Ausgabe 
29.10.1915
 
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Kladowo verbrannt!

Nach einer Meldung des Bukarester Universul aus Turn Severin haben die Serben, bevor sie Kladowo verließen, 15 Sol⸗ daten mit dem Auftrag zurückgelassen, die Stadt beim Herannahen der österreichisch-ungarischen Truppen in Brand zu setzen. Die Soldaten kamen diesem Auftrag nach und die österreichisch⸗ungari⸗ schen Soldaten hielten zwischen brennenden Häuserreihen ihren Einzug in Kladowo.

* Bulgarischer Bericht. 5 f Festung Pirot erobert!

Sofia, 28. Okt.(W. B.) Meldung der bulgarischen Telegraphen⸗Agentur: Nach langen blutigen Kämpfen haben die bulgarischen Truppen Pirot ein genom- men, wo sie heute ihren siegreichen Einzug hielten.

Die bulgarische Armee hat mit der österreichisch-ungari schen und deutschen die Verbindung hergestellt.

*

Die Serbenfestung, die den Zugang von Bulgarien nach, der Kriegshauptstadt Nisch deckte, das mit schwerer Panzerung modern⸗ ster Art stark befestigte Pirot ist dem bulgarischen Ansturm, der schon gestern den Feind von den beherrschenden Höhenstellungen im Nordwesten der Stadt herunterwarf, nach blutigen Kämpfen erlegen. Die Einnahme von Pirot, die dem Zentrum der bulgarischen Streit⸗ kräfte den Weg durchs Nischawatal öffnet, in dem etwa 65 Kilometer stromabwärts Nisch liegt, die serbische Hauptstadt, wird die strate⸗ gische Lage, die sich von Tag zu Tag mit unerbittlicher Logik ent⸗ wickelt, noch schneller zur Reife bringen als die bisherigen, in stürmi⸗ schem Lauf errungenen Siege der verbündeten Armeen.

Serbiens Schicksal.

Knjazevatz und Saitschar sind im Besitz der Bulgaren. Die Festung Pirot ist von Norden her schwer bedroht. Die verbündeten Truppen der Orsova-Gruppe haben die enormen Schwierigkeiten des nordöstlichen Teiles des serbischen Erz gebirges überwunden und sind in den Raum von Brza⸗ Palanka herabgestiegen, während die längs der Donau über Sip und Kladowo vorrückenden Teile Ljubizevatz erreichen. Das wichtigste Ereignis der Vereinigung der verbündeten Zentralmächte mit der tapferen bulgarischen Armee ist somit vollzogen. Die serbischen Stellungen südöstlich von Orsova, welche die Verbindung Bulgariens und der Türkei mit den Zentralmächten störten und den direkten Verkehr mit diesen Staaten unmöglich machten, sind vom Feind gründlich ge⸗ säubert, der damit eine Anzahl von Geschützen, durch deren Ueberlassung England, Rußland und Frankreich ihrer Bünd⸗ nispflicht zu genügen glaubten, sowie viel Munition, Be kleidungs⸗ und Verpflegungsartikel und Kriegsmaterial aller Art den Händen der Verbündeten überließ. Schon sind zahl⸗ reiche Fahrzeuge an der Arbeit, Hindernisse und Minen hin⸗ wegzuräumen, die noch die Schiffahrt im Donaustrome ge⸗ 1 0 und in kürzester Frist werden die blauen Wellen der

onau wieder von Fahrzeugen aller Art, welche die Farben der Verbündeten tragen, befahren sein.

Die Donau ist frei, der Weg nach Salonik und Kon⸗ stantinopel zu Wasser und zu Lande offen. Vom Wardar, südöstlich von Strumitza bis zur Drina, reicht jetzt die mäch⸗ tige Front, die sich in weitem Bogen ünaufhaltsam vorwälzt, um das Schickfsal des Urhebers des Weltbrandes zu vollenden.

Die groß angelegte Offensive auf drei Fronten mit ihren großartigen Erfolgen läßt nun die Welt endlich die Ueber⸗ legenheit des neuen Vierverbandes sowohl in militärischer wie in diplomatischer Beziehung erkennen.

Der konzentrische Druck von drei Seiten wird immer kräftiger. Die Serben weichen gegen Südwesten und sind auf keiner Front mehr in der Lage, ihrem vordringenden Gegner nachhaltig entgegenzutreten. Die Bahnlinie von Krusevaz nach Uschize ist auch schon unterbrochen. Die Fort⸗ schaffung des bedeutenden Kriegsmaterials aus Kragujevatz geht unter großen Schwierigkeiten vor sich. Unsere Streit⸗ kräfte sind bis in die Nähe dieser Festung herangelangt. Die serbischen Behörden von Monastir haben sich nach Ochrida zurückgezogen. Mit Ausnahme der telegraphischen Linie nach Monastir sind alle Verbindungen Griechenlands mit Serbien unterbrochen. Zwischen Salonik und Serbien ist schon seit einigen Tagen eine telegraphische Verbindung unmöglich.

Rücktritt des ferbischen Qberbefehlshabers. Paris, 27. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Der Matin meldet aus Salonik: Man bedauert einmütig, daß der Wojwode Putnik aus Gesundheitsrücksichten den Oberbefehl über die serbische Armee babe niederlegen müssen.

Die russische Aktion gegen die bulgarische

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Sebastopol und Odessa nach der bulgarischen Küste des Schwarzen Meeres abgegangen. Die Schiffe werden von zwei Dreadnoughts, drei Kreuzern und mehreren Torpedo⸗ booten begleitet. Auf den Schiffen sollen angeblich über 100 000(2) Mann sein. Zwischen Wakri und Maronna hat türkische Artillerie den Versuch von acht feindlichen Kreuzern, an der bulgarischen Küste Truppen zu landen, vereitelt.:

Bukarest, 28. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Universul

meldet, daß das russische Geschwader, das Warna

beschoß, aus 16 Einhei russisches Geschwader habe schossen.

Die Jahresklasse 1917 in Frankreich.

Genf, 28. Okt. Die Hygienekommission der franzö⸗ sischen Kammer sprach sich gegen die Einberufung der Jahres klasse 1917 zum 15. November d. Is. aus und empfahl, die Ein⸗ ziehung dieser Jahresklasse zum Heeresdienst erst zum 15. März 1916 vorzunehmen.

Ein gescheiterter englischer Panzerkreuzer.

Aus London wird gemeldet: Der englische Panzer⸗ kreuzerArgyll hat an der Ostküste von Schottland Schiffbruch gelitten. Da es sehr stürmisch ist, fürchtet man, daß der Kreuzer als verloren gelten muß. Die Mannschaft ist gerettet. Der Kreuzer hat 10 850 Tonnen- Die Bewaffnung besteht aus 4 Kanonen von 19 Zentimeter und 6 von 15,2 Zentimeter Kaliber.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen.

Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H. Offenbach a. M.

Vereinskalender. Samstag, 30. Oktober. Altenbuseck. Freie Tur nerschaft. Versammlung abends 9 Uhr bei Witwe Becker. g

ten bestanden habe; ein anderes zu derselben Zeit Burgas be⸗

Heuchelheim. Arbeiterbildungsverein. Abends 9 Uhr: Versammlung bei Wirt Fr. Volkmann.

Sonntag, 31. Oktober. Volksverein. Nachmittags 3 Uhr: Ver⸗ Wichtige Tagesordnung.!

Bekanntmachung.

Mitteilungen über Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften über Höchstpreise und übermäßige Preissteigerungen im Handel mit Gegenständen des notwendigen Lebensbedarfs werden Montag bis Freitag 11/ bis 12 Uhr und Samstag 10 bis 12 Uhr im Stadthaus, Zimmer Nr. 11, entgegengenommen. Mitteilungen dieser Art können an die Prüfungsstelle auch durch Vermittelung ihrer Mitglieder gerichtet werden. Anonyme Zuschriften werden nicht berücksichtigt.

Gießen, den 28. Oktober 1915.

Preisprüfungsstalle 15 Stadt Gießen. Leit.

Bekanntmachung.

Die Zinsen der Friedrich Heyer von Rosenfeldschen Stiftung mit 67,20 Mk. sind am 21. Dezember 1915 an solche evangelische würdige Stadtarmen zu verteilen, die selbst und deren Eltern und Großeltern in Gießen geboren sind und das Bürgerrecht besitzen oder besaßen.

Meldungen nimmt das städtische Armenamt, Asterweg g, bis 15. November d. Is. entgegen.

Gießen, den 28. Oktober 1915.

Der Oberbürgermeister. (Armenverwaltung.) Kerle

Die Ausgabe der Brotmarken für den Bezirk 8(Lukassaal) findet am kommenden Samstag in dem Gebäude der vorm. Ohren- klinik, Ecke Frankfurter- und Liebigstraße statt.

Gießen, den 28. Oktober 1915.

Der Oberbürgermeister. Ke l Leer.

Be'laun machung.

Die Auszahlung der Familienunterstützungen für 1.15. No⸗ vember an die Angehörigen der zum Heeresdienst Einberufenen findet statt:

2) Reichs- und Kreisunterstützung. An diejenigen, deren Namen beginnen mit K Montag, den 1. November, 1.2 Dienstag, den 2. November. b) Städtische Unterstützung(Mietszuschuß). An diejenigen, deren Namen beginnen mit A Mittwoch, den 3. November, N I. Donnerstag, den 4. November. c) An Vermieter, die Mietbeträge abholen: Freitag, den 5. November. Die Auszahlungen finden von 81 Uhr vormittags im Stadt⸗ haus, Zimmer Nr. 16, statt. Die Unterstützungen dürfen nur an den vorgenannten Tagen

*

. Bekanntmachung. N Die Friedhöfe sind in der Zeit vom 16. tober d 15. N enber 1015 bon 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöfft

Gießen, den 26. Oktober 1945.. Der Oberbürgermeister.

g 5 Keller. Verpachtung von

75 7* 22 2 7 städtischen Grundstücken. Montag, den 1. November und Dienstag, den 2. November 19015 sollen die nachstehenden Grundstücke an Ort und Stelle meistbietend verpachtet werden und zwar 133 2. Montag, den 1. November: 1 1) Vormittags 9 Uhr 23 Grundstücke auf dem Nahrungsberg(früher Müllersche Acker) auf die Dauer von 3 Jahren, 1 Vormittags 10% Uhr 6 Grundstücke in. der Stephansmark zwi⸗ schen Goethe⸗ und Lessingstraße auf die Dauer von 6 Jahren. Vormittags 1031 Uhr 12 Grundstücke an der früheren Aktien⸗ brauerei oberhalb der verlängerten Wilhelmstraße auf 6 Jahre, ebenso werden dort 5 Haufen Weidenholz versteigert.* J) Nachmittags 2 Uhr 14 Grundstücke am Güter bahnhof gegenüber der Viehwagenreinigungsanstalt und 9 Grundstücke unter halb der Margaretenhütte auf 6 Jahre. 8 1 Nachmittags 4 Uhr 3 Grundstücke an der alten Marburgerstraße in der Nähe des Friedhofs auf 6 Jahre. d b. Dienstag, den 2. November. 255 Vormittags 9 Uhr 7 Grundstücke hinter dem Schlachthof auf der Hohleiche auf 6 Jahre. a 2 5 Vormittags 10 Juhe 2 Grundstlicke auf dem hinteren Hardtberg auf 6 Jahre. 1 2 Vormittag 117 Uhr 4 Grundstücke am alten Krofdorfer Weg in der Nähe der Gail'schen Wollspinnerei. 9 Gießen, den 25. Oktober 1915. e f Der Oberbürgermeisterr. J. V.: Grünewald.

3 9. 3 Konfumverein Gießen l. Aug.

Vom Montag, 1. November ab werden die Verteilungsstellen

D morgens um 8 Uhr 2 ö

geöffnet.

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