklagt und vor die Geschworen en geschickt. 2
Anklage lautet auf Herabsetzung der Staatseinrichtungen, l horsam gegen das Gesetz, Aufstachelung zum Klassenhaß und zun e Antimilitarismus.. bat
Nach Mitteilungen holländischer Reisenden aus London fe Dol der König von England bei dem Sturz mit seinem ehe einen Arm gebrochen, Quetschungen am Oberschenk i Kopfverletzungen davongetragen haben. Der Köni 10
am Montag abend wieder in London eingetroffen. Die Nowoje Wremsa meldet: Das Mitglied der Di Landesen, wurde im Zusammenhang mit der vor kurzem ern folgten Verschickung des Rigaer Bürgermeisters nach Sibirien ur verhaftet. 5 nir Nach der Rietsch werden die russäschen Lehrer, die ß von der Dienstpflicht befreit und dem Landsturm zweiter Kl überwiesen wurden, nunmehr einberufen. Zu den Of schulen werden jetzt alle waffenfähigen Leute unter 43 Jah gelassen. 1 Reuter meldet aus Newyork vom 1. November: Heu der Herausgeber der Newyorker Staatszeitung, Herm Ridder, einer der Führer der prodeutschen Propaganda in d Vereinigten Staaten. 0 Die südafrikanische Arbeiterpartei hat bei Wahlen schlecht abgeschnitten. In der verflossenen Legisl.
periode zählte die Arbeitersektion acht Mitglieder, jetzt nu 50 Der deutschfeindliche Arbeiterführer Creßwell, der in zwei ö 0 kreisen kandidierte, ist in beiden durchgefallen. Aber a e
jenigen Arbeiterkandidaten, die gegen den Krieg sich ausspr haben keine Erfolge zu verzeichnen. Das Hauptinteresse der afrikanischen Wähler lenkte sich ossenbar auf den Kampf zw Botha und Hertzog: zwischen britisch-imperialistischen und nalen Afrikanderzielen. 5
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Pulver und Gold.
Roman aus dem Kriege 18701871. 34 Von Levin Schücking.
„Ich habe eine ganz andere Vorstellung darüber, wie wir zu recht aufrichtiger Freundschaft und Frieden kommen,“ fuhr ich fort.„Dann, wenn wir mit unerbittlicher Strenge zeigen, daß wir ebensoviel stolzes Selbstbewußtsein haben, wie die anderen Völker auch. Man wird dann anfangen, uns zu achten— und ohne Achtung, Doktor, dem werden Sie nicht widersprechen, gibt es keine Freundschaft und keine Liebe! Damit Frankreich uns lieben kann, müssen wir ihm zeigen. daß wir ihm ebenbürtig sind und nicht mehr der Diener des glänzenden, stolzen, aristokratischen Herrn! Die Diener der stolzen Herren Völker sind wir lange genug gewesen. Wir haben ihnen die Erfindungen gemacht, mit denen sie groß taten, wir haben wie Bedientenseelen, die sich mit ihrer Herr— schaft Kleidern herausputzen, ihre Moden angenommen, ihre Sitten nachgeäfft, ihre Sprache nachgewelscht. Kann ein anderes Volk uns so achten, uns dankbar sein, wie Sie sich ausdrücken, als ob Völker je dankbarer wären? Weshalb hat Frankreich immer gedacht uns den Rhein nehmen und, wann es ihm nur einfiele, einen Spaziergang nach Berlin machen zu können? Weil es sich für vornehmer hielt. Wenn wir ihm zeigen, daß wir ebenso vornehm sind— Sie wissen, vornehm kommt her von nehmen— wird es nicht mehr es unter seiner Würde halten, sich mit uns zu befreunden. Also: wollen wir Frankreichs Freundschaft, müssen wir ihm Elsaß und Lothringen nehmen. Wir haben ein Recht darauf, und ein ehrenhafter Mann, der etwas auf sich hält, läßt sich sein Recht nicht nehmen.„Nur die Lumpen sind bescheiden;“ nur die Lumpen achten das Ihre nicht und wissen es sich nicht zu erhalten.“
schauen, nicht aufkam. Doch nahm er's gelassen auf, lächelnd in der stolzen Sicherheit, daß sehr bald alles eine andere Wendung nehmen und die Republik die„eingedrungenen Horden“ vom„heiligen“ Boden Frankreichs mit blutigen Besen fortkehren werde.
Als er gegangen war, fiel ich in meine schmerzlichen Grübeleien zurück. Der Mann hatte von der Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland geredet! War sie mög⸗ lich, wenn zwei junge Serzen, die doch im Grunde nichts trennte, als daß der Krieg zwischen ihren Völkern ausge— brochen war, diese Versöhnung nicht einmal finden konnten?
Der Krieg! Er war wie ein böser Genius, den die Hölle ausgesandt hatte, um sein entsetzliches Gift auf alles, was da lebte, blühte und gedieh, auszuspritzen, auf jede Frucht, auf jedes Glück, auf jeden Menschenkreis und in jedes warm schlagende Herz!
Ich hatte es nie so gefühlt, nie hatte mich so ein Grauen darüber angewandelt— es war freilich sehr egoistisch, daß ich's jetzt erst so im tiefsten Innern fühlte, jetzt, wo's mich selber traf.
Es drängte mich in die frische Luft, ins Weite; ich ließ mein Pferd satteln und ritt mit zweien von meinen Leuten, um über die Oignonbrücke hinaus eine Streiferei auf dem anderen Ufer des Flusses zu machen.
Als ich nach einer Stunde heimkam, fand ich auf dem Tische in meinem Zimmer einen Brief liegen. Ich kannte die Hand nicht— aber es war offenbar eine Frauenhand, und in größter Aufregung erbrach ich das Kuvert.
Der Brief trug die Unterschrift„Blanche“. Sie schrieb:
„Ich verstehe mich und was in mir ist, selbst nicht. Ich bin empört gegen Sie und bin es gegen mich selbst. Und wenn ich's mir klar machen will, weshalb ich's gegen Sie bin, so möchte ich aus Aerger darüber weinen, daß ich's nicht kann. Ich muß mir gestehen, daß ich Ihnen ein großes
gung zugefügt haben. Und doch läßt weder das eine n das andere einen Stachel in mir zurück, wie es doch nat lich wäre; und dieses Zerbrochensein, diese Schwäche der, k soll ich es nennen? der Entrüstung, der Empfindlichkeit, mir empört mich eben. Vielleicht auch ein wenig das Gefü der Hilflosigkeit, womit ich selbst nicht weiß, was ich was ich möchte. Jedenfalls haben Sie sich so stark daß es für mich keine Schande ist, die Besiegte zu se Als Besiegte will ich Ihnen Frieden bieten. Während Ihnen einräume, daß Sie mich von einer törichten achtung der moralischen Kraft in einem Manne übe selbst geheilt haben, verlange ich von Ihnen daß Sie n J K einräumen, ich habe nichts Schlechtes, nichts Unwürdie getan, als ich Sie zu täuschen suchte, als ich sogar in Abbés Vorschlag, Ihre Wachsamkeit durch ein künstlich Mittel unschädlich zu machen, einwilligte! War das unket so konnte ich doch nicht anders. Hätte es sich auch nich e das anvertraute Gut gehandelt, welches ich meinem Var lande retten wollte, ich konnte dem Verlangen nicht wit stehen, der Situation voll wechselseitigen Argwohn mich unglücklich machte, ein Ende zu machen.— Ihren Schritt von heute morgen haben Sie mir bewie daß mein Argwohn ein böser, völlig unbegründeter ich spreche es Ihnen offen aus— Sprechen Sie auch Ihrem Herzen von Vorwürfen frei, und wenn Sie v gehen, so denken Sie gütig und in Frieden von Blanche! Ich brauche nicht zu sagen, wie glücklich diese of großer Hast hingeworfenen Zeilen mich machten. So lich, daß ich den Mut fand, zu ihr hinaufzueilen. J Blanche inmitten des Salons stehend, als ich in di trat. Sie sah mich ängstlich an, sie rührte kein Gli näher trat, sie war regungslos wie in dem Bewuß cinem Entscheidenden, über ihr Leben Bestim
Der Arzt son daß er mit seiner Art. die Dinge an'u⸗
Unrecht getan; ich fühle. daß Sie mir eine große Demüti⸗
Zusammenkunft. J(Schluß folgt.)


