Ausgabe 
19.10.1915
 
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Russische Angriffe westlich von Jakobstadt wurden Abgewiesen.

Westlich von Illuxt bemächtigten wir uns in ctwa drei Kilometer Frontbreite der feindlichen Stellung. Weiter südlich bis in die Gegend von Smorgon wurden mehrfache, mit starken Kräften unternommene russische Vorstöße unter starken Verlusten für den Gegner zurückgeschlagen. Es wurden zwei Offiziere und 175 Mann zu Gefangenen gemacht. a 5 Heeresgruppe des Generalfeldmarschalls

Prinzen Leopold von Bayern.

Ein russischer Angriff beiderseits der Bahn Liachowitschi Baranowitschi brach 400 Meter vor unserer Stellung im Feuer zusammen.

Heeresgruppe des Generals v. Linsingen.

Am Styrflusse von Rafalowka bis Kulikowiczy haben sich neue örtliche Kämpfe entwickelt.

l Balkankriegsschauplatz.

An der Matschva beginnt der Feind zu weichen. Auf dem Höhengelände südlich Belgrad sind unsere Truppen im Vorschreiten gegen EvetkovGrob und den Ort Prein, süd östlich von Pozarevac sind Ml. Ernice und Bozevac genom men. Bulgarische Truppen haben die Höhen des Muslin Percin und Babin Zub besetzt. Weiter südlich dringen sie über EgriPalanka vor. Oberste Heeresleitung.

0 Der österreichisch⸗ungarische Tagesbericht Die Serben im Rückzug.

Schwere Verluste der Russen und Italiener. N Wien, 18. Ott.(W. T. B. Nichtamtlich.) Amtlich wird ver⸗ sauibart, 18. Oktober 1915.

Russischer Kriegsschauplaß. 5 In Ostgalizien an der Itwa und dem Wolhynischen Festungs⸗ gebiete auch gestern keine besonderen Ereignisse. Am Kor minbach und am unteren Styr führte der Feind eine Reihe heftiger Angriffe aus. Bei Kulikowiczy, Nowo⸗Sielki und Rafalowka wird noch ge⸗ kämpft. An allen anderen Punkten war der Gegner schon gestern abend blutig abgewiesen. Seine Verluste sind groß; am Kormin räumte er in voller Auflösung unter Zurücklassung von Gewehren und Rüstungsstücken das Gefechtsfeld. Auch die an der oberen Czara stehenden K. und K. Streitkräfte schlugen einen stärkeren xnssischen Vorstoß ab.

Italienischer Kriegsschauplaßz.

An der Isonzofront entwickeln die Italiener wieder eine leb⸗ hafte Tätigkeit. Es kam auch gestern abend im Nordwestabschnitt des Plateaus von Doberdo bei Peteano zu heftigeren Kämpfen. Starke italienische Infanterie griff neuerdings unsere dortigen Stellungen an, gelangte teilweise bis nahe an die Hindernisse heran

und wurde schließlich unter schweren Verlusten zurückgejagt. Sonst 15 im Küstenlande sowie im Tiroler Grenzgebiete Geschützkämpfe. 2 Südöstlicher Kriegsschauplaß. 255 Die im Avala⸗Gebiete geschlagenen serbischen Divisionen weichen beiderseits der nach Süden führenden Straße zurück. Unsere Trup befinden sich im Angriff auf die noch nördlich der Ralja stehenden feindlichen Abteilungen. Auch in der Macva wurde der

Gegner zum Rückzug gezwungen. Beiderseits der unteren Morawa gewannen die deutschen Divisionen abermals Raum. Die Bulgaren haben die Höhen des Muslin⸗Perein und des Babin⸗Zub besetzt. Weiter südlich dringen sie über Egri Palanka vor.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabes. von 10 r, Feldmarschallentnaut.

Der bulgarische Tagesbericht. Der Vormarsch in Mazedonien. Vranja Glava besetzt.

Sofia, 18. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Dem Be⸗ richt des bulgarischen Großen Generalstabs vom 15. Oktober ist folgendes zu entnehmen: In Mazedonien schreitet unser Vordringen gegen die obere Brejalnica fort. Unsere Truppen haben die Linie DrancsacSukavolac und die Berggegend von Kapka und Golak Planina erreicht. Unsere Truppen er⸗ oberten Zarevoselo, Pehtschsvv und Herovo. Auf dem west

lichen Abhang des großen Balkans erreichten unsere Truppen die Linie NovokoritoZlainacHepugnicaRovnobucse Tscherni Vrh. Unsere Truppen besetzten im Morava-Tale das strategisch wichtige Vrauja Glava. *

Paris, 18. Okt. Das Petit Journal veröffentlicht eine Depesche

uus Salonik, die besagt: Es geht das Gerücht, daß die Bulgaren

nach Vranja vorgedrungen seien. Es sei ihnen gelungen,

die Bahnlinie Salonik Nisch abzuschneiden. Die Erstürmung des Avalabergs.

Die Einnahme des Avalaberges im Raum nächst von Belgrad, war der Erfolg furchtbarer Kämpfe. Vom Norden her brachen österreichische Infanterie-Regimenter in die Avalastellung und erstürmten die Kuppe 515, von Westen her nahmen deutsche Truppen den Hauptrücken in Besitz. Die Serben kämpften mit verzweifelter Hartnäckigkeit. Es kam zu wütenden Bajonettkämpfen. Tag und Nacht dauerte das Ringen, bis der Feind besiegt war. Die im Raume um den Avalaberg geschlagenen serbischen Truppen sind beiderseits der Straße nach Vilti-Mladenowatz in vollem Rückzug. Was moch nördlich der Ralja steht, wird energisch angegriffen. So dürften die Höhen Ljuta-Strana im Höhenzuge der Lipo witza⸗Planina, mit 381 Meter kulminierend, westlich dieser Straße, sowie die Ripanj⸗Höhe in dieser Straße schon in den Händen der Verfolger sein. Südlich der Ralja steigt wieder ein zirka 300 bis 400 Meter hoher Bergzug auf, der, unter dem Gesamtnamen Kosmaj bekannt, aus mehreren Höhen punkten gebildet wird, deren bedeutendste der 418 Meter hohe Visberg und der 365 Meter hohe Vlasko-Brdo die Straße nach Velki⸗Mladenowatz beherrschen. Dort dürften die Serben wohl neuerdings Widerstand leisten.

Die enttäuschten Pariser.

T. U. Kopenhagen, 18. Okt. In Paris waren gestern Alarm⸗ nachrichten vom serbischen Kriegsschauplatz verbreitet. Die serbischen Soldaten sollten angeblich bei Bielogradeik die bulgarische Grenze liberschritten und bei Küstendil die Bulgaren geworfen haben. Zum Ueberfluß sollte die Armee Gallwitz aus Serbien gedrängt worden sein und über die Donau geflohen sein. Der dann am Abend ver⸗ öffentlichte amtliche serbische Bericht aus Nisch enthielt nichts von allen diesen schönen Dingen und enttäuschte sehr. Kriegszustand zwischen Frankreich und Bulgarien.

Paris, 17. Okt.(W. T. B. Nichtamtlich.) Die Agence

des gegen einen der Meddle Frankreichs den Krieg be⸗ gonnen hat, stellt die Regierung der Republik fest, daß vom 16. Oktober 6 Uhr morgens durch Verschulden Bulgariens der Kriegszustand zwischen Bulgarien und Frankreich besteht.

Serbische Verzweiflung. T. u. Lugano, 18. Okt. Der Korrespondent des Secolo in Nisch telegraphiert: Serbien sei von wilder Angst erfaßt und schreit verzweifelt nach der Ententehilfe, die nicht komme. Englisch⸗französischer Protest gegen das a Balkanabenteuer. Furchtbare Perspektiven. Clemenceau fährt in seinem Homme Enchains fort, vor der Erpedition nach Salonik in nachdrücklichster Weise zu warnen. Er stellt zunächst fest, daß die Regie⸗ rung durch die ihr ergebene Presse die Begründung der Expe⸗ dition geändert hat. Zuerst wurden sentimentale Gründe beigebracht, nämlich die Notlage der heldenmütigen Serben, die man nicht im Stiche lassen dürfe, jetzt handelt es sich aber schon nicht mehr um die Serben, sondern um einen großen Feldzug gegen die Armeen der Zentralmächte und Bulgariens, um dem Feinde die Verbindung mit der Türkei abzuschnei⸗ den. Ein derartiger Feldzug eröffnet die furchtbarste Perspektive, denn sobald einmal dieser Feldzug mit Einsetzung von französischen und englischen Truppen be⸗ gonnen ist, so werden immer größere Nachschübe not⸗ wendig, was einer Entblößung der französischen Front gleich⸗ kommt und verhängnisvoll werden muß. Wenn die Eypedition wirklich den Zweck hat, den Weg nach Konstanti⸗ nopel zu verlegen, so wäre es in erster Linie nötig gewesen, daß Rußland und Italien sie unternehmen, deren Interessen im Balkan größer sind als die Frankreichs und Englands.

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2

Die angesehene englische Nation protestiert gegen eng⸗ lische Truppensendungen nach Serbien. Sie sagt: Unsere Hilfe würde zu spät kommen, und unser Heer, dessen Operationsmöglichkeiten von einer einzigen Verbindungslinie ab⸗ hängen, würde vermutlich die Serben nur hindern. Ein Guerillakrieg wird wahrscheinlich das Beste für Serbien sein. Das Argument, daß England in Serbien Aegypten und Indien am besten verteidigen könne, nennt das Blatt eine Torheit. Unsere beste Verteidigungslinie ist dort, wo für den Feind die schlechtesten Angriffsmöglichkeiten bestehen. In Serbien kämpft der Feind dicht vor seiner Tür mit seinem eigenen guten Eisenbahnnetz im Rücken. In Aeaypten haben wir unsere Zufuhr leicht und den Kanal und die Wüste vor uns, und der Feind muß dort in einem Abstand von Hunderten von Meilen von seiner Basis

angreifen. Beteiligt sich Italien?

Dem Petit Journal wird aus Ro m gemeldet: Nach⸗ richten aus autorisiertester diplomatischer Quelle besagen, daß die Mitwirkung Italiens auf dem Balkan heute als durchaus sicher angesehen werden könne. Sie werde wahrscheinlich mit einer maritimen Aktion im Aegäi⸗ schen Meere einsetzen.

Die sonst interventionslustige Idea Nazionale weist da⸗

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Apost

für

Hobos meldet amtlich: Da Bulaarien an der Seite des Fein

*

gegen alle Vorwurfe und Pressionen der Ententepresse Italien zurück und schiebt vielmehr die Verantwortun den Balkanmißerfolg den anderen Mächten zu, welch weigerten, die Empfindlichkeit Griechenlands gegen die w begründeten Ansprüche Bulgariens zu verletzen, wass ei welchen Delcasséß mit dem Italien ft

festzusetzen.. Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm& Cie., Gießen. 13 der Abendblatt, G. m. b. H., Offenbach a. M.

Bekanntmachung.

Die Vergütungen für die im Monat September in Bürger⸗

quartieren untergebrachten Mannschaften der Landsturm⸗Infanterie⸗ Ersatzbataillone Gießen werden bezahlt: 0 3

an die Empfangsberechtigten, deren Namen beginnen mitz

Donnerstag, den 21. Oktober 1915. ö

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15 87 Montag, den 25. Oktober 1915, 12 1

jedesmal von 812 Uhr vormittags und 25 Uhr nachmittags.

Die Jahlstelle ist im Stadthaus, Zimmer Nr. 4. N

Es wird dringend ersucht, die Beträge an den genannten Tagen

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15

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abzuholen.. 5 f 83 Gieen, den 18. Oktober 1915. 25. 15 Der Oberbürgermeister. 9

4 Kellerr?r?: Verstorbene. Karl Krämer, Metzgermeister in Gießen, 94 Jahre alt. Wilhelm Caspary in Wetzlar, 74 Jahre al. Frl. Katharine Fuhr in Wetzlar, 76 Jahre alt. Elisabelse Fung Wwe. geb. Bücking in Kleinlinden, 66 Jahre alt. Frau

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