Ausgabe 
30.10.1915
 
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der inländischen Butter Erzeuger und Händler Hand in Hand, so machen bei der ausländischen Einfuhr naturgemäß die Händler die Sache allein. Aus Dänemark und aus Holland sind bittere Klagen darüber laut geworden, daß die deutschen Aufkäufer dort die Preise in unerhörter Weise in die Höhe treiben, und dieser Zusammenhang läßt sich recht deutlich aus der Tatsache erkennen, daß, als die Festsetzung der deutschen Höchstpreise bekannt wurde, die allgemein zu nächst auch auf die ausländische Butter bezogen wurden, die deutschen Aufkäufer das Interesse daran verloren, hohe Preise den dänischen und holländischen Molkereien zu bieten, und daß infolgedessen dort nicht nur eine erhebliche Ermäßigung der Ausfuhrnotierungen, sondern auch ein gewaltiger Rückgang der Kleinverkaufspreise die Folge gewesen ist. Der Preis für ein Pfund Butter ist z. B. in Kopenhagen inner halb 24 Stunden von 2,05 Kronen auf 1,70 Kronen, also um 35 Oere, d. h. etwa 40 Pfennig, gefallen.

Von der Kartoffelnot. Im hessischen Landwirtschafts- ministerium wird bekanntlich die Auffassung vertreten, daß die Landwirte zur Zeit nur deshalb keine Kartoffeln zur Stadt bringen, weil sie ihre Gespanne noch zur Feldbestellung gebrauchen, obgleich in anderen Jahren die Kartoffelanfuhr um diese Zeit ihren Höhepunkt überschritten hatte. Und aus einer Meldung, daß der deutsche Landwirtschaftsrat an die zuständigen Stellen die dringende Bitte gerichtet habe, für die Ablieferung von Kartoffeln die erforderliche Anzahl von Eisenbahnwagen zur Verfügung zu stellen, könnte man schließen, daß ein gewisser Eisenbahnwagen-Mangel die Schuld an der gegenwärtigen Kartoffelnot trägt. Aber solch ein Wagenmangel war auch in früheren Jahren um diese Zeit vorhanden, und jedenfalls erklärt er nicht die Tatsache, daß viele Landwirte auf Bestellungen alter Kunden ein Darm städter höherer Beamter und Abgeordneter kann z. B. auch als einer der vielen darüber ein Lied singen überhaupt auf Anfragen wegen Bestellungen keine Antwort geben. Und im Ried ist es Leuten, die am vergangenen Sonntag an verschie denen Orten mit sehr guter Ernte versuchten, Kartoffeln zu kaufen, überall, wo sie an die von dem Bürgermeister des Ortes aufgegebenen Adressen kamen, passiert, daß ihnen eine absagende Antwort zuteil wurde. Wie dem aber auch sein möge, in keinem Falle wird durch den gegenwärtigen Mangel an Transportmitteln die Erscheinung gerechtfertigt, daß die zu Markte gebrachten Kartoffeln nur zu Preisen zu erhalten sind, die jene des Vorjahres noch weit übertreffen, und daß die Bauern sie lieber wieder nach Hause nehmen, als sie billiger herzugeben. Darin liegt jener Kartoffelwucher, vor dem selbst der bayerische Bauerndoktor Heim in scharfen Wor⸗ ten warnt und gegen den mit Schärfe vorzugehen sogar das Alzeyer Organ des Bundes der Landwirte die Regierung auf⸗ fordert. Es muß wirklich schon weit gediehen sein, wenn ein Oekonomierat und Gutsbesitzer in der Kölner Stadtverord netensitzung versichern konnte, daß sogar weite Kreise der Landwirtschaft des Westens selbst Höchstpreise und Enteignung wünschen. Und ebenso bemerkenswert ist es, daß der Ober bürgermeister von Köln den Mut fand, zu erklären, es habe den Eindruck, daß sich großer agrarischer Einfluß in der Re gierung geltend mache; man werde erst weiterkommen, wenn, wie bei den Militärbehörden, ein einziger starker Wille, eine Art Diktator des Wirtschaftslebens, einfach verfüge.

Wie der Hessische Jagdklub die Preistreibereien des Hessischen Jagdklubs im voraus beurteilt hat. Angesichts des von uns bereits besprochenen Versuchs des Hessischen Jagd klubs, eine Verteuerung des Wildes bis zum Doppelten des bisherigen Preises dadurch herbeizuführen, daß das Wild nicht mehr nach Stück, sondern nach Gewicht zum Pfundpreise von achtzig Pfennigen verkauft werden soll, verdient ein im Mai dieses Jahres von demselben Jagdklub an die Tagespresse zur Veröffentlichung geschicktes Rundschreiben Beachtung, das die UeberschriftWildschaden und Volks ernährung hatte und den Landwirten nahe legte, zum Schutz gegen den Wildschaden nur ein Verwitterungsmaterial zu verwenden, daß der Klub kostenlos zur Verfügung stelle. Das Rundschreiben ist wegen seines Urteils über die volkswirt schaftliche Bedeutung des Wildes als Nahrungsmittel und wegen des Urteils über die Produktionskosten des Wildes sehr bemerkenswert. Es heißt in ihm:

Die Zahlen zeigen, welche große Rolle das Wild in der Volkswirtschaft und bei der Fleischnahrung spielt, speziell Kaninchen, Hasen und das billige Großwild sind ein bedeutender Faktor in der Volksernährung, und wenn auch im übrigen das Wild hauptsächlich in der Küche wohlhabender Leute Verwendung findet, werden eben so viele Pfund Fleisch von zahmen Tieren dadurch für den Volksverbrauch frei. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus ist aber die Produktion von Wildbret, dem Fleisch von zahmen Tieren vorzuziehen, denn ein recht erheblicher Teil des Wildbrets wird kosten los erzeugt, was bei zahmen Tieren nicht der Fall ist usw. Durch derartige Maßnahmen (Verwendung von Vexrwitterungsmaterial) wird der Nahrungs mittelversorgung des deutschen Volkes mehr genützt, als durch unvernünftigen, zu weitgehenden Abschuß von Wild, der jeden falls viel mehr Schaden als Nutzen bringt.

Also die Bedeutung des Wildes im Kampfe gegen die Aushungerungspläne des Feindes ist groß und die Erzeugung des Wildes ist fast kostenlos, trotzdem will derselbe Jagdklub, der das im Mai festgestellt hat, jetzt im Oktober, den Ver kaufspreis auf das Doppelte treiben. Soll man das etwa auch nicht Wucher nennen? Und wer verhetzt nun wieder: derjenige, der Wucherpreise herbeiführen will, oder derjenige, der solches Treiben als Wucher geißelt?

DieEinschränkung des Fleisch- und Fettverbrauches. Wolffs Bureau meldet:Nunmehr hat der Bundesrat über die Verordnung zur Einschränkung des Fleisch- und Fett- verbrauches Beschluß gefaßt. Danach dürfen ab 1. No- vember Dienstags und Freitags Fleisch, Fleischwaren und Fleischspeisen nicht gewerbsmäßig an Verbraucher verabfolgt werden. Montags und Donnerstags dürfen in Wirtschaften aller Art, Fleisch, Wild und Geflügel, Fische und sonstige Speisen, die mit Fett oder Speck gebraten, gebacken oder ge schmort sind, sowie zerlassenes Fett nicht verabfolgt werden. Samstags darf kein Schweinefleisch verabreicht werden. Ein Verbot des Genusses von Fleisch und die Verwendung von Fett an den bezeichneten Tagen in den Einzelhaushaltungen ist zunächst nicht ausgesprochen, da von der Einsicht der besser⸗

bemittelten Bevölkerungskreise erwartet werden muß, daß sie sich willig entsprechende Beschränkungen in der Verwen dung von Fleisch und Fett selbst auferlegen werden. Der Zweck dieser Verordnung ist im wesentlichen der einer sozialen Verteilung der an sich ausreichenden Fleischvorräte. Sie wird unter Umständen nur vorübergehend erforderlich sein, wenn es gelingt, zu einer Verbrauchsregelung des Fleisches zu kommen, zumal da die neueste Viehzählung vom 1. Oktober eine erfreuliche Zunahme der Schweinebestände ergeben hat. Um zu verhüten, daß die Beschränkung der Fleischverwen⸗ dung zu einer Steigerung der Wild- und Fischpreise infolge erhöhter Nachfrage führt und um der schon vorhandenen übertriebenen Erhöhung der Preise zu begegnen, ist in einer weiteren Bundesratsverordnung der Reichskanzler ermäch⸗ tigt, Preise für Fische und Wild im Großhandel am Berliner Markte(Grundpreise) nach Anhörung von Sachverständigen festzusetzen. Diese Preise sind für das Reichsgebiet maß⸗ gebend, sofern nicht die Landeszentralbehörden zur Berück⸗ sichtigung besonderer Marktverhältnisse einzelner Wirtschafts gebiete Abweichungen anordnen. Insoweit Grundpreise fest gesetzt sind, sollen Gemeinden mit mehr als 10 000 Einwoh nern die Kleinhandelshöchstpreise festsetzen. Wir haben bereits nachgewiesen, daß durch die Verordnung deren Zweck einersozialen Verteilung der an sich ausreichenden Fleischvorräte nicht erreicht werden kann. Wer das nötige Geld hat, wird seine Fleisch- und Wurstbedürfnisse für den Dienstag eben am Montag und für den Freitag am Donners⸗ tag beim Metzger einkaufen, und wenn er Sonntag einen Schweine- oder Sauerbraten essen will, dann wird er ihn nicht Samstag abend, sondern Sonntag früh holen lassen. Die Minderbemittelten aber werden von dieser sozialen Ver teilung keine Wirkung verspüren. Die Einschränkungen für die Speisewirtschaften werden auch keinen großen Erfolg bringen, denn die meisten derer, die sonst in Wirtschaften essen, die jungen und unverheirateten Leute, stehen jetzt im Felde und die Speisewirtschaften zeigen in der Regel gäh⸗ nende Leere. l

Das Gießener Stadtwappen soll eine Aenderung er fahren. Wohl die wenigsten Bürger werden sich darüber besondere Gedanken machen, ja, wir glauben sogar, daß man getrost die Behauptung wagen darf, daß kaum die Hälfte der Gießener Einwohnerschaft unser Stadtwappen kennt. Es ist allerdings ein höchst merkwürdiges Gebilde. Ein auf recht auf den Hinterbeinen stehender, geflügelter Löwe wird von einem Buchstaben umrahmt, der einG sein soll. Man kann das Ding aber auch für etwas anderes halten. Jeden falls sind schon viele Gießener Bürger zu Grabe getragen worden, die bis an ihr seliges Ende nicht wußten, was das Gießener Stadtwappen zu bedeuten hat, deswegen sind sie aber doch in Frieden gestorben. Aber nicht alle denken darüber so gleichgültig; es gibt Sachverständige, welche be haupten, daß dieses unser Wappen der reine Hohn auf die Gesetze der Heraldik sei und es deshalb geändert werden müsse. Aktuell ist die Sache geworden durch Verleihung einer goldenen Amtskette an den Oberbürgermeister; diese muß natürlich das Stadtwappen tragen, aber ein ordentliches, dessen sich Gießen und sein Oberhaupt nicht zu schämen braucht. Mehrere Amtsstellen haben sich mit dieser Frage befaßt und ausführliche Gutachten erstattet, auch Vorschläge gemacht, die aber von anderen wieder bekämpft werden; man weiß also noch nicht, zu welchem Ende die Sache führen wird. Am sympathischsten erscheint jedenfalls der Vorschlag, einen Hering ins Wappen zu nehmen; das ist ein sehr volks⸗ tümliches Tier, sein Anblick regt zum Nachdenken an, erinnert an etwa begangene Sünden und fördert gute Vorsätze, also

in jeder Beziehung empfehlenswert. Zugleich wäre das eine,

Erinnerung daran, daß die Heringe in diesem Jahre so tener siunsdsnd

Nicht gefallen. In Daubringen erhielten die Angehörigen zweier Kriegsteilnehmer, Frey und Walter, Mitteilungen von diesen aus der Gefangenschaft, obwohl deren Tod bereits amtlich gemeldet worden war. Walter befindet sich in russischer, Frey in französischer Gefangenschaft.

Der Verband zur Wahrung der Interessen der Krankenkassen im Großherzogtum Hessen hielt am 24. Oktober seine 9. ordentliche Mitgliederversammlung in Nidda ab. Nachdem Rechnungsrat Harth-Darmstadt den Geschäfts- und Kassenbericht erstattet hatte, wurde vom Geschäftsführer Steul in Heppenheim a. B. über die Krankenversicherungspflicht der in landwirtschaftlichen Betrieben ihrer Eltern tätigen Kinder reseriert. Zu dieser Sache ergrifsen Direktor von Krug und der Ausschußvorsitzende der Landkranken⸗ kasse Nidda Moogk das Wort. Ueber die Reichs wochenhilse berichtete Schnellbächer-Darmstadt eingehend, auch beantwortete er alle hierauf gerichteten Anfragen. Nachdem Rechnungsrat Harth noch eine Reihe Eutscheidungen höchster Gerichtshöfe erörtert hatte, zwecks Anwendung in der allgemeinen Verwaltungspraxis, wurde Heppenheim a. B. als Ort der nächstjährigen Mitgliederver sammlung gewählt.

Postverkehr mit russischen Kriegsgefangenen. Da sort⸗ während Klagen einlaufen, daß Briefe und Postkarten an deutsche Kriegsgefangene in Rußland nicht ankommen, vermittelt nun das Rote Kreuz die Korrespondenzen mit den Kriegsgefangenen in fol gender Weise: In der Geschäftsstelle des Roten Kreuzes, Kaiser⸗ straße 61, sind Postkarten erhältlich, zu deren Ausfüllung mündlich nähere Anweisung erteilt wird. Die Beförderung dieser Post karten wird ebenfalls durch das Rote Kreuz besorgt.

Liebesgaben fürAlleinstehende. Wir werden ersucht, folgende Notiz zu veröffentlichen: Die Bestrebungen, Soldaten, die keine Sendungen für ihre Person aus der Heimat erhalten, mit Liebes gaben zu versorgen, treten immer häufiger in die Erscheinung. Es haben sich daher einige große Organisationen der freiwilligen Krankenpflege der dankenswerten Aufgabe unterzogen, in ihrem Besitz befindliche Adressen dieserEinsamen an solche Personen abzugeben, die sich an dieser Art der Liebestätigkeit für unsere Truppen zu beteiligen bereit sind. Um aber möglichst alle dieser Alleinstehenden durch aus der Heimat kommende Gabenpakete zu erfreuen, hat die Heeresverwaltung angeordnet, daß die staatlichen Abnahmestellen freiwilliger Gaben, deren Verzeichnis in allen Postämtern aushängt, Liebesgabenpakete, die ihnen fürAllein⸗ stehende zugehen, abzunehmen haben, sofern sie nicht eine persön⸗ liche Adresse tragen. Diese Pakete werden auf dem vorgeschrie⸗ benen Dienstwege den Truppenteilen mit der Weisung zugeführt, sie nur an solche Soldaten zu verteilen, die sonst nie oder doch nur äußerst selten Sendungen aus der Heimat erhalten. Zu diesen Zweck werden die Pakete vor der Weitersendung von den Ab⸗ nahmestellen durch Aufkleben auffallender ZettelFür Allein⸗ stehende besonders kenntlich gemacht. Es bleibt dem einzelnen Spender unbenommen, den Paketen Grüße, Zettel und die Adresse des Absenders beizulegen. wodurch sich in vielen Fällen Be

ziehungen aubahnen werden, deren Pflege und 8 Sache des einzelnen ist. Frachtsendungen, die mit der B Freiwillige Gaben an die Abnahmestellen aufgegeben werden von allen Bahnen frachtfrei befördert.

Bessere Fürsorge für Kindernahrung. Auch die Haferfl und andere Haferpräparate, die für die Ernährung von Ki und Kranken unentbehrlich sind, sind ganz ungeheuerlich im P gestiegen und sogar ganz aus dem Handel verschwunden. 2 Schutzverband der Aheinisch⸗westfälischen Lebensmittelhändl. sich deswegen an das Reichsamt des Innern gewandt und er genügend viel Hafer zur Herstellung dieser Nahrungsmittel 0 Fabriken zur Verfügung zu stellen. Das Reichsamt des Inne hat dem Schutzverband mitgeteilt, daß es nach Prüfung der Sach⸗

lage die Eingabe der Reichsfuttermittelstelle gegeben hat. Hoffent⸗ der

lich gibt diese Stelle nur Hafer her, wenn die Fabriken pflichten, auf Konjunkturgewinne zu verzichten.. J

Die Briefumschläge werden teurer. Wie die Köln. Ztg. melde hat der Verein deutscher Briefumschlagfabrikauten beschlossen geltenden Listenpreise vom 15. November an um 30 Prozent erhöhen. 7

Neues Hotel. Der Neubau desHotel Einhorn am Lindenplatz ist jetzt nach ziemlich langer Bauzeit vollendet. Der Bau macht einen gefälligen Eindruck und trägt ohne Zweifel zu Verschönerung des Platzes und des Straßenbildes bei. Der alte Name des Gasthauses hat auch einem neuen Platz machen müssen: in goldenen Buchstaben protzt die FirmaHotel Fürstenhof dem Beschauer entgegen. Bei uns in Deutschland muß es immer kaiserlich, königlich oder wenigstens fürstlich sein, sonst gehts nicht. Na, wünschen wir dem Inhaber, daß die Ergebnisse des Betriebs der Bezeichnung entsprechen mögen.

Tödlicher Unfall an der Dreschmaschine. Am Donnerstag nachmittag geriet ein auf dem Appenborner Hof bei Kesselbach bee schäftigter junger Mann in das Getriebe der Dreschmaschine. Ehe noch die Maschine zum Stehen gebracht werden konnte, wurden ihm die Beine abgerissen und der ganze Körper ins Getriebe gezogen, die Verletzungen waren so schwer, daß der Verunglückte m kurzer Zeit star b. Er soll aus Unterseibertenrod stammen.

Nachdenkliches. Nach einer Schätzung soll die Gesamt zahl der Toten des ersten Kriegsjahres 2625000 Mann betragen. Schätzt man den Arbeitswert eines jeden Gefallenen mit 3000 Mark jährlich ein, so bedeutet das einen Verlust von 7 Mil⸗ liarden und 875 Millsonen Mark in einem Jahre. Nimmt man nun an, daß jeder Gefallene noch 10 Jahre lang wertschaffende Ar⸗ beit geleistet hätte, so hat Europa in einem Jahre für 78 Mil⸗ liarden 750 Millionen Mark allein an menschlicher Arbeits vernichtet in den Kriegsgefallenen.

Stadttheater. Die Neuheit, die der nächste Dienstag bri Die Venus mit dem Papagei, nennt der Verfa Lothar Schmidtkeine erotische Komödie in 3 Akten. Diese nennung stimmt, denn im Mittelpunkt der Handlung steht e Venusbild van Dyks und der moderne Kunstsnobismus ist es, auf der Anklagebank sitzt. Wir entnehmen folgendes einer aus wärtigen Besprechung des Werkes:Die Handlung rollt sich 3 wohlproportionierten Akten recht munter und vor allen Dingen überaus witzig ab, ohne gekünstelte Situationen oder geschraubte Pointen in Anspruch zu nehmen. Der Dialog ist frisch, flott, ung zwungen, geistvoll, atmet neben dem Spott über das lächerliche ö brechen unserer Zeit ein so lustiges Behagen, daß man sich aut außerhalb der schlagenden Satire von der Komödie als solcher durch ihre feine Artistik gefangen nehmen läßt.

In der Gemälde⸗Ausstellung des Kunstvereins Turmhause am Brand ist jetzt die bereits öfters besprochene Hans Bock⸗Gedächtnisstiftung eine Sammlung Gemälden in einem besonders dafür hergerichteten Raume u gebracht und kaun täglich besichtigt werden. Außer dieser Sa lung sind noch eine erhebliche Anzahl von bedeutenden Werken, Oel. gomälden, Aquarellen, Radierungen hervorragender Künstler aus⸗ gestellt, die zum Teil Landschaftem aus der Umgebung Gießens dar⸗ stellen. Sonntags ist die Ausstellung von 11 Uhr vormittags bis Uhr wachmittags geöffnet.

reis Friedberg⸗ Büdingen.

Bad⸗Nauheim. Bis zum 28. Oktober 1915 sind 21884 Kurge angekommen. Bäder wurden bis dahin 2941513 abgegeben.

Von Nah und Fern.

Nieder⸗Saulheim, 27. Okt. Der Herr Quart ier mache Einen dreisten Schwindel vollführte ein fremder Gauner in seld⸗ grauer Uniform in hiesiger Gemeinde. Der Bursche, der die Uni⸗

form eines Unteroffiziers trug, meldete auf der Bürgermeisterei, ü

daß die Gemeinde vom 25. ds. Mts. ab 220 Mann des ge en Regiments in Quartier erhalte. Er selbst sei mit der Bestellung der Quartiere beauftragt. Jedermann kam den Wünschen des sehr, sichet auftretenden Gauners bereitwilligst entgegen. Seitens der Bürger⸗ meisterei wurde die Quartierliste aufgestellt, und derUnteroffizier schrieb von Haus zu Haus die Zahl der einzuquartierenden Mann⸗ schaften an die Hoftore. Nach Beendigung seiner Arbeiten bezog der Herr Quartiermacher im besten Wirtshaus, das nebenbei auch eine Metzgerei enthält, selbst Quartier, wo er drei Tage lang herr⸗ lich und in Freuden lebte und auf die große Schlußabrechnung zechte. Während am Montag mittag die Mannschaften aus Worms vergeb⸗ lich erwartet wurden, verschwaud am Vormittag derQuartier meister auf Nimmerwiedersehen. Eine amtliche Anfrage stelle später fest, daß man einem Schwindler zum Opfer gefallen war.

verschwand in der Richtung nach Mainz, konnte aber noch nicht er mittelt werden. 5

Bekanntmachung

Inhabern von Schweinemästereien soll nach einer Bekam machung des Bundesrats vom 2. Oktober 1915 Schrot durch dt Landesverteilungsstelle für Futtermittel in Darmstadt überwi werden. Weiter kant von dort an Milchwirtschaften, die in d Hauptsache auf Kraftfutter angewiesen sind und ihren g 90 der herrschenden Futterknappheit nicht im vollen Umfang aufrecht erhalten können, Schrot abgegeben werden. g 8

Stadthaus.

Be.

Anmeldungen werden innerhalb 3 Tagen auf dem Zimmer Nr. 6, entgegengenommen. Gießen, den 28. Oktober 1915. Der Oberbürger meister. Keller.

verleiht ein zartes reines Gesicht, rosiges jugendirisches und ein blendend schöner Teint. Alles dies erzeugt

Steckennferd- Seife

D. Kaminka, Gießen

Marktplatz Il. Ubrmacher und Goldarbeiter f Von den Apotheken in Giessen ist am Sonnte den 31. Okt. von 3 Uhr nachmittags an und die Na hindurch geöffnet die Pelikan- Apotheke.

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