Ausgabe 
3.11.1915
 
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Vonmen, die sie tief in ihr Seelenleben hineintrugen.

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Systeme von Welten sind, deren einzelne uns

icht angugehören scheint. zierkenswertes Ergebnis gezeitigt. S dieren Licht perodisch wechselt.

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dessen und Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Durch Preußen und durch Polen.

Durch Preußen und durch Polen ging's Wer nennt uns Weg und Gassen? 5 O Städte, Dörfer, rechts und links, Verloren und verlassen.

Ein Lied erklang, ein Lied zerrann, Viel Räder sind zerbrochen,

Im Graben liegt manch Reitersmann Zerschossen und erstochen.

Die Blätter wurden gelb und rot Und sielen müd zu Erden:

Dein junges Los heißt junger Tod Bald mußt' es Winter werden.

Ihr Gräber rechts, ihr Gräber links, Der Schnee verweht euch leise Durch Preußen und durch Polen ging's Singt die Soldatenweise.

Eine kräftige Epistel an die Landwirte.

Auf der Generalversammlung des Kreisvereins Warendorf(i. W.) hielt der Zuchtinspektor Brünning von der Landwirtschaftskammer in Münster eine die Oeffentlichkeit gewiß sehr interessierende Rede. Er warf den Landwirten vor, daß sie im vorigen Jahre in d Angabe ihres Kartoffelbestandes sehr vorsichtig ge⸗ wesen seien. Durch die unrichtigen Angaben der Bestän de sei später die ganze Viehhaltung schwer getroffen worden, und bekanntlich hätten unsere Schweine schließlich denSack lappen müssen. Zu niedrige Bestände angeben, sei die größte Dummheit, die der Bauer machen könnte.

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niedriger man die Bestände angebe, desto mehr würde später

beschlagnahmt werden, und schließlich habe man einen

Kartoffelüberschuß, der sich nicht verwerten läßt. Die Land

wirte sollten nicht im Trüben fischen und nicht selbstsüchtig sein, und der Bevölkerung Kartoffeln zu normalen Preisen zur Verfügung stellen.Hüten Sie sich davor, so fuhr der Redner fort, daß wieder solche Verhältnisse auf dem Kartoffelmarkte⸗ Platz greifen wie im vorigen Jahre! Verkaufen und ver füttern, das ist das Richtige. Meine Herren Landwirte! Tun Sie Ihre Pflicht in der Versorgung der Stadtbevölke rung mit Kartoffeln, womit diese ihr Leben fristen muß. Fallen Sie unsern Soldaten nicht in den Rücken! Wenn Sie wollen, daß später zum Ruhme der deutschen Landwirtschaft gesagt werden möge, die Bauern hätten einen Hauptverdienst an der Rettung des Vater landes in Zeiten schwerer Gefahr, dann richten Sie Ihre Handlungsweise jetzt danach ein! Ihr Losungswort muß lauten: Tritt gefaßt hinter der Frontl, damit sie späterihrenaus dem Feldzuge heimkehren⸗ den Angehörigen ruhig ins Auge sehen können. Ich beneide nicht den Vater, der nach dem Kriege an dem Grabe seines auf dem Felde der Ehre ge fallenen Sohnes steht und sich sagen muß: Dein Sohn ruht hier, weil du daheim deine Pflicht nicht getan hast, weil du dem Vaterlande infolge deines schnöden Eigennutzes nicht das gegeben hast, was es von dir verlangte! Tritt zu halten hinter der Front ist heute Pflicht eines jeden deutschen Mannes, eines jeden deutschen Bauern. Eine solche Aufklärung, wie sie Herr Brünning den Münsterländer Bauern zu Teil werden läßt, täte den Land⸗ wirten im ganzen Reiche not. Selbstverständlich dürfen folche Reden nicht wirkungslos in die Winde verhallen.

Von den Himmelserscheinungen im November.

Der große Jammer der Himmelskunde war es von je, daß man

nicht räumlich in die Welt hinauszublicken vermochte, sondern alles

slatt sah. Hätte man den Himmel als das gesehen, was er ist, als ine Welt mit leuchtenden Körpern, die nicht in gleicher Entfernung. sondern in den unterschiedlichsten Weisen von uns abstehen, so wären Alle die Irrnisse und Wirrnisse vermieden worden, die gerade von bier ihren Ausgangspunkt genommen haben. Es ist ja nicht 17050 die Himmelskunde selbst, die von dem Schein des Himmelsbildes be⸗ influßt worden ist, sondern hier haben die Menschen ie e

sroße Welt und die innere unsichtbare und unzugängliche berührten

ch, und die Sterne spielten in beiden eine wesentliche Rolle. 5

ö eit ist das j 3 ligstens bei denen, die mit Erst kurze Zeit ist das ja anders, wenigs a e daß ene leuchtenden Pünktchen am Firmament so gewa tige Körper

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für die 9 1 Welt hielt, wie einst der ungllickselige b 5 einen engen Turm. Die Geometrie der Sternenwelt 0 uns 3 benig vertrauter geworden, so wenig von ihrer Mechani lich Huf 41 zoch erkundet haben. Aber wir wissen doch, daß sie 955 e assen ist und wie sie ungefähr aussieht. Die e 55 17 0 bellen Lichtpunkte aber zueinander ist uns noch i 1 0 11 3 5 Siegeln. Erst wenige mechanische Beziehungen ha 700 wesen schleiert, weil gerade diese Dinge der forschenden u

der eine der 1 f 10 Schwierjgbeiten machen. Aber eine stronomie gewaltige Schwierigkeiten aumte vom Himmel an, an

geuesten Erkenntnisse knüpfen an alte Bekannt st seder Mensch kennt

ie berühmten Bärensterne, die einzigen, die fa kenn

und einmal näher betrachtet hat. Professor Lud 15 1. 1 i f 1 1

dolsdam, ein Bruder des Mannes, der age, 1 Bärensterne

läufig gemacht hat, hat zuerst nachgewiesen, daß 2 1

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wegung durch den Raum schreiten. Und Faroe 3

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emlich genau in einem Hauptkreise der Kugel, fen 1 ie Sonne gehenden Ebene, während die Sonne se

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Untrsuchungen von Guthnick

Kenntuts der Vahnebenen gelangen, in denen jene fernen Einzel susteme liegen. Dabei hat sich nun ergeben, daß diese Vahnebenen übereinstimmen mit der Ebene des ganzen großen Systems, sodaß hier etwas Aehnliches zu beobachten ist wie bei den meisten größeren Körpern im Sonnensystem, daß also auch ein innerer mechamischer Zusammenhang vermutet werden muß. Durch die Verbindung rein messender und mechauischer Methoden mit andern physikalischen ge⸗ langen wir so zu wichtigen Einzelerkenntnissen, in deren Fortschral⸗ ten sich hoffentlich nach und nach die ganze nähere Welt auftut. Wir würden so tlefe Blicke in den Bau des Himmels tun, allerdings auf gvoßen Umwegen über verhältnismäßig komplizierte physikallsche Methoden hinweg, da die sichtbare Räumlichkeit unsern Blicken ver⸗ borgen ist.

Von den Planeten sind dle beiden sichtbaren äußersten die Herr⸗ scher: Jupfter und Saturn. Saturn, der ringumkränzte, ist ja jetzt die ganze Nacht hindurch am Himmel zu sehen, in der Mitte dos Monats nahezu elf, am Eude über 12 Stunden lang. Schade, daß erst ein Fernrohr seine Gestalt sichtbar macht, sonst würde auch hier mancher leicht aus der Welt des Scheins i die der Wirklichkeit hinübergeführt werden. Jupiters Sichtbarkeit beträgt noch acht Stunden in der Mitte und Stunden am Ende des Monats. Auch hier würde das Splel der Monde, wenn es dem bloßen Auge bereits sichtbar wäre, machtvoll aufklären und die galileische Erkenntnis vielen zu Gemüte führen, die jetzt noch immer so wenigen nur zu⸗ gänglich ist. Auch Mars wird übrigens zusehens giünstiger beob⸗ achtbar. Am Ende November sieht mam sein rötliches Licht bereits 8% Stunden am Himmel leuchten. Venus wird zu Anfang des Monats des Abends im Südwesten sichtbar; am Ende des Monate etwa eine halbe Stunde lang. Sogar Merkur läßt sich wieder ein⸗ mal blicken, allerdings nur am Morgenhimmel. In den ersten Tagen des Monats nimmt seine Sichtbarkeit bis zu mehr als 84 Stunden zu, doch schon in der zweiten Monatshälfte wird er wieder unsichtbar.

Kommunale Lebensmittelfürsorge in Hessen. Die Stadt⸗ verwaltung Darmstadt hat in einem Ueberblick die wichtigsten Maßnahmen zusammenstellen lassen, die seither in dem Ge biete der Lebensmittelfürsorge dort beschlossen sind und zur⸗ zeit noch durchgeführt werden. In der Milchfrage ist es ge lungen, die verlangte Preiserhöhung von 4 Pfennigen abzu⸗ lehnen. Es trat eine Preiserhöhung von nur 2 Pfennig ein. Dabei wurde zum Vorteil der städtischen konsumierenden Be völkerung der Eintritt der Preiserhöhung erst kürzlich aus⸗ gesprochen; die verlangte Preiserhöhung sollte nach den Ver handlungen in einem früheren Zeitpunkte eintreten. Auch in der Butterfrage haben die Städte Frankfurt g. M., Wies⸗ baden, Mainz. Darmstadt, Offenbach a. M., Hanau und die bengchbarten Kreise sich zu einem gemeinsamen Vorgehen ge einigt. Es darf nach dem Ueberblick der Darmstädter Stadt verwaltung darauf hingewiesen werden, daß auch in anderen Städten, nicht nur in Darmstadt, fast nur noch ausländische Butter auf den Markt gebracht wurde. Es dürfte ausreichend bekannt sein, wie schwerwiegend die Milch und Butterknapp⸗ keit derzeit in allen Städten empfunden wird. Auch bei ein heitlichen Regelungen im Reiche liegen besondere Schwierig keiten vor. Niedere Preise können nur für die Gebiete in Betracht kommen, die gleichartige Verhältnisse mit geringen Produktionskosten haben. Es ist bekannt, daß die Regierung genötigt war, für Berlin den Butterpreis auf 2,80 Mk. fest⸗ zusetzen. Auch ist es unbestimmt, ob der Rückgang der Butter produktion aufgehalten werden kann. Selbst das Mittel der Preissteigerung konnte sich als nicht geeignet erweisen. Zum Schlusse muß auch hier die Selbsthilfe der Verbraucher ein treten, die mit der Einschränkung beginnen muß. Einschrän⸗ kungen sind aber nach allen Erfahrungen nur bei Zwangs maßnahmen durchzuführen. Es ist daher durchaus berechtigt, daß die Städte Darmstadt, Gießen, Hanau, Höchst, Hom⸗ burg v. d. H., Offenbach a. M. Wiesbaden und Worms und die Landratsämter Hanau, Höchst und Homburg, am Freitag, 29. Oktober, in Frankfurt a. M. zu einer Konferenz zusammentraten, um die Fragen des Zwanges zur Einschrän kung und die Einführung von Milchkarten zu beraten. Be⸗ züglich der aus dem Ausland stammenden Butter weist der Ueberblick darauf hin, daß hier die Entscheidung von Fall zu Fall getroffen werden kann. Die Stadtverwaltung Darm⸗ stadt kontrolliert diesen Verkauf eingehend und stellt auch den geringen Verdienst des Zwischenhandels fest. Die starre Festsetzung von Höchstpreisen für die aus dem Ausland stam⸗ mende Butter könnte nach Ansicht der Darmstädter Verwal⸗ tung unter Umständen die Gefahr hervorrufen, daß die Zu fuhr aus dem Auslande eine wesentliche Einschränkung er⸗ fährt. Die Gefahr ist um so größer, als England bestrebt ist, Butter zu den teuersten Preisen in Holland aufzukaufen. Auch in dieser außerordentlich wichtigen Frage darf die Hoff⸗ nung ausgesprochen werden, daß es der Reichsregierung ge lingt, bezüglich des Ankaufs und des Vertriebs der aus dem Ausland stammenden Butter durch Organisationsmaßnahmen eine Aenderung zum Vorteil der konsumierenden Bevölkerung herbeizuführen.

Die Schweinefleischpreise erfahren vom heutigen Tage ab eine Emäßig ung um 10 Pfg. das Pfund, das also jetztnur 1,70 Pfg. kostet. Für Wurst usw. tritt noch keine Verbilligung ein, weil die Ware bei vielen Metzgern noch aus teuer eingekauftem Fleische hergestellt ist. Also wird sich diese Verbilligung kaum bemerkbar machen, hoffentlich folgt bald eine weitere nach. Die Hauptsache wäre aber, daß die Viehpreise auf ein erträgliches Maß herabgesetzt würden und zwar durch Festsetzung von Höchstpreisen. Es ist übrigens unverständlich, warum das noch nicht geschehen ist. Soll das Volk immer weiter darben, während sich die Agrarjer bereichern?

Beschlagnahme von Kupfer usw. Durch die Bekannt machung M. 1/7. 15. K. R. A.(in Kraft getreten am 20. Juli 1915) ist eine Bestandsmeldung von Fertigfabrikaten, die ganz oder teilweise aus reinem Kupfer bestehen, angeordnet worden. Die Verfügung über Kupfer aus Fertigfabrikaten wurde darin gewissen Beschränkungen unterworfen, doch ent⸗ hielt die damalige Anordnung noch keine Beschlagnahme Neuerdings werden nun durch dieBekanntmachung, betref⸗ fend Beschlagnahme und Nachmeldung von Kupfer in Fertig fabrikaten, Nr. M. 5395/9. 15. K. R. A. vom 2. November 1915 eine Reihe der in Bekanntmachung M. 1. 15. K. R. A. aufgezählten Gegenstände der Beschlagnahme unterworfen. Es handelt sich nach§S2 der Bekanntmachung hauptsächlich um gewerbliche Anlagen und Apparate, sodaß unter normalen Umständen Privatpersonen und Haushaltungen

von der Beschlagnahme nicht betroffen werden. Für alle Personen, die ihrer Meldepflicht bisher nicht genügt haben, wird eine neue Meldefrist bis zum 30. November 1915 gesetzt. Es wird dringend davor gewarnt, diese Nachfrist ungenutzt verstreichen zu lassen, da ein Unterlassen der Meldung straf rechtliche Verfolgung nach sich zieht.

Gefallene aus Oberhessen und Nachbargebieten. Leutnant d. R. Wilhelm Braunewell aus Wieseck, Inf. Regt. 11. Hartmann Gaub aus Alsfeld, Vizefeldwebel im Inf.-Regt. 186. Gefreiter Friedrich Schäfer, An⸗ streichmeister aus Naunheim, Inf.-Regt. 234.

Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. In der letzten Zeit ist in vielen Orten unserer Gegend die Maul- und Klauen⸗ seuche wieder aufgetreten. Wenn die gefährliche Seuche auch nicht bösartig auftrat und meistens bald wieder erlosch, so bringt sie doch allerhand Unannehmlichkeiten und Verluste mit sich. Da ist es angebracht, auf eine Erfindung hinzuweisen, die ein Partei⸗ genosse, Martin Wimmer in Lindau, gemacht hat. Es handelt sich, wie die Münchener Post mitteilt, um sichere und schnelle Hei⸗ lung der Maul- und Klauenseuche durch Impfung. Eine Sache. die nicht nur für die Landwirtschaft, sondern für gang Deutschland von der allergrößten Bedeutung ist. Es liegen eine Reihe von Zeugnissen, deren Unterschriften durch die Behörden bestätigt sind, vor, wonach Herr Wimmer in wenigen Tagen die Heilung der bis jetzt vergebens bekämpften Maul- und Klauenseuche durch Impfung erzielt hat. Die Sache erscheint uns wichtig genug, daß sie die in Betracht kommenden Regierungsstellen veranlassen sollte, in eine ernste Prüfung des Verfahrens einzutreten. Zugegeben muß allerdings werden, daß man derartigen Erfindungen, von denen schon viele auftauchten, ohne daß sie die erwarteten Erfolge ge bracht hätten, nicht allzuvieles Vertrauen entgegen zu bringen ge⸗ neigt ist.

Das Gefangenenlager erhielt vorgestern abend starken Zu⸗ wachs. Es kamen gegen 11 Uhr etwa 1200 bis 1300 Franzosen au, die bei den letzten Kämpfen in Gefangenschaft gerieten. Alle trugen die neuen grau-blauen Uniformen. Es soll sich um Reserve⸗ truppen handeln, die noch nicht lange im Felde stehen können, denn ihre Uniformen befanden sich noch in sehr gutem Zustande. Viele große, stattliche, etwa in den 30er Jahren stehende Leute waren darunter, aber auch eine erhebliche Anzahl Jugendliche.

Die Gefahren des Schülerrauchens. Die Schäblichkeiten des Tabakrauchens sollen den Schülern der oberen Klassen künftig im naturwissenschaftlichen Unterricht vor Augen geführt werden. In dem Zentralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung wird eine Verfügung des Regierungspräsidenten zu Düsseldorf zur Kenntnis der Lehranstalten gebracht. Es wird auf die schädlichen Wirkungen des Rauchens auf den jugendlichen Organismus hin⸗ gewiesen. Gegenüber diesen Gefahren ist es die Pflicht aller Kreise, durch Belehrung der Jugend gegen dieses Uebel anzu kämpfen, und jetzt um so mehr, als es gilt, die heranwachsende Jugend gesund und kräftig zu erhalten und die Verluste, die der Krieg unserer Volkskraft zufügt, möglichst schnell zu überwinden

Kriegsgewinne einer Molkerei. Die Magdeburgische Zeitung be⸗ richtet aus Herzberg an der Elster; In der letzten Stadtverord⸗ netenversammlung kam es zu einer interessanten Besprechung der hohen Milch⸗ und Butterpreise. Bürgermeister Gerischer teilte mit, daß das Pfund Butter jetzt 2,40 Mk. koste, und daß gerüchtweise dieser Preis binnen kurzem noch erhöht werden solle. Er brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, daß die hiesige Molkereigenossenschaft, die für die Preisfestsetzung hier maß⸗ gebend sei, an der Preistreiberei ohne jede innere Berechtigung teilnehme. Daß der Preis von 2,40 Mk. für Butter durch die gegen früher immerhin erhöhten Herstellungskosten nicht gerechtfertigt sei, gehe deutlich daraus hervor, daß die Molkereigenossenschaft im Ge⸗ schäftsjahr 1913/14 einen Reingewinn von nicht ganz 9000 Mark, im Jahre 1914/15 einen solchen von über 32 000 Mark er⸗ zielt habe. Ein derartiges Geschäftsgebaren müsse angesichts der herrschenden Schwierigkeiten geradezu als wucherisch be⸗ zeichnet werden. Die Stadtverordnetenversammlung schloß sich ein⸗ stimmig den Ausführungen des Bürgermeisters an und faßte eine Entschließung, mit der sie den Magistrat ersucht, mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zu versuchen, eine den Verhältnissen ent⸗ sprechende Herabsetzung der Butterpreise herbeizuführen. g

Vom Kohlenmarkt. Die allgemeine Lage des Kohlenmarktes hat sich im September nicht verändert. Die Nachfrage blieb fort⸗ gesetzt lebhaft. Die Förderleistung der Zechen hielt sich auf der Höhe des Vormonats. Nach dem Syndikatsbericht ist der Rück⸗ gang, den das Absatzergebnis in Kohlen und Briketts erfahren hat, auf den erhöhten Kohlenbedarf für die Kokserzeugung zurückzu⸗ flihren. Der Koksabsatz weist eine weitere erhebliche Steigerung auf. Der Gesamtabsatz in Kohlen einschließlich des Kohlenbedarfs flir die Koks- und Briketterzeugung sowie des Bedarfs für die eigenen Betstebszwecke der Zechen belief sich auf 6 457 752 To.: gegenüber der 6 331 704 To. betragenden Förderung ergibt sich dem⸗ nach ein Mehrabsatz von 126048 To., der auf die aus den Lager⸗ beständen ber Zechen abgesetzten Mengen(hauptsächlich Koks) ent⸗ fällt. Die Förderung stellte sich auf insgesamt 6 331704(Vor⸗ monat 6 331066, Vorfahr 5 509 528) To. oder arbeitstäglich auf 243 527(Vormonat 243 503, Vorjahr 211905) To.

Brauereiausfälle. Im Großherzogtum Hessen sind nach der

amtlichen Zählung im Rechnungsjahr 1914/15 100 320 Hektoliter Bier

weniger hergestellt worden, als im Vorjahre. Das steuerpflichtige Gewicht der verwendeten Braustoffe beträgt dementsprechend 24734 Doppelzentner weniger als im Vorjahre. An diesem Rückgange sind mit Ausnahme von wenigen kleineren und mittleren Betrieben alle Bierbrauereien beteiligt.

Die Tage im November nehmen täglich um rund drei Minuten ab. Während sich am 1. November der Sonnenaufgang um 6,56 Uhr vollzieht, geschieht der Sonnenuntergang am 1. Dezember erst um 7,49 Uhr. Der Sonnenuntergang, der am 1. November um 431 Uhr stattfand, vollzieht sich am 1. Dezember schon um 3,49 Uhr.

Almanach des Deutschen Holzarbeiter⸗Verbandes für das Jahr 1916. Taschenkalender für die Verwaltungen und Mitglieder des Verbandes. Im Auftrage des Verbandsvorstandes herausgegeben von Theodor Leipart. Siebzehnter Jahrgang. Verlagsanstalt des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes G. m. b. H. Preis 1 Mark.

mreis Friedberg⸗Büdingen.

Ein Wüstling. In ganz niederträchtiger Weise hat sich der ver⸗ heiratete Kantinenwirt an den Infanterieschießständen H. Schlegel Darmstadt an der 16jährigenpflegetochter, einem blühenden Mädchen, vergangen. Nicht genug damit, daß der Verkehr nicht ohne Folgen blieb, er hat auch das Mädchen, da er schon längere Zeit gefährlich geschlechtskrank ist, angesteckt. Er wurde auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Darmstadt in seiner Heimat Wenings, wo er bei seinen Eltern zu Besuch weilt, sestgenommen und in das Darmstädtex Untersuchungsgefängnis eingeliefert.

Kreis Wetzlar.

Kinzenbach. Zwei Kriegsteilnehmer von hier, die Ersatz⸗ reservisten Wilhelm Viehmann und Karl Hofmann, waren seit Ende September vermißt. Jetzt haben beide geschrieben, daß sie sich in französischer Gefangenschaft befinden.

Von Nah und Fern.

Neunzehn Kinder verbranut.

In Peabod in Massachusetts sind bei einem Brande in Annenschule neunzehn Knaben und Mädchen umgekommen; eben soviele wurden verletzt. Es befanden sich 700 Kinder in der Schule, als plötzlich eine Explosion stattfand und Flammen empor schlugen. Die Ursache des Brandes ist noch nicht mit Sicherheit sestgestellt.

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