Ausgabe 
20.10.1915
 
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der

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes Provinz Oberhessen und der Nachbargebiete.

.. Die Oberhessische Volkszeitung erscheint jeden Werktag Abend in

5 Redaktion und Expedition Gießen, Bahnhofstraße 23, Ecke Löwengasse. Telephon 2008.

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Gießen, Miitwoch, den 20. Oktober 1915

10. Jahrgang

dr 8 2 22 15 Gießen. Der Abonnementspreis beträgt wöchentlich 15 Pfg., monatlich 60 Pfg. einschl. Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährl. 1.80 Mk. Nr. 246

1 2* keine Erwägungen Caten! 0 Von Heiz gii Cun o w.

Der Vonstand der Sozialdemokratischen Partei und die General- emmission der Gewerkschaften haben sich vor einigen Tagen erneut 1 den Reichskanzler mit einer Zuschrift gewandt, in der sie unter 0 dinweis auf die zunehmende Preissteigerung einer Reihe der not⸗ pendigsten Lebensmittel energische Maßnahmen gegen die über lundnehmende Preistreiberei fordern. Dieser Appell an die Reichs⸗ gierung ist dringend nötig! Die Zeit der ewigen Bedenken und a dphunhe ist vorbei. Nicht nur die Volksinteressen, die eigenen a nteressen des Staates als kriegführende Macht verlangen, daß iidlich mit dem System des Zauderns und der sortgesetzten Un⸗ glüssigkeit gebrochen und jenen Interessenkliquen entgegengetreten fürd, deren geflissentlich zur Schau getragener gespreizter Patrio⸗ mus sie nicht hindert, die gegenwärtige Notlage gewissenlos zur füllung ihrer Taschen auszunutzen. Der Winter naht heran, und Dingt zur Einschränkung, zur Stillsetzung mancher Arbeiten, bei nen bisher Hunderttausende ihren Verdienst fanden, während udererseits die rauhe Witterung dringend allerlei Neuanschaff ngen fordert Was soll merden, wenn in den kommenden Winter⸗ naten die Prtise der unenthehrlichsten Nahrungsmittel auf ihrem shzigen Stand bleiben oder gar in gleicher Weise weitersteigen, wie in den letzten Wochen gestiegen sind? Nicht deshalb gestiegen und, weil, wie eine gewisse Presse beschönigend behauptet, die Pro⸗ ö ukktionskosten plötzlich enorm zugenommen haben, sondern infolge zucherischer Gewinnspekulationen wofür den besten Beweis die Fbifache Tatsache liefert, daß in nahe beieinander gelegenen Gegen im und Orten, in denen die Produktions⸗ und Transportkosten

de gleichen sind, ganz verschiedene Preise gefordert werden. Durch eine gewisse Organisation des Konsums und die Opfer seudigkeit des deutschen Volkes, das sich willig in alle der Streck

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lug der vorhandenen Lebensmittelvorräte dienenden Verord⸗ dvungen fügte, deren Noßwendigkeit es erkannte, ist der Aus⸗ hengerungsplan Englands bisher zu schanden geworden: soll jetzt

Ar vielgerühmteWille zum Durchhalten daran scheitern, daß ge⸗ visse Interesse⸗ und Spekulantengruppen die Gelegenheit für ge⸗ kenmen halten, durch Preistreiberei sich Extra⸗Kriegsprofite zu hirschaffen? So willig die ärmere Volksmasse sich trotz ihrer Ent⸗ bchrungen bisher in alle Aenderungen ihrer Lebensverhältnisse ge fjmden hat, die sie für nötig und unvermeidlich im Interesse des lanzen hielt, so wenig ist sie geneigt, zu darben und zu hungern, ler damit skrupellose Lebensmittelproduzenten und-Händler deste gößere Gewinne einzufäckeln vermögen. Das Ertragen der Lebensmittelverteuerung hat seine Grenzen 7 und diese Grenzen sind erreicht, wenn das Volk mehr und mehr de Ueberzeugung gewinnt, daß es nicht unvermeidliche und unab⸗ wndbare Kriegsfolgen sind, die es zu Entbehrungen verurteilen, ndern vperbrecherischer Wucher, und daß sich die kuerung leicht mildern ließe, wenn nur oben an den sogenannten lußgebenden Stellen mehr Entschlußkraft, Energie und Organi⸗ ionstalent, weniger Rücksichtnahme auf die Gewinnansprüche be umter Interessenkliquen beständen. So einsichtslos sind die dutschen Arbeiter, Kleinhandwerker, Unterbeamten und Ange⸗ kllten nicht, daß sie garnicht merkten, wie so mancher Kriegs⸗ unteriallieferant, Großgrundbesitzer, Bauer, Aufkäufer usw. in⸗ lige rücksichtsloser Ausnutzung derKriegskonjunktur enorme slichtümer ansammelt, während ihre eigene Lebenshaltung durch % Teuerung tiefer und tiefer herabgedrückt wird. Wer Ver⸗ imdnis für die Volksseele hat, dem kann es nicht entgangen sein, ber in den letzten Wochen sich nicht bloß in den ärmeren Vol S⸗ gichten, sondern bis tief in die Mittelschichten knein ein gefähr⸗ iger Umschwung der Stimmung vollzieht und man dort heute ganz ners über die Leistungender da oben urteilt, wie noch vor hem viertel oder halben Jahr. 5 g Es muß unbedingt energisch gegen den Lebensmittelwucher ein⸗ lachritten werden, mögen immerhin manche größeren und kleinen lekulantengruppen Jeremiaden über die Verletzung ihrer soge⸗ zannten berechtigten Interessen und des Prinzips der Handelsfrei⸗ tet anstimmen. Verordnungen, wie die jüngsten Strafandroh⸗ amen gegen den Lebensmittelwucher oder die Einsetzung von teisprüifungsstellen haben so, wie sie beschaffen sind, wen zweck, leidet doch die letztgenannte Maßregel von vornherein an, daß sie die Preistreiberei ausschließlich dort sucht, wo die uur zum kleinsten Teil steckt; im Kleinhandel, während sie ksächlich am stärksten in der landwirtschaftlichen Produktion auf⸗ keit. Soll die Verordnung wirklich nützen) dann muß eine Reichs⸗ Aesichtsbehörde über den Lebensmittelverkehr eingesetzt werden, gen Aufgabe es wäre, zunächst durch Prüfungskommissionen keunigst in den verschiedenen Gegenden die Produktionskosten e wichtigsten landwirtschastlichen Erzeugnisse sestzustellen und zu mersuchen, wie und in welcher Weise diese Erzengaisse in ihrem dateren Lauf bis zum Konsumenten durch den Zwischenhandel ver⸗ tert werden. Auf Grund solcher Feststellung der Erzeugung bfen müßten dann Nichtpreise für das ganze Deutsche Reich fest⸗ Letzt werden, nach welchen in den verschiedenen Landesteilen ges dic den besonderen örtlichen Verhältnissen die Kommunen oder ach esser größere Kommumalverbände die örtlichen Grone ide seishandelspreise zu normieren hätten natürlich innerhalb Be⸗ umter Preisgrenzen und, damit nicht örtliche Willkür nach Ver (hen schalten und walten kann, unter Oberaufsicht der genannten kichsbehörde.. Statt aber von der landwirtschaftlichen P c 175 die örtlichen Verkaufs 5 8 ⸗Nichtpreise zu normierer eht die a ung an der Untersuchumn der Produltivnslosten und 1 555 aldwirtschaftlichen Produzenten eingesteckten großen Pradhei eden kolnne ganz vorilber und beginnt diese Nachprüfung erst 555 151 ae 095 den städtischen Lebenemittel marken e orsschasten, fenen Acerstahte Einwohnern, also die Gutobegir don Prüfungs⸗

0 sind gar nicht zur Einsetzung i gelen vernyflichtet. Wofl Alen 1 kleinere Gemeinden. weng

roduktion auszugehen reisfestsetzungen Er⸗ Bundesratsverorb-

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Der Ententekarren i

sie wollen, solche Prüfungsstellen einrichten und ferner können die Landeszentralbehörden, falls sie es für nötig erachten, kleine Ort⸗ schaften(auch Gutsbezirke und Dörfer) zu Kommunalverbänden zu⸗ sammenschließen und in diesen die Errichtung einer Preisprüfungs⸗ stelle vornehmen. Doch irgend welcher Zwang besteht nicht. Und selbst wenn es in einzelnen Fällen geschieht, haben diese Prüfungs⸗

stellen nicht das Recht, die Produktionsgewinne zu untersuchen. Nach§ 4 der betreffenden Verordnung haben sie lediglich den

Handel und die Einhaltung etwaiger Vorschriften über Höchstpreise zu überwachen und nur zu prüfen, inwieweit die Verkaufspreise der Grundlage der Erzeugungs-, Verarbeitungs- und sonstigen Ge⸗ stehungskosten nach den örtlichen Verhältnissenangemessen sind. Der vom landwirtschaftlichen Produzenten verlangte Erzeugungs- preis untersteht demnach nicht der Nachprüfung; er gilt einfach als gegeben, alsGrundlage der Untersuchung! 0

Zudem fehlt in der Verordnung ein ausreichendes Recht der Beschlagnahme. Zwar können die Gemeinden unter Um⸗ ständen nach Einholung der Zustimmung der Landesbehörden zur Beschlagnahme vom Markt zurückgehaltener Vorräte schreiten, aber nur innerhalb ihrer eigenen Bezirke. Beschlag⸗ nahmen in den Gutsbezirken oder den außerhalb der eigenen Ge⸗ meindegrenzen liegenden ländlichen Ortschaften vornehmen zu lassen, haben sie keinerlei Machtmittel. Findet eine Gemeindeverwaltung in ihrom Bezirk keine zurückgehaltenen Vorräte, danst muß sie eben auf die Beschlagnahme verzichten und die Preise bezahlen, die die ländlichen Produzenten verlangen.

So wie die Preisprüfungsstellen beschaffen sind, sind sie daher nichts als Auskunfts⸗ und Beratungsstellen für die Gemeinde-

behörden. Ihr Vermögen der Preisbeeinflussung bricht sich allent⸗ halben an den Schranken der Gemeindegrenzen. Weder die

Produktion der Nahrungsmittel, noch die Weiterverarbeitung in Molkereien, Mühlen und sonstigen Verarbeitungsbetrieben, noch auch der Umsatz im Großhandel vollziehen sich aber heute im Macht⸗ bereich einer und derselben Gemeinde. Nur eine einheitliche Regelung für bas ganze Staatsgebiet kann helfen.

Und wie mit dieser steht es mit anderen Verordnungen. Warum wird zum Beispiel nicht zum Zweck der Kartoffelver⸗ sorgung eine Reichsverteilungsstelle eingerichtet, die die vor- läufige Gesamtbeschlagnahme aller in landwirtschaftlichen Betrieben und Kartoffelhandlungen vorhandenen Vorräte verfügt und nach Befund bestimmte Mengen und Qualitäten für den mensch⸗ lichen Verbrauch festsetzt, das Uebrige aber zur Herstellung von Trockenprodukten und zur Verfütterung an Nutzvieh freigibt? Warum sollen ferner nach der Verordnung nur Kartoffelvorräte zur Beschlagnahme herangezogen werden, die solchen Landwirten gehören, welche mindestens 10 Hektar ihres Grundbesitzes mit Speise⸗ kartoffeln bebaut haben; und weshalb darf die Beschlagnahme höchstens 10 Prozent der auf dieser Anbaufläche gewonnenen Ernte betragen? Man komme nicht mit dem Einwand, die Schwierig⸗ keiten einer anderen Regelung wären zu groß. Wenn jetzt in Polen, einem zum Teil verwüsteten, feindlichen, provisorisch verwalteten Lande eine Gesamtbeschlagnahme und allgemeine Verteilung der Kartoffelernte möglich ist, dann sollte sie im Deutschen Reich mit einem großen sicheren Verwaltungsapparat nicht sein? ö Noch weit leichter wäre eine Milderung der heutigen Milch- not. Nicht der Mangel an Kraftfutter ist, wie behauptet wird, die Ursache der Milchteuerung an Kraftfutter, besonders an Futlerkleie, fehlte es im Frühjahr weit mehr als heute sondern die Zurückhaltung der Milch vom Markt und ihre Verwendung zur Viehmast, vornehmlich zur Mästung der Schweine. Man verbiete bei hohen Strasen die Verfütterung von Milch sowie ihre Ver⸗ wendung zur Herstellung von Schokolade, feinen Backwaren, Näschereien usw., und es wird sicher alsbald in den meisten deutschen Gegenden die Milchnot nachlassen.

Selbst die Fleischteuerung würde, so verfahren heute infolge wiederholter verkehrter Anordnungen die gauze Fleisch⸗ versorgung ist, sich wesentlich mildern, wenn sich die Reichsregierung zur Einführung von Fleischkarten nach dem System der Brotkarte entschließen könnte und den Fleischern ebenfalls unter Androhung hoher Strafen verboten würde, anders als gegen solche Karten Fleisch zu verabfolgen. Den Unbemittelten würde zwar diese Fleischverbrauchsrxegelung zunächst wenig nützen; sie könnten meist gar nicht jenes Fleischquantum kaufen, das ihnen die Fleischkarte gestattete, aber der noch immer sehr starke Fleischkonsum der Wohl⸗ habenden würde dadurch wesentlich eingeschränkt werden, und nach und nach würde die hierdurch hervorgerufene verringerte Nachfrage die Preise drücken. 5

Es ist nichts als faule Ausrede, wenn behauptet wird, die heutige Lebeusmittelteuerung wäre eine unvermeidliche Folge des großen Krieges, die sich nun mal nicht abwehren ließe. Gewiß in ihrem ganzen Umfange läßt sich die Teuerung nicht verhindern, wohl aber lassen sich ihr auf vielen Gebieten Schranken setzen freilich ohne Eingriffe in das Gewinnintexesse gewisser Produzenten- und Spekulantengruppen geht das nicht! Der Pelz läßt sich nicht waschen, wenn er nicht naß gemacht werden soll. Aber das Volksinteresse steht über den Kliqueninteressen. Woran es fehlt, ist nur die nötige Energie zum Durchgreifen!

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. Die Haltung Rumäniens.

Nach einem Bukarester Bericht des Az Est schreitet die rumänische Politik einer rascher Entwicklung ent⸗ gegen. Heute sei es für niemand mehr zweifelhaft, daß die Neutralität nur kurze Zeit noch würde festgehalten werden können, und die Zeit nahe, daß auch Rumänien auf dem Plan des Weltkrieges erscheinen werde. Nach der heutigen ver⸗ zweifelten Situation der Entente sei nicht schwer vorauszu sehen, in welcher Gruppe der Kriegführenden Rumänien seinen Platz einnehmen werde. Die Aktion Rumäniens würde

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durchführbar

erfolgen, wenn der Erfolg gesichert erscheinen werde. Dieser Zeitpunkt scheine den bisherigen Gegnern der Entente jetzt

gekommen zu sein. 2 1

Der Korrespondent des Corriere della Sera in Bukarest befürchtet, Rumänien sei durch einen Geheimvertrag mit ben Zentralmächten gebunden. Die bulgarische Re⸗ gierung habe schon gor dem Angriff auf Serbien die feste Zusiche⸗ rung erhalten, daß Rumänien neutral bleibe. Wertvolle wechselseitige Informationen könnten nur via Berlin zustande ge⸗ kommen sein. Der deutschgesinnte Exministerpräsident Carp sei am 16. Oktober vom rumänischen König empfangen worden.

Der Hafen von Salonik nicht mehr neutral.

T. U. London, 18. Okt. Reuter meldet aus Athen: Am Sams⸗ tag wurde der deutsche DampferAthena von der Levante⸗Linie, der seit Beginn des Krieges im griechischen Hafen Saloniki liegt, nach Piräus abgeführt, begleitet von einem griechischen Kreuzer. Diese Maßnahme wurde getroffen im Zusammenhand mit der Tat⸗ sache, daß die britische Regierung infolge der Landung der Alliierten erklärte, den dortigen Hafen nicht mehr als neutral ansehen zu

können. Der türkische Tagesbericht.

Koustautinopel, 18. Okt.(W. B. Nichtamtlich.) Das Hauptquartier teilt mit: An der Dar danellen⸗ front bei Anaforta außer Scharmützeln zwischen Auf⸗ klärungsabteilungen und aussetzendem Artilleriegefecht nichts von Bedeutung. Bei Ari Bur nu brachten unsere Küsten⸗ batterien feindliche Torpedobpote, die eine zeitlang wirkungslos unsere Stellungen beschossen, zum Schweigen. Wir sprengten eine Mine, die der Feind bei Banli Tepe ge⸗ graben hatte. Bei Sedd⸗ül⸗Bahr schoß der Feind am 16. Oktober in 24 Stunden mehr als 1000 Haubitzen ab, ohne irgend eine Wirkung zu erzielen. Sonst nichts von Be⸗ deutung. 775

Die Niederlage an den Dardanellen.

T. U. Athen, 18. Okt. Aus Saloniki wird gemeldet: Hier traf das LazarettschiffCharles Roux mit Verwundeten von den Dardanellen ein. Die verwundeten Soldaten er⸗ zählen, daß die letzten Kämpfe für die Alliierten außer ordentlich mörderisch gewesen seien. Ein neuer

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Kampf an den Dardanellen könne als aussichts los gelten. Auch beklagen sie sich darüber, daß die Ersatztruppen

nur in ungenügender Stärke eintrafen.

Die empörten Australier.

Londoner Depeschen berichten, daß die Aufgabe der Dardanellen⸗ aktion in Australien eine große Erbitterung hervorgerufen hat. Das austrglische Volk sei empört über die Zehntaufende von Australierit die nutzlos an den Dardanellen ge⸗ opfert worden seien. Man ergeht sich in den grimmigsten Angriffen gegen die schlechte Vorbereitung des Unternehmens, dessen Leiter keine Vernunft hätten annehmen wollen.

Die Gründe für die Dardauellen⸗Expedition.

Die Agenzia Stefani verbreitet folgendes Londoner Tele⸗ gramm des Secolo: Der Korrespondent des Secolo nennt die Dardanellen⸗Expedition unter Anführung schwerer englischer Verluste ein mißglücktes Unternehmen und wiederholt, daß die Aufgabe der Dardanellen-Expedition nicht ausgeschlossen sei, umsomehr, als die auf Gallipoli lämpsenden Truppen nutzbringender in Serbien verwendet werden können. Die Expedition sei nicht etwa nur ein launi⸗ scher Streich Englands oder Frankreichs gewesen, sondern sek aus folgenden drei Gründen von Rußland dringend verlangt worden: 1. damit es einen Aus⸗ fuhrweg für Getreide offen habe, 2. um den Druck der tür⸗ kischen Truppen im Kaukasus zu vermindern, und 3. um auch dort den Krieg mit dem seit Jahrhunderten von den Russen gehegten Traum, Konstantinopel zu beherrschen und eine Mittelmeermacht zu werden, paralysieren. Diese Zwecke der Expedition seien natürlich nicht bekanntgegeben worden. Wie und von wem die Expedition organisiert wor- den sei, sei noch nicht ganz klar. Es sei aber sicher, daß die

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Organisation nicht schlechter hätte sein können! 8 13 8 Unsere U-Boote im Mittelmeer.

Der englisch-französischen Schiffahrt im Mittelmeer hat sich zunehmende Nervosität bemächtigt. Viele Kapitäne weigern sich infolge der deutschen Unterseebootgefahr, dis Häfen zu verlassen. Zu den, wie bereits gemeldet, in der ab, gelaufenen Woche versenkten sieben englischen Dampfern kommt als achtes versenktes Schiff uochAyax mit ah Tonnen hinzu.

Englische Gewerkschaften und Dienstpflicht.

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London, 18. Okt. Reuter meldet: Auf einer stark besuchten Gewerkschafts-Versammlung in Birmingham, die unter dem

Vorsitz des lokalen Komitees der Arbeiter stattfand, wurde gestern

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