Ausgabe 
2.11.1915
 
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Heeresgruppe des Generals v. Linsingen. Die Lage ist im allgemeinen unverändert. Ein feind⸗ licher Gegenstoß nördlich von Komarow hatte keinen Erfolg. Deutsche Truppen der Armee des Generals Grafen v. Bothmer wurden bei Siemikuwee an der Strypa(nörd⸗ lich von Burkanow) angegriffen und stehen dort noch im Kampf.

5 Balkankriegsschauplatz. 7 In Fortsetzung des Augrifses wurden die Höhen südlich von Gru. Milauovac in Besitz genommen. In Richtung auf Kragujevac ist der Feind über den Petrovackar- und Levenica⸗ Abschnitt zurückgeworfen: Kragufevac ist in deutscher Hau d. Oestlich der Morava ist gegen zähen Widerstand der Serben der Trivunovo⸗ Berg ge⸗ nom men. Es wurden einige Hundert Gefangene gemacht.

Die Armee des Generals Bojadjieff war am 30. 10. ziere, 6600 Mann,

unter Nachhutkämpfen dem Feinde bis in die allgemeine Linie Höhen von Plauinica(südwestlich von Zajecar)

Slatin(nordwestlich von Kujazevac östlich von Syrljiig westlich von Bela-Palanka östlich von Vlasotince gefolgt.

* Die Zahl der im Oktober von deutschen Truppen im Osten eingebrachten Gefangenen und die von ihnen gemachte Beute beträgt:

Erbeutet:

Maschinen gewehre

Maschinen⸗ gewehre

Maschinen⸗ gewehre

Maschinen⸗ gewehr

23 Geschütze)

u. 16 Maschinen⸗ gewehre.

23 Geschütze

80 Maschinen⸗ gewehre.

1) Abgesehen von ciner großen Zahl aufgefundener Geschütze

älterer Fertigung.

Gefangen: 98 Offiziere 14,482 Mann 32 Offiziere 4134 Mann 56 Offiziere 8871 Maun 3 Offiziere 1525 Mann 55 Offiziere 11,937 Mann

Bei der Heeresgruppe von Hindenburg: Bei der Heeresgruppe Prinz Leopold: Bei der Heeresgruppe von Linsingen: Bei der Armee des Grafen v. Bothmer: Bei der Heeresgruppe von Mackensen:

4 Zusammen: 244 Offiziere

40,949 Mann

Oberste Heeresleitung.

4

ö Kragujcwatz, die alte Hauptstadt der serbischen Könige und die zentrale Festung des nordserbischen Verteidigungssystems, ist in den Händen unserer deutschen Truppen. Die Festung ist der Kern der ganzen Besestigungslinie, die über das Bergmassiv des großen Morawaknies gezogen ist. Die nahezu 1200 Meter hohen Rudnik⸗Verge sind ihr als natürliches Bollwerk nordwestlich vor⸗ gelagert, die Höhenstellungen von Gorna Milauovatz, die gleichfalls erstitrmt worden sind, decken die westliche Flanke, während im Nor⸗ den der schwierige Abschnitt der Stremska-Poljaua im Quellgebiet der Natza von unseren Truppen überwunden werden mußte. Nach⸗ dem vorgestern diese Hindernisse zum größten Teil bezwungen waxen, konnte der Fall der Festung, der die Einschließung drohte, nicht mehr lange ausbleiben. Die Serben mußten Kragujevatz räumen und diesen wichtigen Waffenplatz, der der Sitz großer Arsenale und Magazine ist, dem stärkeren Feind überlassen. Dem tapferen serbischen Heer bleibt ja nichts anderes übrig, als zäh und standhast sechtend, langsam gen Südwesten abzuziehen, um so zit retten, was noch zu retten ist, denn der Druck der bulgarischen Armee an der Ostgrenze Serbiens ist seit dem Fall der Timok⸗ Festungen müchtig angewachsen. Unsere Verbündeten gewinnen dort schnell an Raum. Der Zeitpunkt für die letzte ent⸗ scheidende Schlacht eine Schlacht, die nach menschlicher. zuessen kaum anders als mit dem Zusammenbruch des serbi⸗ schen Heeres enden kann scheint nun unmittelbar bevor⸗ zustehen, wenn die Serben ihren mehr passiveg Widerstand überhaupt noch einmal in eine große aktive Schlachthandlung ver⸗ wandeln können und wollen. Sie haben bisher getan, was sie konnten: sie haben mehr als drei Wochen lang Stand gehalten und ausgeharrt, aber sie warten vergebens, denn diese Zeit ist ver⸗ strichen, ohne daß etwas geschehen wäre, was den Serben eine ernst⸗ hafte Hoffnung auf Rettung durch ein Hilfsheer der Entente hätte bringen können.(Frankf. Ztg.)

*

Das Ziel des serbischen Generalstabs.

Havos meldet aus Athen: Die Operationen in Serbien dauern an. Der bulgarisch⸗deutsche Plan besteht da⸗ rin, dem Gros der serbischen Armee den Rückzug nach Süden abzuschneiden. Das Ziel des serbischen Generalstabes ist, einen wohlgeordneten Rückzug auf die neue Verteidi⸗ gungslinie zu sicher n. Die militärischen Kreise Griechenlands sind der Ausicht, daß die Lage der serbischen Armee, wenn auch schwierig, so doch keineswegs verzweifelt sei. Die Wiedereroberung von Neles durch die Bulgaren wird bestätigt.

*

Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Ueber 150 000 Italiener kampfunfähig. Die österreichische Oktoberbente.

Wien, 1. November.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 1. November 1915: 5 Italienischer Kriegsschauplatz.

Der am 18. Oktober eingeleitete, am 28. mit frischen Truppen erneute dritte Ansturm der Italiener gegen unsere klüstenländische Front beginnt zu erlahmen. Gestern stieß der Feind zwar noch gegen den Nordrand der Hochfläche von Doberdo mit starten, an mehreren anderen Stellen mit schwächeren Kräften vergeblich vor. Sein Angriff ist jedoch nicht mehr allgemein, mag der Kampf auch nochmals aufflammen. Die van der italienischen Heeresleitung mit großen Worten angekündigte, an der Hauptfront mit wenigstens 25 Infanterie-Divisionen versuchte Offensive ist an der unerschütterlichen Mauer unserer siegessicheren Truppen zu⸗ sammengebrochen, die zwe iwöchige Jsonzoschlacht für unsere Waffen gewonnen, unsere Kampffront durchweg unverändert. Ebenso behielten die Verteidiger von Tirol und Kärnten ihre seit Kriegsbeginn heldenmütig behaupteten Stellungen sest in Händen. Durch diese Erfolge hat unsere bewaffnete

Macht neuerdings bewiesen,

Reserve aufgenommen werden,

wie eitel und haltlos alle An⸗ sprüche des einstigen Verbündeten auf die südwestlichen Grenz⸗ gebiete sind, die er durch hinterhältigen Rückenangriff. leichthin er⸗ obern zu können vermeinte. In den Kämpfen der zweiten Oktober⸗ hälfte verlor der Feind mindestens 150 000 Mann.

a Südöstlicher Kriegsschauplaz.

Im Raume westlich der großen Morava haben die ver⸗ blündeten Streitträfte unter stellenweise heftigen Nachhutkämpfen die Höhen süblich und südöstlich Grn. Milanovac und Kragujevac erreicht. Zwischen 7 und 8 Uhr vormittags wurden heute auf dem Arsenal und der Kaserne von Kragusevae die österreichisch⸗ ungarische und kurz nachher die deutsche Fahne gehißt.

Im Flußwinkel zwischen der Morava und Resava haben deutsche Truppen nach heftigen Kämpfen die beheerrschende Höhe Trivunovo⸗Brdo genommen. 5

Bulgarische Kräste haben auf der Straße nach Höhen westlich Palanka und im Nisava⸗Tal die Höhen Bela⸗Palanka erkämpft. 25

Die bisherige Gesamtbeute der deutschen und österreichisch⸗ ungarischen Truppen des Generals von Koeveß beträgt: 20 Offi⸗ 32 Geschütze, 9 Maschinengewehre, über 30 Mu⸗ viele Gewehre und Ar⸗ Ueberdies wur⸗

nach Parazin die westlich

pitions⸗Fuhrwerke, einen Scheinwerser, ele

tilleriemuniton und sehr viel Infanteriemunition.

den 45 alte und gesprengte Geschützrohre erbeutet. Kufsischer Kriegsschauplaß,

An der Szezara haben kaiserliche und königliche Truppen einen Nachtangriff nach heftigem Handgemenge abgewiesen. An der Koeminfront haben wir mehrere starke Nachtangriffe ab⸗ geschlagen. Nördlich Blenlawa an der Strypa entwickeln sich nach einem abgewiesenen Angriff neuerlich heftige Kämpfe.

Auf dem nordöstlichen Kriegsschauylaß beträgt die Oktoberbeute der dem kaiserlichen und königlichen Oberkom⸗ mando unterstehenden Armeen 142 Offiziere, 26 000 Mann, 44 Ma⸗ schinengewehre, 1 Geschütz, 3 Flugzeuge und sonstiges Kriegs⸗

material. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

2 Keine Gebietsabtretung Oesterreichs an Italien.

Wien, 1. Nov. Die heute veröffentlichte Erklärung der hiesigen offiziösen Telegraphen-Agentur zum italienischen Kriege ist aus dem Wunsche der Regierung hervorgegangen, ihre unbedingte Ablehnung jeder Gebiets- abtretung an Italien außer Zweifel zu stellen. Die Klar⸗ stellung richtet sich natürlich in erster Linie an Italien selbst, wo etwa irgendwelche vordem neutralistische Politiker auf den Gedanken kommen könnten, sich auf der Basis der Ver⸗ handlungen des letzten Winters um den Frieden zu bemühen.

Weniger auffällig sind ähnliche Erklärungen schon gleich nach.

Ausbruch des italienischen Krieges abgegeben worden. Wenn sie jetzt mit so großer Bestimmtheit wiederholt werden, so kann man annehmen, daß sich die Wiener Regierung auch in dieser Sache mit dem deutschen Bundesgenossen durchaus eins weiß. Mit vollem Recht beruft sich die Er⸗ klärung auf die einhellige Stimmung in der Monarchie. Tat⸗ sächlich gibt es hier niemanden, der für territoriales Ent⸗ gegenkommen an Italien jetzt noch Verständnis hätte, zumal nach den großen Erfolgen der Zentralmächte im letzten Halb⸗ jahr.

Bulgarischer Kriegsbericht.

Sofia, 1. Nov.(W. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Be⸗ richt über die Kämpfe am 30. Oktober. Unsere Truppen setzten die Verfolgung des Feindes fort. In Richtung Sait⸗ schar-Boljevatz vorrückende Abteilungen nahmen nach hart⸗ näckigem Kampfe die Höhen 482 und 492 westlich des Dorfes Planinitza und erbeuteten eine Batterie Feldgeschütze mit Be⸗ spannung. Die im Nisavatal vorrückenden Truppen bemäch⸗ tigten sich der Stadt Bela-Palanka und erreichten die Linie Dorf Sadovitze Dorf Vragudinatz, Höhe 499 Borgourh. Im Moravpatal nördlich von Vranja rückten unsere Truppen⸗ abteilungen infolge des erbitterten Widerstandes des Feindes nur langsam vor. Auf dem mazedonischen Kriegsschauplatz ist die Lage unverändert. 5

Peter von Serbien ausgerissen?

Budapest, 1. Nov. Aufenthalt des Königs Peter seit einigen Tagen un be⸗ kannt. Der König ist mit dem Kriegsministerium, dem Thron⸗ folger und dem Generalstab gemeinsam aus Kraaujewatz abgereist. In Podujewo wurde der König zuletzt gesehen. Seither fehlt seine Spur.

Griechenland und die Entente.

London, 1. Nov. Der New Statesman sagt, daß die Aussichten für eine griechische Intervention an der Seite des Vierverbandes in der letzten Woche immer ungünstiger ge worden seien. In Paris könne man sogar offen ankündigen hören, daß die griechische Regierung nur auf einen günstigen Augenblick warte, um ihre Neutralität fallen zu lassen und sich den Zentralmächten anzuschließen. In Rom liefen Ge⸗ rüchte um über einen geheimen griechisch-bulgarischen Ver⸗ trag. Derartige Gerüchte müßten jedoch mit der größten da in Griechenland erstens eine große Mehrheit hinter Veniselos stehe, die griechische Regierung kein Geld habe und Griechenland sehr gut wisse, daß die griechische Halbinsel etwaigen Angriffen bloß gestellt sei. Die französische und britische Flotte würden sofort vor Athen erscheinen und zahllose andere Unannehmlichkeiten würden für Griechenland bei einem Krieg mit dem Vierverband entstehen. Inzwischen sei zu befürchten, daß Serbien durch den gewaltigen gleichzeitigen Angriff Oesterreichs, Deutschlands und Bulgariens zugrunde geht. Im Augenblick könne England nicht mehr für Serbien tun als früher für Belgien.

Nach neueren serbischen Nachrichten ist der

Türkische Truppen in Bulgarisch⸗Thrazie

Die Agence Havas berichtet aus Athen: Man m Konstantinopel, daß die erste Reservedivision der f Truppen von den Dardanellen nach Bulgarisch⸗Thrazien g. schickt worden sei. 7

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verl Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a.

Bekanntmachung.

Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1.15. No⸗ vember an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt: 3

2) Reichs⸗ und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit Montag, den 1. November, I Dienstag, den 2. November. b) Städtische Unkerstützung(Mietszuschuß). An diejenigen, deren Namen beginnen mit Mittwoch, den 3. November, 1.2 Donnerstag, den 4. November. 5 c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen: 0 Freitag, den 5. November. Die Auszahlungen finden von 81 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus, Zimmer Nr. 16, statt. 1 Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen abgeholt werden. 7 Gießen, den 25. Oktober 1915. Der Oberbürgermeister: Kelle

Verstorbene. Frau Lisette Debus, geb. Lingelbach, in Gießen, 63 Jahre alt. Frau Anna Kath. Baum, geb. Kraft, in Gießen, 72 Jahre alt. Phil. Zimmermann in Lich, 76 Jahre alt. Frau Mathilde Schmidt, geb. Kreiling, in Lich. Mus⸗ ketier Philipp Hahn aus Kirtorf, Inf.⸗Regt. 186.

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