Ausgabe 
22.10.1915
 
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Der österveichisch ungarische Tages bericht

Die Einnahme von Sabae.

Wien, 21. Oktbr.(W. T. B.) Amtlich wird verlautbart, 21. Oktober 1915. 8

Rullischer Kriegs schauplatz..

Westlich und südwestlich von Czartorist wurde auch gestern den ganzen Tag über heftig gekämpft. 5

Südöstlich von Kulikowice wehrten österreichisch⸗ungarische und deutsche Truppen starke russische Angriffe ab. In den gestrigen Kämpfen am Styr wurden 1300 Gefangene und 3 Maschinen⸗ gewehre eingebracht. Bei Nowo⸗Aleksiviece wurde heute früh ein Vorstoß des Gegners vereitelt. Sonst nichts Neues.

Italienischer Kriegsschauplatz.

An der ganzen Sübwestfront sind Kämpfe großen Stils im Gange. der Italiener an unseren festen Stellungen zusammen. So schlugen unsere Truppen auf der Hochfläche von Vilgereuth in der vorver⸗

gangenen Nacht sechs Angriffe ab und wiesen gestern tagsüber den anstürmenden Feind breimal ab. Das gleiche Schicksal hatte dort

ein heute nacht mit sehr starken Kräften geführter Angriff des Jeindes. Auch in den Dolomiten sind neue italienische Angrisse am Col di Lang, am Monte Siey und bei der Grenzbrücke südöstlich Schluderbach abgewiesen worden. Der Feind, der sich in diesem Gebiete schon tagelang abmüht, kounte nirgends auch nur den geringsten Erfolg erzielen. Am Karnischen Kamm wurde westlich des Wolayer⸗Sees ein Angriff italienischer Alpentruppen zurück⸗ geschlagen. zm Küsten lande hat sich das feindliche Artillerie⸗ feuer zu größter Heftigkeit gesteigert und hielt tagsüber gegen die ganze Isonzofront an. Annäherungsversuche feindlicher Infanterie und technischer Truppen scheiterten in unserem Infanterie- und

Maschinengewehrfeuer.

Südöstlicher Kriegsschauplatz.

Unsere Truppen rückten in Sabae ein. Die Ebene der Macva ist vom Feinde gesäubert. Die Armee des Generals der Infanterie von Köveß und die beiderseits der Morava vorgehenden deutschen Streitkräfte dringen in engem Zusammen⸗ schluß immer tieser in das serbische Gebiet vor.

. Von den österreichisch⸗ungarischen Truppen des Generals von Köveß rückte die westliche Kraftgruppe auf den Höhen der Kolubara bis in das Mündungsgelände der Turiia vor, indessen die östliche südlich von Grocka unter Kampf die Ralja⸗Niederung überschritt.

g Die Bulgaren gewannen zwischen Zajecar und

KAnjazevae das Timo tal und näherten sich östlich von Pirot den Ostwerken auf Geschützertrag. Eine ihrer Armeen erkämpfte sich

gestern mit den Vortruppen den Austritt in das Becken von Kuma⸗

nowo und in das Wardartal. Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von Söller. Feldmarschalleutnant.

Bulgarischer Bericht. Große Beute bei Vranja. Ovtsche Polje in bulgarischen Händen.

Sofia, 20. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht über die gestrigen Operationen:

Unsere im Timoktale Schritt für Schritt vordringenden Truppen stehen schon vor Negotin, wo sie die Serben zurückgeschlagen haben. Diese flohen, von Panik ergriffen, und ließen einen Offizier, 50 Mann als Gefangene und einen Offizier, 150 Mann tot im Timoktale zurück. Unsere Truppen erreichten die Linie Tscherni Vrh und Wetren-(500) Petru schitza⸗Grasischkatfcouka(907)- Gredvaglava(893)- Tachoi nitza(795) Dorf Viberci, 5 oder 6 Kilometer östlich Kina zevac⸗Jassen(800) und Gabar(875). Bei Pirot nahmen un sere Truppen nach einem erbitterten Kampfe sehr wichtige strategische Punkte ein. Auf dem Vidlie Planina bei Vranja setzten sich unsere Truppen fest und säuberten das Tal der bul garischen Morawa in einer Ausdehnung von 21 Kilometern nach Norden und Nordosten hin,

Die Beute von Vranja ist noch nicht gezählt. Man weiß nur, daß sie unter anderem zwei Millionen Patro nen des Systems Berdan einbegreift, ferner Tabak für eine Million Frances. Auf dem Bahnhof von Bojanowitz fand man ungefähr eine Million Kilogramm Heu. Unsere über Egri

Palanka vordringenden Truppen griffen eine starke Stellung an und schlugen die Serben zurück, die wir in Eile auf Ku manowo verfolgen. Im Tal der Bregalnitza schreitet unsere Offensive mit blitzartiger Schnelligkeit vorwärts. Das ganze Tal, ebenso die Ebene von Oytsche Polje, ist in unseren Hän den, auch schon die Städte Kotschana, Radowischte, Tipkilisse und Nikrstowo. Unsere Kavallerie, die die auf dem Rückzuge befindlichen Serben verfolgte, erreichte sie bei Kisseli und zer streute sie vollständig. Ungefähr 2000 Serben wurden zu Gefangenen gemacht, andere konnten nur dank der Dunkelheit der Nacht entweichen. Die Bevölkerung in dem von dem

serbischen Joche befreiten Gebiete nimmt unsere Truppen mit unbeschreiblicher Begeisterung auf. Ueberall bedeckt man un sere als Befreier wiederkehrenden und lang ersehnten Sol daten mit Blumen. Sie sind der Gegenstand von begeistertsten Kundgebungen.

Einstellung des Vormarsches der Ententetruppen nach Serbien?

T. IU. Paris, 21. Okt. Hiesige Blätter erhalten aus Saloniki die Bestätigung, daß infolge der Besetzung von Vranja durch die Bulgaren und die damit zusammenhängende Sperre der Eisenbahnlinie Nisch Saloniki der Vormarsch des Expeditionskorps nach Serbien eingestellt worden sei.

Die Blockade der bulgarischen Küste.

T. U. Sofia, 21. Okt. Die Blockade gegen Bulgarien begann gestern. Eine diesbezügliche Verfügung der französischen Admirali tät wurde von dem Admiral Gauliot auf derJeanne d'Arc unter schrieben. Binnen kürzester Frist müssen alle neutralen Schiffe die bulgarischen Häfen im Aegäischen Meer verlassen.

Eine Katastrophe?

Der bekannte schwedische Reichstagsabgeordnete und Historiker Professor Rudolf Kjellen schreibt, daß die Un- ruhe der Ententemächte auf Bulgariens Eingreifen hin den Charakter hoffnungsloser Verwir- rung anzunehmen scheint, und daß es das definitive Indie luftfliegen der Wagschale für die acht Alliierten bedeutet. Es ist die Katastrophe, die in dem gigantischen Schau⸗ spiel naht.

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Genf, 21. Okt. Meldungen Pariser Blätter sprechen von der bevorstehenden Räumung Nischs und der Kon⸗ entrierung der serbischen Kräfte im Westen. Eine entscheidende

ntervention der französisch-englischen Streitkräfte sei im Brega Iitzatal zu erwarten.

In Tirol brachen gestern zahlreiche starke Angriffe

Zahlreiche türkische Abteilungen, von starker Artillerie unterstützt, sollen sich längs der bulgarisch-griechischen

Grenze im Anmarsch gegen Serbien befinden. Rußland und Bulgarien.

Sofia, 21. Okt. Von militärischer Seite wird mitgeteilt, daß der Angriffsplan Rußlands noch in Dunkel gehüllt sei. Der ur⸗ sprüngliche Plan Rußlands, nach dem Bombardement von Warna dort eine Truppenlandung vorzunehmen, sei verschoben worden. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die russischen Schiffe aus Angst vor den Unterseebooten flüchteten. Die russische Flottte verschwand, wie man von Warna aus beobachten konnte, in nordöstlicher Richtung. Vom Hafen Vasiliko aus wurden gestern früh drei russische Panzerkreuzer gesichtet, die, von Norden kommend, über eine halbe Stunde dort manövrierten und dann in nördlicher Richtung zurückkehrten. Es ist anzunehmen, daß Rußland seine Aktion erst dann beginnen will, wenn die Ententetruppen starke Kräfte der bulgarischen Armee binden und dadurch der Küstenschutz schwächer wird.

Die bulgarischen Häfen am Schwarzen Meer werden eiligst be⸗ festigt, wobei alle modernen Befestigungsmittel zur Anwendung gelangen. Zurzeit ruht die Aktion auf dem Schwarzen Meer und die russischen Schiffe erscheinen nicht mehr vor den bulgarischen Häfen..

Zwei weitere Truppendampfer versenkt.

Athen, 19. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Das Blatt Embros meldet, es verlaute gerüchtweise, daß zwei Trans⸗ portdampfer mit Truppen der Alliierten von einem U-Boot versenkt worden seien.

Schwere Explosionskatastrophe in Paris.

Die Agence Havas verbreitet folgende Meldungen:

Paris, 20. Okt. Eine heftige Explosion ereignete sich heute nachmittag in einer Fabrik an der Rue de Tolbiac. 8 gab zahlreiche Opfer. Der Präsident der Republik und der Minister des Innern haben sich an die Unglücksstelle begeben.

Paris, 21. Okt. Die Explosion in der Rue Tolbiac forderte etwa vierzig Opfer an Menschenleben. Außerdem würden zahlreiche Personen verletzt. Jede Böswilligkeit ist aus⸗ geschlossen. Die Explosion war so hestig, daß benachbarte Ge bäst⸗ lichkeiten einstürzten und alle Fensterscheiben des ganzen Viertels zerbrachen..

Nach Blättermeldungen wurden in der Fabrik Granaten

Nachruf.

Am 9. Oktober fiel auk dem Schlachtfelde in 2 Feindesland unser lieber Turngenosse 5

Karl Lautz

Grenadier im Garde-Alexander-Regiment Nr. 1

Lautz war stets ein tüchtiger, braver Kamerad, 5 dem wir ein ehrendes Andenken bewahren werden.

hergeste II. In den Werkstätten waren 200 Frauen. 115 5 Leute beschäftigt. Ein sechsstöckiges Nachbarhaus ist volltohmm zerstört worden. Andere Nachbarhäuser wurden schwer beschä Ein neues Explosionsunglück in Frankrei Zürich, 21. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Zürcher Zeitung meldet aus Genf: In der Munitio fabrik Chedde in Hochsavoyen ereignete sich eine Ex po sion, durch die mehrere Personen getötet wundet wurden. Einzelheiten schweigen bewahrt wird. Verantwortlicher Redakteur: F. ers erlag von Krumm& Cie., Gießen.

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Druck: Verlag

Bekanntmachung

Mahnung des 3. Zieles Gemeindesteuern und Kanalgebühren 7 für das Rechnungsjahr 1915. 3 Das im Mon

zu entrichten. treibung, wodurch Pfändungskosten entstehen.

treibungskosten erhoben werden.. Gießen, den 21. Oktober 1915.! 1 Der Stadtrechner. 5 7 85

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oder ver⸗ fehlen, da möglichst Still-

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Oitenbacher Abendblatt. G.. b. O., Offenbach g. N. 2*

at September ds. Is. fällig gewesene 3. Ziel Ge⸗ meindesteuern und Kanalgebühren kaun noch bis zum 13. November ds. Js., einschließlich ohne Kosten bezahlt werden. Diejenigen, die mit der Zahlung dieses Zieles noch im Rückstande sind, werden hler⸗ mit gemahnt, die Abgabe bis zum 13. November an die Stadtkasse Vom 15. November an gelangt das 3. Ziel zur Bei⸗ Ueberweisungen im Bankverkehr müssen am 19. November ds. Js. chenfalls bei der Stadtkasse gutgeschrieben sein, andernfalls die vorgeschriebenen Bei⸗

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verkauft werden von denjenigen Händlern, welche hie

Die festgesetzten Bedingungen sind in dem Verkau hängen; der Aushang muß mit meinem Dienstsiegel Diese Bestimmungen treten am 23. Okto

verwiesen. Gießen, den 21. Oktober 1915.

Der Oberbürgerme

Salonik wurde von einem deutschen Flieger überflogen, der die Truppentransporte beobachtete.

Keller.

Verbindung mit der Bundesratsverordnung über die Errichtung von Preis⸗

Im Kieinverkauf darf im Gebiet der Stadt Gießen fürin Pfund Süßrahmbutter(Tafelbutter, Molkereibutter) kein höherer Preis als 2.40 Mk., für ein Pfund Landbutte

Ausländische Butter darf bei Abgabe im Kleinverkauf zu höherem Preise

erhalten und sich den von mir festgesetzten Verkaufsbedingungen unterwerfen.

Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden nach § 6 des eingangs erwähnten Höchstpreisgesetzes und 8 und§ 17 der gleichfalls oben erwähnten Bundesratsverordnung vom 25. September 1915 bestraft. Außerdem wird auf die Bus desratsverordnung zur Fernhaltung unzuverlässiger Personen vom Handel vom 23. Sept. 1915

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