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3.11.1915
 
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Nr. 258

Gießen, Mittwoch, den 3. November 1915

10. Jahrgang

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N 3 5 15 Die neue Internationale.

5 Von Heinrich Cunow. Die Parteivorstände der deutschen, dänischen und schweizerische E l 0 nisch zerischen ozialdemokratie haben in kurzgefaßten Erklärungen gegen die von hen Politikern in Zimerwald bei Ber, eneInternationale Kon rt unternommenen zerrissenen 8 a der kriegführenden b wie zusammenzuknoten, während der Kriegsdauer inerlei Erfolg versprechen, sondern davon nur eine weitere Ver⸗ Härfung der Gegensätze innerhalb der einzelnen sozialistischen andesparteien befürchten: denn so heißt es in der dänischen Er⸗ ärung:Jede Schlichtung von Differenzen muß unserer Aus N ssung nach innerhalb der nationalen Parteien und danach inner⸗ alb des orgauisatorsschen Rahmens der internationalen Sozial⸗ mokratie stattfinden und nicht innerhalb zufälliger Konferenzen er zufälliger, unverantwortlicher Kommissionen. Diese Zurückweisung sozialistischer Ideologen, elbstüberschätz meinen, einige unbeauftragte, unverantwort⸗ iche Parteipol könnten in Gelegenheitskonferenzen die ge Frengte Internationale wieder zusammenleimen, ist nur allzu be⸗ ichtigt. So leicht ist denn doch das Wieberzusammenknüpfen der rrissenen Fäden nicht. Alles Bedauern über den Zerfall der bis⸗ krigen internationalen Beziehungen hilft nicht über die Tatsache Inmeg daß die während des Krieges hervorgetretenen Meinungs⸗ 1 d Auffassungsverschiedenheiten zwischen den, Führern wie ischen den Massen der verschiedenen sozialistischen Parteikörper ncht durch Beschlüsse und Ermahnungen einzelner Parteiführer, Ubst wenn ihre Stimme von weit größerm Gewicht wäre, als die r Zimmerwäldler, aus der Welt geschafft werden können. Die Aternationale hat nicht nur, wie es gewöhnlich heißt, versagt, sie völlig zusammengebrochen, und es ist ein ganz vergebliches Be⸗ kihen, eine aussichtslose Sysiphusarbeit, die verspreugten Bruch⸗ le wieder zusammenkitten zu wollen, zumal setzt im Toben des Leltkrieges. Und selbst wenn das Zusammenkitten nach langer Mühe ge⸗ ige avijrde dann das überall geborstene, schlecht verheilte Organi scionsgebilde in der jetzigen schwierigen Zeit der internationalen Ebeiterbewegung irgend welchen Dienst leisten, irgend welche nütz lie Funktion übernehmen können? Wer das glaubt, befindet sich heiner naiv⸗ideologischen Selbsttäuschung, die vielleicht seinem aten Herzen alle Ehre macht, seinem Verständnis für volks- und Urteipsychologische Fragen aber ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Per selbst angenommen, es lasse sich durch Versöhnungsaktionen die

die in naiver

Mternationale in ihrer bisherigen Verfassung, das heißt in der rm, in der sie bis zum Kriegsbeginn bestanden hat, wiederher⸗ len, ist denn diese Form wirklich so wertvoll, so zweckmäßig und sneckdienlich, daß sich das Zusammenkitten auf alter Grundlage

lohnt? Und nur um eine solche Rekonstruktion handelt es sich

M den Zimmerwäldlern, wie denn auch die Leiter der Zimmer⸗

ulder Konferenz nachdrücklich hervorgehoben haben(Züricher ksrecht vom 20. September), daß die Tagungkeineswegs der Adung einer neuen Internationale dienen sollte. Waren denn alten internationalen Beziehungen so fest, die Arbeit des Inter⸗ ionalen Bureaus in Brüssel so bedeutungsvoll für den Fort⸗ ritt der sozialistischen Arbeiterbewegung aller angeschlossenen länder, daß sie wieder in alter Form hergestellt werden müssen? lid sind ferner auch nur die allergeringsten Garantien dafür ge⸗ en, daß die ganze Institution künftig bei neuen Staatenkonflik sich besser bewähren wird? 92 8 11 Wohlverstanden, es handelt sich nicht um die Frage, ob über⸗ aupt wieder internationale Beziehungen angeknüpft werden fen oder nach Kriegsende(vielleicht auch erst nach assen Vernarbung heute noch schmerzlich brennender 1 % Internationale in verändertem Gefüge wieder aufgerichte Arden soll, sondern allein um die Frage, ob sie setzt. d. h. unter e heutigen Umständen, wieder in alter Form rekonstruiert wer⸗ kann und soll. Nach meiner Ansicht wäre solche Wiederher⸗ gelung vom entwicklungsgeschichtlichen Standvunkt aus ein twerer Fehler, eine ganz unnütze Krafvergendung;, denn; die ih auf dem Pariser internatjonalen Sozialistenkongraß be. indete zweite Internationale hat sich ebenso überlebt, 80 lang der siebzjger Jahren des vorigen gahrhunderks 105 5694 rternationale überlebt hatte. Ihre Organisationslo at 10 holt % wirtschaftliche und politische Entwicklung bereit? über bihr al. konnte gar nicht leisten, was man faßt allgemein. 15 5 uderte und erwartete. Nicht nur mußte jeder größere Kriegs, Uuflikt sie matt setzen, auch für die weitere Juan menfasfune 11 Waziplinterung der sozialistischen Arbeitermassen nan kapital zien das sich reckende und streckende imperialistische Finanz eie unte sie nichts Wesentliches mehr leisten. Sie war zu es

2 1* 9* schen Demonstrations⸗ Schauinstitution geworden. De 5 b 1005 ben Internationale lediglich

tet wird, sie geschaffen. mer unsere ganze litiker diese über⸗

mit demselben

und gar

shall in London ge⸗ ationale Arbeiter⸗ form des inter⸗ 8 gewesen ist und Kulturstaaten auf

haben: Aufricht

Internationale, auch diese nur noch als Durchgangsform zu einem höheren, stärkeren Gebilde gelten kann, will gar manchem nicht in den Kopf, da er politisch mit ihr gewachsen und geworden ist und sich in ihren Traditionen festgewurzelt hat.

Konnte die erste Internationale dem damaligen Entwicklungs⸗ stand der sozialistischen Arbeiterbewegung entsprechend nicht mehr sein, als eine Zusammenfassung der von einer gemeinsamen Zbce beseelten verstreuten sozialistischen Personen und Grüppchen zu einer sich über Rasse, Staat und Nationalität hinwegerstreckenden Propaganda- und Agitationsgesellschaft, deren Aufgabe, mochte sie auch stolz dieEmanzipation der Arbeit auf ihre Fahne schreiben, zunächst hauptsächlich in der Selbstverständigung über die all⸗ gemeine Richtung der aufkeimenden neuen Bewegung und in der Erziehung der ihr anhängenden Elemente zu einem gewissen Solidaritätsgefühl bestand, so konnte die zweite Internationale nichts anderes sein, als eine lose Zusammenfassung der inzwischen in den einzelnen Kulturstaaten auf nationaler Grundlage ent- standenen politisch⸗sozialistischen Arbeiterparteien zu einem lockeren Verband mit dem Zweck, sich über das gegenseitige Verhalten zu gewissen wichtigen Erscheinungen zu verständigen und möglichst eine Art äußere Richtungsparallelität zwischen den verschiedenen sozialistischen Parteien der einzelnen Länder herzustellen. Und mehr ist denn die zweite Internationale auch nie gewesen. Ste ist niemals eine wirkliche internatonale Aktions⸗ und Arbeitsgemein⸗ schaft geworden, sondern stets eine lose Verbindung einer Reihe innerlich in sich abgeschlossener, auf ganz verschiedenen Organi⸗ sütionsgrundsätzen aufgebauter, ungleichartiger, nationaler Partei⸗ körper geblieben, deren ganze Tätigkeit sich fast ausschließlich in der Wahrung einer gewissen Gleichrichtung sowie der gelegentlichen Ausgabe politischer Parolen und Veranstaltung öffentlicher Kund gebungen erschöpfte. 4

Damit will ich selbstverständlich weder der ersten, noch der zweiten Internationale einen Vorwurf machen. Sie waren, was sie den geschichtlich gegebenen Entwicklungs bedingungen ihrer Zeit nach sein mußten und haben, soweit es diese Bedingungen ge statteten, ihre Aufgabe erfüllt. Aber für grundverkehrt halte ich das Bemühen, die zusammengebrochene zweite Inter⸗ nationale wieder zusammenzuflicken. damit sie im alten Geleise ihre bisherige, Aufgabe fortsetzen könne. Die wirtschaftliche Ent⸗ wicklung ist indeß um ein recht respektables Wegestück vorwärts geschritten, große internationale Kapitalverbände, Trusts und Kar⸗ tells sind entstanden, und nach dem Kriege kommen wir unzweifel haft erst recht in eine Periode imperialistischer Weltwirtschaft und ausgedehnter internationaler Verflechtungen des Kapitalismus hinein, und diesenn kommenden expansiven kapitalistischen Inter⸗ nationalismus gegenüber kann der Arbeiterklasse eine Institution wie bie zusammengebrochene zweite Internationale recht wenig nützen! Was wir gebrauchen, ist eine ganz andere Organisation: eine internationale Aktions⸗ und Arbeitsgemeinschaft. Ich ver⸗ stehe darunter die Errichtung von internationalen Gewerkschafts verbänden bezw. ⸗kartellen mit gemeinsamen internationalen Sekre⸗ lariaten, Verständigungs- und Aktionsausschüssen, die Errichtung von sozialistischen Vermittlungs- und Arbeitsausschüssen zum Zweck des Zusammenwirkens der verschiedenen sozialistischen Landes⸗ parteien bei wichtigen Gelegenheiten, Einsetzung interparlamen tarischer Kommissionen, gegenseitige Förderung und Unterstützung des sozialistischen Bildungs- und Unterrichtswesens in den einzel⸗ nen Ländern, Schaffung internationaler Preßausschüsse und Nach⸗ richtenbureaus usw. kurz die Herstellung einer gewissen internatio⸗ nalen Arbeitsgemeinschaft, auf deren Vasis sich dann immerhin noch als Zentralleitung eine Art von internationalem Hauptbureau erheben könnte.

Das sind natürlich Einrichtungen, die nicht von heut auf morgen geschaffen werden können, obgleich teilweise, besonders auf gewerkschaftlichem Gebiet, schon mannigfache Ansätze dazu vorhan⸗ den sind. Sie müssen aus der kommenden Wirtschaftsgestaltung selbst als notwendige Institutionen herauswachsen. Die Wieder⸗ zusammenkittung und künstliche Galvanisierung der zweiten Inter⸗ nationale aber vermag diesen Prozeß lediglich aufzuhalten. Nicht von Radikalismus zeugen die Wiederbelebungsversuche der Zim⸗ merwäldler, sondern von einer starken Dosis konservativ-doktri⸗ närer Rückständigkeit.

Auf dem internationalen Sozialistenkongreß in Paris 1889 schilderte der alte Liebknecht das Verhältnis der zweiten zur ersten Internationale mit den Worten:Die Internationale Arbeiter- assoziation hatte, nachdem sie den Arbeitern aller Länder das ge meinsame Ziel gezeigt, sie die Notwendigkeit des gemeinsamen Handelns und Kämpfens gelehrt hatte, ihre Mission erfüllt. Sie, ist nicht tot, sie ist übergegangen in die mächtigen Arbeiterbe⸗ wegungen der einzelnen Länder und lebt in diesen fort! Das gilt jetzt auch in gewissem Sinne von der zweiten Internationale Auch sie hat heute ihre Mission erfüllt; aber als ihre Nachfolgerin wird aus dem Entwicklungsprozeß eine neue, größere, mächtigere Arbeiter-Internationale erstehen.

Es lebe die dritte Internationale!

2 Das Schicksal der Bulgaren in den Entente⸗ ländern.

T. U. Sofia, 1. Nov. Nach hier eingetroffenen, die größte Entrüstung hervorrufenden Nachrichten beschloß England. die bulgarischen Untertanen nach den Kolonien zu deportieren. Frankreich erklärte die Bulgaren als Zivilgefangenen. In Rußland werden die schutzlosen Bulgaren den unerhörtesten Grausamkeiten des Pöbels ausgesetzt, wobei viele bis auf den Tod gemartert werden. Die Besitzungen der Bulgaren werden ausgeplündert. Als Gegenmaßregel wird Bulgarien die Untertanen der feindlichen Staaten nach Nationalität in besonderen ihnen angewiesenen Städten konzentrieren. Die

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Behörden der Konzentrationslager haben den Auftrag er⸗ halten, für humane Behandlung der Internierten zu sorgen. Die Behondlung der Gefangenen durch die Serben.

Budapest, 1. Nov. Bei der Eroberung von Uesküb wurden dort auch etwa zwanzig österreichisch-ungarische, von den Serben dort internierte Soldaten befreit. Die Gefangenen, zumeist Tschechen und Slowenen, waren körperlich sehr herab⸗ gekommen. Sie wurden nach Sofia gebracht, wo sie aussagten, daß die Serben mit den ungarischen Gefangenen u nmenschlich umgehen. Die Gefangenen werden demnächst nach ihrer Heimat befördert.

Vernichtung rumänischer Waren durch die Serben.

Budapest, 1. Nov. Auf der Eisenbahnlinie Salonik-Nisch wur⸗ den bei Ausbruch des serbisch-bulgarischen Krieges große Mengen rumänischer Waren von den Serben teils vernichtet, teils ver⸗ schleppt. Auf dem Bahnhof Saitschar wurden zehn für das rumä⸗ nische Fliegerkorps bestimmte elektrische Scheinwerfer zerstört.

Joffre in London. Die Times meldet, der Besuch des Generals Joffre in London habe zur Folge gehabt, daß eine vollkommene und endgültige Uebereinstimmung bezüglich der militärischen Politik auf dem Balkan erzielt worden sei.

Pariser Blättern ist zu entnehmen, daß der Besuch Joffres in London in erster Linie bezweckte, die englische Re⸗ gierung zur Entsendung größerer eigener Truppenkontin⸗ gente auf den Balkan zu veranlassen. Die unmittelbare Ver⸗ anlasfung zu der eiligen Reise des französischen Generalissimus war der Hilferuf, den Paschitsch aus Nisch nach Paris gerichtet habe. Joffre lehnte die Verantwortung ab, falls weitere französische Truppen nach dem Balkankriegsschauplatz ab⸗ gegeben würden. Er fand dabei die Unterstützung des neuen Kabinetts, in dem Briand und Cambon auf größere Unab⸗ hängigkeit gegenüber London dringen. Aus London erfahren Pariser Blätter weiter, daß Joffre in London die Einsetzung eines geschäftsführenden engeren Rates, bestehend aus Asquith, Kitchener und Balfour durchsetzte, mit dem allein die französische Heeresleitung und Regierung künftig zu ver⸗ handeln haben wird.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Balkankämpfe,

In der Neuen Züricher Ztg. lesen wir:

Es ist eine unanfechtbare These, daß Krieg in seinem eigent⸗ lichen Sinne nichts anderes ist als Politik mit Gewaltmaßregeln ge⸗ trieben und da man heutzutage Politik lediglich zu wirtschaftlichen Zwecken betreibt, so ist der Krieg überhaupt nichts als ein wirt⸗ schaftspolitischer Kampf. Im Anfang des Weltkrieges haben daher viele Politiker in demselben ein endgültiges Duell zwischen den beiden größten Faktoren des Welthandels, zwischen England und Deutschland gesehen. Man sagte, England hätte sich mächtige Ver⸗ bündete erkoren, um die Zentralmächte in einem eisernen Ring zu bannen, wirtschaftlich von der übrigen Welt abzuschneiden und so der Wirtschaftspolitik derselben dauernde Fesseln anzulegen. Wenn man in den Ententeländern diesen Gedanken auch nicht aussprach, dem Krieg vielmehr vor den Massen ideale Beweggründe, besonders im nationalistischen Sinne zu geben trachtete, so ist es dagegen sicher, daß von der Politik Berlins und Wiens in dem ganzen Feld⸗ zugsplane der wirtschaftlichen Seite die hauptsächlichste Be⸗ deutung zugemessen wurde. So hat der Stoß nach Westen im Som⸗ mer und Herbst 1914 den Zentralmächten eine Art von Kohlen⸗ monopol auf dem Kontinent gegeben und England die ungeheure Last aufgebürdet, die Kohlenversorgung seiner sämtlichen Verbün⸗ deten zu übernehmen, abgesehen davon, daß diese rasche Besetzung Belgiens und Nordfrankreichs ungeheure sonstige wirtschaftliche Hilfsquellen erschloß. Der zweite Stoß, jener nach Osten, der im Mai 1915 einsetzte und die Truppen der Zentralmächte bis an die Dlinalinie und weit hinein nach Inner-Rußland brachte, hat das Getreideproblem für Deutschland und Oesterreich-Ungarn gelöst. Hinter den Kolonnen Hindenburgs, Leopold von Bayerns und Mackensens zogen andere Kolonnen mit Dampfpflügen und Dampfeggen, welche die verlassenen, fruchtbaren Riesengründe des russischen Tieflands bearbeiteten, um die besetzten Gebiete Rußlands schon für den Sommer 1916 zu einer Vorratskammer des neuen Besitzers zu gestalten.

Und ebenso hat auch der dritte Stoß, jener, den gegenwärtig Mackensens Scharen in Verbindung mit den Bulgaren in Serbien vollziehen, eine ungeheure wirtschaftliche Bedeutung. Der freie Weg nach dem Orient, der hier erkämpft wird, eröffnet gewaltige Produktionsgebiete den Zentralmächten, die ihnen bisher verschlossen waren und deren Produkte zu mangeln begannen. 5

War militärisch in erster Linie der Grund für den Balkanfeld⸗ zug maßgebend, die Türkei und Bulgarien mit der diesen Staaten mangelnden Munition zu versehen, von welcher zur Stunde bereits zahllose Schiffe die nunmehr freigewordene Donau durch die Fels⸗ berge des Eisernen Tores hinabfahren, so lag demselben anderseits der Gedanke zugrunde, alle jene Gegenstände, die in Deutschland, Oesterreich und Ungarn zu mangeln begannen, von dort herbei⸗ zuschaffen. Die nahezu vollendete anatolische Eisenbahn bildet ein wichtiges Bindeglied, um die Kupfererze des Taurus, die. Baunm⸗ wollvorräte Ziliziens, die Wolle Syriens, Anatoliens und Meso⸗ potamiens, die seit Jahresfrist von dort nicht verkauft werden konnte, nach Mitteleuropa zu versvachten. Doch auch Vodürfnisse der ersten Notwendigkeit werden durch diese Verbindung schon in Bälde den Reichen der Zentralmächte zugeführt werden. Bulgaxiens