Ausgabe 
4.11.1915
 
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kitung

Organ für die Interessen des werktätigen Volles

der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

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Nr. 259

Gießen, Donnerstag, den 4. November 1915

10. Jahrgan

Die Lebensmittelpreise nach den neuen Bundesratsperordnungen.

Endlich hat nun doch die Regierung dazu gegriffen, auf dem gebensmittelmarkt dem Umfang der Preistreiberei zu steuern. Die gaßnahmen treffen im wesenktlichen in ihrer Grundtendenz das

ichtige; man könnte nur den einen Vorwurf erheben, sie kommen eichlich spät, ein früherer Eingriff hätte viel Erbitterung nder Bevölkerung erspart. f Die Einrichtung der Preisprüfungskommission für Lebens⸗ nittelpreise im Reichsamt des Innern, gebildet aus Parlamen⸗ griern aller Parteien mit Hinzuziehung der Händler, Vertreter er Städte und Konsumenten, sowie die städtischen Preis- [rüfungsstellen werden erst beweisen müssen, ob ihre Vor⸗ Hläge nützlich sind und ihr Einfluß ausreicht, um umfassende Re⸗ ermen anzuregen und durchzuflühren. Es ist hier der erste Ansatz u einem Nahrungsmittelamt mit seinen verzweigten Organi- tionen vorhanden, wie es von der sozialdemokratischen Fraktion in Reichstag gefordert wurde.

Der Bundesrat hat sich zunächst der wichtigsten Frage, der reisregelung für Butter. zugewandt. Gegenüber ner Preislage von 3,40 Mk. für das Pfund Butter in Berlin ist

dlich der Widerstand gegen Höchstpreisfestsetzungen gebrochen und hir sind durch die Verordnung schließlich auf 2,55 Mk. für beste dafelbutter gekommen. Ein Preis, noch reichlich hoch, aber doch en erhebliches Abwärts gegenüber der unerhört hohen Preislage. dabei wird man nicht stehen bleiben können. Ist der Preis für Futter festgelegt, muß der für Milch und Käse folgen. Nicht kinder wichtig ist das Verbot der Fettkäsebereitung, inmit bei dem Rückzug der Milcherzeugung die zweckmäßigste Ver⸗ endung der Milch gesichert ist. In der Kartoffelversorgung war die Gründung der Reichs⸗ lartoffelstelle durchaus zu begrüßen. Auch haben wir gleich kKrauf hinzuweisen, daß die Organisation die notwendige Ver⸗ hprgung nicht bewältigen kann, weil ihr auf dem freien Markt die sartoffeln nicht zur Verfügung stehen werden. Das Recht der nteignung fehlte nicht in den Vollmachten, aber ehe die Or⸗ ganisation zur vollen Entfaltung kam, setzte die Kälte ein, ein weres Hindernis in der Versorgung. Da wir aber un⸗ lhaft genügend Kartoffeln in diesem Jahre haben, so dürfte ir den Konsumenten ein Ankauf für einen längeren Verbrauch cht unbedingt notwendig sein, gegenwärtig umfassende Einkäufe 10 nur einen Mangel an Kas toffeln auf dem Markte hervor⸗ ufen. In der neuen Verordnung ist nun auch die Regierung dem zerlangen, das der Parteivorstand der sozialdemokratischen Partei und die Generalkommission der Gewerkschaften in ihrer Eingabe e das Reichsamt des Innern geltend gemacht hatten, nachgekom⸗ ten, indem sie allgemeine Höchstpreise str Produzenten und Handel stsetzte. Auch hier bedeutet der Preis von 4,05 Mk. bis 4.35 Mk. r den Zentner ein Abwärts gegen den bisherigen. Nur wird ein wenig Kampf kosten, die genügenden Quantitäten Kar⸗ Iffeln auf den Markt zu bringen. Hier darf die Regierung vor Ir entschiedenen Durchführung der Enteignung nicht zurück⸗ shrecken. 1

Daß die Regierung ferner die Preise für Kartoffelmehl und gurtoffelflocken herabgesetzt und auch die Spirituszentrale genötiar t, den Liter Spiritus von 65 Pfg. auf 45 Pfg. herabzusetzen, ist läne unbeachtliche Maßnahme. l

Weniger befriedigt vorläufig die Verordnung, um Im nefschkonsum Ersparnis eintreten zu lassen. Eine Erspar⸗ I von Butter und Fleisch in den Restaurants ist wohh mit der licht angeordnet, durch verminderten Gebrauch den Markt zu dücken und damit die Preisbildung nach unten zu beeinflussen.

b erscheint uns fraglich, ob die Wirkung erzielt wird. So gruß rd der Gesamtverbrauch der Restaurationen nicht sein, daß die Marktlage wesentlich beeinflußt wird. Aber man wird 9 stzlich nichts gegen die Verordnung einwenden können. Wir . daß 9575 bald eine ee eintritt, die auch für eh⸗, Fleisch und Fett Höchstpreise festlegt.. 7

Für Wild und Fische sind Wöchtwreile bereits eee Hier 155 7 7 und Lommanglverban den pie lufga 1 nuch den Berliner Richtpreisen Abschläge vorzune 8 1

Die hohe Preislage für Wild hatte auch nicht die geringste rechtigung: daß hier vorgegangen wird, ist zu ee Wir nehmen an, daß mit diesen Verordnungen die Reg 77 000 bee weiteren Bemühungen nach der Richtung nicht Ai 119 ir Reichsgetreidestelle wird bereits bezuchtet athesegt breis für Gries von 85 Pfg. das Pfund auf e e 5 vid. Wir erwarten, daß auch für Graupen, Hülsenfrüchte un diigwaren erträgliche Preise festgesetzt werben,

i f 17 90 18 ing dadurch, daß Preis⸗ Die Beweglichkeit in der Preisbewegu auimständen die Preise

r dem starren System Auf den einge

.

wo die Bestände schränke man all⸗ n Wohlhabenden nicht, chkeiten abzuwehren. den Brotkarten beim

der Verteilung 18 Stätigen Bevölkerung die 9 bleibt sie dennoch.

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Die freie Donau.

6 ich der Zum eisernen Vestand des Völkerrechts gehärteten ei onanver tra g. Alle europässchen Großmächte baben eint

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feierlich vereinbart und durch Brief und Siegel bekräftigt, daß der große Strom, der durch ganz Mittel- und Südosteuropa zieht, an dessen Ufern Deutsche, Oesterreicher, Ungarn, Serben, Rumänen, Bulgaren und Russen wohnen, und dessen Kraft die Güter aus all diesen Ländern auszutauschen, ja dem Verkehr bis tief hinein wach Asien zu dienen berufen ist, frei sein soll in Krieg und Frieden. So feierlich als nur irgendmöglich wurde die Donau internationali⸗ siert, wurden ihre Wasser der Absperrung durch einzelne Staaten entzogen und der europäischen Staatengemeinschaft unterstellt.

Das warRecht. Es ging damit, wie mit dem übrigen Völker⸗ recht. Volle 14 Monate lang war die südöstliche Donau gesperrt und versiegelt, serbische und russische Minen und Strandbatterieen hinderten auch den kleinsten Kahn, von Rumänien und Bulgarien nach Ungarn und weiter stromaufwärts zu kommen, während ruf⸗ sische, amerikanische und anglofranzösische Kriegsmittel ungehindert von Odessa nach Kladowo und Belgrad gebracht wurden. Erst das Vordringen der Mackensenschen Armeen nach Serbien und ihre Ver⸗ einigung mit den bulgarischen Truppen änderten diesen Zustand in sein Gegenteil. Schon ist der erste ungarische Donaudampfer in dem bulgarischen Widdin angekommen, bald werden bulgarische Getreide⸗ transporte nach Wien kommen, wohl auch bulgarische Hülsenfrüchte nach Regensburg und manches Schiff mit gewichtiger Ladung wird Kruppsche und Skodasche Kriegswerkzeuge hinunterführen auf der uralten Heerstraße, die schon die Helden der Nibelungensage strom⸗ abwärts getragen haben soll.

Die Dinge haben sich gründlich gewandelt: jetzt ist die Donau für Serbien gesperrt zu Wasser und zu Lande, und die Be⸗ setzung des Hauptwaffenplatzes Kragujevae setzt den Stempel darauf. Fraglich nur, ob die Donau sich auch dem rumänischen Ge⸗ treideüberschuß öffnen wird, der uns versagt wurde, als wir ihn vielleicht hätten brauchen können.

Es gab viel Arbeit um diese Verträge und ihr Abschluß wurde seinerzeit hochgepriesen.

Der Seekrieg. Englisches Torpedoboot gesunken. London, 2. Nov. Reuter meldet: Das Torpedoboot 96 ist gestern an der Straße von Gibraltar infolge eines Zu⸗ sammenstoßes mit einem Hilfskreuzer gesunken. Zwei Offiziere und 9 Mann werden vermißt. *

Kopenhagen, 2. Nov.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die dänische BarkClaudia wurde am Sonntag in der Ostsee von dem russischen UnterseebootU angehalten, als sie auf der Reise von Gefle nach Spanien mit einer Holzladung unterwegs war. Das Unterseeboot führte die russische Flagge und hatte ausschließlich russische Besatzung an Bord. Es machte sich an der Seite der Bark fest, worauf der Kom mandant mit einem Knaben als Dolmetscher die Bark durch suchte. Bei der unruhigen See stieß das Unterseeboot unauf hörlich gegen die Bark. Infolge des ihr hierbei zugefügten Schadens mußte dieClaudia Kopenhagen als Nothafen an⸗ laufen, um Ausbesserungen vorzunehmen. Der Kapitän ver⸗ langte beim hiesigen Seegericht Schadenersatz von Rußland.

Berlin, 2. Nov. Die Vossische Zeitung meldet aus Christianiag: Wie Dagblad berichtet, ist der norwegische DampferEdsiva, rund 1000 Tonnen groß, mit Kohlen von Tyne nach Rouen unterwegs, gesunken. Ob das Schiff durch eine Mine oder durch ein Torpedo gesunken ist, konnte noch nicht festgestellt werden.

Schweden und Gnaland.

Aus Schweden kommt die Nachricht, daß die langwierigen Ver⸗ handlungen mit England über die Ein- und Durchfuhr von Waren endgültig abgebrochen seien, und über Dänemark wird ergänzend berichtet, daß die Verhandlungen daran gescheitert seien, daß Eng⸗ land sich angemaßt habe, die schwedischen Zollstellen durch englische Kontrolleure über die Herkunft und über das Ziel der ein- und auszuführenden Waren ständig revidieren zu lassen. Der Abbruch der Verhandlungen ist als allgemeines Symptom des steigenden Selbstbewußtseins der kleineren neutralen Staaten gegenüber Eng⸗ land auf das lebhaftete zu begrüßen. Wir wissen sehr genau, daß die starke Opposition in Schweden gegen die Anmaßungen und Ueberariffe der Ententemächte, im besonderen Englands, nicht etwa aus einer einheitlichen und geschlossenen Sympathie für die Zen tralmächte und speziell für Deutschland herrühren. Es liegt daher auch kein Grund vor, daß Deutschland über den Abbruch der schwedisth⸗englischen Verhandlungen in einen besonderen Jubel ausbricht. Ueberdies macht sich die englische Uebermacht zur See auch den Schweden gegenüber noch immer hinreichend bemerkbar und, was die Zukunft in dieser Hinsicht noch bringt, kann man nur ahnen. Es ist aber interessant, bei dieser Gelegenheit daran zu erinnern, wie sich historisch während dieses Krieges die Gegensätze zwischen England und Schweden entwickelt habem Zuerst hat Eng⸗ land Schweden fortgesetzt darüber Vorhaltungen gemacht, daß es Kohle und Getreide an Deutschland liefere, obwohl Schweden froh war, allein für sich selbst genug von diesen wichtigen Waren herein zubekommen. Als Schweden sich schon hierüber keine Kontrolle durch englische Aufseher gefallen lassen wollte, hat England es voll- kommen zu verhindern gewußt, daß Kohle und Getreide nach Schweden in genügendem Maße für die eigene Versorgung herein kamen. Es hat dann versucht, einerseits als Pression, anderer⸗ seits als Ausgleich bei der schwedischen Regierung durchzusetzen, daß die Waffen- und Munitionsgufuhr nach Rußland durch Schwe den gesichert werde. Als Schweden in einer solchen Forderung

und erst recht in ihrer Verwirklichung mit vollem Grund einen

eltkrieg.

offenen Bruch der schwedischen Neutralität sah, setzten sich die eng⸗ lischen Schikanen fort und die Uebergriffe gegen die schwedische Schiffahrt wurden zu einem regulären System ausgebaut. Man kann nur mit Genugtuung konstatieren, daß die schwedische Regie⸗ rung über die Innehaltung der schwedischen Neutralität eifer⸗ süchtig wacht, und daß sie sich weder durch Drohungen noch durch Verführungen dahin hat bringen lassen, diese Neutralität nach irgend einer Seite hin zu verletzen. Die schwedische Regierung kann diesen strengen Neutralitätsstandpunkt umso leichter durch⸗ führen, als sie von der großen Masse des schwedischen Volkes unter⸗ stützt wird. Im besonderen sind es auch die schwedischen Arbeiter, die schwedischen Gewerkschaften und die schwedische Sozialdemo⸗ kratie, wenn wir von diesem oder jenem Führer absehen, die mit großer und erfolgreicher Energie den Standpunkt einer möglichst strengen schwedischen Neutralität verfechten.

Aerzte, Lehrer und Geistliche in Frankreich.

Aus Mitteilungen des BernerBund geht hervor, daß der Mangel an Aerzten, Lehrern und Seelsorgern sich in Frankreich äußerst drückend fühlbar macht. Von 8000 im Militärdienste stehenden Aerzten haben 1500 ein Ablösungs⸗ gesuch eingereicht, nachdem sie 15 Monate an der Front oder in Lazaretten tätig gewesen; da jedoch im Lande nur noch etwa 600 kriegstaugliche, nicht mobilisierte Aerzte vorhanden sind, geht die Ablösung sehr langsam vonstatten.

Von den französischen Lehrern ist die Hälfte, rund 30 000, mobilisiert und 10 000 sind gefallen oder kampfuntauglich ge⸗ worden. Viele Gemeinden sind auch ohne Seelsorger, weil diese mobilisiert sind, und haben sich nunmehr an die Geist⸗ lichkeit der werschen Kantone der Schweiz um Ueberlassung von Aushilfspfarrern gewandt. Aus dem Kanton Neuenburg ist eine größere Anzahl von Geistlichen bereits nach verschie⸗ denen verwaisten Gemeinden Frankreichs beurlaubt worden.

Der Sozialdemokrat Paul Louis und das

neue Europa.

Der französische Marxist und sozialistische Geschichtsschreiber Paul Louis hat im Laufe des Jahres eine Reihe von Aufsätzen über den Krieg veröffentlicht und sie in Buchform unter dem Titel L'Europe Nouvelle herausgegeben. Er hofft selbstredend auf einen Sieg der Alliierten: der Russen, Franzosen und Engländer, und erwartet von ihnen eine Umgestaltung der Karte Europas Für Paul Louis trägt die alldeutsche Politik die Hauptschuld an dem Kriege. Der Panslawismus ist ein unschuldiges Kind. Und Genosse Gustav Rouanet, dersachliche und unparteiische literarische Rezensent der Humanits, stimmt ihm gerne zu. Man höre nur, wie die französischen Internationalisten über den Pan⸗ slawismus urteilen:Der Panslawismus ist mehr muystisch als realpolitisch. Die Panslawisten träumen nicht, aus Serbien und Montenegro russische Provinzen zu machen. Der Pangermanis⸗ mus ist eine Lehre der Ländereroberung; der Panflawismus ist. eine Lehre der moralischen Eroberungen. Unsere französischen Genossen haben offenbar vergessen, wie die Russen sich in Bul⸗ garien nach dem russisch-türkischen Kriege betragen haben. Sie wissen nicht oder wollen nicht wissen, wie die russischen Pan⸗ slawisten ihre polnischen und ruthenischen Slawenbrüder unter drückt haben. Sie schweigen sich aus über den Russifizierungs⸗ prozeß in den Ostseeprovinzen, in Finnland und im Kaukasus. Ja, die Panslawisten sind moralische Eroberer, während die Deut⸗ schen brutale Bedrücker sind! So verlangt es die russisch-fran⸗ zösisch-englische Allianz. Nach Paul Louis und Gustav Rouanet soll der nächste Friede die Karte Europas wie folgt umgestalten: Schleswig fällt an Dänemark; in Holstein Abstimmung darüber, ob es zum Deutschen Reiche oder zu Dänemark gehören wolle; Posen fällt an ein autonomes offenbar unter russischer Oberherrschaft stehendes Polen; in Elsaß⸗Lothringen Abstimmung darüber, ob sie zum Deutschen Reiche oder zu Frankreich gehören wollen; viel⸗ leicht sei gar keine Abstimmung nötig: Elsaß⸗Lothringen gehöre vechtlich zu Frankreich. Oesterreich⸗Ungarn wird aufgelöst: Bos⸗ nien und die Herzegowina, Kroatien und Slawonien und Kronland fallen an Serbien; Trent, Triest und die dalmatinische Küste fallen an Italien; Galizien fällt an Polen, Siebenbürgen an Rumänien; bleiben nur noch Böhmen und Mähren, das maguarische Ungarn und das eigentliche Oesterreich, die zusammen einen Staatenbund bilden. Von Rußland verlangen Louis und Rouanet nur die Wiederher⸗ stellung der Autonomie Finnlands. Die Panflawisten die mo⸗ ralischen Exoberer muß man offenbar schonen, und den Zaren ebenfalls, da sie doch der westeuropäischen Kultur unzählige Mu⸗ schiks liefern, um die Deutschen zu vernichten.

Die traurigen russischen Finanzen. Ein ossizieller Bericht.

Die Kölnische Zeitung meldet aus Kopenhagen: In einer Denkschrift zu dem neuen Staatshaushalte Rußlands ent⸗ wirft der Finanzminister Bark ein trauriges Bild von dem Stand der russischen Finanzen und erklärt, daß es für die Staatskasse unmöglich sei, jetzt in London die fälligen kurz fristigen Schatzanweisungen einzulösen; sie müßten vielmehr unter schweren Bedingungen erneuert werden.

Der Mißerfolg der inneren Anleihe.

Berlingske Tidende erfährt aus Petersburg, daß die Vertreter der Großbanken die Aufnahme einer neuen inländischen Milliardenanleihe zu Prozent mit zehn⸗ jähriger Amortisationszeit vorbereiten. Die Bankvertreter