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Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht i Der Vormarsch in Serbien.

Das Bombardement Venedigs.

Wien, 28. Okt.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart: 20. Oktober 1915.

a Rufsischer Kriegsschauplatz. Die südwestlich von Czartorysk kämpfenden K. und K. Truppen wiesen mehrere Angriffe russischer Schützendivisionen a b, wobei sie zwei Offiziere und 500 Mann gefangen nahmen und ein Maschinengewehr erbeuteten.

Deutsche Regimenter warfen den Feind beider⸗ seits der von Nordwest nach Czartorysk führenden Straße. Insge⸗

5 samt ließen die Russen in diesem Raume gestern vier Offiziere, 1450 Mann und zehn Maschinengewehre in der Hand der Ver⸗ bündeten.

Sonst blieb im Nordosten die Lage unverändert.

Italienischer Kriegsschauplatz.

Der gestrige Schlachttag verlief im Verhältnis zu den voran⸗ gegangenen an der Hochfläche von Doberdo ruhiger. Dagegen wurde um unsere Brückenkopfstellungen von Görz und Tolmein, so⸗ wie im Abschnitt nördlich Tolmein bis zum Krn wieder äußerst heftig gerungen. Alle diese Kämpfe endigten mit dem vollen Mißerfolg des angreifenden Feindes.

Am Kru brachen drei Vorstöße der Italiener in unserem Feuer zusammen. Vor dem Mrzli Vrh scheiterte ein feindlicher Nachtangriff. Gegen den Tolmeiner Brückenkopf bereitete nach⸗ mittags ein besonders lebhaftes Artilleriefeuer neue Angriffe starker Kräfte vor. Spät abends schlugen unsere Truppen einen solchen Angriff auf die Höhe westlich von St. Luzia, heute zeitlich früh einen zweiten gegen die Stellung nördlich von Cocarsce, der bis zum Hanbgemenge führte, unter schwersten Verlusten für ben Feind zurück. Der Raum von Descla stand zeitweise unter

Trommelfeuer. Ein schwächlicher italienischer Angriff gegen Zagora wurde leicht abgewiesen. Der M. Sabotino, vor dem der Gegner in den letzten

Tagen mindestens 2500 Mann verlor, wurde gestern nicht mehr an⸗ gegriffen, wohl aber von der italienischen Artillerie heftig be⸗ schossen. Zahlreiche Granaten fielen auch in den Südteil von Görz. Abends griffen sehr starke feindliche Truppen die Po d⸗ gora⸗Höhe an. Es half ihnen nichts, daß sie Bomben mit giftigen Gasen verwendeten. Sie wurden blutig zurückge⸗ schlagen.

Gestern ließen sich die Verluste der Italiener bei ihren Angriffen gegen die Hochfläche von Doberdo stellenweise über⸗ sehen. So liegen vor der Front eines unserer Infanterie-Regi⸗ menter 3000 Feindes leichen.

An der Tiroler Front wiesen die Verteidiger der Lafraun⸗Stellung einen Angriff des italienischen 116. Infanterie⸗ Regiments ab.

Südöstlicher Kriegsschauplaßz.

Die östlich von Visegrad vorgehenden österreichisch⸗ungari⸗ schen Streitkräfte warfen den Feind an die Grenze zurück. Unter den Gegnern befanden sich neben serbischen Bataillonen auch montenegrinische.

Die im Nordwestwinkel Serbiens operierenden K. u. K. Trup⸗

pen der Armee des Generals von Köveß nähern sich der oberen Kolubara und der von den Serben vor unserer Reiterei ge⸗ räumten Stadt Valjevo. Die von Obrenovac südwärts ent⸗ sandten österreichisch⸗ungarischen Divisionen entrissen dem Gegner nach erbitterten Kämpfen die starken Höhenstellungen südlich und süd⸗ östlich von Lazarevac.

Deutsche Truppen trieben den Feind über Arang⸗ l zurück. In Topola und auf den Höhen östlich davon

ehen österreichisch⸗ungarische Kräfte im Gefecht.

Die beiderseits der Morava vordringende deutsche Armee bemächtigte sich der Höhen nördlich Naca des Ortes Mar⸗ kovac und weiterer serbischer Stellungen südöstlich von Petro⸗ vac.

Das Gebirgsland an der Donauschleife östlich der Klissura⸗Enge ist zum größten Teil vom Feinde gesäubert. Es wurden hier drei von den Serben verlassene Geschütze einge⸗ bracht, darunter ein schweres.

ö Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Höfer, Feldmarschalleutnant.

g Ereignisse zur See.

Am 24. Oktober, nachmittags, suchte ein italienischer Flieger die Stadt Triest mit Bomben heim, wobei er, ohne einen Materialschaden anzurichten. drei Einwohner tötete und mehrere verwundete. Der Besuch wurde wenige Stunden später durch unsere Marineflieger in Venedig erwidert, wo sie von 1211 Uhr nachts bis 1 Uhr früh in rascher Folge Arsenal, elektrische Zentrale, den Bahnhof, einige Festungswerke und andere militärische Baulichkeiten ausgiebig und erfolgreich mit Bomben mittleren und schwersten Kalibers belegten und zahl⸗ reiche Brände verursachten. Am nächsten Morgen um 8 Uhr griff ein Seeflugzeuggeschwader neuerdings Venedig an, wo noch ein vom nächtlichen Bombardement herrührender Brand emporloderte. Außer den früher aufgezählten Gebäuden wurden diesmal auch Flugzeughalle und Kriegs fahrzeuge er lolgreich bombardiert. Schwächliche Versuche zweier feind licher Flieger, unsere Aktionen zu stören, wurden durch unser Ge wehrseuer in kürzester Zeit vereitelt. Bei beiden Unternehmungen wurden unsere Flieger von starker Artillerie heftig, aber ganz er⸗ solglos beschossen. Alle kehrten unversehrt zurück.

Flottenkommando.

Der Heldenkampf in der Champagne.

Der schwäbische Dichter August Reiff in Stuttgart erhielt auf ein den Helden in der Champagne, im Artois und in Flandern gewidmetes Gedicht von dem Generalobersten von Einem ein Schreiben, in dem es heißt:

Empfangen Sie meinen wärmsten Dank für Ihre markigen Verse und für Ihr treues Gedenken an uns hier in der blutgetränkten Champagne, wo mehr Blut geflossen ist(französisches und deutsches), als an irgend einer anderen Stelle französischen Gebiets. Sie haben es geschildert wie es war, den furchtbar ringenden Kampf, der in der Kriegsgeschichte einmal die höchste Bewunde rung finden wird. Während ich diese Zeilen schreibe, brüllen wieder die Kanonen. Für uns heißt es immer moch standhalten. Wir werden es tun mit festem Willen, starkem Herzen, um der Liebe willen zu unserem teuren Vaterland.

Die Räumung von Minsk.

T. U. Stockholm, 26. Okt. Auf Besehl des Generalstabschef Alexejew soll die Räumung von Minsk nunmehr bis Donnerstag

beendet sein. Die dort befindliche Direktion der Libau-Romny⸗ Bahn ist bereits nach Moskau verlegt worden. Das Minsker Adels-Marschallamt wurde ebenfalls bereits geräumt. Den in

Minsk noch arbeitenden Fabriken wurde von der Militärbehörde

eine zehntägige Frist eingeräumt, die Stadt zu verlassen. Für Flüchtlinge werden täglich 10 Züge bereitgestellt. Griechenland leistet Widerstand. Die Antwort Griechenlands. T. U. Athen, 26. Okt. Der englische Gesandte überreichte en der eigenwilligen Inter⸗

mit dem Abbruch der freund schaftlichen Bezieh⸗ ungen gedroht wird. Der griechische Staatssekretär Caratma überreichte dem englischen Gesandten nun die Antwortnote der griechischen Regierung, welche feststellt, die Entente m verstehe die Politik Griechenlands. Griechenland sei gewillt, unter allen Umständen den Landfrieden zu sichern. Die bul⸗ garische Regierung habe bereits wegen der willkürlichen Truppen⸗ landung der Entente Protest erhoben und in einer Note be⸗ tont, daß, insofern die gegen Bulgarien gerichteten Kriegs⸗ operationen von griechischem Gebiet ausgehen, Bulgarien bei der Zurückdrängung der feindlichen Ententetruppen gegen ihren Landungsplatz die Verfolgung unbedingt bis zum

die Grunde der

Entscheidung sehe sich Entente⸗

pen griechisches Gebiet betreten und dort herbeigeführt werden müßte. Aus diesem Griechenland genötigt, gegen die Truppenlandung mächte neuerlich Verwahrung einzulegen.

8

T. Uu. Budapest, 26. Okt. Nach einer weiteren Meldung aus Athen halten dortige politische Kreise die Lage für äußer st kritisch. Der Inhalt der Antwortnote an die Entente findet allgemeine Zustimmung. Nur einige Blätter meinen, die Stellungnahme der Regierung könnte gefährliche Jolgen haben. Die Gesandten der Entente hätten namentlich betont, daß die Ententetruppen nicht zurückgezogen, die Landung so⸗ gar trotz der Drohungen fortgesetzt werden würden.

Briefkasten.

Wir haben am 1. Oktober deshalb keine Fahr⸗ mit einer baldigen Aenderung Fahrplanheftchen dann wieder

W.⸗Wißmar. pläne herausgegeben, weil damals gerechnet werden mußte und das wertlos geworden wäre.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen. Verlag von Krumm& Cie., Gießen. Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

VBereinskalender.

Sonntag, 31. Oktober. Altenbuseck. Volksverein. Nachmittags 3 Uhr: sammlung im Lokale von Wwe. Becker. Wichtige Tagesordnung.!

Versorgung der Bevölkerung mit Kartoffeln.

Diejenigen Einwohner, die sich mit Speisekartoffeln noch nicht versorgt haben und ihren Bedarf durch Vermittelung der Stadtver⸗ waltung decken wollen, werden hiermit ersucht, ihren Bedarf an guten Speisekartoffeln bis spätestens Freitag, den 29. Oktober 1915, nachmittags 6 Uhr bei den zuständigen Brotmarkenausgabestellen mündlich oder schriftlich auzumelden. Die Ausgabestellen sind zu diesem Zwecke Mittwoch, den 27., Donnerstag, den 28. und Freitag, den 29. Oktober von 812 und 26 Uhr geöffnet.

Der Anmeldende ist zur Abnahme der angemeldeten Menge verpflichtet. Die Abgabe erfolgt zum Selbstkostenpreis der Stadt.

Gießen, den 25. Oktober 1915..

Der Oberbürgermeister. Keller.

Bekanntmachung.

Nach Beschluß des Schulvorstandes soll der Unterricht in der allgemeinen Fortbildungsschule am 2. November ds. Is. beginnen. Es werden deshalb alle Knaben, die während der drei letzten Jahre aus der N zu Gießen entlassen wurden, sowie die Schüler aller höheren Schiken, die nach Ablauf des achten Schuljahres austreten, ohne mindestens ein Jahr der Obertertia angehört haben, aufgefordert

zu

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Mittwoch und Donnerstag frisch eintreffend:

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Ende durchführen werde, ungeachtet, ob bulgarische Trup⸗

Ver⸗

Dienstag, den 2. November, nachmittags 2 1 im Schulhaus der Stadtknabenschule Westanlage pünktlich zu erscheinen, um Stundenplan und andere Mittei un entgegen zu nehmen. Auch alle diejenigen Schüler aus ande Gemeinden, die hier in Gießen wohnen also polizeilich meldet und der hiesigen Fortbildungsschule überwiesen worden haben ebenfalls an genanntem Tage zu erscheinen 1 1 Alle anderen auswärtigen Fortbildungsschulpflichtigen jedoch, die täglich in ihren Heimatsort zurückkehren, werden wegen Mangel an Platz und Lehrkräften in die hiesige Fortbildungsschuls nicht aufgenommen. 8 0 Gießen, den 23. Oktober 1915. Der Schulvorstand. Keller.

Danksagung.

Für die vielen Beweise herzlicher Teinnahme sowie für die reichen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unseres teueren entschlafenen Gatten und Vaters

lachten Aliglist Lautz

sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Gleiberg, den 26. Oktober 1915. 6 l Frau Karoline Lautz Wwe.

nebst Kinder.

Gießener

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Donnerstag, den 28. Oktober, abend 8 Uhr

in der Aula des Gymnasiums 1 Eingang: Bismarckstr.. Tagesordnung: 1. Satzungen, 2. Vortrag d 3. Verschiedenes 1

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Es wird gebeten, Tellerchen und Löffel mitzubringen.

demeinnützige Baugenossenschaft. Giessen, E. G. m. b. I.

Donnerstag, 4. November 1915, abends 8 Uhr im Hotel Schütz 195 f Tages-Ordnung: l. Geschäfts- und Kassenbericht 2. Geländeerwerb, 3. Verschiedenes. i

Um vollzähliges Erscheinen unserer Mitgliede? Wird gebeten. f

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