Ausgabe 
23.10.1915
 
Einzelbild herunterladen

7

18 betteln um die Reste der Soldatenmahlzeit.

Organ für die Interessen des werktätigen Volles der Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

Die Oberbessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in

Zießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich

v Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk.

5 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraßße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008.

Inserate kosten die 6 mal gespalt. Kolonelzeile oder deren Raum 15 Pfg. Bei größeren Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man bis abends 7 Uhr für die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.

Nr. 249

Gießen, Samstag, den 23. Oktober 1915

10. Jahrgang

Lebensnit

Wo soll das hinaus?

Zum Lebensmittelwucher.

Wenn die Mächte des Vierverbandes die gerissensten ihrer Penten mit dem Auftrage nach Deutschland geschickt hätten das Tußerste zu versuchen, um die Einmütigkeit des deutschen Alkes als die stärkste Wurzel seiner Kraft zu spreng en% heten diese nichts Wirksameres anstiften können als die heuti⸗ en Zustände in unserer Volksernährung. f findlichen Staaten haben in Wirklichkeit keinen be sse⸗ in Verbündeten als jene Produzenten- und Händlerkreise zh unserem Lande, die heute ihre Besitzübermacht zu einer wahr⸗ ft empörenden Auswucherung des eigenen solkes ausnützen. Es ist natürlich falsch. wenn man, schon nicht mehr vereinzelt, der Tat den Verdacht hegt, daß hinter dem Lebensmittelwucher d Einfluß des feindlichen Auslandes stecke, daß etwa eine Gruppe usländischer Kapitalisten die Hand im Spiele habe und durch Auf⸗ umdung großer Geldmittel alle Maßnahmen der deutschen Be heden wirkungslos mache. Aber es kennzeichnet die Gemein- ährlichkeit des gegenwärtigen Wuchers furchtbarer als die flärfsten Kraftworte, daß ein solcher Verdacht überhaupt und trotz trier augenscheinlichen Unrichtigkeit aufkommen und um sich zifen kann. Das Ausland kann man für die Teuerung nur in ingem Grade verantwortlich machen. Was Deutschland an . ensmitteln verbraucht, erzeugt es zu reichlich vier Fünfteln auf nem eigenen Boden, das Ausland liefert uns nur so geringe engen an Nahrungsmitteln, daß die Preisbildung dadurch nur ig wenig beeinflußt werden kann. Wo uns das Ausland für shrungsmittel Wucherpreise abnimmt, sind diese nur durch den 9. landswucher möglich geworden.

*

Die

Man braucht heute keine Zahlen mehr zu nennen, um zu zeigen,

ö 68 die Teuerung einen gefährlichen Grad erreicht hat. Alle Be⸗ siechtungen, die man früher in dieser Hinsicht hegte und äußerte, id weit, weit übertroffen. Es ist zumeist so, daß ein Uebel erst emen Gipfel erreichen muß, ehe man die Kraft aufbringt, ihm zu ulhren. Diesen Gipfel hat die Teuerung nun wohl hoffentlich er⸗ leicht, sie ist gegenwärtig so unerträglich, daß ohne längeres Zumen zugegriffen werden muß, wenn man die Katastrophe ver⸗ ü dern will. Millionen von Arbeiterfamilien kennen heute in hem Haushalt weder Butter, noch Schmalz, noch Eier, sie können l selbst Margarine nur noch in Arzneimengen leisten. Gemüse sd zu seltenen Feiertagsgerichten geworden. Das Brot der küegszeit und allerhand fragwürdig Frucht⸗ und Beeren⸗ lüparate bilden heute für die überwältigende Mehrheit der besitz⸗ been Klassen den Hauptbestandteil der Nahrung. Vor den Toren ie Kasernenküchen drängen sich Frauen, alte Männer und Kinder 5 Unter den Kin- ben sieht man vom Hunger gezeichnete Gesichter, bei deren An⸗ lik einen der Menschheit ganzer Jammer packt. Kurz: die Zu⸗ firide sind heute so, daß es zu einer menschlichen und na⸗ sseonalen Pflicht wird, zu reden, selbst wenn man dabei die 15 willig geübte Rücksicht auf das feindliche Ausland n ß.

Man mag es beklagen, wenn das Ausland aus der Schilderung e, Elends unserer gegenwärtigen Volksernährung Schlüsse zieht,

16 uns unangenehm und schädlich sind. Aber es ist nicht darüber i streiten, daß die Verantwortung dafür auf jene Kreise fällt, die er Lebensmittelwucher zu verantworten haben. Man kann nicht langen, daß sich das Volk eine solche Mißhandlung auf die

dauer gefallen lasse. Zeder, der auch nur die geringste Fühlung

den Volksmassen hat, weiß, daß jedes andere Uebel kleiner ist die Folgen, die bei der Fortdauer der heutigen Zustände ein⸗ aten müßten. Man scheint von der Gärung im Volke keine mung zu haben, man scheint nicht zu wissen, wie hier jedes an⸗ eie Interesse von der Erbitterung über den Wucher in den zntergrund gedrängt wird. Hätten die Regierungen, Kenntnis en diesen Strömungen, so wäxre es nicht denkbar, daß man sich get immer noch scheut, mit schnellem und festem Griff, in das Espennest der Wucherer zu fahren. Darum muß man heute aus⸗ biechen, was ist. Stellen sich darob im Auslande für uns uner⸗ zunschte Wirkungen ein, so wolle man sich an die wirklich Schul⸗ sten halten. Das sind freilich Kreise, die sich vor dem Arigge als

i allertreuesten Vaterlandsfreunde gaben, die heute in Patrio⸗ mus glänzen und die nach dem Kriege nicht verfehlen werden, it arbeitenden Klassen des Mangels an nationaler Gesinnung zu edächtigen. Und es sollte uns nicht wundern, wem diese selben

eue die jetzt die allerschwerste Bedrängnis über Land und Volk

1 aben bekanntlich nicht bloß Sozialdemokraten

ungen, denen Schädigung des nationalen Interesses vorwerfen, 5 zu ihrem gemeingefährlichen Treiben nicht länger schwelgen enen. Die Regierungen erklären, daß si tedlichsten Willen haben, 1 0.daß sie den redlichsten 1 0 en Wucher zu wehren, daß aber die Verhältnisse stärker wären als N hie Bemühungen. Wäre dem so, daß gegen die Wucherwirtschaft berhaupt kein Kraut gewachsen sei, so wäre die logische Schluß⸗ gerung für die Verteidiger des kapitalistischen Wirtschafts⸗ biems einfach vernichtend. Denn wir ständen dann. don diesen Prinzip der sozialen Organisation, in 15 515 ondung Deutschland sei it voraus ist, hat das chland seinen Gegnern weit 110. zige unseres Landes in diesem Kriege überhaupt erst ermögli 1125 0 bie seine sozialpolitische bung, seine wirtschaftlichen Ar. basationen, seine auf dem Wege zum Sozialismus liegende Ein. i Verteilung wichtiger Konsummittel 1 5 h e eee. feindlichen Uebermacht a. gewesen, dem Drucke der feindlich 1 ungezügelte Deutschlands das Ver⸗

auer zu widerstehen: was heute seine Kraft

110 eine unmittelbare ieh Gefahr Bartelt, ist der ae ede dauszel des kapftalisischen Seeds 215 lag in der Anwendung sozialistischer Grundsätze, ben draht ihm von den kapitalistischen Interessen. Kapitalismus kennt keine Interessen. die seinen

5

aijgenen

opfern;

voraufgehen dürften; was außer ihm sein Recht behauptet, läßt ihn im innersten Wesen kalt ganz gleich, ob es Menschlichkeit, Sitte oder Vaterland heißt. So geht der Kapitalismus auch heute rück⸗ sichtslos seinen Weg; das Volk hungert, das Land ist in den Grund⸗ festen seiner Kraft bedroht es kümmert ihn nicht, der Wucher geht weiter.

Die Dinge sind jetzt so weit gediehen, daß man selbst in den Kreisen der Großindustriellen nach Abhilfe ruft. Die Deutsche Ar⸗ beitgeber⸗Zeitung vom 17. Oktober berichtet, daß ihr zahlreiche Zu schriften aus Arbeitgeberkreisen zeigten, wie groß dieEmpörung über den herrschenden Unfug auch dort sei. Es stimmt zwar nicht ganz, wenn sie meint, daßauch hier wieder die industriellen Unternehmer und die Arbeiterschaft die größten Lasten zu tragen hätten; denn ein guter Teil der industriellen Unternehmer kassierie aus seinen Lieferungen für den Heeresbedarf ganz respektable Ge⸗ winne ein; soweit sie jedoch von den Lasten der Arbeiterschaft spricht, hat sie vollständig Recht, zumal auch die Forderungen der Arbeiter nach Teuerungszulagen entweder wie zum Beispiel im Baugewerbe kategorisch zurückgewiesen werden oder eine ganz unzulängliche Erfüllung finden. Ein rheinischer Groß⸗ industrieller fordert Verkaufsgwang fr die landwirtschaft⸗ lichen Produkte zu einem Preise, den besonders zusammengesetzte Körperschaften auf Grund der Gestehungskosten festlegen sollen; seine Forderungen sind stark sozialistisch, worüber er sich aber nicht im mindesten beunruhigt.

Der in einer solchen Zwangsmaßregel liegende sozia⸗ listische Grund satz, schreibt er,wird durch den Krieg ge rechtfertigt, der ja auch auf anderen Verkehrs⸗ und Lebensgebieten zu weitgehenden Eingriffen der Heeresbehörden geführt hat. Nirgendwo aber ist dieser Eingriff gerechtfertigter als im Nahr⸗ ungsmittelzweig, wo die Händler alles verdorben haben, indem sie schon den Landwirten höhere Preise boten als diese selbst ver⸗ langten odeyx erwarteten. Eine Erscheinung, die namentlich ange⸗ sichts der glänzenden Ernte an Obst, Gemüse, Kartoffeln ganz un⸗ erträglich ist. Sozialpolitische Folgerungen daraus zu ziehen, kann man ruhig den sozialdemokratischen Kreisen überlassen, die das ja auch schon redlich besorgen.

Der gleiche Großindustrielle verrät denn auch den Grund, der ihn zur Erhebung seiner Forderungen bestimmt: die Rücksicht auf die Löhne. Zwar liegt es ihm fern, die Löhne der Teuerung wegen zu erhöhen, er befürchtet nur, daß man die etwa gewährten Teuerungszulagen nach dem Kriege nicht wieder ab⸗ ziehen kann. In Wahrheit steht aber die Sache so, daß jetzt auch die Unternehmer das Feuer auf den Nägeln fühlen. Denn es ist selbst⸗ verständlich, daß die Arbeiter, wenn der Teuerung nicht gewehrt wird, einen Ausgleich dafür suchen müssen. Wir haben bisher in Deutschland unter dem Kriegszustande keine Arbeitseinstellungen gehabt, die wenigen und ganz kurzen Konflikte, die während des letzten Jahres vorkamen, zählen dabei gar nicht mit. Die Gewerk⸗ schaften haben den in den ersten Kriegstagen gefaßten Beschluß, die bestehenden Streiks einzustellen und neue nicht zu beginnen, bisher durchführen können, obwohl es durchaus nicht leicht war. Aber darüber täusche man sich nicht: unter den gegenwärtigen Zuständen wird es täglich schwerer, den wirtschaftlichen Burgfrieden zu wahren und es ist vorauszusehen, daß es bald unmöglich sein wird. Denn ein Burgfrieden dieser Art, wo die Arbeiterschaft mit ge⸗ duldigem Schweigen zusehen soll, wie das Wucherkapital Lebensinteressen frivol vergewaltigt, ist undenkbar, jedenfalls haben die Organisationen weder Neigung noch Beruf, sich für ihn einzusetzen. Bleibts bei der Teuerung, so werden wir eines Tages große Streiks im Lande haben, Ausbrüche der Verzweiflung, in die der Kebensmittelwucher die Massen hineintreibt.

Die Eingabe der Parteivorstandes und der Generalkommission ist bei dieser Lage der Dinge eine letzte und hochernste Mahnung.

1 0

Druck auf Griechenland. Der Pariser Korrespondent des Genfer Journals erhielt die Information, daß das britische Kabinett am 10. Oktober

in Bukarest und Athen einen bedeutsamen Schritt unter⸗ nommen habe. Während er in Bukarest keinen drohenden Charakter hatte, wurde in Athen eine sehr energische Sprache geführt. Man gab der Athener Regierung eine kurze Frist, ihre bestimmte Absicht kundzugeben, und ließ durchblicken, daß, wenn der griechisch-serbische Vertrag nicht erfüllt würde. diese Haltung üble Folgen für die Beziehungen des Vierver⸗ bandes zu Griechenland haben könnte. Vorläufig finden die Landungen noch unter der Garantie der von Veniselos ge machten Versprechungen statt und kraft des serbisch⸗griechi⸗ schen Vertrages, der Serbien für den Warentransport ein bestimmtes Gebiet in Salonik einräumt. England will aber präzise Garantien, um den Nachschub der Expedition zu sichern.

T. U. Amsterdam, 21. Okt. Auch Daily Telegraph er⸗ fährt aus maßgebender Quelle, die englische Regierung habe Griechenland offiziell Cypern ange boten, wenn Griechenland sich sofort an die Seite der Verbündeten stellt.

Kein Durchmarsch russischer Truppen durch

NMumänien.

T. U. Bukarest, 21. Okt. Die hiesigen Blätter melden, der rumänische Gesandte in Rom, Ghika, erklärte römischen Journalisten gegenüber, die Lage Rumäniens gestatte nicht den Durchmarsch russischer Truppen. Rumänien müßte nach zwei Fronten, und zwar gegen Ungarn und gegen Bulgarien kämpfen. Selbst eine russische Armee könnte Rumänien in

ihre

hucherer Helfershelfer der Feindt!

diesem Falle nicht besonderen Schutz bieten. Rumänien sei

daher genötigt, sich dem russischen Wunsche zu widersetzen.

In Regierungskreisen wurde diese Aeußerung mit Befrem⸗ den aufgenommen.

Die sranjösi iche Balkankrise.

Unser französischer Korrespondent schreibt uns vom 14. Oktober:

Es wird nicht viel Leute in- und außerhalb Frankreichs geben,

die die treibenden Ursachen der französischen Balkankrise heraus⸗

finden werden, die nach einigen bewegten Zwisch nfällen zur De⸗

5 un neu angefüllten, im

itzung geführt haben.

en Deutschland eine

und wenige Politiker geben, die aus

gen und zukünftigen Abkehr, oder wenigstens auf den politikbis ans Ende schließen

J 1 Mini eußern, auf eine Anfang einer Abkehr der Krit werden.

Die Wirklichkeit i

Wir erinne denz über die tradition haben. Das Bündu

Frankreichs 8.

ud sollte Frankreich vor einem deutschen Augrifs schützen. Delcasse war vielleicht der erste Minister des Aeußern, der erkannte, zu welcher Vasalleurolle diese Politik Frankreich führt. Jedenfalls war er der erste Minister des Aeußern, der Frankreich von dieserPolitik a 4a suite zu emanzi⸗ pieren suchte. Um sich mit Deutschland zu verständigen? Nein, keineswegs. Delcassé ist ein von Nationalstolz geblähter Franzose und seine Fanfarenmanieren waren es, die Jaurés stets frritierten. Was Delcassé wollte, war an Stelle der Russe üÜpolitik eine fraugösische Natlonalpolitik zu setzen und deshalb, die Politik seiner Vorgänger umwerfend, verständigte er sich mit Eng⸗ land. Statt der Russenpolitik die westeuropäische Politik. Am Ende dieser Politik wäre unvermeidlich die Verständigung mit Deutschland gewesen, wenn die deutsche Diplomatie nicht die Spitze dieser westeuropäischen Politik gegen Deutschland gelenkt hätte, als sie die Marokkokrise hervorrief.(2 Red.) Man erinnere sich schließlich, daß Deleasse wenige Monate vor dem Ausbruch des euro⸗ päischen Krieges seine Demission als französischer Botschafter in Petersburg gegeben hat wie er gestern seine Demission als Mi⸗ nister des Aeußern gab und man wird der Wahrheit auf der Spur sein.

Um was handelt es sich in Wahrheit? Die Sperrung der Dardanellen, die für Rußland unerträglich war, ließ England im Grunde kalt. Was dieses kümmerte und was in einer Depesche vom 7. August 1914, die Grey dem englischen Botschafter in Kon⸗ stantinopel schickte, bereits mit unzweideutiger Klarheit zutage tritt, ist die Sorge um Aegypten und also den Suezkanal. Die Einfahrt in den Dardanellen der deutschen KriegsschiffeGöben und Breslau datiert vom 10. August, die Schließung der Dardanellen vom 3. Oktober; aber noch am 11. Oktober telegraphierte Greiz dem englischen Botschafter in Konstantinopel:. Ich bin völlig Ihrer Ansicht, daß die Regierung Sr. Majestät(England) vermeiden müßte, die Türkei zu verletzen, selbst wit einem plausiblen Grund. Erst als die engli Regierung eine von der Türkei unterstützte und organisierte Empörung in Aegypten entderkt hatte, entschloß sie sich zum Bruch. Auf die Versicherung ihres türkischen Bot⸗ schafters, daß es der Türkei an Kohlen, Munition und Geld mangle, vertrauend, versuchte die englische Regierung die Dardanellen zu forzieren. Diese Politik allein hat Deleassé sekundiert.

Für Rußland handelte es sich jedoch nicht um ein Ablenkungs⸗ manöver eines türkischen Angriffs auf Aegypten und den Suez⸗ kanal, sondern um Konstantinopel. Rußland versuchte also die englisch-⸗französische Diplomatie zu veranlassen, die Balkanvölker gegen die Türkei und seine Verbündeten in Bewegung zu setzen. Deleasse verfolgte dagegen seine westeuropäische Politik. Durch die Aussicht, aus der Adria ein geschlossenes italienisches Meer zu machen was keineswegs im Interesse Serbiens, und also Rußlands, liegt vermochte ex es, Italien zum Kriege zu verleiten. Wenn Rußland nachgab, so nur, weil es die Aussicht hatte, über Konstantinopel eine direkte Verbindung mit dem Mittelmeer zu haben. Mit dem Eintritt Italiens in den Krieg fiel eigentlich schon die von Rußland profektierte Koalition der Balkan⸗ völker gegen die Türkei und Oesterreich-Ungarn. Griechenland war mißtrauisch gemacht gegen Italien. Serbiens Ambitionen waren FItalien geopfert und es war also wenig disponiert, noch Mazedonien zu opfern. Daß Bulgarien und Rumänien wenig be⸗ geistert waren, in den Krieg zu ziehen, damit Rußland sich am Goldenen Horn sestsetze, ist natürlich. Wenn noch Rußland bereit gewesen wäre, durch eine sofortige Abtretung von Bessarabien an Rumänien einen rumänisch-bulgarischen A leich wegen der Dobrudscha zu ermöglichen! Aber dazu war Rußland nicht; zu haben. Es war nicht einmal freigebig mit dem, was ihm nicht ge⸗ hörte und wollte nichts von einem Abtreten von Czernowitz an Rumänien wissen. England griff in den Beutel und erreichte damit einewohlwollende Neutralität Rumäniens. 8 war alles

Der bulgarisch⸗türkische Vertrag, Offensive gegen Serbien, die man bis zur letzten behandelte, haben Frankreich und England vor die sache gestellt, entweder den Serben 500 000 Maun zu 8 oder eine definitive Niederlage Rußlands auf dem B stecken. Die Wahl des Heren Delcassé konnte uicht Für ihn kommt Frankreich zue rst. 1 5 500 000 Mann, d. h. das Aufgeben der Offensive in Frankreich. Die Engländer, die nach Aegypten schielen, schwankten unschlüssig hin und her. In den sonstigen maßgebenden politischen Kreisen Frankreichs wir präzisieren absichtlich nicht war man für die Fortsetzung der traditionellen Politik, die wir kurz Russenpolitik nennen. Deshalb ging Herr Delcassé.

1

Olle Die

zu schicken. kan einzu⸗