Ausgabe 
20.10.1915
 
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einen Leitartikel, in dem mitgeteilt wird, daß ein Korrespon⸗

wortlicher Engländer an einer derartigen Besprechung teil⸗

nehmen zu können, müsse gezeigt werden, daß der gere ch te

Chwostow noch nicht Minister, als er Titulationen um sich warf.

ein Beschluß angenommen, in dem gesagt wird, daß es infolge des unbefriedigenden Ergebnisses des großen Aufrufs zur Rechtferti⸗ gung des Freiwilligensystems für die Gewerkschaften unmöglich sein werde, sich noch weiterhin der allgemeinen Dienstpflicht zu widersetzen.

England will keinen Frieden?

Reuter meldet aus London: Die Times veröffentlicht

dent, der vor kurzem aus Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn zurückgekehrt sei, folgendes berichtet: Hochgestellte Persönlich⸗ keiten hätten dort dem Korrespondenten wiederholt versichert, daß Mitglieder der englischen Regierung gegenüber bestimmten Personen, die sich in London aufge⸗ halten hätten, Friedensvorschläge gemacht hätten. Dies werde in hochgestellten deutschen Kreisen nicht allein erzählt, sondern auch geglaubt.

Zu dieser Meldung sagt die Times: Alle, die England kennen und sich der Stimmung bewußt seien, die jetzt das Volk beseele, würden diese Behauptung zu lächerlich finden, um eine Widerlegung für nötig zu halten. Nie; mand, der England kenne, werde auch nur einen Augen blick glauben, daß englische Minister oder irgend ein verant

nehmen können. Wenn jedoch eine derartige Verblendung in den Kreisen Hochgestellter herrsche, so könne diese Auf fassung nicht raschgenug zu nichte gemacht werden. Den Deutschen, die unwissend genug wären, um eine derartige Schwächung des Pflichtgefühls in England an⸗

Zorn eines entrüsteten Volkes stets von der Re⸗ gierung fordern werde, daß diejenigen, die sich auf solche Dinge eingelassen haben sollten und ebenso diejenigen, die aus irgend welchen Gründen derartige Dinge zu vertuschen oder die Schuldigen zu decken suchen würden, aus ihren ein⸗ flußreichen Stellungen verschwinden müssen. Alle Ge⸗ rüchte dieser Art seien vollständig u nbegründet. Das Volk von England und das gesamte britische Reich seien nun nochenergischerentschlossen, als zu der Zeit, wo Deultschland die belgische Grenze überschritten habe, einen Frieden nicht zu schließen, wenn er nicht bleibend sei und auf sicherer Grundlage das garan- tiere, wofür England in den Krieg gegangen sei.

Gut gebrüllt, englischer Löwe! Aber im Grunde ist's doch nur Maulaufreißen. Man kann auch anders.

Russische Nachrichten.

Folgende Nachrichten aus Rußland finden. wir allein in den Berliner Montag-Abendblättern und ein nicht unbeträchtlicher Teil dieser Nachrichten ist skandinavischen Blättern entnommen, die sich schon öfter als gut unterrichtet erwiesen haben. Also: Der neue Minister des Innern, Chostow, wird von dem Oberreaktionär Menschikow in der Nowoje Wremja als der würdige Nachfolger des unvergeßlichen Maklakow, als der berufene Diktator und als ein genauer Kenner aller heimlichen Fäden der Arbeiterbewegung und der revolutionären Strömun⸗ gen begrüßt; seine erste Anordnung wax die, daß ihm ausführ⸗ licher Bericht über die Wahlen der Arbeitervertreter in den

Munitionskomitees erstattet werde wahrscheinlich zum Zweck

ihrer Bespitzelung. Der Finanzminister Bark soll abgesägt werden, zumal ihn Chwostow in der Duma einen politischen Ignoranten und ministeriellen Schacherer genannt haben soll! Allerdings war mit diesen kollegialen

Ueber Moskau Stadt und Laud ist der Kriegs zustand erklärt, was ja wohl auch seinen Grund haben muß. Vielleicht denkt Väterchen mit Zittern und Zagen daran, wie vor einigen Jahren eine Bombe den Großfürsten Sergius zerriß, als er den Kremel verließ.

Der Höchstkommandierende der Nordfront hat nach der Zeitung Rietsch allen Hausbesitzern befohlen, unverzüglich bei der Polizei die in ihren Häusern wohnenden Offiziere und Soldaten anzu⸗ geben. Da muß also das Ausreißen von der Front in nicht zu knappem Umfang in die russischen Sitten eingezogen sein.

Das Gold ist so knapp daß man alle mit Meballen aus⸗ gezeichneten e um Rückgabe der Auszeichnungen bittet und Herr Bark, der von seiner, Pumpreise nach dem Westen zuxlick⸗ gekehrt ist, beruhigt die Handelswelt schon mit der Erklarung, daß Rußland kein Gold mehr ins Auslan schicken werde. Aber mini⸗ sterielle Zusagen binden ja gewöhnlich nur den, der sie gibt, und da Herr Bark ja auf den Aussterbeetat gesetzt ist, dürfte das alleinige Mittel für Rußland, Waffen und Munition in Amerika zu bekommen, nämlich immer wieder Gold auszuführen, auch in Zukunft angewendet werden bis zur Erschöpfung. 5 Der verantwortliche Redakteur an der Arbeiterzeitung Trudovaja Prarda, Michailow, ist zu sechs Monaten Gefängnis, der Herausgeber und der Kontorchef derselben Zeitung zu drei Jahren Gefängnis, der Korrckturleser Student Smirnow zu einem Jahre Gefängnis verurteilt worden. Die Zeitung enthielt am 17. Juli einen Artikel über die Un⸗ ruhen der Putilowarbeiter. 5

Die Njetsch berichtet von einer Sitzung der Führer der Schwarzen Hundert, die in Petersburg tagten und an die beiden früheren Minister M aklakow und Schtscheglo w i⸗ tow Begrüßungstelegramme richteten, worin sie die liberale Presse und die Reichsduma als Aufrührernester bezeichnen und ihre Bereitwilligkeit zuerneuerter aktiver Tätigkeit, d. h. zu neuen Pogromen aussprechen. 5

Zum Lebensmittelwucher. In der Parteipresse ist vor einigen Tagen die neue Ein⸗ gabe abgedruckt worden, die der Parteivorstand und die Gene⸗ ralkommission der Gewerkschaften an den Reichskanzler ge⸗ richtet haben. Angesichts der Treibereien, die im Laufe der letzten Woche auf dem Kartoffelmarkte, in ganz be⸗ sonders aufreizender Weise aber im Butterhandel fest⸗ zustellen waren, sind, wie wir erfahren, Vertreter der oben genannten Körperschaften am Samstag auch noch bei dem Stellvertreter des Reichskanzlers, dem Staatssekretär Dr. Delbrück, persünisch vorstellig geworden, um na chdrücklich auf den ganzen Ernst der Situation hinzu⸗ weisen und schnellstes Eingreifen zu verlangen.

Nationalliberale gegen den Lebensmittelwucher.

Der Geschäftsführende Ausschuß der ee eeulen Partei der Rheinprovinz hat an die Hauptleitung der Partei in Berlin folgendes dringliche Ersuchen gerichtet:

Angesichts der ungerechtfertigten Preistreibereien in der Lebensmittelversorgung ersuchen wir die Leitung der National⸗ liberalen Partei in Berlin, sosortige Schritte zu unternehmen, zur Herbeiführung behördlicher Maßnahmen, um diesem Un⸗ wesen möglichst schnell wirkungsvoll zu begegnen. Vor allem er⸗ scheint es notwendig, durch eine dem vorzüglichen Ernteergebnis entsprechende Regelung der Kartoffelpreise eine ausreichende Versorgung unscres Volkes mit diesem wichtigsten Nahrungs⸗ mittel herbeizuführen.

Prgiessor Metger, der im Deutschen Kurier die Maßnahmen für den zweiten Kriegswinter behandelt, bemerkt einleitend:

Der Bundesrat hat in den letzten Sitzungen wieder eine Reihe von Verordnungen erlassen, die alle das eine lobenswerte und notwendige Ziel verfolgen, eine Verbilligung der Lebens⸗ mittel zu erreichen. Wenn wir ganz ehrlich sein wollen, müssen wir zugeben, daß alle Versuche, die bisher auf diesem Gebiete ge⸗ macht worden sind, ihren Zweck nicht erreicht haben. Der gute Wille war vorhanden, aber er setzte sich nur in Verordnungen um, die allein den teueren Preisen nicht beizukommen vermochten. Je näher aber jetzt der Winter kommt, der gerade der ärmeren Bevölkerung, die stärksten Lasten auferlegt, desto notwendiger ist es, ernsthaft durchzugreifen und das Uebel an der Wurzel zu packen. Wir sind wohl alle darin einig, daß die Preise heute eine Höhe erreicht haben, die über das zulässige Maß in vielen Fällen weit hinausgeht, es fragt sich nur, wie dem abzuhelfen ist und wie unberechtigte von den berechtigten Preissteigerungen zu scheiden sind.

Das neue Kriegs presseamt.

Die Aufgaben des Kriegspresseamtes, an dessen Spitze Major Deutelmoser steht, sind wie folgt festgesetzt:

1. Das Zusammenwirken der Obersten Heeresleitung

mit den Heimatsbehörden auf dem Gebiet des Pressewesens

Pulver und Gold.

Roman aus dem Kriege 18701871. Von Levin Schücking.

Daß sie mich um die Welt gern hinaus gehabt hätten, sagte Glauroth,war durchaus klar. Aber ich wich nicht!

Tugendhafter Mensch! rief ich aus.Und der Chevalier don Faublas?

Köstlich! versetzte er,ganz köstlich! Muß sich unser eins auf den Schulbänken jahrelang mit Ciceros Reden und Xenophons Anabasis in ahnungsvoller Unschuld herum schlagen, und unterdes gibt es solche Bücher in der Welt!

Glauroth verbreitete sich in einer längeren Rede über die fesselnde Lektüre, die ich ihm verschafft; dann kam er zu der Sorge, die er um mich gehabt und die ihn doch nicht ge hindert, sehr fest einzuschlafen, zu der Vorsicht, die wir gegen unsere Quartiergeber zu beobachten hätten, und zu den Fragen zurück, welche sich an die Absicht derselben, mich in Colomier zu halten und ihn aus den Zimmern fortzubringen, für uns knüpften. Ich beruhigte ihn, soweit ich konnte, um auf an dere Gesprächsgegenstände zu kommen; ich beschrieb ihm unsere Fahrt und Colomier; es war mir peinlich, die arg wöhnische und spöttische Weise, wie er von unseren Wirten sprach, anzuhören; ich mochte ihn überhaupt nicht von Blanche reden hören, es gab mir jedesmal einen Stich.

Und doch war ich selbst ja nicht frei von Argwohn. Ich pußte, daß sie völlig unschuldig war an dem Ueberfalle; da gegen war es klar, daß man ein Geheimnis in meinem Zim mer berge und daß man mich und Friedrich daraus über Nacht fortzuhalten gesucht, und daß die vorgeschlagene Partie nach Colomier keine Freundlichkeit war, sondern daß sie eine sehr berechnete Absicht hatte Zwar in der Kammer dahinten konnte schließlich doch nichts anderes verborgen sein, als etwa eine Anzahl guter neuer Repetiergewehre, welche jene flüch tigen Freischärler, die wir vor uns hergetrieben, da unter⸗ gebracht, und die nun hinter unserem Rücken fortgeschafft werden sollten... ich hatte das gleich gedacht und hätte jetzt darauf geschworen! Und daß ich den Versuch, mich zu hinter⸗ gehen, so bitter empfand, war sicherlich töricht!

Aber es kam eben etwas hinzu, was mich innerlich stachelte

war ich ward es nicht los! Ich hatte mit einer gewissen soldatischen Keckheit, mit der Art übermütiger Verwegenheit, wie solch wildes Kriegsleben sie hervorruft, Blanche sehr un⸗ umwunden den Eindruck erkennen lassen, den sie auf mein Herz gemacht; sie hatte diese nicht sehr verhüllten Geständ⸗ nisse mit einer großen Güte aufgenommen; aber, fragte ich mich nun, ist das auch nur ein Teil eines Spieles, das sie glauben, mit dir aufführen zu können? Wird auf diese Vertraulichkeit und Güte der volle Hohn der Zurückweisung folgen, wenn der Zweck erreicht ist?

Jedenfalls wollte ich ins klare darüber kommen, und um so entschiedener, als das Mißtrauen etwas meiner Natur Fremdes, mich unsäglich Quälendes ist. Aber mußte ich nicht seine Pein sich verdoppeln fühlen schon nach wenig Stunden, da Blanche zu meiner Ueberraschung wieder in mein Zimmer trat?... Ich hatte ihr das Wiederkommen durch mein Be⸗ nehmen am Morgen gewiß nicht erleichtert. Und dennoch kam sie.

Ich komme, um zu erfahren, ob Sie wohl verpflegt sind und alles haben, was Sie bedürfen, sagte sie,oder, eigent⸗ lich in der Spannung, zu erfahren, ob Sie Wundfieber haben oder nicht?

Wollen Sie meinen Puls fühleh, so werden Sie sich, glaube ich, überzeugen, daß ich kein Wundfieber habe, ver⸗ setzte ich.

Den Puls versteh ich nicht zu fühlen, sagte sie,aber es beruhigt mich sehr, wenn das Fieber Sie bis jetzt verschont hat; es wird dann hoffentlich ganz ausbleiben.

Auch mich freut es, versetzte ich,ich habe dann die Gewißheit, schon morgen wieder auf sein zu können, um jene Gelegenheit zu suchen, von der wir heute morgen redeten.

Welche Gelegenheit?

Die Gelegenheit, vor Ihnen in der Rolle des moralischen Herkules aufzutreten...

Sie spotten, erwiderte sie,und glauben, ich leide an einer überspannten und romantischen Idee, wie sie so oft die Träume junger Mädchen beherrscht. Sie haben unrecht. Was ich Ihnen gestanden, ist mir tiefer und heiliger Ernst. Ich darf sagen, ein sehr schmerzlicher Ernst, denn eine schmerzliche Lebenserfahrung hat ihn mir eingegeben.

Eine schmerzliche Lebenserfahrung?

Blanche hatte sich wieder in den Sessel am Fußende

und quälte, und obwohl es ein sehr garstiges Mißtrauen

meines Bettes gesetzt; nach einer Pause sagte sie:

sicht zu sorgen.

zu erleichtern, 2. den Behörden und der Presse N geben und 3. für die gleichmäßige Handhabung der Die von den Zentralbehörden aus Richtlinien für die Handhabung der Zensur wer Kriegspresseamt(Oberzensurstelle) den Zensurstellen mittelt. Das Kriegspresseamt verkehrt mit allen B unmittelbar. Seine Diensträume befinden sich

lin NW. 6, Luisenstraße 314.(Telephon Amt Norden 1 bis 11.839.) 5

Die für das Kriegspresseamt bestimmten Sendungen s zu richten: a 5 g a) bei Mitteilungen und Anfragen allgemeiner Ark: ay 6 das Kriegspresseamt, Auskunftsstelle, b) in Sachen 0 Presseaufsicht: an das Kriegspresseamt, Oberzensur f c) in Angelegenheiten der ausländischen Pressen: an 6 Kriegspresseamt, Auslandsstelle. 0 Die Zulassung von Berichterstattern, Malern, P 90 graphen zum Kriegsschauplatz wird nicht vom Kriegs 1 amt, sondern nach wie vor vom stellvertretenden Ge 1 der Armee bearbeitet. f i 5 Der Vormarsch der Bulgaren. 0 Ueber das Vordringen der bulgarischen Armeen 0 l Serbien heißt es laut Berliner Lokalanzeiger in dem Be 2 eines Budapester Blattes: Nach der Einnahme von 0 voselo und Grado überschritten die Bulgaren in Verfo 0 des Feindes die Bregalnitza und nahmen Kaliananschi 6 ö Radlovci. Die Bewohner der mazedonischen Orkf 1 empfingen mit jubelnder Freude die bulgarischen Trup 9 Die Verfolgung der Serben gegen Obrinari und Vi 9 wird fortgesetzt. Die über Blagur⸗Planina in Mazed f eingedrungene bulgarische Armee 50 000 Mann ft 3 längs des Ostufers des Wardar in äußerst blutigem Kampf 0 mit den sich erbittert verteidigenden serbischen Truppen. 1 1 Die Serben räumen Nisch. f l T. U. Wien, 19. Okt. Das deutsche Volksblatt erfe l aus Bukarest, daß die serbischen Behörden nicht nur N 0 sondern auch die östlich von Morava liegenden serbischen Ge 1 biete räumen. In Rumänien erwartet man die baldige Me 1 setzung von Nisch durch die Bulgaren. 1 0 i 0

Die russische Schwarzmeerflotte. f Laut Wiener Reichspost teilt die Petersburger Wjedo. mosti mit, daß die russische Schwarze Meer⸗Flotte i 191 des Auftretens feindlicher Unterseeboote wieder in 1 Häfen zurückkehrt. 9 2 f* 2. u Ministerkrisen in Frankreich und Italien. Clemenceau führt seinen Feldzug gegen die Bal i expedition und Viviani unerbittlich fort. Er wirft im 5 0 enchaine dem Ministerium vor, es lasse sich in wahnwizig 8 Verblendung von den Deutschen dahin locken, wohin i Alliierten haben wollen, statt alle Kräfte anzuwenden, 0 an der entscheidenden Front eine Schwächung des f

vorzunehmen. Blätter aus Paris lassen einen baldigen Rücktritt gesamten Kabinetts Viviani voraussehen. a 0 g Das Pariser Journal erhält eine Privatmeldung wonach die Demission Sonninos als bevorste! trachtet werden könne, doch dürfte das Kabinett Salandra de trauen des Königs bewahren, falls es einen vollwertigen Sonnino findet. Der Minister des Aeußern habe bestä Diplomaten des Vierverbandes vor Bulgarien gewarnt, jedoch das Vertrauen Delcasses, der durchaus eine schaffen wollte, nicht erreichen. 9

Weshalb sollte ich es Ihnen nicht erzählen? 2 den dann einsehen, daß Ihr Spott mir unrecht tut. Es wa ein Jahr vor dem Tode meines Vaters, als dieser mich mi dem Sohne eines Geschäftsfreundes verlobte. Sie wissen ist das mehr Sitte in Frankreich als in Ihrem Deutschland bei solchen Verbindungen weniger die Herzen als die J. essen zu fragen 1

Sie sind verlobt, Blanche? rief ich erschrocken au Sie waren es! Sagen Sie mir, daß Sie es waren

Hören Sie meine Erzählung an. Ich liebte mei Verlobten, den ich früher wenig gesehen, nicht; aber er g mir, er flößte mir Vertrauen ein, ich war von den ehrlichste Gefühlen für ihn erfüllt; ich malte mir die Zukunft, wie! sie mir gestalten würde, als eine glückliche und rosige aus. war aufmerksam gegen mich, er war wohlerzogen und großer Gutmütigkeit, gefällig gegen jedermann. Nur be nach einer längeren Zeit in meinen Traum sich eine ängstlic Sorge zu mischen: Adolf reiste viel, und wenn er heimkehr, entging mir jedesmal eine gewisse Spannung nicht, zwischen ihm und seinen Eltern herrschte, bei denen ich länger Zeit zum Besuche war. Ich fand ihn selbst dann verstimm kleinmütig, geneigt zu einer Selbstironie und Selbstr achtung, die mich in ihm, in dem ich nur Stärke und Selbst bewußtsein erblicken und verehren wollte, jedesmal ganz n glücklich machten und empörten. Mein Vater hatte die Ze! unserer Verbindung, die schon festgesetzt war, aus Gründen welche mir mehr Vorwände als wirkliche Gründe erschiene hinausgeschoben; kurze Zeit nachher wurde uns mein Val

durch den Tod nach kurzer Krankheit entrissen. N ihn verloren, mußte sich mein Gemüt desto weicher un inniger an meinen Verlobten schließen... aber ach, diese! kam erst nach Wochen, kam in einer seltsamen Verfassung es war, als habe er eine Krankheit überstanden; er war blei matt, schweigsam, energielos in allem, was er tat und sagte es war, als habe ihn aller Jugendschwung, aller verlassen. Ich litt darunter, ich verlangte eine Aufklärun von ihm, von meiner Mutter umsonst! Er kehrte zu del Seinigen heim, und ich quälte mich vergeblich, zu ünden was mit ihm geschehen. Da kam mir Etienne, ein Vettel zu Hilfe. Er sagte mir eines Tages, als ich ihm meine Un ruhe klagte, weil ich seit Wochen keinen Brief von Ad halten:

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